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Jahrbuch 

des 

Völkerrechts. 



Gegründet 
in Verbindung mit 

Staatsminister Asser (Haag), Prof. v. Bar (Göttingeu), Dr. Barrios (London), 
Gesandter Itibere da Cufi ha (Berlin), Prof. Fiore (Neapel), Prof. Fleisch- 
mann (Königsberg), Gesandter Hager up (Kopenhagen), Prof. Hub er 
(Zürich), Prof. Kohler (Berlin), Prof. v. Korff (Helsingfors), Prof. Lammasch 
(Wien), Prof. v. Liszt (Berlin), Prof. v. Martitz (Berlin), Prof. Meurer 
(Würzburg), Prof. Nys (Brüssel), Prof. Okamatsu (Kyoto), Prof. Marques 
de Olivart (Madrid), Prof. Oppenheim (Cambridge), Prof. Renault (Paris), 
Prof. Sä Vianna (Rio de Janeiro), Prof. Schücking (Marburg), Prof. 
V. Streit (Athen), Prof. Wilson (Harvard University), Prof. Zorn (Bonn) 



Th. Niemeyer und K. Strupp. 



IV. Band (Sonderband): 

Politische Urkunden zur Entwickelung 
des Weltkrieges. 

TX 

=2/ 



Verlag von Duncker & Humblot. München und Leipzig 1918. 




Die völkerrechtlichen Urkunden 
des Weltkrieges. 



■^ Herausgegeben von 

Geh. Justizrat Professor Dr. Th. Niemeyer 
und Dr. K. Strupp. 



IL Band; 



Politische Urkunden zur Entwickelung 
des Weltkrieges 

Herausgegeben von 

Th. Niemeyer. 




1, 



Verlag von Dancker & Humblot. München und Leipzig 1918. 

"b7 



Vorwort. 



Der vorliegende Band enthält Materialien, welche mit dem 
Titel „Eintritt weiterer Staaten in den Krieg" bezeichnet sind. 
Dies bedarf der Erläuterung. Die Verwischung der Grenze 
zwischen Kriegsbeteiligung und Neutralität gehört zu den cha- 
rakteristischen Erscheinungen des Weltkrieges. Kriegserklärung, 
Kriegseröffnung, Abbruch der diplomatischen Beziehungen, ak- 
tiver und passiver Bruch der Neutralität liegen auf derselben 
Linie, ohne daß die Unterschiede immer erkennbar oder fest- 
stellbar sind. Es gibt Staaten, welche den Krieg erklärt haben, 
ohne tatsächlich Krieg zu führen und solche, welche Krieg führen, 
ohne sich selbst als kriegführend zu betrachten. Sowohl die völker- 
rechtliche Beurteilung als die Tatbestände selbst sind vielfach durch- 
aus zweifelhaft. Um weder in der einen noch in der anderen Be- 
ziehung vorzugreifen, um aber andererseits der Beurteilung so weit 
als möglich das Material zu liefern, mußte in noch stärkerem Maße 
als in dem vorhergehenden Bande der Begriff der völkerrecht- 
lichen Urkunde erweitert und es mußte zu Mitteilungen amt- 
lichen und halbamtlichen Ursprunges gegriffen werden, welche 
wie die Wolff- und Reuter- Meldungen, die Auslassungen der 
„Norddeutschen Allgememen Zeitung", der „Times", des „Temps", 
der „Nowoje Wremja", der „Iswestija" u. a. m., als zwar nur 
beiläufige, aber doch zur Zeit unentbehrliche Unterlagen für 
historische Forschung und völkerrechtliche Beurteilung zu be- 
trachten sind. 



Auch sonst hat die erwähnte dem Weltkriege charakte- 
ristische Verwischung der Grenzen zur Erweiterung des Materials 
geführt. Beispielsweise sind Aegypten und Griechenland an 
dem vorliegenden Bande unter dem Stichwort „Eintritt in den 
Krieg" beteiligt, obwohl Aegypten nicht kriegführendes Völker- 
rechtssubjekt i^nd Griechenland doch wohl nicht Kriegspartei 
ist. Auch das neutral gebliebene Argentinien hat Platz gefunden. 

Die Vereinigten Staaten von Amerika werden in einem 
besonderen Band behandelt werden. 

Daß die Quellen nicht überall angegeben werden konnten 
und die Datierung bei einigen Urkunden teils zweifelhaft ge- 
blieben ist, teils überhaupt fehlen mußte, ist durch die Umstände 
des Krieges veranlaßt. 

Die Vorarbeiten zu diesem Bande sind in dem Seminar für 
Internationales Recht zu Kiel geleistet. Besonderen Dank schulde 
ich für die, — durch mancherlei Umstände erschwerte — , Her- 
stellung des Bandes, meiner Tochter Annemarie Niemeyer, 
welche auch die Register ausgearbeitet hat. 

Kiel, 15. Mai 1918. 

TJi. Niemeyer. 



Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg . . 1—678 

a) Yorgängo hinsichtlich Aegyptens 1—28 

1. Aegyptische und englisch-aegyptische Kundgebungen . . 1 — 28 

2. Türkische Kundgebungen 29— 30 

b) Eintritt der Türkei in den Krieg . 31—207 

1. Türkische Kundgebungen 31 — 48 

2. Kundgebungen Rußlands, Englands, Frankreichs, Belgiens 48—207 

I. Rußland 48- 87 

IL England 88—204 

III. Frankreich 204—206 

IV. Belgien 206—207 

c) Eintritt Italiens in den Krieg 208 — 510 

1. Aus dem Dreibuudvertrag 208 

2. Oesterreichisch-ungarische Kundgebungen . , 209—393 

I. Die österreichischen Rotbücher 209—390 

II. Sonstige österreichisch-ungarische Kundgebungen . . 390—393 

3. Italienische Kundgebungen 393—510 

I. Das Italienische Grünbuch 393—472 

II. Sonstige italienische Kundgebungen 472—495 

4. Deutsche Kundgebungen 495—506 

5. Russische Veröffentlichungen 1917 506—510 

d) Bulgariens Eintritt in den Krieg 511 — 533 

1. Bulgarische Kundgebungen 511—533 

2. Kundgebungen Serbiens, Rußlands, Englands, Frankreichs, 
Italiens 533-536 

e) Eintritt Portugals in den Krieg 537—540 

f) Eintritt ßnniäniens in den Krieg 541—611 

1. Oesterreichisch-ungarisches Rotbuch 541 — 559 

2. Kundgebungen Oesterreich-Üngarns, Rumäniens, Deutsch- 
lands, Bulgariens, der Türkei, Rußlands 600—611 

g) Eintritt Chinas in den Krieg 612—617 

h) Panama 617 



Seite 

i) Cuba 617-618 

j) Brasilien 618—623 

k) Guatemala 623 

1) Bolivien 624 

m) Honduras 624 

n) Liberia 624 

o) Nicarag'ua 625 

p) Haiti 625-627 

q) San Uoniing'o 627 

r) Slam • 627-629 

s) Argentinien 629—632 

t) Costarica 632—633 

n) Uruguay 633—652 

I. Aus den Graiibüchern der Republik Uruguay .... 633 — 651 

II. Sonstige Kundgebungen und Nachrichten 652 

v) Peru 652 

w) Vorgänge hinsichtlich Griechenlands 653—679 

x) Ecuador 678 

y) Guatemala 678 

Nachträge zu Band I und II der völkerrechtlichen 

Urkunden des Weltkrieges 681—704 

I. Zur Vorgeschichte des Krieges (zu Band I) 682—692 

II. Luxemburg 692—693 

III. Türkei und Dardanellen 693—698 

IV. Rumänien 698-704 

Registerteil. 

A. Verzeichnis der in diesem Bande vorkommenden Buntbücher . 704 

B. Verzeichnis der aufgenommenen Urkunden nach deren Zeitfolge 706—735 

C. Verzeichnis der im Urkundenregister und in den Urkunden vor- 
kommenden Staatsmänner 736 — 739 

D. Inhaltsverzeichnis nach der Zeitfolge der Geschehnisse des Welt- 
krieges 740-755 



Verbesserung von Druck- und Textfehlern, 



Seite 31 ist in der üeberschrift zu Nr. DCCXLIII hinzuzufügen : „und 
über russische Angriffe gegen die kaukasische Grenze". 

, 32 Zeile 13 muß es heißen : „Sultan Seliin". 

„ 33 muß es in der üeberschrift zu Nr. DCCXLIV heißen: „an Ruß- 
land, England, Frankreich'*. 

„ 39 in der Anmerkung muß es heißen: „Nr. MXXXVII". 

„ 191 unter Nr. MXXXVI muß es anstatt Bb. II heißen : „Bb. III". 

„ 368 in der üeberschrift zu Nr. MCCXL muß es heißen: „Baron 
Buriän an Freiherrn von Macchio". 

„ 378 ist zu bemerken: Die Anmerkung stammt vom Herausgeber. 

„ 495 zu Nr. MCCCCLXIII: in der üeberschrift muß es heißen: „27. 
August 1916". 

„ 509 in der Anmerkung muß es heißen : „Nr. MCCCLXXI letzter Absatz". 

, 530 Anmerkung zu Nr. MCCCLXXVI : „Aus besonderer Quelle". 

„ 596 in Nr. MCDXCVIII fehlt die Quellenangabe : „Rb. Rum. HO". 

„ 601 Anmerkung zu Nr. MDII: „Aus besonderer Quelle". 

„ 601 in der Anmerkung zu Nr. MDIII muß es heißen: „1916" anstatt 1917. 

„ 613 zu Nr. MDXa: Die üeberschrift „Rußland und Japan" und der 
erste Absatz rühren von der üebersetzungsstelle her. 

„ 618 zu Nr. MDXIII b : in der üeberschrift muß es heißen : „Oester- 
reich-Ungarn" anstatt Deutschland. 

„ 719 bei 12. XI. muß hinzugefügt werden „England und Frank- 
reich*'. 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 
1. Aegyptische und englisch - aegyptische Kundgebungen.*) 

Nr. DCCXVII. Aegyptische Anweisung T«ni 3. Aug. 1914 betr. 
Schiffe der Kriegführenden in aegyptischen Gewässern. 

(Aegyptisches , Journal Officiel": Suppl6mentaire du 
Mardi 4 Aoüt 1914. — Nr. 96. — Aeg. Rb. I 4—8.) 

Ministöre Des Affaires Etrangäres. 

Instructions ä appliquer dans les Ports Egyptiens aux Na- 

vires des Bellig6rants pendant la Guerre entre les Empires 

d'Allemagne et de Russie, ainsi qu'entre l'Empire d'Autriche- 

Hongrie et le Royaume de Serbie. 

1. Canal de Suez et ses Ports d'Accös. 

Attendu que la guerre vient d'öclater entre les Empires d'Allemagne 
et de Russie, ainsi qu'entre l'Empire d'Autriche-Hongrie et le Royaume de 
Serbie, le Conseil des Ministres de S.A. le Kh6dive a d6cid6, dans sa s6ance 
du lundi 11 Ramadan 1332 (3 aoüt 1914), d'envoyer les Instructions suivantes 
aux Gouvernorats et aux autorit6s des Ports du Canal de Suez, en confor- 
mit6 du trait6 du 20 octobre 1888 6tablissant la neutralit6 du Canal de Suez, 
ä savoir : — 

1. Pendant la duröe des hostilit6s il ne sera dölivrö de charbon aux 
navires de guerre de l'une ou de l'autre des Puissances belligörantes dans le 



*) Aus den aegyptischen Rotbüchern: 

Ministöre des Finances, Egypte. Bureau des Publications du Gouverne- 
ment. Recueil des documents relatifs k la guerre publiös au „Journal officiel" 
du 3 aoüt 1914 au 31 juillet 191ö. Le Caire. Imprimerie Nationale. 1915. 
XIX u. 325 Seiten. 

(Angeführt als Aeg. Rb. I.) 

Ministöre des Finances, l<]gypte. Imprimerie Nationale. Recueil des 
documents relatifs h la guerre publiös au „Journal ofticiel" du 1" atoü 191.Ö 

au 31 juillet 1916. 2 annöe. Le Caire. Imprimerie Nationale. 1916. XVni 

u. 70() u. V Seiten. 

(Angeführt als Aeg. Rb. II.) 

Jahrbuch des Völkerrechts. XI. 1 



2 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Canal ou dans un de ses ports d'acc^s, sans une' autorisation 6crite des 
autorit6s compötentcs du port qui spöcifiera la quantit6 de charbon qui peut 
etre fournie. 

2. Avant d'accorder l'autorisation pour la fourniture de charbon ä un 
navire de guerre quelconque des bellig^rants, les autorit^s du port devront 
obtenir une declaration par ^crit sign6e par l'officier commandant le navire 
^nongant la destination du navire et la quantit6 de charbon d6jä ä bord. 

3. II pourra 6tre fourni ä, un navire de guerre d'un des belligßrants 
la quantit6 de charbon nöcessaire en tenant compte de la quantit6 döjä ä 
bord, pour lui permettre de se rendre au plus procbain port accessible dans 
lequel il puisse obtenir l'approvisionnement nöcessaire pour la continuation 
de son voyage. Toutefois, cette r^gle ne devra pas avoir pour effet d'em- 
pecher qu'il soit fourni au navire ä un port quelconque du Canal la quantit^ 
de charbon süffisante pour obvier ä la n^cessitö d'en redemander ä tout autre 
port d'acc^s du Canal. 

4. Tout navire de guerre bellig^rant effectuera le transit du Canal de 
Suez dans le plus bref d^lai et sans s'arreter si ce n'est en cas de n6cessit6 
ou par ordre des autoritös du Canal. 

5. Le s^jour de tout navire de guerre des bellig^rants ä Port-Said ou 
dans la rade de Suez ne pourra d^passer vingt-quatre heures, ä moins qu'il 
n'ait pas fini de prendre livraison du charbon dans ce d6lai ou en cas de 
nöcessitö; et tout navire qui serait ainsi obligö d'y rester plus de vingt- 
quatre heures, quittera le plus tot possible. 

6. Aucun navire appartenant ä une des Puissances bellig^rantes ne 
quittera le Canal ou un de ses ports d'acces moins de vingt-quatre heures 
apr^s le d^part du meme port d'un navire de guerre appartenant ä l'autre 
Puissance bellig^rante. 

7. Aucune Puissance belligörante n'embarquera ni ne d^barquera dans 
le Canal ou un de ses ports d'accös, des troupes, armes, munitions de guerre, 
approvisionnements ou autre mat6rial. 

Toutefois, dans le cas d'un empechement accidentel dans le Canal, tout 
Corps de troupe n'excödant pas mille hommes ä la fois, pourra etre döbarqu^ 
ä Suez ou ä Port-Said jusqu'ä ce que la navigation soit r^tablie. 

8. Aux fins des präsentes Instructions le mot , navire de guerre" com- 
prend tout vaisseau arm6 ou non qui est employ6 par une Puissance belli- 
g6rante comme transport ou auxiliaire d'une flotte, ou de toute autre fagon 
en vue des hostilit^s sur terre ou sur mer, mais ne comprend pas un vaisseau 
^quip6 pour servir de bateau-hopital et employ6 exclusivement comme tel. 

Declaration ä faire par Vofficier commandant un navire de guerre 
des belligerants demandant du charbon dans un port egyptien. 

Je 

commandant le navire de guerre au Service de Sa Majestö 

döclare sur l'houneur, par la präsente, 

que la quantitö de charbon actuellement ä bord du navire sous mon com- 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 3 

laandement ne döpasse pas tonnes, et je m'engage sur Thon- 

neur que le navire sous mon commandement, apres avoir quitt^ le port de 

1), procödera imm6diatement et par la route directe vers le 

port de -J. 

2. Pour les Autres Ports Egyptiens. 
Attendu que la guerre yient d'6clater entre les Empires d'Allemagne 
et de Russie, ainsi qu'entre l'Empire d'Autriche - Hongrie et le Royaume de 
Serbie, et attendu que certaines obligations sont impos^es aux neutres en 
temps de guerre par le droit des gens, le Conseil des Ministres de S.A. le 
Kh^dive a d6cid6, dans sa söance du lundi 11 Ramadan 1332 (3 aoüt 1914), 
que -pendant la dur^e du präsent 6tat de guerre, les dispositions suivantes 
recevront leur ex6cution dans toutes eaux territoriales, rades et ports Egyp- 
tiens, sauf dans le Canal de Suez et ses ports d'acc^s: — 

1. II est döfendu ä tout navire de guerre de l'une ou l'autre partie 
belligörante d'employer comme Station ou comme lieu de s6jour toutes eaux 
territoriales, rades ou ports Egyptiens dans le but de se procurer des facilitEs 
pour son Equipement militaire. 

2. A partir de ce jour il est dEfendu ä tout navire de guerre de Tun 
des belligErants de quitter toutes eaux territoriales, rades ou ports Egyptiens 
d'oü est parti un navire quelconque de l'autre bfelligErant (que ce dernier 
seit un navire de guerre ou un navire marchand) avant l'expiration d'un 
dElai de vingt - quatre heures au moins depuis que ce dernier vaisseau est 
sorti du domaine sur lequel s'exerce la juridiction territoriale du Gouverne- 
ment Egyptien. 

3. Si un navire de guerre quelconque de Tun des belligErants entre 
dans les eaux territoriales, rades ou ports Egyptiens, il devra quitter et 
prendre la mer dans les vingt-quatre heures qui suivront son entrEe, sauf en 
cas de temp6te ou pour prendre des vivres ou autres choses nEcessaires d la 
subsistance de 1' Equipage, ou pour faire des rEparations. Tout navire se trou- 
vant dans un de ces cas devra partir et prendre la mer aussitOt que possible 
apres l'expiration du dElai de vingt-quatre heures aprEs son arrivEe, pourvu 
toutefois que par l'application de cette rEgle il ne soit pas derogE ä la 
rfegle 2 ci-dessus. 

4. II est, ä partir de ce jour, dEfendu ä tout navire de guerre de Tun 
des belligErants pendant son sEjour dans les eaux territoriales, rades ou ports 
Egyptiens, d'y prendre des armes, munitions, ou objets d'Equipement quel- 
conques, ou d'y faire tous autres approvisionnements, si ce n'est en vivres 
ou autres choses nEcessaires pour la subsistance de l'Equipage. II ne pourra 
prendre Egalcment qu'une quantitE de charbon süffisante pour atteindre le 
port le plus proche de son pays ou une autre destination neutro plus proche 
dEsignEe par l'officier commandant; et il ne sera de nouvcau fourni du rhar- 



') Port Egyptien. 

-) Port de- destination. 



4 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

bon k ce navire de guerre dans le mßme ou dans im autre port ou rade 
6gyptiens, ou dans les eaux territoriales 6gyptiennes, sans une autorisation 
speciale, avant l'expiration d'un d6lai de trois mois ä partir du moment de 
la derniere fourniture de charbon ä ce narire de guerre eSectu6e dans les 
eaux ägyptienaes comme il est dit ci-dessus. 

5. Aucun natire de guerre de l'une des Puissances belligörantes ne 
pourra faire du charbon avant d'avoir obtenu des autoritös comp6tentes du 
Port une autorisation 6crite spöcifiant la quantit^ de charbon qui peut etre 
fournie. Les autorit^s des Ports ne donneront semblable autorisation qu'aprös 
avoir obtenu de l'officier commandant le navire une d6claration 6crite renfer- 
mant l'indication de la destination du nav:re et de la quantit^ de charbon 
d6jä ä bord. 

6. Aucun navire de guerre de Tun des belligörants ne conduira une 
prise dans les eaux territoriales, rades ou ports 6gyptiens. 

7. II est döfendu de recruter des soldats ou des marins pour le Service 
de l'une des Puissances belligörantes dans le domaine de la juridiction terri- 
toriale du Gouvernement Egyptien. 

8. II est d^fendu ä tout 6gyptien sujet local de s'enröler comme soldat 
ou comme marin au Service de l'une des Puissances belligörantes. 

9. Aucun navire ne sera constm't ou arm6 pour un Service militaire 
ou naval, ou transform6 de fagon ä accroitre sa puissance militaire, dans le 
domaine de la juridiction territoriale du Gouvernement Egyptien, si ce navire 
est destinö au Service de l'une des Puissances belligörantes. 

Beclaration ä faire par l'officier commandant un navire de guerre 
des helUgerants demandant du charbon dans un port egyptien. 

Je 

commandant le navire de guerre au Service de Sa Majest6 

döclare sur l'honueur, par la präsente, 

que la quantitä de charbon actuellement ä bord du navire sous mon com- 

mandement ne döpasse pas tonnes, et je m'engage sur l'hon- 

neur que le navire sous mon commandement, aprös avoir quittö le port de 

1), proc6dera immödiatement et par la route directe vers 

le port de '^). 

Nr. DCCXVIII. Aegyptisclies MopatOFium Toni 4. Aug. 1914. 

(Aegyptisches , Journal Officiel": 5 Aoüt 1914. — Nr. 97. 
— Aeg. Rb. I 9.) 

D6cret ordonnant un Moratorium Partie 1. 
Nous, Khödive d'Egypte, 
Sur la proposition de Notre Ministre de la Justice et l'avis conforme 
de Notre Conseil des Ministres; 



^) Port Egyptien. 

2) Port de destination. 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 5 

D6cr6tons: 
Art. 1. Sont prorog6s jusqu'au 1" novembre 1914, les d^lais dans les- 
quels doivent etre faits les protets et tous actes concernant les recours, pour 
toutes valeurs n6gociables. 

Le remboursement ne pourra etre demand6 aux endosseurs et autres 
Obligos pendant les d^lais de Prorogation. 

Les intörets sont das depuis l'öch^ance jusqu'au paiement. 
Art. 2. Notre Ministre de la Justice est charg6 de Tex^cution du prä- 
sent döcret, qui entrera en vigueur d^s sa publication au , Journal Officiel". 
Fait ä Alexandrie, le 12 Ramadan 1332 (4 aoüt 1914). 

Pour le Kh6dive: 
Hussein Ruchäi. 
Par le Khädive : 
Le President du Conseil des Ministres, 
Hussein RucJidi. 

Le Ministre de la Justice, 

(Traduction.) Saroit. 

Nr. DCCXIX. Aegyptische Verordnungen betr. PostTerkehr 
mit dem Ausland vom 1. u. 3. Aug. 1914. (Aegyptisches 
„Journal Officiel": ö Aoüt 1914. — Nr. 47; — Aeg. Rb. I 

S. 10 u. 11.) *) 

Minis try of Finance. 
Postal Administration. 
Owing to the present Situation the Parcel Service between Egypt on 
the one band, and Servia and Montenegro on the other, is suspended until 
further notice. Alexandria, August 1, 1914. 

In view of the present Situation in Europa, the issue of Foreign Money 
Orders is suspended until further notice. 

Alexandri», August 3, 1914. 

Nr. DCCXX. Verordnung «les aegyptiscben ministerrates 
vom 5. Aug. 1914 betr. die Verteidigung Aegyptens. 

(Aepytisches , Journal officiel": Suppl6mentairo du 
Jeudi 6 Aoüt 1914. Nr. 98. — Aeg. Rb. I 11—17). 

Pr^sidence du Gonseil des Ministres. 

D6cision tendant ä assurer la D6fense de l'Egypte dans la 

Guerre entre l'Allemagne et la Grande-Bretagne. 

Consid6rant quo la guerre est malheureusement declar^e cntre Sa M»jest6 

le Roi de Grande-Bretagne et d'Irlande et des Döpendances Britanniques 

d'outre-mer, Empereur des Indes, et l'Empereur Allemand; 



*) Anm.: Im Aeg. Rb. sind die beiden Vorordnungen uiicb in fran- 
zösischem Text abgedruckt. — Herausgeber. 



f) C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

CousiJ^rant quu la prösence en Egj'pte de l'Armöe d'Occupation de 
sa Majest6 Britannique rend le pays susceptible d'ßtre attaquö par les eune- 
mis de Sa Majest(5 ; 

Consid6rant qu'ä raison de cette Situation de fait il est n6cessaire que 
toutes les mesures paissent ßtre prises pour d6fendre le pa3's contre le risque 
d'une teile attaque ; 

Qn'ä cet effet le Gouvernement Egyptien est avisö ä prendre les me- 
sures suivantes; 

A ces causes, il est port6 ä la connaissance de tous les int6ress6s que 
dans une r6union du Conseil des Ministres, tenue le 5 acut 1914, sous la 
prösidence de S. E. le Regent, il a 6t6 d6cid6 ce qui suit: — 

Art. 1. Aucune personne r6sidant ou de passage en Egypte ne pourra 
tant que durera l'^tat de guerre: 

1. Faire de contrat ni Convention quelconque, soit directement, soit 
indirectement, avec le Gouvernement en guerre avec Sa Majest6 Britannique 
non plus qu'avec aucun agent de ce Gouvernement; 

2. Ni contribuer ni prendre part ä l'ömission d'aucun emprunt pour 
ce Gouvernement, ni lui preter de l'argent. 

Art. 2. Aucune personne rösidant ou de passage en Egypte ne poui-ra 
conclure de police ou contrat d'assurance avec une personne ou au profit 
d'une personne r^sidant ou de passage dans le pays en guerre avec Sa Majest6 
Britannique, et ne pourra non plus sur la base de toute police ou contrat 
d'assurance d^jä existant eSectuer aucun paiement du chef de toute perte due 
aux actes de guerre des forces de Sa Majestö Britannique ou de tout alli6 
de Sa Majest6 Britannique. 

Art. 3. Aucune personne rösidant ou de passage en Egypte ne pourra 
conclure de nouveau contrat ou Obligation de nature commerciale. financiere 
ou autre avec une personne ou au profit d'une personne r^sidant ou de passage 
dans le pays ci-dessus vis6. 

Art. 4. Les dispositions des deux articles qui pröc^dent s'appliqueront 
6galement ä toute relation avec toute personne faisant des affaires dans le 
pays ci-dessus vis6, bien que n'y rösidant pas, mais seulement pour ce qui 
concerne les affaires qui y sont faites. 

Art. 5. Aucun navire Egyptien ne devra entrer dans un port allemaud 
ni communiquer avex lui. 

Art. 6. A moins d'une autorisation d^livröe par le fonctionnaire d6sign6 
ä cet effet, il ne pourra etre exportö d'Egypte aucun des articles suivants : — 

a) Les armes et les munitions et toutes les parties qui les composent ; 

b) La poudre ä canon ou tout autre explosif; 

c) Les uniformes, ^quipements militaires et fournitures de campement ; 

d) Les animaux de seile, de bat et de trait susceptibles d'etre employ^s 
en guerre ; 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 7 

e) Les machines et camions ä combustion interne capables de porter 
une Charge de 1,250 kilos ou davantage, ainsi que les parties qui 
les composent; 

f) Le pötrole et la benzine ; 

g) Vähicules ä quatre roues capables de porter une tonne ou plus ; 

. h) V^hicules ä deax roues capables de porter une charge de 750 kilos 
ou davantage; 

i) Ballons, dirigeables et aöroplanes, et les parties qui les composent 

j) Sacs ä charbon; 

k) Charbon et briquettes. 

Art. 7. A moins d'une permission d^livröe par un fonctionnaire d6sign6 
ä cet effet, il est interdit d'exporter de tout port 6gyptiea aucun article de 
marchandise quelconque ä destination d'un port allemand ainsi que de trans- 
border dans un port ägyptien tout article ou marchandise ayant uae semblable 
destination. 

Art. 8. Aucun navire ne recevra l'autorisation de sortir d'un port 
6gyptien tant qu'un fonctionnaire d6sign6 ä cet effet ne se sera pas assur6 
qu'aucune infraction n'a 6t6 commise aux dispositions de Tun quelconque des 
quatre articles qui präcödent. 

Art. 9. Tout navire neutre qui serait lui-meme contrebande de guerre, 
conform6ment ä la däfinition de la contrebande adopt^e par Sa Majestö Bri- 
tannique, ou qui aurait ä bord de la contrebande de guerre ou qui rendrait 
ä l'ennemi des Services contraires ä la neutralit6, sera retenu dans tout port 
6gyptien quelconque. 

Art. 10. Sera passible d'etre capturö tout navire neutre qui aprfes 
la date de la präsente d6cision embarquera de la contrebande de guerre dans 
un port ögyptien. 

Art. 11. Tout navire se trouvant dans un port 6gyptien sur lequel 
de la contrebande de guerre aura 6tö charg6e ä la date de la präsente d^cision 
devra la döcharger immödiatement. 

Art. 12. Aucun article ou marchandise charg6 dans un port allemand 
ne pourra 6tre dächargö dans un port ögyptien ä moins que le dit article ou 
marchandise ne füt d6jä en mer ä la date de la präsente decision. 

Art. 13. Les forces navales et militaires de Sa Majestö Britannique 
pourront exercer tout droit de guerre dans les ports et territoire ögyptiens, 
et les vaisseaux de gaerre, les navires marchands et les marchandises captur6s 
dans les ports ou territoire 6gyptiens pourront 6tre döf^rös en jugement 
devant un tribunal des prises britannique. 

Art. 14. Sous la stricte Observation des clauses qui prtJct^dent. tout 
navire allemand qui se trouvait dans un port ^gyptien ü, la date de Touverture 
des hostilitös ou qui, ayant quittö son dernier port avant cette date, est 
entre ou entrera dans un port egyptien sans avoir connaissancc de la guerre. 
sera autoriso jusqu'au coucher du soleil du 14 aoilt li)14 h. proceder ä son 
chargement ou döchargement et ä quitter le port en donnant tels engagements 



8 C Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

6crits qui pourront 6tre requis par les autorit6s navales britanniques en 
conformit6 des dispoeitions du chapitre 3 de la Convention de 1907 relative 
ä certaines restrictions ä l'exercice du droit de capture dans la guerre maritime. 

Art. 15. Les navires de commerce allemands qui auront quitt6 leur 
dernier port avant la d^claration de guerre et qui, sans avoir connaissance 
de la guerre, arriveront dans un port 6gyptien apr^s le coucher du soleil, 
le 14 aoüt 1914, et seront autoris6s ä entrer pourront 6tre requis de repartir 
soit imm^diatement soit aprfes le d6lai estim6 ndcessaire par les autorit6s du 
Port pour le d6chargement de teile partie de la cargaison qu'ils seraient 
requis d'effectuer ou späcialement autorisäs ä effectuer, tout en donnant 
pröalablement dans les deux cas les engagements 6crits pr6vus ä l'article 
pr6c6dent. 

Art. 16. Si ä bord d'un navire r^gi par Tun quelconque des articles 
pr6c6dents, il se trouve un chargement qui d'apr^s les r^gles appliqu6es par 
les tribunaux des prises britanniques constitue un chargement ennemi, ou bien 
vn chargement que les autorit6s navales ou militaires britanniques voudraient 
r 'quisil -onner moyennant compensation pour les besoins de la guerre, ce navire 
ne quittera pas le port tant que ce chargement n'aura pas 6t6 d6charg6. 

Art. 17. Le b6n6fice des articles 14 et 15 ne s'ötendra pas aux navires 
afectäs ä la pose des cäbles t6l6graphiques, aux navires destinös ä effectuer 
le transport en haute mer des combustibles liquides, aux navires dont le 
tonnage d^passe 5,000 tonnes brut, ni aux navires dont la vitesse est de 
14 noeuds et au-dessus, ainsi que cela sera 6tabli ä Süffisance de droit par 
^"S -ndications du „Lloyds Eegister," ni enfin aux navires de commerce dont 
la coust 'uction dömontrera qu'is ^taient faits pour pouvoir etre convertis en 
navires de guerre. 

A t. 18. Toutes les personnes que cela concerne devront donner aux 
forces navales et militaires de Sa Majestö Britannique l'assistance dont elles 
poo^-ront gtre requises. 

/"t. 19. Sont soumis ä la präsente d6cision non seulement les individus, 
mais encore tout groupement, association ou compagnie ayant une existence 
I6gale ou de fait, sous cette röserve cependant que dans le cas oü un de ces 
groupements, associations ou compagnies ferait des affaires tant en Egypte 
qu'ailleurs, il n'encourra aucune ptoalit6 pour infraction aux dispositions de 
la präsente d^cision du chef de tout acte accompli hors d'Egypte et sans 
aucun rapport avec les affaires poursuivies en Egypte. 

A^t. 20. Pour ce qui concerne les ports d'acc^s au Canal de Suez, 
la präsente d6cision sera appliqu^e avec les modifications suivantes: — 

a) Les navires de commerce qui ont travers6 ou veulent traverser le 
Canal, quel que soit leur nationalit^ ou leur chargement auront pleine liberte 
d'aborder et de quitter les ports d'acc^s ou de traverser le Canal sans 
encourir la capture ou la rötention, pourvu que la travers^e du Canal et le 
ddpart du port d'accös se fassent de fagon normale et sans retard injustifi^ ; 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 9 

b) Ces navires pourront recevoir teile fourniture, y compris le charbon 
de soute, qui sera raisonnablement n6cessaire pour le voyage dans lequel ils 
sont engagös; 

c) Les marchandises de toute nature qui ont travers6 le Canal peuvent 
etre transbord^es au port de döpart; 

• d) L'article 13 de la präsente döcision sera iaterpr6t6 suivant la 
Convention du Canal de Suez de 1888. 

Hussein Ruchdi. 

Kr. DCCXJlI. Aegyptiscbe Verordnung betr. Postverkehr 
mit dem Ausland. (Aegyptisches „Journal Officiel": 
8 Aoüt 1914. — Nr. 99. — Aeg. Rb. I, S. 18.)*) 

Ministry of Pinance. 
Postal Administration. 

The following Services are suspended until further notice : 

1. The exchange of Insured articles with abroad. 

2. The CoUection Order Service with abroad. 

3. The Foreign Parcel Service except as regards: 

a) Italy ; 

b) Great BritaJn and transit (via Gibraltar exclusivelyj. 

Nr. DCCX^XIR. Aegyptisches Moratorium vom 0. Aug. 1914. 

(Aegyptisches , Journal Officiel": Supplömentaire du 
Lundi 10 Aoüt 1914. — Nr. 100. — Aeg. Rb! I, S. 19-21.) 

D6cret ordonnant le Moratorium en Mati^re Commerciale. 
Nous, Khödive d'Egypte. 

Vu Notre Döcret du 4 ao(it 1914; 

Consid6rant que les circonstances ne permettent plus de s'en teuir aux 
seules mesures moratoires prescrites par ce döcret et qu'il est devenu indis 
pensable d'6tendre uniform6ment la remise ä toutes les affaires commerciales 
actuellement en cours; 

Considörant qu'il y aurait p6ril en la demeure; 

Sr • la proposition de Notre Ministre de la Justice et l'avis conforme 
de Notre Conseil des Ministres: 

D6cr6tons: 

Art. 1. Sont suspendues jusqu'au 15 septembre 1914 toutes exigibilitds 
et obligations de paiement ou d'autres prestations rösultant ou. pouvant 
rösulter d'op6rations, contrats et actes coramerciaux g6n6ralement quelconques. 

Pendant ce dölai, les intörOts dus continuent ä courir. 



*) Anm. : Das Aeg. IIb. gibt an zweiter Stelle den Text französisch. 

Herausgeber. 



{() C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nonobstant cette Suspension, le.3 Banqucs et Etablissements de cr6dit 
demeurent tenus de rembourser les d6posants sur leur demande et respective- 
ment jusqu'ä concnrrence de 5*Vo de leurs d6pots exigibles, sans que, toutefois, 
le maximum du remboursement puisse excöder 3,000 livres egyptiennes pour 
chacun d'eux. 

Art. 2. Sont pareillement suspendues pendant le meme d61ai et devant 
toutes les juridictions toutes proc^dures, poursuites et ex6cutions judiciaires 
du chef des Operations, contrats ou actes commerciaux sus-vis6s, ainsi que 
les jugements qui en r^sulteraient. 

Art. 3. Aucune prescription, Peremption, annulation, rösiliation, d6ch6ance 
ou forclosion legale, judiciaire ou Conventionelle ne sera encourue pendant ce 
meme d6lai du chef des Operations, contrats, actes et jugements commerciaux 
suspendus, tous les droits des interess6s demeurant respectivement et int6gra- 
lement r6serv6s. 

Art. 4. Les dispositions des trois articles pr6cedents ne s'appliquent 
ni aux jugements d'ores et dejä definitifs ou executoires par Provision, ni 
aux mesures purement provisoires ou conservatoires ä prendre dans l'interet 
des creanciers, ni, d'autre part, aux tractations commerciales, qui auraient lieu 
posterieurement ä la publication du präsent döcret. 

Art. 5. Les dispositions des articles 1, 2 et 3 ci-dessus ne s'appliquent 
pas non plus aux loyers, traitements, salaires et autres frais courants 
d'exploitation commerciale, qui demeurent rägis, de meme que les obligations 
purement civiles, par le droit commun en vigueur. 

Notre Ministe de la Justice est chargä de l'execution du present decret^ 
qui entrera en vigueur dös sa publication au „Journal Officiel." 

Fait au Caire, le 17 Ramadan 1332 (9 aoüt 1914). 

Pour le Khedive : 
P 1 Kb4d" • Hussein Buchdi. 

Le President du Conseil des Ministres, 

Hussein Ruchdi. ^^ ^^^^^^^^ ^^ ^^ j^^^.^^^ 

(Traduction.) Saroit. 



Nr. DCCXXIII. Mitteilung' des aegyptischen Ministerrats vom 
8. Aug. 1914 über die Auslegung der Verordnung des 
Ministerrats vom 5. Aug. betr. die Verteidigung Aegyp- 
tens. (Aegyptisches , Journal Officiel": 10 Aoüt 1914. 
— Nr. 101. — Aeg. Rb. I, S. 21.) 

Presidence du Conseil des Ministres. 
II revient au Gouvernement que le public aurait compris que la decision 
du Conseil des Ministres du 5 aoüt interdirait d'une fa^on absolue et generale 
toute tractation d'affaires en Egypte avec les ressortissants de l'AUemagne. 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 11 

Gette interpr^tation est erronöe. Ce qui a 6t6 interdit par la döcision 
du Conseil c'est uniquement la tractation d'affaires en Egypte ayant leur 
r^sultat sur le territoire ou au profit de FAllemagne, quelle que soit d'ailleurs 
la nationalitö des intermödiaires qui ont contractu. 

II n'est donc nuUement döfendu de faire des affaires ordinaires avec les 
Allemands rösidant en Epypte sous la seule r^serve de ce qui a 6t6 expliqu6 
ci-dessus. 

Le Caire, le 8 aoüt 1914. 

Nr. DCCXXIV. Verordnung des aegyptischen Ministerrat» 
vom 13. Aug. 1914 betr. die Verteidigung Aegyptens. 

(Aegyptisches „Journal Officiel": Supplömentaire du 
Jeudi 13 Aoüt 1914. — Nr. 103. — Aeg. Rb. 1, S. 21.) 

Prösidence du Conseil des Ministres. 

D6cision tendant ä assurer laDöfense de FEgypte danslaGuerre 

entre l'Autriche-Hongrie et la Grande-Bretagne. 

Vu la d^cision prise par le Conseil des Ministres en date du 5 aoüt 1914 
ä roccasion de la döclaration du guerre entre la Grande-Bretagne et l'Empereur 
AUemand ; 

Consid^rant que l'ötat de guerre vient ägalement d'etre d6clar6 entre 
Sa Majest6 Britannique et l'Empereur d'Autriche, Roi de Hongrie ; 

Le Conseil des Ministres, r6uni le 13 aoüt 1914 sous la pr6sidence de 
S. E. le R6gent, döcide : 

Sont ötendues ä l'Autriche-Hongrie toutes les dispositions de la di5cision 
du Conseil en date du 5 aoüt 1914 sus-visäe, sous la modification suivante : 

Pour l'application aux navires marchands austro-hongrois des articles 
14 et 15 de la döcision du Conseil. la date du samedi 22 aoüt 1914 est 
Substitute ä celle du vendredi 14 aoüt 1914. Hiissein Rzichdi. 

Nr. DCCXXV. Acgyptische Verordnung vom 31. Aug. 1914 
betr. Postverkelir mit Deutschland und Oesterreich- 
Ungarn. (Aegyptisches , Journal Officiel": 2 Septembre 
1914. — Nr. 113. — Aeg. Rb. I, S. 67.)*) 

Ministry of Finance. 
Postal Administration. 

The despatch of registered correspondence to Austria and Germany is 
suspended until further notice. 

Registered correspondence for other countries is only accepted at the 
risk of the sender and the Post Office declines any responsibility in caso i>f 
loss arising from the present international Situation. 



■■) Anm. : Das .leg. RIi. gibt an zweiter Stelle den Te.vt französisch. 

Herausgeber. 



12 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCXWI. Aegypfische Verordnung; betr. das Mora- 
torium und «lie Verordnungen des Ministerrats vom 5. 
und I:J. Aug. 1014. (Aegyptisches „Journal Officiel": 
26 Octobre 1914. — Nr. 141. — Aeg. Kb. I, S. 135.) 

Interpretation de Certains Points ayant trait au D6cret ordon- 

nant le Moratorium en Matiiire Commerciale et aux D6cisions 

du Conseil des Ministres des 5 et 13 Aoüt 1914. 

Des doutes se sont 6lev6s sur rinterpr6tation de certains points ayant 
trait au D6cret ordonnant le Moratorium en matiere commerciale et aux 
drcisions du Conseil des Ministres des 5 et 13 aoüt 1914 tendant ä assurer 
la defense de l'Egypte dans la guerre actuelle. 

En vue de dissiper ces doates, le Conseil des Ministres a d^cide de 
donner les 6claircissements suivants: 

A-^t. 1. Les Compagnies d' Assurances peuvent-elles, en cas de 
ainistre. invoquer le henef.ce du Moratorium pour les polices emises 
apres sa Promulgation ou sont-elles tenues de payer dans les conditions 
normales Vindemnite fixee? 

L'article 4 du Decret du Moratorium r^pond que les polices d'assurances 
6mises apres sa Promulgation ne peuvent pas en b6n6ficier et qu'elles sont 
donc normalement payables dans les conditions stipul^es. 

Art. 2. Les Compagnies d' Assurances representees en Egypte 
pevoent-elles assurer des risques egyptiens appartenant ä des Societes 
qui ont leur siege en Allemagne ou en Autriche-Hongrie ? 

Les Compagnies d' Assurances en Egypte ne peuvent plus contracter 
d'aucune mani^re avec des Soci^t^s ayant leur siege en Allemagne ou en 
Autriche-Hongrie (article 3 de la Döcision du Conseil des Ministres concer- 
nant l'^tat de guerre). 

A'-t. 3. Le renouvellement d'un contrat d'assurances dej'ä existant 
peut-il etre considere comme une nouvelle affaire ? 

Le renouvellement d'un contrat d'assurances - incendie par une police 
nouvelle, souscrite apräs l'expiration d'une pr6cedente police, est certainement 
en droit une nouvelle affaire, encore bien qu'il sagisse du meme assurö, de 
la meme chose et de la meme Compagnie. 

Si, par contre, le renouvellement se produit automatiquement, par tacite 
reconduction en quelque Sorte, moyennant le simple paiement de la prime 
d'assurance et sans besoin d'un nouvel accord, il est difficile de ne pas ad- 
mettre que c'est la meme aSaire qui se continue. 

En matiere d'assurance-incendie la forme aurait donc une iniluence 
predominante sur le fond. 

II n'en serait pas de meme en matiere d'assurance sur la vie: alors 
quel que füt le mode de renouvellement, il faudrait admettre que, l'assure 
etant le meme et la Compagnie d'Assurance aussi, les conditions et risques 
du contrat d'assurance forment un tout indivisible comme la personne de 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 13 

l'individu dont la rie est assur^e, et que, par consöquent le renouvellement 
n^cessaire en vue du rösultat final ä obtenir ne serait pas une nouvelle affaire. 

Art. 4. Les Agences des Compagnies Allemandes et Austro-Hon- 
groises peuvent-elles continuer ä evnettre des poUces d'assuranees contre 
Vincendie en Egypte ? 

Les Agences des Compagnies Allemandes et Austro-Hongroises si6geaut 
en AUemagne et Autriche-Hongrie, y ayant donc leur domicile, ne peuvent 
plus 6mettre de polices d'assuranees quelconques en Egypte contre l'inccndie 
(toujours en vertu de l'article 3 de la D6cision du Conseil sus-vis6e). 

Art. 5. Une Compagnie d' Assurances d'une autre nationalite peut- 
elle accepter des co - assurances avec des Compagnies Allemandes oii 
Austro-Hongroises en Egypte ? 

Une compagnie d'Assurances d'une autre nationalite ne peut pas accepter 
en Egypte de co-assurance combin^e conjointe ou solidaire avec des Compag- 
nies ayant leur si^ge en AUemagne ou Autriche-Hongrie, mais eile peut 
s6par6ment et individuellement accepter une assurance partielle pour quelque 
chose qui est partiellement assur6, d'autre part, suivant contrats distincts 
et ind^pendants par de telles Compagnies. 

Art. 6. Une Com,pagnie d' Assurances d'une autre nationalite 
peut -eile reassurer une Com,pagnie Allemande ou Austro - Hongroise 
en Egypte P 

Une Compagnie d'Assurances d'une autre nationalite ne peut pas r6ab- 
surer une Compagnie ayant son siege en AUemagne au Autriche - Hongrie. 
puisque aux termes de l'article 3 pr6cite de la döcision du Co*'«;pi1 eile ne 
peut plus contracter avec une teile Compagnie en Egypte. 

Nr. DCCXXVII. Englische Proklamation des Belagerungs- 
zustandes in Aegypten vom 2. Nov. 1914. (Aegy p tisches 
„Journal Officiel": Suppl6mentaire du Lundi 2 Novem- 
bre 1914. — Nr. 146. — Aeg. Rb. I, S. 148.) 

Proclamation by the General Officer Commanding in Chief His 

Britannic Majesty's Forces in Egypt. 

Notice is hereby given that I have been directed by His Britannic 

Majesty's Government to assume military control of Egypt in order to secure 

its protection. The conutiy is therefore placed under Martial Laie from 

^^^^ '^***- J. G. Maxwell, Lieutenant-General, 

Commanding His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
Cairo, November 2, 1914. 

Proclamation de par le Gön^ral Commandant les Forces de Sa 
Majeste Britannique en Egypte. 
Je donne avis par ces pr^sents quo le Gouvernement de Sa Majest6 
Britannique m'a ordonnö de me charger du contröle milita've de l'Egypte 
afin d'en assurer la protection. 



14 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Le pays ä partir de ce jour d'hui est plac6 en Etat de Sifege. 

Le Caire, le 2 novembre 1914. 

(Sign6): J. G. Maxwell, Lieutenant-G6n6ral, 

Commandant les Forces de Sa Majest6 Britannique en Egypte. 

Nr. DCCXXVlll. Englische Proklamation vom 3. Nov. 1914 

betr. die Geltung des Kriegsrechtes in Aegypteu. (Aegyp- 
tisches „Journal Officiel": Suppl6mentaire du Lundi 
2 Novembre 1914. — Nr. 146. — Acg. Rb. I, S. 149.)*) 

Procia mation by the General Officer Commanding in Chief 
His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
I, Jährt Grenfell Maxwell, Lieutenant-General, Commanding His Bri- 
tannic Majesty's Forces in Egypt, entrusted with the appllcation of Martial 
Law, hereby give notice as follows : 

1. The powers to be exercised under my authority by the Military 
Authorities are intended to Supplement and not to supersede the Civil Ad- 
ministration, and all civil officials in the service of the Egyptian Government 
are hereby required to continue the punctual discharge of their respective duties. 

2. Private Citizens will best serve the common end by abstaining from 
all action of a nature to disturb the public peace, to stir up disaffection, or 
to aid the enemies of his Britannic Majesty and His Allies, and by confor- 
ming promptly and cheerfully to all orders given under my authority for the 
maintenance of public peace and good order ; and so long as they do so, 
they will be subject to uo interference from the Military Authorities. 

3. All requisitions of Services or of property which may be necessitated 
by military exigencies will be the subject of füll compensation, to be assessed, 
in default of agreement, by an independant authority. 

J. G. Maxtvell, Lieutenant-General, 
Commanding His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
Cairo, November 2, 1914. 

Nr. DCCXXIX. Kriegserklärung an die Türkei durch den Ober- 
befehlshaber der englischen Streitkräfte in Aegypten. 

(Aegyptisches „Journal Officiel": Supplömentaire du 
Samedi 7 Novembre 1914. — Nr. 148. — Aeg. Rb. I, S. 154.)**) 

Proklamation by the Gener al Officer Commanding in Chief 
His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
I, John Grenfell Maxwell, Lieutenant-General, Commanding His Bri- 
tannic Majesty's Forces in Egypt, am instructed to announce that as from 



*) Anm. : Das Aeg. Rb. gibt an zweiter Stelle den Text auch fran- 
zösisch. — Herausgeber. 

**) Anm.: Das Aeg. Rb. gibt an zweiter Stelle einen französischen 
Text als „Traduction". — Herausgeber, 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 15 

the fifth day of November 1914, a State of war exists between Great Britain 
and Turkey. 

Although from the outset of the war between His Majesty and the 
Emperors of Germany and Austria, the Ottoman Government, under the in- 
fluen.ce of His Majesty's enemies, have repeatedly violated the rights secured 
to His Majesty by international law and by treaty, His Majestys Govern- 
ment have scrupulously abstained from any retaliatory action until compelled 
thereto, not only by military preparations in Syria which can only be directed 
against Egypt, but by the violation of the Egyptian frontier by armed bands 
and by an open and unprovoked attack by the Ottoman Naval Forces, under 
German officers, upon the territories of one of His Majesty's Allies. 

Great Britain is now fighting both to protect the rights and liberties of 
Egypt, which were originally won upon the battlefield by Mehemet Ali, and 
to secure to her the continuance of the peace and prosperity which she has 
enjoyed during the thirty years of the British Occupation. 

Recognizing the respect and veneration with which the Sultan, in his 
religions capacity, is regarded by the Mohammedans of Egypt. Great Britain 
takes upon Herself the sole bürden of the present war, without calling upon 
the Egyptian people for aid therein : but She expects and requires, in retum. 
that the population shall refrain from any action of a nature to hamper Her 
military Operations or to render aid to the enemy. 

Cairo, November 6, 1914. 

J. Cr. Maxwell, Lieutenant-General, 
Commanding His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
God save the King! 

Nr. DCCXXX. Korrespondenz zwischen dem englischen 
Geschäftsträger nnd dem Präsidenten des Ministerrats 
vom 7. Nov. 1914. (Aegyptisches , Journal Officiel'': 
Supplömentaire du Samedi 7 Novembre 1914. — Nr. 148. 
— Aeg. Rh. I, S. 157.) 

Correspondence 6chang6e entre le Garant de l'Agence Diplo- 
matique de Sa Majestö Britannique en Egypte et Son Excellence 
le President du Conseil des Ministres. British Agency. 

November 7, 1914---). Cairo. 

Monsieur le Ministre, 

I have the honour to transmit to you herewith copy of a Proclamation 
which has been promulgated by the General Officer commanding the British 
Forces in Egypt. 

You will see from this Proclamation that the General Officer Comman- 
ding takes entire responsibility, during the continuance of hostilities, for all mili- 



"') Anm.: Das Aeg. Rh. gibt an zweiter Stelle einen französischen 
Text als „Traduction". — Herausgeber. 



Iß C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

tary measures necessary for the defence of Egypt, as well as for all measures 
relating to this defence, while the Egyptian Ministers retain the direction of 
the purely civil Services of their respective Departments. 

I avail myself of this opportunity to renew to Your Excellency the 
assurance of my high consideration. ^.^^^ Cheetham. 

His Excellency Hussein Ruclidi Pasha, 
President of the Council of Ministers. 

Le Caire, le 7 Novembre 1914. 
Monsieur le Garant. 
J'ai pris connaissance de la nouvelle Proclamation du G6n6ral Comman- 
dant en Chef des Forces Britanniques en Egypte que vous venez de me 
transmettre. 

Vu l'absence de Son Altesse le Kh6dive dont nous tenons notre mandat, 
j'ai l'bonneur de vous faire connaitre que nous continuerons, mes collägues 
et moi, ä assurer les Services civils de nos däpartements respectifs, afin de 
ne pas interrompre, au d6triment de la population, la vie administrative 
du pays. Veuillez agr^er, Monsieur le Garant, l'assurauce de ma haute 

consideration. ^e President du Conseil des Min^strcs, 

H. Ruclidi. 
Monsieur Milne Cheetham, C.M.G., 
Garant l'Agence Diplomatique de la Grande-Bretagne en Egjpte. 

Np. DCCXXXI. Aegyptische Proklamation vom 7. Nov. 1914 
betr. Ausdehnung der Verordnung des Ministerrats vom 
5. Aug. 1914 auf die Türkei. (Aegyptisches „Journal 
Officiel": Supplömentaire du Samedi 7 Novembre 1914. 
— Nr. 149. — Aeg. Rb. I, S. 159.)*) 

Proclamation by the General Officer Commanding in Chief His 
Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
I, John Grenfell Maxwell, in exercise of the powers vested in me 
as Lieutenant-General Commanding His Majesty's Forces in Egypt, 
Hereby order as follows : 

In view of the State of war existing between Great Britain and Turkey, 
all the provisions of the Decision of the Egyptian Council of Ministers dated 
August 5, 1914, and issued upon the occasion of the outbreak of war between 
His Majesty and the German Emperor, shall apply to the Ottoman Empire, 
save only that Ottoman merchant ships being in or entering Egyptian ports 
shall not be given any days of grace in which to depart therefrom. 

God save the King ! 
Cairo, November 7, 1914. 

J. G. Maxwell, Lieutenant- General, 
Commanding His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 

*) A n m. : Das Aeg. Rb. gibt an zweiter Stelle einen französischen 
Text als „Traduction". — Herausgeber. 



a) Vorgänge hinsichtlich Äegyptens. 17 

IVr. DCCXXXII. Englische Proklamation des Protektorates 
über Aegypten vom 18. Dez. 1914.1) (Aegyptisches :,Jour- 
nal Officiel": Ex tr aor dinair e du Vendredi, 18 D6cembre 
1914. — Nr. 170. — Aeg. Rb. I, S. 189.) ^J 

Pr ocl amation. 
His Britannic Majesty's Secretary of State for Foreign Affairs gives 

notice that, in view of the State of war arising out of the action of Turkey, 

Egypt ist placed under the Protection of his Majesty and will henceforth 

constitute a British Protectorate. 

The Suzerainty of Turkey over Egypt is thus terminated, and His 

Majesty's Government will adopt all measures necessary for the defence of 

Egypt, and protect its inhabitants and interests. 
Cairo, December 18, 1914 

Nr. DCCXXXIII. Englische Proklamation vom 19. Dez. 1914 
über die Absetzung des Khediven und die Ernennung 
des Prinzen Hussein Kamil zum Khediven mit dem 
Titel „Sultan von Aegypten'*.'') (Aegyptisches „Journal 
Officiel": Extraordinaire du Samedi 19 D6cembre 1914. 
— Nr. 171. — Aeg. Rb. I, S. 190.) 

His Britannic Majesty's Secretary of State for Foreign Affairs gives 
notice that, in view of the action of His Highness Abbas Ellmi Pasha, 
lately Khedive of Egypt, who has adhered to the King's enemies, His Majesty's 
Government have seen fit to depose him from the Khediviate, and that high 
dignity has been offered, with the title of Sultan of Egypt, to His Highness 
Prince Hussein Kamel Pasha, eldest living Prince of the family of Mo- 
hammed Ali, and has been accepted by Him. 
Cairo, December 19, 1914. 

i)Anm.: In der „London Gazette" vom 18. Dezember 1914, 
Nr. 29011, S. 10803 ist folgende „notice" gegeben: 

His Britannic Majesty's Principal Secretary of State for Foreign 
Affairs gives notice that, in view of the State of war arising out of the 
action of Turkey, Egypt is placed under the protection of His Majesty 
and will henceforth constitute a British Protectorate. 

The suzerainty of Turkey over Egypt is thus terminated, and 
His Majesty's Government will adopt all measures necessary for the 
defence of Egypt and the protection of its inhabitants and interests. 

December 18 th, 1914. Herausgeber. 

2) Anm.: Das Aeg. Rb. gibt an zweiter Stelle einen französischen 
Text als „Traduction". — Herausgeber. 

^) Anm.: In der , London Gazette* vom 22. Dezember 1914, 
Nr. 29 015, S. 10 911 ist folgende „notice" gegeben: 

In view of the action of His Highness Abbas Hilini Pasha, 
lately Khedive of Egypt, who has adhered to the King's enomios. His 
Majesty's Government have seen fit to depose him from tho Khediviate. 
and that high dignity has been offered, with the title of Sultan of 
Egypt, to His Highness Prince Hussein Kamel Pasha, eldtst living 
Prince of the famility of Mahomet Ali, and has been accepted by Him. 

December 19th, 1914. Herausgeber. 

Jahrbuch des Völlten-echt«. Tl. 2 



18 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. I>€CXXXIV. Note der englischen Regierung an den 
Prinzen IluNsein Kaniil Pascha betr. das engliMclie 
Protektorat über Aegypten und die Einsetzung des 
Prinzen zum Khediven mit dem Titel „Sultan von 
Aegypten". (Aegyptisches , Journal Offiziel": Extra- 
ordinaire du Samedi 19 D6cembre 1914. — Nr. 172. — Aeg. 
Rb, I, S. 191.)*) 

Copie de la Communication transmise ä Sa Hautesse le Sultan 
de la part du Gouvernement Britannique. 

To His Highness Prince Hussein Kamil Pasha. 

Your Highness, 

I am instructed by His Majesty's Principal Secretary of State for 
Foreign Affairs to bring to the notice of Your Highness the circumstances 
preceding the outbreak of war between His Britannic Majesty and the Sultan 
of Turkey and the changes which that war entails in the Statuts of Egypt. 

In the Ottoman Cabinet there were two parties : On the one side was" a 
moderate party, mindful of the sympathy extended by Great Britain to every 
effort towards reform in Turkey, who recognized that in the war in which His 
Majesty was already engaged no Turkish interests were concerned, and wel- 
comed the assurances of His Majesty and his Allies that neither in Egypt nor 
elsewhere would the war be used as a pretext for any action injurious to Ottoman 
interests. On the other side: a band of unscrupulous military adventurers 
looked to find in a war of aggression waged in concert with His Majesty's 
enemies, the means of retrieving the disasters, military, financial. and economic, 
into which they had already plunged their country. Hoping to the last that 
wiser counsels might prevail, His Majesty and his Allies, in spite of repeated 
violations of their rights, abstained from retaliatory action until compelled 
thereto by the crossing of the Egyptian frontier by armed bands, and by 
the unprovoked attacks on Russian open ports by the Turkish naval forces 
under German officers. 

His Majesty's Government are in possession of ample evidence that 
ever since the outbreak of war with Germany His Highness Abbas Hilmi 
Pasha, late Khedive of Egypt, has definitely thrown in his lot with His 
Majesty,s enemies. 

From the facts above set out it results that the rights over Egypt, 
whether of the Sultan or of the late Khedive are forfeit to His Majesty. 

His Majesty's Government have already, through the General Officer 
Commanding His Majesty's Forces in Egypt, accepted exclusive responsibility 
for the defence of Egypt in the present war. It remains to lay down 
the form of the future Government of the country freed, as I have stated, 



*) Anm.: Das Aeg. Rb. gibt an zweiter Stelle einen französischen 
Text als ,Traduction". — Herausgeber. 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 19 

from all rights of suzerainty or other rights herstofore claimed hy the 
Ottoman Government. 

Of the rigths thus accruing to His Majesty, no less than of those 
exercised in Egypt daring the last thirty years of reform, His Majesty's 
Government regard themselves as trustees for the inhabitants of Egypt. 
And His Majesty's Government have decided that Great Britain can best 
fulfil the responsibilities she has incurred towards Egypt by the formal 
declaration of a British Protectorate and by the government of the country 
under such Protectorate by a Prince of the Khedivial Family. 

In these circumstances I am instracted by His Majesty's Government 
to inform Your Highness that by reason ot your age and experience you 
have been chosen as the Prince of the family of Mehemet Aly most worthy 
to occupy the Khedivial position, with the title and style of the Sultan 
of Egypt; and in inviting Your Highness to accept the responsibilities of 
Your high office, I am to give you the formal assurance that Great Britain 
accepts the füllest responsibility for the defence of the territories under 
Your Highness against all aggression whencesoever coming. And His 
Majesty's GQvernment authorize me to declare that, after the establishment 
of the British Protectorate now announced, all Egyptain subjects, wherever 
they may be, will be ehtitled to receive the protection of His Majesty's 
Government. 

With the Ottoman suzerainty there will disappear the restrictions 
heretofore placed by the Ottoman firmans upon the numbers and Organi- 
zation of Your Highness's Army and upon the grant by Your Highness of 
honorific distinctions. 

As regards foreign relations, His Majesty's Government deem it most 
consistent with the new responsibilities assumed by Great Britain that 
the relations between Your Highness's Government and the Representatives 
of Foreign Powers should be henceforth conducted through His Majesty's 
Representative in Gairo. 

His Majesty's Government have repeatedly placed on record that the 
System of Treaties known as the Capitulations, by wich Your Higness's 
Government is bound, are no longer in harmony with the development of 
the country; but in the opinion of His Majesty's Government the revision 
of those Treaties may most conveniently be postponed until the end of the 
present war. 

In the field of internal administration I am to remind Your Highness 
that, in consonance with the traditions of British Policv, it has been the 
aim of His Majesty's Government, whil working through, and in tho closfst 
association wjth, the constituted Egyptian authorities, to secure individual 
liberty, to promote the spread of education, to further the development of 
the natural resources of the country, and in such measure as the degree of 
enlightenment of public opinion may permit, to associate the governed in 
the task of Government. Not only is it the intention of His Majesty's 

2* 



20 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Government to remain faithful to such policy, but they are convinved that 
the clearer definition of Great Britain's position in the country will accelerate 
progsess towards selfgovernment. 

The religious convictions of Egyptian subjects will be scrupulously 
respected, as are tbose of Ilis Majesty's Ge own subjects, whatever their 
crecd ; nor need I affirm to Your Highness that in declaring Egypt free from 
any duty of obedience to those who haye usurped political power at Constan- 
tinople Eis Majesty's Government are animated by no hostility towards the 
Khaliphate. The past history of Egypt shows indeed that the loyatly of 
Egyptian Mahomedans towards the Khaliphate is independent of any political 
bonds between Egypt and Constantinople. 

The strengthening and progress of Mahomedan institutions in Egypt is 
naturally a matter in which Eis Majesty's Government take a deepe 
interest and with which Your Eighness will be specially concerned, and, in 
carrying out such reforms as may be considered necessary, Your Eighness 
macount upon the sympathetic support of Eis Majesty's Government. 

I am to add that Eis Majesty's Government rely with confidence upon 
the toyalty, the good sense, and self-restraint of Egyptian subjects to facilitate 
the task of the General Officer Commanding Eis Majesty's Forces, who is 
entrusted with the maintenance of internal order, and with the prevention 
of the rendering of aid to the enemy. 

I avail myself of this opportunity to present to Your Eighness the 
assurance of my highest respect. 

Milne Cheetham. 

December 19, 1914. 

Nr. DCCXXXV. Reskript des Sultans von Aegypten an 
Hussein Ruchdi Pascha Tom 19. Dez. 1914 und dessen 
Ernennung zum Ministerpräsidenten und Antwort 
Hussein Ruchdi Paschas. (Aegyptisches „Journal Offi- 
ciel": Extraordinaire du Samedi 19 Döcembre 1914. — 
Nr. 17 2. — Aeg. Rh. I, S. 199.;) 

Rescrit Sultanien adress6 ä S. E. Hussein Ruchdi Pädia en 
date du 2 Safar 1333 (19 Däcembre 1914). 
Mon eher Ruchdi Pacha, 

Les röcents 6v6uements politiques ont amenä l'^tablissement par la 
Grande-Bretagne' de son protectorat sur l'Egypte ainsi que la vacance du 
tröue kh6divial. 

Par la comunication dont Nous vous transmettons copie pour etre porte6 
ä la connaissance du peuple ^gyptien, le Gouvernement de Sa Majest6 Bri- 
tannique a fait appel, dans cette circonstance, ä Notre d6vouement pour Notre 
pays afui que nous prenions le Kh^divat d'Egypte avec le titre de Sultan, 
le Sultanat devant, d'ailleurs, etre h6r6ditaire dans la famille Mohammad 
Ali, suivant un ordre de succession ä etablir. 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 21 

Aprös une vie consacr6e au Service du pays, Nous pouvions aspirer au 
repos; Nous considörons nöaumoins comme un devoir, dans 1» Situation par- 
ticuliferement d^licate que les 6v6nements actuels ont cr66e ä l'Egypte, d'as- 
sumer cette lourde charge et, fid^le ä Notre passö, de coütinaer ä mettre 
Nos forces au Service de le Patrie. 

Nous le devons ä l'Egypte et ä Notre glorieux aucetre le Grand Mo- 
hammad AU dont nous voulous perpötuer la dynastie. 

Dans Notre solicitude pour les int6r§ts du pays, Nous veillerons toujours 
ä assurer le bien-6tre moral et matörial de ses habitants par la continuatioQ 
du Programme de röformes döjä entamö. Notre Gouvernement aura donc 
pour constante pröoccupation la diffusion et le perfectionnement de l'enseigne- 
ment ä tous ses degr6s, l'administration d'une brune justice et son Organi- 
sation dans une direction plus approprieö aux conditions actuelles du pays; 
il accorder a le soin le plus vigilant aux questions interessant la transquillit6 
et la s6avrit6 des habitants, et donnera, une nouvelle impulsion au döveloppe- 
ment 6conomique de l'Egypte. 

En ci qui concerne les institutions repräsentatives, Nous avons ä coeur 
d'associer de plus en plus les gouvernäs au gouvernement du pays. 

Dans la r6alisation de ce Programme, Nous avons l'assurance de trouver 
aupr^s du Gouvernement de Sa Majest6 Britannique l'appui le plus sympa- 
thique et Nous sommes convaincu que la d^finition la plus pr^cise de la 
Situation de la Grande-Bretagne en Egypte, en dissipant toutes causes de 
maleutendu, facilitera la collaboration, en vue d'un but commun, de tous les 
6l6ments politiques du pays. 

Pour la täche qui Nous attend, Nous Comptous sur l'aide loyale de 
tout Notre peuple. 

Connaissant votre exp^rience et vos hautes qualit6s, Nous faisons appel 
ä votre patriotisme pour vous demander votre concours dans raccomplisse- 
ment de cette täche. Nous vous appelons en cons6quence ä la Pr^sidence 
de Notre Conseil des Ministres et nous vous invitons ä former le Cabinet et 
ä soumettre ä Notre haute approbation les noms des coUaborateurs que vous 
croirez devoir Nous proposer. 

Nous prions le Tout-puissant de b6nir nos efforts dans cette oeuvre 
patriotique. 

(Traduction.) Hussein Kamil. 

R6ponse de S. E. Hussein Ruchdi Pasha. 
Hautesse, 
Je remercie Votre Hautesse du grand honneur qu'Elle daigne me faire 
en me confiant par le Rescrit qu'Elle vient de m'adresstr la mission de 
former le Cabinet. 

Aucien mandataire du pr6c6dent Souverain, mais 6gyptieu avant tout, 
j'ai consid6r6 qu'il est de mon devoir d'6gyptien d'essayer, sous les auspices 
de Votre Hautesse, d'ötre utile ä mon pays, et Tintöröt sup6rieur de la Patrie, 
qui m'a toujours guid6, l'a remport6 sur les consid^rations personiielles. 



22 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

J'accepte douc la mission que Votrc liautesse a daign6 me confier. Mus 
par les mCmes sentiments que moi, mes anciens coUaborateurs, actuellement 
en Egypte, sont disposös k me continuer leur concours. 

J'ai en cons6quence l'honneur de soumettre ä, la haute approbation de 
Votre Hautesse le projet de d6cret ci-joint constituant le nouveau Mrnistere. 
Je suis avec le plus profond respect, de Votre Hautesse, le tr^s humble, 
tri^s ob^issant et tres d6vou6 serviteur, 

Hussein Buchdi. 
Le Caire, le 2 Safar 1333 (19 d6cembre 1914). 
(Traduction.) 



Nr. DCCXXXVI. Dekret des Sultans von Aegypten Tom 
19. Dez. 1914 betr. die Einsetzung des Ministeriums. 

(Aegyptisches „Journal Officiel": Extraordinaire du 
Samedi 19 D6cembre 1914. — Nr. 1^2. — Aeg. Rb. I, S. 202.) 

D6cret constituant le Ministere. 
Nous, Sultan d'Egypte, 
Vu le Rescrit du 21 septembre 1879; Vu Notre Rescrit en date de 
ce jour; Sur la proposition du President de Notre Conseil des Ministres; 

D6cr6tons: 
Art. 1. Sout nomm^s : 
Hussein Ruchdi Pacha, Ministre de l'Intörieur; 
Ismail Sirry Pacha, Ministre des Travaux Publics, de la Guerre et de la 

Marine ; 
Almed Heltni Pacha, Ministre de l'Agriculture ; 
Youssouf Wahba Pacha, Ministre des Finances; 
Adly Yeghen Pacha, Ministre de l'Instruction Publique; 
Abdel Khalek Saroit Pacha, Ministre de la Justice ; 
Ismail Sedlny Pacha, Ministre des Wakfs. 

Art. 2. Le President de Notre Conseil des Ministres est charg6 de 
l'ex^cution du präsent d^cret. 

Fait au Caire, le 2 Safar 1333 (19 d6cembre 1914). 

Hussein Kamil. 
Par le Sultan : 
Le Pr^sidtent du Conseil des Ministres. 
(Traduction.) Hussein Buchdi. 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 23 

Nr. DCCXXXVII. Englische Proklamation vom 35. Jan. 1915 
betr. Handel mit Perisonen in feindlichem Gebiet. 

(Aegyptisches „Journal Officiel"; Extraordinaire du 
Lundi 25 Janvier 1915. — Nr. 12. — Aeg. Rh. I, S. 224.)*) 

Proclamation by the General Officer Commanding in Chief His 
Britannic Majesty's Forces in Egypt. 

Where as by a Decision of the Egyptian Council of Ministers, dated 
August 5, 1914, certain restrictions were placed upon trading with persons 
resident in German territory; 

And Where as by a subsequent Decision of the said Council, dated 
August 13, 1914, the application of the above-mentioned Decision was 
extended to Austro-Hungarian territory, and by a Proclamation dated 
November 7, 1914, it was further extended to Ottoman territory; 

And Where as persons violating the provisions of the said Decisions 
and Proclamation are by reason of the declaration of martial law liable to 
be dealt with under martial law and it is therefore expedient that the effect 
of such provisions should be more precisely defined; 

And Where as it is likewise expedient that further measures should 
be taken for better securing the objects aimed at by the said Decisions and 
Proclamation ; 

N w I, John Grenfell Maxivell, in exercise of the powers with which 
I am invested as General Officer Commanding in Chief His Britannic Majesty's 
Forces in Egypt. 

Hereby Order As Follows: 

1. For the purposes of the present Proclamation, 

a) The term „person" includes companies, partnerships and associations 
of persons, corporate or unincorporate ; 

b) The term „enemy territory* includes all German, Austro-Hungarian 
and Ottoman territories ; 

c) The term „the commencement of the war" means the fifth day of 
August, 1914, as regards persons resident in German territory ; the 
twelfth day of August, 1914, as regards persons resident in Austro- 
Hungarian territory ; and the fourth day of November 1914 as regards 
persons resident in Ottoman territory. 

2. For the purposes of the present Proclamation, as also for those of 
the above recited Decisions and Proclamation, 

a) Provisions as to persons resident in enemy territory shall apply 
to persons there temporarily resident or therc carrying on busiuess; 

b) Companies or business firms the head offices of which are situate 
elsewhere than in enemy territory shall not be deemed to be resident 



*) Anm.: Hier ist an zweiter Stelle ein französischer Text als .Tra- 
duction" gegeben. — Herausgeber. 



24 C. Eintritt weiterer .Staaten in den Krieg. 

in enemy territory by reason of the sole fact that they liave 
branches therein situatu, save so far as regards transacLions 
connected with such branches. 

3. The Prohibition against entering lato contracts with persona resident 
in enemy territory, contained in the Deeision of the Council of Ministers of 
August 5, 1914, shall apply to contracts entered into with third parties for 
the benefit of persons so resident. 

4. As regards companies and business firms having their head offices 
in enemy territory but having branches in Egypt, it shall be lawful, 
notwithstanding the prohibition contained in the Deeision of the Council of 
Ministers of August 5, 1914, to enter into contracts with the said branches, 
provided that such contracts, can be carried into effect without any participation 
therein of the head office or of any brauch situate in enemy or in neutral 
territory. 

o. No payment of any kind shall, during the continuance of the war, 
be made for the benefit of any person resident in enemy territory. 

Provided that this Article shall not apply to payments made to branch 
houses in Egypt in respect of contracts which, whether made before or after 
the commencement of the war, satisfy the conditions mentioned in the last 
preceding Article. 

Provided also that this Article shall not apply to the deposit with a 
bank carrying in business on Egypt of sums due to any person resident in 
enemy territory, if the bank gives an undertaking not to pay the said sums 
to such person during the continuance of the war nor to apply the same 
for his benefit otherwise than in the discharge of bis current liabilities in 
Egypt. 

6. As regards sums payable in respect of dividends or interest upon 
bearer securities, the person entrusted with the payment thereof shall incur 
no liability in respect of such payment if he shall take from the person 
receioing the same a written declaration that the securities in respect of 
which such payment is made are not the property of a person resident in 
enemy territory and that to the best of his knowledge and belief they 
have not been the property of any such person since the commencement of 
the war. 

7. No person who is resident in enemy territory shall dui-ing the 
continuance of the war be competent to commence any civil or commercial 
suit before any Court in Egypt nor to persecute any suit already begun. 

The like provision shall apply to all persons acting as agents for persons 
so resident or as assignees under an assignment made by any such person 
since the commencement of the war. 

8. The General Officer Commanding in Chief may appoint or cause to be 
appointed Controllers who shall be entrusted with the supervision of the 
working of branches in Egypt of companies or business firms the head offlces 
of which are situate in enemy territory. 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 25 

In any such case the approvel hy the Controller of any contract entered 
into with the branch or of any payment made to it shall be a complete 
protection to all persons concerned in such contract or payment. 

9. The General Offleer Commanding in Chief may in like manner appoint 
or cause to be appointed receivers of all or any part of the property in 
Egypt of any person who is resident in enemy territory, and shall in 
such case give Instructions as to the powers to be exercised by the receiver. 

Every receiver shall have such powers as shall be prescribed in his 
Instructions for managing the property entrusted to him. He shall, in particular, 
have power, subject to the terms of his Instructions, to take and defend legal 
proceedings, to get in debts and give receipts, to grant leases and to enter 
into compromises, without it being open to any person to plead, as against 
him, that any of such acts is forbidden by this Proclamation or by the 
Decision of the Council of Ministers of August 5, 1914. 

10. The provisions of either of the two articles last preceding may be 
applied in the case of any Company or business firm as to which the General 
Offleer Commanding in Chief shall be of opinon that such action is called 
for by reason of the enemy character of a preponderating number of the 
shareholders or partners, notwithstanding that the liead offlce of the Company 
or business firm may be situate elsewhere thau in enemy territory or even 
that is situate in Egypt. 

11 The General Offleer Commanding in Chief may, for good and 
sufficient reason, and upon the request of any person whose interests are 
involved, grant or cause to be granted licences to do any act forbidden by 
this Proclamation or by the Decision of the Council of Ministers of 
August 5, 1914. 

12. The provisions of this Proclamation and of the Decision of the 
Council of Ministers of August ö, 1914, shall be deemed to relate to matters of 
public policy, and all Courts in Eg^pt shall give efiect thereto, whether or 
not they are pleaded by the partics. 

J. Gr. Maxicell, Lieutenant-General. 
Commanding in Chief His Britannic Majesty's Forces in Epypt. 
God save the King! 

Np. DCCXXXVIII. Englische Proklamation vom 16. Aus. 1915 
betr. Handelsverkehr mit feindlichen Personen in 
Aegypten. (Aegyp tische» „Journal ff iciel": 16 AoiH 1915. 
— Nr. 78 (Supplement). — Aeg. Rb. II, S. 329.)*) 

Proclamation by the General Officer Commanding in Chief 
His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
Whereas it is expedient that raeasures should be taken for the better 
control of trading in Egypt by or on behalf of persons of enemy nationality ; 

*) Anm.: Hier ist an zweiter Stelle ein französischer Text als ,Tra- 
duction " gegeben . — Herausgeber. 



26 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Now I, John Grenfell Maxuell, in exercise of the powers with which 
I am invested as General OfHcer Commanding in Chief His Britannic Majesty's 
Forces in Egypt; 

Hereby Order as Follows: 

1. For the purposes of this Proclamation, 

1. The term ^persons of enemy nationality" includes: 

a) Individuais who are German or Austrian subjects ; 

b) Firms one of whose partners is or was immediately before 
the commencement of the war a German or Austrian subject 
or resident or carrying on business in enemy territory; 

c) Companies in which one-third or more of the ißsued share 
capital or of the directorate is or was immediately before the 
commencement of the war held by or on behalf of or composed 
of German or Austrian subjects or persons resident or carrying 
on business in enemy territory; 

d) Branches carrying on business in Egypt of firms or companies 
falling under b) and c) of this article. 

2. The term „commencement of the war" has the meaning given 
to it by the Proclamation of the General Offleer Commanding in 
Chief of the 25th day of January 1915. 

2. Persons of enemy nationality are forbidden during the continuance 
of the war to carry on business in Egypt except under a licence given under 
the authority of the General Offleer Commanding in Chief and in accordance 
with the terms of such licence. 

The like prohibition shall apply to agents for persons of enemy 
nationality, so far as concerns business done or to be done on behalf of any 
such persons. 

Provided that, where a person of enemy nationality or his agent shall, 
on or before the flrst day of September 1915, have made application for a 
licence in accordance with the terms of Article 6 of the present Proclamation, 
the prohibition contained in the present article shall not apply unless and 
until the licence applied for has been refused and the refusal has beeu 
published in the Journal Offlciel of the Egyptian Government. 

3. The granting and refusal of licences and the conditions of licences 
granted shall be within the absolute discretion of the General Officer Comman- 
ding in Chief or such Officer or Offlcers as he may appoint for that purpose, 
all of whom shall further have füll discretion at any time to alter or revoke 
any such licence. 

Any licence may, in particular, be granted only for the purpose of 
liquidating the business to which the same relates. 

4. The refusal or revocation of licences shall be notified by publication 
in the Journal Officiel of the Egyptian Government. 

In case of revocation the licence shall be forthwith returned to the 
Licensing Offleer. 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 27 

5. As from a date to be hereafter notified, the provisions of the 
Decision of the Egyptian Council of Ministers of August 5, 1914, and of 
the Proclamation of January 25, 1915, applicable to persons resident in enemv 
territory, shall apply to persons of enemy nationality and agents for such 
persons, who are not in possession of such licence äs is required by this 
Proclamation, and any person knowingly contravening the said proyisions so 
applied shall be liable to be dealt with under Martial Law. 

6. Applications for licences must be made by registered letter to the 
Licensing Officer, Ministry of Finance, Cairo. They must be accompanied 
by a signed declaration in the form annexed to the present Proclamation. 

7. Any person carrying on business in contravention of the terms of 
this Proclamation, and any person knowingly making a false Statement in 
Support of an application for a licence will be liable to be dealt with under 
Martial Law. 

August, 16, 1915. 

J. Gr. Maxwell, Lieutenant-General, 
Commanding in Chief His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
God save the King! 

Nr. DCCXXXIX. Bekanntgabe des Kriegszu»»tande$« zn-iiiichen 
Großbritannien und Bulgarien vom 16. Okt. 1915. (Aegyp- 
tisches „Journal Officiel": Extraor dinaire du Dimanche 
17 Octobre 1915. — Nr. 98. — Aeg. Rb. II, S. 372.)*) 

Proclamation by the General Officer Commanding in Chief 
His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
I, John Grenfell, Maxwell, Lieutenant-General, Commanding in Chief 
His Britannic Majesty's Forces in Egypt, am instructed to announce that as 
from the fifteenth day of October 1915, a State of war exists between Great 
Britain and Bulgaria. 

Cairo, October 16, 1915. 

J. G. Maxwell, Lieutenant-General, 
Commanding in Chief His Britannic Majesty's Forces in Egypt. 
God save the King! 

Nr. DCCXL.. Englische Proklamation vom 16. Okt. 191.5 
betr. Ausdehnung der Verordnungen des Ministerrats 
vom 5. Aug. 1915 und der I'roklaniationen vom 2.5. Jan. 
und 16. Aug. 1915 auf Bulgarien. (Aegyptisches „Jour- 
nal Officiel": Extraor dinaire du Dimanche 17 Oktobre 
1915. — Nr. 98. — Aeg. Rb. II, S. 373.)*) 



*) Anm. : Hier ist an zweiter Stelle ein französischer Text als ,Tra- 
duction" gegeben. — Herausgeber. 



28 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Proclamation by the General Officer Commanding in Chief 
Hig Britannic Majcsty's Forces in Egypt. 
I, John Grenfell Maxwell, in exercise of the powers with which I am 
invested as General Officer Commanding in Chief His Britannic Majesty's 
Forces in Egypt ; 

Hereby Order as Follows: 

1. In view of the State of war existing between Great Britain aud 
Balgaria, all the provisions of the Decision of the Egyptian Council of 
Ministers dated August 5, 1914, and issued upon the occasion of the outbreak 
of war between His Majesty and the German Emperor, shall, as modified 
and extended by the Proclamation of the General Officer Commanding in 
Chief His Britannic Majesty's Forces in Egypt of January 25, 1915, apply to 
Bulgaria, save only that Bulgarian merchant ships being in or entering 
Egyptian ports shall not begiven any days of grace in which to depart 
therefrom. 

As regards persons resident in Bulgarian territory, the term .,the 
commencement of the war" shall, for the purposes of the ahove mentioned 
Proclamation, be interpreted to mean the flfteenth day of October 1915. 

2. The Proclamation of the General Officer Commanding in Chief 
His Britannic Majesty's Forces in Egypt, of August 16, 1915, prescribing 
measures for the better control of trading in Egypt by or on behalf of 
persons of enemy nationality shall take effect as if, in Article 1 thereof, 
whenever German or Austrian subjects are mentioned, Bulgarian subjects 
had also been mentioned. 

Provided that as regards persons, companies or firms who, by reason 
of the Provision above contained or by reason of the fact that Bulgarian 
territory has become enemy territory, are forbidden to carry on business in 
Egypt except under the authority of the General Officer Commanding in Chief, 
the first day of November 1915 is hereby substituted for the first day of 
September 1915 as the latest date for making application for such license. 
Cairo, October 16, 1915. 

J. G. Maxwell, Lieutenant- General, 
Commanding in Chief His Britannic Majest'ys Forces in Egypt. 
God save the King! 



a) Vorgänge hinsichtlich Aegyptens. 29 

2. Türkische Kundgebungen. 

Sfr. DCCXIil. Fetwas des SchaicbuI'Islam gegen Zaid den 

Rebellen (Husain Kamil), vom Dez. 1914.*) (Aus .die Welt 

des Islams", Zeitschrift der deutschen Gesellschaft für 

Islamkunde, hrsgeg. t. Prof. Dr. G. Kampffmeyer, Bd. III 

Heft 2, S. 129.) 

N r. 1. Wenn der Muslim Zaid sich mit der gegen das islamische Kalifat 
kriegführenden englischen Regierung verbündet und unternimmt, das Ejalet 
Aegypten, welches einen Teil der Länder des osmanischen Reiches bildet, aus 
dem Staatsgebiet des islamischen Kalifats zu lösen und in die Reihe der 
Länder Englands überzuführen, und unter dem Schutze der erwähnten Re- 
gierung sich als Sultan geberdet — hat er dann schmählichen Verrat geübt 
an dem Gewaltigen und Erhabenen Gott, seinem großen Gesandten und der 
Gemeine der Muslime? 

Antwort : Ja. 

Nr. 2. Wenn Zaid in dieser Weise rebellisch ist und sich nicht ab- 
kehrt von der von ihm begonnenen Unternehmung, der Einhalt zu tun Pflicht 
ist und sich weigert, dem Kalifen der Muslime Gehorsam zu leisten — ist dann, 
in Gemäßheit des Erhabenen Textes (Kor. 49, 9): „(Und, wenn eine von diesen 
beiden Gruppen gegen die andre sich auflehnt), so bekämpfet diejenige, die 
sich auflehnt, bis sie zurückkehrt zum Befehle Gottes", seine Bekämpfung 
eine Pflicht für die Masse der Muslime? 

Antwort: Ja. 

N r. 3. Hat unter solchen Umständen Zaid die schwerste Strafe ver- 
wirkt, die Vergeltung ist für dieses sein schmähliches Verhalten und seine 
aufrührerischen Handlungen, ja, sogar den Tod? 

Antwort : Ja. 

Geschrieben von dem Gottesbedürftigen Chairi Ben 'Awin AVurkübT. 

'Sv. DCCXLill. Türkische Bekanntmachung betr. Ilusain Kamil 
vom Uez. 1914*=). (Aus „die Welt des Islams", Zeitschrift der 
deutschen Gesellschaft für Islamkunde, hrsgeg. v. Prof. 
Dr. G. Kampffmeyer, Bd. III Heft 2, S. 130.) 

Husain Käniil, Sohn des früheren Khediven Ismail Pascha, hat ein 
verabscheuenswertes Verhalten gezeigt, das dazu führen sollte, die geheiligte 



'') Anm. zu Nr. DCCXLI und Nr. DCCXLII. 

Professor Dr. G. Kampffmeyer bemerkt in „die Welt des Islams*, 
Bd. III 1915, Heft 2, S. 130. „Fetwasund „Offizielle Bekanntmachungen" liegen 
mir vor: 1. türkisch in Sabäh Nr. 9083 vom 12. Sefer 1333 (30. Dezember 
1914); 2. arabisch in Al'adl Nr. 413 vom 13. Sefer 1333 ^31. Dezember 
1914); persisch in Ch;iwcr Nr. l(i vom gleichen Tage wie 2. — Beide Ur- 
kunden sind nicht datiert. Als Quelle ist in Sab ah angegeben: Osmanly, 
d.h. die Zeitung Osmanly. die das offizielle Organ der Rejjierung ist." 

Herausgeber. 



30 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Herrschaft des Kalifen in dem Ejalet Aegypten, das zu den Ländern des 
osmanischen Reiches gehört, zu stören und zu beseitigen und das erwähnte 
Ejalet unter die Herrschaft von England zu bringen; es ist über die gesetz- 
lichen Bestimmungen, die inbezug auf ihm wegen jenes Verhaltens in An- 
wendung zu kommen haben , ein Rechtsgutachten verlangt worden , und 
daraufhin ist das Heilige Fetwa, das hier oben beigebracht ist, erflossen ; es ist 
ferner von Seiten des Reiches der Beschluß gefaßt worden, die Rangstufen 
und Orden, die ihm verliehen waren, für erloschen zu erklären und von ihm 
zurückzufordern, es ist ferner, da das Land Aegypten, in dem sich der Er- 
wähnte befindet, in der Zone des vierten Kaiserlichen Armeekorps liegt, der 
Kommandantur des erwähnten Armeekorps aufgetragen worden, ihn vor das 
Kriegsgericht zu stellen. 



b) Eintritt der Türkei. 31 

b) Eintritt der Türkei in den Krieg. 
1. Türkische Kundgebungen. 

Nr, DCCXI^III. Bekanntmachungen der Pforte über Feind- 
seligkeiten zwischen der türkischen und der russischen 
Flotte im Schwarzen SIeer. 

1. Betr. Angriff der russischen Flotte auf türkisclie Schiffe. (Nord- 
deutsche Allgemeine Zeitung, I.November 1914, Nr. 269. Erste 

Ausgabe.) 

,Die Frankfurter Zeitung meldet aus Konatantinopel : Die türkische 
Regierung teilt amtlich mit: 

Während ein kleiner Teil der ottomanischen Flotte am 28. Oktober im 
Schwarzen Meere Hebungen vornahm, eröffnete die russische Flotte, nachdem 
sie längere Zeit diesen Hebungen gefolgt war und sie zu stören suchte, am 
Donnerstag die Feindseligkeiten, indem sie die ottomanischen Schiffe angriff. 
Im Laufe des sich nunmehr entspinnenden Kampfes gelang es unserer Flotte 
durch die Gnade des Allmächtigen, den Minendampfer „Prüf, der 5000 Tonnen 
verdrängte und ungefähr 700 Minen trug, zu versenken, einem der russischen 
Torpedoboote schwere Beschädigungen beizubringen und einen Kohlendampfer 
zu kapern. Ein vom türkischen Torpedoboot , Hairet- Millie" abgeschossener 
Torpedo hat den russischen Torpedojäger „Kubanez", der 1100 t verdrängte, 
versenkt und ein anderer, vom Torpedoboot „Mouapenit-Millie" abgeschossener 
Torpedo hat einem anderen russischen Küstenwachtschiff sehr schweren Schaden 
zugefügt. Drei russische Offiziere und 72 Matrosen wurden von den Unseren 
gerettet und, da sie zur Bemannung der versenkten und zerstörten Schiffe 
gehörten, gefangen genommen. Die Kaiserliche Flotte hat durch die Gnade 
Gottes keinerlei Schaden erlitten, und der Kampf geht günstig für unsere 
Flotte weiter. Die Kaiserliche Regierung wird ohne Zweifel mit äußerstem 
Nachdruck gegen diese feindselige Handlung Einspruch erheben, die von der 
russischen Flotte gegen einen geringfügigen Teil unserer Flotte unternommen 
worden ist." 

2. Betr. drohende russische Minensperre. (Norddeutsche Allge- 

meine Zeitung, 2. November 1914, Nr. 2 7 0.) 
„Konstantinopel, 31. Oktober. Eine amtliche Mitteilung besagt: 
Aus Aussagen von gefangenen russischen Matrosen und aus der An- 
wesenheit eines Minenlegers bei der russischen Flotte geht hervor, daß sie 
die Absicht hatte, den Eingang zum Bosporus durch Minen zu sperren, um 
die türkische Flotte, die durch diese Minensperre in zwei Teile getrennt 
worden wäre, vollständig zu vernichten In der Annahme, daß sie hierdurch 
der Gefahr eines üeberfalls ausgesetzt sein würde, und in der Vorraussetzung, 
daß die Russen die Feindseligkeiten ohne vorhergegangene Kriegserklärung 



32 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

eröffnet hätten, machte sich die türkische Flotte an die Verfolgung der 
russischen und zersprengte sie. Sie bombardierte Sebastopol, zerstörte im 
Hafen Noworossijsk 50 Petroleumdepots, 11 Militärtransportschiffe sowie 
mehrere Getreidemagazine und die Station für drahtlose Telegraphie. Ein 
Kreuzer wurde in den Grund gebohrt, ein anderer russischer Kreuzer schwer 
beschädigt, der gleichfalls gesunken sein dürfte. Auch ein Schiff der russischen 
freiwilligen Flotte ist gesunken. In Odessa und Sebastopol sind fünf Petroleum- 
behälter durch unser Feuer vernichtet worden." 

ij. Betr. Allgriff türkischer Kriegsschiffe auf die russische Küste. 

(Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 1. November 1914, Nr. 269. 
Zweite Ausgabe.) 

„Konstantinopel, 31. Oktober. Aus amtlicher Quelle : 

Der Panzerkreuzer , Sultan Selmi" hat ein russisches, mit 300 Minen 
beladenes Schiff versenkt und fein Kohlentransportschiff sowie ein russisches 
Kanonenboot schwer beschädigt. Außerdem hat er Sebastopol mit Erfolg 
beschossen. 

Der Kxeuzer „Midilli" hat in Naruski die Petroleum- und Getreideläger 
zerstört und vierzehn Transportdampfer versenkt. Der Torpedobootszerstörer 
„Bex-i-Satwet" hat in Noworrossisk die funkentelegraphische Station zerstört. 
Der Torpedobootszerstörer „Muavenet-i-Millije" hat ein anderes Schiff derselben 
Gattung beschädigt. 

In Odessa sind die Petroleumbehälter und fünf russische Schiffe be- 
schädigt worden. 

Der Kreuzer „Hamidije" hat Theodosia beschossen und in Kertsch ein 
Transportschiff versenkt. " 

4. Betr. drohende russische Minensperre. (Norddeutsche Allge- 
meine Zeitung, 3. November 1914, Nr. 271. Erste Ausgabe.) 

„Konstantinopel, 2. November, Eine amtliche Mitteilung gfbt 
bekannt, daß die Offiziere und Matrosen des russischen Minenschiffes 
„ Pruth "" in einem Verhör zugestanden haben , daß der . Pruth " in 
Sebastopol mit Minen beladen sei. Den Offizieren und der Besatzung 
des „Pruth",- die Jahre hindurch auf dem russischen Stationsschiff in 
Konstantinopel gedient hatten, waren die Gewässer des Bosporus voll- 
kommen vertraut. Als die russische Flotte erfuhr, daß ein schwacher Teil 
der türkischen Flotte sich zu üebungszwecken in das Schwarze Meer be- 
geben hatte, ging sie am 27. Oktober von Sebastopol in südlicher Richtung 
in See und ließ nur ein Verteidigangsgeschwader vor Sebastopol zurück. 
Auch der „Pruth" fuhr in südlicher Richtung ab. Die Absicht der russischen 
Schiffe war, vor der Bosporusmündung Minen zu legen, das kleine sich im 
Schwarzen Meer aufhaltende türkische Geschwader anzugreifen und die 
türkische Hauptflotte, wenn sie diesem Geschwader zu Hilfe eilen sollte, 
durch Minen zu vernichten. Die türkische Flotte aber bemerkte das russische 



b) Eintritt der Türkei. 33 

Minenschiff, das von Torpedobooten begleitet war, zur rechten Zeit und 
brachte es, wie dies in den letzten amtlichen Darstellungen bereits geschildert 
worden ist, zum Sinken. Von den russischen Offizieren sind fünf gerettet 
worden, darunter ein Fregattenkapitän. Alle Gefangenen wurden nach Ismid 
gebracht." 

5. Bietr. russische Angriffe gegen die kaukasische Grenze. (Nord- 
deutsche Allgemeine Zeitung, 4. November 1914, Nr. 27 2. 

Erste Ausgabe.) 

„Konstantinopel, 2. November. Eine offizielle, durch die Agence 
Ottomane veröffentlichte Mitteilung besagt: 

Nach amtlichen Nachrichten von der kaukasischen Grenze haben die 
Russen an mehreren Punkten unsre Grenztruppen angegriffen. Sie wurden 
aber gezwungen, sich zurückzuziehen, wobei sie zum Teil dank dem energischen 
Widerstand, der von den türkischen Truppen ihnen entgegengesetzt wurde, 
Verluste erlitten. 

Im Mittelmeer haben englische Kreuzer das Feuer eröffnet und ein 
griechisches Torpedoboot, das sich ihnen näherte, zum Sinken gebracht, da sie 
es für ein türkisches Torpedoboot hielten. Diese beiden Ereignisse zeigen, 
daß unsre Feinde zu Lande und zu Wasser die Feindseligkeiten gegen uns 
eröffnet haben, die sie seit langer Zeit gegen uns vorhatten. Die ganze 
ottomanische Nation ist bereit, vertrauend auf den Schutz Gottes, des einzigen 
Schützers von Recht und Billigkeit, auf diese Angriffe zu antworten, die 
darauf abzielen, unsre Existenz zu vernichten." 

Nr. DCCXL.IV. Kaiserliches trade vom 12. November 1014, 
Kriegserklärung au Rußland.'*') (Wolff's Telegraphisches 
Bureau 1914. — Nr. 28,3.) 
„Am 29. Oktober hat in dem Augenblicke, wo ein Teil der ott omanischen 

Flotte im Schwarzen Meer ein Manöver vornahm, ein Teil der russischen 



*) In „Die Welt des Islams. Zeitschrift der deutschen 
Gesellschaft für Islamskunde. Herausgegeben von Prof. 
Dr. Kampffmeyer" Bd. III Heft 1, März 1915, (Berlin, Dietrich Reimer) 
ist folgende Uebersetzung mitgeteilt: 

„Der Allerhöchste Erlaß Seiner Majestät des Kalifen darüber, 
daß die hohe Regierung sich im Kriegssustand, befindet mit den 
Staaten Ritßland, Frankreich und England. 

Als am 16. des gegenwärtigen Monats ein Teil der Kaiserlichen Flotte 
im Schwarzen Meer Uebungen ausführte, wurde festgestellt, daß ein Teil 
der russischen Flotte mit der Aufgabe betraut war, im Bosporus Minen zu 
legen ; schlieBlich störten diese russischen Sthiffc unsere Uebungen und be- 
wegten sich in feindseliger Haltung direkt auf den Bosporus zu. Vonseiten 
der Kaiserlichen Flotte wurde dem entgegengetreten, zugleich wurden aber 

Jahrbuch des Völkerreohts. II. 3 



;j4 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krie^- 

Flotte, der, wie später bekannt wurde, in Bewegung gesetzt worden war, 
um am Eingang des Bosponis Minen zu streuen, das Manöver gestört und 
ist unter Verübung eines Aktes von Feindseligkeit gegen die Meerenge vor- 
gerückt. Die kaiserliche Flotte hat den Kampf angenommen. Die ottomanische 
Regierung hat sich jedoch angesichts dieses bedauerlichen Ereignisses an die 
russische Regierung gewandt und die Einleitung einer Untersuchung vorge- 
schlagen, um die Ursachen des Ereignisses klarzustellen und auf diese Weise 
die Neutralität zu erhalten. Die russische Regierung hat jedoch, ohne auf 
dieses Ersuchen eine Antwort zu erteilen, ihren Botschafter abberufen und 
die Feindseligkeiten begonnen, indem sie ihren bewaffneten Streitkräften den 
Befehl erteilte, die Grenze von Erzerum an verschiedenen Punkten zu über- 
schreiten. "Während dieser Zeit beriefen die englische und französische 
Regierung ihre Botschafter ab und begannen effektive Feindseligkeiten, indem 
sie die englische und die französische Flotte gegen die Dardanallen und 
englische Kreuzer gegen Akaba feuern ließen. Da diese Mächte sodann er- 
klärt haben, daß sie sich mit der ottomanischen Regierung im Kriegzustande 
befinden, ordne ich im Vertrauen auf den Beistand des Allmächtigen die 
Kriegserklärung an die genannten Staaten an." 

hinsichtlich dieses beklagenswerten Vorfalles vonseiten der hohen Regierung 
dem russischen Reiche Vorstellungen gemacht, und es ^\Tirde aufgefordert, 
Untersuchungen über die Ursache des Vorfalles anzustellen. Während in 
solcher Weise Anstrengungen gemacht wurden, die Neutralität zu wahren, 
gab die russische Regierung auf die Anfrage keine Antwort, rief vielmehr 
ihren Botschafter ab, und ließ ihre Truppen an verschiedenen Punkten die 
Erzerum-Grenze überschreiten. Zu gleicher Zeit riefen auch Frankreich und 
England ihre Botschafter ab und die englische und französische Flotte be- 
schossen gemeinsam Tschanak-Kale, und englische Ki-euzer beschossen Akaba, 
und so wurden die Feindseligkeiten tatsächlich eröffnet. Schließlich erklärten 
die erwähnten Mächte, daß sie sich mit dem Osmanischen Reiche im Krieg her 
finden. Mit Rücksicht hierauf bestimme ich, daß auch hinsichtlich der 
Osmanischen Regierung im Vertrauen auf die Hilfe Gottes der Kriegszustand 
mit den erwähnten drei Mächten erklärt werden soll. Mit der Ausführung 
dieses Allerhöchsten Erlasses ist das Gesamtministerium beauftragt. 

Mehmed Reschad. 
Den 22. Zilhidschdsche 1332/29. Oktober 1330 (12. 11. 14). 
Der Großwesir und Minister des Auswärtigen, Mehmed Said. Der 
Schaich ul 'islam und der Minister der Kaiserlichen Stiftungen, Hziri. 
Der Kriegsminister, Enwer. Der Minister des Innern und stellvertretender 
Finanzminister, Talaat. Der Justizminister und Vizepräsident des Staatsrats, 
Ibrahim. Der Marineminister, Ahmed Dschmal. Der Minister der öffent- 
lichen Arbeiten Der Unterrichtsminister und stellvertretende- 

Minister für Post, Telegraph und Telephon, Schükri. Der Minister für 
Handel und Ackerbau, Ahmed Xesimi." 

Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 35 

'Sr. DCCXIjV. Manifeste anHeernnd Flotte vom 12. November 
1914. (Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 15. November 
1914, Nr. 283. Erste Ausgabe.) 

1. Manifest des Sultans. 

■ „Der Sultan hat folgendes Manifest erlassen: *) 

Konstantinopel, 13. November. 
An meine Armee und Flotte! 
Infolge der Erklärung des Krieges zwischen den Großmächten wäret 
Ihr unter die Fahnen berufen, um nötigenfalls gegen die auf eine Gelegenheit 
lauernden Feinde die Rechte und den Bestand unserer Regierung und unseres 
Landes zu verteidigen, das stets ungerechten, unerwarteten Angriffen aus- 
gesetzt war. Während wir so in bewaffneter Neutralität lebten, eröffnete 
die russische Flotte, die in das Schwarze Meer ausgelaufen war, um im 
Bosporus Minen zu legen, plötzlich das Feuer gegen einen Teil unsrer Flotte, 
der gerade Manöver abhielt, und während wir erwarteten, daß Rußland 
diesen dem Völkerrecht widersprechenden Angriff wieder gutmachen werde, 

*) Anm: In „die Welt des Islams." , Zeitschrift der deut- 
schen Gesellschaft für Islamskunde", a. a. 0. ist folgende 
üebersetzung mitgeteilt : 

„KaiserlicheErklärung. 
An mein Heer und meine Flotte ! 
Da unter den Großmächten der Krieg erklärt worden ist, sind mein 
Reich and mein Land beständig plötzlichen und ungerechten Angriffen aus- 
gesetzt. Um deren Rechte und Existenz gegen die lauernden Feinde im 
Ernstfalle zu verteidigen, hatte Ich euch unter die Waffen gerufen. So lebten 
wir in einer bewaffneten Neutralität. Da eröffnete die zum Minenlegen im 
Bosporus aufgebrochene russische Flotte unerwartet das Feuer auf einen Teil 
unserer mit Hebungen beschäftigten Flotte. Es wurde erwartet, daß diese 
völkerrechtswidrige Ausschreitung vonseiten Rußlands korrigiert werde, aber 
sowohl die russische Regierung als die mit ihr verbündeten Staaten England 
und Frankreich riefen ihre Botschafter ab und brachen damit die politischen 
Beziehungen ab. In der Folge überschritten die russischen Truppen unsre 
Ostgrenze, die Flotten Frankreichs und Englands beschossen gemeinsam 
Tschanak-Kale, und die englischen Schiffe Akaba. Auf Grund solcher ununter- 
brochen einander folgenden verräterischen Feindseligkeiten mnliten Wir den 
von jeher gewünschten Frieden aufgeben, und Wir wurden gezwungen, die 
Waffen zu ergreifen, um in Gemeinschaft mit Deutschland, Oesterreich und Un- 
garn unsere berechtigten Interessen zu verteidigen. Das russische Reich hat seit 
drei Jahrhunderten dem Besitzstande Unseres Hohen Reiches sehr acliweren 
Schaden zugefügt und hat sich bemüht, je und je die Reformarbeiten, die 
unsere nationale Größe und Macht meiiren sollten, durch Kriege und tausend- 
fache Listen und Künste zu vernichten. 

3* 



36 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

hat es ebenso wie seine Verbündeten, Frankreich und England, die Beziehungen 
zu unserer Regierung abgebrochen, indem es seinen Botschafter abberief. 
Unmittelbar darauf überschritt die russische Armee unsere Ostgrenze, während 
die vereinigte englische und französische Flotte die Dardanellen, sowie 
englische Schiffe Akaba beschossen. Angesichts derartiger aufeinanderfolgender 
Akte verräterischer Feindseligkeiten waren wir gezwungen, den Frieden auf- 
zugeben, den wir immer wünschten, und im Vereine mit Deutschland und 
Oesterreich-Üngarn zu den Waffen zu greifen, um unsere gesetzmäßigen 
Rechte zu verteidigen. Seit drei Jahrhunderten hat Rußland unserm Reiche 
schwere Nachteile zugefügt und sich immer bemüht, sei es durch Krieg, sei 
es durch jede Art von List und Intrige, jede sich kundgebende Aufrichtung, 
die zur Erhöhung unserer nationalen Kraft und Größe hätte führen können, 
zu unterdrücken. Rußland, England und Frankreich, die Millionen von 
Muselmanen unter ihrer tjrannischen Verwaltung halten, haben niemals auf- 
gehört, Hintergedanken gegen unser erlauchtes Kalifat zu hegen, mit dem 
diese Muselmanen durch Religion und Gefühl verbunden sind. Sie wurden 
die Urheber und Anstifter allen Unglücks und Ungemachs, das gegen uns 

Die Staaten Rußland, England und Frankreich sind nie müde geworden, 
Böses zu ersinnen gegen Unser Hohes Kalifat, mit welchem wie die unter 
ihrer gewalttätigen Verwaltung seufzenden Millionen so auch die gesamte 
Islamwelt durch Religion und Herzensneigung verbunden ist, und sind jedes 
Unglücks uud Mißgeschicks Ursach und Erreger für uns geworden. Nun jetzt 
werden Wir mit Hilfe des großen Glaubenskampfes, mit dem Wir uns an 
Gott wenden, den Angriffen, die immerwährend einerseits gegen das Ansehen^ 
Unseres Khalifats, andererseits gegen die Rechte Unseres Sultanats gerichtet 
werden, so Gott will für ewige Zeiten ein Ende machen. 

Die ersten Schläge, die durch die Hilfe und Gnade des Höchsten und 
den geistlichen Beistand des Propheten Unsere Flotte im Schwarzen Meer 
und Meine tapferen Truppen in Tschanak-Kale, in Akaba und an den Grenzen 
Kaukasiens den Feinden versetzt haben, haben Unsere Zuversicht, daß Unser 
um des Rechtes willen geführter Feldzug mit Sieg gekrönt sein werde, noch 
vermehrt. Diese Unsere Zuversicht ist ferner dadurch bestärkt worden, daß 
heute Land und Heer unserer Feinde unter dem unerschrockenen Angriffe 
Unserer Verbündeten zusammenbrechen. 

Meine Helden-Soldaten! Laßt nicht einen Augenblick ab von Energie 
und Opferfreudigkeit auf dem Pfade dieses gesegneten Glaubenskampfes, den 
Wir gegen die Feinde eröffneten, welche unsere klare Religion und unser 
teures Vaterland bedrohten ! Stürzt euch wie die Löwen auf den Feind ! 
Denn nicht bloß Bestand Unseres Reiches, sondern auch Leben und Zu- 
kunft der 800 Millionen Muslime, die Ich durch die heilige Fetwa zum großen 
Glaubenskampfe laden ließ, sind an euren Sieg gebunden, die herzlichen Gebete 
und Segenswünsche von 300 Millionen unschuldiger und vergewaltigter 
Gläubigen, die sich in vollkommener Begeisterung und Versenkung in den 



b) Eintritt der Türkei. 37 

gerichtet war. Durch den großen heiligen Krieg, den wir heute unternehmen, 
werden wir mit Gottes Hilfe den Angriffen ein Ende setzen, die einerseits 
gegen den Ruhm unseres Kalifats, anderseits gegen die Rechte unseres Reichs 
gerichtet waren. Die ersten Schläge, die wir mit der Hilfe Gottes und dem 
Beistande des Propheten unseren Feinden durch unsere Flotte im Schwarzen 
Meere und durch unsere tapfere Armee in den Dardanellen, bei Akaba und 
an der Grenze des Kaukasus versetzten, haben unsere Ueberzeugung bestärkt, 
daß unser Kampf auf dem Wege des Rechtes vom Siege gekrönt sein wird. 
Die Tatsache, daß die Gebiete und die Armeen unserer Feinde heute unter 
dem festen Druck unserer Verbündeten stehen, erhöht noch diese Ueberzeugung. 
Meine heldenmütigen Soldaten ! Laßt nie ab von der Festigkeit und 
Ausdauer in diesem heiligen Kriege, den wir gegen die Feinde eröffnen, die 
unsere heilige Religion und unser teures Vaterland angreifen wollen! Stürzet 
Euch wie Löwen ungestüm auf den Feind, weil ebenso wie uaser Reich auch 
das Leben und die künftige Existenz von 300 Millionen Muselmanen, die 
ich durch das heilige Fetwa zum heiligen Kriege aufrufe, von Eurem Siege 

großen und kleinen Moscheen und in der Ka'ba Gottes an den Herrn der 
Welten wenden, sind mit euch. 

Soldaten, meine Kinder ! Die Aufgabe, die heute euch anvertraut ist, 
ist bis jetzt in der ganzen Welt noch nie einem Heere zuteil geworden. 
Zeiget, indem ihr diese Aufgabe erfüllt, daß ihr die besten Nachfolger jener 
osmanischen Heere seid, die einstmals die Welt erzittern ließen, auf daß der 
Feind von Religion und Staat nicht noch einmal sich erkühne, auf unseren 
geheiligten Boden den Fuß zu setzen und die Ruhe des gesegneten Hidschaz- 
landes zu stören, das die Ka'ba Gottes und die erleuchtete Ruhestatt des 
Propheten in sich schließt. Zeigt dem Feinde in eindringlicher Weise, daß 
es noch ein osmanisches Heer und eine osmanische Flotte gibt, die imstande 
sind ihre Religion, ihr Vaterland, ihre militärische Ehre mit der Waffe zu 
verteidigen und um des Padischahs willen den Tod zu verachten. Recht und 
Gerechtigkeit ist bei uns, Unrecht und Gewalt ist bei den Feinden ; es ist 
kein Zweifel, daß die ewige Gnade des gerechten Gottes und der moralische 
Beistand unsres hochgeehrten Propheten uns Freund und Helfer sein werden, 
um unsere Feinde zu bezwingen. Ich bin sicher, daß wir aus diesem Glau- 
benskampfe als ein angesehenes und starkes Reich hervorgehen werden, das 
die Schäden der Vergangenheit wieder gut gemacht hat. Vergeßt nicht, daß 
ihr in dem gegenwärtigen Kriege Waffenbrüderschaft geschlossen habt mit 
den beiden tapfersten Heeren der Welt, mit denen Wir in dem gegenwärtigen 
Kriege gemeinschaftlich in's Feld gezogen sind. Eure Blutzeugen sollen den 
vergangenen Blutzeugen die Botschaft des Sieges bringen. Der Feldzug derer, 
die von Euch gesund bleiben, möge gesegnet, ihr Schwert scharf sein ! 

Den 22. Zilhidschdsche 1332 und 29. Oktober 1330 (12. November \9H). 

Mehvted Resvhad. " 
H e r a u s g i' b e r . 



38 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

abhängen. Die Wünsche und Gebete von 800 Millionen unschuldiger, be- 
drückter Gläubigen, die in den Moscheen und Medschids sowie in der Kaaba 
sich mit Inbrunst an den Herrn der Welten wenden, sie begleiten Euch! 
Soldaten, meine Kinder! Die Pflicht, die Euch heute obliegt, war niemals 
bis jetzt irgend einer andern Armee der Welt auferlegt. Zeiget, indem Ihr 
diese Pllicht erfüllt, daß Ihr würdige Nachfolger der Armeen der Ottomanen 
seid, die einst die ganze Welt erzittern ließen, damit der Feind nicht mehr 
wage, an unser heiliges Gebiet zu rühren und die geweihte Erde von Hedschas, 
die die göttliche Kaaba und das Grab des Propheten birgt, zu stören. Zeigt 
in wirksamer Weise den Feinden, daß eine Armee und Flotte der Ottomanen 
bestehen, die dem Tode für den Herrscher trotzen und ihre Religion, ihr 
Vaterland und ihre militärische Ehre mit den Waffen zu verteidigen wissen, 
da das Recht und die Gerechtigkeit auf unserer Seite, die Ungerechtigkeit 
und die Unterdrückung auf der Seite unserer Feinde sind. Es besteht kein 
Zweifel, daß zur Vernichtung unserer Feinde uns die Gnade des Allmächtigen 
und der geistige Beistand des Propheten helfen und uns beschützen werden. 
Ich bin überzeugt, daß wir aus diesem Kriege glorreich und mächtig hervor- 
gehen werden. Vergesset nicht, daß Ihr in diesem Kriege die Waffenbrüder- 
schaft eingeht mit zwei der bedeutendsten und mächtigsten Armeen der Welt. 
Mögen Eure Märtyrer den Märtyrern, die Euch vorangegangen sind, einen 
neuen glücklichen Sieg bringen, möge der Säbel derjenigen, die überleben 
werden, scharf sein. (gez.): Mehmed Beschad." 

2. Proklamation Enver Paschas. 
„Die Agence Ottomane veröffentlicht folgende vom Vizegeneralissi- 
mus Enver Pascha an die Armee gerichtete Proklamation: 

Kameraden ! • Ich teile Euch hiermit das erhebende Irade unseres ge- 
liebten Oberkommandanten, Seiner Majestät des Kalifen, unseres erlauchten 
Herrn, mit. Unsere Armee wird mit der Hilfe Gottes und dem Beistand des 
Propheten und durch die frommen Gebete unseres Souveräns unsere Feinde 
vernichten. Der bis heute von den Offizieren und Soldaten, unseren Kame- 
raden, zu Lande und zu Wasser bezeugte Heldenmut ist der beste Beweis 
dafür, daß unsere Feinde werden vernichtet werden. Kein Offizier und kein 
Soldat darf vergessen, daß das Schlachtfeld ein Feld des Opfers ist. Die Ge- 
schichte ist eine Zeugin dafür, daß es keine so standhafte und so opferbereite 
Armee gibt, wie die ottomaniscbe. Wir alle müssen daran denken, daß über 
uns die Seelen des Propheten und der übrigen Heiligen schweben, und daß 
unsere ruhmreichen Vorfahren unsere Taten verfolgen. Wenn Ihr beweisen 
wollt, daß wir ihre wahren Kinder sind, wenn Ihr dem Fluch der Nachwelt 
entrinnen wollt, dann laßt uns arbeiten. 300 Millionen Muselmanen, darunter 
unsere ehemaligen Landsleute, beten alle für unseren Sieg. Niemand kann 
dem Tode entrinnen. Wie glücklich sind diejenigen, die vorwärts stürmen, 
wie glücklich diejenigen, die als Märtyrer fallen auf dem Wege für den 
Glauben und das Vaterland ! Vorwärts, immer vorwärts ! Sieg, Ruhm und das 
Paradies sind vor uns. Tod und Schande hinter uns. Es lebe unser Padischah!" 



b) Eintritt der Türkei. 39 

Nr. DCCXLiYI. Antwort der Pforte auf die von der eng- 
lischen Regierung; am Hl, Oktober 1914 erlassene Kund- 
gebung "). (Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 15. No- 
vember 1914, Nr. 283. Zweite Ausgabe.) 

,;K()ns tan tinopel , 14. November. Die Mitteilung der türkischen 
Regierung als Antwort auf die englische Kundgebung liegt nunmehr im Wort- 
laut vor. Sie lautet: 

lu der Hoffnung, seinen Angriff auf das Reich des Kalifen zu recht- 
fertigen, hat England sich kein Gewissen daraus gemacht, in der Kundgebung, 
die es soeben aus Anlaß der Eröffnung der Feindseligkeiten zwischen dem 
Ottomauischen Kaiserreich und England und seinen Bundesgenossen veröffent- 
licht hat, die Tatsachen zu entstellen. 

Da diese Kundgebung den Hauptzweck hat, die muselmanische Welt 
irrezuführen, legen wir Gewicht darauf, die Tatsachen in richtiger Beleuch- 
tung darzulegen, um zu beweisen, bis zu welchem Grade England der Feind 
des Kalifats ist. 

England macht der Kaiserlichen Regierung einen Vorwurf daraus, daß 
sie zwei Kriegsschiffe von Deutschland gekauft habe, ohne jedoch ein Wort 
von den Gründen verlauten zu lassen, die sie zu diesem Kauf bestimmt haben. 

Tatsächlich hat England lange vor Erklärung des Kriegszustandes 
unsere beiden auf seinen Werften erbauten Panzerschiffe beschlagnahmt, eines 
davon, den „Sultan Osman", eine halbe Stunde, bevor die ottomanische Flagge 
auf ihm gehißt werden sollte, und zwar, ohne uns den gezahlten Preis wieder 
zu erstatten. Die Kaiserliche Regierung, so grausam ihrer beiden Kriegs- 
schiffe beraubt, die für das Bestehen der Türkei notwendig sind, hat sich 
natürlich beeilt, sie durch die beiden Kriegsschiffe zu ersetzen, die Deutsch- 
land so freundschaftlich anbot. 

England beklagt sich über die Schließung der Dardanellen. 

Folgendes sind die Gründe der Schließung : Trotz der Neutralität der 
Kaiserlichen Regierung hat England sich unter dem Vorwande, daß eine An- 
zahl deutscher Offiziere im Dienste der Türkei anwesend ist, herausgenommen, 
amtlich zu erklären, daß die ottomanischen Kriegsschiffe wie feindliche Kriegs- 
schiffe betrachtet und von der am Eingange der Meerengen liegenden eng- 
lischen Flotte angegriffen werden würden. Gegenüber einer derartigen feind- 
seligen Erklärung war die Kaiserliche Regierung gezwungen, die Dardanellen 
zu schließen. Es versteht sich von selbst, daß die Anstellung deutscher Offi- 
ziere im ottomanischen Dienst eine rein innere Angelegenheit ist und von 
einer fremden Macht nicht beanstandet werden darf. 

Was die Versicherungen anbetrifft, die England uns hinsichtlich der 
Unverletzlichkeit des Reichsgebietes gegeben zu haben erklärt, so kennen 
wir gar zu gut den wirklichen Wort dieser \'orsicherungen. Denn hat nicht 
in Wirklichkeit England den ersten Angriff auf diese so feierlich durch den 



*) Anm.: Siehe unten Nr. DCCLIV. — Herausgeber. 



40 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Berliner Vertrag verkündete Unverletzlicbkeit des türkischen Gebietes ge- 
macht, indem es Aegypten besetzte? 

England hat auf auf die Bitte, dem Ottomanischen Reiche im Balkan- 
kriege zu Hilfe zu kommen, im Gegenteil alles getan, um dessen Verfall 
herbeizuführen. Es hat den Balkanbund gegen die Türkei durch die Be- 
mühungen der Buxtons und anderer Feinde des Islam vorbereitet und zu 
Ende des Krieges seine ganze diplomatische Tätigkeit darauf gerichtet, die 
Abtretung aller ottomanischen Gebiete in Europa an die Balkanstaaten zu 
sichern, und doch war es gerade England, das vor Eröffnung der Feind- 
seligkeiten mit besonderem Eifer erklärt hatte, daß die damalige Gebiets- 
verteilung geachtet werden solle, welches auch der Ausgang des Krieges 
sein möge. 

Die Tatsachen haben gezeigt, daß die einzige Absicht dieser Erklärung 
war, die Türkei der Früchte ihrer Eroberungen im Falle eines Sieges zu 
berauben. 

Tatsächlich hat M. Asquith, der englische Premierminister, gelegentlich 
der Wiederbesetzung von Adrianopel durch die Kaiserlichen Truppen sich 
nicht besonnen, die Türkei mit dem Blitzstrahl Europas zu bedrohen, falls 
die Heere des Kalifen diese Stadt nicht räumten. 

Die Quertreibereien Englands haben sich nicht auf Europa beschränkt; 
wir haben es planmäßig an der Ausführung eines Zieles seiner Staatsmänner 
arbeiten sehen, die ottomanische Souveränität im persischen Golf zu be- 
schränken und sich in diesem Reichsteile eine Eintrittspforte nach Arabien 
zu öffnen, nach welchem England seit langem begierig ist. Es hat nichts 
unterlassen, was die Araberscheiks jener Gegenden für seine Sache hätte ge- 
winnen können, aber Gott sei Dank sind alle seine Versuche gescheitert, 
und alle diese Stammeshäupter erheben sich heute wie ein Mann, um die 
höchsten Interessen des Islam unter dem Banner ihres Sultans und Kalifen 
zu verteidigen. Fest beharrend bei seiner feindlichen Politik, hat England 
alle Versuche der Kaiserlichen Regierung, gewisse Reformen durchzuführen, 
durchkreuzt. In üebereinstimmung mit Rußland hat es all seinen Einfluß 
bei den europäischen Mächten dafür eingesetzt, daß sie keinem Fachmann 
ihrer Länder erlauben möchten, in ottomanische Dienste zu treten, um an 
dem Werke der Neugestaltung mitzuarbeiten. 

Nur Seine Majestät der Deutsche Kaiser hat ohne Rücksicht auf diese 
der Türkei übelwollenden Quertreibereien geruht, Se. Exzellenz Liman von 
Sanders Pascha mit der Umgestaltung des Kaiserlichen Heeres zu betrauen, 
das heute, Gott sei Dank, die britischen Streitkräfte zum Kampfe heraus- 
fordern kann. 

Um den mohammedanerfeindlichen Charakter der englischen Politik 
überzeugend darzulegen, genügt es, lediglich die Tatsachen seines feindlichen 
Verhaltens gegenüber der Türkei aufzuzählen. 

Alle muselmanischen Staaten waren das Ziel seiner Feindschaft. Um nur 
die letzten Opfer dieser Politik zu nennen, erinnern wir an sein Verhalten 



b) Eintritt der Türkei. 41 

in der Marokkoangelegenheit. Tatsächlich hat es den Sultan von Marokko, 
nachdem es ihn seiner vollen Untarstützung zur Verteidigung seiner Unab- 
hängigkeit versichert hatte, durch den Vertrag von 1904 der Begehrlichkeit 
Frankreichs ausgeliefert, als Gegenleistung für die freiwillige Ausschaltung 
Frankreichs aus den Aegypten betreSeaden Fragen. Darch Unterzeichnung 
dieses Vertrages hat England also das Todesurteil der beiden muselmanischen 
Länder, Marokkos und Aegypteus, unterschrieben. 

Einige Jahre später hat England mit seinem Mitschuldigen. Rußland, 
einen Vertrag desselben Geistes hinsichtlich Persiens geschlossen, wobei es 
dafür Sorge trug, seine eigentlichen Absichten durch Umschreibungen wie 
„Eiuflußgebiet" zu verdecken. Die Ereignisse haben seitdem die wahre Trag- 
weite dieses unwürdigen, in Verachtung des Völkerrechts geschlossenen Ver- 
trages gezeigt, und jeder der beiden rechtbrecherischen Staaten ist als Räuber 
der Souveränitätsrechte Sr. Majestät des Schahs aufgetreten. Mit einem Wort: 
England ist seinem innersten Gedanken treu geblieben, dem Gladstone in 
einer dem Gedächtnis der islamischen Welt für immer eingeprägt gebliebenen 
Rede Ausdruck gegeben hat, als er mit dem Koran in der Hand 1894 in einer 
Sitzung des Unterhauses erklärte, solange dieses verfluchte Buch auf Erden 
vorhanden sei, werde die Welt keinen Frieden kennen; und so hat England 
seit einem Jahrhundert alle sagbaren und unsagbaren Mittel angewandt, um 
die muselmanischen Staaten aus der Liste der freien Länder zu streichen 
und sie zu Ausbeutungsgebieten für seine habgierigen Kaufleute zu machen. 
Indem die englische Regierung die muselmanischen Staaten mit ihrem Hasse 
verfolgt, gibt sie ihrer Politik auch noch eine religiöse Färbung, die ihr die 
Sympathie und Unterstützung des ganzen puritanisch und fanatisch gesinnten 
englischen Volkes sichert. Danken wir Gott, daß er uns Gelegenheit gegeben 
hat, die höchsten Interessen des Islam gegen seine unversöhnlichen Feinde, 
England, Rußland und Frankreich, siegreich zu verteidigen." 

Np. DCCXILVII. Fetwa vom 13. November 1914. Reclitsg;ut- 
gutachten über den heiligeu Krieg. (Wolf f 's Telegra- 
phisches Bureau 1914, Nr. 245.) 

„Der gestern in der Fatils- Moschee verlesene, hinfort historische Fetwa 
über den Krieg ist nach den Vorschriften des Islam in der Form von 
Frage und Antwort abgefaßt und hat folgenden Wortlaut : 

,,Wenn sich mehrere Feinde gegen den Islam vereinigen, wenn Länder 
des Islams geplündert, die muselmanische Bevölkerung niedergemetzelt und 
gefangen genommen wird und wenn in diesem Falle der Padischah des Islams 
nach den heiligen Worten des Korans de« heiligen Krieg verkündet, ist dieser 
Krieg Pflicht aller Muselmanen, aller jungen und alten muselmanischen Fuß- 
soldaten und Reiter und müssen sich alle islamischen Länder mit Gut und 
Blut beeifern den Dschihad (Glaubenskrieg) zu führea r' Antwort: ^.Jal* 

Die muselmanischen Untertanen Rußlands, Frankreichs und Fnghmds 
und der Länder, die jene unterstützen, die auf diese Weise das Kalifat mit 



42 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Kriegsschiffen und Landheeren angreifen und den Islam zu vernichten trachten, 
müssen auch sie den heiligen Krieg gegen die Regierungen, von denen sie 
abhängen, führen? Antwort: ^Ja!" 

Jene, die, statt den Heiligen Krieg zu führen, in einem Zeitpunkte, wo 
alle Muselmanen dazu aufgerufen sind, daran teilzunehmen vermeiden, sind 
sie dem Zorne Gottes, dem großen Unheil und der verdienten Strafe ausge- 
setzt? Antwort: „Ja!" 

Begeht die muselmanische Bevölkerung der genannten Mächte, die gegen 
die islamische Regierung Krieg führen, eine große Sünde, selbst wenn sie 
unter Androhung des Todes nnd der Vernichtung ihrer ganzen Familie zur 
Teilnahme am Kriege gezwungen worden sind? Antwort: „Ja!'' 

Wenn Muselmanen, die sich im gegenwärtigen Kriege unter der Herr- 
schaft Englands, Frankreichs, Rußlands, Serbiens, Montenegros und jener 
Staaten befinden, die diesen Hülfe leisten, gegen Deutschland und Oesterreich- 
üngarn, die der Türkei beistehen, Krieg führen würden, verdienen sie den 
Zorn Gottes, weil sie dem islamischen Kalifat Nachteil verursachen? Ant- 
wort: Ja!" "*). 



*) In -die Welt des Islams, Zeitschrift der deutschen 
Gesellschaft für Islamskunde ", a. a. 0. ist folgende üebersetzung 
mitgeteilt : 

„Die fünf heiligen Fetwas {Rechts gutachten) . 

Nr. 1. Wenn seine Majestät der Padischah des Islams, sobald der 
Angriff der Feinde auf die Islamwelt stattgefunden hat und Beraubung und 
Plünderung der islamischen Länder und Gefangennehmung von islamischen 
Personen festgestellt ist, durch allgemeinen Aufruf den Glaubenskrieg be- 
fohlen hat, ist dann der Glaubenskrieg nach Maßgabe des hohen Koranspruches 
(9. 41): „ziehet aus, leicht und schwer, und kämpfet mit eurem Vermögen 
.und eurem Leben (auf dem Pfade Gottes)", Pflicht für sämtliche Muslime, 
und ist es individuelle Pflicht sämtlicher in allen Erdteilen wohnenden 
Muslime, jung und alt. Berittene und ünberittene, mit ihrem Gut und mit 
Leib und Leben zum Glaubenskrieg zu eilen? Antv/ort: jJa!" 

Nr. 2. Es ist festgestellt, daß Rußland, England und Frankreich dem 
islamischen Kalifat feindlich sind und alle Anstrengungen machen — Gott 
verhüte es ! — , das hohe Licht des Islam auszulöschen, indem sie auf solche 
Weise gegenwärtig die hohe Stelle des islamischen Kalifats und die Kaiser- 
lichen Länder mit ihren Kriegsschiffen und Landheeren angriffen, ist es da 
Pflicht sämtlicher Muslime, die sich unter der Verwaltung jener Regierungen 
und der sie unterstützenden Regierungen befinden, auch gegen die erwähnten 
Regierungen den Glaubenskrieg zu erklären und zum tätlichen üeberfall 
zu eilen? Antwort: „Ja!" 

Nr. 3. Die Erreichung solchen Zieles hängt davon ab. daß sämtliche 
Muslime zum Glaubenskriege eilen : wenn dann einige — Gott verhüte es ! — 
sich' saumselig zeigen, ist dann ihre Saumseligkeit eine große Sünde und 
verdienen sie den göttlichen Zorn und die Bestrafung dieser argen Sünder? 
Antwort: ^Ja!" 

Nr. 4. Sollten auch die islamischen Angehörigen der auf solche Weise mit 
der islamischen Regierung kämpfenden vorerwähnten Regierungen durch die 
Bedrohung mit Tötung ihrer eigenen Person und Vernichtung ihrer sämtlichen 
Familienangehörigen in eine Zwangslage versetzt werden, ist es dann dennoch 
nach dem Rechte unverbrüchliges Verbot für sie, gegen die Truppen der 



h) Eintritt der Türkei. 43 

Nr. DCCXIjVIII. Verkündiing des Heiligen Krieges. 

a) Erklärung des geistlichen Rates ^). 

(D sehende**), Jahrg. 1 S. 454—4.58.) 
Die Russen bemühen sich, die durch die göttliche Huld den Religions- 
gemeinden und Nationen geschenkte ünabhängigheit zu vernichten um dadurch 
die Menschheit unter ihr Joch zu bringen, und sind seit Jahrhunderten ein 
verräterischer und erbarmungsloser Feind des menschlichen Glücks. Von dem 
Unheil, das die russische Regierung im nahen und fernen Osten in solcher 
Weise anrichtet, ist nun auch das zentrale Europa nicht verschont geblieben. 
Die Russische Regierung hat auch die Regierungen von England und Frank- 
reich nach sich gezogen ; diese betrachten in ihrer nationalen Verblendung 
es als das höchste Vergnügen, bei dem jetzt entbrannten Weltkriege die 
Muslime nach Millionen in Sklavenfcsseln zu schlagen, nähren allerlei niedrige 
Hoffnungen, sie unter solch gewalttätiger ungesetzlicher Herrschaft der Freiheit 
zu berauben und sich dadurch einen Nutzen zu sichern, und können sich 
keinen Äugenblick von dem gehässigen Gedanken trennen, wie sie am besten 
das Erhabene Islamische Kalifat, das der Stützpunkt der Islamwelt und 
sein vollwichtiger Mittelpunkt ist, ins Wanken bringen und diese erhabene 
Stelle in Schwäche verfallen lassen können. 

Diese Gruppe von Tyrannen, die den Namen „Dreiverband" trägt, be- 
raubte im vorigen Jahrhundert sämtliche islamische Völker in Indien, in 
Zentralasien und in den meisten Gegenden Afrikas ihrer Herrschaft und 
ihrer Regierung, ja sogar ihrer Freiheit, und haben nun auch seit einer Zeit 

islamischen Regierung zu kämpfen, und verdienen sie, wenn sie es dennoch 
tun, als Mörder die Höllenstrafe? Antwort: „Ja!" 

Nr. 5. Die im gegenwärtigen Kriege unter der Verwaltung der 
Regierungen von England, Frankreich, Rußland, Serbien, Montenegro und 
ihrer Helfer sich befindenden Muslime würden durch Kampf gegen die die 
Hohe Islamische Regierung unterstützenden Staaten Deutschland und Oester- 
reich dem islamischen Kalifate Schaden zufügen ; ist ein solches Verhalten 
eine große Sünde, und verdienen sie dadurch schmerzvolle Strafe? Antwort: .Ja!*" 
Geschrieben von dem Gottesbedürftigen Chairi Ben'Awni' Al'tirkubi." 

Herausgeber. 

*) Anm.: Nach Prof. Dr. Gr. Kampffmeyer in „die Welt des Islams". 
Bd. III 1915, Heft 1, ist in der Dscheride, Jahrg. 1, S. 454 folgender Bericht 
enthalten : ,Am 2. Muharrem 133.S (= 20. November 1914) wurde in der 
Fetwa-Abteilung des Schaichulislamats ein großer Rat von Ulemas gehalten 
und in ihm eine „Erklärung" (bejäniiämc) aufgestellt und unterzeichnet des 
Inhalts, daß sich der Glaubenskampf, zu dem die Muslime aufgefordert seien, 
gegen diejenigen richte, die als Feinde dos Islams ihre Feindschaft durch An- 
griffe auf das islamische Kalifat bekundet haben, und daß es die Gerechtig 
keit und Friedfertigkeit des Islams erfordere, mit den Untertanen der übrigen 
Staaten, die den Verträgen mit der osmanisrhen Regierung treu sind und 
sich freundlich erweisen, als Gegenleistung freundlichen Verkehr zu üben. 
Das Schaichulislamat hat die allgemeine Veröffentlichung dieser Erklärung 
angeordnet , die mit einem Ilöchsteigenhäudig unterzeichneten Erlasse des 
Kalifen geschmückt ist." — Herausgeber. 

**) Anm.: Amtliches Organ des Schaichul'islamats. - H( im n s ■ .lur. 



44 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

von mehr als einem halben Jahrhundert sich gegenseitig unterstützend kostbare 
Teile des Osmanischen Reiches in Verlust gebracht; in einer so nahen Zeit, 
daß man sie gestern nennen könnte, haben sie unsre Nachbaren verhetzt und 
ihnen Schutz gewährt und wurden moralisch und materiell die Ursache, daß 
in dem von ihnen herbeigeführten Balkankriege das Blut von einigen Hundert- 
tausenden unschuldiger islamischer Menschen vergossen wurde, daß zu Tau- 
senden reine islamische F'raucn geschändet wurden, und daß die erhabenen 
islamischen Heiligtümer zum Spielzeug der Lust wurden, und haben nun 
begonnen, sich mit jeder Art von Ruhestörungen zu befassen, die die ganze 
Erdkugel zu einer Hölle machen sollten, und die herzverbrennendsten Funken 
dez Kriegsfeuers gerade auf das Herz der Gemeinde Mohammeds sprühen zu 
lassen ; sie haben ferner daran gearbeitet durch ihre verfluchten Maßnahmen 
— Gott verhüte es — das klare göttliche Licht auszulöschen (wie es im 
Koran heißt 9, 32) : „sie wollen das Licht Gottes auslöschen mit ihrem 
Munde, aber Gott will nicht anders als daß er sein Licht voll mache, mögen 
auch die Ungläubigen Abscheu empfinden." Die deutliche Religion des Islams, 
deren bezwingende Macht zu begreifen der menschliche Verstand nicht vermag, 
ist das auserwählte göttliche Licht des einzigen Herrschers aller Wesen für 
die Glückseligkeit der Menschen in beiden Welten und ist des erhabenen 
göttlichen Schutzes durch Verheißung sicher. Daß die, die gegen diese 
Religion Feindschaft üben, ehestens dem Zorne Gottes verfallend physisch 
und moralisch werden zermalmt werden, ist offensichtlich. Seine Majestät 
der Kalife der Muslime, der Diener der beiden Heiligen Stätten, Gott stärke 
ihn durch klaren Sieg! will das Heilige Haus Gottes, das der Augentrost 
der Gläubigen ist, die reine Ruhestatt des Ruhmes der Menschen, ferner 
Jerusalem, Nedschef. Kerbela und das Zentrum des hohen Kalifates, kurz das 
ganze Islamland, das die Ruhestätten von Propheten, Heiligen und Blutzeugen 
enthält, im Vertrauen auf die Hilfe des Höchsten vor der Befleckung durch 
Gewaltsamkeit bewahren, die Ehre der deutlichen Religion vor Erniedrigung 
behüten und in vollkommenster Weise die wichtige Pflicht der Erhöhung des 
Wortes Gottes erfüllen. Mit Rücksicht hierauf hat er als eine der wichtigsten 
Pflichten des Hohen Islamischen Kalifates erkannt, die Gesamtheit der Muslime 
auf Grund der Erhabenen Bestimmungen der diesbezüglichen Fetwas zum 
allgemeinen Glaubenskriege aufzufordern und den Höchsten, der Bezwinger 
und Rächer ist, um Sieg über jene Feinde des Islams anzuflehen. Das Kalifat 
hat sämtliche Osmanische Staatsangehörige im Alter von 20 — 40 Jahren ohne 
Ausnahme unter die Waffen gerufen und es wurde mit Gottes Hilfe ein Heer 
und eine Flotte gerüstet; die Ulema, Professoren und Lehrer, die bis jetzt 
ihr Leben nur der Verbreitung der Wissenschaft gewidmet hatten, sämtliche 
Studenten der Wissenschaften und Künste, die die Zukunft der Religion und 
der Nation sind, der größte Teil der Beamten, die jungen Männer, die die 
Stütze der Familien, der hochbejahrten Väter und Mütter sind, alle diese 
werden nun nach und nach in die Zonen des Glaubenskrieges eingestellt; 
zugleich aber wurde an sämtliche Gläubige ein allgemeiner Aufruf gerichtet. 



b) Eintritt der Türkei. . 45 

auf daß sie mit Gut und Blut am Glaubenskriege teilnehmen in Gemäßheit 
des Wortes (Kor. 9, 41): ^so ziehet denn aus. Leichte und Schwere, und 
kämpfet mit eurem Gut und eurem Leben [auf dem Pfade Gottes]", um aus 
diesem großen Glaubenskriege der göttlichen Belohnung teilhaftig zu werden. 
So eilten denn sämtliche Muslime, die in Ländern unter der Gewalt der er- 
wähnten gewalttätigen Regierungen wie Krim, Kasan, Turkestan, Buchara. 
Chiwa, Indien oder in China, Afghanistan. Persien, Afrika und andern Ländern 
der Erde wohnen, herbei, um zusammen mit den Osmanen nach Maßgabe der 
hierüber erflossenen Heiligen Fetwas an diesem großen Glaubenskriege teil- 
zunehmen; sie alle erwogen im Herzen die erhabenen Koransprüche — wir 
nehmen unsre Zuflucht zu Gott — (Kor. 9, 38) „0 ihr Gläubigen, was ist 
euch, daß ihr, wenn zu euch gesagt wird : , ziehet aus auf dem Pfade Gottes', 
euch zur Erde neiget? habt ihr das Diesseitsleben lieber als das Jenseits? 
aber die Dinge des Diesseitslebens sind im Jenseits nur ein Geringes" und 
(Kor. 9, 39) „Wenn ihr nicht ausziehet, so wird er euch peinigen mit einer 
schmerzvollen Pein und wird ein anderes Volk an eure Stelle setzen, ihr aber 
fügt ihm keinen Schaden zu; Gott ist jedes Dinges mächtig" und (Kor. 9, 26) 
„Sprich: wenn eure Väter, eure Söhne, eure Brüder, eure Gatten, eure Sippe, 
Vermögen, das ihr erworben, Waren, für deren Vertrieb ihr fürchtet, Wohn- 
plätze, die euch gefallen, euch lieber sind als Gott, sein Prophet und ein 
Kampf auf dem Pfade Gottes — nun, dann lauert, bis Gott mit seinem Be- 
fehle kommt". Es gehört nun zu den größten religiösen Pflichten der Muslime, 
daß die, die diese Koransprüche im Herzen erwägen, sich von der peinvoUen 
Strafe, der sie in dieser oder jener Welt begegnen würden, erretten und 
ewige Seligkeit erwerben. Jene Feinde nehmen die unter ihrer Staatsange- 
hörigkeit lebenden Söhne der Muslime unter die Waffen, führen sie gegen 
den Kalifen der Muslime oder seine Helfer und Verbündeten und setzen sie 
in den heißesten Zonen der östlichen und westlichen Kampfplätze der Ver- 
nichtung aus, oder richtiger: sie wenden tausendfache nichtswürdige Listen 
an, um ihre Verbrechen gegen die Religion des Islams durch die Hand der 
Islamsbekenner selbst ausführen zu lassen ; da ist es eine der vornehmsten 
Aufgaben und wichtigsten Kultpflichten der Islamwelt, jede Art von Opfer 
zu bringen, um so schnell wie möglich Heilung zu schaffen für jede herzver- 
brennende Pein, die von dem Gläubigen nicht mehr ausgehalteu werden kann. 
Die erhabene göttliche Gnade hat verheißen, daß sie den im Namen der deut- 
lichen göttlichen Religion zu dem Heiligen Kriege eilenden Muslimen in jeder 
Beziehung Hilfe und Sieg schenken werde, und ebenso ist der Geheiligte Geist 
des Propheten gegenwärtig und bereit, um Beistand und Leitung für die 
erlöste Gemeinde zu sein, die Gut und Blut opfert, um das Ansehn des 
glänzenden Gesetzes Muhammeds zu erhöhen. 

Gemeinde Muhammeds ! 

(Kor. 2, 137 ; vgl. 22, 78) „Also haben wir euch zu einer Mittler- 
gemeinde gemacht, auf daß ihr Zeugen seid wider die Menschen und der 



46 Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Prophet Zeuge sei wider euch" - nach Maßgabe dieses erhabenen Koran- 
spruches wurde eine hervorragende Gemeinde gegründet, die der geheimnisvoll 
geoffenbarten deutlichen islamischen Religion und dem schönen Wandel des 
Herrn Propheten folgen soll, und die durch den Besitz der vom Menschen- 
geschlecht notwendig zu erwerbenden hohen Eigenschaften der gesamten 
Menschheit ein Muster werden soll. Sämtliche Einzelbekenner dieser Religion, 
welche auf dem Einheitsbegriff und Einheitsbekenntnis aufgebaut ist, deren 
Merkzeichen Wissenschaft und Praxis sind und deren Ziel das Recht und 
das Glück der Menschen ist, welchem Volke, welchem Lande, welcher Regierung 
sie angehören mögen, haben sich, mit Hinwendung ihres Herzens zu. Gott und 
ihres Antlitzes zur Ka'ba Gottes, unter Muhammeds Fahne des Gottpreisens 
versammelt, und ist es auf ihre Stirnlocken das ehrwürdige Zeichen des (Kor. 1, 4j 
„Dich beten wir an. Dich flehen wir um Hilfe an" geschrieben. Darum ist 
es erforderlich, daß sie im Zustande eines gewaltigen einheitlichen Volkes 
leben, das einzig dem Herrn der Welten demütigste Verehrung widmet, und 
daß sie die Fähigkeit besitzen, den Unruhestiftern und Rebellen, die ihren 
starken Bund sprengen wollen, immerwährend das ehrfurchtgebietende Zeichen 
des Spruches (Kor. 61, 4) „sie kämpfen auf seinem Pfade in Reihen, gleich 
als ob sie ein festgeschichteter Bau seien" ohne Besinnen entgegenzuhalten. 

Muslime, die ihr die gehorsamen Knechte Gottes seid! 

Diejenigen, die von den um des Heiles und der Rettung der Einheits- 
bekenner willen in den Heiligen Krieg Ziehenden gesund bleiben, deren Los 
ist Glück ; die aber von ihnen, die ins Jenseits gehen, deren Stufe ist das 
Blutzeugentum ; die ihr Blut opfern für Belebung der Wahrheit, deren Diesseits 
ist nach der erhabenen göttlichen Verheißung Ruhm, ihr Jenseits Paradies. 
Muslime, die ihr hungert und dürstet nach Ruhm und Glück, und die ihr, 
Gut und Blut opfernd für die Erhöhung der Wahrheit jeder Art von Ge- 
fahren und Kämpfen die Stirn bietet! Der Gewaltige Gott hat in seinem 
Erhabenen Koran die für uns in den beiden Welten vorbestimmte Seligkeit 
versprochen und frohverkündet ; so folget denn dem Befehle, der in dem er- 
habenen Koranspruche enthalten liegt (Kor. 3, 98) „Und klammert euch an 
das Seil Gottes insgesamt und spaltet euch nicht", sammelt euch mit Herz- 
einigkeit um den hohen Thron des Sultanats, umschlingt mit Handeinigkeit 
die Füße des erhöhten Stuhles des Kalifats und wisset, daß unser Reich heute 
sich im Kriege befindet mit den Regierungen der Russen, Engländer und 
Franzosen, die die verbrecherischen Feinde des Islams sind, und mit ihren 
Verbündeten, und daß Seine Majestät der Beherrscher der Gläubigen und 
und Kalife der Muslime euch zum Glaubenskriege ruft. 

Glaubenskämpfer des Islams! Durch erhabene göttliche Verheißung 
ist gesichert, daß ihr unter Beistand des Höchsten und mit der geistlichen 
Hilfe unseres Propheten die Feinde der Religion bezwingen und die Herzen 
der Muslime mit ewigem Glück erfüllen werdet. 



b) Eintritt der Türkei. 47 

(Kor. 9, 14) , Bekämpfet sie, so wird Gott sie peinigen durch eure Hand 
und wird sie zu Schanden machen und wird euch Sieg über sie geben und 
wird die Herzen einer gläubigen Schaar stille machen." 

Wahrheit sprach der Gewaltige Gott! 
1. ChairT, Schaich ul'islam und Obermufti. 2. Zijä'nddin, vordem Schaich 
ul'islam und Obermufti. .3. Müsä Käzim, vordem Schaich ul'islam und Ober- 
mufti. 4. Es'ad, vordem Schaich ul'islam und Obermufti. 5. All Haidar, 
Eminulfetwä. 6. 'Örner ChulüsT, Kaziasker. 7. Mehmed SchükrJ''Atä'ulläh 
EffendJzäde, Kaziasker. 8. Ibrähim Es" ad, Kaziasker i). 9. Mustafa 
TewfJq, Kaziasker 2). 10. Ahmed ChulüsT, Kaziasker 3). 11. Mehmed Es' ad, 
Kaziasker^). 12. NedschmuddJn, Kaziasker^). 13. Mahmud Es' ad, Kazi- 
asker^). 14. TewfJq, vordem Kaziasker und Eminulfetwä. 15. 'Isynet, 
Kaziasker'). 16. IbräliTm Ewlijä, Staatssekretär des Schaichulislamats. 
17. Mustafa Rizä, Kadi in der hohen Kalifeuresidenz. 18. 'AU, Vertreter 
des Unterrichts. 19. Hüsain Kämil, Vorsitzender des Rates für die Einzel - 
fragen des Heiligen Gesetzes. 20. Mehmed Eschref, Erster Muqarrir für 
den Unterricht in der Gegenwart des Sultans. 21. Mustafa 'Asim Nasnh 
EffendTzäde, Dritter Muqarrir für den Unterricht in der Gegenwart des 
Sultans. 22. Mehmed HilmJ Tirnowaly, Vierter Muqarrir für den Unter- 
richt in der Gegenwart des Sultans. 23. Weldän, Fünfter Muqarrir für den 
Unterricht in der Gegenwart des Sultans. 24. Aidoslu Sa'dulläh, Sechster 
Muqarrir für den Unterricht in der Gegenwart des Sultans. 25. Aijüb. 
Achter Muqarrir für den Unterricht in der Gegenwart des Sultans. 26. Mehmed 
Es'ad, Vorsitzender des Rates der Schaiche. 27. Ahm.ed Es'ad, Vorsteher 
der Konzipienten. 28. 'All, Direktor der Scher' Erkenntnisse. 29. AbiiValä 
MärdJnT Jäsuf SidqT EffendTzäde, Generalsekretär des Schaichul'islamats. 

Anmerkungen von Prof. Dr. Kampffm,eyer a. a. 0. 

^) Vordem Vertreter des Heiligen Wächteramtes am Grabe in Medina. 

2) Adaly Chodscha Mehm,ed Effendizäde, vordem Generalsekretär 
des SchaichuFislamats. 

^) Aus Trapezunt. 

*) Aus Stambul. 

^) TurschidschTzade Ahmed Muchtär EffendJzäde, vordem Minister 
der Justiz. 

*•) STdT Schehirli EmTn EffendTzäde, Vorsitzender der Abteilung für 
Reformen im Staatsrat. 

') UzundschT äbäd Chassköjli Müsä EffendTzäde. 

b) Erlaß des Kalif eii - Sultans vom 22. November 1014 ). 

(„Dscheride"**) I, S. 454.) 
(Tughra.) Ich bestimme, daß diese Erklärung in allen islamischen 
Ländern veröffentlicht und bekannt geuiacht wird. 

4. Moharrem 1.333 (= 22. November 1914). Mehmed Rcschäd. 

*) Anm. : Prof. Dr. Kampffnieycr bemerkt hierzu a. a. 0. 

„Die Erklärung des Geistlichen Rates, die nicht datiert, die aber nuih 
dem Berichte über die Sitzung auf den 2. Moharrem zu legen ist, wurde dem 
Kalifen-Sultan vorgelegt und erhielt von diesem eine Verfügung die nach ilcr 
im Orient üblichen Weise über das Schriftstück gesetzt ist. Die Verfügung 
lautet so:" (folgt obenstehonder Text). — Herausgeber. 

**) Anm.: Amtliches Organ des Schaichul'islamats. — Herausgeber. 



4(S C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCXlilX. Thronrede des Sultans bei Eröfl'nun;; des 
TürkiNclien Ijuudtags am 25. Moharrem 13^3 (14. De> 
zember l»14)i). („Sabüh" '■^) Nr. 9068 26. Moharrem 1333 
= 15. Dezember 1914.) 

1. „Die gewaltsame Beseitigung der Vernichtungspolitik, die von Ruß- 
land Frankreich und England gegen die Islamwelt seit langem befolgt worden 
ist, hat die Bedeutung einer religiösen Pflicht gewonnen ; es sind daher Heilige 
Fetwas erlassen worden. In Gemäßheit dieser habe Ich sämtliche Muslime 
zum Glaubenskriege gegen sie und die ihnen beistehenden Mächte aufgerufen." 

2. „Die besonderen Begünstigungen, die vonseiten unseres Reiches seiner- 
seit den Fremden gewährt worden sind, haben im Laufe der Zeiten ihre 
Formen und Zwecke geändert und einen Unsere souveränen Rechte schädi- 
genden Charakter angenommen ; deshalb habe Ich beschlossen, sämtliche 
fremden Privilegien, die mit den Grundlagen des Völkerrechts in gar keiner 
Beziehung stehen und unter dem Namen „Kapitulationeu" zusammengefaßt 
werden, aufzuheben und habe die Grundlagen festgestellt für Anwendung der 
Normen des Völkerrechts inbezug auf die in Meinen Ländern wohnenden 
Fremden und die sie betreffenden Geschäfte, wie das in den andern Reichen 
der Fall ist." 

2. Kimdgebungen Rußlaiids, Englands, Frankreichs. 

I. Rußland. 

Nr. DCCLi. 3) li'Ambassadenr en Turquie au Ministre des 
Affaires Etranseres. 

Ob. II 1. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 19 Juillet/1 Aoüt 1914. 

Le Grand-Väzir m'a appris confidentiellement que l'Ambassadeur d'Au- 
triche-Hongrie s'^tait efforc6 d'amener la Turquie ä agir de concert avec 

1) Anm.: Prof. Dr. G. Kamp ff mey er giht in „Die Welt des Islams", 
Bd. III, Heft 2, S. 125 folgende Inhaltsangabe der Thronrede: 

„Nach Erwähnung der durch die Verhältnisse herbeigeführten Mobili- 
sierung werden die feindlichen Zusammenstöße mit russischen, englischen und 
französischen Streitkräften zu Wasser und zu Lande als Grund der türkischen 
Kriegserklärung genannt. Die Bedrohung des Islams habe die Extrahierung 
von Heiligen Fetwas nötig gemacht. Vor Gesetzesverlagen wird besonders 
die die Executivgewalt des Sultans mehrende genannt. An die kontinuier- 
lichen Siege der verbündeten deutschen und österreichisch-ungarischen Streit- 
kräfte und die Tätigkeit der Glaubenskämpfer werden Hoffnungen geknüpft. 

Die Frage der Kapitulationen wird in gemäßigtem, aber entschlossenem 
Tone vorgetragen. Mit Dank wird von den guten Beziehungen zu den neu- 
tralen Mächten, besonders zu dem benachbarten Bulgarien gesprochen.'' 

Herausgeber. 

2) Anm.: Stambuler Tageszeitung. — Herausgeber. 

3) Anm.: Die folgenden Nummern (DCCL bis DGCCXLVIII) sind dem 
russischen Orangebuch entnommen : 

Minist^re des Affaires Etrang^res. Recueil de documents diplomatiques. 
Nögociations ayant pr6c6d6 la guerre avec la Turquie. 19 Juillet/1 Aoüt — 
19 Octobre/1 Novembre 1914. 72 Seiten. (Petersburg, Staatsdruckerei 1915.) 

(Angeführt als Ob. II. — Die arabischen Ziffern bezeichnen die 
Nummern im Orangebuch.) — Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 

se) — VorgÄuge hiusichtlich Acgyptcn s. 49 

l'Autriche, mais n'aurait pas fait d'offres positives. Le Grand-V^zir ajoutait 
quil 6tait persuadö de la n^cessit^ qui s'imposait ä la Turquie de se tenir 
ä l'öcart du conflit. J'apprends de bonne source que plusieurs membres du 
comitö veulent pousser le Gouvernement ä se joindre ä la Triple Alliance. 
mais que le Gouvernement anrait röpondu qu'il pr6f6rerait quitter le pouvoir 
plutöt que de s'engager dans une voie d'aventures politiques. Malgr6 tout 
cela, je suis convaincu que la Turquie ne manquera pas de profiter de la 
premiöre bonne occasion propre ä servir impun^ment ses int^rets. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCIil. Li'Ambassadeur eu Turquie au 9Iinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 2. 

(Telegramme.) Constantinople, le 20 Juillet/2 Acut 1914. 

Le Grand- V6zir a de sa propre initiative d^clarä ä l'Ambassadeur de 
France, qui 6tait venu l'informer de la mobilisation franqaise, qu'il avait 
liutention de döclarer la neutralit6 de la Turquie. La question sera d^battue 
au conseil des Ministres. (Sign6) Giers. 

Nr. DCCIill. Ij'Ainbassadenr en Turquie au Miuistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 3. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 20 Jaillet/2 Acut 1914. 

Ayant eu connaissance aujourd'hui qu'il a <5t6 decid6 d'effectuer la mo- 
bilisation generale, je me suis aujourd'hui meme rendu chez le Grand-Y^zir 
et lui en ai demand6 les fins. II m'a confidentiellement communiquö que la 
mobilisation allait en effet etre d6cr6tee, qu'il ignorait ä quelles classes eile 
touchait, qu'il me les d^taillerait avec plus de pr6cision demain au cours de 
ma Visite ä la Porte et que celle-ci avait d6cid6 de rassembler en Thrace et 
sur les bords du Bosphore une arm6e de 100.000 hommes, dans la crainte 
que la Bulgarie ne bougeät. II a ajout6 qu'aucune concentration de troupes 
n'etait projet^e sur la frontifere du Caucase. 

Gommuniqu6 ä Sofia et Bucarest. (Sign6) Giers. 

Nr. DCCLiIII. Ij'Anibassadeur en Turquie au Ulinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 4. 

(T616gramme.) Constantinople, le 20 Juillet/2 Aoüt 1914. 

Des explications que j'ai eues avec le Grand- V6zir je crois pouvoir con- 
clure que la -Porte, tout en observant pour le moment la ueutralit6, veut 
pourtant 6tre prßte ä touies 6ventualit6s et se trouve entiirement döcidt^e ä 
tirer parti soit d'une r^vision possible du traitt' de Bucarest au profit de la 
Bulgarie, soit de toute autre circonstance propre i\ apporter ;\ la Turquie 
quelque avantage que ce soit. II est ccrtain qu'elle nous craint et nous 

Jahrbuch dos Völkerrechts. II. 4 



50 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

soupQonne, k la suite des insinuations de nos ennemis, d'avoir l'intention de 
l'attaqucr; aussi appelle-t-elle de ses voeux les plus ardents le succes de 
rAllemagne. Co sentiment est tr^s encouragö par les ofRciers de la mission 
allemande qui restent en Turquie. C'est un 6l6ment dont 11 serait extr^me- 
ment important de se d6faire, car il ne fait que soulever les Turcs contre 
nous, mais je suppose que la Porte ne se d^cidera pas ä l'öloigner tant que 
n'auront 6t6 6claircis les rösultats de notre lutte contre l'Allemagne. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCJLIV. Li'Anibassadeur en Turquie au Ministre des 

Affaires Etrangeres. 

Ob. II 5. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 21 Juillet/3 Aoüt 1914. 

Aujourd'hui, le Grand- V^zir m'a de nouveau affirm6 que la Porte, aprös 

avoir d6cr6t6 la mobilisation g6n6rale, ne ferait entrer dans les rangs, qu'au- 

tant d'hommes qu'il en faudra pour former en Thrace une armöe de 200.000 

hommes. Les conscrits d'Anatolie seront transport6s en Thrace et ne reste- 

ront en aucun cas ä notre frontiöre. Les memes assurances ont 6t6 donn6es 

ä l'Ambassadeur de France par Enver-Pacha. (Sign6) Giers. 

Nr. DCCIiV. l«' Ambassadeur en Turquie au Ministre des 

Affaires £trangeres. 

Ob. II 6. 

(T^l^gramme.) Constantinople, le 21 Juillet/3 Aoüt 1914. 

II appert des explications que me donne le Grand-Väzir et qui furent 
faites ögalement ä l'Ambassadeur de France par Enver-Pacha, que ce der- 
nier aurait döclarö aux officiers de la mission allemande qu'il 6tait pc^ ä 
les licencier s'ils le d^siraient, mais que Litnann von Sanders avait r6pondu 
qu'il avait regu des Instructions de Berlin leur commandaut de rester en 
Turquie. II est hors de doute que cette disposition de Berlin ne soit faite 
dans le but de tirer profit de la Turquie d'une maniöre ou d'une autre et 
de susciter, entre eile et nous, des malentendus. Je suis convaincu toutefois 
qa'Enver - Pacha, malgr6 ses assurances, tient pourtant ä la prösence des 
officiers allemands, pouss6 par la crainte qu'il nourrit ä notre 6gard. 

(Signa) Geiers. 

Nr. DCCIjVI. li'Anibassadeur en Turquie au Ministre des 

Affaires Etrangeres. 

Ob. II 7. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 22 Juillet/4 Aoüt 1914. 

Le Conseil des Ministres a adoptö hier la r^solution d'ob.server la plus 
stricte neutralit^ et a pris dans ce but entre autres mesures, la d^cision de 
faire mettre des mines dans le Bosphore et les Dardanelles, en r^servant un 
passage pour les vaisseaux de commerce escortös d'un pilote. Ce matin, vers 
dix heures, les mines ont 6t6 pos6es. (Signö) Giers. 



bi Eintritt der Türkei. 

Nr. DCCIiVII. Li'Ambassadeiii* en Tnrquie au ^linistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 8. 

(T6l6grainme.) Constantinople, le 23 Juillet/5 Aoüt 1914. 

J'ai chargö l'Agent Militaire d'exprimer, au cours d'un entretien avec 
Enver Pacha, moQ ötonnement au sujet de ce que les officiers allemands 
continuaient encore ä rester dans rarm6e. Enver a r^pondu qu'il n'avait 
pas retenu les Allemands, mais qu'il n'avait pas de motifs directs de les 
prier de partir tant que la Situation politique ne serait pas 6claircie. D'ail- 
leurs, 11 ne serait pas de l'intöret de l'armöe d'6loigner ces officiers dans un 
moment aussi difficile que celui de la mobilisation. Personnellement. 11 ne 
deute pas que le Gouvernement allemand, en les laissant en Turquie, ne 
poursuive ses fins, et cela dans le sens de faire entrer la Turquie dans son 
orbite, mais que cela n'aboutira pas puisque la Turquie ne poursuivra que 
ses propres int^rets. (Signö) Giers. 

Nr. DCCLiVIII. Li'Ambassadeur en Angleterre au IVIinistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 9. 

(T6I6gramme.) Londres, le 24 Juillet/6 Aoüt 1914. 

Hier, l'Ambassadeur de Turquie a fait ä Sir A. Nicolson les döcla- 
rations les plus rassurantes au sujet des intentions de la Turquie. Celle-ci 
restera neutre et se bornera ä prendre certaines mesures de pröcautions. Je 
suis port6 ä croire que l'Ambassadeur Ottoman fait en effet jouer toute son 
influence ä Constantinople pour persuader la Turquie d'observer la neutralit^. 

(Signö) Benckendorff. 

Nr. DCCIilX. Li'Ambassadeiir eu Turquie au Alinistre des 
Affaires Etraugeres. 

Ob. II 10. 

Constantinople, le 25 Juillet77 Aoüt 1914. 
Le s^questre des dreadnoughts turcs a provoqu^ ici une vive Indignation 
contre l'Angleterre. (Sign6) Giers. 

Nr. DCCLiX. lie Ministre des Affaires Etrangeres ä l'Am- 
bassadeur en Turquie. 

Ob. II 11. 

(T6l6gramme.) St. Pötersbourg, le 26 Juillet/8 Aoüt 1914. 

On fait savoir que les croiseurs „Goeben" et „Breslau"', apri-s avoir 
doublt le cap Matapan, paraissent se diriger vers les Dardanelles. 

Veuillez faire ä la Porte, de concert avec les Ambassadeurs de France 
et d' Angleterre, les remontrances les plus sörieuses au sujet de la respon- 
sabilitö qu'elle assumera en laissant ces batimonts passer par les Dardanelles 
et insistez qu'ils abandonnent les detroits ou soient d^sarmös, sans quo Ton 
en arrive ä une rupture. (Sigu6) SazuHow. 

4* 



52 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. I>CCIjXI. Li'AmbaiHHadeur en Turquie au Ministre den 
Affaires Etraiigeres. 

Ob. II 12. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 26 Juillet/8 Aoüt 1914. 

Le Grand- V6zir m'a d6clar6 aujourd'hui qu'il ne permettrait d'aucune 
manitire aux croiseurs „Goeben" et „Breslau" de passer par les Dardanelles 
et qu'il continuerait d'observer une stricte neutralit6. II m'a pri6 de t6l6- 
graphier ce qui pr^c^de ä Votre Excellence. Je trouve cependant que la 
Situation est tres grave par suite^de l'extrgme impressionabilit6 des Turcs 
et de la grande influence du parti militaire excit6 par les Allemands. 

(Sign 6) Giers. 



'Sr. DCCIiXII. Li'Ambassaclenr en Turquie au Ministre des 
Affaires Ktrangeres. 

Ob. II 13. 

(T6l6gramme.) ' Constantinople, le 27 Juillet/9 Aoüt 1914. 

Le Grand-V^zir que j'ai tu aujourd'hui, continue daBirmer que la 
neutralit6 est strictement observ^e. II nie que la prösence des officiers allemands 
porte atteinte ä cette neutralitö. (Sign6) Giers. 



]Vr. DCCIiXIII. Lie Ministre des Affaires Etrangeres ä I' Am- 
bassadeur en Turquie. 

Ob. II 14. 

(T6l6gramme.) St. P^tersbourg, le 27 Juillet / 9 Aout 1914. 

Si le „Goeben" passe les Dardanelles en battant pavillon allemand. 
c'est ä l'Amiral Eberhardt quil sera r6serv6 de prendre toutes les mesures 
en son pouvoir pour barrer au dit croiseur l'acc^s de la Mer Noire et pour 
le d^truire. L'Amiral est charg6, toutefois, d'6viter autant que possible, sauf 
en cas de force majeure, de recourir ä des mesures qui atteindraient la 
Turquie d'une mani^re directe. (Sign6) Sazanow. 



ÜT. DCCL<XIV. Ij'Ambassadenr en Angleterre au ülinistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 15. 

(T616gramme.) Londres, le 26 Juillet/9 Acut 1914. 

Le Charge d'affaires de Grande Bretagne ä Constantinople a recu 
l'instruction d'insister sur l'eloignement ou le d^sarmement imm^diat des 
bätiments de guerre des parties belligörantes qui entreraient eventuellement 
dans les d6troits et de renouveler 6galement de facon änergique les repr^sen- 
tations relatives ä la n^cessit^ d'observer la neutralit^. 

(Sign6) Benckendorff. 



b) Eintritt der Türkei. 
a) Vorgänge hinsichtlich Ae.gyptens. 53 

Xr. DCCIiX¥. Lie Ministre des Affaires Etrangeres ä 1' Am- 
bassadeur en Tnrquie. 

Ob. II 16. 

f T6l6gramme.) St. P 6 1 e r s b ur g , le 28 Juillet / 10 Aoüt 1914. 

Ayez en vue que nous ne craignons nullement les Operations de la 
Turquie dirigt^es directement contre nous. 

Tächez, tout en continuant de donner ä Vos explications avec les 
Turcs un caractöre parfaitement amical, de leur sugg^rer qu"ils risquent leur 
existence si tels actes, non sanctionn6s par nous, allaient avoir lieu, et qu'ils 
ne sont pas en 6tat, d'autre part, de nous faire un tort sensible. 

Communiquö ä Paris et Londres. (Sign6) Sazonow. 

Nr* DCCLiXVI. Li'Ambassadenr en Tnrquie au Ulinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 17. 

(T616granime.) Constantinople, le20 Juillet / 1 1 Aoüt 19 14. 

Les croiseurs „Goeben' et „Breslau" entrent dans les Dardanelles. On 
dit que le Gouvernement Türe les a achetös. (Signe) Giers. 

Nr. DCCLiXVII. L<e Ministre des Affaires Etrangeres a I'Am- 
bassadeur en Turqie. 

Ob. II 18. 

(T6l6gramme.) St. P6tersbourg, le29 Juillet/ 11 Aoiit 1914. 

Ai regu Votre t6l6grainme d'aujourd'hui. 

Si la Porte d^clare qu'elle a achet6 le „Goeben" et le „Breslau'', veuillez 
Vous mettre d'accord avec les Ambassadeurs de France et d'Angleterre et 
protester 6nergiquement contre cet acte comme portant atteinte ä la neutralit6 
de la Turquie. 

L'article 56 de la D6claration Maritime de Londres de 1909. laquelle, 
quoique non ratifi^e, a 6t6 appliquöe par toutes les Puissances lors de la 
derni^re guerre et a acquis un caract^re de coutume maritime internationale, 
considere comme entachäe de nullit^ Tadoption d'un parillon neutre par un 
bätiment de commerce d'une Puissance ennemie aprös l'ouverture des hostiUt^s. 
A plus forte raison ce principe s'applique-t-il aux bätiments de guerre. 

L'achat par la Turquie d'un bätiment de guerre allemand. qui court un 
danger manifeste dans le bassia de la Mi5diterran6e, rise 6videmment k 
secourir l'AUemagne; la consid^ration que cet achat serait avantageus pour 
la Turquie ne präsente aucune valeur juridique. 

Communiqu6 ä Paris et Londres. (Sign6) Sasanow. 

\r. DCCLiWIII. Li'Ambassadeur en Angleterre au Ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 19. 

(T6l6gramme.) Londres, le 29 Juillet /'ll Aoftt 1914. 

Le Charge d'affaires d'Angleterre ä Constantinople a re^u l'instruction 
d'insister auprös de la Porte sur lobservation stricte, de la part du Gouverne- 



54 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

ment Türe, des r6gles du droit international et d'exiger le d^sarmement ou 
reloignement du ^Goeben' et du ..Breslau''. (Sign6j Benckendorff. 



Nr. DCCliXIX. Li'Ambassadeur eii Turqiiie au Slinistre 
des Affaires f]trang6res. 

Ob. II 20. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 30 Juillet/ 12 Aoüt 1914. 

Les croiseurs ^Goeben" et ., Breslau" se trouvent encore ä Nogara. Ces 
bätiments ont 6t6 recus par les Turcs avec enthousiasme et sont approvisionn^s 
de charbon par les autoritös turques. Les torpilleurs turcs sortent des 
Dardanelles et communiquent aux bätiments allemands les r6sultats de leurs 
reconnaissances. Les matelots allemands ont fait une perquisition rigoureuse 
k bord des vapeurs .de commerce frangais, anglais et grecs stationn^s dans 
les Dardanelles et ont enlev6 de force un bureau radiot6l6graphique du vapeur 
frangais „Saghalien", le menagant de le faire sauter. (Sign6) Giers. 



Mr. DCCIiXX. Li'Ambassadeur en Turqiiie au Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 21. 

(Täl^gramme.) Constantinople, leSO Juillet/ 12 Aoüt 1914. 

L'arriTÖe du „Goeben" et du „Breslau" fait changer la Situation ici ä 
notre dösavantage. Du point de vue militaire, eile renforce de beaucoup la 
Situation de la Turquie; du point de vue politique, ayant relev6 le moral 
des Turcs, eile provoque les consäquences les plus graves et peut pousser 
ceux-lä dans la voie des actes les plus irr^flöchis. (Sign6) Giers. 



Nr. DCCLiXXI. li'Ainbassadeur en Turquie au IVIinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 22. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 31 Juillet/ 13 Aoüt 1914. 

Ayant regu des Dardanelles la nouvelle de l'entröe des bätiments alle- 
mands, j'ai fait une protestation, appuy^e par les Repr6sentants francais et 
anglais, concernant la violation de la neutralit^ par la Turquie. Au cours 
de nouvelles demandes d'explications de ma part, le Grand- Vizir m'a röpondu 
aujourd'hui que l'achat des bätiments avait eu lieu au tout dernier moment 
sur la proposition de l'Allemagne, apr^s que les Anglais eurent mis l'embargo 
sur les dreadnoughts turcs. Le Grand- V6zir affirme qu'en ce moment meme 
l'on proc^de ä l'^loignement de tout l'^quipage allemand, qui est remplac6 
par des Turcs. Le Charg6 d'Affaires anglais confie ä l'Amiral Limpus la 
mission de s'assurer de la r6alit6 de ce remplacement. Limpus insiste sur 
ce que pas un seul Allemand ne reste ä bord des bätiments. 

(Sign6) Giers. 



li) Eintritt der Türkei. 
— 8^ — Vorgäng e hiDeichtlich A e gypt ens. 55 

Xr. DCCLiXXII. li'Ambassadeur en Turquie au Ministre des 
Affaires Etraiigeres. 

Ob. II 23. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 1/14 Aoüt 1914. 

II parait que le „Breslau" se rend ce soir ä Constantinople. J'apprends 
quele „Goeben" s'approvisionne de charbon dans le golfe d'Ismid. Des bäti- 
ments de guerre anglais et frangais stationnent devant les Dardanelles. A 
7 heures du soir, le „Goeben", aussi bien que le , Breslau" battaient encore 
pavillon allemand. (Sign6) Giers. 

Xr. DCCIjXXIII. li' Ambassadeur en Turquie au ülinistre 
-des Affaires Utrangeres. 

Ob. II 24. 

{T6l6gramme.) Constantinople, le 1/14 Aoüt 1914. 

Par une Note circulaire, la Porte a fait connaitre la disposition qu'elle 
a prise pour faire enlever des batiments de commerce 6trangers, ä leur entr6e 
dans les dötroits, leurs appareils radiot6l6graphiques et les leur restituer ä 
la sortie des d^troits. J'ai protest^, mais vu la Situation actuelle je doute 
que ma protestation ait eu quelque effet. (Sign6) Giers. 

^v. DCCL.XXIV. Lie Ministre des Affaires Etrangeres & 
1' Ambassadeur en Turquie. 

Ob. II 25. 

(T6l6gramme.) St. Pötersbourg, le 1/14 Aoüt 1914. 

Le Charge d'affaires Türe m'a lu ce matin le t6l6gramme suivant du 
Ministre des Affaires Etrangeres Ottoman confirmant que la Turquie a la 
ferme Intention d'observer la neutralit6 la plus stricte. 

„Pour ne laisser subsister aucun doute sur attitude pacifique que Gou- 
vernement Imperial a d6cid6 observer dans conflits actuels, je Vous informe 
dörechef qu'il est r6solu garder stricte neutralit^." (sign6): Said-Halini, 
Ministre Affaires Etrangeres Turquie. (Sign6) Sazonow. 

Nr. DCCLiXXV. Li'Anibassadeur eu Turquie au Ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 26. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 4/17 Aoüt 1914. 

Le „Goeben" et le „Breslau" sont partis hier pour Ismid afin de reparer 
leurs avaries, le premier 6tant atteint ä, deux endroits du tribord et le second 
ä la proue. La röparation prendra prös de dix jours. 38 bless(5s ont 616 
d(jbarqu6s du „Goeben". Hier, 200 hommes de l'^quipage allemand ont quitt6 
les deux batiments ; les autres döbarqueront. au dire du Ministre de la Marine, 
apres Tarriv^e du d6tachement turc qui revient d'Angleterre ä, bord du croiseur 
turc „Reshid" . {Sign6) Giers. 



56 ^' Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr.nCCIiXXVI. Lie Minintre eii Grece au ilIiniNtre des Attaires 
Etrang^res. 

Ob. II 27. 

(T6l6gramme.) Äthanes, le 6/19 Aoüt 1914. 

J'apprends de source confidentielle que le Ministre de Gr6ce k Berlin 
a fait une d^marche aupr^s de M. de Jagow pour lui repr6senter que la 
vente des croiseurs „Goebcn" et „Breslau" par rAllemagne ä la Turquie 
constituait un acte peu amical envers la Gr^ce; le Ministre allemand a 
r^pondu qu'en r6alit6 cette vente n'avait Jamals eu lieu. 

(Sign6) Demidow. 



Nr. DCCLiXXVII. Li'Ainbassadeur en Turquie au Ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 28. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 6/19 Aoüt 1914. 

Deux Cents hommes de l'^quipage du „Goebeu" et du „Breslau" ont 
d6jä 6t6 d^barquös et remplacös par des Turcs. Au dire du Grand- V6zir, 
les autres seront öloignös aussitOt que sera arriv6 d'Angleterre l'öquipage 
turc des bätiments söqueatrös par la Grande-Bretagne. 

(Sign6) Giers. 



Nr. DCCLiXXVIII. Li'Ambassadeur en Turquie au Ministre 
des Affaires £trangeres. 

Ob. II 29. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 7/20 Aoüt 1914. 

Je dois dire que la Situation ä Constantinople est extremement grave 
en ce que toutes les affaires se trouvent entre les mains des militaires qui 
se permettent d'agir arbitrairement et s'efforcent ouvertement, pressös par les 
AUemands, d'entrainer la Turquie ä nous iaire la guerre. Djavid-bey, le 
Grand-V6zir et, dans une certaine mesure, Djemal-pacha s'y opposent, mais 
je suis loin d'etre sür qu'ils aient le dernier mot. (Sign6) Giers. 



Nr. DCCIiXXIX. Li'Ambassadeur en Turquie au ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 30. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 6/19 Aoüt 1914. 

Le Ministre des Finances est venu me voir aujourd'hui et m'a fait part 
de sa conviction qu'il 6tait possible d'arriver ä un accord avec les Puissances 
de la Triple Entente. Selon Djavid-bey, les AUemands prodiguent des pro- 
messes d'un caractere si all6chant, principalement en ces derniers jours, qu'il 
est bien difficile d'y r^sister. De l'avis du Ministre, les Puissances de l'En- 



b) Eintritt der Türkei. 
^ — Vorgänge hin s ichtlich Aegyptens . 57 

tente devraient offrir aux Turcs des avantages quelque peu införieurs ä ceux 
que promettent les Allemands, mais suffisants toutefois pour arreter le Gou- 
rernement devant une r6solution imprudente et pour donner aux membres 
inod6r6s du Cabinet une arme assez forte pour lutter avec leurs collögues 
nourrissant des dispositions belliqueuses, provoqu6es par l'influence des Alle- 
mands. Au nombre de ces avantages, on pourrait mettre rintroduction d'une 
indöpendance complete 6conomique de la Turquie, de meme que rabolition 
du regime des capitulations. A ma question si la mission allemande allait 
gtre 61oign6e ä ces conditions, le Ministre m'a r6pondu que Ton pourrait faire 
d^pendre les prvileges offerts ä la Turquie de l'öloignement de la mission. 
Communiqu6 ä Paris et Londres. (Sign6) Giers. 



Nr. DCCIiXXX. Li'Ambassadeup en Turquie au Ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 31. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 7/20 Acut 1914. 

Aujourd'hui, Djavid-bey est all6 voir les Ambassadeurs de France et 
d'Angleterre pour leur r6p6ter la proposition qu'il m'avait faite hier. Hier 
encore, Djemal-pacha s'6tait expliquö dans le mgme sens avec Sir L. Mallet. 
La diff6rence qui existe entre ces propositions consiste en ce que les Turcs 
paraissent ne pas avoir cachö ä mes coll^gues qu'ils nourrissent des craintes 
ä notre 6gard et qu'ils dösireraient, par consöquent, en arriver non ä un 
accord 6crit g6n6ral avec les Puissances de l'Entente, mais avec chacune en 
particulier. 

En ce qui concerne les capitulations, nous trouvons, mes coll^gues et 
moi, des difticult^s ä les voir abolir compl^tement. J'admets cependant la 
possibilit^ de restreindre de beaucoup leur application. Je coiisid^rerais 
comme parfaitement acceptable de les röduire ä la garantie de l'inviolabilite 
de la personne et du domicile des sujets ötrangers et k l'appui apporttS par 
les consuls cn luatiere de justice. 

Communiquö ä Paris et Londres. (Sign6) Giers. 



Nr. DCCLiXXXI. Ije Ministre des Affaires Etran{;eres aux 
Ambassadeurs en France et en Augleterre. 
Ob. II 32. 

(T(5l6gramme.) St. P6tersbourg, le 8/21 Aoilt 1914. 

J'ai pri6 les Ambassadeurs de France et d'Angleterre de recommander 
ä, lenrs Gouvernements respectifs de ne pas rejeter en cntier les bascs propos^es 
par Djavid-hey. Quoique la probabilitö dune entente avec la Turquie soit 
douteuse, nous trouvons pourtant qu'il ne faut pas repousser les ^löments 
plus moder^s. 

Communiqu6 ä Constantinople. (Sign6) Sazm/o/c. 



58 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Jir. DCC'IjXXXII. L<'Aniba»«Nadeiir en France au ItliniMtre des 
AH'aireN Ktraiigeres. 

Ob. II 33. 

(T6l6gramme.) Paris, le 9/22 Aoüt 1914. 

Ai re?u Votre t^l^gramme du 8/21 Aoüt. 

M. Dtßumergues partage compl^tement Votre mani6re de voir. De Tavis 
de TAiiibassadeur de France ä Constantinople, avis qu'il a exprim6 ä Djavid- 
bey, il est n6cessaire, dans la question des capitulations, de pr6voir certaines 
mesures de transition. Se ralliant ä cette conception, M. Doumergues est 
pr§t ä discuter la formale que Ion pourrait avoir ä proposer aux Turcs. 

Communiqu6 ä Constantinople. (Sign6) Iswolsky. 



Nr. DCCLXXXIII. L<e Miuistre des Affaires Etrangeres ä 
l'Ainbassadeur en Turquie. 

Ob. n 34. 

(Telegramme.) St. P^tersbourg, le 10/23 Aout 1914. 

L' Ambassadeur d'Angleterre m'a remis un aide - memoire constatant 
que Bon Gouvernement, trouvant les demandes des Turcs exag^r^es, considere 
nöanmoins comme opportun de ne pas les rejeter, mais de les envisager ä 
titre de matiere ä pourparlers. 

L'Angleterre est dispos6e ä garantir par 6crit, de concert avec nous et 
avec la France, rinviolabilitö et l'ind^pendance de la Turquie par les trois 
Puissances, et d'affirmer que le trait6 de paix ne comprendra pas de conditions 
contraires ä ces priBcipes. De plus, d^s que sera 6tabU un mode, garantissant 
l'exercice de la justice, capable de satisfaire aux conditions präsentes, 
l'Angleterre consentira ä renoncer ä la juridiction territoriale bas6e sur les 
capitulations. 

Par contre, le Gouvernement Ottoman s'engage par 6crit ä observer 
durant la guerre actuelle toutes les obligations que comporte la neutralit6 et 
de faciliter de toute mani^re aux bätiments de commerce le passage continu 
et libre par les d^troits. 

La Turquie procedera 6galement sans retard au rapatriement des 
officiers allemands et de tout l'öquipage du ^Goeben" et du .Breslau". 

Ayant accept^ les propositions anglaises ci-dessus, je Yous prie de Vous 
concerter ä trois et de Vous en inspirer dans Vou pourparlers ult^rieurs avec 
la Porte. 

Si ces pourparlers prenaient une tournure favorable. nous trouvons que 
la seule garantie solide que la Turquie pourrait donner de son action ä venir 
consisterait dans l'^loignement de ses confins de tous les militaires et des 
marins allemands. 

Communiqu6 ä Paris et Londres. (Sign6) Sazanow. 



b) Eintritt der Türkei. 
a) Vor gänge hinsichtlich Apgyptfns. 59 

Nr. DCCIiXXXIV. Lt'Ainbassadeur eu France au Aliuistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. n 35. 

(T^l^gramme.) Paris, le 11/24 Aout 1914. 

.AI rcQU Votre t6l6gramine du 10/23 Aoüt. 

M. Düumei-gues, qui a recu ici un memoire analogue de TAmbassadeur 
de la Grande-Bretagne, a acceptö les propositions anglaises qu'il renfermait et 
a fait parvenir ä l'Ambassadeur de France ä Constantinople des instructions 
conformes ; il est enti^rement d'accord axec Vous au sujet de la n6cessit6. 
dans le cas oü les n^gociations avec la Turquie prendraient une tournure 
favorable, d'insister ensuite sur l'öloignement de l'ensemble des officiers et 
des soldats allemands hors des confins de la Turquie. 

Communiqu6 ä Londres et Constantinople. (Sign6) Iswolsky. 



Nr. DCCLiXXXV. Li'AmbasMadeiir eu Turquie au Ministre des 
Affaires £trangeres. 

Ob. II 36. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 14/27 Aoüt 1914. 

Selon une rumeur persistante, les croiseurs „Goeben" et .Breslau'- 
s'appretent ä appareiller ces jours-ci pour la Mer Noire. D'autre part, j'apprends 
que 80 marins et 20 möcaniciens allemands sont arrivös ä Constantinople, 
döguis^s en simples manoeuvres. J'en ai aujourd'hui meme demandä des 
explications au Grand-V^zir, qui m'a d6clar6 cat^goriquement ne rien savoir 
de l'arrivöe des marins. II m'a donn6 sa parole que le „Goeben'^ n'irait nulle 
part et m'a promis d'insister ä nouveau sur la n6c6ssit6 de procöder au 
döbarquement de l'^quipage allemand des bätiments. Je crois le Grand-V6zir 
sincere, mais son inüuence diminue de plus en plus et il peut, ä chaque 
moment, etre compl^tement 6cart6. Par consöquent, j'admets parfaitement la 
possibilit6 de l'entröe du „Goeben" dans la Mer Noire, ä l'instigation des 
allemands, avec une partie de l'^quipage allemand et battant pavillon turc. 

Communiqu6 ä Paris et Londres. (Sign6) Giers. 



Nr. DCCL.XXXV1. Li'Ambassadeur en Turquie au Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 37. 

(T6l6gramme.) Constantinople. le 14/27 Aoüt 1914. 

On attend sous peu ä Constantinople un Amiral allemand, qui arrive 
pour servir de conseiller technique en matiöre maritime. 27 officiers allemands 
sont d^jü arrivös pour le Service des forts des Dardanelles. 

(Sign6} Giers. 



00 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

iWr. DCCLXXXVII. Ij'AinbaNNadeur cn Angleterre uu .Tünistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 38. 

(Tdögramme.) Londres, le 15/28 Aoöt 1914. 

Sir E. Grey m'a exprim6 son inqai6tude au sujet de la Situation i 
Constantinople. II m'a dit que si la Turquie se d6cidait ä la guerre, eile 
en subirait les cons6quences les plus graves. II croit que les efforts faits 
raaintenant par rAUemagne provoqueront bientftt de la part de la Turquie 
une action qui rendra la Turquie et rAUemagne manifestement responsables 
de la guerre. (Sign6) Benckendorff. 

Nr. DCCIjXXX.VIII. L'Aiubai^sadeur en Turquie au ülinistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 39. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 16/29 Acut 1914. 

Dans le courant de la premiöre quinzaine du mois d'Aoüt, l'effort de 
rAUemagne pour entrainer la Turquie ä la guerre et pour monter Fopinion 
publique turque contre les Puissances de l'Entente, est devenu de plus en 
plus visible. L'Agence Wolffs'6vertue ä röpandre en Turquie le manifeste du 
Sultan et le belliqueux ordre aux armöes A'Enver-pacha, les appelant ä se 
laver de l'opprobre de la guerre des Balcans. Des Matelots et des soldats 
sont amen^s d'AUemagne en Turquie. Le 14 Aoüt, 150 soldats allemands 
sont arriv6s ä Constantinople sous un döguisement d'artisans; 800 soldats 
allemands, avec officiers, ont trarers^ le 15 Aoüt Andrinople, voyageant par 
train special. Selon des informations parvenues d'Erzeroum, 15 officiers 
allemands y sont arrivös pour diriger la construction de nouvelles fortifications. 
Les soldats de la röserve et les volontaires allemands qui n'avaient pas eu 
le temps de partir pour l'AUemagne, ont recu l'ordre de prendre rang dans 
les Corps d'armöe turcs. (Signö) Giers. 

5fr. DCCIiXXXIX. Li'Ambassadeur en Turquie an Miuistre de» 
Affaires £trangeres. 

Ob. II 40. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 19 Aoüt/ 1 Septembre 1914. 

Le Ministre de la Marine est venu me voir hier et m'a donn6 sa parole 
d'honneur que pas un matelot allemand ne resterait dans la flotte, me priant 
seulement de lui laisser un peu de temps — quinze jours environ — pour les 
öloigner graduellement. II fait partir aujourd'hui le premier Echelon des 
allemands par voie de terre. L'öloignement graduel lui serait n6cessaire pour 
faire enseigner aux matelots turcs les particularitäs techniques des batiments 
^chetös. Djemal-pacha m'a donn6 ä entendre ä cette uccasion qu'il est 
intimement persuadä de la n6cessit6 qui s'impose ä la Turquie, d'observer une 
stricte neutralitö et de ne faire la guerre ä personne, pas plus dans les 



b) Eintritt der Türkei. 
a) Voi'gaage hiHSichtllch Afegyptenü. 61 

Balcans que sur un autre theätre. II s'obstinerait ä faire prövaloir cette 
opinion au Conseil de Ministres. Une certaine prudence dans ses actions lui 
est toutefois dict^e, puisque, tout en 6tant ind^pendant en sa qualit6 de 
Ministre de la Marine, il se trouve pouriant dans un 6tat subordonn^, en 
tant que Commandant de la deuxieme arm^e. 11 n'aurait pas 6t6 inform^ 
de rarriväe des nouveaux d^tachements allemands. 

Communiqu6 ä Paris et Londres. (Sign6) Giers. 

Xr. DCCXC. Li'Anibassadenr en Tupquie au Ministre des 
Affaires £trangeres. 

Ob. II 41. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 26 Aoüt/8 Septembre 1914. 

J'ai lieu de supposer que la Porte se pr6pare ä d6clarer dans le plus 
bref d^lai la suppression des capitulations comme un fait accompli. Je trouve 
nöcessaire de döterminer d'avance, d'accord avec nos alli6s, notre attitude 
vis-ä-vis d'une declaration de cette nature. J'ai d'autre part €i€ inform6 de 
l'abrogation, par iradö Imperial, du Conseil International Sanitaire, en meme 
temps que de l'abolition des capitulations. 

Communiqu6 ä Bordeaux et Londres. (Sign6) Giers. 

Nr. DCCXCI. Ij' Ambassadeur en Turquie au Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 42. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 27 Aoüt/9 Septembre 1914. 

L'Ambassadeur d'Italie m'a fait savoir de la part de l'Ambassadeur 
d' Antriebe, que celui-ci n'approuvait nullement l'intention de la Porte d'abroger 
les capitulations et se trouvait pret, en sa qualit6 de Doyen, de se rallier ä 
la protestation g6n6rale de tous les Ambassadeurs. Cette opinion, selon le 
Marquis Pallavlcini, est partag^e 6galement par l'Ambassadeur d'Allemagne. 
J'ai röpondu au Marquis Garruni que je n'avais nulle objection ä une pareille 
declaration faite par toutes les Ambassades ä la Porte pour lui repr^senter 
que les capitulations 6taient le r6sultat d'une entente internationale et ne 
pouvaient §tre supprim^es par une disposition 6manant unilat^ralement de 
sa part. 

C'ommuniqu6 ä Bordeaux et Londres. (Sign6) Giers. 

Nr. DCCXCII. Ij'Anibassadeur en Turquie au Ministre des 
Affaires Ktrangcres. 

Ob. II 48. 

(D6peche.) Constantinople, le 28 Acut/ 10 Septembre 1914. 

Le Grand- V6zir a adress6 i tous les Representants t5trangers, i\ la date 
du 27 Aoüt courant, la Note dont la copie est ci-jointe et ayant trait ä 
l'abrogation des capitalions qui doit se faire k partir du 1 Octobre ct. 
(nouveau style). 



62 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Comme Votre Excellence voudra bien le remarquer dans le texte de la 
Note pr6cit6e, la Sublime Porte voit dans les capitulations des actes 
unilatöraux, 6manant spontan6ment de sa part et pouvant, de möme, Stre 
supprimös de son propre gr6. 

Ce proc6d6 du Gouvernement Ottoman, qui viole des traitös conclus 
avec la Turquie par tous les Etats Europ6ens et porte un pr6judice direct 
aux int^rets de ces derniers, a provoqu6 de leur part une protestation formulöe 
dans une Note identique qui a 6t6 remise le 28 Acut courant au Grand-V6zir 
et dont j'ai l'honneur de präsenter ögalement une copie sous ce pli. 

Je crois devoir ajouter que cette Note identique, ainsi que j'eus d6jä. 
l'honneur de le communiquer par t616graphe, a 6t6 remise au Grand-Vözir 
6galement par les Ambassadeurs d'Allemagne et d'Autriche-Hongrie. 

(Sign6) Giers. 

Texte de la note de la Sublime Porte ä l'Ambassade Imperiale de Russie 

ä Coustantluople. 

Du 27 Aoüt/9 Septembre 1914. 

Le Gouvernement Imperial Ottoman, dans ses sentiments d'hospit»lit6 
et de Sympathie ä l'ögard des sujets des Puissances amies, avait jadis 
däterminö d'une fagon speciale les r6gles auxquelles seraient assuj6tis les 
^trangers venant en Orient pour y commercer, et avait notifiö ces r^gles aux 
Puissances. Subs^quement ces r^gles que la Sublime Porte avait 6dict6es 
exclusivement de son propre agr6ment, furent interpr6t6es en des Privileges, 
corrobor6es et ötendues par certaines pratiques et se maintinrent jusqu'ä nos 
jours sous le nom d'anciens traitös ou capitulations. Cependant ces Privileges, 
qui, d'un c6t6 se trouv^rent etre en Opposition complete avec les regles 
juridiques du sifecle et avec le principe de la souverainet^ nationale, consti- 
tuerent. d'autre part, un empfechement au progr^s et au d^veloppement de 
l'Empire Ottoman de meme qu'ils firent naitre certains malentendus dans les 
relations avec les Puissances Etrang^res, et ainsi ils forment un obstacle 
ä ce que ces relations atteignent le degr6 voulu de cordialitö et de sincerite. 

L'Empire Ottoman surmontant toute rösistance continue ä marcher dans 
le chemin de renaissance et de r^forme oü il s'6tait engag6 en 1255 par le 
Hatti-Hümayoun de Gul-Hän6 et, afin de s'assurer la place qui lui 6tait due 
dans la famille des peuples civilis6s d'Europe, accepta les principes juridiques 
les plus modernes et ne s'öcarta pas du programme d'appuyer sur ces 
fondements l'^difice de l'Etat. L'^tablissement du regime constitutionnel 
d^montre de quel heureux succäs furent couronn^s les efforts du Gouvernement 
Ottoman dans la voie du progres. 

Cependant, comme consöquences tir^es des capitulations, l'interventiön 
des ^trangers dans l'exercice du pouvoir judiciaire pui constitue l'assise la 
plus importante de la souverainet6 de l'Etat; la limitation du pouvoir 
16gislatif, par la Prätention 6mise, que beaucoup de lois ne sauraient Stre 
appliqu6es aux 6trangers ; le fait qu'un criminel, ayant port6 atteinte ä la 



b) Eintritt der Türkei. 
a) Vurgäuge liiusiuliUlcli AegypLeus. — 63 

söcuritö publique se trouve soustrait ä l'application des lois par le seul 
motu qu'il est de nationalit^ ^trangere, ou bien encore le fait que l'action 
publique se trouve compromise par la necessitö de respecter ä l'egard du 
d^linquant ötranger toutes sortes de restrictions et de conditions: le fait 
enfin que, suivant la nationalitö des contractants, un difförend, n6 d'un meme 
contrat, comporte un for et un mode de procöder dif!6rents; tous ces faits 
et d'autres Privileges restrictifs semblables, constituent une insurmontable 
barrifere ä toute Organisation de tribunaux instituöe en vue d'assurer dans 
le pays le parfait fonctionnement de la justice. 

De meme encore, cette consöquence des Capitulations qui rend les 
^trangers francs et libres d'impots dans l'Empire Ottoman rend la Sublime 
Porte impuissante non seulement ä se procurer les moyens n^cessaires pour 
pourvoir ä l'exöcution des röformes, mais meme ä satisfaire aux besoins 
administratifs courants, sans avoir recours ä l'emprunt. Dans le meme ordre 
d'id^es, les entraves apportäes ä Faugmentation des impots indirects ont 
pour consöquence d'6lever la quotitö des contributions directes et d'accabler 
les contribuables Ottomans. Le fait que les 6trangers commergant dans l'Empire 
Ottoman et y jouissant de toutes sortes d'immjiinit^s et de Privileges, sont 
moins imposös que les ottomans, constitue ä la fois une injustice Evidente et 
une atteinte ä l'ind^pendance et ä la dignitö de l'Etat. Le Gouvernement 
Imperial, malgr^ tous ces obstacles, poursuivait avec zfele ses efforts r^forma- 
teurs, quand la survenance de la guerre gän^rale rendit de la dernifere acuit6 
les difficult^s financi^res dans le pays, mettant en danger raccomplissement 
de toute oeuvre commenc66 ou dont l'entreprise a 6te resolue. Or la Sublime 
Porte a la conviction que le seul moyen de salut pour la Turquie est de 
r^aliser au plutöt cette oeuvre de röforme et de döveloppement comme eile 
a aussi la conviction que tous les pas qu'elle fera dans cette voie jouiront de 
l'encouragement de toutes les Puissances amies. 

C'est sur la base de cette conviction que la d^cision a 6te prise 
d'abroger, ä compter de la date du 1-er Octobre 1914 les Capitulations qui 
jusqu'ä pr6sent constitu^rent une entrave ä tout progres de lEiupire. ainsi 
que tous Privileges et tol6rances accessoires ä ces Capitulations ou en d^coulant 
et d'adopter comme base des relations avec tous les Etats, les principes 
g6n6raux du droit international. 

Tout en ayant l'honneur de notifier la präsente d^cision. qui devaut 
ouvrir pour l'Empire Ottoman une ere de bonheur, sera ä ce titre. je nen 
doute point, accueillie avec satisfaction par le Gouvernement Imperial 
Russe, je me fais un devoir d'ajouter que la Sublime Porte, inspiröe 
exclusivement, dans sa dC'cision, par les int^rets sup6rieurs de la patrie 
Ottomane, ne nourrit, en abrogeant les Capitulations, aucune pens^e inamicale 
k r^gard d'aucune Puissance et qu'elle est toute dispos^e ä entamer des 
nögociations en vue de conclure avec le Gouvernement Russe des traitt'^s de 
commerce sur la base des principes g6n6raux du droit international public. 

(Signal Said-Hai/ Dt. 



^4 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Texte de la iioto Identiquo Kosponsive. 

Du 28 Aoüt/10 Septembre 1!»14. 

J'ai l'honneur d'accuser r6ception ä Votre Altesse de Sa lettre du 9 
courant par laquelle Elle veut bien m'inforiner de la d^cision prise par le 
Gouvernement Imperial de supprimer les Capitulations en Turquie ä partir 
du 1-er Octobre prochain. 

Je ne manquerai pas de portor cette d^cision et les consid6rations sur 
lesquelles eile se base ä la connaissance de mon Gouvernement, mais je crois 
devoir dös ä präsent faire observer ä Votre Altesse, en contradiction avec le 
döbut de l'expos^, quc le regime capitulaire tel qu'il fonctionne en Torquie 
n'est pas une institution autonome de l'Empire, mais la r6sultante des Trait^s 
internationaux, d'Accords diplomatiques et d'Actes contractuels de diverses 
sortes. Ce regime ne saurait par suite etre modifi6 dans aucune de ses parties 
et ä plus forte raisoD etre supprim6 dans son ensemble par le Gouvernement 
Ottoman qu'a la suite d'une entente avec les Puissances contractantes. 

Faute donc d'une entente conforme r6alis6e avant le 1-er Octobre prochain 
entre le Gouvernement Ottoman et mon propre Gouvernement je me trouverais 
dans l'impossibilitö de reconnaitre force ex6cutoire ä partir de cette date ä 
la d6cision unilaterale de la Sublime Porte, 



Xr. DCCXCIII. li'Ambassadeup en Turquie au Ministre des 
Affaires Etranjseres. 

Ob. II 44. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 20 Aoüt/10 Septembre 1914. 

Aujourd'hui, j'ai fait remarquer au Grand-V6zir et ä Djavid-bej que 
nous ne pouvions aucunement admettre un d6cret arbitraire de la Porte, et 
que celle-ci n'avait atteint, par ce d^cret, que l'accord survenu entre les 
Puissances bellig^rantes en vue d'y opposer une protestation identique. Pour 
sortir de la präsente Situation, je leur ai conseill^ d'entamer, sans d^lai et 
avant l'application de la mesure abrogatoire. des n6gociations relatives, d'une 
part, aux reglements des capitulations susceptibles d'etre r6vis6s et, d'autre 
part, ä ceux dont la suppression ne permettrait pas aux 6trangers d'habiter 
la Turquie. L'identit6 de nos protestations parait les avoir vivement frapp^s 
tous les deux. Ils ont expliqu6 qu'ils avaient du, pour 6viter la guerre, 
donner une satisfaction quelconque ä l'opinion publique et qu'ils auraient 
obtenu, en supprimant les capitulations, une certaine accalmie au moins 
pour un mois. Par lä, disent-ils, ils auraient suscit6 rindignation de 
I'Ambassadeur d'Allemagne.— II est certain que les Turcs continuent ä jouer 
un double jeu et s'efforcent de tirer le plus d'avantages possibles de la guerre 
europ^enne. 

Communiqu^ ä Bordeaux et Londres. (Sign6) Giers. 



b) Eintritt der Türkei. 65 

Dfr. DCCXCIV. Ij'Ambassadear en Turquie au Dlinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 45. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 28 Aoüt/ 10 Septembre 1914. 

Selon une nouvelle parvenant des Dardanelles, on y travaille actuellement 
ä amäliorer les fortifications, sous la direction de Weber-pacha et d'un officier 
süp6rieur allemand qui vient d'y arriver. 30 artilleurs, du nombre des 
soldats jillemands amenös ä Constantinople, ont 6t6 d6barqu6s dans les 
Dardanelles. Les autres, aa dire d'un soldat allemand revßtu d'un uniforme 
turc, se trouvent röpartis dans les forifications le long du Bosphore. Les 
munitions et l'artillerie continuent ä arriver d'Allemagne et l'on attend ces 
jours-ci un nouveau transport compos6 de 75 wagons. 

(Sign6) Giers. 



Nr. DCCXCV. li'Anibassadeur en Turquie au üliuistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 46. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 28 Aoüt/10 Septembre 1914. 

Une personnalit^ qui so trouve en etroites relations avec les Ministres 
Ottomans, 6met l'opinion que la Turquie est li6e ä TAllemagne par une 
entente dont la conclusion aurait 6t6 due principalement aux instances 
cV Enver-pacha. Cette entente n'oblige pas cependant les Turcs de nous 
d6clarer la guerre immödiatement et c'est par lä que s'explique l'attitude 
qu'ils ont adopt^e ä präsent, malgr6 les efforts d^ployös par les Allemands 
de häter le dönouement. 

Communiqu6 ä Bordeaux et Londres. 

(SigD6) Giers. 



Nr. DCCXCVI. Li' Ambassadeur en Turquie au Ministre des 
Affaires Etranj^eres. 

Ob. II 47. 

(T6l6gramnie.) Constantinople, le 28 Aoüt/10 Septembre 1!)14. 

J'apprends de bonne source qu'Envcr-pachu a re^'U, le 23 Aoilt, une 
lettre par laquelle 1' Ambassadeur d'Allemagne lui fait comprendre que le 
Gouvernement allemand trouve le moment propice pour que la Turquie 
s'acquitte de ses devoirs d'alliöe envers l'Allemagne. On ne devrait attendre 
que la fin des travaux de fortfication des Dardanelles. Sans prtSjuger 
d^finitivement de la direction dans laquelle opt5rerait rarmöe turque, l'Alle- 
magne considöre que celle-ci pourrait ftre dirigee vers uue attaque de l'Egypte 
et une dcscente ä, Odessa. 

(Sign6) Giers. 

Jahrbuch des Völkerrechte. II. 5 



(ßß C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCXCVII. I^e MiniNtre des Alfairen EtrauKereN aux Ani- 
baf^sadeurs en France et en Angleterre. 
Ob. II 48. 

(T6l6gramme.) Petrograd, le 28 Aoüt/ 10 Septembre 1914. 

Projet d'une Note identique des Puissances de la Triple Entente. 

Le rögime des capitulations 6tant fond6 sur des pactes synallagmatiques, 
il n'appartient pas k la Sublime Porte d'en prononcer l'abrogation par un 
simple acte de sa propre volont6. 

Les Gouvernements Russe, FranQais et Britannique sont n6anmoins 
disposös k examiner imm6diatement et dans l'esprit le plus amical les propo- 
sitions que la Sublime Porte croirait devoir leur adresser pour substituer au 
regime actuel un regime plus conforme aux principes genöraux du droit inter- 
national. Les dits Gouvernements ne pourront toutefois se prSter ä cet examen 
qu'apr^s avoir reQU de la Sublime Porte l'assurance qu'Elle observera une 
stricte neutralite dans la guerre actuelle et qu'Elle s'abstiendra ^galement de 
tout acte offensif ä l'ägard d'aucun Etat voisin de la Turquie. 

Communiqu6 ä Constantinople. 

(Sign6) Sazonow. 

Nr. DCCXCVIII. L.e ]VIinistre des Affaires Etrang^res ä 1' Am- 
bassadeur en Turquie. 

Ob. II 49. 

(T6l6gramme.) ^ Petrograd, le 28 Aoüt/10 Septembre 1914. 

Veuillez avertir le Grand-V^zir que l'apparition du ^Goeben" et du 
^jBreslau" dans la mer Noire peut amener des complications. Dans l'espoir 
que les partis prudents, en Turquie, ne peuvent dösirer cela, nous croyons 
devoir en prävenir amicalement le prince Said-Halim. 

(Sign6) Sazonow. 



Nr. »CCXCIX. Li'Anibassadour en Turquie au IVIinistre des 

Affaires £traugeres. 

Ob. U 50. 

(T6l6gramme.) Constantinople, leSl Aoüt/ 13 Septembre 1914. 

Ai regu Votre t6l6gramme du 28 Aoüt. 

J'ai averti le Grand-V6zir que l'apparition du „Goeben" et du „Breslau" 

pouvait amener des complications, d'autant plus que les officiers allemands 

s'y trouvant ä bord chercheraient ces complications afin d'entrainer la Turquie 

ä nous faire la guerre. Le Grand-V^zir m'a r^pondu qu'il n'^tait, en attendant, 

aucunement inform6 du d^part des bätiments et qu'il ne voyait pas de motif 

pour les envoyer dans la Mer Noire. Je crois que le Grand- V^zir va 

s'opposer au d^part du „Goeben" et du „Breslau" pour la Mer Noire. mais 

sa voix, malbeureusement, ne joue pas un role döcisif. 

(Sign6) Giers. 



b) Eintritt der Türkei. 67 

Nr. DCCC. Lr 'Ambassadeur en Turquie an 9Iinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. U 51. 

(Töl^gramme.) Constantinople, le 31 Aoüt/13 Septembre 191-4. 

D'une source confidentielle j'apprends que les Ambassadeurs d'Allemagne 
«t d'Autriche-Hongrie, qui avaient adher6 ä la Note identique par laquelle 
les Gouvernements avaient protest^ contre la suppression des capitulations, 
ne comptent pas insister sur les objections formul6es contre cette abrogation. 

(Sign6) Giers. 

' Nr, OCCCI. li'Ambassadeur en Tnrquie an IVIinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 52. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 31 Aoüt/13 Septembre 1914. 

Aujourd'hui, l'Ambassadeur de Grande-Bretagne a d^clarö au Grand- 
V6zir que l'Angleterre rappelait TAmiral Limpus et , tous les officiers 
britanniques vu la Situation intenable faite en Turquie ä la mission navale 
anglaise. 

Communiqu6 ä Londres. ^g-^^^j ^ .^^.^^ 

Nr. DC/CCII. li'Auibassadeur en Turquie an 9Iinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 53. 

(D6pßche.) Constantinople, le 1/14 Septembre 1914. 

En cherchant, par tous les moyens, d'acqu6rir en Turquie une Situation 
pr6pond6rante, l'Allemagne et 1' Antriebe - Hongrie ont surtout port^ leur 
attention sur les organes de la presse de Constantinople. 

Selon les informations que possöde l'Ambassade de Russie ä Constanti- 
nople, les principaux journaux regoivent de ces deux Etats des subsides assez 
importants et dont le montant est d6taill6 ci-dessous: 

Nom de la gazette. Sommes pei"(,'ues. 

de l'Allemagne de TAutriche-Hongrie 
en livres turques. 

Ikdam 2.500 1.000 

Sabah 2.000 1.000 

Tanin 2.000 1.000 

Tasfiri-Efkiar 2.000 500 

Terd,iuraan 500 5(X) 

(Sign6) Giers. 

\r. DC'CCill. li'Ainbassadenr eu Tnrquie an Ministre des 
Affaires £tran;;eres. 

Ob. II 54. 

( T6l(5gramme.) Constantinople, le 2/15 Septembre 1914. 

D'un entretien que j'ai eu au,jourd'hui avec Talaat-bey et Halillicy, je 
conclus que les Turcs commencent h. se rendre compte de la prccipitation 

. 5* 



68 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

dont ils ont us6 dans l'abrogation des capitulations et ä en craindre les 
cons6quences qui s'ensuivront apres la guerre. Les deux Ministres m'ont 
a8sur6 de leur dösir de se mettre d'accord avec noas. Ils m'ont dit qu'ils 
6taient dispos^s ä söparer, dans la dite question, la partie 6conomique de la 
partie .juridique, en renvoyant l'abrogation de cette derni6re ä plus tard. Ce 
qui leur Importe maintenant avant tout, c'est la libertö 6conomique. sans 
laquelle il n'est pas possible de satisfaire aux exigences du budget. Donc, 
en ce qui concerne l'abrogation des röglements 6conomiques des capitulations, 
qui ne forme pas l'objet de r^criminations de principe de la part des Gouver- 
nements, ils en voudraient l'application immödiate. Je trouve pour ma part 
que nous devrions aller sans dölai au devant d'eux et nous abstenir d'un 
refus qui ferait le ieu des Allemands. ,r.- ,^ n ■ 

Nr. nCCCIV. Li'Ambassafleur en Turquie au 9Iinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. n 55. 

(T616gramme.) Constantinople, le 4/17 Septembre 1914. 

Hier, T)javid-hey s'en rapportait au succös que gagnerait la lutte contre 
le parti belliqueux au sein du Cabinet et d^clarait pour certain que les 
Puissances de la Triple Entente pourraient amener la Turquie ä la d6mo- 
bilisation en la faisant d^pendre de leur consentement ä l'abrogation des 
capitulations tant ^conomiques que juridiques. 

Vu la tendance des Turcs, depuis qu'ils ont reconquis Andrinople, de 
mettre l'Europe devant un fait accompli dont la suppression ult^rieure 
rencontre un refus de leur part, vu encore la circonstance que les Puissances 
n'ont d'autre moyen d'exercer ä leur ögard une pression que de leur döclarer 
la guerre, je prie de me faire apprendre le plus tot possible quel serait le 
sentiment du Gouvernement Imperial concernant la proposition de Djavid-bey 
si celle-ci allait ßtre r6it6r6e au nom du Cabinet entier et munie d'une clause 
secr^te portant que le nouveau regime, libre de capitulations, ne serait 
appliqu6 aux ötrangers qu'apr^s l'ölaboration de normes nouvelles, susceptibles 
de garantir d'une mani^re süffisante l'inviolabilitö de leur personne et de 
leurs domiciles. (Sj^^^^^ ^.^^.^ 

9lr. DCCCV. L.e Ulinistre des Affaires Etrang^res ä l'Ani- 
bassadear en Turquie. 

Ob. II 56. 

(T6l6gramme.) Petrograd, le 6/19 Septembre 1914. 

Ai regu Votre t6l6gramme du 4 Septembre. 

Nous serions prets ä consentir ä l'abrogation des capitulations sous la 
r6serve que le nouveau regime ne serait appliqu^ qu'apres l'ölaboration de 
normes nouvelles, prösentant des garanties süffisantes ; mais il faudrait que 
le Gouvernement Ottoman offrit auparavant la neutralit^ absolue, garantie 
par la d^mobilisation et par l'öloignement de tous les militaires allemands. 

Communiquö ä Bordeaux et Londres. ^gjg^^^ Sasonow. 



b) Eintritt der Türkei. 69 

IS'r. DCCCVI. Li'Ambassadeur en Turquie au oflinistre des 
Affaires Etraugeres. 

Ob. II 57. 

(T6l6gramme.) Cod st antin^ople, le 8/21 Septembre 1914. 

Aujourd'hui, j'ai fait remarquer au Grand -V^zir que la sortie du 
„Goeben" dans la Mer Noire quoique de courte dur^e, ne s'accordait pas avec 
sa d6claration selon laquelle la flotte turque ne s'y rendrait point. Je lui 
ai rappel6 ma d^claration pr6c6dente relative aux incidents et aux cons6- 
quences qui pouvaient r6sulter de ces sorties et dont la responsabilit6 retombe- 
rait sur la Turquie. A cette occasion, je n'ai pas manqu6 de rappeler son 
attention sur le fait que la Situation internationale des croiseurs „Goeben" 
et „Breslau" battant pavillon turc ne pouvait etre reconnue comme correcte. 
Le Grand-Vözir tachait de se justifier par la röflexion que le döpart d'un 
grand bätiment se rendant ä des exercices de tir, qui seraient dangereux 
dans la Mer de Marmara, n'ätait pas un döpart de la flotte et qu'il ne pou- 
vait que me r^assurer qu'un d^part g6n6ral de la flotte turque n'aurait pas lieu. 

Ses affirmations, meme quand elles sont faites de l'assentiment du Con- 

seil des Ministres, ne prösentent pas de garantie assez s6rieuse puisque la 

flotte, qui se trouve ä la disposition des AUemands et aux ordres directs du 

Vice-G6n6ralissime Enver-pacha, peut partir meme en se passant du con- 

sentement du reste des Ministres. 

(Sign6) Giers. 

iVr. DCCCVII. Li'Anibassadeur en Turquie au Ullnistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 58. 

<T6l6gramme.) Consta ntinople, le 9/22 Septembre 1914. 

Le Conseil des Ministres ayant döcidö de ne pas envoyer la flotte dans 

la Mer Noire, l'Ambassadeur d'Allemagne y a envoyö tout de m§me le 

„Breslau" et a fait ensuite savoir au Grand- V6zir que les bätiments alle- 

mands ne se trouvaient soumis aux Turcs qu'ä un certain degrö et qu'ils 

^taient destinös ä servir non seulement les int^rßts turcs, mais principalement 

les int6rets allemands. A cette occasion, l'Ambassadeur a promis que les 

officiers allemands n'attaqueraient pas la flotte russe. 

(Sign6) Giers. 

Nr. »CCCVIII. Ij'Anibassadeur en Turquie au Ministre des 

Affaires Etrangeres. 

Ob. II 59. 

(T616gramme.) Constantinople, le 9/22 Septembre 1914. 

Les nouvelles que je re<;ois me fönt croire que les Ambassadeurs d'Alle- 
magne et d' Antriebe s'emploient avec z6lc ä, pousser les Turcs ü nous atta- 
quer, mais les Turcs paraissent craindre une rupture avec nous; en m6me 
temps, ils redoutent que la flotte command^e par des Allemands n'en vienne 

k livrer bataillc ä, la ilotte russe. „. , ^ . 

(Sign6^ Giers. 



70 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

.\r. I>C€CIX. I>'Aiiil»aNsad('ur eii Turquie au .>Iinistrc «Ioh 

Affaires Ktraiie«^res. 

Ob. 11 6Ü. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 9/22 Septembre 1914. 

On vient de publier le texte de la loi provisoire promulgu6e par Irad6 
Imperial relative ä la majoration ä partir de minuit 80 septembre noaveau 
style ä. 15% des droits de douane ad valorem soumis aujourd'hui ä 11 "/o, 
ä 12 "/o ceux qui ötaient soumis ä 8%. Les objets en or et argent, les 
bijoux resteront soumis au tarif r6duit special actuel. Les marchandises 
exp6di6es avant la Promulgation de la loi payeront les droits en vigueur au 
moment de leur exp6dition. 

(Sign6) Giers. 

^r. DCCCX. l<e 9Iiiii»(tre des Affaires Etrangeres ä, l'Am- 
bassadeur en Turquie. 

Ob. II 61. 

(T6l6gramme.) Petrograd, ie 11/24 Septembre 1914. 

Vous pouvez Vous entendre avec Vos coU^gues au sujet de la döfinition 
de la date ä partir de laquelle la Porte peut consid6rer comme abregne la 
partie fiscale des capitulations : de plus il est ä souhaiter que les pourparlers 
aboutissent ä fixer cette date ä une öpoque aussi distante que possible. 

(Sign6j Sasonow. 

!Vr. OCCCXI. li'Auibassadear en Turquie au 9Iinistre de» 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 62. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 12/25 Septembre 1914. 

Bureau presse public texte de la loi provisoire ötendant aux 6trangers 
s'occupant commerce ou exergant mutier ou profession la loi sur tömettu. 

(Sign6) Giers. 

Nr. I>CC€XII. Li' Ambassadeur en Turquie au Slinistre de» 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 63. 

(T616gramme identique des trois Ambassadeurs.) 

Constantinople, le 12/25 Septembre 1914. 
Dans une nouvelle entrevue que nous venons d'avoir— mes Collegues de 
France et d'Angleterre et moi— avec le n^gociateur ottoman, celui-ci a fait 
preuve de dispositions plus conciliantes. Le Gouvernement Imperial Ottoman 
semble se rendre mieux compte du prix de l'adhösion des Gouvernements de 
la Triple Entente ä certaines des modifications qu'il dösire apporter au regime 
capitulaire. II se montre en cons^quence disposö ä nous faire des concessions 
sur la partie judiciaire et p6nitentiaire des capitulations qu'il a abrog^es avec 
le reste en behänge de l'assimilation de nos nationaux aux ottomans en 



b) Eintritt der Türkei. 71 

matifere fiscale et de Tengagement de n^gocier avec lui des trait^s de com- 
merce bas^s sur les principes du droit publicMnternational et destinös ä rem- 
placer toutes les dispositions commerciales et douaniaires des anciens trait6s. 
Comme la juridiction est ce qui importe le plus ä nos nationaux, dont eile 
garantie les personnes et les bieus contre l'arbitraire, nous avons rintention 
de poursuivre les nögociations tant que nous pourrons espörer d'obtenir le 
maintien tel qu'il fonctionne aujourd'hui du regime judiciaire et pönitentiaire 
en usage ä l'ögard des ^trangers jusqu'ä ce que des modifications y aient 6t6 
apport^es avec l'assentiment des Puissances. 

(Sign6) Giers. 

Nr. I>CCCXIII. LiMmbassadenr en Turqnie an 9Iinistre des 
Alfaires Etrangeres. 

Ob. II 64. 

(Td^gramme.) Constantinople, le 13/26 Septembre 1914. 

Vu le projet Joint ä l'abrogation des capitulations et qui concerne la 
fermeture des postes 6trang6res, je crois opportun de limiter ä une seule la 
protestation g6n6rale des Ambassadeurs de l'Entente ä la date du I Octobre 
nouveau style, si nous n'arrivons d'ici lä ä un accord avec la Porte dans la 
question des capitulations. 

(Sign6) Giers. 

Nr. pCCCXIV. L.e Ulinistre des Affaires Etrang^res ä l'.4ju- 
bassadenr en Tnrquie. 

Ob. II 65. 

(T616gramme.) Petrograd, le 13/26 Septembre 1914. 

Veuillez communiquer ce qui suit au Gouvernement Ottoman : 

Le Gouvernement de Russie confirme la protestation que TAmbassadeur 
de Russie a remise le 28 Aoüt/10 Septembre dernier ä la Sublime Porte. 
Le regime capitulaire ätant ond6 sur des actes synallagmatiques il n'est pas 
au pouvoir de la Porte d'en prononcer l'abrogation par un acte unilateral. 
Le Gouvernement fmperial fait donc toute räserve quant aux mesures que 
les Autorit^s Ottomanes auraient prises ou viendraient ä prendre en violation 
des stipulations capitulaires, et il se d(5clare dös maintenant rC'Solu ä demander, 
en son temps, les r^parations legitimes pour les dommages que ses ressortis- 
sants subiraient de ce fait. 

Le Gouvernement de Russie croirait manquer k la confiante amiti6 qui 
Unit trös heureusement la Russie et la Turquie, s'il n'appelait la plus sürieuse 
attention de la Sublime Porte sur les constSqueuces de la politique oii eile 
semble vouloir s'engager. La Sympathie de la Russie constitue, pour la 
Turquie, un gage assurö de tranquillit6 , ainsi qu'une promesse pr6cieuse 
d'assistance qu'il n'est pas dans rint(5ret de la Turquie do niöconnaitre. 

Communique ä Bordeau.\-, Londres et Rome. 

(Sign6) Sasonoic. 



72 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCCXV. li'AmbaNNadeur eii Turquie au .tliuiHtre des 
Affaires Etrang^re>>i. 

Ob. 11 66. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 14/27 Septembre 1914. 

Selon des informations tout ä fait süres, le Gouvernement Austro- 

Hongrois a charg6 son Ambassadeur d'amener, par tous les moyens en son 

pouvoir, la flotte turque ä attaquer la Russie. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXYI. Li'Ambassadenr en Tnrquie an Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 67. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 14/27 Septembre 1914. 

Un torpilleur turc s'est avancö hier soir dans la Mer Eg6e et a 6t6 
arret6 par un bätiment de guerre anglais, qui lui a d6clar6 que l'escadre 
anglaise avait regu l'ordre de ne laisser sortir des Dardanelles aucun bäti- 
ment turc et de tirer sur ceux qui tenteraient une sortie. Le torpilleur torc 
est rentrö aussitot dans le dötroit. Le Commandant des Dardanelles, ayant 
consid6r6 l'avertissement anglais comme une d^claration de guerre a ferm6 

le d6troit. 

(Sign6) Gier%. 



Nr. DCCCXYII. Li'Ainbassadenr en Turquie au Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 68. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 14/27 Septembre 1914. 

Ayant appris la nouvelle de la fermeture des Dardanelles, nous nous 
sommes empress^s, les Ambassadeurs de France et d'Angleterre et moi, de 
nous rendre successivement chez le Grand -V6zir pour protester contre cette 
mesure. Nous avous demand6 au Grand-V6zir si eile räsultait d'un ordre du 
Gouvernement ou de l'initiative personnelle du Commandant; il nous a r^pondu 
que des Instructions g^n^rales concernant la fermeture du dätroit en cas de 
danger avaient 6t6 donn^es, il y a quelque temps, au Commandant et que 
celui-ci, en l'occurence, avait envisagä la d^claration anglaise comme un 
danger et avait consid6r6 de son droit de recourir ä cette mesure sans en 
avertir la Porte. J'ai conseillö au Grand -V6zir de ne pas sanctionner la 
d^cision du Commandant et d'ordonner sans retard l'ouverture du d^troit. 
Le Conseil des Ministres d6bat cette question en ce moment. Au cours de 
notre entretien, le Grand- V^zir s'est plaint ä moi de ce que la disposition 
anglaise avait 6t6 d'abord communiqu^e aux Dardanelles et ne lui avait 6t6 
confirm^e que plus tard, par une Note de l'Ambassadeur de Grande Bretagne 
qui, d'aprfes lui, se trouve en contradiction avec une d^claration anglaise 
ant^rieure, selon laquelle le passage dans la Mer Eg6e n'6tait interdit qu'au 



b) Eintritt der Türkei. 73 

„Goeben" et au „Breslau". J'ai dit au prince Said-Halim que la Porte 

devait s'en prendre ä elle-meme puisque les officiers allemands avaient 6t6 

admis ^galement ä bord d'autres navires. 

(Sign6) Giers. 



Xp. DCCCXVIII. L.'Ambassadeup en Turquie au Ministre des 

Affaires Etrangeres. 

Ob. II 69. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 15/28 Septembre 1914. 

Hier, le Grand V6zir a demand6 ä l'Ambassadeur d'Angleterre de faire 

6loigner ä, uns certaine distance l'escadre anglaise, qui ötait stationn^e ä 

l'entröe meme des Dardanelles, et promettait, dans ce cas douvrir imm^diate- 

ment le dötroit. Sir L. Mallet a transmis cette demande ä Londres. II nous 

est tr^s important, pour le cas oü l'öloignement ä une certaine distance de 

l'escadre anglaise serait admis, qu'il ne se fit qu'ä la condition expresse de 

prendre toutes les mesures n^cessaires ä empScher rigoureusement tout bätiment 

ennemi de p6n6trer dans les Dardanelles. 

(Sign6) Giers. 

Mr. DCCCXIX. Li'Ambassadeur en France au Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 70. 

{T6l6gramme.) Bordeaux, le 17/30 Septembre 1914. 

Selon un täl^gramme de l'Ambassadeur de France ä Constantinople, le 
Gouvernement anglais a d6cid6, par suite de la Subordination de la flotte 
turque au commandement allemand, de ne pas admettre que des batiments 
turcs s'avancent dans la Mer Eg^e. Un bateau-vedette anglais ayant arret6 
un contre-torpilleur turc qui sortait des Dardanelles et lui ayant notifi6 cette 
ä6cision, le Commandant des Dardanelles a ferm6 la navigation dans le 
detroit. A la suite d'une protestation qu'y opposörent les trois Ambassadeurs, 
le Gonseil des Ministres de la Turquie a röpondu que les Dardanelles seraient 
ouverts si l'escadre anglaise s'6loignait vers Lemnos. 

(Sign6) Iswolsky. 



Nr. DCCCXX. Li'Ambassadeur en France au Ministre des 

Affaires Etrangeres. 

. Ob. II 71. 

(T6l6gramme.) Bordeaux, le 18/31 Septembre 1914. 

L'Ambassadeur de France ä Londres t^legraphie que le Gouvernement 

anglais ne trouve pas possible d'6loigner ses batiments vers Lemnos. ce qui 

rendrait la surveillance de la sortie des Dardanelles impraticable. 

(Sign6) Iswolsky. 



74 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCCXXI. Ij'AnibaHHadcur en Turquie au Ministre des 
Affaires» Etrang^re». 

Ob. II 72. 

(T616gramme.) Constantinople, le 17/30 Septembre 1914. 

A partir de demain, nos bureaux de poste ainsi que les bureaux anglais 
mettront tin ä, leur travail de röception et de distribution de correspoiidance 
en Turquie, comme Tont d6jä fait les bureaux italiens, allemands et austro- 
hongrois. Nous protesterons — l'Ambassadenr de Grande Bretagne et moi — contre 
la döcision unilaterale de la Porte ä ce sujet, indäpendamment d'une prote- 
station g6n(5rale qui sera faite ä, son tour. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXXII. Li' Ambassadeur en Turquie au IVIinistre des 

Affaires £trangercs. 

Ob. II 73. 

(T616gramme.) Constantinople, le 18/31 Septembre 1914. 

Conform^ment ä une disposition que j'avais prise d'avance, nos bureaux 
de poste n'ont pas 6t6 ouverts aujourd'hui, les sommes d'argent et la 
correspondence qui s'y trouvaient ayant 6t6 confiäes depuis hier ä notre 
consulat le plus rapprochö, ä titre de d6p6t. Nous avons fait— les Ambassa- 
deurs de France, d'Angleterre et moi — par une Note identique, une prote- 
station contre la d^cision unilaterale de la Porte au sujet de la fermeture 

des postes 6trang6res. 

(Sign6) Griers, 

Nr. DCCCXXIII. ^'Ambassadeur en Turquie au 9Iiuistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 74. 

(Telegramme.) Constantinople, lel8 Septembre/ 1 Octobre 1914. 

Halil-bey, President de la Chambre des Deputes, est venu me voir hier 
et aujourd'hui pour conferer au sujet de l'abrogation des capitulations. Selon 
son avis personnel, le Conseil des Ministres instruira peut etre, — si nous 
consentons ä reserver ä la Turquie sa liberte economique, — les autorites 
administratives et judiciaires de ne pas appliquer pour le moment l'irade sur 
l'abrogation des capitulations juridiques : en attendant, une commission sera 
formee par Halil-bey pour elaborer un regime qui pourrait nous satisfaire. 
D'accord avec les Ambassadeurs de France et de Grande Bretagne je lui ai 
repondu que notre consentement ä ce que la Turquie jouisse de la liberte 
economique depend directement du maintien des capitulations juridiques 
jusqu'ä retablissement d'un regime que nöus trouverions apte ä garantir 
suffisamment les interets de nos ressortissants. Aujourd'hui, Halil-bey m'a 
fait savoir qu'il etait parvenu ä persuader la Porte d'accepter cette proposition 
et que, sur son instance, des Instructions secretes auraient dejä ete adressees 
par la Porte ä tous les Valis et institutions judiciaires afin de ne pas appli- 



b) Eintritt der Türkei. 75 

quer la loi concernant la suppression des capitulations jaridiques. Halil-bey 
se propose d'inviter aux travaux de la commission les europ6ens qui se trouvent 
au Service ottoman. — II y a peu d'espoir pourtant que les travaux de la 
commission, si celle-ci se röunissait, aboutissent. 

(Signa) Giers. 

Kr. DCCCXXIV. Li'Ambassadear en Tnrquie au ülinistre de» 
Affaires Etraugeres. 

Ob. II 75. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 19 Septembre/2 Octobre 1914. 

J'apprends de source absolument süre que l'Ambassadeur Austro-Hongrois 
a d6clar6 au Grand-V6zir que la Turquie devrait attaquer la Russie. Le 
Grand- V6zir a röpondu que la Turquie 6tait prete ä marcher, mais ne savait 
pas dans quelle direction eile devait döployer son action. L'Ambassadeur a 
fait remarquer ä ce propos qu'il fallait faire usage de la flotte dont le bat 
immödiat serait d'exercer une pression sur la Bulgarie et la Roumanie. Ce 
but pourrait etre atteint en an6antissant la flotte russe et, dans le cas oü 
celle-ci öviterait un combat, en assurant la suprömatie turque dans la Mer 
Noire. Le Grand-V^zir a objecto que Constantinople serait expos6 aux plus 
grands dangers si la flotte turque ötait endommagöe au cours d'un combat 
avec la flotte russe. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXXV. Li'Amba^üsadeur eu Turquie au ülinistre de» 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 76. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le20 Septembre/3 Octobre 1914. 

La Situation generale ä Constantinople, durant les semaines dernieres, 
öYolue avec continuitö dans un sens, ä savoir celui des pr6paratifs intenges de 
la Turquie ä la guerre. L'apparition du „Goeben'' et du „Breslau" a fait 
compl^tement tourner la tete aux Turcs ; les AUemands et les Autrichiens 
n'ont pas tard6 d'en protiter pour mettre la Turquie tinalemant de leur cöt6. 
Vous savez par mes t616grammes qu'un accord a mßme 6t6 pass6 entre 
eux. Depuis, le Ministre de la Guerre, nomm6 G6n(5ralissime de l'armöe et 
de la flotte, a livr6 l'une comme l'autrc enti^rement aux AUemands. La 
Turquie a 6t6 inond6e d'officiers, de soldats, d'armes et de munitions prove- 
nant d'Allemagne. Les AUemands se sont mis avec z^le k prt'parer le pays 
ä une guerre contre toutes les Puissances de TEnteute, k fortifier les d^troits 
et ä nous cr6er des difficult^s aux fronti^res. La transformation de la Turquie 
en un camp militaire a eu 6galement une röpercussion sur les rapports des 
autoritös civiles envers les 6trangers ; le rOlc des Ambassades et des consulats, 
en ce qui concerne la defense des intöröts des sujets etrangers, est devenu 
extr6mement difflcile. Le fait que la Situation des AUemands a euipir6 sur 
le thöätre des op6ratious de guerre, a assagi les Ministres plus modöres ; aussi 



76 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

ceux ci paraissent-ils commencer ä s'opposer ä l'effort que fönt les AUemands 
d'entrainer la Tarquie imm^diatement k des Operations militaires. II se 
passe, au Conseil des Ministres, une lutte entre le parti mod6r6 et Enver, 
soutenu par Talaal, — lutte qui change constamment de front selon les nou- 
velles parvenant du th6fitre de la guerre. ün fort m6contentement commence 
ä se manifester ä Tint^rieur du pays, mis ä sac aux fins de la guerre; dans 
Tarmöe le m6contentement augmente.contre rh6g6monie allemande. Mais il 
manque une personnalit6 6nergique pour se mettre ä la töte du mouvement. 
Cette Situation alarmante et incertaine peut durer jusqu'ä notre succ^s com- 
plet quand le courage viendra aux Ministres de se d6barrasser d'Enver et 
des AUemands. Mais il est plus probable, que les AUemands cr^eront eux- 
mßmes un incident qui pr^cipitera la Turquie dans une guerre. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXXVI. li'Ambassadenr en Turquie an Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 77. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 20 Septembre/3 Octobre 1914. 

II me revient des renseignements confidentiels d'apr^s lesquels la Porte 
a d6cid6 de supprimer dans un trös bref d^lai les Privileges du Liban. 

(Signa) Giers. 

Nr. DCCCXXVII. liC Ministre des Affaires Etrangeres ä l'Am- 
bassadenr en Turquie. 

Ob. U 78. 

(T6l6gramme.) Petrograd, le 21 Septembre/ 4 Octobre 1914. 

Ai regu Votre t6l6gramme du 20 Septembre. 

Veuillez appuyer les instances de l'Ambassadeur de France au sujet du 
maintien du r^glement du Liban. 

(Sign6) Sazonow. 

Nr. DCCCXXVIII. L'Ambassadeur en Turquie au ülinistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 79. 

(D6peche.) Constantinople, le 22 Septembre/5 Octobre 1914. 

II y a un mois, Sir Louis Mallet, Ambassadeur de Grande - Bretagne, 
est rentrö ä Constantinople. 

Peu de temps apr^s son arrivöe, Sir Louis soUicitait une audience de 
Sa Majeste le Sultan. Sa Majestö regut l'Ambassadeur d'une mani^re extre- 
mement aimable et lui fit part que la Turquie dösirait observer une stricte 
neutralite, qu'elle ne nourissait de desseins hostiles envers quelque Etat que 
ce soit et que l'^quipage allemand des bätiments de guerre re§us de l'AUe- 
magne serait d6barqu6, dans peu de jours. 



b) Eintritt der Türkei. 77 

En r^ponse ä cette döclaration conciliante de Sa Majest6, Sir Louis 
Mallet, ä son tour, se dit chargä de döclarer que le Gouvernement de Grande- 
Bretagne restituereit ä la Turquie, apr^s que la guerre serait termin6e, les 
deux dreadnoaghts sur lesquels eile avait mis l'embargo. 

(Sign6) Giers. 



Nr. DCCCXXIX. li'Anibafssadeur en Turquie au Ministre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 80. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le22 Septembre/ 5 Octobre 1914. 

La mobilisation gön^rale falte en Turquie et la Promulgation de l^tat 
de guerre dans le pays entier ont eu pour cons^quence directe le fait que le 
pouvouir passe des mains des autoritös civiles dans Celles des militaires. 

Cette Situation a eu une röpercussion particuliörement grave sur l'activitö 
de nos Agents Consulaires dans l'Empire Ottoman. 

Les r^quisitions du Gouvernement caus^es par la mobilisation, opöröes 
en dehors de tout Systeme stabil et qui enfreignent les droits des sujets 
6trangers en Turquie, ont attirö l'attention speciale des Consuls et les ont 
poussös ä d6fendre les intörets des personnes I6s6es. Les protestations qu'ils- 
portaient devant les autorit6s civiles locales, sont rest^es sans r^sultat vu 
que celles-ci ont d6clar6 que toutes les mesures de ce genre avaient et6 prises 
sur l'ordre des autoritös militaires. Ces derni^res, ä leur tour, n'ont fait 
ancune attention aux protestations des Consuls. 

L'abrogation des capitulations, qui a 6t6 faite sur la base d'uue döcision 
unilaterale de la Turquie, a portä un coup encore plus grave ä Tactivit^ des 
Consuls employ6e ä la defense de leurs compatriotes, en leur enlevant la 
possibilit6 de les protöger directement et de les däfendre contre le regime 
arbitraire des autorit^s turques. 

Dans ces conditions, ractivit6 de nos Consuls se limite presque unique- 
ment, en ce qui concerne la defense des droits et int^rets de nos sujets, ä 
protester vainement, ä enrögistrer les cas d'infractions port6es aux droits et 
int6r6ts de leurs compatriotes et ä les porter ä la connaissance de l'Ambassade 
Imperiale afin que, au moment oü nous devrons, apres la guerre. entrer en 
pourparlers avec la Turquie, nous ayons en mains des materiaux suffisants 
pour präsenter ä la Porte des r^clamations que ces cas comportent. 

L'Ambassade elle-möme ne r^ussit, ä son regret, que dans des cas rares 
ä insister sur le r6tablissement des droits de nos sujets : car si Ton peut 
admettre que le Grand-V6zir, en certains incidents, soit dispus^ ä satisfaire 
ä, nos demandes, toujours faut-il noter que ses ordres se trouvent ex^cut^s 
par les autorit^s localos d'une mani^re qui n'est ni reguliere, ni möme tout 
ä fait consciencieuse. 

(Sign6) Giers. 



78 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCCXXX. Li'AmbaNNadeur cn Tnrquie au Ministre des 
Airaires Etran^^^rcH. 

Ob. II 81. 

(T6l6gramme.) Constan tinople, le 22 Septembre/5 Octobre 1914. 

Ai regu Votre t6l6gramme du 21 Septembre/3 Octobre. 

Les Amliassadeurs de la Triple Entente ont present6 hier ä la Porte 
une Note identique concernant la n<5cessit6 du mainticn du reglement du Liban. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXXXI. Ij'Ambassadeur en Turquie au Alinistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 82. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 26 Septembre/ 9 Octobre 1914. 

Une institution allemande oflicielle, qui r6quisitionne des marcbandises 
6trangeres, fonctionne ici ouvertement sous le nom de ,Direction des Etapes'"' 
(Etappen-Kommando). Certains r(5c6piss6s qu'elle d^livre portent ia notice 
que les marcbandises sont röquisitionnöes „pour le Gouvernement Allemand". 
C'est un officier naval allemand, ancien capitaine du stationnaire allemand, 
qui se trouve ä la tete de cette direction. II y a eu deux cas de saisies de 
marcbandises appartenant ä des sujets Kusses. J'ai pr6sent6 ä la Porte une 

räclamation conforme. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXXXII. Li'Ambassadeur en Turquie au Alinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 83. 

(T616gramme.) Constantinople, le 23 Septembre/ 6 Octobre 1914. 

J'apprends de source süre que l'Ambassadeur Austro-Hongrois a d6clar6 
hier au Grand- V6zir que les Gouvernements alli6s d'Allemagne et d'Autriche- 
Hongrie trouvent le moment actuel propice pour diriger des Operations mili- 
taires contre nous et que la flotte turque devrait attaquer tout de suite le 
littoral de la Mer Noire. Le Grand- V6zir aurait r^pondu d'une maniere 6vasive, 
en faisant remarquer que, dans le präsent €tat de choses, une Operation de 
la flotte ne pouvait, d'apres lui, avoir un caract^re döcisif.« 

(Sigii6) Giers. 

Nr. DCCCXXXIII. Ij'Auibassadeur en Turquie au 9Iinistre des 

Affaires Etrangeres. 

Ob. II 84. 

(Telegramme.) Constantinople, le 28 Septembre/ 10 Octobre*) 1914. 

La Porte a d^cide de promulguer dans le plus bref deiai une loi qui 
subordonne au contröle du Gouvernement toutes les ecoles etrangeres, tant 



*) Sic. — Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 79 

la'iques que religieuses. Je protesterai de concert avec les Ambassadeurs de 
France et d'Angleterre. 

(Sign6) Giers. 

STr. DCCCXXXIV. Li'Ainbassadeur en Turqnie au Miuistre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 85. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 30 Septembre/13 Octobre 1914. 

On me fait savoir de bonne source que les Allemands ont command6 
et d6jä vequ dix pavillons militaires russes et autant de roumains pour le 
„Goeben". 

(Sign6) Giers. 

Tfiv. DCCCXXXV. Ij' Ambassadeur en Turquie au Ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. 11 86. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 2/15 Octobre 1914. 

II me revient de source absolument sü.re, que le Grand- V6zir a r6pondu 
aux Ambassadeurs d'Allemagne et d'Autriche qui r^clamaient une action mili- 
taire imm^diate contre nous, que la Situation financiöre difficile formait l'uni- 
que emp^chement ä une teile agression. 

(Sign6) Giers. 

9fr. DCCCXXXVI. li'Ambassadeur en Turquie au Iflinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 87. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 3/16 Octobre 1914. 

J'ai appris d'une source digne de foi, qu'il y a eu chez FAmbassadeur 
d'Allemagne, le 28 Septembre, une Conference ä laquelle ont pris part £"«?;«» - 
Pacha et Talaat-bey. On a meme sign6 un acte special par lequel la Turquie 
s'engageait ä. marcher contre nous des qu'elle aurait touch^ un subside p6cu- 
niaire de l'Allemagne. Le premier versement aurait d6jä 6t6 regu. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXXXVII. Li'Ambassadeur en Turquie au illinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. II 88. 

(T616gramme.) Constantinople, le 5/18 Octobre 1914. 

Des nouvelles certaincs me parviennent au sujet d'un transport d'argent 

qui arrivera d'Allemagne ä Constantinople le 8 Octobre ; cet argent est pro- 

mis ä la Turquie comme prix de son engagement d'attaquer la Russie. 

Ensuite, Enver-pacha et Tualat-bey doivent demander au Grand- V^zir la 

röponse concernant son consentement de proceder ;\ une action imm^diate, et 

s'il y oppose, d'exiger sa döraission. 

(Sign6) Giers. 



yO C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCCXXWIII. Ij'AinbaNMadenr eii Turquie au MiniHtre 
des AffaireM Etrangeres. 

Ob. II 89. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 7/20 Octobre 1914. 

II est parfaitement possible qu'avant peu, nous soyons attaqu6s par la 
Tarquie, qui a regu de l'or de rAllemagne. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXXXIX. li'Ainbassadeur eii Turquie au lUinistre 
des Affaires Etran$$eres. 

Ob. II 90. 

(T616gramme.) Constantinople, le 16/29 Octobre 1914. 

A la suite d'une communication t616graphique priv6e qui a 6te recu ici 
et Selon laquelle des torpilleurs turcs auraient coulö plusieurs navires ä Odessa, 
nous proposons, mes collegues de France et d'Angleterre et moi, ä nos Gou- 
vernements respectifs de döclarer ä la Porte qua nous lui laissons le choix 
d'accepter une rupture immödiate avec nous ou d'61oigner de la Turquie, 
6galement sans delai, tous les officiers allemands, aussi bien la inission de 
Limann von Sanders que les marins. 

(Sign6) Giers. 

Nr. DCCCXIi. liC Ministre des Affaires Etrangeres ä l'Am- 
bassadeur en Turquie. 

Ob. II 91. 

(T616gramme.) Petrograd, le 16/29 Octobre 1914. 

Les Turcs ont ouvert des hostilit^s en attaquant le port nonfortifiä de 
Thöodosie et une canonniöre en rade d'Odessa. 

Veuillez par consöquent donner ä nos consuls l'ordre de quitter leur 
postes et transmettre la sauvegarde de nos intörets ä l'Ambassadeur d'Italie. 

Veuillez en plus Ööclarer ä la Porte que Vous avez regu l'instruction, 
par suite des Operations de guerre pr^cit^es, de quitter Constantinople avec 
les fonctionnaires qui Vous sont subordonn^s. 

Communiquä ä Bordeaux, Londres, Nich, Sophia, Bucharest, Rome, 
Äthanes et Cettign6. 

(Signa) Sazonow. 

Nr. DCCCXIil. Li'Ambassadeur en Turquie au Alinistre des 
Affaires Etrangeres. 

Ob. D 92. 

(T6l6gramme.) Constantinople, le 17/. 30 Octobre 1914. 

Ai regu Votre t6l6gramme ä 3 heures de la nuit, m'acquitterai de l'ordre 
demain matin. 

(Sign^) Giers. 



b) Eintritt der Türkei. 81 

Nr. DCCCXliII. Li'Ambassadeur en Turquie au Ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 93. 

(T4l6grainme.) Constantinople, le 17/30 Octobre 1914. 

Urgent. — Pr6textant uue maladie, le Grand- V^zir n'a pu me recevoir. 
Je me suis acquittö par öcrit de l'instruction dont j'avais 6t6 chargö. 

(Sign6) Criers. 



Nr. DCCCXLiIII. Ij' Ambassadeur en Turquie au 9Iinistre des 
Affaires £trangeres. 

Ob. II 94. 

(Töl6gramme.) Constantinople, le 17/30 Octobre 1914. 

Urgent. — Je viens de voir le Grand-V6zir, qui m'a exprimö son vif 

regret au sujet de l'agression de la flotte turque, en affirmant qu'elle avait 

6t6 faite contrairement ä l'ordre de la Porte. II m'a assurö qu'il saurait 

ramener ä l'ordre les AUemands. Comme je r^pondais que j'avais regu ordre 

de partir, il me fit observer que tout en le comprenant, il s'adresserait 

n6anmoins directement ä Petrograd dans l'espoir d'aplanir l'incident. Je ne 

mets pas en doute sa bonne volonte, mais son autorit6 et je crois sa chute 

prochaine, ainsi que Celle de Djavid-bey. 

(Sign6) Giern. 



Nr. DCCCXLiIV. Ij'Ambassadeur en France au Ministre des 
Affaires Utrangeres. 

Ob. II 95. 

(T6l6gramme.j Bordeaux, le 17/30 Octobre 1914. 

Le Ministre des Affaires Etrangeres m'a dit que d^s hier, ayant rcQU 
du Consul de France d'Odessa la nouvelle de l'attaque dont nous avions et6 
l'objet de la part des Turcs, il a renouvel^ ü, Mr. Bompard l'ordre de 
conformer ses proc6d6s ä ceux de ses Colleges de Russie et d'Angleterre. 

(Sign6) Iswolsky. 



Nr. DCCCXIjV. Ij'Ambassadeur en Angleterre au Ministre 
des Affaires Etrangeres. 

Ob. II 9G. 

(T6l6gramme.) Londres, le 18/31 Octobre 1914. 

M. Nicolson m'a dit que, d'apr^s les derniers t6l(5gramme8 de Sir 
L. Mallet, Mr. Giers avait r6clam(5 ses passeports, que les Ambassadeurs 
de France et de Grande Bretagne en ont fait autant et quittaient Constan- 
tinople. 

(Sign6) Benckendorf. 

Jahrbuch des Völkerrechte. II. 6 



82 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

IVr. DCCCXLiVI. Le ülinistre de^ AffaireN Ktrangercs aux 
Ambassadeurs en France et en Angleterre. -') 
Ob. II 97. 

(T6l6gramme.) Petrograd, le 19. Octobre/l Novembre 1914. 

Le Chargö d'Affaires Ottoman m'a fait lecture du töl^gramme suivant 
du Grand- Vezir. 

„Vous prie dire au Ministre des Affaires Etrang6res que nous regrettons 
infiniment qu'un acte d'hostilit6 provoquö par Hotte russe ait compromis 
relations amicales des deux pays. 

Pouvez assurer Gouvernement Imperial de Russie que Sublime Porte 
ne manquera pas donner ä la question Solution qu'elle comporte et qu'elle 
adoptera mesures propres ä prövenir retour de faits analogues. 

Pouvez döclarer des ä präsent au Ministre des Affaires Etrangferes que 
sommes d^cidös ne plus permettre ä la flotte Imp6riale passer dans Mer Noire 
et que nous espörons que flotte Russe ä son tour ne viendra plus croiser 
dans nos parages. 

J'ai le ferme espoir que Gouvernement Imperial de Russie voudra bien 
faire preuve en l'occurence du meme esprit de conciliation que nous au nom 
des intörets communs des deux pays." 

J'ai r^pondu au Charge d'Affaires de Turquie quo je niais cat6gori- 
quement le fait d'une initiative hostile de notre flotte. D'ailleurs, je crains 
qu'il ne soit trop tard pour parier de quoi que ce soit. Si la Turquie s'6tait 
prononcöe en faveur de l'expulsion imm^diate de tous les allemands militaires 
et marins, l'on aurait pu ä la rigueur entamer des pourparlers sur la satisfaction 
propre ä compenser l'agression perflde op6r6e contre notre littoral et le 
dommage qui nous a 6t6 causö. J'ai ajoutö que la communication dont il 
s'aquittait ne changeait rien ä la Situation cr66e. 

Fahreddin-bey recevra ses passeports demain. 

(Sign6) Sazonow. 

Xr. DCCCXLiVII. ^'Ambassadeur en Turquie au Ministre des 
Affaires £trangeres. 

Ob. II 98. 

(D6peche.) Petrograd, le 31 Octobre/13 Novembre 1914. 

Les Allemands et les Autrichiens se sont obstin6ment efforc6s d'entrainer 
la Turquie ä faire la guerre ä la Russie ; ils comptaient nous porter un coup 
sensible au Caucase, en s'appuyant sur une rövolte qu'ils s'attendaient ä voir 
^clater au milieu de nos musulmans ; par lä, ils esp6raient provoquer le 
d6placement d'une partie de nos troupes de notre front occidental: bref, ils 
ont multipli6 tous leurs efforts alin de pousser le Gouvernement Ottoman ä 
prendre une s6rie de mesures qui l'eussent amenö flnalement ä une guerre 



*) Anm.: Vgl. Englisches Blaubuch, Miscellaneous No. 13 (1914) No. 182 
unten Nr. MXXXIII. — Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 83 

ccmtre nous et, par cons^quent, contre toutes les Puissances de la Triple 
Entente. 

La Porte a solennellement et plus d'une fois exprimö sa ferme döcision 
d'observer uns stricte neutralite au cours de la guerre europ6enne, mais eile 
a appliquö ses forces, en meme temps, ä proc6der ä la mobilisation g6n6rale : 
eile a permis aux bätiments de guerre allemands, „Goeben" et , Breslau", de 
passer les dötroits et laissö ä leur bord, malgr6 toutes ses assurances et ses 
promesses, l'öquipage ainsi que les ofüciers allemands ; eile a ouvert les rangs 
de l'armäe turque aux soldats allemands ; eile a d6plac6 les troupes turques dans la 
direction de notre frontiere et de la frontiere anglaise: enfio, eile a fait 
apparaitre la flotte turque, d'une manifere demonstrative, dans la Mer Noire : — 
aütant de mesures dirig6es ouvertement contre les Puissances de l'Entente, 
dans l'espoir de provoquer, de leur part, des hostilit6s contre la Turquie. 
Malgr6 cela, les Reprösentants de la Triple Entente ä Constantinople ont 
employ6 tous leurs efforts pour que la Turquie s'abstint de toute action 
irr^fl^chie, et ils ont protest6 simultan^ment, d'une maniere 6n6rgique, contre 
les actes ill^gaux de la Porjfce. 

Par contre, au sein meme du Gouvernement Ottoman, une lutte s'6tait 
engag^e entre le parti domin^ par l'influence de l'AUemagne, intimement 
persuade de son succös final, et le parti plus mod^r^ qui trouvait n6cessaire 
d'observer une attitude d'expectative jusqu'ä ce que la Situation se soit 6claircie 
sur le thäätre des Operations mllitaires. 

Malgr6 toutes les persuasions, les promesses, voire les menaces de l'AUe- 
magne, cette Situation impröcise eüt pu durer encore un certain temps si les 
Allemands n'y avaient port6 eux-memes, comme il fallait le pr^voir, un coup 
döcisif amenant le denouement. 

Le 16-29 Octobre, le bruit se r^pandit ä, Constantinople q.u'une rencontre 
aurait eu lieu dans la Mer Noire entre les flottes de la Russie et de la 
Turquie. Cette rumeur se basait apparemment sur un tel^gramme du ,Westnik", 
teiegramme que les autorit6s turques ne me tirent cependant pas communiquer. 

J'en re^us la premiere Information par le drogman du Grand- V6zir, 
que celui-ci m'avait d6pech6 pour contröler une nouvelle k laquelle il ne 
croyait pouvoir ajouter foi. Je n'6tais pas en etat de lui apprendre quoi que 
ce füt ä ce sujet, bien qn'il füt difficile d'avoir des doutes sur la possibilite d'une 
rencontre, celle-ci ne parraissant 6tre que la suite naturelle de la Situation 
politique entiöre. Peu apres, mon coUegue anglais me communiquait ie telcgramme 
qu'il avait rei^'U au sujet du bomliardetnent d'Odessa par les torpilleurs turcs. 

Me rendant compte de l'inevitabilite de la rupture avec la Turquie, 
j'avertissais sans retard le Marquis Garrovi, Ambassadeur d'Italie. de ce qui 
venait d'arriver et le priais de prcndre des mesures en conscquenco, afin de 
proteger nos consuls en Turquie. 

N'ayant pas Ic mnindre doute au sujet de la facilitc du dt'part de 
l'Ambassade, je nourrissais cependant de serieuses appr6hensions sur le sort 
da nos reprcsentants consulaires. 



84 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

C'est k 3 heures de la nuit que je re^us le t6l6gramme de Votre 
Excellence m'ordonnälfct, ä la suite de l'agression de la flotte turque contre 
notre littoral de la mer Noire, de quitter la Turquie avec tous les fonction- 
naires de l'Ambassade et des consulats; j'en informai la nuit mßme mes coll^gues 
de France et d'Angleterre, Simultan6ment, une instruction circulaire 6tait 
r6dig6e et lanc6e aux consuls; il parait cependant qu'ils ne l'ont pas regue, 
car le lendemain on apporta ä l'Ambassade leurs t616grammes habituels, 
ayant trait aux affaires courantes et prouvant que les Instructions ne leurs 
^taient pas parvenues. 

Le matin du 17/30 Octobre, j'adressai au Grand- Vizir, par t6l6phone, 
la pri^re de me fixer une heure k laquelle 11 püt me recevoir. Le prince 
Said-Halim me röpondit qu'il regreltait de ne pouvoir me recevoir par suite 
d'une Indisposition. Je lui envoyai alors unenote oflicielle donnant le r6sum6 
du t6tegramme que j'avais regu. Par une lettre priv6e, jointe ä la Note 
j'exprimais au Grand-Vözir mon regret de devoir quitter Constantinople sans 
avoir pris coDg6 de lui et le priai de me faire parvenir mes passeports et 
de prendre des mesures afin que 1' Ambassade et nos Consulats pussent quitter 
sans difficult6 les confins de la Turquie. 

Les Ambassadeurs de France et d'Angleterre äcrivirent au Grand- V6zir 
dans le meme sens. 

Le Grand- V^zir me pria de venir le voir k 3 heures k Y6nikeui. 

Je trouvai chez lui l'Ambassadeur d'Angleterre, qui assista ä la plus 
grande partie de notre entretien. M'emmenant ensuite dans une piöce voisine, 
le Grand-V6zir se mit ä m'assurer que la guerre n'^tait souhaitöe ni de lui 
ni de son Gouvernement et que sa Situation se raffermissait de jour en jour; 
il me pria de l'aider ä r6aliser ses voeux sinc^res de ne pas en venir ä une 
rupture avec nous. Je räpliquai que le danger menagant la Turquie de la 
part des Allemands lui avait 6t6 signalö par moi depuis 3 mois, de meme 
qu'il l'avait 6t6 ä Talaat-hey, et qu'ils avaient entendu mon avertissement 
que la patience de la Russie avait une limite et qu'elle serait bientot atteinte. 
Gelte limite 6tait actuellement d6pass6e et j'avais regu l'instruction de quitter 
la Turquie; j'ajoutai que le Grand-V6zir serait toujours en mesure deporter 
ses prieres, par teile voie qu'il lui plairait, ä la connaissance du Gouverne- 
ment Imperial. 

Le prince Said-Halim exprima l'intention de telegraphier de suite ä 
Fahreddin afin que celui-ci transmit au Gouvernement Imperial des regrets 
prof onds au sujet de ce qui s'ötait passä. — En prenant conge du prince Said- 
Halim je le priai derechef de porter une attention speciale au sort de nos 
consuls, dont le destin allait regier notre attitude envers les Repr^sentants 
Ottomans en Russie. Le Grand- V^zir promit que l'Ambassade aussi bien que 
les Consuls partiraient dans les meilleurs conditions. 

Ayant quittö le Grand- V6zir, je rencontrai dans la salle de räception 
les Ministres rassembl^s en Conseil qui devait ßtre suivi, le soir, d'une 
Conference r^unie du Cabinet et du Comite du parti , Union et Progräs". 



b) Eintritt der Tüi-kei. 85 

Djavid-hey avec lequel je m'entretias quelques minutes, massura quil se 
rendait exactement compte des r^sultats d'une guerre avec la Russie, qu'il 
tächerait d'empecher cette guerre de tous les moyens en son pouvoir et qu'il 
dömissionnerait si ses efforts restaient steriles. 

Apr^s mon döpart, Sir L. Mallet entra de nouveau chez le Grand- Vözir 
et fut suivi de M. Bompard. 

M'ötant eusuite rendu chez TAmbassadeur d'Italie, je le priai de nous 
pröparer, pour samedi soir, un train special. A cette occasion, le Marquis 
Garroni profita de son entrevue avec Talaat-hey pour appeler son attention 
sur le fait que la Russie allait user envers les Consuls Ottomans des meines 
mesures que celles qui seraient employäes ä l'ögard des nötres en Tarquie. 
Talaat-hey lui rappela l'arrestation du drogman et de l'imam du Consulat 
Ottoman ä Batoum et ajouta qu'il se serait ralliö ä notre point de vue s'il 
n'y avait pas eu cet incident-lä; ä l'heure qu'il est, il se voyait oblig6 de 
s'enqu6rir auparavant du sort des Consuls Turcs en Russie. 

Lä-dessus le Marquis Garroni lui renouvela la proposition de remettre 
ä ritalie la sauvegarde des intörSts ottomans en Russie. En ce cas^ les 
Ambassadeurs d'Italie ä Petrograd et ä Constantinople auraient la possibilitä 
de se concerter pour 6tablir les conditions du rapatriement des Consuls, ä la 
satisfaction r6ciproque des deux parties. 

Le d^part de l'Ambassade Imperiale, du Consulat General et de la 
ma|orit6 de la colonie russe,— repr^sentant un total de prös de cent personnes, 
eut lieu le 18 Octobre ä 7^/4 h. du soir dans des conditions tout a fait favorables. 

(Sign6; Giers. 

Xr. DCCCXIiVIII. Rassisches Ultimatum an die Türkei vom 
30. Oktober 1914. «) 

D6s qu'il eut 6t6 informö de la triple agression turco-allemande commise 
jeudi (2 9 octobre 1914) daas la mer Noire contre Odessa, Theodosie et 
Novorossisk, le gouvernement russe a donn6 mandat ä son ambassadeur ä. 
Constantinople d'obtenir immödiatement du gouvernement turc des excuses 
et des regrets, et comme premi^re satisfaction, le renvoi de tous les officiers 
allemands employ6s dans l'armöe et la marine ottoraanes. L'ambassadeur de 
Russie, ä d^faut de ces satisfactions, devra demander ses passeports. Cette 
d6marche sera appuy^e par les reprösentants de la France et de L'Angleterre 
ä Constantinople. 

Nr. DCCCXIilX. Russische Erklärung vom 1. November 
1914'^') bezüglich des Angriffs des russischen Geschwa- 
ders auf die türkische Flotte. 

Petrograd, 1" novembre 1914. 
Les communiqu6s des Agences de Berlin et de Vienne suivant lesquels 
la Hotte russe aurait ouvert les hostilites contre 1' escardre turque sont uno 



*) Anm. zu Nr. DCCCXLVIII und Nr. DCCCXLIX : 
Aus besonderer Quelle. — Herausgeber. 



86 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

invention grossifere, tendant manifestement ä induire en eurreur lopinion 
publique de Constantinople, qui est sciemment tenue en ignorance au sujet 
de l'attaque perfide de notre littoral par les navires turcs conduits par des 
officiers allemands. 

Le möme proc6d6 fut döjä mis en jeu quand TAllemagne nous d^clara 
la guerre qu'elle chercha ä justifier par l'envahissement du territoire allemand 
par des soldats russes, tandis que pas un troupier russe ne franchit la frontiöre 
avant la d^claration de guerre. Aujourd'hui comme alors et avant les bostilit^s 
turques, notre flotte n'a entrepris aucun acte d'hostilit6. Et il est 6vident 
que, si l'initiative 6tait 6man6e de la flotte russe, le bombardement des ports 
et l'attaque subite de la flotte turque n'auraient pu avoir lieu. 

Nr. DCCCIi. Russische Note vom 3. November 1914.«) 

L'Allemagne de l'Autriche, dans leur lutte sterile contre la Russie ont 
röussi ä inciter la Turquie contre cette puissance. 

Imm^diatement apr^s l'attaque perfide de la flotte turque conduite par 
des officiers allemands, l'ambassadeur de Russie ä Constantinople a recu 
l'ordre de quitter l'Empire ottoman avec tout le personal de l'ambassade et 
des consulats russes. 

C'est avec tout une parfaite et confiante tranquillitä et en invoquant 
l'aide de Dieu, que la Russie accueillera cette nouvelle agression des vieux 
pers^cuteurs de la religion chrötienne et de tous les peuples slaves. 

Ce n' est pas pour la premiäre fois que les vaillantes arm^es de la 
Russie auront ä triompher des hordes turques, elles sauront ä nouveau chätier 
l'ennemi t^m^raire de notre patrie. 

Nr. DCCCLiI. Bericht des russischen Admiralstabes über die 
Haltung der türkischen Flotte im Schwarzen Aleer, 
November 1914. ") 

Le 28 octobre au soir, la flotte de la mer Noire, apr^s une croisiere, 
rentra en rade de Söbastopol sans trouver nulle part trace de navires turcs. 

Le 29 octobre, ä cinq heures du mattn, le commandant de la flotte reQut 
un rapport d'Odessa disant qu'ä trois heures du matin deux torpilleurs 
Ottomans ayant des feux rouges et verts et battant pavillon russe ^taient 
entrös dans la porte d'Odessa. Quoique le commandememt des torpilleurs 
turcs füt effectu6 en langue russe, la cannoniere Koubanetz, qui 6tait en 
vigie, n'ayant regu aucune r^ponse au signal conventionnel. ouvrit immädi- 
atement le feu. üne autre cannoniere, la Donetz, qui se trouvait en rade. 
n'eut meme pas le temps de tirer, car eile fut coul^e par une premiere 
torpille turque. 



*) Anm. zu Nr. DCCCL und Nr. DCCCLI: 
Aus besonderer Quelle. — Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 87 

Cannonn^s par le Koubanetz, les torpilleurs turcs prirent rapidement le 
large tout en tirant, mais en ne causant que des dommages insignifiants au 
Koubanetz, ä plusieurs navires marchands voisines et ä une citerne de naphte. 
Un des torpilleurs turcs avait perdu une chemin^e. 

Ayant rega ce rapport d'Odessa, le commandant de la flotte informa 
les batteries cotiöres de S6bastopol de la prösence de navires ottomans dans 
la mer Noire et ordonna Tenvoi de dragueurs pour prendre des mesures de 
pröcaution contre les torpilles ennemies Eventuelles. 

Vers sept heures du matin, dans le brouillard, le croiseur Goeben approcha 
de S6bastopol et en commenga le bombardement. Les batteries coti^res et 
les bätiments russes repondirent Energiquement au Goeben, dont le tir ne 
causa aucun dögät dans la rade. Plusieurs engins tomberent dans la ville 
Sans faire ni d^gäts, ni victimes. ün projectile tomba sur les d^pots de 
houille, un autre sur la voie ferr^e, une troisiöme, enfin, sur l'höpital naval, 
tuant deux malades et en blessant huit. 

Au meme moment une flottille de torpilleurs-vigies, command^e par le 
capitaine Prince Roubetskoi, attaqua le Goeben, mais le feu intense de 
l'ennemi, Tempecha de prolonger son attaque au cours de laquelle le torpilleur 
Lieutenant-Poutschine eut une large voie d'eau et fut incendie. 

Le tir du Goeben dura une vingtaine de minutes, apres quoi le croiseur 
prit le large. 

En naviguant dans les environs de Söbastopol, le Goeben d^couvrit le 
transport Pruth. qui y revenait, et le somma de se rendre. 

Ce transport, n'ayant pas d'artillerie, hissa les couleurs militaires et se 
dirigea vers la cote; son commandant fit ouvrir les ,kingstons", fit sauter 
les fonds et coula le transport. Le lieutenant Rogowski p6rit höroiquement 
€n pr^parant une deuxit;me cartouche de dynamite. 

Une partie de l'Equipage du Pruth put se sauver au moyen des 
embarcations et des bou^es de sauvetage ; lautre partie fut recueillie ä 
bord des torpilleurs turcs qui accompagnaient le Goeben. 

Les dragueurs, qui avaient suspendu leur travail pendant le bombarde- 
ment, reprirent leur besogne : apr^s quoi, la flotte de la mer Noire prit le 
large dans le but de poursuivre les bätiments ennemis qui, Evitant le combat, 
se r6fugi6rent dans leur base du Bosphorc. 

Nos pertes, sur le Pruth, sont de deux officiers, un aumünier et vingt- 
six matelots ; sur le torpilleur Lieutenant-Poutschine, de sept matelots tuös 
et d'un nombre 6gal de bless6s; sur le Koubanetz, de sept matelots blessEs. 
et sur le Donetz d'un medecin tu6. 

Ainsi qu'il a (5t6 6tabli, le plan ture prövoyait simultanement. outre les 
attaques contre S^bastopol et Odessa, le bombardement de plusieurs autres 
points de notre littoral : le Breslau a bombard^ Th6odosia et le croiseur 
Hamidieh Novurossisk. 



88 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

II. England. 

Nr. DCCCLiIl. Sir Edward Ciircy to Mr. Beaumont.^') 

Bb. II 1. 

(Telegraphic.) ■ Foreign Office, August 3, 1914. 

Turkish ships building in Great Britain. 

Arrangements are being made with the firm of Armstrong, Whitworth, 
and Co. for His Majesty's Government to take over the Turkish battleship 
„Osman I" now building with that firm. 

Please inform Turkish Government that His Majesty's Government are 
anxious to take over the contract. 

Kr. DCCCIilll. Mr. Beaumont t« Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 4.) 

Bb. II 2. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 3, 1914. 

Grand Vizier and Minister of the Interior spoke to me with some 
vexation of the detention of Turkish ship, which they seemed to consider an 
unfriendly act as Turkey is not at war. Minister of the Interior referred 
to the very heavy financial sacrifices by which this ship had been paid for 
with money borrowed at a rate amoujiting to interest at 20 per cent. 

Nr. DCCC1.IV. Mr. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 4.) 

Bb. n 3. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 4, 1914. 

Grand Vizier to-day renewed assurances that Turkey intends to observe 
strict neutrality. Mobilisation had been decided upon only because it would 
take months to complete, and because the Government wished not to be 
taken by surprise in case of aggression by Bulgaria, though they had also 
been alarmed by rumours of action by Russia— attributable, I think, to German 
Ambassador. Retention of German military mission meant nothing and had 
no political significance. He regarded them as Turkish employes who were 
doing good work, and, as they had offered to remain, it would have been 
ungracious to refuse. 



*) Anm.: Die folgenden Nummern (DCCCLII bis MXXXVII) sind den 
englischen Blaubüchern entnommen : 

1. Miscellaneus No. 13 (1914) [Cd. 7628] Correspondence respecting 
events leading to the rupture of relations with Turkey. XIV u. 77 Seiten. 
London 1914. 

(Angeführt als Bb. II. 
— Die arabischen Ziffern bezeichnen die Nummern im Blaubuch) — 

2. Miscellaneus No. 14 (1914) [Cd. 7716] Despatch from His Majesty's 
Ambassador at Constantinople summarising events leading up to rupture of 
relations with Turkey, and reply thereto. 7 Seiten. London 1914. 

(Angeführt als Bb. III.) 

Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 89 

Nr. DCCCL.V. Sir Edward Grey to Mr. Beanmont. 

Bb. II 4. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 4, 1914. 

Your telegram of 3rd August.*) 

I am sure Turkish Government will understand necessity for His 
Majesty.'s Government to keep all warships available in England for their 
own needs in this crisis. 

Financial and other loss to Turkey will receive all due consideration, 
and is subject of sincere regret to His Majesty's Government. You should 
inform Grand Vizier. 

Nr. DCCCIiVI. Sir Edward Orey to 9Ir. Beianmont. 

Bb. II 5. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 7, 1914. 

If Turkey remains neutral and Egypt remains quiet, and should no 
unforeseen circumstances arise, His Majesty's Government do not propose to 
alter the Status of Egypt. 

A report has reached me that it is being alleged that the annexation 
of Egypt is under consideration by His Majesty's Government. 

You should emphatically contradict this to the Turkish Government, 
and say that we have no Intention of injuring Turkey, and you should add 
an assurance in the sense of the first paragraph. 

Nr. DCCCL.VII. nir. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 10.) 

^ Bb. II B. 

(Telegraphic.) Gonstantinople, August 9, 1914. 

An oflicial communiquö was recently published here which showed a 
distinctly hostile tone towards Great Britain. This communiqu6 dealt with 
the requisition of the Turkish warships by His Majesty's Government. The 
Grand Vizier has told me that Turkish Government had to pretend to the 
Turkish public, as the latter had subscribed towards the purchase money for 
the vessels, that they were taking a strenger line than really was the case. 
He Said, however, that we should not attach too much importance to publi- 
cations of this kind. 

Public opinion is daily growing more excited, and I think that if His 
Majesty's Government were able to give an assurance that Turkey would 
have the ships, if possible, on the conclusion of hostilities, such an assurance 
would have a soothing effect. 

I have received a most emphatic assurance from the Grand Vizier that 
nothing will induce Turkey to join Austria and German.v as long as he 
remains in power. His position is strong enough to give a certain value to 
this assurance. 

*)' See No. 2. 



90 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCCLiVIlI. Mr. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 11.) 

Bb. II 7. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 11, 1914. 

A Report has reached me from vice-consul at the Dardanelles. dated 
evening of the lüth August, that two large warships, thought to be the 
„Goeben" and the „Breslau," have entered the Straits, and that the German 
consul went to meet them. Arrival of these vessels at Nagara late on same 
evening was reported in a second telegram. 

Nr. DCCCIilX. Sir Edward Grey to Mr. Beaumont. 

Bb. II 8. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 11, 1914. 

I Learn that at 8.30 P. M. last night „Goeben" and „Breslau" reached 
the Dardanelles. These ships should not be allowed to pass through the 
Straits, and they should either leave within twenty-four hours, or be disarmed 
and laid up. Tou should point out to the Turkish Government that these 
are the duties entailed upon them by their neutrality, and that His Majesty's 
Government expect that they will act up to their obligations. 

Nr. DCCCIjX. Mr. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Received 

August 12.) 

Bb. II 9. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 11, 1914. 

My telegram of llth August.*) 

The Ottoman Government have bought „Goeben" and „Breslau." Officers 
and men will be allowed to return to Germany. Grand Vizier told me that 
purchase was due to cur detention of „Sultan Osman." They must have ship 
to bargain with regard to question of the Islands on equal terms with Greece, 
and it was in no way directed against Russia, the idea of which he scouted. 

He formally asked that the British naval mission might be allowed to 
remain. 



Nr. DCCCIiXI. Mr. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 12.) 

Bb. II 10. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 11, 1914. 

FoUowing from consul, Dardanelles, to-day : — 
„The large German ship has just left for Constantinople. 
„Boats from small German ship have perquisitioned our ships here, and 

destroyed Marconi apparatus on Frencb ships ander threat of sinking them. 

*) See No. 7. 



b) Eintritt der Türkei. 91 

„We have protested, demanding disarmameut or expulsion of German 

ships before night. 

,It seems that they desire to force Turkey into war." 

Military authorities seem to have completely lost their heads. British 

ships are capriciously detained at Dardanelles. and port officials here are 

refusing to issue papers to outgoing vessels. 

Nr. DCCCLiXII. Sir Edward Grey to ]»Ir. Beaumont. 

Bb. II 11. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 12, 1914. 

Your telegram of llth August.*) 

If the crews of the ^Goeben" and ^Breslau" are returned to Germany 
at once and if the transfer of those vessels to Turkey is bona fide, so that 
they can only reappear as Turkish ships with Turkish crews, there seems no 
reason that the British naval mission should be withdrawn. 

Nr. DCCCL.XIII. Illr. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 13.) 

Bb. II 12. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 12, 1914. 

I Saw the Grand Vizier this morning and made strong representations 
to him against restrictions of free passage of the Straits, which the military 
authorities are now imposiug under various pretexts. I said they had been 
holding up passenger and grain ships in the Dardanelles, refusing to deliver 
papers to ships wishing to leave Constantinople, and ordering grain ships to 
return to Constantinople at their caprice. 

The Grand Vizier admitted that the War Office had been most high- 
handed in their action, in violation of international obligations. 

It seems that the Minister of War has now got entirely out of band, 
and I gather that he alone is responsible for the present Situation. Matters 
are undoubtedly becoming serious, but a Cabinet Council is being held this 
afternoon, and I hope I may be able afterwards to report some improvement. 

I should add that all foreign shipping is affected by the restrictions to 
which I have alluded above. 

Nr. DCCCEXIV. Sir Edward Grey to Mr. Beaumont. 

Bb. II 13. 

< Telegraphic.) Foreign Office, August 12, 1914. 

Your telegram of llth August.**) 

You should at once point out to Grand Vizier that Turkish Government 
must not permit German ships to commit acts of war in the Sti'aits, and ask 
why British merchant ships are detained. 



*) See No. 9. — **) See No. 10. 



92 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



Nr. DCCCL.XV. Tewfik 

ceived August 13.) 



Paslia to Sir Edward •irey. — (Ro- 



Bb. 



L'Arabassadeur de Turquie präsente 
ses compliments ä Sir E. Grey et a 
l'honneur de communiquer ci-dessous 
ä son Excellence le texte du t6l6gramme 
qu'il vient de recevoir ä i;instant de 
son Gouvernement: ^ 

„Pour ne laiser subsister aucun doute 
sur l'attitude pacifique que le Gouverne- 
ment Imperial a d6cid6 d'observer 
dans les conflits actuels, je vous informe 
derechef qu'il est rösolu de garder 
stricte neutralitö." 

Ambassade Imperiale ottomane, 
Londres, le 13 aoüt, 1914. 



II 14. 

(Translation.) 

The Turkish Ambassador presents 
bis compliments to Sir E. Grey and 
hasthehonourtocommunicateherewith 
the text of a telegramm just received 
from bis Government, which runs as 
follows: — 

„In Order that there may be no 
doubt as to the pacific attitude which 
the Turkish Government have decided 
to observe in the existing struggle, 
I inform you forthwith that they are 
determined to maintain strict neu- 
trality." 

Turkish Embassy, London 
August 13, 1914. 



Nr. DCCCL.XVI. Mr. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 15.) 

Bb. II 15. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 14, 1914. 

Admiral Limpus has received promise from Minister of Marine that 
his Excellency will make crews for the „Goeben" and „Breslau." This will 
take time, but nevertheless it will be done ; and his Excellency has undertaken 
to band over the two ships bodily to the British admiral. 

Admiral Limpus informs me that a month will probably elapse before 
„Sultan Selim" (late „Goeben") can be even moved by the Turkish crew; 
but the formalities of transfer may be complete technically in a day or two. 
Further delay in taking delivery from the Germans is unavoidable. 

Minister of Marine declared there was no Intention of sending the ships 
outside Sea of Marmora until the end of the war. 



Nr. DCCCIiXVII. Mr. Beaumont to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 16.) 

Bb. II 16. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 15, 1914. 

Admiral Limpus and all officers of British Naval Mission have suddenly 
been replaced in their executive command by Turkish officers, and have been 
ordered to continue work at Ministry of Marine if they remain. Although 
I have been given to understand by a member of the Government that thej^ 



b) Eintritt der Türkei. 93 

are still anxious to get officers and crew of the ^Goeben- and „Breslau" 
out of Turkey, this will probably mean retention of mechanics and technical 
experts at least, which will create most dangerous Situation here. 

Xp. DCCCLiXYIII. Sip Edwapd Gpey to Mp. Beaumont. 

Bb. n 17. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 16, 1914. 

As soon as Prench and Russian Ambassadors are similarly instructed, 
you are authorised to declare to Turkish Government that if Turkey will 
observe scrupulous neutrality during the war England, France, and Russia 
will uphold her independence and integrity against any enemies that may 
wish to utilise the general European complication in order to attack her. 



Np. DCCCIiXIX. Mp. Beaumont to Sip Edward Gpey. — (Re- 

ceived August 17.) 

Bb. n 18. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 16, 1914. 

This morning Grand Vizier assured me again most solemnly that 
Turkish neutrality would be maintained. That Germany was doing her 
utmost to compromise the Turkish Government he did not deny, and he went 
so far as to admit that there was a danger of provoking Russia if Turkey 
lent her seif to German designs which it served Turkey's interests to acquiesce 
in. This ambiguous expression no doubt refers to the fact that a certain 
number of German experts will be left on the „Goeben" and „Breslau", 
owing to the inability of the Turks to handle those ships themselves. It 
would have been an impossible Situation for Admiral Limpus, if he had had 
under his direct orders a mixed crew of Turks and Germans, and perhaps 
reason of his withdrawal from executive command may lie in this consideration. 

The „Goeben" and „Breslau" are at present lying off Constantinople. 
The Grand Vizier has assured me that there is no Intention of moving them 
from Marmora. They are now flying the Ottoman llag under nominal command 
of Turkish officer, and have been transferred. This at least is a good sign. 



Np. DC€CI.iX:x. Mp. Beaumout to Sip Edwapd Opey. — (Re- 
ceived August 17.) 

Bb. II 19. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 16, 1914. 

I have received the following telegram, dated the 15th August, from His 
Majesty's vice-consul at Dardanelles: — 

„A new field of mines has been laid in the zone formerly sown with 
mines of Observation type. It may be assumed that these latter had 
previously been removed. 



94 t)- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

,The new contact mines, to the number of forty-one, were laid by the 
,Mtibah' from Kephez to Suandere in a double line. Seven were kept on 
the ship, and the twenty-four from the ,Selanik,' which is proceeding to 
< 'onstantinople, were also taken on board. 

jThe „Lily Rickmers", a German ship which has arrived here, carries 
a wireless installation." 

Nr. DCCCL.XXI. Sir li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 18.) 

Bb. II 20. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 18, 1914. 

I Have been accorded most cordial reception upon my return to my 
post by the Grand Vizier, of whom I enquired whether the German crews 
would be removed soon, and what guarantee he would give that the „Goeben" 
and „Breslau" would be used neither against Great Britain nor against 
Russia. l also expressed my surprise that the Turkish Government should 
be apparently entirely under German influence, and that they should have 
committed such a serious breach o! neutrality as was involved by their 
action in the matter of the German ships. 

His Highness said that he deeply deplored this breach of neutrality, 
which he could not deny. He begged me to give him time to get rid of 
German crews, which he promised he would do gradually, but, until arrival 
of Turkish transport with crews from London, Turkish Government had no 
crew to replace Germans. 

His Highness added that he had protested against the action of the 
„Breslau" in boarding British and French ships at the Dardanelles, and he 
expressed the hope that I would not take too serious a view of that incident. 

Situation is delicate, but I have great hopes that if His Majesty's 
Government will exercise patience, it may yet be saved; for Grand Vizier 
solemnly assured me that neither the „Goeben" nor the „Breslau" would go 
into the Black Sea or the Mediterranean. 

Hig Highness said that seizure of Turkish ships building in England 
by His Majesty's Government had caused the whole crisis. and, as almost 
every Turkish subject had subscribed towards their purchase, a terrible 
impression had been made throughout Turkey, where British attitude had 
been attributed to Intention to assist Greece in aggressive designs against 
Turkey. Turkish population would have understood if Great Britain had 
paid for the ships, or if she had promised to return them when the war was 
over; but as it was it looked like robbery. Germans hat not been slow to 
exploit the Situation, of which they had taken every advantage. 

His Highness was much impressed and relieved when I informed him 
of the declaration authorised in your telegram of the 16th August. *) He 

*) See No. 17. 



b) Eintritt der Türkei. 95 

Said that this would be of enormous assistance to him, and he assured me 
that I need not be anxious lest Turkey should be drawn into war with 
Great Britain or with Russia. The present crisis would pass. 

I am convinced of the absolute personal sincerity of Grand Vizier in 
these utterances. 



Ar. DCCCIiXXIl. Sir Edward Grey to Sir L. Mallet. 

Bb. II 21. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 18, 1914. 

I told the Turkish Ambassador, who had expressed uneasiness as to cur 
intentions towards Turkey, that Turkey would have nothing to fear from us, 
and that her integrity would be preserved in any conditions of peace which 
affected the Near East, provided that she preserved a real neutrality during 
the war, made the „Breslau" and „Goeben" entirely Turkish by sending away 
the German crews of these vessels, and gave all ordinary facilities to British 
merchant vessels. 



Nr. DCCCL.XXIII. Sir l,. lUallet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 19.) 

Bb. II 22. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 19, 1914. 

In view of the possibility that a coup d'Etat may be attempted with 
assistance of the „Goeben", in co-operation with the military authorities under 
German influence, who exercise complete control, I wish to make it clear 
that in my opinion the precaution of presence of British fleet at the Darda- 
nelles is wise. I am anxious to avoid any misunderstanding as to the gra- 
vity of the Situation, notwithstanding the assurances received from the 
Grand Vizier. 



Kr. DCCCIiXXIV. Sir L.. Maltet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 20.) 

Bb. II 23. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 19, 1914. 

I saw the Grand Vizier on the afternoon of 17 th August, and made 
strong representations to him with regard to the detention of vessels laden 
with cargoes consigned from Russian ports to the Mediterranean. 

He promised to give immediate Instructions that ships should be allowed 
to proceed. 

The port authorities .were undoubtedly instructed yesterday morning to 
permit seven ships loaded with grain and one with petroleum for the Medi- 
terranean, and one ship with coal for the Danube, to depart, bat this per- 
mission was cancelled later. 



96 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

It appears from this as if the military party, supported by the Germans, 
were determined to reassert themselves, and that a serious conflict of authority 
bas arisen. 

I propose to see Grand Vizier, wbom I'was unable to see last night, 
as early as possible tbis morning, and to insist upon bis carrying out of bis 
promise with regard to laden sbips. 

If tbese are permitted to leave, only four sbips will remain, and no 
otbers bave arrived since yesterday. 

Of tbese four sbips only one is in a position to leave immediately, but 
tbeir case is different to tbat of tbe nine sbips mentioned above, of which 
the cargoes have never touched Turkish soil, and wich are covered by treaties 
guaranteeing free passage of the Straits at all times, thus making tbeir 
detention a far more serious matter. 

Nr. DCCCIiXXV. Sir li. 9Iallet to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 21.) 

Bb. II 24. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 20, 1914. 

Minister of Marine came to see me to-day and expressed bis relief at 
being able to talk to me freely. 

He put forward tbe foUowing proposal: — 

Firstly, tbat the Capitulations should be abolished immediately. I 
pointed out the. difficulty of tbis, and be suggested that the Minister of Fi- 
nance should come and discuss the question with me. 

Secondly, he demanded the immediate return of the two Turkish battle- 
ships acquired by His Majesty's Government at the commencement of the 
war. I told bim that tbis was impossible, but that I would endeavour to 
obtain as good terms as possible for them, and that I hoped tbey would not 
be needed during the war, and would soon be returned to Turkey; in the 
meanwbile tbey should be regarded as a loan from Turkey to a friend. 

Thirdly, be asked for renunciation of any interference with the internal 
affairs of Turkey. This need not be taken seriously, and is, of course, an 
absurd proposal. 

Fourthly, he asked that if Bulgaria should intervene against the Triple 
Entente, Western Tbrace should be given back to Turkey. 

Fiftbly, he wanted the restoration of the Greek Islands. I told him 
that tbis was impossible, and he finally agreed to tbe basis arranged just 
before tbe present war broke out. 

His final proposal was tbat the allied Powers should undertake to oblige 
the Triple AUiance to accept any agreements which might be reached with 
raspect to the Capitulations. 

Our conversation was of the friendliest description, and at its close the 
Minister of Marine asked whether I would sanction the chartering of a 
British oil-tank steamer now at Tenedos to convey oil from Constanza. I 



b) Eintritt der Türkei. . 97 

asked him the purposes for which this oil was required, and he replied that 
it was for use in Turkish destroyers. I said that I thought that such a 
request, when the German crews of the , Breslau ■ and „Goeben'' were masters 
of the Situation here, would greatly surprise His Majesty's Government, and 
he replied that he did not wish to create any suspicion in their minds, and 
would therefore withdraw his request, adding that any suspicion that the 
German ships would be allowed to attack our shipping was absurd. 

I said that, although I personally believed in the sincerity of his assu- 
rances, there seemecj to be no doubt that the German admiral was now the 
master here. Minister seemed greatly surprised at this, but fioally askei 
me to assure you that he would open the Dardanelles to the British fleet, 
if the German crews would not leave the two ships when he told them to do so. 

Nr. DCCCL.XXVI. Sir li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 21.) 

Bb. II 25. 

(Telegraphic.) Constantinpple, August 20, 1914. 

Foilowing from His Majesty's vice-consul, Dardanelles, dated 19 th August 

,Passages were stopped this afternoon, while seventeen more mines were 
laid in a zigzag line along one side of the Channel, which has been rendered 
extremely narrow. There is a heavy oil-steamer to pass to-morrow, and it 
may not be easy. 

Mines remain, but 1 suspect that there are more on board „Rickmers". 

Weber Pasha, who has returned with other German officers, is be- 
lieved to be on board the latter vessel. 

Several Hotchkiss guns have arrived and have been mounted on both 
sides of the Straits commanding minefield." 

Nr. DCCCLiX.VVII. Sir li. Alallet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 22.) 

Bb. II 26. 

(Telegraphic.) ■ Const.antinopIe, August 21, 1914. 

Your telegram of 12 th August.*) 

Reply to represeutations received from Porte expresses regrets for 
unfortunate incident of which British merchant vessels at Dardanelles were 
object and gives formal assurances thnt similar acts shall not occur again. 
Explanation of detention of ships given in Porte's note is that in consequence 
of some mines having been detached from their moorings, authorities had 
prevented vessels from continuing their -voyage until mines had been picked 
up, in Order to avoid accidents. 

No mention is made of real reason, which was wish of military authori- 
ties to requisition grain and othn- cargoes. 



*) See No. 13. 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 



98 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

IWr. DCCCL.XXVIII. Sir L,. Mallet to Sir Eduard Grey. - (Re- 
ceived August 22.) 

Bb. II 27. 

(Telegraphic. ) Constantin ople, August 21, 1914. 

I was informed by the Grand Vizier to-night that he wanted all the 
Support that the Triple Entente could give him, and that the sooner they 
could give a written declaration respecting the independence and integrity 
<jf Turkey the better. 

A Sharp struggle, which may come to a head at any moment, is in 
progress between the Moderates and the German party, headed by the Mi- 
nister for War, and is meanwhile creating anarchy here. 

Marshai Liman*) and the German Ambassador are recklessly striving 
to force the Turks into declaring war on Russia, in which case the ^.Goeben" 
and „Breslau* would presumably sail for the Black Sea. They are prepared 
to achieve this object, if necessary, by a coup d'Etat, making the Minister 
of War dictator. 

It is Said that the Dardanelles forts have German garrisons, and that 
the „Goeben", which has been slightly damaged, will be repaired by the 
2nd September, or possibly earlier. 



Nr. DCCCIiXXIX. Sir Edward Grey to Sir Li. Mallef:. 

Bb. II 28. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 22, 1914. 

Your telegram of 20 th August.**) 

The demands made by the Turkish Government are excessive; we do 
not, however, wish to refuse all discussion, and you may therefore, as soon 
as the French and Russian Ambassadors have received similar instructions. 
address the foUowing communication to the Porte: — 

„If the Turkish Government will repatriate immediately the German 
officers and crews of the „Goeben" and „Breslau", will give a written assu- 
rance that all facilities shall be furnished for the peaceful and uninterrupted 
passage of merchant vessels, and that all the obligations of neutrality shall 
be observed by Turkey during the present war, the three allied Powers will 
in return agree, with regard to the Capitulations, to withdraw their extra- 
territorial Jurisdiction as soon as a scheme of judicial administration, which 
will satisfy modern conditions, is set up. 

They will further give a Joint guarantee in writing that they will re- 
spect the independence and integrity of Turkey, and will engage that no 
conditions in the terms of peace at the end of the war shall prejudice this 
independence and integrity." 



*) Head of the German Military Mission in Turkey. 
**) See No. 24. 



b) Eintritt der Türkei. 



99 



Nr. DCCCIiXXX. Tewfik Pasha to Sir Edward CJrey. 

ceived August 22.) 



(Re- 



Bb. 

L'Ambassadeur de Turquie präsente 
ses compliments ä Sir E. Grey et, se 
r6f6rant ä la conversation qu'il a eu 
l'honneur d'avoir avec son Excellence 
et dont il avait rendu compte ä son 
Gouvernement par un t6l6gramme en 
date du 18 courant, s'empresse de 
rinformer que son Altesse Said Halim 
Pädia vient de lui faire savoir par 
une d^peche responsire exp^di^e hier 
et parvenue ä l'instant: 

1. Que les ordres n^cessaires ont 
6t6 donnös ä qui de droit pour le 
libre commerce dans les eaux otto- 
manes de tout navire marchand ; 

2. Que le Gouvernement Imperial 
procädera au remplacement des offi- 
ciers et Equipage allemands par ceux 
du „Sultan Osman" d^s qu'ils seront 
arriv6s ä Constantinople. 

Ambassade Imperiale ottomane, 
Londres, le 22 aoüt, 1914. 



II 29. 

(Translation.) 
The Turkish Ambassador presents 
bis compliments to Sir E. Grey, and 
with reference to the conversation 
which he had with him, and which 
he reported to the Turkish Govern- 
ment in a telegram of the 18 th m- 
stant, hastens to State that bis High- 
ness Said Halim Pasha has just 
replied in a telegram dated yesterday, 
and just received, as follows : 

1. The necessary orders have been 
given in the proper quarter for the 
free navigation of Turkish waters by 
all merchact vessels ; 

2. The Turkish Government will 
replace the German officers and men 
by those of the „Sultan Osman" as 
soon as they arrive at Constanti- 
nople. 



Nr. DCCCIiXXJLI. Sir li. Nallet lo Sir Edward »rey. — (Re- 
ceived August 23.) 

Bb. II 30. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 22, 1914. 

I saw Minister of Marine, as the Turkish transport has now arrived, and 
asked him when the crews of the „Goeben" and „Breslau" would be repatriated. 

He Said that it depended upon the Grand Vizier. He was himself in 
favour of their repatriation. 

I shall press the matter strongly, but do not know whether the Mode- 
rates are sufficiently strong to insist upon such a step being taken at onc*. 



Nr. DCCCIjXXXII. Sir L.. Maltet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 24.) 

Bb. II 31. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 23, 1914. 

I hear that a further contingent of German officers has recently aiTived 
via Sophia for Service here. 



100 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCCI.X XXIII. Sir L.. Itlallet to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 2h.) 

^ ' Bb. II 32. 

(Telegraphic ) Constantinople, August 24, l!il4. 

The Minister of War has not yet recovered from bis illnes. I have 
made it absolutely clear to the Grand Vizier that there is evidently no reason 
for delayiiig transfer of ships now that changes have come, and I said that 
His Majesty's Government would not tolerate that the Turkish fieet. as weil 
as the Turkish army, should be in the hands of Germany, warning his High- 
ness that the British fleet would not leave the Dardanelles until His Majesty's 
Government were satisfied that the Turkish Government had loyally carried 
out the condition laid down, and until British merchantmen could navigate 
Turkish waters without either delay or molestation. It was therefore obvious 
that if there was any idea of manning the Turkish fleet with German officers 
and men it must be given up. The Situation was already quite humiliating 
enough for the Turkish Empire, which was in peril of total ruin if the Tur- 
kish Government allowed the domination of Constantinople by Germany. 
The Grand Vizier assured me that the Turkish Government had not the 
slightest intention of Germanising their fleet ; and while it is my Impression 
that the forces in favour o! the maintenance of strict neutrality by Turkey 
are slowly gaining, I replied that I should not be satisfied with less than the 
actual departure of the German crews. 

\v. DCCCLiXXXIV. Sir l«. DIallet to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived August 25.) ^^ ^^ ^^ 

(Telegraphic.) Constantinople, August 2.5, 1914. 

I received yesterday a written assurance from Grand Vizier that mer- 
chant vessels will be allowed to go and come in Turkish ports without hin- 
drance in accordance with treaties. 

Nr. DCCCIiXXXV. Sir Edward Grey to Sir L«. Maltet. 

Bb. II 34. 

(Telegraphic.) Foreign Office, August 25, 1914. 

His Majesty the King desires that your Excellency should convey to 
His Imperial Majesty the Sultan of Turkey a personal message from His 
Majesty, expressing his deep regret at the sorrow caused to the Turkish 
people by the detention of the two warships which His Imperial Majesty's 
subjects had made such sacrifices to acquire. His Majesty the King wishes 
the Sultan to understand that the exigencies of the defence of his dominions 
are the only cause of the detention of these ships, which His Majesty hopes 
will not be for long, it being the intention of His Majesty's Government to 
restore them to the Ottoman Government at the end of the war, in the 
event of the maintenance of a strict nsutrality by Turkey without favour 
to the King's enemies, as at present shown by the Ottoman Government. 



b) Eintritt der Türkei. 101 

Nr. DCCCL.X\X.VI. Sir L.. ^lallet to Sir E<lward Grey. — (Re- 
ceived August 26.) 

Bb. II 35. 

{Telegraphic ) Constantinople, August 25, 1914. 

I hear from His Majesty's consul at Jerusalem that forty cameis laden 
with food-stuffs have been seized from Egyptians at Gaza. 

Nr. DCCCLiXXXVII. Sir L<. ]»Iallet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 26.) 

Bb. II 36. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 25, 1914. 

Seizure of cameis reported in my telegram of to-day. *) 
I am making strong representations to Ottoman Government. The Ger- 

mans, who are no doubt responsible for the activity now reported. are doing 

their best to embroil us with the Turks. 

The Grand Vizier vehemently denies that it is his Intention to attack 

Egypt in any way or to attempt any sort of intrigues there. In this, I 

think, he is sincere. He is forming a Moderate party genuinely in favour 

«f Turkey remaining neutral. 

Nr. DCCCL.XXXVIII. " Sir li. »lallet to Sir Edward Grey. — 

(Received August 26.) 

Bb. II 37. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 25, 1914. 

His Majesty's vice-consul, Dardanelles, reports that former Channel on 
the European side of the Straits was further mined on the 24 th August. 
More buoys have been placed in new Channel on the Asiatic side, and that 
Channel may now be followed. Passages were prevented on 24 th August by 
the work of laying these buoys, but they have been resumed from to-day. 

Nr. DCCCEXXXIX. Sir Edward Grey to Tewfik Pasha. 

Bb. II 38. 

Your Excellency, Foreign Office, August 26, 1914. 

I have the honour to acknowledge the receipt of the note which your 
Excellency was so good as to address to me on the 22 nd instant. **) 

In reply, I have the honour to State that I have taken note that: 

1. The necessary orders have been sent by the Imperial Ottoman 
Government to the competent authorities to allow free passage in Ottoman 
waters to all foreign merchant vessels. 

2. That the Imperial Ottoman Government will replace the German 
officers and crew of the late »Goeben" and , Breslau" by those of the , Sultan 
Osman" the moment the latter arrive at Constantinople. 

I have, &c. 

E. Grey. 

*) See No. 35. - **) See No. 29. 



102 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Xr. DCCCXC Sir I.. Mallet to Sir Eduard Cirey. — (Received 

August 27.) 

Bb. II .39. 

Telegraphic.) Constantinople, August 26, 1914. 

Ninety German sailors passed through Sophia yesterday on their way 
to Constantinople. I have protested strongly, but Grand Vizier is unable to 
control the Situation, which is dominated by the German Ambassador and 
generals. Weher Pasha, who is in command at the Dardanelles, is said to 
be urging closing of the Straits. I have brought this to the notice of the 
Grand Vizier. His Highness most positively repudiated any such idea, and 
begged me to have patience, as this Situation would not last, and he was 
gaining authority. 

In the meantime, general mobilisatiou is proceeding feverishly, and 
preparations are being pushed on in the fleet. Eighty pounds' worth of 
surgical appliances, dressings, &c., were bought by doctor of the „Corcovado'' 
to-day. I am informed that there is a 5-inch gun hidden by canvas at her 
Stern. She still lies at Therapia. It is not likely that the two German 
men-of-war will come out of the Dardanelles, but there are grounds for 
thinking that German plan is to urge Turkay to attack Russia after France 
is beaten — about ten days hence, in their estimatiou. Straits would be 
eutirely closed, and, according to the German Ambassador, quite impossible 
to force, since Germans have taken special measures to make them impregnable. 
To sum up, the Situation is most unsatisf actory, though not actually desperate. 

Nr. DCCCXCI. Sir G. Barclay to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 27.) 

Bb. II 40. 

(Telegraphic.) Bucharest, August 27, 1914. 

Press to-day reports special train from Berlin, carrying 500 German 
marines, passad through Bucharest yesterday for Constantinople. 

Official communication this evening states that this was not a military 
transport, but that men were workmen, mostly Germans, under the direction 
of several engineers and functionaries, on the 'way to Turkey via Bulgaria 
for work on Bagdad Railway. 

Communiqu^ adds that in future foreign subjects will not be allowed 
passage through the country in groups of more than twenty, even if their 
individual passports are in order. 

Xr. DCCCXCII. Sir L,. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

August 27.) 

Bb. II 41. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 27, 1914. 

German ships. 

There are grounds for thinking that Germans are urging Turks to send 
,Goeben" into Black Sea, where they would argue that she has a right to 



b) Eintritt der Türkei. 103 

go as a Turkish ship. Germans would coimt upon Russian warship attacking^ 
her. and war would ensue. seemingly proToked by Russia. 

Object of Germans is to create a diversion here. draw oS some Russian 
troops and enemies from Austria, and embroil us at the same time. 

There are, it is said, 162 German officers here and many reservists. 



Nr. DCCCXCIII. Sir L,. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
August 28.) 

Bb. II 42. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 27, 1914. 

My telegram of 27 th August.*) 

Russian Ambassador is at present with Grand Vizier, whom I have 
just Seen. I again impressed upon his Büghness my apprehensions lest 
^Goeben" should make a raid. I expressed my conviction that, should Turkey 
be so unwise as to provoke the Powers of the Triple Entente, it would mean 
the end of the Ottoman Empire. To these observations on my part, his 
Highness replied that the „Goeben", manned as she was with German crew, 
would never be allowed by the Turkish Government to enter the Black Sea. 
His language on this point was most emphatic. and I believe that he was 
sincere in what he said. I did not fall, however, to draw his Highness's 
attention to the fact that, if the Minister of Marine, the Minister of War. 
and the German Ambassador ordered the „Goeben"' to go there, I did not 
quite see how his Highness was going to prevent it. If the German Emperor 
ordered the German admiral to go into the Black Sea. it did not seem to 
me that the two Turkish Ministers could, even if they would. prevent the 
admiral from obeying those commands. 

Grand Vizier assured me most emphatically that my fears were entirel}' 
wlthout foundation, but he did not give me any reasons to back up this 
optimistic opinion. His Highness was much upset when I rejoined that, so 
long as German crews remained his Highness was not master of his own 
house. but at the mercy of the Germans, who had, to all intents and purposes. 
oecupied Constantinople. His Highness admitted that Germans were urging 
Turkey to depart from her neutrality. and that they wished to embroil her 
with the Russians and ourselves, but he nevertheless solomnly assured me 
that Turkish Government would not depart from their neutrality. He fully 
understood Germany's aims in this matter, and all Turkish Government were 
determined not to fall into the trap. 

Grand Vizier is, I am sure, absolutely sincere himself. But none the 
less the Situation is as I have discribed it in the preceding paragraphs. 

*) See No. 41. 



104 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. DCCCXCIV. Sir L. Mallet to Sir Edward CJrey. — (Received 

August 28.) 

Bl). II 43. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 27, 1914. 

My telegram of 24 th August. *) 

In reply to my enquiries, Grand Vizier stated that neither he nor Mi- 
nister of Marine knew anything about the reported arrival of German sailors. 
They had not been asked for by the Turkish Government. 

I Said that, if this really was the case, it furnished yet another proof 
of how completely Germany had obtained control here. German merchantmen 
were, to my knowledge, arming in the port of Constantinople, and it was 
obvious that the German sailors were to be put into these ships or on board 
the Turkish fleet. This being so, it was my duty to warn his Highness of 
the unfortonate effect that this continued violation of Turkish neutrality in 
favour of Germany was bound to have upon the Governments of the Triple 
Entente. 

Nr. DCCCXCV. Mr. Cheetliam to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived August 28.) 

Bb. II 44. 

(Telegraphic.) Cairo, August 28, 1914. 

Ottoman forces are being mobilised in Hedjaz and further south, and 
existing military activity in Red Sea may thus be explained. About sixty 
Turkish officers arrived at Alexandria recently and passed through Egypt 
down Red Sea. Their destination was the Yemen. 

Twelve thousand Turkish troops are reported in Jeddah region. 

Signs are not lacking that, in case of war, an attack on Egypt is 
contemplated by Turkey. A few Turkish officers are now in the Delta. Steps 
have been taken to watch all those that are known. I learn from a good 
source that all information of Turkish mobilisation reported from Constantinople 
is correct. Meanwhile emissaries are being sent to India, the Yemen, 
Senoussi, and Egypt, to stir op feeling against Great Britain. Activity at 
Gaza is reported, but it is uncertain whether this is more than raising of 
ievies to replace regulars withdrawn from the north by mobilisation. 

Nr. DCCCXCYI. Sir E. Hallet to Sir Edward Grey. — (Received 
August 29.) 

Bb. II 45. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 28, 1914. 

General Situation here. 

It is possible, though I consider it highly improbable, that Turks may 
make a dash out of the Dardanelles when their fleet is better prepared. It 

*) See No. 39. 



b) Eintritt der Türkei. 105 

is equally possible tbat Turkey may make some forward movement against 
Servia or Greece on land. Nevertheless, I trust that you will not read my 
various reports to mean that I have abandoned last hope that neutrality 
will be maintained to extent oi not actually attacking Russia in Black Sea. 
I still think that it is f ar from probable that Turkey will f or the time being 
make äny forward move. 

News propagated by German Ambassador here this morning is that 
Germans are marching on Paris, and that they have decisively worsted the 
allies. This message has without doubt come by wireless, as the Ambassador 
is in direct communication with German General Staff. This news will, I fear, 
tend to shake Turks still further, as they now confidently expeet that Triple 
Entente will be annihilated. There is also no doub that very active 
pr6parations are in band, and that Germans here are confident of hostilities. 
Consignments of gold from Germany have arrived for German and Austrian 
banks, private German residents have sent away their wives, and quantities 
of medical stores have been purchased and put on board German ships. 

I hear that German Ambassador is adopting tone of friendly commiseration 
for Great Britain, who, he asserts, will never assist Russia in any movement 
against Turkey. He has made the remarkable Statement that bis Government 
will now offer favourable terms to France, which she will certainly accept ; 
that Germany will then wage a platonic war with England, whose heart is 
net in the struggle, and who will make terms to save her fleet; and that 
Germany and England will then combine against Russia. 

German Ambassador's attitude seems to indicate great preoccupation as 
regards British fleet and as regards Russian advance in East Prussia, and 
a desire to make terms now in order to save Germany's resources for a final 
struggle with us under more favourable conditions. I have made it known 
privately in the proper quarter that under no conditions would Great Britain 
abandon her allies, and that, whatever the present Situation in the field may 
be, it is still but the beginning of a struggele from which we are firmly 
resolved to emerge victoriously. 

Nr. »CCCXCVII. Sir L,. ülallet to Sir Eward Grey. — (Received 

August 29.) 

Bb. II 46. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 28, 1914. 

From Information that has reached me, there is no doubt that in course 
of time the whole area of the Dardanelles, Constantinople, and the Bosphorus 
will become nothing more nor less than a sort of German enclave. Sailors 
recently arrived from Sophia will be sent to Straits forts and more will 
foUow. This is over and above German military reservists already allotted 
to garrison those forts. 

I hear that, although Turks have not yet any ordnance of the more 
modern type for mounting in Straits defences, it is very probable that 



] 06 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

consignment of guns will arrive in the near future froni Gerinany and Austria 
through Constanza. 



Nr. DCCCXCVIII. Sir II. Bax- Jroiiside to Sir Edward Grey. 

(Received August 29.) 

Bb. II 47. 

(Telegraphic.) Sophia, August 28, 1914. 

Special train füll of German sailors with officers passed Sophia last 
night for Constantinople, making total passed about 600. 

I am informed credibly that large consignment of guns and artillery 
material has passed through Roumania to Giurgeya and is now being 
brought across to Rustchuck. 



Nr. DCCrXCIX. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
August 31.) 

Bb. II 48. 

(Telegraphic.) Constantinople, August 30, 1914. 

I and my colleagues still do not regard Situation as hopeless, and are 
of opinion that we should go on as long as possible without provoking a 
rupture. I find it hard to believe that, when it comes to the point, Türks 
would declare war on Russia or on ourselves. 

Eventuality of a general war is doubtless counted on by Germany with 
the object of diverting energies of Russia from the main object of European 
conflict. Germans may even argue that, in the event of Russians receiving 
serious check in Germany, they might be induced to desist from struggle by 
bait of Constantinople. 

There is no doubt that it is object of Germany to involve Russia and 
Great Britain in serious troubles here in the hope of general Balkan conflagration 
and of complications for us in India and Egjpt, I heard to-day on good 
authority that it is admitted in Berlin that, if necessary, they will encourage 
a „jehad" *) with this object. 

I have strong Impression that Turkish Government, with exception of 
its extreme chauvinists, are aware of Germany's objects, which I have not 
ceased to instil into them, and that time may cool their ardour for their 
German masters. I warned Grand Vizier this morning of inevitable results 
of siding with Germany against us, and said that our patience was not 
ioexhaustible, and tljat consequences of allying themselves with our enemies 
would be serious. His Highness seemed to be impressed, and promised that 
German sailors should be sent away. 



*) I.^e.. Holy War. 



b) Eintritt der Türkei. 107 

Nr. CM. Sir L.. lUallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 1.) 

Bb. II 49. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 1, 1914. 

Minister of Marine called on Russian Ambassador last night and assured 
him that he was working hard for neutrality, that he would send away 
German sailors in fortnight, and that 200 were leaving to-day. truth of 
which we shall verify. He may only be gaining time. 

Nr. CMI. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 1.) 

Bb. II 50. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 1, 1914. 

I again discussed subject of Turkish neutrality to-day with Grand 
Vizier. His Highness evidently relies on Minister of Interior, who returns 
shortly. He assured me most solemnly that Turkish Government would not 
depart from their neutrality. I replied that we should not be satisfied until 
the German sailors left. as Turkish neutrality had already been so gravely 
compromised already. He reiterated with much vehemence that all German 
sailors should go. 

Nr. cm II. Sir E. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 1.) 

Bb. II öl. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 1. 1914. 

Sulleiman-el burouni, a highly-placed Senator, is in Egypt, probably in 
Cairo, engaged in fomenting revolutionary movement. 

Nr. CMIII. Sir Edward Grey to Sir E. Mallet. 

Bb. II 52. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 1, 1914. 

In Order that there may be no room for misconception, you should 
inform Turkish Government that Egyptian Government are taking measures 
to patrol Suez Canal on both banks, and that this step is necessary to 
Protect the safe and proper working of the Canal. You should add that no 
advance into Sinai, nor military Operations in that region, are under contem- 
plation. 

Nr. CMIV. Sir E. Mallet lo Sir Edward Grey. — (Received 
September 2.) 

Bb. II 5:i. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 2, 1914. 

I should be glad to learn whether British Admiral has instructions in 
case „Goeben" went into Mediterranean under Turkish flag. Should I ttll 



108 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Turkish Government that, hu long as she has Germans on board, we shall 
regard her as a German ship and treat her as such, and that, before she 
goes out into Mediterranean, Admiral Limpus must be allowed to assure 
himself that there are no Germans on board? 

I do not anticipate her going out, but should like to make it clear 
beforehand what our attitude would be in case she does so. 

Nr. CMV. Sir l.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 3.) 

Bb. II 54. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 2, 1914. 

Am I authorised to make public Statement that Turkey will have 
nothing to fear from British ships if she maintains strict neutrality and 
keeps peace during European conflict, if British trade is not interfered with, 
and if German naval officers and crews are sent out of the country? 

Nr. CMVI. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 3.) 

Bb. II 55. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 3, 1914. 

I should be glad to have discretion to let it be known that if Turkish 
fleet leaves the Dardanelles we shall treat it as part of the German fleet, 
as it has German crews and officers on board. 

Nr. CMVII. Sir Edward Grey to Sir L.. Mallet. 

Bb. II 56. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 3, 1914. 

Your telegram of 2nd September. *) 

So long as German crews have not been sent away, ^Goeben" will 
certainly be treated as a German ship if she comes out of the Straits. It 
was only on express condition that German crews would be sent away that 
we waived demand, to which we were strictly entitled, that ship should be 
interned until the end of the war. 

Nr. CmVIII. Sir Edward Grey to Sir I.. Mallet. 

Bb. II 57. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 4, 1914. 

Your telegram of 2nd September.**) 

You may make Statement you propose, but we cannot restrict movements 
of British fleet. 



*) See Nr. 53. — **) See Nr. 54. 



b) Eintritt der Türkei. 109 

ür. CMIX. Sir Edward Grey to Sir li. Mallet. 

Bb. II 58. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 4, 1914. 

Your telegram of 3rd September: *) Turkish fieet. 
Proposal approved. 

Nr. CMX. Sir L.. ülallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 6.) 

Bb. II 59. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 5, 1914. 

I hear that Inspector from Constantinople of Comittee of Union and 
Progress left Erzeroum on the Ist September for Persia. where he has 
previously lived. He was accompanied by three Persian revolutionists from 
Constantinople, one of them named AgJia Mehemet AU. They have ideas 
about Afghan and Indian Moslems, and also intend to stir up anti-Russian 
trouble in Persia. 

Nr. CMXI. Sir L.. »lallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 6.) 

Bb. II 60. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 5, 1914. 

I have to-day gone over the whole ground with the Minister of the 
Interior, who seems more inclined to be reasonable. I think there is an 
improvement in the Situation. 

Minister quite understands that „Goeben" will be treated as a German 
ship if she goes out. They assure me that Turkish fleet will not leave the 
Dardanelles on any account. 

Nr. C91XII. Sir L. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 6 ) 

Bb. II ßl. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 6, 1914. 

Surprises are always possible, but I feel fairly confident, from what I 
hear from many prominent people with whom I am in touch, that public 
opinion will change in our favour. 

There is growing discontent among influential people, who are now 
beginning to realise that they are in German hands. This they resent, and 
they are openly declaring that they will not allow war. 

In view of all this, I think I can safely say that there are many signs 
of an improvement in the Situation here. 

*) See Nr. 55. 



110 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. CMXIU. Sir L. Maltet to Sir Kdward Grey. — (Receired 

September 7.) 

Bb. II 62. 

Sir, Constantinople, August 19, 1914. 

With reference to your telegram of the 12 th August *j to Mr. Beaumont. 
T have the honour to transmit herewith copy of a note verbale addressed by 
him to the Sublime Porte in the sense of your instructions respecting the 
perquisitions effected by the German cruiser ,,Breslau'' off British ships in 
the port of Chanak and the detention of British ships in the Dardanelles. 

I have, &c. 

Louis Maltet 

Enclosure in Nr. 62. 
Note verbale commnnicated to Sublime Porte, 

Constantinople, August 14, 1914. 

It having been brought to the notice of His Britannic Majesty's 
Government that, while in the neutral port of Chanak (Dardanelles), boats 
of the cruiser „Breslau," flying the German flag, boarded and effected 
perquisitions on British ships, His Britannic Majesty's Charge d'Affaires has 
been instructed to request that the Imperial Ottoman Government will not 
permit German ships to commit acts of war in Turkish ports or in the 
Straits, the neutrality of which is guaranteed by international treaties. 

Mr. Beaumont is instructed at the same time to enquire on what 
grounds British ships have recentlv been prevented from leaving the port of 
Constantinople, and have been detained on arrival at the Dardanelles, in 
some cases for several days. 

According to a telegram received to-day from His Majesty's vice-consul 
at the Dardanelles, British ships are still being held up there, and His 
Britannic Majesty's Chargö d'Affaires has the honour to request that immediate 
Orders may be sent to allow them to proceed. 



Nr. CMXIV. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 7.) 

Bb. II 63. 

Sir, Constantinople, August 21, 1914. 

With reference to my immediately preceding despatsch, **) I have the 
honour to forward herewith a note verbale from the Sublime Porte, expressing 
regret for the incidents at the Dardanelles and offering explanations. 

I have, &c. 

Louis Maltet. 



*) See Nr. 13. 
**) See Nr. 62. 



b) Eintritt der Türkei. 



111 



Enclosure in Nr. 63. 
Xote verbale communicated by Sublime Porte. 



Le Minist^re Imperial des Affaires 
Etrangferes a eu l'honneur de recevoir 
la note verbale que l'Ambassade de 
Sa Majest^ britannique a bien vonlu 
lui adresser en date du 14 courant. 

En r^ponse, le Ministere Imperial 
des Affaires Etrangferes s'empresse 
d'exprimer tous ses regrets ä M. le 
Ohargö d'Affaires de Sa. Majestö 
britannique pour le fächeux incident 
dont furent l'objet quelques bätiments 
de commerce battant pavillon anglais 
dans le port de Chanak; la Sublime 
Porte est en mesure de donner les 
assurances les plus formelles que 
pareil fait ne se r6p6tera plus. 

Quant aux bateaux retenus ä Chanak, 
des torpilles sous- marines s'ötant 
d6tach6es, les autorit^s Imperiales ont 
cru de leur devoir d'empecher ces 
bateaux de continuer leur voyage 
jusqu'au repechage desdites mines, 
pour 6viter de fächeux incidents. Cette 
interdiction provisoire est donc le 
rösultat d'une mesure g6n6rale que le 
Gouvernement Imperial s'est vu oblig6 
de prendre afin d'assurer la s6curit6 
de la navigation dans les eaux Im- 
periales. 

Le Ministere des Affaires fitrangeres 
a Fhonneur de porter k la connaissance 
de l'Ambassade de Sa Majest6 bri- 
tannique que les mines, ayant 6t6 
rep6ch6es, les autorit6s compßtentes 
nnt ete invitees par le Gouvernement 
Imperial de lever I'interdiction de 
passage et de faciliter de leur mieux 
la navigation ä tous les navires. 

Le 16 aoüt, 1914. 



(Translation.) 

The Imperial Ministry for Foreign 
Affairs had the honour of receiving 
the note verbale which His Britannic 
Majesty's Embassy was good enough 
to communicate on the 14th instant. 

In reply, the Imperial Ministry for 
Foreign Affairs hastens to express 
great regret to the Charge d'Affaires 
for the annoying incident suffered by 
some merchant vessels flying the 
British flag in the harbour of Chanak : 
the Sublime Porte are able to give 
the most formal assurances that such 
an act shall not be repeated. 



As regards the vessels detained at 
Chanak, some submarine mines having 
become detached, the Imperial au- 
thorities thought it ineumbent upon 
them to prevent those vessels from 
continuing their voyage until the said 
mines had been recovered, in order 
that annoying incidents might be 
prevented. This provisional prohibition 
is, it will thus be seen, the result of 
a general measure which the Imperial 
Government have been obliged to take 
with a view to ensuring the safety 
of navigation in.Turkish waters, 

The Ministry for Foreign Affairs 
has the honour to inform His Britannic 
Majesty's Embassy that, the mines 
having been recovered, the competent 
authorities have been requested by 
the Government to raise the prohibi- 
tion of free passage, and to do their 
best to facilitate navigation for all 
vessels. 



August 16, 1914. 



112 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. CJMXV. Sir !>. fallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 7.) 

Bb. II 64. 

(Telegraphic.) C on stan tinop le, September 6, 1914. 

Minister of Interior yesterday assured me that tliere was no question 
of Turkey going to war. 

I used every possible argument to dissuade Minister of the Interior 
from leaping on a military adventure, reminding him that in the end Turkey 
would inevitably pay. I told him His Majesty's Government regarded Turkish 
fieet as annex of German fleet, and that if it went out into the /Egean we 
should sink it. He quite realised this, and said that fleet had no intention 
of leaving Dardanelles. 

I went carefully over several infringements of neutrality of which Turks 
had been guilty, and I said that so long as a Single German officer, naval 
or military, remained here I should consider Turkey as a German protectorate ; 
that I had been informed that Turkish Government attached no importance 
to written declaration which I and my French and Russian coUeagues had 
made them respecting their integrity. I was greatly surprised at this attitude, 
bat personally somewhat relieved, as to guarantee integrity and independence 
of Turkey was like guaranteeing life of man who was determined to commit 
suicide. 

We sincerely desired independence aud integrity of Turkey, but he must 
not imagine that Great Britain was afraid of Turkey, or that we feared to 
face alternative if forced upon us. Most ridiculous stories about insurrections 
in India and Egypt and approacbing downfall of British Empire were being 
circulated broadcast, and were apparently believed by Minister of War. I hoped 
that Minister of the Interior was not ander those and similar dangerous 
illasions. 

Minister of the Interior said that he understood. 

He then proceeded to state that Turkish Government now wished to 
seil US two Turkish ships outright. They wanted money badly, as the 
economic Situation was desperate. I replied that I did not know His Majesty's 
Government's views, which I would enquire, but that, personally, I shnuld 
be reluctant to inflict so mortal a stab on the wounded heart of the Turkish 
people, who were already suffering so much by temporary detention of their 
ships. Their purchase might give rise to another tempest of Indignation. 

Moreover, I dou^ted whether His Majesty's Government would readily 
pay several millions to a country which was entirely in German hands, and 
which was breathing out threats against ourselves and our allies. 

He replied that His Majesty's Government could make what conditions 
they liked if they bought ships; and that Turkish Government would send 
away all Germans. I said that I would reflect on proposal and repeat it 
to you. 



b) Eintritt der Türkei. HS 

Xr. CMXVI. Sir L.. .^lallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 7.) 

Bb. n 65. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 7, 1914. 

There is fresh evidence that there has been no sale of tbe ^Goeben" 
and „Breslau" to Turkey. I learn on unimpeachable authority that German 
Ambassador has twice sent down Orders to castoms for admission, duty free, 
of eSects for His Imperial Majesty's ship „Goeben." I have brought this to 
notice of Grand Vizier, and have reminded him that we do not recognise sale. 

Should I not teil his Highness that His Majesty's Government will 
require to be satisfied that the sale is a genuine and legal one, before they 
can recognise the ship as Turkish? I think that this should be done, even 
if the German crews go. 

I have Said to both Talaat and Grand Vizier that if „Goeben" and 
„Breslau" leave Dardanelles they will be treated as German ships. They 
fully realise this, and have assured me that the ships will on no account leave. 

3%"r. CMXVII. Mr. Cheetham to Sir Edward Grey. — (Received 
September 8.) 

Bb. 11 66. 

(Telegraphic.) C a i r o , September 8, 1914. 

Presence of numerous Turkish officers in Egypt is undoubtedly a danger, 
and measures against suspected individuals may become necessary at any 
moment. k. Turkish naval officer recently left Egypt hurriedly for Beirout. 
A letter belonging to him has been found, in which it is stated that he has 
been doing his best to cause a strike amongst Moslem stokers and enigineers 
of four Khedivial mail steamers, which are to be used as transports for our 
troops. The letter continues that he has not succeeded in his attempts, but 
that he will do his best to sink the vessels after the troops have embarked. 
It is worth noting that a strike on steamers in question has now occured. 

Nr. CMXVIll. Sir Edward Grey to Sir L,. Maltet. 

Bb. II 67. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 8, 1914. 

British Naval Mission. 

Before any decision respecting the recall of the mission is taken by 
His Majesty's Government, I wish to have your views on the subject. I am 
reluctant to take any step, however justified it "may be, that would 
precipitate unfavourable developments, as long as there is a reasonable chance 
of avoiding them. What effect do you consider that withdrawal of mission 
would have upon the political Situation? 

The Adiuiralty are of opinion that the position of the mission may 
become unsafe and that it is already undignified. They therefore wish it to 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 8 



114 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

be recalled and attached to the embassy until you can arrange a säte passage 
home for Admiral Litnijus and the other officers. There is clearly ample 
justification for the view taken by the Admiralty. 

Xr. OIXIX. Sir I». flallel to Sir Edward Orey.^^) — (Received 

September 9.) 

Bb. II 68. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 8, 1914. 

I have on more than one occasion told Grand Vizier that resentment 
is probable in England, especially in present circumstances, at the slight 
put upon British admiral, and that, much as His Majesty's Government desire 
to remain on friendly terms with Turkey, such proceedings on the part of 
the Turkish Government cannot be indefinitely overlooked. 

In many respects the Situation seems to show improvement, but unless 
His Majesty's Government wish mission to remain indefinitely it seems to 
me that the present would be a suitable moment to withdraw it. The Turks 
could not regard this step as a grievance as it is obviously justified by their 
conduct. The mission are at present treated as non-existent, and their 
Position is consequently both false and invidious. German hold on the navy 
is becoming stronger daily, and there is no sign of German crews leaving. 
As a matter of fact, far from being disadvantageous to us. this is becoming 
embarrassing to the Turkish Government, who are at last beginning to 
realise that the Germans are not an unmixed blessing. Great discontent 
reigns among Turkish naval officers, so Admiral Limpus teils me, as they 
dislike German officers, and they even hint that they would rather mutiny 
than serve under them. 

I am of opinion that the time has come to withdraw the mission, and 
if this can be approved in principle, I will speak to the admiral, who feels 
his Position acutely, and ask him to make the uecessary arrangements. 

Nr. €MXX. Sir L,. 9IaIIet to Sir Eduard Grey. — (Received 

September 10.) 

Bb. II 69. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 9, 1914. 

Grand Vizier admitted this morning that the Turkish Government were 
going to abolish Capitulations. 

I Said that this information would greatly surprise my Government, 
whom I would at once apprise. 

The Capitulations and Conventions were not a unilateral agreement; 
we had on a former occasion informed the Turkish Government that we 
were willing to consider any request they might put forward in a generous 



*) This telegram crossed Sir E. Grey's telegram of September 8, 
see Nr. 67. 



b) Eintritt der Türkei. 115 

spirit, but I did not imagine that my Government would acquiesce in their 
total abolition by a stroke of the pen. We were now under martial law. 
Did he expect us to allow British subjects to be judged by court-martial, 
especially so long as army was in hands of Germans? 

His Highness made some ineffectual endeavours to defend his action, 
but I out them short. 



Xr. CMXXI. Sir L,. .^fallet to Sir Edward «rey. — (Received 
September 10.) 

Bb. II 70. 

(Telegraphic.) Constantinopie, September 9, 1914. 

Minister of Interior told me to-day that note to embassies on subject 
of the abolition of the Capitulations had already been despatched. German 
Ambassador had just called to protest. Earlier in the day the Italian 
Ambassador had informed me that German and Austrian Ambassadors were 
ready to associate themselves with us in protesting against the abolition. 

German Ambassador has disclaimed authorship of this move on the part 
of Turkey, and I think that he may be speaking the truth ; but every 
Statement he makes must be received with caution. Nevertheless, Statement 
by Minister of Interior, to which I have alluded above, seems to bear him 
out in this case. 

I have discussed the proposed abolition with the Minister of the 
Interior, and he maintains that they all feel that the time has come to 
emancipate Turkey from foreign shackles. But he disclaimed any Intention 
of hostility against foreigners. He had already sent Instructions to all Valis 
and police officials not to infame people against foreigners, and he would 
give strictest Orders that no foreigners should be taken before courts-martial. 

I told his Excellency that I thought the action of the Turkish Government 
would inevitably lead to greater interference than ever in the internal affairs 
of Turkey. I could only regret that they should have acted so precipitately. 



:Vr. CiTIXXlI. Sir L,. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 10.) 

Bb. II 71. 

(Telegraphic.) Constantinopie, September 9. 1914. 

Abolition of Capitulations. 

it has been arranged that all the embassies shall send in identic notes 
to-morrow, acknowledging Turkish note and pointing out that abolition of 
the Capitulations cannot be accepted, as consent of both contracting parties 
is necessary. 

8* 



116 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. C91XXIII. Sir li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 11.) 

Bb. II 72. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 10. 1914. 

Consignments of warlike material from Germany traced up to date 
amount to 30CC rounds of projectiles for „Goeben", battery offield guns with 
ammunition, several batterics of heary howitzers, probably for field army use, 
and some thousands of rifles. More consignments are on the way. All German 
reservists who have not been able to leave Turkish Empire have been 
instructed to report for enrolment with Turkish troops. 

Nr. CMXXIV. Sir li. Hallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 11.) 

Bb. II 73. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 10, 1914. 

My telegram of 9th September. *) 

Note abolishing all the Capitulations was received last night. All my 
colleagues, including German and Austrian Ambassadors, have to-day addressed 
identic notes to the Sublime Porte stating that, while communicating to our 
respective Governments note respecting abolition of Capitulations, we must 
point out that capitulatory regime is not an autonomous Institution of the 
Empire, but the resultant of international treaties, diplomatic agreements, 
and contractual acts of different kinds. It cannot be abolished in any part, 
ä fortiori wholly, without consent of contracting parties. Therefore, in the 
absence of understanding arrived at before Ist October between Ottoman 
Government and our respective Governments, we cannot recognise executory 
force after that date of a unilateral decision of Sublime Porte. 

Nr. CMXXV. Sir L.. DIallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 14.) 

Bb. II 74. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 13, 1914. 

I hear that Germans are now dominant at Alexandretta, and secretly 
suggest and control everything. From 7th September to morning of 12th 
September, 24 mountain guns, 400 horses and mules, 500 artillery troops 
belonging to Service of 6th Army Corps, and large quantity of ammunition 
passed through Alexandretta, proceeding by railway to Constantinople. 

Nr. CaiXXVI. Sir Lr. ülallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 15.) 

Rb. H 75. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 14, 1914. 

German Ambassador has received Instructions from Berlin to publish 
widely report of revolution in India, with addition that His Majesty's 

*) See Nr. 71. 



b) Eintritt der Türkei. 117 

Government have asked Japan to assist, and that Japan has agreed, in return 
for free immigration into the Pacific Coast, a free band in China, and a 
40 000 000 l loan. I was warned in time by the Russian Ambassador, and 
instructed all consuls by telegraph to deny it. if published. and wrote to the 
Grand Vizier. 

Nothing official has appeared here, but the agencies are Publishing part 
of the Story. 

Nr. CMXXVII. Sir li. Mallet to Sir Edward Orey. — (Received 
September 16.) 

Bb. n 76. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 15, 1914. 

Fleet is now entirely in German hands, and Minister of Marine is 
powerless. Germans consider that Dardanelles are now impassable, and they 
are impressing this upon military authorities. It is said that, if the Tui'kish 
fleet moved into the Black Sea, Straits would be entirely closed by additional 
mines, which have just been sent there on the „Nilufer. " 

Though I do not say that this coup will actually come off, danger is 
undoubtedly greater since news has been received of the recent successes of 
the allies. as the Germans are all the more anxioas to create a diversion. 
My impression is that majority of the Cabinet and the Grand Vizier himself 
are entirely opposed to any such adventure, and that they are doing their 
utmost to prevent it; but they are finding out, though they will not admit 
it, that they are powerless to stop matters. 

Both I and my Russian colleague have received independant information 
that German and Austrian Ambassadors are making a determiued effort to 
force the Minister of War to send the „Goeben'' and the rest of the fleet 
into the Black Sea. Fifty transports have been ready for some time, and I 
understand that everything is prepared for the receptiou on board these vessels 
of a large number of Turkish troops. 

Abolition of the Capitulations is now the priucipal card in the hands 
of the peace party. They would, I think, be ready to defer discussion of 
abolitioa of judicial Capitulations if abolition of fiscal and comraercial treaties 
could be agreed to forthwith by the three Powers. 

I hear that 1.5 per cent. duties will be applied from the Ist October, 
but a law is at present under consideration exempting existing coutracts. 
As nothing is at present coming into ports. application of these duties is, as a 
matter of f act, of little consequence. The temettu also will be applied to f oreigners. 

Nr. CM.X XVIII. Sir Edward «rey to Sir li. lUallct. 

Bb. II 77. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 16, 1914. 

Your telegram of 15 th September:*) Abolition of Capitulations. 

*) See Nr. 70. 



118 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

I am inclined to point out to Turkish Government that, so long as 
they maintain neutrality, what we have said to them already holds good, 
and that we shall be prepared to consider reasonable concessions about 
Capitulations; but they must not expect concessions from iis while their 
present irregulär conduct in the matter of the German officers and crews 
continues. Perhaps we might also say that if they break the peace we 
cannot be responsible for the consequences ; that we hope they will keep the 
peace, but whether they do so or not is their own affair. 

Sr. CM A XIX. United i^iliipowners' Freight, Demurrage, and 
Protective Association to Sir Edward Grey. — (Received 
September 1917.) 

»b. II 78. 

Vienna Chambers, Bute Docks, Cardiff, 
Sir, September 16, 1914. 

We are instructed by the owners of the steamship „Reliance" to seek 
your aid for the recovery of compensation from the Turkish Government for 
the detention of their steamer by the Turkish authorities. 

The facts of the case are as follows : 

On the Ist August last the steamship „Reliance" sailed from Nickolaief 
with a cargo of barley for Hamburg and arrived off Constantinople at noon 
on the 3rd. The captain waited at Constantinople for Orders from the owners 
of his steamer until the 6th, but he received no communication from his 
owners as the Turkish authorities had stopped the delivery of telegrams. 

On the 6th August the captain proceeded on his voyage and arrived 
off Nagara Point, Dardanelles, on the foUowing day at 8 A. M. when he sent 
his permit to pass through the Dardanelles ashore in accordance with the 
usual practice and received a signal from the fort that the canal was blocked. 
This blocking signal was kept up on the 8th, 9th, and lOth August; on the 
latter date several Italian vessels were piloted out and the German warships 
„Goeben" and „Breslau" were piloted in by Turkish torpedo craft and 
anchored in Nagara Bay. A German merchant vessel, the „General," was 
also piloted in. 

The captain of the „Reliance" daily saw the British cousul at Chanak. 
but the consul was unable to obtain permission for the „Reliance" to pass 
through the Dardanelles. 

On the llth, 12th, 13th, and 14th August the „Reliance" remained off 
Nagara Point, and on these days Roumanian, French, and Italian steamers 
were piloted in and out, but no British ships were allowed to leave. 

At 5:50 P.M. on the 14th August the captain received orders from 
Turkish officials to proceed to Constantinople and remain there until the cargo 
had been discharged. Several other British steamers that were waiting 
received similar orders, amongst them being the steamship „Hillhouse," the 
steamship „Countess of Warwick," and the steamship ,.Barrowmore.'' 



b) Eintritt der Türkei. 119 

The captain proceeded to Constantinople and arrived there at 1 P. M. 
«n the löth August. On arrival he went ashore and noted protest against 
the detention of bis steamer and also saw the British consul. On the following 
day the „Goeben" and , Breslau'' arrived off Constantinople under the Turkish 
flag. On this day the ^Reliance" was boarded by a Turkish officer who 
asked for the displacement of the vessel and for information as to the capacity 
for carrying horses and troops. 

On the 18th captains of all British ships at Constantinople were told 
by the British harbour-master. on instructions from the British consul-general, 
that they were now allowed to proceed and were again to apply for permits. 
On the same day the captain of the „Reliance" obtained a permit and sailed 
irom Constantinople and arrived again off Nagara Point at 8 A. M. the 
following morning (19th August) when he sent his second permit ashore, but 
the Turkish authorities cancelled the permit and ordered the ^Reliance" to 
anchor. On the 20th August one Italian ship and the British ship „Ryton,'' 
in bailast, were allowed to pass through, and on the following day the 
steamship „Bullmouth'- loaded with kerosene and three other steamers were 
piloted out. It was not until the 22nd ultimo at 11.40 A. M. that the 
..Reliance" was allowed to sail. 

We respectfuUy submit that the Turkish authorities should be made 
to pay compensation for their action in detaining British ships, and on behalf 
of the owners of the „Reliance" we request that their claim of 640 /, being 
at the ordinary charter-party rate of 40 Z a day, for the detention of their 
steamer from the 6th to the 22nd August should be made against the Turkish 
Oovernment by the British Ambassador at Constantinople. 

We are, &c. Doivning aud Handcock. 



Mr. CÜIXXX. Sir li. ülallet to Sir Edward Grey. — (Receivcd 
September 17.) 

Bb. II 79. 

(Telegraphic.) Constantinople, September Ki, 1914. 

Minister of Marine has assured me that he is quite aware of German 
intrigues, and that Turkish Government are not so innocent as to fall into 
the trap that has been laid for them. His Excellency admitted, however, 
that there had been an idea of sending the tleet to risit Trebizond. as he 
claimed that the Government had a right to de. 

I pointed out, should they do so, as long as German officers were od 
board, there was bound to be a certain risk of some incident occurring, in 
view of well-known desire of Germans to provoke trouble between Russia 
and Turkey. His Excellency did not demur to this opinion, and said that he 
would at once see the Grand Vizier in order to stop it. 

I have also seen Grand Vizier. His Highness said there was no intention 
of sending the „Goeben" into the Black Sea, and stated that the Minister 



120 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

of War mnst obtain the authorisation of the Cabinet before he could issue 
any such order. 

Nr. CMXXXI. Sir £.. Mallet to Sir Edward «rey. — (Received 
September 19.) 

Bb. II 80. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 18, 1914. 

Pollowing telegram received from His Majesty's consul at Basra: — 
„1 am informed officially by Turkish commodore that a British man-of-war 
is lying near boundary line in Shatt-et-Arab, whole of which is within Ottoman 
waters. Vali intends to ask the captain to allow wireless apparatus to be 
sealed and to leave, as more than twenty-four hours have elapsed since ship 
entered the rirer. Vali kows that I am informing you." 

»fr. CM XXXII. Sir li. fallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 19.) 

Bb. II 81. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 18, 1914. 

FoUowing sent to Basra: — 

„Turkish authorities have, of course, no right to interfere with wireless 
on men-of-war." 

Nr. CMXXXIII. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 19.) 

Bb. II 82. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 19, 1914. 

Turkish military preparations. 

In conversation with the President of the Chamber to-day, I said that 
if it was really Turkey's intention to go to war with Russia, I considered 
such a policy absolute madness. 

President said that, even if Turkish fleet went into Black Sea, it would 
not be with any hostile intention towards Russia, with whom they were not 
going to war. I pointed out to him that Germany was pressing Turkey to 
send their fleet into the Black Sea with one object only, namely, that war 
might be provoked by aome incident. I therefore urged him most strongly 
against any such action. He said that he was against it, and that he saw 
the force of my argument, to which I replied that as the Minister of War 
was supreme it was unfortunately no guarantee that it would not be done. 
President told me that the Cabinet had their own policy, which was to remain 
neutral, and that they were all alive to the aims of Germany. I pressed 
him hard as to what was the policy of the Minister of War. 

I do not regard Situation as hopeless. Party in favour of neutrality 
is growing, but it would be unsafe to rely on their power to restrain war 
party. 



b) Eintritt der Türkei. 121 

I hear that 156 more mines and the minelayer „Ghairet" have been 
sent to Roumeli Kanak, on the Bosphorus. Turkish fleet went to Halki 
yesterday for review, and will probably remain there tili next week, when 
the „Hamidieh" and „Messudiyeh" will be ready. German officers and men 
continue to arrive by train. It is probable that there are German reservists 
resident in Tarkey who have been incorporated in Turkish army. 200 Ger- 
mans arrived at the Dardanelles on September 17 th. 

Cavalry and horse artillery are reported to have moved from Erzeroum 
towards the f rentier. 

Nr. CMXXXIV. Sir li. »fallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 20.) 

Bb. II 83. 

(Telegraphic) Constantinople, September 20, 1914. 

I believe that Minister of War is the only firebrand. Committee of 
Union and Progress is exercising a restraining influence. I think it is un- 
doubted that party in favour of peace is daily increasing. 

Prench Ämbassador had a conversation yesterday with Minister of 
Marine. Latter assured his Excellency that Turkish Governmeat were deter- 
mined not to be drawn into war, to which his Excellency retorted that if 
this asssurance was correct, it was difficult to understand why preparations 
to send Turkish fleet into Black Sea Avere being made. Minister of Marine 
replied that Council of Ministers had decided that two destroyers only should 
go into Black Sea and that the fleet should not go. He admitted that the 
Minister of War, who was generalissimo of the army and navy, had as a 
matter of fact ordered the fleet to go, but, as all orders had to pass through 
him as Minister of Marine, he had insisted that this order should be referred 
to the Council, with the result above stated. 

Ä.S an illustration of the entire lack of control possessed by the Cabinet 
over the Minister of War and the Gerraans, if any further illustration is 
needed, I have to report that, despite this assurance from the Minister of 
Marine, the , Breslau" und three other smaller ships passed us this raorning 
and entered the Black Sea. My Russian coUeague trusts that no incideut 
will happen and proposes to ignore this proceeding. 

Nr. CMXXXV. Sir l.. l»Iallet to Sir Edward Gr©y. — (Received 
September 21.) 

Bb. II 84 

(Telegraphic.) Constantinople, September 20, 1914. 

I have just had an animated interview with the Grand Vizier, and I 
am convinced that he is sincere Other Ministers are all peaceably inclined, 
with the exception of the Minister of War So long as the lattor remains 
supreme an incident may occur at any moment. I tackled tho Grand Vizier 
on the subject of the „Breslau'' entering the Black Sea. He vchemently 



122 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

disclaimed any intention o{ attacking Russia, and said that Turkish Govern- 
ment had a right to send their fleet into the Black Sea if they wished to. 
I reminded him that neither the „Goeben" nor the „Breslau" were Turkish 
ships according to international law, and said that if they left the Darda- 
nelles we would most certainly treat them as enemy ships. He replied that 
I had told him this often before, and there was no question of the ships 
leaving the Dardanelles. I then said that Information had reached me that 
Council of Ministers, in order to avoid risk of an incident, had come to the 
wise decision that the „Goeben" and the „Breslau" should not go into the 
Black Sea ; and yet, on the very day on which this decision had been reached 
by the Cabinet, it was totally disregarded by the Minister of War, as bis 
Highness was doubtless aware. This showed how much control his Highness 
now exercised. Constantinople and the neighbourhood formed nothing more 
nor less than an armed German camp, and we all, including his Highness, 
were at the mercy of Liman Pasha*) and the Minister of War. Many 
more German officers and men had arrived, and there must now be between 
4000 and 5000 German soldiers and sailors here. Grand Vizier replied that 
he was determined to maintain peace, and that more adherents were joining 
the peace party every day. He would never allow Minister of War or anyone 
eise to supersede him. Speaking with the utmost energy and even violence 
he assured me that, in spite of appearances, which he admitted looked bad, 
nothing would happen. 

I Said that doubtless peace party was growing, but, nevertheless, Mi- 
nister of War was pushing forward warlike preparations uninterruptedly. 
I was receiving constant Information respecting British official war news 
being stopped, cases of requisitions, &c., and I knew as a fact that intrigues 
against Egypt were being carried on. If his Highness could stop these 
things, why did he not do so, and when would he be able to do so? His 
Highness gave me to understand that if a crisis did come there would be a 
means of stopping Minister of War. 

Nr. CMXXXVI. Mr. Cbeetham to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived September 22.) 

Bb. n 85. 

(Telegraphic.) Cairo, September 21, 1914. 

Information respecting Turkish preparations against Egypt receives 
iresh corroboration. There has been no slackening of military preparation 
in Palestine and in Syria. 

If Turkish preparations continue, it may become necessary to put patrols 
into Sinai and to support our posts in the peninsula. Action of forces in 
Egypt has been hitherto confined, as you are aware, to patrol of Suez Canal, 
but I think that Turkish Government should be warned that measures for 
the protection of the Egyptian frontier may become necessary. 

*) General Liman von Sanders, Head of the German Military Mission. 



b) Eintritt der Türkei. 12?> 

]Vr. CMXXXVII. Sir L.. Mall^t to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived September 23.) 

Bb. II 86. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 22, 1914. 

A letter was yesterday received by British postmaster from a subordi- 
nate official in the Turkish postal administration. In this letter postmaster 
was informed that foreign post offices in Turkey would be abolished as from 
1 st October next. I instructed British postmaster to return the letter, and 
to say that matter had been referred to his Ambassador. 

This discourteous manner of coramunication was my first official Infor- 
mation of any Intention to abolish foreign post offices in Turkey. I accor- 
dingly saw Grand Vizier at once, and said that I resented the manner of 
communication, and had instructed British postmaster to return the letter. 
Post Offices did not depend upon the Capitulations, and if Turkish Govern- 
ment wished to see the System modified, they should approach His Majesty's 
Government through the usual diplomatic Channel. I warned him that His 
Majesty's Government would not allow themselves to be ignored in this 
manner, and I would not, unless by your instructions, consent to summary 
closing of British post offices on 1 st October unless Turkish Government had 
given guarantees for safeguarding British interests. His Highness said that 
Great Britain was not aimed at specially. A similar communication had 
been addressed to all the Powers. I said I was indifferent as to view of 
the matter taken by my French and Russian colleagues, nor had I yet had 
time to ascertain what they thought. Grand Vizier assured me that until 
an understanding had been come to with His Majesty's Government nothing 
further would be done in the matter. 

I would observe that, in my opinion, considerable modification of existing 
System cannot properly by resisted. If Russian and French Ambassadors 
agree, may I come to some arrangement on the lines of consenting to incorpo- 
ration of the British post office as a section of the Ottoman post, if the 
latter will undertake to take over some of present British employ6s? I think 
we might als consent to use Turkish stamps. 

Nr. CMXXXYIII. Sir L.. Maltet to Sir Edward Cirey. — (^Re- 
ceived September 23.) 

Bb. II 87. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 22. 1914. 

Your telegram of 25 th August. *) 

Sultan received me yesterday in audience, when I delivered the Kings 
message. His Majesty expressed his carnest desire for good relations with 
Great Britain, and emphatically declared his firm Intention of maintainiiig 
peace. He requested me to thank the King for his message. Füll report 
follows by despatch. 

*) See No. 34. 



124 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

IVr. CMXXXIX. fliiir Eduard Orey to $iir L.. Ulallet. 

Bb. II 88. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 2.3, 1914. 

Political Situation in Turkey. 

His Majesty's Government regard State of things at Constantinople as 
most unsatisfactory, On behalf of His Majesty's Gorernment you should 
speak in the following sense to the Grand Vizier : — 

British Government contemplate no hostile act towards Turkey by 
British fleet, and they have no desire to precipitate a conflict with her. But 
the fact that Great Britain has not takeu any hostile action against her must 
not mislead Turkish Government into supposing that His Majesty's Govern- 
ment consider Turkey's attitude is consistent with the obligations imposed 
upon her by the neutrality which she has officially declared. German officers 
and men are participatiug increasingly in Turkish fleet and Dardanelles de- 
fences, and not only has Turkey failed to send away the German officers 
and crews, as she promised, but she has admitted more overland, and they 
are now in active control of the „Goeben* and „Breslau." The capital is 
undoubtedly now under the control of the Germans. If His Majesty's Govern- 
ment so desired, present State of things affords ample justification for pro- 
testing against violation of neutrality. Great Britain has not, however, so 
far taken action, as she cherishes the hope that the peace party wül win 
the day. It should, however, be realised by the Grand Vizier and his sup- 
porters that unless they soon succeed in getting the Situation in band and 
bringing it within the limits of neutrality, it will become clear that Con- 
stantinople is no longer under Turkish but German control, and that open 
hostility will be forced on by Germany. 

Nr. CSIXIi. Sir Edward 6rey to üliir Ij. Mallet. 

Bb. II 89. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 24, 1914. 

I hear that Egyptian frontier has been violated by armed mounted 
Arabs said to be encouraged by Turkish troops, and also that Hedjaz line 
is being reserved for troops. British military authorities consider that breach 
of the peace on Egyptian frontier is imminent, whether with or without 
sanction of Turkish Government. You should bring these facts to the know- 
ledge of the Grand Vizier and of the Khedive, who is at present at Con- 
stantinople. 

Nr. CMXIil. Sir Li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 25.) 

Bb. II 90. 

(Telegraphier Constantinople, September 24, 1914. 

Turkish preparations against Egypt. 



b) Eintritt der Türkei. 125 

I have addressed a note to the Grand Vizier recapitulating information 
recently received on this subject. I reminded bis Highness of tbe assurances 
which I bad several times given bim, based upon your telegram of 7 th 
August, *) and I specially pointed out tbeir conditional nature. Finally I 
warned bim that the information respecting Turkisb preparations against 
Egypt would infallibly produce a most serious impression upon His Majesty's 
Government. 

I later communicated the Contents of my note to President of the 
Council, Minister of Finance, and Minister of Interior, and asked them what 
explanation they could give, where upon tbey enquired why so many thousand 
Indian troops were being sent to Egypt by His Majesty's Government. To 
this I answered that it was essential to ensure the safety of Egypt and the 
protection of tbe Suez Canal, and that as the British garrison of Egypt had 
been sent to France, it was necessary to replace it by British Indian troops. 
This seemed to satisfy them. 

I cannot believe that tbey are not alive to the disastrous consequences 
of going to war with us, or that they seriously can contemplate an expedition 
against Egypt. They have undoubtedly been strocgly urged to send such 
an expedition by the Germans, and I think that they have allowed prepa- 
rations to be made. partly to profit as much as possible by German con- 
nection and by allowing tbe Germans to think that they will act, and partly 
in Order to be rcady, if Great Britain sustains a serious defeat by land or sea. 

Danger of the present Situation is obvious, and developments are not 
improbable, and I shall see tbe Grand Vizier this morning and endeavour to 
bring him to book. Tbere is a circumstantial report that the Germaos are 
now making desperate efforts to force the Turks' hands and to compel them 
to fulfil tbeir part of the bargain, but that at the same time tbeir efforts 
are meeting with considerable resistance. 

Nr. CmXLilI. Sir li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
September 25.) 

Bb. II 91. i 

(Telegraphic.) Constantinople, September 24, 1914. 

I have informed the Grand Vizier that Austro-German intrigues to 
involve Turkey in an expedition against Egypt are within my knowledge. 
Grand Vizier denied that such intrigues existed, but he finally admitted that 
pressure was being exerted. He declared that he was firmly resolvcd to keep 
out of any such intrigue, any complicity in which he disclaimed with emphasis. 
I strongly urged his Highness to make his position clearer, for preparations 
at the Dardanelles showed that he was either guilty of complicity or that 
he was not master in his own house. He answered that his intentions were 
entirely pacific, and that he did not mcan to engage in any quarrel with 
Great Britain. 

*) See Nr. 5. 



126 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

His Highness seemed more preoccupied with the Balkan Situation at 
the moment than with anything eise. He said that Turkish Government 
would be unable to refrain from an attempt to get back what they had lost 
in Balkan wars if Balkan complications ensued. No arguments of min« 
would induce him to change his attitude in this respect. He said he would 
be powerless to prevent it. 

Nr. CMXIilll. Mr. Cheetham to Sir Edward Grey. — (Received 

September 25.) 

Bb. II 92. 

(Telegraphic.) Cairo, September 25, 1914. 

Turkish preparations on Sinai frontier. 

Two thousand men with stores passed Gaza on night of 18th September 
following coast towards frontier. Six more battalions are expected at Gaza, 
In that neighbourhood very strong and secret military preparations are being 
made on the frontier. Three battalions of Redif completely mobilised have 
marched to a place one day south of Jaffa on their way to the frontier. 

Nr. CMXLilV. Sir Edward Grey to Sir L.. Wallet. 

Bb. II 93. 

(Telegraphic.) Foreign Office. September 25, 1914. 

Abolition of post Offices. 

You should make the best arrangements you can with regard to post 
Offices, but it must be on record that we reserve the subject for future 
settlement, and that we do not agree to their abolition. 

Nr. CMXL.V. Sir Li. 9Iallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 26.) 

Bb. II 94. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 25, 1914. 

Your telegram of 23rd September. *) 

I have again seen Grand Vizier, and poiuted out to him as earnestly 
as is within my power the fatal result to the Turkish Empire of persisting 
in a course of veiled hostility and petty intrigue against the British Empire. 
I recalled to him that time and again he had undertaken that the German 
crews of the „Goeben" and the ..Breslau" should be sent out of Turkey, 
and that not only had these promises been broken. but further German 
officers and men had actually arrived. This proved conclusively that he was 
either insincere in his assurances or that he was powerless. His Highness 
begged that I would credit him with the fact that for eight weeks he had 
kept the peace. He assured me that he had every Intention of seeing to it 

*) See Nr. 88. 



b) Eintritt der Türkei. 127 

that peace was maintained. I replied that it was not Ms good intentions 
that I doubted, but I did distinctly doubt bis ability to control the Situation. 
The Germans had evidently gained complete control. An incident might 
happen at any moment, and the most serious consequences might be involved. 
His Highness was evidently nettled at what I said. and angrily replied that 
he was determined to keep the peace, and that, in a matter of peace and 
war, he was absolute master. This I met by referring him to the serious 
character of the preparations at present on foot, and by pointing out that. 
whether he wished it or not, a repetition of the Arab raid across the Egyptian 
frontier might lead to incidents which would involve him. His Highness said 
that Minister of War was returning to-day, and that he would at once ask 
what the preparations were to which I referred. He asserted with violence 
that no incident would occur. 

I have also seen Halill Bey, to whom news of preparations against 
Egypt seemed to be unknown. He expressed astonishment to hear of them, 
and was evidently horrified at the idea of war with us. He promised to go 
and see the Minister of War ot once. 

Position of Grand Vizier is difficult, and, to maintain any kind of 
control, he is obliged to shut his eyes to much that is going on. I am still 
strongly of opinioo that, unless some act of gross antagonism takes place» 
we should maintaic policy of reserve and abstain from making categorical 
demands with which his Highness is not yet able to reply. continuing to devote 
all our efforts towards preventing Turkey from taking active part in hostilities 
which German and especially Austrian Ambassadors are urging. Main fact 
of the Situation is that, in spite of great pressure, Grand Vizier has kept 
the peace, and that his party is gaining ground. 

Nr. CMXL.VI. Sir L,. IVIallet to Sir Edward Grey. — (Received 

September 26.) 

Bb. II 95. 

(Telegraphic.) Gonstantinople, September 25, 1914. 

On 22nd and 2,3rd September, 183 horses, 112 nizam, 2 oflicers, and 88 
carts and carriages, all from Aintab, were entrained at Aleppo for Damascus. 

Secret notice was given that in six days' time 120 railway waggons 
were to be in readiness to convey to Damascus troops arriving from Mosul 
viä Tel Abiyat, and that in all from 25 OOÜ to 30 000 troops were to be 
drafted from Mosul to Aleppo, of which at least half are destined for Hama 
or Damascus. 

Two Germans connected with Bagdad Railway, one of whom is au 
expert in blasting Operations and mine-laying, left Aleppo this morning for 
Damascus, the other telling his servant that they were going to Akaba. 
They had with them KJOI) dynamite cartridges and 1500 metres of detonaling^ 
wires. They may, perhaps, be commissioned to iay mines in Red Sea as there 
has been talk of Turkish military designs regarding Akaba recently. 



128 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

IWp. CMXIxVII. Ssp Li. Mallet to Sir Eduard «rey. — (Received 

September 27.) 

. Bb. II 96. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 26, 1914. 

Grand Vizier has been informed of the information reported by Mr. 
Cheetham in bis telegram of 25th September*), and in my telegram of the 
same date. **) 1 warned bis Highness that if these preparations against Egypt 
were allowed to continue, serious consequences would ensue. Minister of- 
War was with Grand Vizier Avhen I made these representations, and his 
Highness informed me that he fully realised the importance of the question, 
with which he was occupying himself. I have taken Steps to enlighten 
influential people with what is being done as regards Egypt, and I have seen 
Minister of Interior and left a memorandum with him on the subject ; I have 
also put the facts before other prominent members of the Cabinet. 

Nr. CMXtiVIII. Sir Ij. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Septembef 28.) 

Bb. II 97. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 27, 1914. 

An incident has occurred outside the Dardanelles. At 6 o'clock this 
evening I heard that a Turkish dest royer was stopped last night outside the 
Dardanelles and turned back by one of our destroyers. üpon this, Commandant 
of the Dardanelles closed the Straits. When the news arrived, the Russian 
and French Ambassadors were with me, and we at once went to see the 
Grand Vizier. When I arrived the Grand Vizier was in a State of some 
perturbation. He said sudden action of British fleet had given rise to the 
belief that an immediate attack was contemplated. Having reassured his 
Highness that any such belief was unfounded, I said that it seemed to me 
highly desirable that the Dardanelles should be opened at once, for should 
the incident become known, it would certainly create the impression that 
some desperate step was intended by Turkish Government. I explained to 
his Highness that we were naturally apprehensive lest Germans on Turkish 
destroyers might endeavour to torpedo or mine our ships, and that it was 
for that reason that British fleet had been instructed to prevent any Turkish 
ships from leaving the Dardanelles, so long as any German officers or crews 
remained. 

Grand Vizier asserted that he, personally, favoured the reopening of 
the Straits, and he requested me to assure His Majesty's Government, in the 
most formal and solemm manner, that Turkish Government would never 
make war upon Great Britain. I said that if the accounts that I had received 
were accurate, Turkish action on Egyptian frontier required explanation, 
where they had already committed acts of war. He said that facts had been 



*) See Nr. 92. — **) See Nr. 95. 



b) Eintritt der Türkei. 129 

greatly exaggerated ; that I might rest assured that there would be no more 
acts of aggression; that there was no thought or question of attacking 
Egypt; and that orders had been sent for the immediate withdrawal o! 
raiding Bedouins. He added that mobilisation was general, and therefore 
included those parts of the Empire contiguous to Egypt. He has promised 
to send a formal answer to my representations on the subject. 



Np. CMXL.IA. Sir l.. Maltet to Sir Edward Gpey. — (Received 

September 28.) 

Bb. II 98. 

(Telegraphic.) Coustantinople, September 27, 1914. 

My telegram of to-day. *) 
I have just received a message from the Grand Vizier that, if His 
Majesty's Government will move the fleet a little further from the entrance 
to the Dardanelles, the Straits will be reopened. I said that I would ask 
for your instructions. 



Np. CML.. Sir L,. ülallet to Sir Edward Grey. — (Received Sep- 
tember 29). 

Bb. II 99. 

(Telegraphic.) Constantinople, September 29, 1914. 

Dardanelles. 

Germans are making capital out of closure of the Straits, and I hear 
on good authority that great pressure is l)eing exerted by them to induce 
Turkey to attack Russia in the Black Sea. Turks have, however, refused 
so far to fall in with this scheme. 

Great umbrage has been caused to the Turks by fact that it was upon 
the German Ambassador's order that the „Breslau" went into the Black Sea 
the other day. 

Grand Vizier is most anxious to reopen the Straits, and has again begged 
me this morning to let him know whether His Majesty's Government would 
not consent to move British fleet a little further off. 



IVr. CIfII.<I. Sir Edward Grey to Sir I». Iflallet. 

Bb. II lOü. 

(Telegraphic.) Foreign Office, September 29, 1914. 

Infoimation has reached His Majesty's Government that Turkish 
Minister of War telegraphed to Bin Saud, Emir of Nejd, several times towards 
the end of July that, owing to the imminence of war in Europe, arms, 
ammunition, and officers for training his Arabs were being sent to him. 



*) See Nr. 97. 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 



130 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Vali of Basra has been informed ))y Turkish Minister of War that 
thirty-two secret emissaries, including German officers, are on their way to 
preach a „jehad" in India, Afghanistan, and Baluchistan ; that arms and 
ammunition are being sent to Basra under German fiag, and that Turkish 
Government are prepared to help Germany in return for assistance received 
during Balkan war. 

Nr. CMI-II. Sir Edward Grey to Sir L.. IVIallet. 

Bb. II 101. 
(Telegraphic.) Foreign Office, September 29, 1914. 

ünder Instructions from bis Government, Turkish Ambassador has 
reverted to the continued presence in the Shatt-el-Arab of H. M. S. „Odin." 
Tewfik Pasha said that we would doubtless observe the rules of neutrality 
in other countries, since we had gone to war todefend the neutrality on her 
own initiative, and so long as she persisted in her present unneutral attitude, His 
Majesty's Government did not admit that she could appeal to those rules. 

In the event of your being approached on this matter by the Grand 
Vizier, you should State that His Majesty's Government will observe neutrality 
towards Turkey, if Turkey will do so towards us, and you should inform 
him of the reply which has been given to Turkish Ambassador. 

Nr. CMliIII. Sir Edward Grey to Sir L.. Hallet. 

Bb. D 102. 
(Telegraphic.) Foreign Office, September 30, 1914. 

Your telegram of 27th September*) and subsequent telegrams. 

Dardanelles were closed unnecessarily by Turkish authorities, and there 
is no reason why they should not be reopened. Turkish Government are 
well aware that we have no Intention of initiating any aggressive action 
against Turkey. 

The watch maintäined by British fleet outside Dardanelles cannot be 
withdrawn so long as German officers and men remain in Turkish waters 
and are in control of Turkish fleet. Until, therefore, the German officers 
and crews are repatriated, the request that the fleet should be moved cannot 
be entertained. 

You should inform Grand Vizier. 

Nr. CMIilV. Sir li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Oktober 2.) 

Bb. II 103. 

(Telegraphic.) Consta ntinople, October 1, 1914. 

Consul at Basra reports to-day that British man-of-war has left Turkish 
waters. 

*) See Nr. 97. 



b) Eintritt der Türkei. 131 

He had previously telegraphed that he heard there was an Intention 
to block Shatt-el-Arab in order to prevent departure of British man-of-war, 
and I had already called Grand Vizier's notice to this report. 



Nr, CMIiV. Sir L.. ^lallet to Sir Edward Grey. — (Received 
Oktober 3.) 

Bb. n 104. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 2, 1914. 

Information continues to reach me corroborating reports of Turkish 
preparations against Egypt. Large transport camel corps arrived at Jerusalem 
yesterday, and I hear of transport of warlike materials, food-stuffs, and 
military Stores on line Jenin-Nablus-Jerusalem, and also to Maan. Seven 
German military officers have been sent to Damascus and neighbourhood. 
This has stimulated preparations, and it is believed in Syria that Turkish 
Government has decided upon a movement against Egypt, Damascus division 
being assembled for advance by Akab», Jerusalem division for that by Rafa. 
Inhabitants at Beirout and Haifa are being removed inland as a precautionary 
measure against any action which may be taken by British fleet when the 
advance on Egypt begins. It is reported from Haifa that localities along 
the coast are being garrisoned by newly-arrived troops. I have brought 
the gravity of the existing Situation to the notice of the Grand Vizier in 
the strengest terms in a further note, though I do not view any actual 
movement against Egypt as imminent at the moment. In my note I have 
informed his Highness that the measures now undertaken can have no reason 
except as a threat against Egypt, and that they can no longer be regarded 
as incidental to an ordinary mobilisation of troops in their peace stations, 
and I have stated that His Majesty's Government can only view any further 
preparations at Jerusalem or at Maan in a serious light. 

In addition to above - mentioned military measures , movements of 
suspicious individuals have now been supplemented by those of a German 
naval officer named Hilgenclorf, who is at present on his way from Damascus 
to Petra with a party of eight Germans. It is understood that they will be 
joined by a smaller party from Haifa via Amman, and that they are con- 
veying a large supply of explosives. I have made representations to the 
Grand Vizier explaining that such hostile enterprises against Great Britain 
cannot be allowed in a neutral country, and that these people must be arrestcd. 

Speaking generally, I am inclined to think that both in the neighbour- 
hood of Constantinople, on the Black Sea, the Egyptian frontier, and else- 
where, the Turks intend to have their troops allready for action at a favour- 
able point should the general European Situation afford a good opportunity. 
Should the German admiral take the „Goeben" into the Black Sea and attack 
tlie Russian fleet. or should things take an unfavourable tura for the allies, 
Turkish troops would be in a position to cross the Egyptian frontier withoat 

9* 



132 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

much further delay. His Majesty's Government will doubtless consider what, 
if any, military measures are necessary for the strengthening of strategical 
points in the Sinai peninsula. 

Nr. CMLiVI. Sir I.,. Mallet to Sir Edward Orey. — (Received 

Oktober ll) 

Bb. II 105. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 3, 1914. 

Closing of Dardanelles. 

Germans have certainly long been working for the closing of the Straits, 
presumably with the object of obtaining a freer band in the Black Sea. There 
is every reason to suppose that the Dardanelles are closed to shipping not 
only by administrative act, but also effectively by mines. From information 
that reaches me from a reliable source, it seems that these mines have .been 
laid by the Germans, and that the Turks are unaware of their position. 

Nr. CMIiVII. Sir L.. Maltet to Sir Edward Grey. — (Received 
Oktober 4.) 

Bb. 'll 106. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 4, 1914. 

His Majesty's consul at Basra telegraphs as follows dated 3rd October: — 

,Warships in Shatt-el-Arab. 

„I have received a letter from the Vali saying that your Excellency 
has been informed by the Turkish Government of the measures proposed to 
be adopted in Turkish waters with regard to foreign belligerent warships; 
he says that the Shatt-el-Arab from Fao to Durna is closed to foreign 
warships, being inland waters just as much as Smyrna and the Dardanelles. 
British men-of-war must therefore leave Shatt-el-Arab within twenty-four 
hours. Vali ends by saying that he will have to apply strict measures if 
I cannot induce captains of His Majesty's ships to go outside Fao. I told 
the Vali that I was asking for instructious from your Excellency, and I 
informed His Majesty's consul at Mohammerah of the gist of Vali's communication. 

„It is possible that H. M. S. „Lawrence" may also be in the river." 

Nr. CMIiVIII. Sir Edward Grey to Sir L.. üdallet. 

Bb. II 107. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 4, 1914. 

Dardanelles. 

It is the Germans who keep the Straits closed, to the great detriment 
of Turkey. If you concur, you may point out to the Turks that the British 
fleet will move away as soon as the German officers and crews leave and 
the Turkish navy ceases to be under German control. VVe should then have 
no fear of hostile action on the part of the Turks. 



bj Eintritt der Türkei. 133 

Jir. CML.IX. Sir L,. illallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Oktober ö.j 

Bb. II 108. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 5, 1914. 

Turkey is now bankrupt. Supply of coal is, I am glad to say, cut off. 
Presh provisions are not co\ning in, and there is some discontent in the 
navy and even in the army. Situation is doubtless very delicate, but Turks 
would be unlikely to go all lengths with Germany, at any rate until Germ an 
success in the war seems more assured. I think that Turks are possibly 
less blind to their interests than is generally supposed, and I am still of 
opinion that Situation may be saved. Time is now on our side, and I am 
strongly in favour of avoiding all occasion of conflict by temporising. 

The question of reopening the Dardanelles is really no longer a practical 
one, for the Straits are now effectively closed by mines, and I am informed 
that their position is unknown to the Turks themselves. 

Russian and French Ambassadors agree with me that our interests 
are not primarily affected by the closure, as the requistioning and other 
measures taken by the Turks against our nationals had already stopped our 
trade. This is the line I am taking with the Turks. I think they will 
begin to realise the facts before long. Total cessation of Imports is already 
causing anxiety to Minister of Finance, and Turkish Government will soon 
become aware that they are the chief losers. The Germans have closed the 
Straits from political motives, partly, no doubt, because they believe that, 
by closing the Straits and preventing the entry of the British tleet, it will 
be easier for them to induce the Turks to take action against Russia in the 
Black Sea; partly, no doubt, in order to injure the trade of the allies and 
to prevent communication by sea with Russia. 

I think that self-interested designs of Germany are not unknown to 
the Turks, who are playing up to Germany, not with the Intention of falling 
in with those designs, at any rate for the present, to the extent of making 
war, but in order to extract as much as possible from her. In the opinion 
of many people, Germans are now in a position to take matters into their 
own hands, if they think that German interests demand it. If, however, the 
Turks' game is such as I have outlined above, it is undoubtedly a dangerous 
one. As is only natural, Turkish Government profess their ability to check 
any attempt on the part of Germany to take matters into their own hands, 
but it is not quite clear how they would be able to prevent it. 

\r. CMIiX. Sir L.. Mallel to Sir Kdward Grey. — (Received 
Oktober 6.) 

Bb. II lOi). 

(Telegraphic.) Constantinople, October 6. 11)14. 

Military attach6 had a long interview with Minister of War yestorday, 
from which he derived the impression that his Excelloncy had ambitious 



134 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

schemes in the Arab world and in Egypt. Tliese may perhaps refer more 
to the future, and possibly measures are now being taken so as to prepare 
for the eventuality of Great Britain being worsted in war with Germany; 
meanwhile the way is being paved indirectly for present or future action. 
During the conversation, Minister of War disclaimed any intention on the 
part of the Turks of initiating, themselves, any offensive movements against 
Egypt. and pointed out that ordinary Syrian garrison had not been reinforced. 
He Said that, as in the case of other troops within the Empire, Syrian 
garrison had been fally mobilised. It was being equipped with necessary 
transport animals, &c., on a war scale, and it was being carefully trained 
with the help of the officers of the German mission as elsewhere throughout 
Turkey. Everything, he said, depended on the political Situation, for which 
he was not responsible individually ; and it was quite possible that the 
Syrian army Corps might finally be moved in another direction, even, perhaps, 
to Constantinople. He scouted the idea of individual Germans undertaking 
enterprises against the Suez Canal or elsewhere, but he admitted that 
proposals had certainly been made to the Bedouin tribes to enlist their 
sympathies as supporters of the Empire in all eventualities. He defended 
the concentration of Stores at Maan, Nablus, and Jerusalem, and he added 
that no troops, but only gendarmes, had been moved in- the direction of 
Gaza. Nevertheless, he could not deny that some of the measures taken 
were certainly precautionary against Great Britain, and in justification of 
this he pointed to the entrance of British men-of-war into the Shatt-el-Arab, 
to the arrival of Indian troops in Egypt, and to the presence of the British 
fleet in Turkish territorial waters outside the Dardanelles. Military attachö 
said that, as far as the action of the fleet and of His Majesty's Government 
were concerned, this was due to infringement of neutrality by Turks, and 
Great Britain certainly had not the slightest intention of making any attack 
upon Turkey. It was quite ridiculous to suppose that the arrival of Indian 
troops in Egypt had anything to do with hostility to Turkey. Minister of 
War at once advanced such arguments as that Turkey had maintained her 
neutrality; that German officers and men on auxiliary ships were entirely 
under Turkish control, indeed they were in the Turkish Service. Military 
attachö Said that Turks could not be surprised that Great Britain should be 
preoccupied if Turkish troops were assembled further south than Jerusalem 
or Beersheba on the one side, or Maan on the other. 

Nr. CIILXI. Sip L,. illallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Oktober 7.) 

Bb. H 110. 

( Telegraphic.) Constantinople, October 6, 1914. 

His Majesty's consul at Basra telegraphs to-day as follows: — 
,Vali says that he must obey the Orders which he has received. He 

has communicated a copy of these to me. They are to the effect that 



b) Eintritt der Türkei. 135 

the whole of the Shatt-el-Arab and sea within six miles of the shore are 
closed to warships, as they are territorial waters. Any men-of-war disregarding 
this Prohibition will be fired upon by the guns at Fao. These regulations 
will be enforced from to-morrow evening, Wednesday, 7th October. They 
are somewhat obscure, but they mean thatH. M. S. „Espi^gle" in the Karun 
and H. M. S. „Dalhousie" at Abadan will be interned, unless thej"^ leave before 
the time fixed. No other British man-of-war is this side of Fao. H. M. S. 
„Lawrence" is in the Shatt-el-Arab to the best of my belief. His Majesty'& 
consul at Mohammerah has been informed of the above." 



Nr. CAIL.XII. Sir Edward Orey to Sir li. »lallet. 

Bb. II 111. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 7, 1914. 

British warships in the Shatt-el-Arab. 

H. M. SS. „Espiegle," „Odin," aud „Dalhousie" are not in Turkish 
waters. There can be no question of their being ordered out of waters which 
are not Turkish nor of their beüig interned by the Turkish Government. 
According to generally accepted principles of international law, Turkish 
territorial waters extend to 8 miles out to sea from the coast. Two of His 
Majesty's ships are being instructed to keep outside the 3-mile limit, while 
the remaining ship is being told to remain at Mohammerah, which does not 
belong to Turkey. Our long-established right to pass freely up and down 
Shatt-el-Arab at all times is not in question, and it must be recognised that 
we fuUy reserve that right. 



Nr. C]tIL.XIII. Sir L.. Alallet to Sir Edward Grey. — (Received 
Oktober 8.) 

Bb. II 112. 

Sir, Constantinople, September 22, 1914. 

Referring to your telegram of 2oth August, *) in which I was 
authorised to convey to His Imperial Majesty a message from the King, on 
the occasion of my reception in audience after my return from leave of absence, 
I have the honour to State that I was received in audience by His Imperial 
Majesty yesterday. 

In view of the difficulty of conversing with His Majesty in an ordinary 
way, I prepared a written Statement containing the message, and I read a 
separate Statement of my own on the subject of the withdrawal of Admiral 
Limpus, having previously arranged with the Master of the Gereraonies. who 
was to act ^as Interpreter, that this should be translated clause by clause as 
I read it. I enclose a copy of these Statements which I read as arranged, 

*) See Nr. 34. 



136 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



subject to some slight modifieations necessitated by the turn which the 
interview took. 

His Imperial Majesty seemed not only fully to grasp the sense of the 
communication, to which he listened with eager attention, but responded to 
it iuimediately with great vivacity and vehemence, showiug a considerable 
grasp of the issues with which his country is now confronted. 

I was mach impressed with the earnestness of His Imperial Majesty's 
repeated assurances of his desire and determination to maintain the ancient 
friendship between the two Empires and to avoid war with any Power. 
A memorandum is enclosed recording what passed at my audience. 

I have, &c. 

Louis Mället. 
Enclosure 1 in Nr. 112. 
Conimnnication read to the Sultan bj Sir L. Mallet on Sei)tember21, 1914. 

(Translation.) 



Mon Souverain m'a charg6 d'ex- 
primer ä votre Majest6 son profond 
regret de ce que les exigences d'une 
Situation impr^vue aient forc6 son 
Gouvernement ä d6tenir les deux 
vaisseaux de guerre destin6s ä la 
marine Imperiale. Sa Majest6 le Roi 
se rend compte des sentiments dou- 
loureux que cet acte a du inspirer ä 
votre Majest6, mais il espöre que la 
d^cision prise par son Gouvernement 
de rendre ces vaisseaux ä la Turquie 
ä la fin de la guerre actuelle suffira 
pour la convaincre que leur dötention 
ne fut motiv6e par aucune Intention 
inimicale envers l'Empire, qui est 116 
avec le sien par une amitiö plus que 
s6culaire. C'est parce que cette amiti6 
n'a Jamals 6t6 rompue que mon 
Souverain espöre que la Turquie ne 
fera rien qui puisse empecher son 
Gouvernement de donner suite ä cette 
d^cision, qu'elle gardera une neutralitö 
stricte et absolue pendant la guerre 
actuelle, et que l'on ne tardera pas ä 
mettre fin ä quelques faits contraires 
ä la neutralit6 qui ont provoquö 
quelque inqui^tude au su jet de l'attitude 
du Gouvernement ottoman. 



My Sovereign has commanded me 
to express his profound regret to ycur 
Majesty that the exigencies of un- 
foreseen circumstances have compelled 
his Government to detain the two 
warships intended for the Imperial 
Turkish Navy. His Majesty the King 
is aware of the painful Impression 
that this action must have made upon 
your Majesty, but he thinks that the 
decision of his Government to return 
these vessels to Turkey at the end 
of the present war will suffice to 
convince you that their detention was 
due to no unfriendly Intention towards 
an Empire bound to his by a friendship 
of more than a Century. It is owing 
to the fact that this friendship has 
never been broken that my Sovereign 
trusts that Turkey will do nothing 
to prevent his Government from acting 
up to this decision, that she will 
maintain strict and absolute neutrality 
during the present war, and that 
there will be no delay in putting an 
end to certain facts contrary to neu- 
trality which have caused some anxiety 
as to the attitude of the Turkish 
Government. 



b) Eintritt der Türkei. 



137 



Enclosure 2 in Nr. 112. 

Statement bj Sir L. Mallet ivith retard to Admiral Limpns 

on September 22, 1914. 

(Translation.) 



L'amiral Limpus, qui, sous les 
auspices de votre Majestö, a rendu 
de si grands Services ä la marine 
Imperiale, m'a pri6 de faire part ä 
votre Majeste de son regret de ne 
pas avoir pu döposer ses hommages 
aü pied de son tröne avant de quitter 
Constantinople. Votre Majest6 n'ignore 
pas les circonstances qui ont n6cessit6 
son döpart, du moment que lui et la 
mission navale qu'il prösidait ont 6t6 
r6l6gu6s ä une position oü ils ne 
pouvaient plus rien faire pour le bien 
de la marine ottomane. Rappelt par 
mon Gouvernement dans ces circon- 
stances regrettables, l'Amiral Limpus 
s'est vu forc6 de se rendre aux ordres 
de ses chefs et ä quitter Constantinople 
dans un dälai trop court pour lui 
permettre de demander une audience 
de votre Majestö. 



Admiral Limpus, who, under your 
Majesty's auspices, has rendered such 
great Services to the Turkish navy, 
has begged 4ie to inform your Majesty 
of his regret that he was unable to 
pay his respects to your Majesty 
before leaving Constantinople. Yonr 
Majesty is aware of the circumstances 
necessitating his departure from the 
moment when he and the naval mission 
under his command were relegated to 
a Position in which they could do 
nothing further for the welfare of the 
Turkish navy. Recalled in these 
regrettable circumstances by my 
Government, Admiral Limpus was 
obliged to obey the orders of his 
superiors and to leave Constantinople 
within too short a space to be able 
to request an audience of your Majesty. 



Enclosure .3 in Nr. 112. 
Memorandum. 
The Sultan listened to my communication in silence until the Master 
of the Geremonies translated the clause containing the words „quelques faits 
contraires ä la neutralit^." He then broke in with an eager disclaimer of 
any unneutral conduct on the part of Turkey. On my mentioning, as a 
specific instance, the retention of German officers and crews on board the 
„Goeben" and „Breslau," His Majesty explained with some lucidity that they 
had been kept for a short time to train the Turkish crews. The „captains* 
available in the Turkish navy were unequal to the task, and it was necessary 
for that reason to do what had been done. The German crews would be 
sent away in „five or ten days," and the officers also. Only one or two 
of the latter would be retained. He would speak fraukly, he said. Great 
Britain was a great Power with a great navy, and had no need of the two 
ships of the Ottoman fleet. Great Britain had taken them, but he knew 
they would be given back at the end of the war. On my remarking that 
Great Britain wishad to make absolutely sure of the position at sca, the 
Sultan again said that she was too great a maritime Power to need these 



138 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

ships, but he once more stated his conviction that they would be given back. 
Anyhovv, he and his Government were. not going to depart from their 
neutrality. His Majesty repeated this more than once, saying that they 
knew that that was the only path ef safety, and that his great desire was 
to keep the peace. He laid stress on the friendship between Great Britain 
and Turkey. This was the more striking, because the words were not put 
into his mouth, as might be supposed, by myself, the Master of Ceremonies 
having quite failed to render the parts of my communication in which I 
dwelt on past relations between England and Tarkey. 

When, referring to what the Sultan had said about the need for training 
his navy, I expressed regret that the British naval mission had not been 
allowed to complete that task. His Majesty did not seem to grasp the main 
point, but on my referring to the circumstances of Admiral Limpui^'s 
departure, he broke in with some emotion, and said twice over that it was 
not by his wish that the admiral had left Constantinople without an audience. 
The admiral had not asked for one or come to the Palace. Had he done 
so he, the Sultan, would have postponed all other business in order to see 
him. I said I would convey this to Admiral Limpus. 1 also promised to 
communicate the Sultan's assurances, which I said I sincerely believed, to 
the King, who would be gratified at receiving them. 

Just before I took my leave, His Majesty was good enough to express 
his warm personal regard, and made some further kind remarks about the 
value which he attached to his personal relations with me. The Sultan spoke 
throughout in the most homely language, but with great liveliness and point, 
and with obvious sincerity. His assurances about his desire to observe 
neutrality and remain at peace, rather lost than gained in force by the way 
in which the Master of Ceremonies (whose mind is slow and whose French 
is defective) traVislated them. His remarks on the embargo on the two ships 
were plainly, but not discourteously or resentfully, worded. 

Nr. CMLXIV. Sir L.. ülallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Oktober 8.) 

Bb. II 113. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 7, 1914. 

British warships in Shatt-el-Arab. 

Grand Vizier assured me this afternoon that Vali of Basra had been 
instructed to avoid all interference with His Majesty's ships in the Shatt-el-Arab. 

Nr. ClttLiXV. Sir L.. Alallet to Sir Edward Orey. — (Received 

Oktober 8.) 

Bb. II 114 

(Telegraphic.) Constantinople, October 7, 1914. 

There has been fighting during the last few days on frontier between 
Russian troops and Kui-ds supported by Turkish troops. Last night Russian 



b) Eintritt der Türkei. 139 

Ambassador made strong representations to the Grand Vizier, and said that 
the Turkish Government must restrain the activities of their troops on the 
frontier. Farthermore, Russian consul had been arrested. Replying to these 
representations, Grand Vizier assured Russian Ambassador, in writing, that 
the consul should be released at once and that the fighting should cease. 
Russian Ambassador has certain information that Tnrks are being incited 
to fight hy Germans and Austrians. His Excellency agrees with me that 
Grand Vizier is honestly exercising what influence he has in favour of peace, 
but it is doubtful if he has the power to restrain the military party under 
Enver Pasha. 



Nr. CML.XVI. Sir L.. Maltet to Sir Edward Grey. — (Received 
Oktober 11.;) 

Bb. II 115. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 10, 1914. 

It is highly probable that for some time past money has been sent to 
Syria mainly with the object of subsidising the Bedouins. It is also supposed 
that the Germans in Syria have had sums of money with them. The foUowing 
is the number of German military officers known to be in Syria at present: 
Seven who went there some time ago, of whom Colonel Kress von Kressenstein 
is one, four who arrived 2nd October at Damascus, and five more who arrived 
there on 6th October. My information is to the eSect that seven more may 
since have arrived at Alexandretta. Meanwhile, another party of Turkish 
sailors is leaving Constantinople overland for Bagdad and the Tigris. 
Information has just reached me fram Damascus to the effect that Colonel 
von Kresse)istcin had gone to Maan to inspect, but only two military trains 
with details and stores had left in the last two days. West of the Jordan 
no movements had taken place. Two railway vans of dynamite had left 
Damascus for Beirout; 4,000 Mosul troops had reached Aleppo, but were 
Avaiting there for the present. 



Xr. CML.XVII. Sir Eduard Grey to Sir L.. :*lallet. 

Bb. II 110. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 11, 1914. 

It seems to me that the key of the Situation lies in Constantinople. 
It would be fatal to give way to Turkish demands beyond a certain point, 
L'specially in the Persian Gulf, but. nevcrtheless. I entirely share your view 
that His Majesty's Government should avoid giving even a plausible cause 
of offence to Turkey. I think that our attitude during the past eight weeks 
has shown irrefutably that we desire to avoid a rupture with Turkey. 



140 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. CMI^XVIll. Sir I^. Mallet to Sir Eduard Grey. — (Received 
Oktober 12.) 

Üb. II 117. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 12, 1914. 

I have received note dated llth October from Porte, of which following 
is substance: — 

From information received by Porte, two British men-of-war have one 
after the other passed up the Shatt-el-Arab to anchor at Mohammerah. 

Accordiiig to Treaty of Erzeroum, the town of Mohammerah and its 
port belong to Persia, whilst Shatt-el-A.rab is under Turkish domination. 

This principle was reaflirmed by Turco- British Declaration of 29th July, 
1913, which specifies that from Nähr Nazaille, above Mohammerah, frontier 
foUows river to sea, leaving under Turkish sovereignty river itself and all 
the Islands except ten, and modern port and anchorage of Mohammerah. 
This port and the anchorage thus formed an enclave in Ottoman waters which 
must be traversed in order to reach them. Consequently men-of-war in 
question have not respected Imperial territory in penetrating into her internal 
waters and have disregarded neutrality of the Porte, whose duty it is not 
to allow passage of foreign men-of-war. 

On these grounds the Porte asks me to cause Instructions to be sent 
to Commanders of men-of-war in question to leave the port of Mohammerah 
within eight days and to go to sea. 

Xr. CIILXIX. Sir L.. Hallet to Sir Edward Grey. — (Received 
Oktober 12.) 

Bb. II 118. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 12, 1914. 

My despatch of 4th October.*) 

I have received note from the Porte in reply to my note of 2nd October 
respecting Turkish preparations against Egypt. 

It says that military activity in Syria is common to all provinces of 
the Empire, and is natural consequence of mobilisation, having no other 
object than to put Turkey on a footing to defend her neutrality. Turkey's 
Position being one of simple and legitimate precautions, it will be readily 
recognised that it would not be conceivable that she should change it in 
Order to attack Egypt, which is one of her own provinces. 

The Porte goes on to observe that, although I have on several occasions 
assured Grand Vizier that Eis Majesty's Government have no Intention of 
altering Status of Egypt, yet declaration that Egypt is in a State of war, 
dismissal of German and Austrian agents, who receive their exequaturs from 
the Porte, and above all arrival in Egypt of important contingents from 
India as well as other acts, have attracted serious attention of Imperial 
Government and have created real anxiety. 

*) Received on October 19. See Nr. 143. 



b) Eintritt der Türkei. 141 

Note concludes by reiterating to me assurance that Turkey has no 
hostile Intention towards any Power whatever, and that military preparations 
have purely and exclusively defensive character. 

I think that it would be right to remind Grand Vizier that I have 
always made it perfectly clear that undertaking not to change the Status of 
Egypt was condltional on Turkey maintaining strict neutrality. 

Nr. CML,XX. Sir L.. Hallet to Sir Eward Grey. — (Received 

Oktober 12.) 

Bb. II 119. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 12, 1914. 

This morning Turkish fleet left Constantinople and steamed into the 
Black Sea. 

Nr. CMLXXI. Sir L.. ülallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Oktober 12.) 

Bb. II 120. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 12, 1914. 

I do not think that we could now leave Mohammerah without loss of 
Prestige. In view of receipt of Vali's note respecting presence of British 
men-of-war in the Shatt-el-Arab, effect of moving His Majesty's ships at the 
request of the Turkish Government, once they were sent to Mohammerah, 
might have led the Arabs to misinterpret the action of His Majesty's 
Government. 

I would not regard the note in the light of an Ultimatum, thongh it 
is not impossible that Turks might close the Channel, and thus prevent His 
Majesty's ships from going out, except in agreement with the Turkish 
authorities. 

General belief is that Germans are at present applying considerable 
pressure upon the Turks to take part in the war, but that the Turks are 
so far resisting. My anxiety is lest the resistance which the Minister of 
War is encountering from the Moderates should be weakened by any act 
on our part which could be interpreted as aggressive by the Turks. Eurer 
Pasha is said to be in favour of immediate co-operatien with the Germans. 

Nr. CMIiXXII. Sir I>. Maltet to Sir Kdward Grey. — (Received 
Oktober 13.) 

Bb. II 121. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 12, 1914. 

My telegram of 12 th October.*) 

I have informed Grand Vizier that I was surprised to receive his lligh- 
ness's note, inviting His Majesty's ships to leave Mohammerah within eight 

*) See No. 117. 



] 42 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

days. I knew his Highness had no intention of creating difficulties, but it 
sounded almost like an Ultimatum. Mohammerah was, as his Highness was 
aware, a Persian port. Grand Vizier replied at once that there was no 
question of an Ultimatum. I explained His Majesty's Government's point of 
visw, and he said that he was at present awaiting your reply to Turkish note. 

In the course of ensuing conversation, his Highness seemed as confident 
as ever that he was able to resist German pressure, and he repeated that 
he was absolutely determined to avoid war in any case. 

In reply to some observations of mine in regard to Turkish fighting 
recently reported in Persia, he said that strict orders had been sent that no 
Turkish troops were to cross the frontier. 

Nr. CIVIL.XXIII. Sir li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Oktober 13.) 

Bb. II 122. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 13, 1914. 

Consular officer at Basra telegraphs as foUows: -^ 

„I have been notified by Vali that H. M. S. „Espiögle" must be interned 
until the end of the war unless she departs from Mohammerah and the Shatt- 
el-Arab within eight days from the 11 th instant. If she attempts to leave 
after the expiration of the said period, her passage through the Shatt-el- 
Arab will be stopped by force of arms. The „Dalhousie" departed several 
days ago. 

,1 have informed His Majesty's consul at Mohammerah of the Vali's 
communication." 

Nr. CMIiXXIV. Sir Eflward Grey to Sir Li. DIallet. 

Bb. n 123. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 13, 1914. 

Your telegram of 12 th October.*) 

Your Excellency should make the foUowing reply to the Turkish note 
protesting against the presence of British men-of war in the Shatt-el-Arab : 

„As regards the passage through the Shatt-el-Arab to and from the 
port of Mohammerah, His Majesty's Government maintain in principle the 
legitimacy of such passage, but express themselves quite ready to examine 
in a friendly spirit any representation that the Ottoman Government may 
make on the subject, if the Sublime Porte themselves strictly observe their 
neutrality, which they have gravely violated by continuing to retain the 
German ofBcers and crews on the „Goeben" and „Breslau", in spite of all 
assurances and promises to the contrary. 

„His Majesty's Government are prepared to respond in a conciliatory 
spirit whenever the Ottoman Government shall have conformed, as a neutral, 
to the principles of international law prescribing the duties of neutral Powers. 

*) See No. 117. 



b) Eintritt der Türkei. 143 

^As regards the presence of British warships at the port of Mohammerah, 
this is a matter with which the Sublime Porte is in no wise concerned, since 
Mohammerah is not in Ottoman territory ; Porte have, therefore, no right to 
request their departure." 

Nr. CMliXXV. Sir L«. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

Oktober 14.) 

Bb. II 124. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 14, 1914. 

Moslems in Aleppo district are reported to have been so inveigled and 
incited by German and Turkish deliberate official misrepresentations and 
falsehoods of every kind tbat masses seem to believe German Emperor has 
embraced Islamic faith, and that Germans are fighting for Islam against Russia. 

Hir. CMIiXXVI. Mr. Ctaeetbam to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived Oktober 15.) 

Bb. II 125. 

Sir, Cairo, September 30, 1914. 

I have the honour to transmit to you herewith copies of two interro- 
gatories which I have received from the Adviser to the Ministry of the 
Interior, regarding the case of Lieutenant Bobert Mors, a German employ^ 
of the Alexandria City Police, wbo was arrested on bis return from leave, 
via Constantinople. He explained bis return by stating that he had been 
excused from military Service in Germany. I have, &c. 

Milne Cheetham. 

Enclosure 1 in No. 125. 
Interrogatories of Lieutenant Mors. 

1. 

Mulazim Awal Robert Casimir Otto Mors, Egyptian Police, exa- 
mined, states : 

„At Constantinople I was acquainted with a German official who was 
formerly in the German diplomatic agency in Cairo. This gentleman. whose 
name I must refuse to give, was in agreement with the Turkish Govern- 
ment on the subject of military Operations in Egypt, and as he knew that 
I knew Egypt very well, he conducted me to Enver PasJia, the Turkish 
Minister of War. The latter questioned me on the military Situation ; if it 
were true that the British had disarmed the Egyptian army, &c. I replied 
that I did not know, and thought it unlikely. I then left the presence of 
Enver, and he remaincd talking with the German official. I forgot to mention 
that he asked me if I would participate in Operations in Egypt. I replied 
that I would only participate in open military action. I was afterwards in- 
formed by the German official that Enver had sent officers from the Turkish 
arniy to Egypt to prepare native public opinion for action in favour of 



144 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Turkey. I also heard from the German official that one of Knver's emissaries 
was an officer of the Egyptian army, but 1 did not know bis name then. 
1 must mention here that I understood from various things and from con- 
vcrsations that I overheard between the said German official and various 
people that he had the Intention of sending printed matters and explosives 
to Egypt. I also understood that it was the Egyptian army officer who was 
charged with the transport of these things. We were held up in the Darda- 
nelles for six days owing to the wi'eck of a cargo boat. On the second we 
were stopped there; the „Bash Reis" (boatswainj of the ^Saidieh" brought 
me a small leather bag (which I recognised as being the property of the said 
German official), and told me that somebody on board had given it to him 
to give to the passenger in No. 7 cabin, viz., my cabin. At the same time 
the „Bash Reis" asked me if it belonged to me. I said „Yes", because I 
began to suspect that the contents of the bag were the explosives that 1 
had heard about. I opened the bag and found it was half fall of packing 
material ; and on probing it I found there were hard substances underneath. 
I thought that if I said that the sack did not belong to me it might be 
handed over to the ship's captain, and it would then be discovered what the 
Contents were, and an accident might even occur. I did not know at this 
time that the „Bash Reis" had guilty knowledge of the contents of the bag, 
and therefore told him that there was nothing in it. I then took it into 
my cabin to examine it. and found the two tin boxes which you seized. 
Whilst we were still in the Dardanelles — as far as I can remember it was 
the fourth day there — the Egyptian officer came to me and said in Arabic : 
„Are you not the passenger occupying No. 7 cabin?" I said: „Yes; why?'' 
and he said: „Have you received the things?" („Wasal-lak el shay?") I 
replied: „Was it you who sent it to me?" He said: „Perhaps" („Yimkin"i. 
„I then Said: „What have such things to do with me?" He said: „I 
cannot keep such things myself." I then asked him who gave them to him. 
He replied: „Pouad". I do not know who this Fouad is exactly, but it is 
possibly Ahmad Fouad at Constantinople, whom I have seen with the German 
official, and who is an intimate friend of Sheikh Abd-el-Aziz Shawish, 
according to all reports. He then told me his name was Ahmad Hamuda, 
and that he had fought against the Italians in Tripoli. He showed me his 
card, on which was written : ^Ahmad Hamuda, Officer of the Egyptian 
Army." I do not remember if the card bore his rank or not. I saw Ahmad 
Hamuda Effendi after leaving Pirseus, when he came and asked me what 
I had done with the tin boxes. I understood, from the way he put it, that 
he wanted to take them 'from me, but this is only an idea I had.- I told 
him I had thrown them overboard. When we were anchored in the harbour, 
he again came and asked me to take his revolver ashore. I replied that I 
had my own revolver, and that I should be searched like everybody eise. 
He then asked me if they would search his wife. I said: „Naturally; they 
have female searchers at the Customs." 



b) Eintritt der Türkei. 145 

„I had the iatention of throwing the tin boxes overboard, but I was 
^raid that they might explode on striking the water. I therefore procured 
some cord with which I meant to lower them into the water. I nerer got 
a Chance, and I was afraid that the propeller would catch the cord, and the 
steamer might be blown up or damaged. 

^Another thing which deterred me was that I was afraid the boxes 
might float and be dangerous to shipping, so I postponed it until our arrival 
at Smyrna, where I telegraphed to the German oflicial at Constantinople 
stating that two tin boxes with unknown Contents had beeu handed to me, 
and I desired instructions. At Pirteus I received a telegram telling me to 
throw them overboard, which, for the reasons I have just given, I again 
postponed." 

Q. Have you any witnesses to prove that the boatswain gave you the 
bag containing the tin boxes ? — A. Yes ; a certain Fortunato, the cabin 
Steward, was present, and I gave him the bag with the packing after remo- 
ving the tin boxes, asking him to throw the packing overboard. He did so, 
and returned me the bag. 

On arrival in port here I gave the tin boxes to Mohammed Ali, the 
purser, and asked him to keep them with him until he had a chance to 
throw them overboard without being observed by the various launches. I 
also recommended him not to throw them from the deck, but to descend the 
gangway and drop them into the sea carefully after weighting them with a 
piece of iron. I told him they contained dangerous substances, and to be 
very careful. I noticed he seemed afraid, and told him if he did not wish 
to do it he should give them back to me. He said he did not mind doing it, and 
if I wished he would pass them through the Customs for me without difficulty. 

Q. Why did you select Mohnmed Ali for the mission ? — A. Because 
I heard at Pirreus that he was a Turkish agent. 

Q. From whoiii did you hear this? — A. Prom-a Turk at the German 
consulate at Pirteus. 

Q. How did you meet this TurkV — A. He was introduced to rae by 
the German vice-consul. 

Q. What is his namey — ^. I do not remember. He gave me bis 
visiting card, and I destroyed it. 

Q. How did you approach Mohamed Ali on the subject? — A. l 
showed him the visiting card of the Turk, to which he Said at once, salaa- 
ming with his band, „Ahlan wa Sahlan". 

Q. Where did you procure the map of the Suez Cana! ? — A. It was 
given to me be the German official. 

Q. Why did he give you the map? — I do not know. We were talking 
together, and he showed me the map. I admired it, and he told me to take it. 

Q. Where did you get the cypher found with your effects? — A. l 
invervted it with the assistance of the German ofticial, for correspondence 
with him at Constantinople. 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 10 



146 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Q. Where is the key to it? — J.. I destroyed it. 

Q. Can you teil me what it was? — A. It was to let him know if 
the Egyptian army had been disbanded ; if there were difficulties for me here 
to enter the country; by what route I intended to return, &c. 

Alexandria, September 28, 1914. R. Mors. 

2. 
Enqiilry into Mors's Case, held on September 28, 1914. 

a) Mors interrogated. 

Q. Can you explain this telegram (telegram addressed to ,,Prill, Bacos, 
Bulkely. Alexandria, " from Schneidei-)'? — A. No. You must ask the 
French lady who is staying with us („il faut demander ä Mademoiselle chez 
nous"), as it is a private telegram of hers. It seems to be asking news of 
her health. 

Q. Who is Schneider ? — ^. I do not know. 

Q. Who is Omar Fawzi and Sutiman Askari? — A. Two officers 
I met in Constantinople whom the German introduced to me. 

Q. Where did you meet them? — A. At the hotel Tokatlian in Con- 
stantinople. 

Q. What is the name of this German official? — -4. I do not know. 

Q. When was he in Cairo? — A. Two years ago. 

Q. Was this your first visit to Constantinople? — A. Yes. 

Q. Did you know this gentleman before? — A. No. 

Q. You realise that your position is a serious one? — A. Yes. 

Q. You refuse to give bis name? — A. Yes. 

Q. Can you teil me the name of the Turk whom you met in Alexandria? 
— .4. I must refuse, but if you suggest bis name I will teil you if you are 
right or wrong. 

Q. Do you deny that the German official is Baron Oppenheim? — 
A. Yes; Oppenheim is at Berlin. 

Q. Do you know Baron Oppenheim P — A. l have never seen, but 
often heard of him. He is over 50 years of age. According to Berlin opinion, 
he is merely a „blagueur", and of no importance. 

Q. Did you see Ezsedin Fawzi in Constantinople ? — A. No ; he had 
left before I arrived. 

Q. What did he do there? — yl. I do not know. I heard from my 
sister-in-law that he had left for Constantinople. He was charged with my 
private affairs. 

Q. Was not this rather a serious arrangement to make? — A. No; 
he was always a great friend of mine. 

Q. Do you know bis political opinions? — A. No. 

Q. You appear to have had some previous knowledge of the preparation 
of explosives for use in Egypt? — ^. I heard in Constantinople that some- 
thing of the nature of explosives were to be prepared and sent to Egypt. 



b) Eintritt der Türkei. 147 

Q. What was the ultimate destination of these things? — A. \ don't 
know. I was only three days at Constantinople. 

Q. Have these explosives penetrated into Egypt? — A. \ don't know. 
Perhaps other emissaries arrived in Egypt at the same time as I did. 

Q., Who is Fahmy Bey ? — A, Mohamed Bey Fahmy, Master of 
Ceremonies in the Khedive's household, who arrived in Constantinople in 
the „Saidieh". 

Q. How did you get to know him ? — ^. He rented our house three 
years ago. 

Q. Who sent you this telegram? — A. It was the answer to my telegram. 

Q. Why did you send the first telegram ? — A. To see if it were pos- 
sible and advisable, in view of the reported State of things in Egypt. for me 
to return here, or if it would be better for my family to join me there. 

Q. Is this the bag you brought with you? — A. Yes. 

Q. Who sent it to you? — ^. I do not know. The boatswain brought 
it to me saying it was for whoever occupied cabin No. 7. Probably Ahmed 
Hamuda gave it to him to give to me. 

Q. Did you see Enver Pasha in Constantinople? — A. Yes. I had 
a conversation with him. 

Q. How was it that you had this conversation ? — A. The German 
official introdttced me to Enver at the War Office. 

Q. What did Enver Pasha say to you? — A. He questioned me as 
to the State of affairs in Egypt. 

Q. Is the German official a German naval officer? — A. No. 

Q. Did Enver Pasha express any opinions? — A. He said that he 
wanted a campaign against Egypt, should war break out, for which two 
army Corps would be required. 

Q. What did he want you to do here? — A. He asked me if I would help. 

Q. What did you reply? — A. l agreed to do so in the event of a 
military expedition. 

Q. Who gave you the idea that explosives were being prepared to be 
sent to Egypt? — A. l suspected the German officer, whom I saw with an 
Egyptian Effendi unknown to me. 

Q. How did Ahmed Hamuda get to know you? — A. He came to 
see me on the voyage — in the Dardanelles, I think. 

Q. Why did he trust you"? — vi. I do not know. 

Q. Had you made no previous promises? — A. No. 

Q. Whom did you see at the Pir.pus? - A. The consul, where I saw 
the telegrams and the Turkish gentleman who told me of Mohamed Ali, 
the purser. 

Q. Why did you send this telegram? — A. Because I kuew something 
was being prepared, and suspected that the bag had some connection with it. 
Besides there were several emissaries on board, and there had been many 
circulars in the hotcls in Constantinople. 

10* 



J4H C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Q. Who were tliese einissariesV — ^. I do not know, but I heard 
that Sheikh Shawis// had said there were thirteen who had left. 

Q. Will you explain how you knew of these preparations? — A. Through 
the German official and various people I met casually at odd times. The 
German official arrived in Constantinople frora Berlin thp day before me. 

Q. Did Omar Fawzi speak to you of EgyptV A. Ves; he said he had 
fought in Tripoli and had been to Egypt where he had many friends. 

Q. Where did you meet the Turk at Pira-usV — A. At the German 
consulate. 

Q. Have you ever visited Tchiboukli Palace ? — A. No. 

Q. Why did you write Omar FawzVs name in the piece of paperV 
— A. Because I had to meet him at the „Petit Champs", a restaurant in 
Constantinople, and I wished to remember. 

Q. Will you explain what the code found in your tarbush was ? — A. 
The references to cotton were information about troops, the best quality 
denoted British and the inferior Native soldiers. Kantars referred to the 
number of men. Certain phrases referred to the disai'mament of Egyptian 
troops. „Suis dispos^," I recoUect, meant that I should return. 

Q. When did you want to leave the country V — A. As soon as possible, 
for I understood that all Germans serving under foreign Governments had 
to resign. 

Q. What did „venez par le premier bateau'* mean? — A. That things 
were in a dangerous State here. 

Q. And No. 15? — A. „Don't come to Turkey." 

Q. „Ne venez pas-tout arrangö" ? — A. 1 have forgotten. 

Q. „Venez de suite" ? — A. l have forgotten. 

Q. „B6b6 va mieux" V — A. I have forgotten — all this was made up 
hurriedly before I left Constantinople during the last half-hour when I was 
packing my luggage. I did not look at it again before I destroyed the key ; 
it is now three weeks since I left Constantinople. 

Q. How is it that yon know some of the expressions and not others ? — 
A. In view of what I have explained, it seems clear. Those referring to the 
„Sant6 de la famille" reJer to Turkish officers, but I cannot remember the details. 

Q. Did it refer to their going to the Red Sea? — A. l don't know, 
but I have an idea it was with a view to finding out what difficulties were 
placed in the way of Turkish officers in Egypt. 

Q. Who was to have taken Charge of the explosives hereV — A. The 
agents of Sheikh Shawish. 

Q. Who ? — A. I do not know. 

Q. Did you not know that the German official was going to give you 
these things? — A. No. 

Q. How did you recognise the bag? — A. I saw it in the hotel at 
Constantinople and recognised the repair which I had seen at a restaurant 
in the hands of an effendi. 



b) Eintritt der Türkei. , 149 

Q. How did you get to know so many people? — vi. I met them 
casualiy at the hotel and the German Embassy, where I called and learnt 
that it was difficult to get to Egypt. 

Q. How did you meet the German official? — A. 1 met him at the 

embassy. 

b) Buatsw ain interrogated. 

Q. Have you seen this bag before ? — A. Yes. I first saw it on board 
the „Saidieh^ in Constantinople on the 3rd September with a sailor called 
Ali, who asked me to give it to the occupant of cabin No. 7. 

Q. Where was it given to you? — A. \ think on deck. I told Ali 
that he had better give it to a Steward in the first class, which he did. 
The next morning Mors asked me who had given me the bag. 

Q. Why should Mors have asked you this? How was it that he 
connected the bag with you? — A. Because I told the Steward to give it 
to him, and perhaps he told Mors so. 

Q. When did Mors speak to you? — A. The next morning at about 
8 A. M. He brought me the bag and asked me who gave it to me. as he 
wanted to give me a tip. I refused the latter as it was not I who brought the bag. 

Q. Who gave Ali the bag? — A. He told me an Arab did so. 

Q. Was the latter on the steamer? — J.. I do not know. 

c) Mors and Boatswain confronted. 

Q. iTo Mors.) Who brought you this bag? — A. This boatswain 
with the Steward. 

Q. Did you offer the boatswain a tip? — A. Yes, but he refused it. 

Q. Why did you want to give it to him if the bag was not yours? 
— A. I accepted the bag for the reasons I have already given you. 

Q. Why offer him a tip ? — A. For the sake of my friend, and because 
I did not want the matter exposed. 

Q. Who gave him the bag? — .^. I do not know, but it must have 
been Ahmad Hamuda. 

Q. (To the Boatswain.) Do you know Ahmad Hamuda - — A. No. 

Alexandria, September 29, 1914. 

Nr. rMLXXVII. Sir L.. Maltet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 15.) 

Bb. II 126. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 14, 1914. 

The whole of the Turkish fleet has re-entered the Bosphorus. 

The ^Leros" and „Erissos," two German steamers which have been 
convoyed from Sulina by the , Breslau," sailed undor the Turkish tlag until 
they were inside the Bosphorus. The same thing was done on a former 
occasion, when two ships from Black Sea ports were similarly convoyed by 
the -Breslau." 



\ 



150 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. C1IIL.XXVIII. Sir L.. Klallet to Sir Edward Grey. — (Receivecl 

October 15.) 

Kb. II 127. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 14, 1914. 

About 600 Moslem „fedahis," dressed in various guises, have arrived 
at Aleppo in batches during past fortnight, their head being an officer related 
to Ottoman Minister of War; 400 of these came from Smyrna, where they 
had incited Moslems against Greeks. At Aleppo they intrigued, with the aid 
of Committee of Union and Progress, with sheikhs against Great Britain. 
Discourses of a guarded anti-British tendency were pronounced in mosques. 
The last batch left Aleppo 12th October by rail. Parties of them have 
proceed to Hama, Homs, Baalbek, Damascus, the Hauran, to incite sheikhs 
against Great Britain, and they are to continue their journey south by Hedjaz 
Railway, and to find their way into Egypt to incite Moslems there. Many 
of the principal sheikhs of Aleppo seem now gained over to side of Germany. 

Nr. CMIiXXIX. Sir L.. Nallet to Sir Edward Orey. — (Received 
October 15.) 

Bb. II 128. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 14, 1914. 

With the object of spreading the belief that Great Britain is the enemy 
of Islam, the German Embassy daily emits a stream of mendacity and 
calumny, which is circulated throughout the country by the Turkish newspapers. 
all of those in the capital being in the pay of the German Embassy as a 
result of the large sums spent by it in corruption both in Constantinople 
and in the provinces. 

Nr. CMIiXXX. Sir L.. Hallet to Sir^Edward Grey. — (Received 
October 16.) 

Bb. II 129. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 15, 1914. 

Son of Kurdish chief Issa, who is stated to have influence in Mesopotamia, 
and who has been in Constantinople for Instructions, is said to have left for 
Basra to work anti-English Propaganda, and other agents, including Germans, 
are said to be on their way to Afghanistan on similar errand. 

I learn that Zekki Pasha, Commander of 8th corps, has lately received 
5000 l to distribute amongst Bedouins, and that as much as 35 000 l in gold 
left here by train on 12th for Syria. Senator Abdiirrah}nan is working 
among Bedouins at Maan and Muntaz Bey on the west by Beersheba 
and Jerusalem. 

Party of Turkish sailors mentioned as having left here by train for 
Basra are now stated to be on the way to Akaba with consigoment of metal 
boats. Another lot of boats is at Rayak, possibly on the way to Beirout. 
Quantities of dynamite have been sent to the coast towns of Syria, probably 



b) Eintritt der Türkei. 151 

to serve for mining purposos of land defence. This is in addition to sea 
mines which have been also forwarded. Numbers of „working battalions" 
(soldiers as yet untrained), are road constructiog in southern Syria. 

All above and previous reports in a similar sense show that there is 
very considerable activity being directed in a sense hostile to us, and this 
activity is being worked by German influence and agents in every conceivable 
direction. Probably Government as a whole have little control over these 
activities, but do not disapprove of them. As regards actual military 
preparations, German element has sufficient power to persuade the authorities 
on certain points. German press is directing movement, and has obtained 
despatch of numbers of German officers to Syria to superintend preparations 
and training of corps there for war, concentration of stores and supplies at 
suitable spots, preparation of lines of communication and defence of coast. 



Nr. CML.XXXI. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 16.) 

Bb. n 130. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 15, 1914. 

German plots have been so extensive that it is conceivable that they 
may introduce individuals into Egypt who, impersonating Indian soldiers» 
may cause mischief. 

In substantiation of this I have to State that His Majesty's consul at 
Aleppo has learnt that a tailor in that town has been commissioned to make 
a variety of Indian costumes and head-dresses on design and measurement 
supplied by German officers there. 

Nr. CmiiXXXII. Sir H. Bax-Jronside to Sir Edward Grey. 

(Received October 16.) 

Bb. 11 131. 

(Telegraphic.) Sophia, October 16, 1914. 

Ninety-seven cases of bullion passed through Rustchuk yesterday for 
Constantinople, accompanied by six Germans. This consignment was preceded 
by 200 other cases. In the last three weeks many heavy cases and Stores 
have passed through same town. 

Armaments are believed to be sent through in the night. 

Nr. CMIiXXXII. Sir L<. Mallet to Sir Edward Orey. — (Re- 
ceived October 16.) 

Bb. II 13-2. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 16, 1914. 

Local authorities at Jaffa have distributed 10 000 rifles amongst Be- 
douins each with 100 cartridges, 5000 ten-shot to owners of horses and riding 
cameis, and 5000 single-shot to owners of baggage cameis. Bedouins have 



152 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

been employed to dig wells, and Germans to fit thein with iiiotor pumps ; 
ovens have been built near frontier. . 

It is believed tbat Bedouins' next move is to be towards Akaba. 

Horses and mules throughout the whole district are being requisitioned 
most energetically 

Äfr. CIML.XXXIV. Sir L.. fallet to Sir Edward Grey. — (Re 

ceived October 17.) 

Bb. II 13B. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 16, 1914. 

Major Omar Fevzi Bey, son of Arimm Effendi, ex-Govemor-General 
of Damascus, accompanied by five German officers, arrived at Aleppo 14th 
October frona Constantinople bringing 25 000 liras. The officers passed for 
engineers, and are buying saddle horses to proceed to Bagdad via Ana. From 
Ana they are to take two batteries of guns, which, together with money and 
loads off rifles and ammunition taken from Aleppo, they are to deliver to 
Ibn-el-Reshid. 

Railway trucks füll of dynamite for Alexandretta and Damascus are 
expected to arrive from Constantinople. German officers of „Breslau" have 
already laid thirteen mines at Alexandretta according to report that has now 
reached me. 

Nr. CML.XXXV. Sir Li. Mallet to Sir Edward «rey. — (Received 
October 17.) 

Bb. II 134. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 16, 1914. 

Minister of War, who is willing tool of Germans, is now supreme. 
Minister of the Interior was most influential Minister before mobilisation, but 
is so no longer. His position now is rather mysterious. Whilst taking advantage 
of European struggle to carry through so-called emancipation of Turks from 
foreign control, he is not supposed to be in favour of war, which he thinks 
would end badly for Turkey. If this diagnosis is correct, he and others Uke 
him are more or less powerless at present, and, though they declare their 
ability and Intention to stop military preparations, evidently are unable to 
check them. 

Nr. CMEXXXVI. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived October 17.) 

Bb. II 135. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 17, 1914. 

Reliable Information reaches me ihat mines are being sent to Basra, 
and will reach Bagdad in a day or two. 



b) Eintritt der Türkei. 153 

Afp. CMXXXVII. Sir F. Elliot to Sir Edward Grey. — (Received 
October 17.) 

Bb. II 136. 

<Telegraphic.) Athens, October 17, 1914. 

One BuuhacU Sadil has been discovered buying arms for importation 
into Egypt. He had already bought 700 Gras rifles and ammunition. I 
understand that two of this man's accomplices were recently convicted in 
Egypt. 

HWr. CJIIL.XXXVIII. Sir Edward Grey to Sir li. Maltet. 

Bb. II 137. 
tTelegraphic.) Foreign Office, October 17, 1914. 

Any attack upon H. M. S. ^Espi^gle" by Turkish authorities will be a 
wanton act of aggression, as she is not in Turkish territorial waters. 

You should inform Turkish Government that there is no present Intention 
of her passing down the Shatt-el-Arab, but His Majesty's Government consider 
they have a right to claim that passage so long as ..Goeben" and „Breslau," 
with German crews and officers, have free use of Turkish territorial waters 
and the Straits. 

Nr. CMEXXXIX. Sir E. Mallet to Sir Edward Grey. — (Re- 
ceived October 18.) 

Bb. II 138. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 17, 1914. 

Since end of September following have reached Constantinople : — 

Six thousand nine hundred cases of Mauser ammunition, 540 cases of 
Mauser rifles, 13 trucks of war material, and about 800 0007 in bar gold. 

Arrival of a submarine in sections is expected shortly, and I am informed 
that such a consignment, together with two aeroplanes, left Rustchuk on 
8th October. 

Two German ships were recently escorted from Sulina by „Breslau. *■ 
and are reported to have brought submarine. But there is no evidence at 
present to prove this. 

Nr. CmxC Sir E. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 18 ) 

Bb. II 139. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 18. 1914. 

Aeroplane, three airmen, and several mechanics left Beersheba yesterday. 

Governor left Jaffa with a view to allaying panic. 

Following is rösume of a telegram from Minister of War to commandant 
at Jaffa which has come to my knowledge: — 

„On the approach of enemy warships destroy boats and ligthers, kill 
horses break carriages, and destroy railway. Strictly guard telegraph. When 



154 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



surrender of town is demanded ask for time to consult Jerusalem. If Jerusalem 
instructs you not to surrender, oppose landing of the enemy by force of arms. 
See no looting of town takes place, and find suitable place to shelter your 
archives. Explain above to the population and arm them, taking oath from 
them. At signal not to surrender send away women and children. Hoist 
flag on konak and barracks so as not to have other places bombarded. 
Break enemy's flagstaff and remove insignia from the door of bis consulatc. 

Nr. C9IXCI. Sir L.. Maltet to Sir Edward «rey. — (Received 

October 19.) „^^ „ j^,^ 

Sir, Constantinople, October 2, 1914. 

With reference to my telegram of the 22 nd September*) and your 
telegram of the 25 th September,**) I have the honour to forward herewith 
copies of notes exchanged between the Grand Vizier and myself respecting 
the suppression of the British post offices in the Turkish Empire. 

I have, &c. 

Louis Maltet. 
Enclosure 1 in No. 140. 
Grand Vizier to Sir L. MaJIet. 

(Translation.) 



Constantinople, 

le 27 septembre, 1914. 
M. l'Ambassadeur, 

Pour faire suite ä ma note du 9 
courant, j'ai l'honneur d'informer votre 
Excellence que par suite del'abrogation 
des Capitulations ä compter du ler 
octobre. 1914, les bureaux des postes 
6trang^res fonctionant provisoirement 
dans l'Empire devront cesser leurs 
Operations ä partir de cette date. 

Je prie, par cons6quent, votre Ex- 
cellence de vouloir bien inviter les 
directeurs des bureaux de postes 
anglaises se trouvant en Turquie ä 
agir en conformitö des Communications 
qui leur ont 6t6 faites par le Ministfere 
Imperial des Postes et Töi6graphes 
et dont copies ont 6t6 d6jä transmises 
ä l'Ambassade de Sa Majest6 bri- 
tannique en date 24 septembre, 1914. 
Veuillez, &c. 

. Said Halim. 

*) See No. 86. — **) See No. 9.3. 



Constantinople, 

September 27, 1914. 
Your Excellency, 

In continuation of my note of the 
9th instant, I have the honour to 
inform you that, in consequence of 
the abolition of the Capitulations as 
from the Ist October, 1914, the 
foreign post offices provisionally 
existing in the Turkish Empire must 
cease working from that date. 

I accordingly request your Ex- 
cellency to be so good as to request 
the directors of British post-offices in 
Turkey to act in conformity with the 
Communications addressed to them by 
the Imperial Minister of Ports aud 
Telegraphs, copies of which have 
already been communicated to Eis 
Britannic Majesty's Embassy on the 
24th September, 1914. 



b) Eintritt der Türkei. löö' 

Enclosure 2 in No. 140. 
Sir L. Mallet to Grand Vizier. 

M. le Ministre, Constantinople, October 1, 1914. 

I have the honour to acknowledge the receipt of the note dated 27th 
September, by which your Highness requests me to instruct the directors of 
the British post offices established in the Ottoman Empire to act in accordance 
with the Communications which have been addressed to them by officials of 
the Imperial Ministry of Posts and Telegraphs with a view to their ceasing 
their Operations from to-day onwards. 

The fact that a measure of such importance affecting an oSicial department 
of His Majesty's Government should have been adopted in virtue of an 
unilateral decision of the Sublime Porte, and that effect has been given to 
the measure in so precipitate a manner, compels me to forraulate the most 
express reservations both as to the procedure followed and as to the principle 
underlying the question. 

With a view to avoiding incidents of a public nature I have instructed 
the British post offices in the Empire to suspend their ordinary postal Operations 
from to-day onwards. By so doiog and by authorising a verbal exchange of 
views, in order to mitigate the inconvenience resulting from this Suspension, 
I -must not be considered to have prejudiced the question of principle. It will 
be for my Government to consider what further action shall be taken in 
the matter. I avail, &c. 

Louis Mallet. 

9 

\r. CMXCII. Sip li. »lallet to Sir Edward Grey. — (Received 
October 19.) 

Bb. n 141. 

Sir, Constantinople, October 2, 1914. 

I have the honour to transmit a copy of a note which I have addressed 
to the Sublime Porte referring to the repeated assurances which the Grand 
Vizier has given me that the German crews will be sent back to Germany. 
assurances which were confirmed to me by His Imperial Majesty the Sultan 
on the occasion of my audience of His Imperial Majesty on the 21st ultimo, 
and enquiring whether the Ottoman Government have the Intention of 
fulfiUing their undertakings, and, if so, on what date this will take effect. 

I have, &c. 

Louis Mallet. 

Enclosure in No. 141. 
Sir L. Mallet to Grand Vizier. 

Your Highness, Constantinople, October 2, 1914. 

On the occasion of the audience which His Imperial Majesty the Sultan 
was graciously pleased to accord me on the 2 Ist ultimo. 1 had the honour 
to convey to His Imperial Majesty a message from the King, my Sovereign, 



löß C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

respecting the detention in England of the tv^o Turkish vessels of war. I had 
previously communicated to your Highness the substance of this message, as 
your Highness will doubtless remember. Ilis Imperial Majesty deigned in reply 
to Charge me with his thanks to the King, my Sovereign, and vvhilst regretting 
that Ilis Majesty's Government should have detained the vessels, which seemed 
unnecessary in view of the large naval supremacy of Great Britain, His 
Imperial Majesty said that he was unalterably determined to maintain the 
historic friendship between the two countries and on no account to depart 
from the neutrality which had hitherto been observed by his Government. 
Referring to a passage in the King's message, expressing His Majesty's regret 
at certain events which had seemed to impair that neutrality, His Imperial 
Majesty authorised me to inform the King that the Services of the German 
admiral, officers, and crews of the German warships had been temporarily 
retained in order to train the Turkish officers and crews, but that the task 
was on the point of accomplishment. and that they would return to Germany 
within a few days' time. 

I replied that these assurances — which I had also received repeatedly 
from your Highness — would not fail to give great satisfaction to the King, 
Coming as they did from the lips of His Imperial Majesty the Sultan himself. 

I now address myself to your Highness to enquire whether the Ottoman 
Government have the Intention of repatriating the German officers and crews 
in accordance with the oft-repeated assurances of your Highness, which have 
now been solemnly confirmed by His Imperial Majesty the Sultan. 

If such is their inteation, I should be grateful if I might be iijformed 
of the date on which their departure will take place. 

I avail, &c. 

Louis Mallet. 

Kr. CMXCIII. Sir l«. I^Iallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 19.) 

Bb. n 142. 

Sir, Constantinople, October 4, 1914. 

I have the honour to forward herewith a copy of a note which I ad- 
dressed to the Sublime Porte, protesting against the abrogation of the Gapi- 
tulations. I have, &c. 

Louis Mallet. 
Enclosure in No 142. 
Note Verbale communicated to Sublime Porte. 
His Britannic Majesty's Embassy has received Instructions from His 
Majesty's Principal Secretary of State for Foreign Affairs to make the foUo- 
wing Statement to the Imperial Ministry for Foreign ASairs: — 

His Britannic Majesty's Government expressly confirm the protest against 
the suppression of the Capitulations which His Majesty's Ambassador ad- 
dressed to the Imperial Minister for Foreign Affairs on the 10 th ultimo. 



b) Eintritt der Türkei. 157 

The regime of the Capitulations being founded oa synallagmatic instru- 
ments the Porte cannot abrogate them by a unilateral act. His Majesty's 
Government therefore reserve their füll liberty of action as regards the 
measures which the Ottoman authorities may have taken or may take in 
violation of the Capitulations and will demand due reparation for any preju- 
dice which their subjects may suffer in consequence of such measures. 

His Majesty's Government, desirous of maintaining the friendly relations 
which have hitherto existed with the Ottoman Empire, feel constrained to 
call the serious attention of the Porte to the consequences which may foUow 
upon the adoption of the new policy upon which the Imperial Government 
would seem to have embarked. 

It is not in the interests of the Ottoman Government to alienate the 
sympathy of Great Britain, which constitutes a guarantee of present tran- 
quillity and a pledge of future Support. 

Constantinople, October 1. 1914. 

Nr. CMXCIV. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 19.) 

Bb. II 143. 

Sir, Constantinople, October 4, 1914. 

I have the honour to forward herewith copy of a note which I ad- 
dressed to the Grand Vizier protesting against certain military preparations 
in Syria. 

On the 2nd October I addressed a further note, copy of which is also 
enclosed, pointing out that no answer had been received either to my pre- 
vious note or to two letters of the 2.Tth and 26 th on the same subject. 

I have, &c. 

Louis Mallet. 

Enclosure 1 in No. 143. 
Sir L. Mallot to (iraud Vizier. 

(Translation.) 
Cons tan ti nople, 

September 23, 1914. 
Your Highness, 

In the course of our interview of 
yesterday morning, I had the honour 
to inform your Highness of the an- 
xiety that the news which reached 
me from Syria in regard to the mili- 
tary preparations and plots against 
Egypt now going on in that province, 
was causing me. So long as it was 
a (juestion of preparations similar to 



Constantinople, 

le 23 septembre, 1914. 
Altesse, 

Au cours de notre entretien d'hier 
matin, j'ai eu l'honneur de faire part 
ä votre Altesse de l'inqui^tude que 
m'inspiraient les nouvelles que je 
recevais de la Syrie au sujet des 
pr6paratifs militaires et des complots 
contre l'Egypte que l'on fait dans 
cette r6gion. Aussi longtemps qu'il 
s'agissait de präparatifs semblables ä 



/> 



158 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



ceux qui se sont faits partout dans 
l'Empire ä la suite de la mobilisation 
g6n6rale, je n'en ai rien dit k votre 
Altesse, bien qua l'on püt attacber 
une importance toute particuli^re k 
tout ce qui se faisait dans ce genre 
dans le voisinage de la fronti^re 
^gyptienne. De m6me ai-je jnsqu'ä 
präsent rejet6 comme des racontars 
invraisemblables les bruits qui me 
sont parvenus de plus d'uuc source, 
et d'apres lesquels on projetterait un 
coup subit contre le Canal de Suez 
dans le but d'en rendre impossible le 
passage, quoique je sache que les 
ennemis de la Grande-Bretagne aient 
men6 des intrigues ayant pour leur 
but d'emmener le Gouvernement de 
votre Altesse dans des aventures aussi 
foUes et meme plus folles que cela. 
Cependant, je manquerais ä mon devoir 
envers mon Gouvernement, et je puis 
ajouter envers votre Altesse, si Jen e 
la mettais pas au courant des derniers 
rapports qui me sont parvenus. II 
r^sulte de ces rapports que les esprits 
des Bödouins sont travaill^s par des 
agents provocateurs qui, encouragös 
par le Gouvernement ottoman, vou- 
draient les exciter contre TAngleterre. 
Les pröparatifs militaires, qui jusqu'ä 
un certain moment ne diff6raient pas 
dans leur caract^re de ceux faits dans 
'es autres provinces de l'Empire, se 
sont translorm^s derni^rement dans 
un mouvement vers le sud. On fait 
venir des troupes d'un centre aussi 
lointain que Mosul. Une activitö 
g6n6rale r^gne partout, de Damas 
jusqu'ä Maan. Une accumulation 
d'indices fait croire ä mon consul ä 
Jerusalem que l'on projette pour ces 
jours-ci mgme une expödition en r^gle 
contre l'Egypte. 



those made in otlier parts of tbe Em- 
pire, as a consequence of the general 
mobilisation, I did not mention the 
matter to your Ilighness, although 
special importance might attach to 
all such doings in the neighbourhood 
of the Egyptian frontier. Similarly, 
I have been able up to the present 
to reject, as improbable tales, the 
rumours which- have reached me from 
more than one source, according to 
which a sudden blow directed against 
the Suez Canal was being planned 
with the object of rendering it im- 
passable, although I am aware that 
the enemies of Great Britain are intri- 
guing with the object of leadiug your 
Highness's Government into adven- 
tures as insensate, and even more in- 
sensate, than this. I should, however, 
fail in my duty towards my Govern- 
ment, and I may add also towards the 
Government of your Highness, if I 
did not bring to your Highness's 
knowledge the latest reports which 
have reached me. It appears from 
these reports that the minds of the 
Bedouins are being excited by pro- 
fessional agitators, who, encouraged 
by the Ottoman Government, are 
desirous of inflaming them against 
England. The military preparations, 
which up to a certain moment bore 
a similar character to those in the 
other provinces of the Empire, have 
lately changed into a converging mo- 
vement towards the south. Troops 
are being brought from such distant 
centres as Mosul. General activity 
reigns everywhere from Damascus to 
Maan, and cumulative evidence leads 
my consul at Jerusalem to the belief 
that an organised expedition against 
Egypt is in project forthenext few days. 



b) Eintritt der Türkei. 



159 



J'aime ä esp6rer que les rapports 
dont je viens de faire un r^sutnö pour 
votre Altesse interprötent mal des 
faits qui en eux-memes sont in- 
discutables. Mais je röpöte que je 
manquerais ä mon devoir si je ne 
faisais pas part ä votre Altesse des 
graves präoccupations qu'ils m'occa- 
sionnent et rimpression qu'ils fönt 
sur le Gouvernement de Sa Majestö 
britannique, et si je ne la mettais 
pas en garde contre les cons6quences 
d6sastreuses qui rösulteraient pour 
votre Gouvernement s'il suivait une 
voie si coutraire ä ses propres int^rets 
que Celle de se faire le complice de 
l'Allemagne dans une attaque contre 
l'Egypte. 

Votre Altesse se rappellera qu'au 
commencement de la guerre actuelle 
Sir E. Grey chargea Mr. Beaumont 
de lui d^clarer que pourvu que la 
Turquie gardät une neutralitö stricte 
et absolue pendant la guerre et tant 
que des circonstances imprövues ne 
surgissent pas, le Gouvernement de 
Sa Majestö britannique n'avait aucun 
d^sir ni Intention d'annexer l'Egypte 
ni de modifier son regime d'une fagon 
quelconque. J'eus l'honneur de con- 
firmer cette assurance ä votre Altesse 
peu de temps apres ma rentröe k 
Constantinople. Depuis lors, d^sireux 
d'6viter toute possibilit6 demalentendu 
avec le Gouvernement Imperial, j'ai 
k plusieurs reprises appel6 l'attention 
de votre Altesse sur le caractöre con- 
ditionnel des assurances donn6es par 
Sir E. Grey. Or, je crois de mon 
devoir de d6clarer encore une fois ä 
votre Altesse que mon Gouvernement 
voit sous un jour des plus serieui 
les violations de neutralitö sans pr(5- 



I trust that the reports, the Con- 
tents of which I have just summed 
up to your Highness, put a wrong 
Interpretation on facts which. as such, 
cannot be discussed. But I repeat 
that I should fail in my duty, if I 
did not bring to your Highness's 
knowledge the grave preoccupation 
which they cause me. and the Im- 
pression which they make upon His 
Britannic Majesty's Government, and 
if I did not place you on your guard 
against the disastrous consequences. 
which would ensue for your Highness's 
Government, if they were to foUow 
a course so contrary to their own 
interests as that of becoming the 
accomplice of Germany in an attack 
upon Egypt. 

Your Highness will remember that 
at the beginning of the present war. 
Sir E. Grey instructed Mr. Beaumont 
to give you the assurance that. pro- 
vided that Turkey maintained strict 
and absolute neutrality during the 
war, and so long as unforeseen circum- 
stances did not arise, His Britannic 
Majesty's Government had no desire 
to, nor Intention of annexing Egypt, 
nor of modifying her rögime in any 
way whatsoever. I had the honour 
to confirm this assurance to youi- 
Highness shortly after my return to 
Constantinople. Since then, being 
desirous of avoiding any possibility 
of misunderstanding with the Imperial 
Government, I have repeatedly called 
your Highness's attention to the con- 
ditional character of the assurances 
given by Sir E. Grey. Now, I hold 
it to be my duty to declare once 
more to your Highness that my Go- 
vernment take the most serious view 
of the unprecedented violations of 



160 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



cedent commises d6jä par le Gouver- 
nement ottoman en gardant des ofli- 
ciers et des ^puipages allemands ä 
bord des vaisseaux de guerre alle- 
mands et en prenant dans son service 
plus tard beaucoup d'autres Allemands 
ayant le mßme caractöre militaire. 

Je ne trouve pas n6cessaire en ce 
moment de r^capituler les d6tails 
d'encore autres öcarts de la neutralit6 
commis par la Turquie en faveur des 
ennemis de la Grande-Bretagne. Je 
n'ai pas besoin non plus d'insister 
sur des cons6quences qui pourraient 
en suivre, si pour mettre le comble 
ä une Situation tellement grave, mon 
Gouvernement acquerrait la convic- 
lion que le Gouvernement Imperial 
envisageait s6rieusement une attaque 
contre l'Egypte ou qu'il se pretait ä 
des men6es d61oyales contre la suret6 
du Canal de Suez ou contre le regime 
actuel de l'Egypte. Votre Altesse 
peut elle-m6me appröcier toute l'im- 
portance et toute la portöe possible 
de ces cons^quences. 

Votre Altesse trouvera annex6 ä 
cette note un memoire dötaillant les 
faits qui peuvent etre consid6r6s 
comme le pr6lude d'une attaque contre 

l'Egypte. 

Je Profite, &c. 

Louis Hallet. 



neutrality already committed by thc 
Turkish Government in retaining 
German officers and men un board 
the German warships, and by subse- 
quently taking into their service nu- 
merous other Germans in a similar 
military capacity. 

It does not seem to me necessary 
at this moment to recapitulate the 
details of still further departures from 
neutrality committed by Turkey in 
favour of the enemies of Great Bri- 
tain. Nor need I inbist on the con- 
sequences which might ensue if, to 
add the last touch to so grave a Si- 
tuation, my Government were to be- 
come convinced that the Imperial 
Government were seriously meditating 
an attack against Egypt, or that they 
were a party to disloyal intrigues 
against the security of the Suez Canal, 
or against the present regime in Egypt. 
Your Highness can judge of the whole 
importance and possible extent of 
these consequences. 

I enclose in this note a Me- 
morandum, enumeratiug in detail the 
facts which can be considered as in- 
dications of a forthcoming attack 

upon Egypt. 

I avail, &c. 

Louis Mattet. 



Memo 

Dun rapport en date du 18 courant, 
11 r6sulte que les autoritös döployaient 
tous leurs efforts pour exciter les tribus 
b6douines contre l'Angleterre, en la 
repräsentant comme l'ennemi de 
l'islamisme, et que 3OU00 hommes 
appartenant ä ces tribus <5taient pr^ts 
ä se soulever. ün rapport compl6- 



r an dum. 

(Translation.) 
From a report dated the 18 th in- 
stant, it appears that the authorities 
were using all their eSorts in order 
to excite the Bedouin tribes against 
England by representing her as the 
enemy of Islam, and that 80 000 men 
belonging to these tribes were ready 
to rise. A supplementary report 



b) Eintritt der Türkei. 



161 



mentaire porte que les instigateurs de 
ce mouvement sont Muntaz Bey, 
officier ä rarm^e; Essad Choucair, 
d6put6 ou ancien d^putö; et un 
certain Beheddine Bey, aid^s de 
plusieurs autres persounes et appuyös 
par les autorit6s locales tant civiles 
que militaires. Le rapport ajoute Sans 
röserves qu'aprös le bruit qui courait, 
des tribus devaieut s'armer tout de 
saite pour marcher contre l'Egypte. 

II rösulte d'un autre rapport du 
18 courant qu'un mouvement militaire 
de Damas vers le sud 6tait attendu 
pour environ le 20 septembre; que 
les troupes de Mosul ötaient en route 
pour Damas ; que l'on pr^parait de 
grandes provisions de vivres ; que 
l'on avait assembl6 3000 chameaux 
ä Maan ; et que deux officiers d'6tat- 
major 6taient rentrös d'Akaba apres 
avoir 6tudi6 la possibilitö d'un mouve- 
ment ä travers le dösert. Ce rapport 
se compl^te par un autre de la meme 
date portant que l'on projetait d'en- 
voyer un grand nombre d'hommes de 
Homs ä Damas par chemin de fer. 
entre le 20 et le 23 septembre, et 
que l'on s'attendait ä une grande 
concentration vers le sud. D'un 
troisi^me rapport rec^'u post6rieurement 
il räsulte qu'encore 5000 chameaux 
avaient 6t6 r6quisitionu6s ä Maan ; 
que tout le matöriel roulant de la 
partie sud de Chemin de Fer du 
Hedjaz se trouvait conceutrö ä Deraa ; 
et que les troupes. de Mosul 6taieut 
parvenues <i Tel-Abiad pr^s d'Alep. 

Un rapport en date du 21 courant 
döclare qu'il y avait une accumulatiun 
d'indices ötablissant presque la certi- 
tude qu'une attaque contre l'Egypte 
sur une grande echulle aurait lieu dans 



States that the instigators of this 
movement are Muntaz Bey, an officer 
of the army, Essad Shoucair, deputy 
or former deputy, and a certain 
Beheddine Bey, aided by several 
other persons. and with the Support 
of the local , civil , and military 
authorities. The report adds categori- 
cally that, according to current rumour. 
these tribes were to arm immedi- 
ately in order to marcb on Egypt. 

From a further report dated the 
18th instant, it appears that a military 
movement fromDamascus towards the 
south was expected about the 20th 
September; that the Mosul troops 
were on their way to Damascus ; that 
large stores of foodstuffs were being 
prepared ; that 3000 cameis had been 
collected at Maan ; and that two staff 
officers had returned from Akaba 
after studying the possibiüt.y of a 
movement across the desert. This 
report was supplemented by another 
of the same date to the eSect that it 
was intended to send a large number 
of men from Homs to Damascus by 
rail, between the 20th and 23rd of 
September, and that a great concen- 
tration converging towards the south 
was expected. From a third report, 
which was received subsequently, it 
appears that another öOOO cameis 
had been requisitioned at Maan ; that 
all the roUing-stock of the southern 
section of the Iledjaz Railway was 
being concentrated at Deraa ; and that 
the Mosul troops had reached Tel- 
Abiad near Aleppo. 

A report, dated the 2 Ist instant, 
stated that there was cumulative 
evidence to show almost certainly that 
an attack against Egypt on a large 
Scale wduld take place in the very 



Jahrbuch des Völkerrechte 



11 



lf)2 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



un avenir trös proche ; que les troupes 
marcheraient des deux cöt^s, par Akaba 
et par El-Ariche ; et que l'on pröparait 
une grande quantit^ de choses n6ces- 
saire pour leur transport ä travers 
le d6sert. ün autre rapport de la 
meme date porte que des chameaux 
et des hommes sont arrivös de Homs 
ä Damas: que l'on s'attendait k 
l'arriv^e de trente bataillons au courant 
de la semaine : que le chef d'6tat-major 
de Damas s'^tait rendu ä Maan ; et 
que des chefs des tribus b^douines 
^taient partis pour le sud apr^s avoir 
conf6r6 ayec le Vali. 

Constantinople, 

le 23 septembre, 1914. 



near future ; that the troops would 
advance on both sides by waj' of Akaba 
and by way of El Arish ; and that a 
large Provision of things necessary 
for their transport across the desert 
was being prepared. A further report 
of the same date stated that cameis 
and men had arrived at Damascus 
from Homs; that thirty battalions 
were expected to arrive duricg the 
weck ; that the chief staff officer from 
Damascus had proceeded to Maan ; 
and that the chiefs of the Bedouin 
tribes had left for the south after a 
Conference with the Vali. 
Constantinople, 

September 23. 1914. 



Enclosure 2 in No. 143. 
Sir L. Mallet to Grand Vizier. 

Your Highness, Constantinople, October 2. 1914. 

In my communication of the 23rd September and subsequent letters of 
the 25th and 26th, various military and other preparations in Syria, initiated 
by the Ottoman Government, were brought to the notice of your Highness. 
as likely to cause apprehension to His Majesty's Government. 

To the representations made in these Communications, no written reply 
has yet been received, and it appears that not only has the verification of 
the detail s already given been confirmed, but further news of a disquieting 
nature has now arrived. For instance, the transport of food-stuffs. military 
Stores, and material of war to Maan continues. As this place is in no wise 
a Turkish militajy centre in peace, and has no connection with a mobilisation 
of the Syrian divisions in their ordinary stations, but is, on the other band, 
in proximity to the Egyptian frontier, His Majesty's Government would desire 
to be informed why it is considered necessary to make the preparations in 
question, which are evidently for the maintenance of a considerable body of 
troops, or for their transit further in the direction of Akaba. 

2. Similar preparations are also apparently being made on the road 
Jenim-Nablus- Jerusalem, and the coUection of a camel corps at the latter 
place was announced yesterday. These measures tend to show a projected 
concentration of troops on the limits of Syria to the west. and again in 
proximity to the Egyptian frontier. 

3. The above steps have latterly coincided with the sudden arrival of 
Colonel Kress von Kressenstein and six other German officers, with the 



b) Eintritt der Türkei. 163 

result that it is openly rumoured in Syria that the Jerusalem division is 
preparing to move towards Rafa and that of Damascus towards Akaba. 

4. From Beirout arrive reports that the inhabitants are retiring Inland, 
and from Haiffa that the customs and railway staff have also been transferred 
from the coast. These measures are stated to be taken as precautionary 
Steps against the hostile action of the British fleet, which is expected to 
ensue on the movement of Turkish forces against Egypt. 

5. In view of all these circumstances, it is undoubtedly the case that 
it is fully believed in Syria that an offensive movement against Egypt is 
contemplated by the Ottoman authorities, and, although His Majestys 
Government do not necessarily share tJys view, they cannot but regard any 
continuance of the military movement in anything bat the most serious light 

6. Apart from recognised military measures, the movements of a German 
engineer belonging to the Bagdad Railway with a large consignment of 
explosives destined for an attempt on the Suez Canai has already been brought 
to your Highness's notice in my letter of the 25th ultimo. 

Not only have the movements of this individual been confirmed, but 
the departure of a German naval officer named Hilgendorff is now also 
announced with the same purpose. This individual has left Petra with a 
party of eight Germans, ostensibly on a shooting expedition, but with a 
large amount of stores, including explosives, and intending to meet another 
similar party journeying via Haiffa-Amman. 

As both these parties are acting from neutral territory with the avowed 
intention of committing acts hostile to Great Britain, it is incumbent on the 
Porte to secure their apprehension, coupled with an assurance that all necessary 
Steps will be taken to put an end to any enterprises of this nature. 

I have been repeatedly assured by your Highness and by other members 
of the Ottoman Government that Turkey is firmly determined to maintain 
an attitude of strict neutrality during the European war. To these assurances 
I have been unfortunately obliged to reply that the Ottoman Government 
have failed in several most essential particulars to maintain their neutrality. 
and I would now desire to point out, with all the emphasis at my command, 
that, if these preparations continue, only one conclusion can be deduced- 
namely, that the Ottoman Government are taking preliminary steps to send 
an expedition against Egypt and that they are conniving at the preparation 
of a plot against the Suez Canal on the part of German subjects, who are 
either in the Ottoman service or are acting independently. 

I cannot too earnestly impress upon your Highness the absolute necessity 
of putting an end to this Situation <if uncertainty at the earliest moment 
possible, in order that those rclations of confidence and sincerity may be 
restored between the two Governments which it has constanly been my objeet 
to fester. 

I avail, (.*ic. 

Luiiis MalU't. 

11* 



]54 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Xr. CMXCV. Sir Ci. Mallet to Sir Edward Gre>. — Received 
October 19.) 

Bb. II 144. 

Sir, Constantinople, October 6, 1914. 

I have the honour to forward herewith copy of a note which I have 
addressed to the Grand Vizier referring to the circular note *) enclosed in 
my immediately succeeding despatch, recently received from the Sublime 
Porte, defining the rules which they propose to apply during the war in 
order tp defeud their neutrality, . expressing my satisfaction that they should 
have adopted views in regard to the use of wireless in neutral waters. by 
belligerent merchantmen, identical with those of His Majesty's Government, 
and enquiring when they propose to dismantle the wireless apparatus on 
ihe ^Corcovado." I have, &c. 

Louis Mallet. 

Enclosure in No. 144. 
Sir L. Mallet to Grand Vizier. 

Your Highness, Constantinople, October 2, 1914. 

I have received a note verbale from the Sublime Porte dated the 28th 
ultimo defining the rules which the Government of your Highness propose to 
apply during the present war in order to secure respect for their neutrality 
and to enable them to perform what they recognise to be their duty as 
neutrals. 

I propose to reply to this circular in detail, but in the meantime I 
desire at once to express my satisfaction that the Imperial Government should 
have adopted views which, in so far as the Installation of wireless stations 
on land and the use of wireless apparatus by belligerent merchantmen in 
neutral ports and waters are concerned, are identical with those of His 
Majesty's Government. 

I have had the honour to discuss this question on frequent occasions 
with your Highness during the last few weeks, in special reference to the 
notorious case of the German vessel .^Corcovado," amongst others. 

The „Corcovado" has since the beginning of the war lain at Beicos, 
almost opposite to the British Embassy, and has, in gross violation of the 
laws of neutrality, which should have been euforced by the Ottoman Go- 
vernment, regularly received and transmitted, and still, so far as I am aware, 
continues to receive and transmit, wireless messages in such a way as to 
serve as a base of radio-telegraphic communication for the general purposes 
of the German Government. 

Iq deference to the wishes of your Highness, I have hitherto confined 
my remonstrances to verbal representations, but in view of the circular note 
now received from the Sublime Porte defining the attiude of the Government 



*) See Enclosure in No. 145. 



b) Eintritt der Türkei. 



165 



of your Highness in regard to the question, I feel at liberty to address to 

your Highness a formal note asking, on behalf of His Majesty's Government. 

that the Ottoman regulations may be applied without further delay to the 

„Corcovado* and other vessels which still fly the German flag. or which flew 

it at the beginning of the present war, and that their wireless installations 

may be at once dismantled. 

I feel convinced that your Highness will see the justice and the propriety 

of this Step. 

I avail, &c. 

Louis Mallet. 



Xr. CMXCVI. Sir L.- Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
October 19.j 

Bb. II 145. 

Sir, ConstaDtinople, October 6, 1914. 

I have the honour to forward herewith copies of notes from and to the 
Sublime Porte on the subject of the Turkish regulations for belligerent 

warships in Turkish territorial waters. 

I have, &c. 

Louis Mallet. 

Enclosure 1 in No. 145. 
Note verbale communicated by SubHme Porte. 

(Translation.) 



Le Minist^re des Affaires Etrang^res, 
en vue d'observer ses devoirs de 
neutralit^ pendant toute la dur6e des 
hostilit^s, porte les dispositions qui 
suivent ä la connaissance de l'Am- 
bassade d'Angleterre : 

1. L'entr6e dans les ports. rades et 
eaux territoriales ottomans est inter- 
dite aux navires de guerre des 
Puissances bellig6rantes, sauf pour 
cause d'avarie, ou ä raison de l'ötat 
de mer. Dans ces cas, ils ne devront 
r6sider que le strict temps mat6riel 
n6cessaire pour r^parer lesdites avaries, 
ou pour attendre que l'ötat de la mer 
soit amöliorö. 

2. Toutnavire bellig^rant qui deman- 
derait ä entrer dans un port ou dans 
une rade ottomans pour cause de 
ravitaillement en combustible ou 
approvisionnement, pourra y 6tre 



The Ministry for Foreign Affairs, 
with a view to the observance uf 
their duties of neutrality throughout 
the hostilities, brings the following 
regulations to the notice of the 
British Embassy : — 

1. Entry to Turkish ports, road- 
steads, and territorial waters. is for- 
bidden to warships belonging to 
belligerent Powers, except in the 
case of damage, or by reason of the 
State of the sea. In these cases they 
may only remain strictly the length 
of time actually necessary for the 
repair of the said damage, or to wait 
until the State of the sea has improvod. 

2. Every belligerent vessel, which 
shall ask permission to enter a Turkish 
port or roadstead for purposes of 
refnelling or revictualling. may be 
authorised to do so, on condition 



166 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



autoris6 ä la condition d'en übtenir 
l'autorlsation de l'autorit^ Imperiale 
locale, apr^s avoir 6tabli les motifs 
de son arriv6e ; de ne rösider plus de 
vingt-quatre heures dans lesdits port 
ou rade et de n'ßtre ä la fois pas 
plus de trois unit6s du mßme pavillon 
dans le m6me port ou rade. 

3. Les ports de Smyrne et de 
ßeyrouthsontinterditsauxditsnavires, 
ainsi qua les eaux intörieures dont 
l'acc^s est barr6 soit par des mines 
sous-marines, soit par d'autres moyens 
de defense. 

4. Si le navire de guerre ne quitte 
pas les eaux ottomanes ä l'expiration 
des dölais pr6vus plus haut, le 
Gouvernement Imperial prendra les 
mesures qu'il jugera n^cessaires pour j 
rendre le navire incapable de prendre 
la mer pendant la dur6e de la guerre. 

5. Les bätiments de guerre sont 
tenus de respecter les droits souverains 
de l'Empire ottoman, de s'abstenir de 
tous actes contraires ä sa neutralit6, 
de ne point se livrer dans les eaux 
territoriales ottomanes ä des actes 
d'hostilit^, y compris la capture et le 
droit de visite. 

6. Si des navires de guerre bellig6- 
rants ennemis se trouvent simultanö- 
ment dans le meme port ou rade 
ottoman. il doit s'6couler au moins 
24 beures entre le d^part du navire 
d'un bellig^rant et celui du navire de 
l'autre belligörant ennemi, l'ordre de 
d^part 6tant dötermia^ par celui des 
arrivöes, ä moins que le bätiment 
arriv6 le premier ne soit Obligo de 
rester en raison des causes prövues 
plus haut sur No. 1. De meme un 
bätiment de guerre belligärant ne peut 
quitter un des ports ou rades ottomans 



that the authorisation of the local 
Turkish authority is obtained, alter 
having declared the reasons for her 
arrival; that she does not remain 
more than twenty-four hours in the 
Said port or roadstead ; and that there 
be not more than three vessels under 
the same flag simultaneously in the 
Same port er roadstead. 

3. The ports of Smyrna and Beirout 
are prohibited to the said ships, as 
are the Inland waters, access to which 
is barred either by submarine mines 
or by other defensive means. 

4. If the warship does not leave 
Turkish waters within the period 
provided for above, the Turkish 
Government will take such Steps as 
they may deem necessary to render 
the vessel incapable of putting to 
sea during the war. 

5. Warships are expected to respect 
the sovereign rights of the Turkish 
Empire, to refrain from all acts pre- 
judicial to Turkish neutrality, and not 
to commit any hostile acts in Turkish 
territorial waters, including capture 
and the right of search. 

6. If enemy belligerent warships 
happen to be simultaneously in the 
same Turkish port or roadstead, at 
least twenty-four hours must elapse 
between the departure ofone belligerent 
warship and that of the other enemy 
belligerent warship, the order of 
departure being decided by that of 
arrival, unless the vessel which arrived 
first be obliged to remain for reasons 
foreseen above in No. 1. Similarly 
a belligerent warship may only leave 
a Turkish port or roadstead twenty- 
four hours after the departure of a 



b) Eintritt der Türkei. 



167 



qua 24 heures apres le döpart d'un 
uavire de commerce sous pavillon de 
son adversaire. 

7. Dans les ports et rades ottomans 
iion interdits les bätiments de guerre 
des belligörants ne pourront r6parer 
leurs avaries que dans la mesure 
indispensable ä la s6curit6 de la 
navigation et ne pourront accroitre, 
d'une manifere quelconque, leur force 
militaire. Les autoritös Imperiales 
ottomanes constateront la nature des 
r(5paratioDs ä faire; elles devront ete 
ex6cut6es les plus rapidement pos- 
sible. 

8. Lesdits bätiments ne pourront s'y 
ravitailler que pour compl^ter leur 
approvisionnement normal du temps 
de paix. Toutefois, 6tant donnäes 
les circonstances exceptionnelles de la 
guerre actuelle, les autoritös Imperiales 
pourront röduire cet approvisionne- 
ment. suivaat les n6cessit6s des lieux, 
au stricte n^cessaire pour suffire ä se 
rendre dans un port 6tranger neutre 
le plus proche une premiäre fois, et 
refuser tout approvisionnement en cas 
de retour une seconde fois de bätiments 
d'une meme nation belligörante. 

9. Ces navires ne peuvent prendre 
de combustible que pour gagner le 
port le plus proche de leur propre 
pays, ou de celui dont l'administration 
est confi6e ä leur Gouvernement, ou 
du pays alliä, au choix de Tautorit^ 
Imperiale locale. Les restrictions 
pröcödentes concernant les approvisi- 
nnnements seront applicables au com- 
bustible. 

10. Les r^glements sanitaires, de 
pilotage, de douane, de port et des 
pharea ottomans devront etre observös 
et respect(5s par les bätiments de guerre 
des belligörants. 



merchant vessel under an enemy 



7. In non-prohibited Turkish ports 
and roadsteads belligerent warships 
may only repair their damages to 
such an extent as is consonant with 
the safety of navigation, and may not 
increase their military strength in 
any manner whatsoever. The Turkish 
authorities will verify the nature of 
the repairs to be made ; these must 
be carried out as quickly as possible. 



8. The Said vessels may only 
revictual up to their normal supply 
in peace time. Nevertheless. in the 
exceptional circumstances of the 
present war, the Turkish authorities 
may, in the first instance, reduce this 
supply, according to the requirements 
of the districts, to what is strictly 
necessary to reach the nearest neutral 
foreign port, and may refuse all 
supplies in the case of a second return 
by vessels of a like belligerent nation. 



9. Such vessels may only take in 
sufficient fuel to reach the nearest 
harbour in their own country, or of a 
country the administration of which 
is entrusted to their Government, or 
of an allied country, at the discretion 
of the local Turkish authority. The 
preceding restrictions conccrning 
supplies will be applicable to fuel. 

10. The Turkish sanitary, pilotage, 
customs, port and lighthouse regu- 
lations must be observed and respected 
by belligerent warships. 



m 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



11. Est döfendu d'amener des prises 
dans un des ports ou rades ottomans 
(non interdits) sauf pour cause 
d'innavigabilit^, de mauvais 6tat de 
Hier, de manque de combustible ou de 
provisions, auquel cas, autorisation 
devra otre demandöe aux autorit^s 
Imp6riales locales; celles-ci l'accor- 
deront aprös constatation de la cause 
pr6cit66. La prise devra repartir 
aussitöt que ladite cause aura ce8s6; 
l'approvisionnement en combustible et 
en Provision se fera dans les conditions 
pr6vues pour les navires de guerre. 

Aucun tribunal des prises ne peut 
etre constituö par un bellig^rant ni 
sur le sol de l'Empire ni sur un navire 
dans ses eaux territoriales. 

12. Est interdit aux bellig6rants de 
faire des ports et eaux ottomans la 
base d'op^rations navales contre leurs 
adversaires; d'installer sur le sol et 
dans les eaux territoriales des stations 
radio-t6l6graphiques ou tout appareil 
destinä ä servir comme moyen de 
communication avec les forces bellig6- 
rantes sur terre ou sur mer ; d'ötablir 
des idöpöts de combustible soit sur 
le sol Ottoman, soit sur des navires 
stationnös dans ses eaux territoriales. 

13. Les dispositions qui pröc^dent 
ne dörogent en rien au regime des 
Detroits, qui reste le meme, tel qu'il 
est stabil par les traitös internatio- 
uaux. 

14. Le droit international g6n6ral 
est applicable dans toutes les questions 
non pr^vues par les dispositions qui 
pr6cödent. 

Constantinople, 

le 28 septembre, 1914. 



11. It is forbidden to bring prizcs 
into any of the (non-prohibited) 
Turkish ports or roadsteads. save in 
the caseof impossibility of navigation. 
of roughness of the sea, lack of fuel 
or provisions, in which case permission 
must be asked from the local Turkish 
authorities; the latter will grant it 
after verification of the aforesaid 
cause. The prize shall be required 
to leave as soon as the said cause 
shall have ceased to exist ; the taking 
in of fuel and provisions shall be 
carried out in accordance wilh the 
conditions laid down for warships. 

No Prize Court may be established 
by a belligerent either ou Turkish 
territory or on a vessel in Turkish 
territorial waters. 

12. Belligepents are forbidden to 
make Turkish harbours and roadsteads 
a base for naval Operations against 
their adversaries ; to erect on land or 
in territorial waters any wireless 
telegraphy Station or Installation 
destined to serve as a means of 
communication with belligerent forces 
by land or sea; to establish depots 
of fuel either on Turkish territory or 
on ships stationed in Turkish territorial 
waters. 

13.The above provisions in no way 
supersede the regulations governing 
the Straits, which remain as established 
by international treaty. 

14. General international law is 
applicable in all questions not provided 
for in the above regulations. 

Constantinople, 

September 28, 1914. 



b) Eintritt der Türkei. 169 

Enclosure 2 in No. 145. 
Jiote verbale commnnicated to Sublime Porte. 

His Britannic Majesty's Embassy is in receipt of the note verbale of 
the Imperial Ministry of Foreign Affairs of the 28th September, in which are 
set forth at length tbe rules laid down by the Imperial Ottoman Government 
with a view to securing proper respect f or their neutrality during the present 
hostilities in Europe. 

In the preamble to this note verbale the Imperial Ministry states that 
the rules contained in it have been adopted in order to enable the Imperial 
Government to discharge their duties as neutrals. The rules themselves 
indicate a conception of those duties closely in accord with the general 
principles held by His Majesty's Government. It is all the more, therefore. 
a matter of surprise to His Majesty's Embassy that the practice of the 
Ottoman Government should have hitherto been so entirely at variance with 
these principles. 

Rule 1 prohibits the entrance into Ottoman ports of belligerent warships, 
except in case of damage or on account of the State of the sea, and requires 
their departure as soon as circumstances permit. 

Rule 2 prescribes that no belligerent warship, even though authorised 
for special reasons tö enter an Ottoman harbour, shall remain more than 
twenty-four hours. These rules were not applied by the Imperial Ottoman 
Government when they allowed the German warships „Goeben" and , Breslau" 
to enter the Dardanelles and to remain in Turkish waters for an indefinite 
period, on the pretext that a sale, as to the genuineness of which no evidence 
exists, had taken place. 

Neither did the Imperial Ottoman Government apply to these ships the 
provisions of Rule 4, which requires that vessels which have exceeded a visit 
of twenty-four hours should be incapacitated from taking part in any 
hostilities during the war, as both these vessels, which remain under German 
control, are notoriously in a State of complete preparation to proceed to sea. 

Rule 5, which prohibits the Performance of acts prejudicial to Ottoman 
neutrality, including acts of capture and search, was violated in a liagrant 
manner by the „Breslau," when it visited and searched British ships in the 
Dardanelles shortly after its arrival in those waters. The Imperial Government 
have never demandcd any public satisfaction from the Government whose 
ship committed this indefensible outrage on their neutrality. By thus condoning 
the act of the „Breslau," the Imperial Government failed signally in their own 
duties as a neutral. 

The Imperial Ottoman Government have not applied the provisions of 
rule 7, prohibiting foreign war vessels from increasing their military value 
in an Ottoman port, where they are only permitted to make such repairs as 
their own security demands and within the shortest possible period of time. 
nor the provisions of rule 8, regarding the prohibition of all revictualling. 
&c., of belligerent warships returning a second time to the same Ottoman 



170 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

port. The „Goeben" and the ^Breslau'' remaining, as has been said above, 
under German control, have been repaired under the auspices of the official 
representatives of the German Government, have put to sea under German 
command, and have been revictualled at German expense on returning from 
the various cruises in the Black Sea. By tolerating these violations oftheir 
own rules, the Turkish Government have again failed in their duty as 
neutrals. 

The Imperial Ottoman Government have further neglected the Obligation 
to prevent foreign warships from making an Ottoman port a base of naval 
Operations against their enemies ; from installing wireless stations on land 
or in territorial waters, to serve as a means of communication with the 
belligerent forces on land or sea, obligations which are clearly recognised by 
the adoption of rule 12. The flagrant violation of this rule by ships like 
the „General," the „Lily Rickmers," and the „Corcovado," has not been 
checked by the Imperial Government. They have, indeed, departed fromt their 
duty as neutrals, not merely by tolerating the proceedings of those ships, 
but they have in some cases facilitated them by allowing German ships to fly 
the Ottoman flag, as a result of illegal and fictitious transfers. The special 
case of the „Corcovado" has formed the subject of a separate communi- 
cation, to which His Majesty's Embassy trusts that an early reply will be 
returned. 

Finally, rule 13, which states that the Status of the Straits is unaffected 
by the measures taken by the Imperial Government, has been violated by the 
Ottoman authorities themselves, who, in violation of a series of international 
acts, have interfered with the free passage of the Dardanelles by British 
merchant vessels. 

In the presence of the facts set forth above, it is impossible for the 
Imperial Ottoman Government to maintain that they have hitherto observed 
that duty as neutrals, the Performance of which the Imperial Minister for 
Foreign Affairs declares them to have had in view wheu drawing up the 
rules embodied in its circular note of the 28 th September. If, after conse- 
crating their recognition of these duties by an official communication, the 
Imperial Government should continue to tolerate the use of its territory by 
German ships and agents for purposes connected with the war, His Majesty's 
Embassy will feel itself constrained to protest with renewed vigour against 
what it cannot but consider a partial and unneutral attitude on the part of 
the Imperial Ottoman Government, and must reserve tho His Majesty's 
Government complete liberty of action. If, on the other band, the object of 
the communication is to prove that the Imperial Government are prepared 
to embark on a new line of action, His Britannic Majesty's Embassy will 
have the utmost satisfaction in taking act of an assurance in that sense 
and bringing it to the knowledge of His Britannic Majesty's Government. 

Constantinople^ October 4, 1914. 



b) Eintritt der Türkei. 171 

Sfp. CMXCVII. Sir L.. IVIallet to Sir Edward Grey. — (Received 
October 19.) 

Bb. II 146. 

Sir, Constantinople, October 6, 1914. 

I have the honour to transmit herewith copy of a note I have addressed 
to the Grand Vizier on the subject of the measures the Porte propose to 
take against British warships in the Shatt-el-Arab. expressing the hope that 
no action be taken which might have serious consequences. 

I have, &c. 

Louis Hallet. 

Enclosure in No. 146. 
Sir L. Mallet to Grand Tizier. 

Your Highness, Constantinople. October 4, 1914. 

I have just received a telegram from His Majestys consul at Basra 
stating that the Vali has written to him saying that the Porte have 
communicated to me the measures which they propose to take against a 
British man-of-war which is in the Shatt-el-Arab unless it leaves within 
twenty-four hours. and that the Shatt-el-Arab from Fao to Gurna is inland 
water, like the Dardanelles. and closed to foreign warships. 

I am instructed by His Majesty's Secretary of State for Foreign Affairs 
to enquire on what grounds the Sublime Porte base their objection to His 
Majesty's ship remaining in Mohammerah, a Persian port? 

In the meantime I would express the hope that your Highness will 
instruct the Vali without loss of time to avoid taking any measures against 
a British man-of-war which might have serious consequences at this critical 
period. 

As a matter of fact, H.M.S. „Odin" left the Shatt-el-Arab some days 
ago, and I am not aware what British ship has taken her place. 

I avail, &c. 

Louis Mallet. 

Nr. CMXCVIII. Sir L.. Mallet to Sir Edward «rey. — (Received 
October 19.) 

Bb. II 147. 

Sir, Constantinople, October 6, 1914. 

I have the honour to forward herewith copy of a note addressed by 
me to the Imperial Ottoman Government on the 5 th instant with regard to 
the hostile attitude of the Ottoman press towards Great Britain and British 
interests. 

I also enclose copy of a letter I addressed to Tulaat Bey on tiie 
previous day on the same subject. 

I have, &c. 

Louis Mallet. 



172 C. Eintritt weiterer Staaten in den Kriej^. 

Enclosure 1 in No. 147. 
Mir L. Mallet to Grand Vizier. 

Your Highness, Constantinople, October 5, 1914. 

I have on several occasions complained to your Highness of the 
hostiie tone of the Ottoman press towards Great Britain and British interests, 
and I have frequently represented to your Highness and to the Minister of 
the Interior the unfavourable impression which His Majesty's Government 
will derive of the sentiments of the Ottoman Government from the deliberate 
misrepresentations and the malicious accusations of the organs of public 
opinion. 

Your Highness has assured me from time to time of your regret that 
the press should display so hostiie a spirit towards my country and to the 
cause for which we have taken up arms, and owing to your Highness's Inter- 
vention I most willingly admit that there have been short periods during 
which it has displayed a greater moderation in the volume and frequency of 
its abuse. Your Highness has also begged me not to attach too great an 
importance to the newspapers, which you have assured me do not influence 
public opinion to any appreciable extent, and are not therefore deserving of 
serious attention. 

In ordinary circumstances I should have been in agreement with your 
Highness, except in regard to the extent of the härm done by these ir- 
responsible writers, a matter of which I am incompetent to judge, but it 
must be remembered that the Ottoman Empire is now living under martial 
law, and that vigorous press censorship is enforced— apparently in the interests 
of Germany — which has rendered the publication of news from British sources 
difficult, and the public expression of opinion favourable to England impossible 
both at Constantinople and in the provinces. 

The press articles of which I complain are, therefore, authorised and 
approved by the press censor, or in other words by the Ottoman Government, 
whose views they must be held to represent. 

This State of affairs is the more grave, as one of the main objects 
which certain newspapers have had in view, has been to misinform public 
opinion in this country as to the true character of British rule in India and 
British control in Egypt, and as to the attitude of the populations of those 
countries towards Great Britain. 

It is, however, difficult to reconcile these hostiie utterances with those 
of your Highness, who has always assured me of the friendly sentiments of 
the Ottoman Government towards Great Britain, and of their desire and 
Intention to maintain good relations with His Majesty's Government. 

In these circumstances, I am at a loss to know what I should report 
to my Government, who will doubtless desire to know why the Ottoman 
Government permit the publication of inflammatory articles against Great 
Britain if their sentiments are wellintentioned. I would call your Highness's 
special attention to two articles which have appeared in the „Terdjuman-i- 



b) Eintritt der Türkei. 173 

Hakkikat" of the 16th (^29th) September and the 19th September f2nd October). 
The first of these articles gives an eutirely untrue account of the action of 
the British fleet outside the Dardanelles. wbich it accuses of preventing 
merchandise from Coming into the port. The object of these accusations is 
to mislead public opinion with regard to the intentions of Great Britain, 
and to hide the real reason for the presence of the British fleet. which, as 
is well known to your Highness, is the retention of the German officers 
and crews. 

The second article which I enclose'-') not only misrepresents the motives 
which induced my Government to erabark on the present war, but characterises 
England as the enemy of small nations, declares that she wishes to drive 
the Moslem Powers into a holy war against Germany, and traduces the 
character of British control in Egypt. Both articles are only examples of 
ihe innumerable utterances of a similar kind in which the ,Terdjuman-i- 
Hakkikat" and other papers indulge. I will not weary yoar Highness with 
other specimens in Turkish, but to prove how varied are the attacks made 
on my country and my Government with the express sanction of the authorities 
responsible for the press, I enclose a copy*j of a paper called the „Defense 
nationale", a French organ which is specially distinguished for its virulent 
and calumnious attacks on Great Britain, and which, while purporting to 
represent authorised military opinion, is in reality, as your Highness is 
doubtless aware, produced by a person of non- Ottoman and non- Moslem 
origin and of most disreputable antecedents. 

I venture to beg your Highness, who has laboured unceasingly and 
devotedly in the interests of peace, to give instructions to the responsible 
authorities not to allow the publication in future of articles so totally at 
variance with what your Highness has repeatedly declared to be the policy 
of the Imperial Government. I would at the same time beg of your Highness 
to secure Publicity for the enclosed Statement which I have piepared, the 
object of which is, as your Highness will see, to correct one of the most 
specific calumnies recently published. I avail &c. 

Louis Mallei. 

Enclosure 2 in No. 147. 
Statement. 

The Statement made in the ,Terdjuman-i- Hakkikat" of the 16th 
(29th) September that the British and French fleetB outside the Dardanelles 
have prevented the impurtation of merchandise into the port of Coustantinople 
is an entire misrepresentation. The allied Ueet has never in a Single iustance 
interfered with the export or import trade of this country. 

The retention of the allied fleets iu the neighbourhood of the entrancts 
to the straits is solely due to the continued presence of the German aduüral. 



*) Not printfcd. 



174 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



officers, and crews on the warships recently sold to 
officering of the rest of the Turkish fleet by Germans. 

Enclosure 3 in No. 147. 
Sir L. Mallet to Talaat Bcv. 

(Translation.; 



Turkey, and to the 



Gonstantinople, 

le 4 octobre, 1914. 
Mon eher Ministre, 

Sauriez-vous m'expliquer pourquoi 
la censure a supprimß une partie im- 
portante du discours prononc6 der- 
nierement par l'Agha Khan? 

Je vous transmets une copie du 
discours sur lequel est marqu6 la 
partie supprimöe. Voudriez-vous le 
faire imprimer dans les journaux 
Ottomans? II n'est que juste qu'on 
public dans un pays neutre toutes 
les opinions. 

Je vous Signale aussi un article 
qui a paru dans le „Terdjuman-i- 
Hakkikat" du 2 octobre, qui est 
mensonger et plein de malveillance 
pour la Grande- Bretagne. 

Puisque la presse est censur6e, je ne 
puls qu'en conclure que les sentiments 
d'Agha-olu Ahmed sont approuv^s ou 
inspir^s par le Gouvernement. Dans 
tous les cas, le Gouvernement est 
responsable tant que la censure existe. 
Dans les circonstances, ä qui dois-je 
croire? Gar le Gouvernement parle 
avec deux voix diffärentes, mais toutes 
deux officielles. 

Bien sinc^rement ä vous, 

Louis Mallet. 



Gonstantinople. 

October 4, 1914. 
My dear Minister, 

Gan you explain to me why the 
censor suppressed an important part 
of the Speech recently made by the 
Agha Khan? 

I enclose a copy*) of the speech, 
showing the part that was suppressed. 
Would you please have it printed in 
the Turkish press ? It is only right 
that every opinion should be published 
in a neutral couutry. 

I would also draw your attention 
to an article which appeared in the 
„Terdjuman-i-Hakkikat" of the 2nd 
October, which is untrue and füll of 
malevolence towards Great Britain. 

As the press is censored, I can 
only conclude that the sentiments of 
Agha-olu Ahmed are approved or 
inspired by the Government. In any 
case, so long as the censorship exists 
the Government are clearly responsible. 
In the circumstaaces, whom can we 
brlieve? For the Government speak 
with two conflicting voices, both of 
which are none the less official. 

Louis Mallet. 



Kr. CMXCIX. Sip Li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 19.) ^^ ^^ ^^^^ 

(Telegraphic.) Gonstantinople, October 19, 1914. 

New Governor- General of Basra with six army officers, including two 
German officers, also six naval officers, including two Germans, and 150 

*) Not printed. 



b) Eintritt der Türkei. 175 

Turkish sailors with three columns of ammunition, arrived at Alexandretta 
on morning of 18 th October by railway from Constantinople. Their final 
destination is believed to be Basra. I am alsu informed that Maan is their 
true destination. 

Nr. M. Sir Li. Wallet to Sir Edward Grey. — (Received October 19.) 

Bb. II 149. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 19, 1914. 

Within last few days foUowing have passed through Adana in direction 
of Syr-ia : 450 gendarmes with 600 sailors, of whom 200 were German, 52 
German naval and military officers, a commandant of police, 45 civilian offi- 
cials, of whom two were German, 10 engines, and 3 or 4 automobiles, said 
to contain Germann officers. 

:Xr. MI. Mr. Cheetham to Sir Edward Grey. — (Received October 19.) 

Bb. II 150. 
I Telegraphic.) Gairo, October 19, 1914. 

I am informed that Bimbashi Gamil, staff officer in Turkish army, 
Khoga (Imam) Ali. Haider, Khoga (Imam) Amin, and Khoga (Imam) 
Rustom, have left Smyrna in order to carry on a Turcophile Propaganda in India. 

Nr. MII. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received October 20.) 

Bb. II 151. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 19, 1914. 

It is pretty clear that naval parties are on their way both to Akaba 
and the Persian Gulf, as well as smaller groups to Syrian coast ports. There 
are plenty of German reserve mercantile marine officers available, in addition 
to .jGoeben'' and „Breslau" officers and others who have subsequently arrived. 
Although there is at present no actual confirmation of arrival in Constanti- 
nople of Austrian officers and sailors, this is regarded as also possible. 

It is very likely now that consignment of mines has actually got as 
far as Maan. 

At Akaba it is not impossible that tloating mines may be let loose 
penetrating into the Red Sea ; in Persian Gulf defence of waterway will no 
doubt be prepared. 

Consul at Damascus reports that fifty Germans arrived at Akaba quitr 
recently. These »re believed to be wounded from East Africa. 

Nr. MIII. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received October 22.) 

Bb. II 1.52. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 21, 1914. 

Battery of six guns which left Constantinople on 1 1 th instant, and 
Avhich I think were heavy guns, have, together with aerophine. arrived at 
Alexandretta and left tor the south. 



176 C!. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Since 18 th October there havc been no movements of troops to or from 
Damascus. Some trucks of ammunition went round by rail to Nablus .Sidi, 
and cases of rifles arrived from Aleppo. 

\r. MIV. Sir L«. Mallet to Sir Edward Orey. — (Received October 22.) 

Bb. II 153. 
(Telegraphic) Constan tinople, October 21, 1914. 

It should not be forgotten that one of the elements in tbe Situation 
that cannot be overlooked is possibility of coup d'Etat by Minister of War. 
supported by Germans. 

Nr. MV. Sir li. Maltet to Sir Edward Grey. — fReceived October 22.) 

Bb. II 154. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 22, 1914. 

A manifesto, the authorship of which is attributed to Sheikh Aziz 
Shawish, is being secretly circulated at Beirout. Manifesto bears alleged 
signatures of ten representatives of Moslem countries under fofeign ruie. It 
incites Moslem soldiers to mutiny in their respective countries in defence of 
Islam, and bids them desert the allies and join Germany. Whole tenor is 
fanatical and inflammatory. 

\v. MVI. Sir li. Maltet to Sir Edward Grey. — (Received October 22.) 

Bb. II 155. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 22, 1914. 

My immediately preceding telegram. 

I understand that several thousand copies of manifesto are to be 
smuggled into Egypt and India and other Moslem countries through Syria. 

IVr. M¥II. Sir Edward Grey to Sir C Mattet. 

Bb. II 1.56. 

(Telegraphic.) Foreign Office, October 22, 1914. 

German of&cers now on frontier seem bent on forcing matters. General 
Oflicer Gommanding Egypt anticipates Arab raid at any moment at their 
instigation. 

Nr. MVIII. Sir t«. Maltet to Sir Edward Grey. — (Received October 22.) 

Bb. II 157. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 22, 1914. 

I have Seen the Russian Ambassador again this morning. He is sure 
that unless Turks mean to betray Germans, the possibility of which he does 
not exclude, they will make war on Russia on receipt of first half of a sum 
of 4 000 000 l which Germany is providing. 



b) Eintritt der Türkei. 177 

It is currently reported about 1 000 000 l has already arrived. 

Russian saccesses on Vistula will spur on Germans to further efiorts 
here. -but it is difficult to say whether it will increase or diminish chance 
of Turkish participation in the war. 

Virulent attacks and Propaganda against Great Britain seem to show 
GoTernment are anxious to justify themselves in public estimation if war 
breaks out, and it may indicate that they mean to provoke war themselves. 
as they are aware that we shall not do so. 

3fr. MIX. Sir I^. fallet to Sir Edward Grey. — (Received October 22.) 

Bb. II 158. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 22, 1914. 

One of objects of press campaign here now is to prove that Great 
Britain is aiming deliberate blows at Islam, as such, and a Statement is 
being circulated here that British Government are preventing pilgrimages 
from Egypt this year. One form of this Statement is that a Fetva has been 
issued prescribing that as Egyptian Government cannot protect pilgrims 
there shall be no pilgrimage. It is insinuated that this Fetva has been ex- 
torted by British. 

Nr. jUX. Sir Edward Grey to Sir I.. Maltet. 

Bb. II 159. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 23, 1914. 

Mining of the Shatt-el-Arab. 

Your telegram of 17 th October.*) 

The ancient right of free navigation of the river was solemnly affirmed 
as late as 29 th July, 1913, in article 1 of the Anglo-Turkish Agreement 
signed on that day. It is a right which His Majesty's Government cannot 
allow to be nullified by the mining of the Channel. They will be forced to 
regard any attempt to lay mines in the river as an act of open hostility 
and provocation to this country, and they must reserve to themselves the 
right of taking their own measures, if necessary, to maintain the freedom 
of navigation. 

You should make a representation in these terms to the Turkish Govern- 
ment, and add a firm protest against the apparent intention uf blocking the 
international waterway of the Shatt-el-Arab, which oöers the only means of 
access to the port of Mohammerah and the neighbouring Persian littural. 

Nr. MXI. Sir Edward Grey to Mr. Cheethaiii. 

Bb. II \m. 

(Telegraphic.) Foreign Office, October 23, 1914. 

I hear that Turkish Minister at Sophia has leffc his post for Germany. 
Reported object is to arrange with German Government for stirring up of 
Moslem fanaticism in India, Egypt, Morocco, Algeria, and Tunis. 

*) See No. 135. 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 12 



178 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Xr. MXII. Sir Ia. Maltet to Sir Edward Grey. — (Received October 22.) 

Bb. II 161. 
(Telegraphic.) Constantinople, October 23, 1914. 

Twenty projectors, 10 electric mines, 4 electric motors, öOO cases of 
Mauser ammunition have arrived via Rustchuk, in addition to arrivals already 
reported previously. 

Air. 91X111. Sir li. IVIallet to Sir Edward Grey. — (Received 
October 24.) 

Bb. II 162. 

(.Telegraphic.) Constantinople, October 23, 1914. 

Very large quantities of bar gold have recently arrived. Nearly a 
million's worth was taken to Deutsche Bank three nights ago under escort, 
and there is Information tbat previous consignments have been similarly 
conveyed. It is probable that between two and three millions have arrived 
altogether. 

Nr. 91X1 V. Sir L<. »fallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 24.) 

Bb. II 163. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 23, 1914. 

German named Kellerman has just left Aleppo for Haifa or the south. 
2000 cameis, 1500 water-skins, 400 bicycles, all canvas and canvas bags 
together with food-stuffs, are being requisitioned in Aleppo. 

Information goes to show that an Arab raid has been possible during 
last few weeks, and contingency has certainly to be watched. 

'Sv. 9IXV. Sir l.. IWallet to Sir Edward Grey. — (Received 
October 164.) 

Bb. II 164. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 23, 1914. 

Last night Minister of Marine sent me message to say that neutrality 
would be maintained by Turkish Government. He gave same assurances in 
categorical terms yesterday to French Ambassador, and said that Minister 
of Interior's views were the same. Ambassadeur said that it was reported 
that an agreement existed with Germany to go to war on certain terms 
being fulfilled. Minister of Marine denied this absolutely, and also declared 
that Turkey was not going to war. My French colleague then enquired what 
was meaning of preparations in Syria and of all the violent talk about Egypt. 
Minister of Marine replied that England was treating Egypt as if it belonged 
to her. whereas it formed part of Ottoman dominions. Turks were indiffe- 
rent about India, Tripoli, and Tunis, &c., but Egypt was on their frontier, 
and they feit about it as French did about Alsace - Lorraine. They would 
do nothing officially, but would shut their eyes to any agitation which was 



b) Eintritt der Türkei. 179 

directed against English occupation of Egypt. Continuing, he referred to a 
proposal which he had made me a fortnight ago, to the effect that England 
and Turkey should now sign Convention on lines of Drummond - Wolff Con- 
vention, providing for evacuation of Egypt by British troops at end of war. 
It is quite true he made this Suggestion. I did not report it at the 
time because it was so entirely unpractical. This shows that Germans are 
turning all their attention to Egypt, and are inciting the Turks against us, 
so that we must expext to have a cousiderable amount df trouble on frontier. 
Turkish newspapers are füll of Egypt just now and of our high-handed 
proceedings. It is, e. g., announced to-day that we have closed El Azhar 
mosque. There is no doubt that Germans are at bottom of this, and are 
inciting religious fanaticism of Turks against us. 

Xr. MXVI. Sir L,. Mallet to Sir Edward Grey. — (.Received 

October 24.) 

Bb. II 165. 

(Telegraphic) Consta ntinople, October 23, 1914. 

United efforts of Germans and Ottoman Government at Haifa are being 
concentrated on arousing anti-English feeling amongst the Moslems ; German 
consul is touring the district with this view. The worst ofiender is the 
Ottoman Telegraph Agency. Yesterday, for example, it announced that the 
Ameer of Afghanistan will Start a Holy War, and that he is invading India. 

Nr. MXVII. Sir Edward Grey to Sir L. Mallet. 

Bb. n 166. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 24, 1914. 

Your telegram of 23 rd October*) gires the impression that Turkey 
considers sending an armed force over the frontier of Egypt as being in some 
way different from acts of war against Russia. You should disabuse the 
Turkish Government of any such idea, and inform them that a military 
violation of frontier of Egypt will place them in a State of war with three 
allied Powers. 

I think you should enumerate to Grand Vizier the hostile acts of which 
we complain, and warn him that, if German influences succeed in pushing 
Turkey to cross the frontiers of Egypt and threaten the international Suez 
Canal, which Ave are bound to preserve, it will not be we, but Turkey, that 
will have aggressively disturbed the Status quo. 

The following is a convenient summary of Turkish acts of which we 
complain, and which, combined, produce a most unfavourable impression. 
You might send it to Grand Vizier: — 

„The Mosul and Damascus Aruiy Corps have. since their mobilisatiou, 
been constantly sending troops south preparatory to an invasion of Egypt 

*) See No. 164. 

12* 



]80 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

and the Saez Canal from Akaba and Gaza. A large body of Bedouin Arabs 
has becn called out and armed to assist in this venture. Transport has been 
coUected and roads bave been prepared up to the frontier of Egypt. Mines 
have been despatched to be laid in the Gulf of Akaba to protect the force 
from naval attack, and the notorious Sheikh Agiz Shatvish, who has been 
so well known as a firebrand in raising Moslem fecling against Christians, 
has publisbed and disseminated through Syria, and probably India, an in- 
flammatory document urging Mahommedans to fight against Great Britain. 
Dr. Prüffer, who was so long engaged in intrigues in Cairo against the 
British occupation , and is now attached to the German Embassy in Con- 
stantinople, has been busily occupied in Syria trying to incite the people to 
take part in this conflict." 

Mr. MXVIII. Sir Li. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 26.) 

Bb. II 167. 

(Telegraphic.) Constantinople. October 25, 1914. 

Whole fleet has been at Kadikeui since 20 th October. 

„Breslau" took seventy mines on board yesterday, and had steam up 
in Company of mine-layers „ Nilufer " and ^Samsun^. 

There is fairly sure evidence that no submarine has yet arrived in 
parts or otherwise. 

Nr. inXIX. Sir G. Buchanan to Sir Edward Grey. — (Received 

October 27.) 

Bb. II 168. 

(Telegraphic.) Petrograd, October 26, 1914. 

Forty-two Germans, disguised as tourists, are said to have arrived at 
Aleppo. They are members of General Staff and of crews of „Goeben" and 
, Breslau". It is believed that they have 1.50 mines with them. Some of 
the officers are bound for Bagdad and Basra, others for Beirout and Tripoli. 

Nr. MXX. Sir L,. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 27.) 

Bb. O 169. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 27, 1914. 

Enver Pasha, Jemal, and Talaat Beij, are making every preparation 
for an expedition against Egypt, which is evidently now their uppermosfc 
thougbt. A majority of the Committee are, however, said to be against war, 
and are showing considerable Opposition to the scheme. Im am unable to 
vouch for this, but the news appeavs to be fairly well authenticated. Halill 
Bey Started for Berlin this morning, and he is said to be about to negotiate 
with the German Government. It seems difficult to explain his journey on 
any other hypothesis than that the Turks wish to postpone any decisive action. 



b) Eintritt der Türkei. 181 

Mr. MXXI. Sir L.. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 28.) 

Bb. n 170. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 27, 1914. 

It is now clear that, with exception of Minister of War, Turkish Govern- 
ment ar.e seeking to temporise. 

I have reliable information that on the 22 nd October Austrian Am- 
bassador urged immediate war on Minister of Interior and Halill. Botb 
these offficials maintained that it would be wiser to wait until the Situation 
in Egypt and Caucasus cleared before moving, and suggested it would be 
time enough to move in the spring. They were not sure that, if they went 
to war. Italy might not join the allies. Austrian Ambassador retorted that 
spring would be too lata, and that is was essential to Germany and Austria 
that Turkey should declare herseif with them at once. His Excellency was 
cleariy greatly dissatisfied at their attitude. 

Enver Pasha, on the other band, whom Austrian Ambassador saw 
subsquently, said that he was determined to have war, whatever his coUleagues 
might desire. Turkish fleet would be sent into Black Sea, and he could 
easily arrange with Admiral Suclion to provoke hostilities. 

Fleet has, in point of fact, to-day gone into Black Sea, so it is impos- 
sible to foretell what is in störe. 

Nr. MXXII. Sir li. Alallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 28.) 

Bb. II 171. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 28, 1914. 

Porte regrets that owing to pressure of military requirements they are 

unable to accept wireless telegraphy messages sent from England for His 

Majesty's Embassy. 

Nr. IVIXXIII. Mr. Cbeetham to Sir Edward Grey. — (Received 

October 28.) 

Bb. II 172. 

(Telegraphic.) Cairo. October 28, 1914. 

I have received reliable information that some German officers unsuccess- 

fully endeavoured to persuade commandant of Turk post to attack cur post 

at Kossaimo, and that. on making further efliorts with this object. they were 

arrested and sent to Beershaba. If true, story shows desire of Germans to 

precipitate matters. 

Nr. MX XIV. Mr. Cheetbani to Sir Edward Grey. — (Received 

October 28.) 

Bb. II 173. 

(Telegraphic.) Cairo, October 28, 1913. 

Two thousand armed Bedouins are advancing to attack the Canal. and have 

watered at Magdaba, which is 20 miles insidc Egyptian frontier, 26 th Octubor. 



182 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

IVr. MXW. Sir Eduard «rey to Sir L,. Mullct. 

Bb. II 174. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 28, 1914. 

It is reported that four Turkish gunboats are intending to proceed from 
Alexandretta. 

You should warn Türkisch Government that, as long as German offi- 
cers remain on „Goeben" and , Breslau" and Turkish Üeet is practically 
under German control, we must regard movement of Turkish ships as having 
a hostile intention, and, should Turkish gunboats proceed to sea. we must 
in self-defence stop them. 

As soon as Turkish Government carry out their promise respecting 
German crews and officers and observe the laws of neutrality with regard 
to „Goeben" and ..Breslau", and free the Turkish fleet from German contrul, 
we shall regard Turkish ships as neutrals, but, tili then, we must protect 
ourselves against any movements that threaten us. 

Nr. MXXVI. Sir L,. Mallet to Sir Edward Grey. — (Received 
October 29.) 

Bb. II 175. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 28, 1914. 

On 26 th October a special train left Aleppo for Jerablus with two 
German and four Turkish naval officers and 100 Turkish sailors, with large 
quantities of ship's tackle and accessories. 

Nr. JttXXVII. Sir li. Ittallet to Sir Edward Grey. — (Received 

October 29.) 

Bb. II 176. 

(Telegraphic.) Constantinople. October 29, 1914. 

I have Seen the Grand Vizier and informed him that, in spite of bis 
assurances. the Bedouins had crossed the frontier and were in occupation of 
wells of Magdaba, 20 miles within Egyptian territory. I reminded him of 
the warningwhich I had addressed to him on the receipt of Instructions con- 
tained in your telegram of 24 th October, *j and asked him for explanation. 
His Highness replied that he had instructed Minister of War, after represen- 
tations which I had made to him, on no account to allow movement of any 
force across the frontier. If it were true, he would give immediate orders 
for recall of Bedouins, but he did not believe accuracy of the Information. 

I replied that it was necessary at such a crisis that I should speak 
quite frankly, that it was a matter for public notoriety that there were 
divisions of opinion in the Cabinet, that his Highness was not master of the 
Situation, and that, if Minister of War and extremists had decided upon an 
expedition against Egypt, his Highness could not prevent it. Grand Vizier 



*) See No. 166. 



b) Eintritt der Türkei. 183 

replied that I was absolutely mistaken, and that, if it came to that, mili- 
tary party would not act without füll assent of the Government. I said 
that in that case the titne had come to put them to the test, and that unless 
expedition were immediately recalled, I could not answer for the consequences. 
As it was, I might at any momeat receive instructions to ask for my pass- 
ports, in which case Tarkish Gernment would be at war with the Triple 
Entente at a time when German official communiqu^s admittei defeat on 
the Vistula. 

Nr. MXXVIII. Sir G. Buchanan to Sir Edward Grey. — (Re- 

ceived October 29.) 

Bb. II 177. 

(Telegraphic.) Petrograd, October 29, 1914. 

Russian gunboat at Odessa has been sunk, and Feodosia bombarded by 
Tarkish fleet. Turkish officers who were sent on shore to demand surrender 
of Novorossiisk were arrested by prefect and ship left without taking further 
action. 

Above information just communicated by Russian Government. 

Nr. INLXXIX. Mr. Roberts to Sir Edward Grey. — (Received 
October 29.) 

Bb. II 178. 

(Telegraphic.) Odessa, Oktober 29, 1914. 

Before dawn this mbrning two or three Turkish torpedo - boats raided 
Odessa harbour and sank Russian gunboat „Donetz". French ship , Portugal* 
damaged; two of the crew killed, two wounded. Russian steamships „Vitiaz" 
and „Liazaref and „Whanpao" damaged. Some loss of life was caused in 
the town itself by shell fire. 

Nr. mXXX. Sir Edward Grey to Sir L. Mallet. 

Bb. II 179. 
(Telegraphic.) Foreign Office, October 30, 1914. 

In view of hostile acts that have been committed, Russian Government 
have instructed Russian Ambassador to leave Constantinople with all his staff. 

Should his Excellency leave, you should yourself send in a note to the 
Sublime Porte to say that His Majesty's Government have learnt with the 
utmost surprise of the wanton attacks made upon open and undefended towns 
of a friendly country without any warning and without the slightest provo- 
cation, and that these acts constitute an unprecedented violation of the most 
ordinary rules of international law, usage, and coraity. Russia has shown 
the utmost patience and forbearance in face of repeated violations of the 
rules of neutrality by Turkey, and in face of most provocative acts, amoun- 
ting in reality to acts of hostility, and in this attitude of restraint her allies, 



184 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Great Britain and France, have co-operated. It is evident that tbere is no 
Chance of a return to a proper obßervance of neutrality so long as the Ger- 
man naval and military missions remain at Constantinople, and such a Situ- 
ation cannot be prolonged. 

ünless, therefore, the Turkish Government will divest theioBelves of all 
responsibility for these unprovoked acts of hostility by dismissing the German 
military and naval missions, and fulfiUing their often repeated promises about 
the German crews of the „Goeben^ and „Breslau", and will give you a satis- 
factory reply to this effect within twelve hours from the date of the delivery 
of the note, you should ask for your passports and leave Constantinople with 
the staff of the embassy. 

Nr. MXXXI. Sir L<. Nallet ^o Sir Edward Grey. — (Received 

October 81.) 

Bb. II 180. 

(Telegraphic.) Constantinople, October 30, 1914. 

Russiau Ambassador asked for bis passports this afternoon and I and 
my French colleague have foUowed suit. 

Minister of the Interior, in conversation with a neutral colleague this after- 
noon, practically admitted that Turkey had thrown in her lot with Germany. 

I have had a very painful interview with the Grand Vizier, who had 
been kept in the dark as to bis coUeagues' intentions, and who will doubt- 
less be set aside to-night. 

Nr. MX XXII. Mr. Cheetham to Sir Edward Grey. — (Received 

November 2.) 

Bb. II 181. 

Sir, Cairo, October 20, 1914. 

With reference to my despatch of the 30 th ultimo,*) I have the honour 
to submit copies of further interrogatories of the German spy, Robert Mors. 

I have, &c. 
(For Mr. Cheetham), 

Robert Crreg. 

Enclosure in No. 181. 
Fnrther Interrogation of Lieutenant Mors. 

Mulazim Atcal Robert Mors, recalled and re-examined, states : — 
„I arrived in Constantinople on the evening of the 4th September, 1914, 
and put up at the Hotel Germania. I met M. Curt Prüfer there, and he 
introduced me to Omar Fauzi Bey, the Turkish staff officer who asked me 
to call upon him at the War Office. I did so on the 6th September. He 
questioned me on the state of Egypt and on the chances of success of a 

*) See No. 125. 



b) Eintritt der Türkei. 185 

iiative rising in this country. He mentioned that the German diplomatic 
and consular officials had been expelled, and that all German subjects had 
been arrested and were to be deported. He also asked me if I knew M. 
Dusyeicher, who, he declared. had also been sent out of the country. He 
stated likewise that he had heard that the Egyptian army and police had 
been disarmed, and asked me if it were true. to which I replied that I 
thonght it was very improbable. He then told me he had emissaries in Egypt 
fomenting trouble. to prepare the way for a Turkish invasion, and to compel 
the British to split up their forces. In reply to my enquiry, he explained 
that two bands native marauders were to be organised in each Imdiria. to 
attack the raihvay, and commit outrages on the property of British subjects. 
&c. These bands were to be recruited from the malefactor class. and there 
would be a Turkish officer in every province to direct their Operations. Each 
band would be composed of from ten to fifteen men, and when an important 
coup was contemplated in any Imdiria the two bands would unite, the idea 
being to oblige the British to scatter their forces all over the country. 
Fauzi Bey said he had a list of fifty Egyptian army and police officers. 
from whom he expected either active or passive assistance. Four streng 
bands of Bedouins were also being formed to operate in the Suez Canal zone. 
two east and two west. Each band was to be fifty strong. Fauzi Bey made 
a rough sketch of the Canal to explain to me the röle of these Bedouins. 
He said the British had detached posts at intervals along the Canal. Two 
of the most isolated of these would be attacked simultaneously and. if possible, 
annihilated. The intermediate posts would then go to their assistance. 
whereupon the tbird and fourth troops of Bedouins would raid the weakened 
points and fire on the steamers in the Canal. The instructions given to the 
bands were to retire into the desert if the post attaked was strongly reinforced, 
and then to return and attack another post, &c. 

^Fauzi Bey asked me if I would help to carry out these plans, and 
suggested that I should assist a Turkish officer who was already in Alexandria 
to carry out these komitajis Operations in that district. If not, I could take 
part in some way in the military Operations to be undertaken in Egypt. 
I replied that, as an offfcer, I could have nothing to do with the komitajis 
part of bis Programme, which, from a German point of view. was beneath 
the dignity of an officer^ but that I was quite disposed to participate iu 
military Operations against Egypt on condition (1) I was granted the rank 
of officer in the Turkish army, (2) that the German Ambassador approved of 
my decision, and (3) that I was not required to start before my family arrived 
from Egypt. At this stage of our conversation a Bedawi sheikh arrived, and 
I rose to take my leave, but Fauzi Bey begged me to remain. The sheikh 
talked to Fauzi Bey on the Canal part of the Programme, and I gathered 
from their remarks that it had already been discussed between them. I should 
mention that the sheikh on arriving asked the Bey if he could speak in niy 
presence, to which Fauzi assented. They then discussed plans for destroying 



186 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

\ 

the embankment between the fresh-water canal and the Suez Canal, in order 
to cut off the drinking water supply of Ismailia and Suez. I asked the 
sheikh how he proposed to divcrt the fresh-water canal into Suez Canal. He 
replied that with 200 men and sufticent dynamite he could do it in thirty-four 
hours. Fauzi Bey interposed that he could easily have 1000 kg of dynamite 
if he required it. I asked the sheikh sarcastically if he meant to employ 
Bedouin or fellaheen on the job, to which he replied, somewhat nettled, that 
it did not matter which. The sheikh left us and Fauzi Bey, and I continuel 
cur conversation. I asked him how he was going to organise a revolution 
in Egypt without arms, and mentioned that the Arms Law had been 
vigorously applied since two years ago. He replied that he had a sufficient 
quantity of arms in the country, and in any case arms could be smuggled 
through with ease. I reverted to the subject of the fresh-water canal. remarking 
that I thought it an absurd project, to which he replied that he believed it 
quite practical and that the sheikh was a man of intelligence and sense. 
He went on to say that it was not the only means which he had with which 
to deal with the Canal problem. A wealthy Turk had presented the Government 
with a steamship which sailed under the Italian flag and was commanded by 
an ex-officer of the Turkish navy. This ship was to take a füll cargo of 
cement from an Italian port and her manifests were to be made out for 
Massowa. The captain was to submit to any search by British warships 
without demur, and on reaching Port Said to steam at füll speed down the 
Canal. He was then to sink her by one of three methods, viz. : (1) to collide 
with a British ship ; (2) to provoke a British warship to sink her by ignoring 
Signals; (3) to sink her himself. Fauzi Bey told me he had a trustworthy 
Egyptian officer who was leaving for Egj^pt by the first Khedivial mail 
steamer to take part in the Operations there and to bear instructions to his 
agents. I afterwards spoke to Dr. Prüfer about Fauzi' s Canal project. He 
did not seem to approve, but gave me the map of the Suez Canal. I met 
Fauzi again at the passport office as I was about to embark on the steamship 
..Saidia." He only greeted me, and said he hoped to see me back soon. He 
is the officer whom I mentioned in my former evidence as having seen me 
at the quays and who may have overheard my cabin number." 

Q. Who are the police officers in league with Fauzi Bey .- — A. He 
did not give me their names. I mentioned the names of several officers of 
my acquaintauce, but after scrutinising the list he gave me a negative answer. 

Q. Do you know the names of any of the army officers who figured on 
the list? — J.. No. 

Q. Who were the officers despatched to Egypt in connection Avith the 
Organisation of the komitaji bands ? — A. I do not know ; they left for Egypt 
before me. 

Q. Who was the Bedawi sheikh who discussed the fresh-water canal 
project? — A. I do not know his name. He was a man of about 50 years 



b) Eintritt der Türkei. 187 

of age, vvith a füll grey beard. He was about my height, but broad-shouldered 

and stout. He spoke educated Arabic without a Bedawi or Maghrabi accent. 

Q. Who was the officer in Alexandria with whom you were to co-operate ? 

— A. He gave me no inkling as to who he was. 

Q. Did Enver Pasha speak to you on the subject of military Operations 
in Egypt, the destruction of the Canal, &c. ? — A. Yes, on the day before I 
sailed, when I called upon him with Dr. Prüfer and the officer of the „Lorelei." 
He questioned me on public opinion here, whether the natives would revolt 
against the English if the Turks marched against Egypt, and suggested that 
I should See Faust Bey on the subject. I replied that I had already seen 
him, and I recapitulated what he had told me. Enver Pasha replied that 
there would be certainly something for me to do in Egypt when the time 
came for action there if I was then still disposed to accept. He also asked 
me if I spoke Arabic. 

Q. Did Fauzi Bey mention the name of the Egyptian officer who was 
leaving for Egypt by the first Khedivial mail steamer ? — A. No ; but in the 
light of subsequent events I believe is was Hamuda Effendi. 

Q. When you told Fauzi Bey that you were disposed to participate 
in military Operations against this country, did he accept your offer? — A. 
Yes ; but it was agreed between us that this should take effect after I returnc d 
from Alexandria with my family. 

Q. Then why were you given the detonators to take to Egypt? — A. 
I do not know. I am convinced that Hamuda Effendi was the person 
designed for the enterprise connected with the detonators. I do not think 
that this mission was connected with the subject which Omar Fauzi Bey 
discussed with me. I think it must have been a secret between Sheikh 
Abd-elAziz Shawish, Drs. Ahmad Fuad and Prüfer, and Hamuda Effendi. 

Q. Have you no idea what Hamuda was to do with the detonators? 

— A.l knew they were for use with bombs to be manufactured in this 
country. 

Q. How' do you know that? — A. Because once I found Sheikh Shawish 
sitting with Dr. Prüfer in the latter's room at the Hotel Germania. They 
were copying in Arabic a receipt for making bombs. The paper from which 
Sheikh Shawish was copying contained directions, a list of the component 
Chemicals, and a sketch of a bomb in the right-hand bottom corner. I heard 
them mention that it was to be given to the Egyptian officer, and Sheikh 
Shawish said to me in Arabic „Hua zaüit aryak." 

Q. To what use were the bombs to be put? — ^4.. I have no idea. 

R. 0. C. 31ors. 



188 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



Nr. MXXXIII. Tele;;rani conimiinicated by Count Bencken 
dorfl' on November t£.'") 
Üb 



M. Sazonof t6l6graphie en date du 
ler novembre, 1914: 

„La Charg6 d' Affaires ottoman vient 
de me lire le tölögramme suivant du 
Grand Vizier : 'Vous prie de dire au 
Ministre des Affaires Etrangferes que 
nous regrettons infiniment qu'un acte 
d'hostilitö provoquö par la flotte russe 
ait compromis relations amicales des 
deux pays. Vous pouvez assurer 
Gouvernement Imperial de Russie que 
la Sublime Porte ne manquera pas 
de donner ä la question la Solution 
qu'elle comporte et qu'elle adoptera 
des mesures propres ä prövenir un 
renouvellement de faits analogues. 
Vous pouvez döclarer d6s ä prösent 
au Ministre que sommes d6cid6s ä ne 
plus permettre ä la flotte Imperiale 
de passer dans la mer Noire et que 
nous esp6rons que la flotte russe, ä 
son tour, ne viendra plus croiser dans 
nos parages. J'ai le ferme espoir que 
le Gouvernement Imperial de Russie 
voudra bien faire preuve en l'occurence 
du meme esprit de conciliation au nom 
des int6rets communs des deux pays.' 

„J'ai röpondu au Charge d'Affaires 
de Turquie que je donne le dömenti 
le plus catögorique ä ce qu'il venait 
de me dire au sujet d'une initiative 
d'hostilitäs ä la charge de la flotte 
russe ; je lui dis que je craignais qu'il 
^tait trop tard pour n^gocier; que 
pourtant si la Sublime Porte se 
däcidait au renvoi immödiat de tout 
le personnel militaire et marin alle- 
mand, on y pourrait penser et que 
des pourparlers ne seraient pas im- 
possibles pour une satisfaction que 



II 182. 

(Translation.) 

M. Sazonof telegraphs on the Ist 
November, 1914, as foUows: 

„The Turkish Charg6 d'Affaires has 
just read me the following telegram 
from the Grand Vizier : 'I request you 
to inform the Minister for Foreign 
Affairs that we infinitely regret that 
an act of hostility, provoked by the 
Russian fleet, should have compromised 
the friendly relations of the two 
countries. You can assure the Imperial 
Russian Government that the Sublime 
Porte will not fail to give the question 
such Solution as itentails, and that they 
will adopt fitting measures to prevent 
a recurrence of similar acts. You can 
declare forthwith to the Minister that 
we have resolved no more to allow 
the Imperial fleet to enter the Black 
Sea, and that we trust that the Russian 
fleet, on their side, will no longer 
cruise in our waters. I have the firm 
hope that the Imperial Russian 
Government will give proof, on this 
occurrence, of the same spirit of 
conciliation in the common interests 
of both countries.' 

„I replied to the Turkish Charge 
d'Affaires that I most categorically 
denied what he had just said respecting 
the initiation of hostilities hy the 
Russian fleet ; I told him that I feared 
it was too late to negotiate ; that 
nevertheless, if the Sublime Porte 
decided upon the immediate dismissal 
of all the German military and naval 
officers and men, it might be possible 
to consider the question. and that 
discussion might not be impossible to 
reach some basis of satisfaction to be 



*) Anm. : Vgl. oben Nr. DCCCXLVI. — Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 



189 



la Turquie aurait ä donner pour 
Tagression illegitime de dos cotes et 
les d^gäts commis. 

„ J'ai autori s6 Fahr- Eddin ä expedier 
un tdögramme chiffrö en ce sens, lui 
faisant pourtant observer que sa 
d^marche ne changeait rien ä la 
Situation cr66e. Fahr-Eddin recevra 
demain ses passeports, et la r^ponse 
du Gouveroement ottoman pourra etre 
transmise par l'organe de l'Ambassade 
d'Italie." 



given by Turkey for the illegal act 
of aggression against cur coasts and 
for the damage thereby inflicted. 

,1 authorised Fahr-Eddin to send 
a cypher telegram in this sense, but 
pointed out to him at the same time 
that the representation he had made 
in no way altered the Situation. 
Fahr-Eddin will receive his passports 
to-morrow. and the reply from the 
Turkish Government can be sent 
through the Italian Embassy.' 



Np. MXXXIV. Sir E. Grey to Sir F. Bertie, Sir G. Bachanan» 

and Sir C. Greene. 

Bb. II 183. 
Sir, Foreign Office, November 3. 1914. 

The Turkish Ambassador called on the 3 Ist ultimo and enquired whether 
this Department could give his Highness any information regarding the 
telegrams which had appeared in the press on the subject of a Turkish attack 
on certain Russian ports. 

Sir A. Nicolson informed his Highness of wbat had actualiy occurred 
in the Black Sea. Tewfik Pasha expressed surprise, and enquired Avhat he 
should do in the extremely difficult positiou in which he now found himself. 
Sir A. Nicolson assured his Highness that His Majesty's Government would 
treat him personally with all respect and consideration, and that he would 
be given notice if it became necessary for diplomatic relatioiis between Great 
Britain and Turkey to cease. 

On the 2nd instant Tewfik Pasha again called and communicated to 
Sir A. Nicolson the text of a telegram which he had just received from the 
Grand Vizier, a copy of which is enclosed herein. 

Sir A. Nicolson replied, and he was sure that 1 would agree with him, 
that he strongly demurred to the Statement in the last paragraph of the 
Grand Vizier's telegram, to the effect that ,His Majestys Government had 
provoked a rupture of diplomatic relations.* Is was absurd to State that 
we had done so in view of the indisputable fact that Turkish ships had 
bombarded the ports of onc of our allies, and had burnt and sunk a British 
steamer lying peaceably in a friendly port. Furthermore, there were active, 
not to say feverish, military aud other preparations directed against the 
Suez Canal and Egypt. If the Ottoman Government were as desirous as 
they asserted of maintaining friendly relations with Great Britain thoy shouUi 
at once disniiss the German naval and military missions. 

I am, tue. 

E. Grey. 



190 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 



Enclosure in No. 183. 

Text of Telegram to be communicated to Sir Kdward Grey on behalf of 

Said Halim Pasha. 

I Translation.) 

I am mach grieved that. in conse- 
quence of the deplorable incident that 
has occurred in the Black Sea, the 
British Government have decided to 
recall their Ambassador from Con- 
stantinople. 

As I have many times declared to 
Sir Louis Mallet, I am deeplj^ desirons 
to maintain the relations of friendship 
existing between our two countries, 
and I am working without cease in 
order that they may not be compro- 
mised in any way. 

I should therefore mach regret if 
an incident, due to unforeseen circum- 
stances, were to be considered by His 
Britannic Majesty's Government as a 
cause of conflict between the two 
countries. • 

Coüsequently, I hope that His 
Majesty's Government will be willing. 
in witness of their reciprocal desire 
to maintain intact the friendly relations 
of the two countries, to put an end. 
at the earliest possible moment, to 
the rupture of diplomatic relations 
which they have just provoked. 

Gonstantinople, 

November 1 (14), 1914. 



Je suis tr^s pein6 de voir que, par 
suite de l'incident deplorable survenu 
dans la mer Noire. le Gouvernement 
britannique a d6cid6 de rappeler son 
Ambassadeur ä, Gonstantinople. 

Ainsi que je Tai d6clar6 ä maintes 
reprises k Sir Louis Mallet, je tiens 
fermement au maintien des relations 
d'amitie existant entre nos deux pays 
et je travaille toujours ä ce qu'elles 
ne soit compromises en aucune faQon. 

Je regretterais donc beaucoup, si 
un incident, du ä des circonstances 
imprövues, 6tait consid6r6 par le 
Gouvernement de Sa Majest6 britanni- 
que comme une cause de conflit entre 
les deux pays. 

Par cons^quent, j'aime ä esp6rer que 
le Gouvernement Royal voudra bien, 
en t^moignage de son dösir r^ciproque 
de garder intact les relations amicales 
des deux pays, mettre fin un moment 
plus tot ä la rupture des relations 
diplomatiques qu'il vient de provoquer. 

Gonstantinople, 

le 1er (14) novembre, 1914. 



Kr. mXXXV. Sir Edward Grey to Sir G. Bnchanan, Sir F. 

Bertie, and Sir C. Greene. 

Bb. II 184. 
Sir, Foreign Office, November 4, 1914. 

Tewfik Pasha called upon me this afternoon, and informed me that 
he had received Instructions to ask for his passports, as His Majesty's 
Ambassador had already left Gonstantinople. 

I expressed to Tewfik Pasha my personal regret at our official relations 
being terminated, as he had ahvays acted in a loyal, straightforward, and 



b) Eintritt der Türkei. 191 

friendly manner, and I had much appreciated the intercourse which we had 
together during the past few years. I informed Tewfik Pasha that if bis 
Government wished that hostilities between the two countries should cease. 
the only chance was to dismiss the German naval and military missions. and 
especially the officers and crews of the ,Goeben^ and , Breslau." So long as 
German officers remained in complete naval and military control at Constan- 
tinople, it was clear that they would continue to make war against us. 

I am, &c 

E. Grey. 



Nr. MXXXVI. Bericht des englischen Oesandten in Kon- 
stantinopel über die zum Abbruch der Beziehungen 
zur Türkei führenden Ereignisse. 

Bb. II. 

(In continuation of ^Miscellaneous, No. 13 [1914]": Cd. 7628.) 
Sir, London, November 20. 1914. 

I have the honour to report on the circumstances which preceded 
and accompanied my departure from Constantinople on the Ist November. 

On my return to my post on the 16tb August, a fortnight after the 
outbreak of the European war, the Situation was already such as to give 
ground for the apprehension that Turkey would be driven by Germany sooner 
or later to take part in it as her ally. The Ottoman army, under the 
supreme command of Enver Pasha, who was entirely in German hands, had 
been mobilised, and although the Government had declared their intention 
of preserving their neutrality, they had taken no proper Steps to ensure its 
maintenance. They had, on the contrary, jeopardised their ability to do so 
by the admission of the German warships .Goeben" and „Breslau" into the 
Dardanelles on the lOth August. Events have confirmed what I and my 
French and Russian colleagues constantly impressed upon the Grand Vizier 
and other Ministers at the time, that so long as the German admiral and 
crews remained on board the German warships, the German Government 
were masters of the Situation, and were in a position to force the band of 
the Turkish Government if at any given moment it suited them to do so. 

So far as the Grand Vizier was concerned, the warning feil upon deaf 
ears, and it was at no time possible to persuade bis Highness to admit that 
he would not be able to control developments to which he was himself opposed 
and which had not the approval of the whole Government. It is quite 
possible that he was sincere in tbis conviction. but he was fully alive to the 
precarious nature of bis own position and to the fact that any real attempt 
on bis part to run counter to the policy of Enver Pasha and the military 
authorities would have meant bis elimination. This event would have brought 
matters to a head at once, which would have been contrary to the policy of 



192 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

the allied Powers of postponing for as long as possible, if they were unable 
to avert altogether, the intervention of Turkey in the war, with the vast 
and complicated issues involved in the raising of the Eastern question, so 
that my röle and that of iny French and Russian colleagues, with whom I 
acted in conaplete accord throughout, was necessarily restricted to one of 
remonstrance and to an endeavour to expose and defeat the German intrigues. 

In pursuance of a long-preparcd policy, the greatest pressure was at 
once exercised by Germany to force Turkey into hostilities. German success 
in the European war was said to be assured. The perpetual menace to 
Turkey from Russia might, it was suggested, be averted by a timely alliance • 
with Germany and Austria. Egypt might be recovered for the Empire. 
India and other Moslem countries represented as groaning under Christian 
rule might be kindled into a flame of infinite possibilities for the Caliphate 
of CoDstantinople. Turkey would emerge from the war the one great Power 
of the East, even as Germany would be the one great Power of the West. 
8uch was the substance of German misrepresentations. It is a matter of 
common consent that Enver Pasha, dominated by a quasi-Napoleonic ideal, 
by political Pan-Islamism, and by a conviction of the superiority of the 
German arms, was from the first a streng partisan of the German alliance. 
How far bis several colleagues and other directing spirits outside the Ministry 
entered into bis views is to some extent a matter of speculation ; but it maj^ 
be taken as certain that the Sultan, the Heir Apparent, the Grand Vizier, 
Djavid Bey, a majority of the Ministry, and a considerable section of the 
Committee of Union and Progress were opposed to so desperate an adventure 
as war with the allies. At what momeut Talaat Bey, the most powerful 
civilian in the Cabinet and the most conspicuous of the Committee leaders, 
finally threw in bis lot with the war party cannot be ascertained precisely. 
His sympathies were undoubtedly with them from the beginning, but the 
part which he actually played in the earlier stages is shrouded in mystery. 
I have reason to think that for some time he may have thought it possible, 
by steering a middle course, to postpone a decision until it was clearer what 
would be the result of the European war; and he may well have been anxious 
to gain time and to secure in exchange for Turkey's adhesion to the Gerüian 
cause something more solid than promises. These were tendered, indeed, ou 
a lavish scale, but I am not aware that they were given in a form which 
could be considered binding. It is certain in any case that Talaat Bey's 
hesilations were overcome, and that he had definitely joined the conspiracy 
to bring about war this autumn some three weeks before the crisis was 
precipitated. 

Whatever the views of individual Ministers or others may have been. 
the Turkish Government made no eSort to emancipate themselves from 
German influence or to stem the tide of its progress. The material hold 
tstablished by the introduction of the two German ships was ou the contrary 
allowed to be strengthened. Not only did these ships remain under efiective 



b) Eintritt der Türkei. 193 

German control. but a strong German element was imported into the remainder 
of the fleet, even before the British naval mission, which had been redaced 
to impotence by order of the Minister of Marine, had been recalled by His 
Majesty's Government. Large numbers of Germans were imported from 
Germany as unostentatiously as possible, to be employed in the forts of the 
Dardanelles and Bosphorus and at other crucial points. Numeroas German 
merchant vessels, of which the most important were the „Corcovado" and 
..General", served as bases of communication and as auxiliaries to what had 
becdme, in effect, a German Black Sea Fleet. Secret Communications with 
the German General Staff were etablished at the outbreak of te war by 
means of the wireless apparatus of the „Corcovado", which was anchored 
opposite the German Embassy at Therapia, and which was continuously osed 
for this among other purposes troughout the whole period ander review, in 
spite of my urgent representations and those of my French and Kussian 
colleagues. Other German ships played with the Turkish flag as they pleased, 
in Order to facilitate Iheir Toyages or cloak their real character while in 
port, and a department was constituted at the German Embassy for the 
purpose of requisitioning supplies for the use of the German Government 
and their ships. All these things were tolerated by a complaisant Turkish 
Government, who appeared to be indifferent to the incessant encroachments 
on their sovereignty if not to welcome them. 

On land, the officers of the German military mission displayed a ubiquitous 
activity. Their supremacy at the Ministry of War, combined with the close 
co-operation which existed between them and the Militarist party. made it 
easy to fortify an already strong position. Acting in conjunction with other 
less accredited agents of their own nationality. th^ were the main organisers 
of those military preparations in Syria which so directly menaced Egypt, 
and which became a serious source of preoccupation and -a constant theme 
of my remonstrances. 

The evidence of these preparations became daily more convincing. 
Emissaries of Enver Pasha were present on the frontier, bribing and 
orgahising the Bedouins. Warlike stores were despatched south, and 
battalions of regulär troops were posted at Rafah. whilst the Syrian and 
Mosul army corps were held in readiness to move south at short notice. 
The Sj'rian towns were füll of German officers, who were provided with 
large sums of money for suborning the lucal Chiefs. As an Illustration of 
the thoroughness of the German preparations, I was credibly iuformed that 
Orders were given to obtiin estimates for the making of Indian military 
costumes at Aleppo in order to simulate the appearance of British Indian 
troops. ünder directions from tlie Central Government the civil authorities 
of the Syrian coast towns removed all their archives and ready money to 
the interior, and Moslem families were warnud to leave to avoid the con- 
sequences of bombardment by the British tloet. The Khedive himself was a 
party to the conspiracy, and arrangements were actually made with the 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 13 



194 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

German Einbassy for bis presence with a military expedition across the 
frontier. 

However difficult it would have been for the Ottoman GoTernment to 
regain their control over the armed forces of the State after the arrival of 
the „Goeben" and „Breslau", the insidious campaign carried on with their 
encouragement by means of the press, the preachers in the mosques. and the 
pamphleteers, is evidence that its most powerful members were in sympathy 
with the anti-British movement. I had, indeed, actual proof of the inspiration 
by Talaat Bey and Djemal Pasha of articles directed against Great Britain. 
Every agency which could be used to stimulate public opinion in favour of 
Germany and to inflame it against the allies was set at work with the 
connivance, and often with the co-operation, of the Turkish authorities. All 
the Turkish newspapers in Constantinople became German organs; they 
glorified every real or imaginary success of Germany or Austria; they 
minimised everything favourable to the allies. 

The enclosures in an earlier despatch will have shown to what dephts 
of scurrility some of the more corrupt and unbridled of them descended in 
their onslaughts on Great Britain, and how unequally the censors of the 
press held the balance when exercising their practically unlimited powers. 
The provincial papers were no less enthusiastically pro-German; the semi- 
official telegraphic agency, which is practically worked by the Ministry of 
the Interior, was placed at the disposal of German Propaganda. Through 
these agencies unlimited use was made of Turkey's one concrete and substantial . 
grievance against Great Britain as distinguished from other European Powers, 
that is, the detention of the , Sultan Osman" and the „Reshadie" at the be- 
ginning of the European war. Other grievances, older and less substantial, 
were raked out of the past; and the indictment of Great Britain and her 
allies was completed by a series of inventions and distortions of the truth 
designed to represent them as the enemy, not merely of Turkey, but of the 
whole of Islam. Attacks of the latter kind became especially frequent in 
the latter half of October, and were undoubtedly directly inspired by Germany. 
My urgent representations to the Graud Vizier and to Talaat Bey, both 
verbal and written, had hardly even a temporary eSect in checking this 
campaign. 

It may seem stränge that, thus equipped and thus abetted, those who 
sought to involve Turkey in the European war failed so long to achieve 
their object. The reasons were manifold. As I have already indicated, the 
party which stood for neutrality contained men who, lacking though they 
were in any material means of enforcing their views, could not easily be 
ignored. By whatever various routes they may have been arrived at, the 
ideas of these men coincided with a body of less sophisticated and hardly 
articulate opinion which, however wounded by England's action in preventing 
delivery öf the „Sultan Osman" and the „Reshadie", could still not reconcile 
itself to a war with England and France. In my despatch of the 22nd Sep- 



b) Eintritt der Türkei. 195 

tember I had the honour to report how francly and how emphatically the 
Sultan himself voiced this feeling in conversation with me. There can be 
little doubt that the Grand Vizier exercised what influence he had in favour 
of neutrality. Djavid Bey , the Minister of Finance, whose influence in 
favour of neutrality was of weight as representing the Jewish element, and 
whose arguments in favour of peace were supported by the fact that Turkey 
was already absolutely bankrupt, and not in a position to embark upon war 
with the allies, became towards the end so formidable an obstacle to the 
fulfilment of the German plan that Instructions were sent from Berlin to 
force bis resignation. 

Agaiü, seriously convinced as most prominent Turks appear to have 
been of the ultimate success of Germany, their confidence could not but be a 
little dashed by the actual course of events in the two main theatres of 
war; and the more thoughtful realised that even in the event of Germany 
being victorious, the fact of Turkey having fought by her side would not 
necessarily ensure any advantage to the Ottoman Empire. As for the Germans 
themselves, it was true, as I have said, that they could at any moment force 
Turkey to march with them, but to do so before every means of suasion had 
proved useless would obviously not have been politic. It was clearly only 
in the last resort that the Monarch whom Pan-Islamic pro-Germans acclaimed 
as the hope of Islam, and whom the devout in some places had been taught 
to regard as hardly distinguishable from a true believer, would run the risk 
of scandalising the Moslem world, whom he hoped to set ablaze to the 
undoing of England, Russia, und France, by using the guns of the „Goeben" 
to force the hands of the Sultan -Caliph. But the factor which more than 
any other delayed the realisation of the German plans, and which enabled 
me and my French and Rnssian colleagues to potract the crisis until they 
could only be realised in such a way as to open the eyes of the Moslem 
World to the real nature of the conspiracy, was the inherent tendency of 
Turkish statesmen to procrastinate, in the hope that by playing off one side 
against the other they might gain more in the long run. 

However slender the chances in our favour, it was obviously my duty, 
in conjunction with my French and Russian colleagues, to support and 
encourage by all possible means those forces which were obscurely striving 
for the preservation of peace. 

If this policy necessarily involved the acceptance of acts on the part 
of the Ottoman Government which, in ordinary circumstances, would have 
called for more than remonstrance and the reservation of our rights, and 
which it would have been easy to make the occasion of a rupture of 
relations, the patience displayed by the allies was justified by the results 
achieved. 

Although unsuccessful in averting war, two obiects of main importance 
wore gained by delaying its commencement. On the one band, the allied 
Powers are now in a position to deal with the problem with a freer band, 

13* 



;]9() C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

and, on the other, Germany has heen forced the show h.r curds and to act 
independently of a majority of the Turkish Cabinet. 

Under the stress of events in the main theatre of the war, and owing 
to the vital necessity of providing a diversion in the Near East, Germauy 
was constrained to intensify still further their pressure on the Turks. During 
the first three weeks of October their pressure took yet another form, and 
a new weight was cast into the scale by the importation into Constantinople, 
with every circumstance of secrecy, of large quantilies of bullion consigned 
to the German Ambassador and delivered under military guard at the 
Deutsche Bank. The total amount was estimated at some 4 000 000^. This 
sum was far more than was necessary for the maintenance of the German 
military and naval establishments, and I have every reason to believe that 
a definite arrangement was arrived at between the Germans and a group of 
Ministers, including Enver Pasha, Talaat Bey, and Djemal Paslia, that 
Turkey should declare war as soon as the financial provision should have 
attained a stated figure. My Information establishes the fact that a climax 
was reached about the middle of the third week in October, when it had 
been decided to confront the Grand Vizier with the alternative of complicity 
or resiguation, and that only the Russian successes on the Vistula, or some 
other more obsure cause, prevented this plan from being carried out. 

Whatever the exact history of the first three weeks of October, it is 
certain that on or about the 26th of that month the German conspirators 
realised that the pace must be forced by still more drastic measures than 
they had yet used, and that any further attempts to win over the Grand 
Vizier and the Turkish Government as a whole to their ideas and to induce 
them to declare war would be useless. On that aftcrnoon an important 
meeting of Committee leaders was held, at which Enver Pasha was present, 
but which only decided to send Haiti Bey, the President of the Chamber, 
on a misbion to Berlin. In the circles in which this decision became known 
it was regarded as a partial triumph for the Peace party, and as a fresh 
attempt to gain time for the sake either of mere procrastination or of 
securing more concrete offers from Germany. Be that as it may, Halil Bey 
never left on his mission, and it is believed that its abandonment was due 
to a more than usually blunt hint from the German representalive in 
Constantinople. Whilst Constantinople generally was comforting itself with 
the reflection that nothing could well happen until after the four days' Bairam 
festival, beginning on the 30th October, two events of capital importance 
occurred. 

On the morning of the 2yth I received intelligence from Egypt of the 
incursion into the Sinai peninsula of an armed body of 2 000 Bedouins, who 
had occupied the wells of Magdaba, and whose objective was an attack upon 
the Suez Canal. On learning this news I at once proceeded to the Yah of 
the Grand Vizier, to acquaint him of the serious consequences which must 
ensue if the expedition were not at once recalied. His Highness received the 



b) Eintritt der Türkei. 197 

intelligence with every appearance of surprise. He emphaticall}^ disclaimed 
all knowledge of it, and gave me the most solemn assurance that if the 
facts were as stated he would at once issue orders for the withdrawal of 
the invading party. He assured me once more that nothing was further 
from the Intention of the Government than war with Great Britain. It was 
unth'inkable, he said, that an expedition of this kind could have been organised 
by any member of the Government; and he feit certain that if anything of 
the kind had occurred, it could only have been a raid by irresponsible 
Bedouins. I told his Highness that I feared that he deceived himself. I 
reminded him of the various occasions on which he had given me similar 
assurances, and of the negative results of the instructions which he bad 
given on previons occasions. I warned him of the disastrous consequences 
to the Ottoman Empire of a crisis which could not now be long postponed 
unless he and the friends of peace were prepared to take some serious stand 
against the conspiracy of which I was fully cognisant, to involve it irretrievably 
in the geueral war. On this, as on every occasion of my Interviews with 
the Grand Vizier, I was impressed with his inability to realise the facts 
or to disabuse himself of the conviction, in spite of his many unfortunate 
experiences, that he would ^ be able, in a really serious crisis, to exert his 
authority with effect. 

The second event of capital importance Avas the attack on Odessa and 
other Russian ports in the Black Sea on the morning of the same day, the 
29th October. It is now certain that the actual orders for these attacks 
were given by the German admiral on the evening of the 27th October, but 
it was not until after they had actually taken place, that is, on the afternoon 
of the 29th October, when news of the raid on Odessa was telegraphed to 
me direct by Mr. Consul- General Roberts, that my Russian and French 
coUeagues and myself realised that the die had actually been cast and the 
crisis that we had so long feared and striven to avert had occurred. Imme- 
diately on receiving the news M. Boinpard and I called on M. de Giers 
and decided to ask for authority from cur respective Governments to confront 
the Porte with the alternative of rupture or dismissal of the German naval 
and military missions. On the morning of the 30th, however, I learnt from 
my Russian coUeague that he had received instructions from his Government 
immediately to ask for his passports. He had written to the Grand Vizier 
to ask for an interview, Avhich his Highness had begged him to postpone 
until the following day owing to Indisposition. The instructions of my 
Russian colleague being in a categorical form, he had thercfore been con- 
strained to address a note to the Grand Vizier demanding his passports; 
and I and my French colleague, acting on the instructions with which the 
Ambassadors of the allied Powers had at my Suggestion already been furnished 
to leave Cunstantinople simultaneously, sbould any one of them be compelled 
to ask for his passports, owing eithcr to a Turkish declaration of war or to 
some intolerable act of hostility, decided without further delay to write to 



198 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

the Grand Vizier and ask in our turn for interviews to enable us to carry 
out these instructions. In view of bis Highness's indisposition we had not 
expected to be received that day, but a l'ew hours later the Grand Vizier 
sent US word that he would, nevertheless, be glad to see us, and notwith- 
standing the excuse which he had made earlier in the day he received the 
Russian Ambassador also in the course of the afternoon. My internew Vith 
the Grand Vizier partly coincided with that of M. de Giers, and preceded 
that of M. Bompard. It was of a painful description. His Highness con- 
vinced me of his sincerity in disclaiming all knowledge of or participation 
in the events which had led to the rupture, and entreated me to believe that 
the Situation was even now not irretrievable. I replied that the time had 
passed for assurances. The crisis which I had predicted to his Highness at 
almost every interview which I had had with him since my return had 
actually occurred, and unless some adequate satisfaction were immediately 
given by the dismissal of the German missions, which could alone preveut 
the recurrence of attempts upon Egyptian territory and attacks on Russia, 
war with the allies was inevitable. My Russian colleague had already 
demanded his passports, and I must, in pursuance of the instructions I had 
received, foUow the same course. The Grand Vizier again protested that 
even now he could undo what the War party had done without his knowledge 
or consent. In reply to the doubt which I expressed as to the means at his 
disposal, he Said that he had on his side moral forces which could not but 
triumph, and that he meant to fight on to the end. He did not, indeed, 
hint at a possibility of immediately dismissing the German mission, but he 
informed me that there was to be a meeting of the Council at his house 
that evening, when he would call upon his coUeagues to support him in his 
determination to avert war with the allied Powers. 

The Council was duly held, and, as he had predicted, the majority of 
the Ministers supported the Grand Vizier, who made a strong appeal in 
favour of peace, and was seconded by Djavid Bey. But the powerlessness 
of the Sultan's Ministers to do more than vote in the Council Chamber -was 
evident. The question of dismissing the German naval officers was discussed, 
but no decision to do so was taken. and no Minister ventured even to 
propose the expulsion of the military mission. In the interval the War 
party had sealed their resolution to go forward, by Publishing a communiqu6 
in which it was stated that the first acts of hostility in the Black Sea had 
come from the Russian side. Untrue and grotesque as it was, this invention 
succeeded in deceiving many of the public. 

It is not possible to establish by proof which of the Ministers had pre- 
knowledge of the German admiral's coup, but it may be regarded as certain 
that Enver Pasha was aware of it, and highly probable that Talaat Bey 
was also an accomplice. 

The Story of a Russian provocation was plainly an afterthought, and 
if the official report of the Russian Government were not sufticient to disprove 



b) Eintritt der Türkei. 199 

it, I could produce independent evidence to show that the orders to begin 
hostilities were given at the mouth of the Bosphorus on the evening of the 
27th October, as the result of a conspiracy hatched between the German 
representatives in Constantinople and a small and unscrupulous Turkish 
faction. 

My Russian colleague left Constantinople without incident on the evening 
of the 31st October. My own departure was eventually arranged for the 
following evening, when I left for Dedeagatch, accompanied by my staff of 
sixty officials and their f amilies, the British advisers in the Service of the 
Torkish Government and some other British subjects also travelled with me. 
My Prench colleague and bis staff left by the same train. 

Owing to the wanton refusal of the military authorities at the last 
moment to allow the departure of a great number of British and French 
subjects who were to have left by an earlier train than that which had 
been placed at my disposal, the Station was for some hours the scene of 
indescribable confusion and turmoil. 

My protests and those of the French Ambassador Avere disregarded, and 
after protracted discussion, we agreed to leave matters in the hands of the 
United States Ambassador, who. undertook to use all bis inüuence to procare 
the departure of our fellow subjects on the following day. The „sous-chef 
de protocole" of the Sublime Porte and the „chef de cabinet particulier" of 
the Ministry of Foreign Affairs were sent to bid farewell to M. Bompard 
and myself at the railway Station, and two Secretaries of the Political 
Department of the Ministry accompanied us to the frontier. 

It would be impossible to exaggerate the assistance which I have 
received from Mr. Morgenthau, the United States Ambassador. During the 
last two days especially the difficulties arising out of the abnormality of the 
Situation would have been immeasurably greater hdd it not been for bis 
invaluable help and his untiring efforts on behalf of myself and my staff. 
We are heavily indebted not only to Mr. Morgenthau himself, bat to every 
member of the United States Embassy. It is entirely owing to their exertions 
that the British and French subjects who were detained at the Station on 
the night of my departure were allowed to Icave on the following evening. 

Before concluding this despatch I desire also to place on record my 
sense of the cheerful courage displayed by the British Community in Con- 
stantinople, as well as in other towns, during the whole of this trying period. 
A large proportion of them have suffered severely in their business from the 
instability of the Situation in Turkey. Many have suffered heavily and more 
directly by the military requisitions which from the beginning of August 
were carried out in an inconceivably arbitrary manner. By the suppression 
of the Capitulations all saw themselves deprived at a moment's notice of the 
secular Privileges which had hitherto secured the persons and the property 
of foreigners against caprice and injustice. But they have one and all faced 
these adversities with a reasonable and manly fortitude. 



200 ß- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Sliortly after my return to my post, J recoramended those British 
subjects who applied to me for advice to send home, when opportunity offered, 
those niembers of their families who had no particular reason to stay in the country. 

A. certain number left during the autumn, and many have left since. 
Those who have chosen to stay, or who have not been in a position to leave. 
remain under the protection of the United States Ambassador. As regards 
the British Community at Bagdad, I insiructed the acting British consul- 
general at Bagdad, early in October, to charter a steamer for the conveyance 
to the coast of any British subjects who might wish to leave. A large number 
of British and Briti&h-Indian subjects availed themselves of this opportunity. 

I cannot conclude this report without calling your attention to the 
zeal shown by the junior members of my staff, including Mr. Ovey, Lord 
Gerald Wellesley, Mr. Charles Lister, Mr. Thomas, Mr. Wilson, Mr. 
Astell, and by Mr. Füller; Archivist to His Majesty's Embassy, in the Per- 
formance of their duties in the Chancery, as well as to the able and con- 
scientious work of the members of the Dragomanate and consulate - general. 

The Chancery was greatly assisted by the voluntary help kindly oSered 
them by Judge Cator. to the Rev. Canon Whitehouse. Chaplain to His 
Majesty's Embassy, and by Dr. Clemow, Physician to His Majesty's Embassy, 
as well as by Mr. Weakley, Commercial Attache. 

I need not do more than refer to the work of Lieutenant - Colonel 
Cunliffe Owen, Military Attache to His Majesty's Embassy, whose information 
respecting the military preparations was often obtained with considerable 
difficulty. 

I should like to place on record my high appreciation of the conduct 
of His Majesty's consular offlcers throughout the Ottoman Empire during the 
whole period of the crisis. They one and all performed their often difficult 
duties with zeal and discretion. I was especially indebted to Mr. Cumberbatch, 
His Majesty's consul-general at Beirut, Mr. Heathcote Smith, acting British 
consul-general at Smyrna, and to Mr. Palrtier, vice-consul at the Dardanelles, 
for the valuable information which they supplied. 

I would wish to bring to your particular notice the Services rendered 
by Mr. Ryan, Acting First Dragoman of His Majesty's Embassy. His ability, 
knowledge of Turkey, sound judgment and untiring industry, were of invaluable 
assistance to me, and are deserving of your special commendation. 

I have, &c. 

Louis Maltet. 

Nr. MXXXVII. Sir Edward Grey to Sir L.. Hallet. 

Bb. ni 2. 

Sir, Foreign Office, December 4, 1914. 

I have received your Excellency's despatch of the 20th ultimo, in 
which you summarise the events since your return to your post on the 
16th August last until your departure on the Ist November. 



b) Eintritt der Türkei. 201 

I have read with great appreciation and pleasure of the invaluable 
assistance rendered to your Excellency in the difficult circumstances of your 
departure by the United States Ambassador and every member of the United 
States Embassy, and I have already requested the United States Government 
to convey to Mr. Morgenthan the most sincere thanks of His Majesty's 
Government for the valuable Services rendered by his Excellency on that 
occasion, and subsequently in helping the British Community to leave Con- 
stantinople. 

I have also been much gratified to receive your Excellency's testimony 
of the cheerful courage of the British Community in Turkey under exceptionally 
trying circumstances, and I have noted with great satisfaction your Excellency's 
appreciation of the valuable Services of the embassy and consulate staff. and 
of the members of His Majesty's consular Service throughout the Ottoman 
Empire. 

I desire also to convey to your Excellency my high sense of the marked 

ability, patience, and discretion shown by your Excellency in carrying out. 

in the face of great difficulties, the policy of His Majesty's Government. 

War was eventually forced by wanton and unprovoked hostilities of the 

Turkish fleet under German Inspiration and Orders, but it was the desire of 

His Majesty's Government to avoid a rupture with Turkey; and your 

Excellency rightly directed all your efforts to encourage those influences at 

Constantinople that were moderate and reasonable. To your eSorts it was 

at any rate in some degree due that the inevitable catastrophe did not 

occur sooner. 

I am, &c. 

E. Grey. 

'Sr. 9IXXXTI1I. Note des engliscben Auswärtigen Amtes über 
die englisch - türkischen Beziehungen. („The Times", Nr. 
40683, vom 1. November 1914.) 

At the beginning of the war the British Government gave definitive 
assurances that, if Turkey remained neutral, her independence and integrity 
would be respected during the war and in the terms of peace. In this 
France and Russia concurred. 

The British Government have since then endearoured with the greatest 
patience and forbearance to preserve friendly relations in spite of increasing 
breaches of neutrality on the part of the Turkish Government at Constanti- 
nople in the case of the German vessels in the Straits. 

On Thursday, October 29, 1914, the British Government learnt with 
the utmost regret that Turkish ships of war had, without any declaration 
of war, without warning and without provocation of any sort, m»de wanton 
attacks upon open undefended towns in the Black Sea of a friendly country, 
thus committing an unprecedented violation of the most ordinary rules of 
international law, comity, and usage. 



202 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Ever since the German men-of-war the Goeben and Breslau took refuge 
in Constantinople the attitude of the Turkish Government towards Great 
Britain has caused surprise and some uneasiness. Promises made by tbe 
Turkish Government to send away the German officers and crews of the 
Goeben and Breslau have never been fulfiUed. It was well known that the 
Turkish Minister of War was decidedly pro-German in bis sympatbies, but 
it was confidently boped that the saner counsels of bis coUeagues, who had 
had experience of the friendship which Great Britain has always sbown 
towards the Turkish Government would have prevailed and prevented that 
Go,vernment from entering upon the very risky policy of taking a part in the 
conflict on the side of Germany. 

Since tbe war German officers in large numbers have invaded Constanti- 
nople, have ursurped the authority of the Government, and have been able 
to coerce the Sultan's Ministers into taking up a policy of aggression. 

Great Britain, as well as France and Russia, has watched these procee- 
dings patiently, protesting against the many acts which have been constantly 
committed contrary to neutrality, and warning the Government of the Sultan 
against the danger in which they were placing the future of the Ottoman 
Empire. Vigorously assisted by the Ambassadors of Germany and Austria, 
the German military elements in Constantinople have been persistently doing 
their utmost to force Tarkey into war, both by tbeir activities in the Service 
of the Turks and by the bribes of which they have been so lavish. 

The Minister of War with bis German advisers, had lately prepared an 
armed force for an attack upon Egypt. The Mosul and Damaskus Army 
Corps have, since their mobilization been constantly sending troups south, 
preparatory to an Invasion of Egypt and the Suez Canal from Akaba and 
Gaza. A large body of Beduin Arabs has been called out and armed to 
assist in the venture, and some of these have crossed the Sinai frontier. 
Transport has been collected and roads have been prepared up to the frontier 
of Egypt. Mines have been dispatched to be laid in the Gulf of Akaba. 
The notorious Sheikh Azis Shawish has published and disseminated through 
Syria, and probably India, an inflammatory document urging Mahomedans 
to fight against Great Britain. Dr, Prueffer who was so long engaged in 
intrigues in Cairo against the British occupation, and is now attached to 
the German Embassy in Constantinople, has been busily occupied in Syria 
trying to incite the people to take part in the conflict. Agressive action 
was certain to be the result of the activity of tbe numerous German officers 
employed in the Turkish Army and acting under the Orders of the German 
Government, who thus have succeeded in forcing the hands of the advisers 
of the Sultan. 

German intrigue cannot influence the loyalty to Great Britain of the 
70 millions of Mahomedans in India and the feeling of the Mahomedan 
inhabitants of Egypt. They must lock with detestation on misguiding action 
under foreign influence at Constantinople, which will inevitably lead to the 



b) Eintritt der Türkei. 203 

disintegration of the Turkish Empire, and which shows such forgetfulness of 
the many occasions on which Great Britain has shown friendship to Turkey. 
They must feel bitterly the degeneration of their coreligionists who can thus 
be dominated against their will by German influences, and many of them 
realize tbat, when Turkey is pushed into war by Germany, they must 
dissociate themselves from a course of action that is so prejudicial to the 
Position of Turkey itself. 

The Turkish Government summarily and without notice on Friday shut 
off telegraphic communication with the British Embassy at Constantinople. 
This is, no doubt, the prelude to further acts of aggression on their part, 
and the British Government must take whatever action is required to protect 
British interests. British territory, and also Egypt from attacks that have 
been made and are threatened. 



Nr. MXXXIX. Englische Erklärung des Kriegszustandes mit 
der Türkei vom 5. Äfovember 1914. (, London Gazette" 
vom 5. November 1914, 2. Supplement zum 3. November.) 
Notification of a State of War with Turkey. 

Owing to hostile acts committed by Turkish forces under German offi- 
cers, a State of war exists between Great Britain and Turkey as from to-day. 
Foreign Oifice, November 5, 1914. 

Nr. MXE. Englische Order in Council vom 5. November 
1914. Annexion Cyperns. (^, London Gazette" vom 5. No- 
vember 1914, 2. Supplement zum 3. November.) 

The Cyprus (Annexation) Order in Council, 1914, Nr. 1629. 

At the Court at Buckingham Palace, the 5th day of November 1914. 
Present, the Kings Most Excellent Majesty in Council. 

Whereas, by virtue of the Convention of Defensive Alliance betweeu 
her Majesty Queen Victoria and His Imperial Majesty the Sultan signed 
on June the 4th, 1878, the Annex to the Said Convention signed on July 
the 1 st, 1878, and the Agreement signed on behalf of her Majesty and his 
Imperial Majesty the Sultan on August the 14 th, 1878, His Imperial Majesty 
the Sultan assigned the Island of Cyprus to be occupied and administered 
by England upon the terms and conditions specified in the said Convention. 
Annex and Agreement : 

Andwhere as by reason of the outbreak of war between his Majesty 
and his Imperial Majesty the Sultan the said Convention Annex, and Agree- 
ment have become annulled and are no longer of any force or effect : 

And whereas it has, for the reasons hereiubefore appearing. seemed 
expedient to his Majesty that the said Island should be annexed to a;id should 



204 <-'• Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

form part of bis Majesty's Dominions, in order tbat proper provision may be 
made for tbe Government and protection of the said Island. 

Now, therefore, His Majesty is pleased, by and witb the advice of His 
Privy Council, to order, and it is hereby ordered, as follows : 

1. From and after tbe date bereof tbe said Island sball be annexed 
to and form part of His Majesty's Dominions and tbe said Island is annexed 
accordingly. 

2. Notbing in tbis Order sball affect tbe validity of any Instructions 
issued by His Majesty under tbe Royal Signet Manual and Signet to Higb 
Commissioner and Commander- in -Chief of Cyprus, or of any Order in Council 
affecting Cyprus, or of any Law or Proclamation passed or issued under any 
such Instructions or Order, Law or Proclamation, save in so far as any pro- 
vision of any such Order in Council, Law or Proclamation may be repugnant 
to tbe Provision of any Act of Parliament which may, by reason of the 
annexation hereby declared, become extended to Cyprus, or to any Order or 
Regulation made under the autbority of any such Act or having in Cyprus 
the force and effect of any such Act. 

3. His Majesty may from time to time revoke, alter, add to or amend 
tbis Order. 

4. Tbis Order may be cited as tbe Cyprus (Annexation) Order in Coun- 
cil, 1914. 

And tbe Rigbt Honourable Lewis Harcourt. one of His Majesty Prin- 
cipal Secretaries of State, is to give tbe Necessary direction berein accordingly. 

Almeric Fitzroy. 



III. Frankreich. 

'Sr. MXIil. Französische Note vom S. November 1914 zum 
Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit der 

Türliei. *) 

Bordeaux, le 2 novembre 1914. 

Le gouvernement de la R^plublique, de m^me que le gouvernement russe 
et le gouvernement anglais, a donn6, d^s le d6but de la guerre actuelle, au 
gouvernement ottoman l'assurance formelle que son indöpendance et Son 
int6grit6 seraient respectäes durant toute la guerre et lors de la conclusion 
de la paix, au cas oü le gouvernement ottoman observait la neutralit^ durant 
les bostilitös. 

Depuis lors, malheureusement, le gouvernement de la R6publique a du 
constater ä maintes reprises de regrettables infractions aux rögles de la 
neutralitö, principalement dans la conduite observöe par les autorit^s militaires 



'^) Anm.: Aus besonderer Quelle. — Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 205 

et navales ottomanes ä l'^gard de rAllemagne. Le nombre toujours croissant 
des postes confiös, darant ces derni^res. semaines, ä des officiers allemands, 
la röception d'armes et de munitions provenant d'AUemagne, l'accueil fait au 
Goueben et au Breslau avaient justement alarm6 le gouverDement de la 
Röpublique au moment meme oü celui-ci prouvait par son attitude bienveillante 
dans la question des Capitulations son d^sir de bonne entente avec la Porte. 
Le 29 octobre, les vaisseaux turcs ont, sans avertissement et sans provocation 
d'aucune Sorte, commis des actes de guerre: ä Odessa, un navire ottoman a 
cannonö le paquebot frangais Portugal, des Messageries maritimes, et tu6 
plusieurs personnes ä bord. Le meme jour, sans d^claration de guerre, des 
vaisseaux turcs ont coul6 des navires russes et bombard6 Thöodosia, Novorossisk, 
attaquant ainsi des Villes ouvertes et non döfendues de la cöte russe de la 
mer Noire. 

Le gouvernement russe et le gouvernement fran^ais, de concert avec 
le gouvernement britannique, voulant esp6rer que ces actes 6taient imputables 
ä l'initiative des officiers allemands, qui ont tent6 d'usurper l'autorite due 
au commandement ottoman. proposörent ä la Sublime Porte de d^solidariser 
sa politique de celle du Cabinet de Berlin, en renvoyant imm6diatement tous 
les officiers allemands employös au Service ottoman. 

A la suite d'une röunion du grand Conseil du gouvernement turc et du 
Comitö Union et Progres, tenue le 30 au soir, le gouvernement turc s'est 
born6 a proposer aux ambassadeurs de la Triple-Entente le rappel des navires 
turcs dans les dötroits et a expriraö son dösir de rester en paix avex les 
Cabinets de Russie, de France et d'Angleterre. Mais, ä döfaut du renvoi des 
officiers allemands au Service ottoman, les gouvernements de la Triple-Entente 
ne pouvaient espörer que la Turquie puisse maintenir l'attitude passive qu'elle 
ofifrait. II ötait Evident que les Allemands, apres avoir provoqu6 la rupture, 
ia mettraient compl^tement ä profit. Au surplus la proposition du gouverne- 
ment Ottoman avait, pour les gouvernements de la Triple-Entente, les mOmes 
inconv6nients qu'une guerre ouverte, puisqu'elle les obligeait ä distraire une 
partie de leurs forces pour se garder contre des agressions quil n'etait plus 
permis de considörer comme un p6ril imaginaire. 

Le gouvernement ottoman n'ayant pas cru devoir donncr, en congediant 
les officiers allemands, la marque de la sinc6rit6 de ses intentions qui lui 
6tait demandöe, les trois ambassadeurs de Russie, de France et de Grande- 
Bretagne, conformöment aux Instructions de leurs gouvernements, ont 
successivement demande leurs passeports au grand-rizir. Oette d<?marche a 
6t6 faite le 31 octobre dans la matin^e. 

A la suite de cette rupture diplomatique, les ambassadeurs ont quitt(? la 
Turquie. 

Les int6r6ts des Fran^ais en Turquie se trouvent aujourd'hui confi^s 
k l'ambassadeur des Etats-Unis d'Amörique; coux des Fran^ais en Palestine 
sont confi^s au repr6seniaat de l'Espagne. Les nouvelles rei^ues d'Alg^rie, 
de Tunisie et du Maroc, ä la suite de l'agressiou turque, prouvent que ie 



206 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

monde musulman du Nord de l'Afrique a tr^s bien compris l'erreur et la 
faute commises par la Sublime Porte en abdiquant sa 80UTerainet6 et 
rind6pendance d'un Empire musulman entre les mains de l'Allemagne. Cette 
puissance ne poursuit, en effet, que des vues 6goistes et dominatrices, et 
veut entrainer une fraction importante de l'Islam dans une lutte qui ne peut 
lui 6tre que funeste. 

II ressort des impressions regues du Nord de l'Afrique que le monde 
musulman n'entend ä. aucun degrö se solidariser avec les Turcs, qui 
compremettent d'une fa?on si t6m6raire la cause musulmane. 

IVr. MXLilI. Französische Erklärung des Kriegszustandes 
zwischen Frankreich und der Türkei vom 5. November 
1914. •») 

Les actes d'hostilitö auxquels la flotte turque, command6e par des offi- 
ciers allemands, s'est livr^e contre un bateau de commerce francais et qui 
ont causö la mort de deux Francais et de graves dommages au bateau, 
n'ayant pas 6t6 suivis du renvoi des missions militaire et navale allemandes, 
mesure par oü la Porte pouvait encore dögager sa responsabilit^, le gouverne- 
ment de la Röpublique est oblig6 de constater que, par le fait du gouverne- 
ment ottoman, l'^tat de guerre existe entre la France et la Turquie. 



IV. Belgien. 

Nr. MXIilll. Belgische Note vom 9. November 1914 über den 
Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen 
Belgien und der Türkei. (Royaume de Belgique. 
C er respondanc€ diplomatique relative ä la guerre de 
1914 — 1915. IL Paris 1915. Nr. 64.) 

M. Davignon, Ministre des Affaires Etrang^res de Belgique, 
ä tous les Chefs de Mission a L'Etranger. 

Le Havre, le 9 novembre 1914. 
Monsieur le ministre. 
Le gouvernement francais informe le gouvernement du Roi de l'^tat de 
guerre existant entre la France et la Turquie. Dans ces conditions, la pr6- 
sence au Havre du ministre de Turquie accr^dit6 aupr^s du gouvernement 
beige devenait d^licate. Comprenant la Situation dans laquelle il se trouvait 
placä par suitc des 6v6nements, S. E. M. Nousret Sadoullah Bey prit l'initia- 
tive de solliciter ses passeports et de remettre la defense des int6rets turcs 
en Belgique ä la protection du ministre des Pays-Bas. 



*) Anm. : Aus besonderer Quelle. — Herausgeber. 



b) Eintritt der Türkei. 207 

A la date du 6 novembre, j'ai remis, ä Son Excellence les passeports 
qu'elle avait demandös en lui faisant remarquer que, dans l'esprit du gouverne- 
ment du Roi, la rupture des relations diplomatiques n'impliquait nuUement 
r^tat de guerre entre les deux pays. 

Le ministre du Roi ä Constantinople a regu l'ordre de soUiciter ä son 
tour ses passeports et de quitter la Turquie. 

La defense des int^rets beiges en Turquie a 6t6 confi^e ä l'ambassadeur 
des Etats-Unis d'Amörique. 

Veuillez agr6er, etc. Davignon. 



208 C. Eintritt weiterer Staaten in den ivrieg. 

c) Eintritt Italiens in den Krieg. 
i 

1. Aus dem Dreibiindvertrag.*\ 

\'r. MXEjIV. Artikel 1 des Wreibundvertrages. 

Les Hautes Parties contractantes se promettent mutuellement paix et 
amiti^ et n'entreront dans aucune alliance on engagement dirigö contre Tun 
de Leurs Etats. 

Elles s'engagent ä proc^der ä un 6change d'idees sur les questions 
politiques et 6conomiques d'une nature g6n6rale qui pourraient se presenter, ' 
et se promettent en outre Leur appui mutuel dans la limite de Leurs propres 
int^rets. 

^r. MXliV. Artikel 111 des Dreibundvertrages. 

Si une ou deux des Hautes Parties contractantes, sans provocation directe 
de Leur part, venaient ä etre attaqu6es et ä se trouTer engag6es dans une 
guerre avec deux ou plusieurs Grandes Puissances non signataires du pr6sent 
Trait6, le „casus foederis" se pr6sentera simultan6ment pour toutes les Hautes 
Parties contractantes. » 

5fr. lUXIiVI. Artikel IV des Dreibundvertrages. 

Dans le cas oü une Grande Puissance non signataire du präsent Trait6 
menacerait la securit6 des Etats de l'une des Hautes Parties contractantes 
et la Partie menacöe se verrait par lä forc6e de lui faire la guerre, les deux 
autres s'obligent ä observer, ä l'^gard de Leur alli6, une neutralit^ 
bienveillante. Chacune se röserve, dans le cas, la facultö de prendre part ä 
la guerre si eile le jugeait ä propos pour faire cause commune avec son alliö. 

Nr. MXIjVII. Artikel Vll des Dreibundvertrages. 

L'Autriche - Hongrie et l'Italie, n'ayant en vue que le maintien autant 
que possible du statu quo territorial en Orient, s'engagent ä user de Leur 
influence pour prövenir toute modification territoriale qui porterait dommage 
ä l'une ou ä l'autre des Puissances signataires du präsent Traitö. Elles se 
communiqueront ä cet effet tous les renseignements de nature ä s'6clairer 
mutuellement sur Leurs propres dispositions ainsi que sur celles d'autres 
Puissances. Toutefois dans le cas, oü, par suite des 6v6nements, le maintien 
du statu quo dans les rägions des Balcans ou des cotes et lies ottomanes dans 
l'Adriatique et dans la mer Eg6e deviendrait impossible et que, soit en cons6- 
quence de l'action d'une Puissance tierce soit autrement, l'Autriche - Hongrie 
oa l'Italie se verraient dans la n6cessit6 de le modifier par une occupation 
temporaire on permanente de Leur part, cette occupation n'aura lieu qu'apres 
un accord pr^alable entre les deux Puissances, bas6 sur le principe d'une 
compensation röciproque pour tout avantage, territorial ou autre, que chacune 
d'EUes obtiendrait en sus du statu quo actuel et donnant satisfaction aux 
intörgts et aux pr6tentions bien fond6es des deux Parties. 



'•=) Anm.: Aus dem unten S. 209 Anm. 2 bezeichneten österreichi- 
schen Rotbuch: Anhang Nr. 15, 14, 16, 1. — Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 209 

2. Oesterreichisch- ungarische Kundgebungen. 

I. Die österreichischen Rotbücher. ^) 

Mr. mxiiVIIl. Darstellung der Vorgeschichte. 

Rb. Vorgesch. m. It. I, S. 1—18. ** 

Als die von Serbien seit vielen Jahren betriebenen Machenschaften durch 
den Mord von Sarajevo in der furchtbarsten Weise vor aller Welt offenbar 
geworden waren und Oesterreich-Ungarn sich, den elementarsten Geboten der 
Selbsterhaltung folgend, entschloß, ernste Garantien gegen die Fortsetzung 
dieser Umtriebe von Serbien zu fordern, konnte die Monarchie mit Fug und Recht 
erwarten, daß die volle Berechtigung ihrer Aktion anerkannt werden würde. 
Es konnte ja in der Tat einer europäischen Großmacht nicht zugemutet 
werden, von einem kleinen Nachbarstaate die gehässigsten Provokationen, die 
planmäßige Förderung einer Abfallbewegung in den Grenzgebieten und die 
skrupellose Mitwirkung an verbrecherischen Anschlägen und weitverzweigten 
Verschwörungen gegen ihre Sicherheit und Integrität hinzunehmen, ohne 
schließlich zu den energischesten Mitteln der Abwehr zu greifen. 

Ebensowenig wie gegen die innere Berechtigung konnten gegen die 
Form des Vorgehens Oesterreich-tJngarns Einwendungen erhoben werden. Es 
handelte sich um eine Differenz zwischen der Monarchie und einem unabhän- 
gigen Staate über ihr gegenseitiges Verhältnis und nichts berechtigte zu dem 
Verlangen, daß die erstere die Frage, wie weit sie in dem Schutze ihrer Ruhe 
und Sicherheit zu gehen habe, von der Entscheidung dritter Mächte abhängig 
machen müsse. 

Wiewohl der Streitfall somit ausschließlich Oesterreich- Ungarn und 
Serbien anging, mußte doch mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß Ruß- 
land, ungeachtet unserer Erklärung, im Fall eines lokalisierten Konfliktes 
die Souveränität und den territorialen Besitzstand Serbiens nicht antasten 
zu wollen, den willkommenen Anlaß ergreifen könnte, um den seit langem 
gehegten Plan eines Angriffskrieges gegen Oesterreich-Üngaru und damit zu- 
gleich gegen das Deutsche Reich, den die umfassenden Rüstungen, die mehr- 
fachen Probemebiiisierungen und die Inangriffnahme des' Baues großer strate- 

*) Anm.: Oesterreichische Rotblkcher: 

1. K ü. K. Ministerium des Aeußuni. Zur Vorgeschichte des Krieges 
mit Italien Wien. Druck der K. K. Hof- und Staatsdruckerei. 191ö 
[83 Seiten 8^'] 

(,Angeführt als ,,Rb. Vorgesch. in. lt. 1'*.) 

2. K. U. K. Ministerium des Aeußern. Diplomatische Aktenstücke be- 
treffend die Beziehungen Oesterieifh- Ungarns zu Italien in der Zeit vom 
20. Juli 1914 bis 2:5. Mai 1916. Wien. Druck der K. K. Hof- und Staats- 
druckerei 1915. |XVI u. 210 .Seiten 4".i 

(Angeführt als „Rb. Vorgescli. ni. lt. II". 
— Die arabischen Ziffern, bezeichnen die X/uninern im Rotbuch.} — 

Herausgeber. 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 14 



210 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

gischer Bahnen in der letzten Zeit immer deutlicher hatten erkennen lassen, 
jetzt schon zur Ausführung zu bringen. 

Ja, es war sogar zu erwarten, daß unsere durch die unerhörte Vor- 
gangsweise Serbiens vollbegründeten Forderungen von diesem nur dann ab- 
gelehnt werden würden, wenn von St. Petersburg das Signal käme, daß 
Rußland den Moment für den Angriff auf die Monarchie für gekommen er- 
achtet. War doch Serbien für diesen Fall im russischen Kalkül die wichtige 
Aufgabe des Flankenstoßes zugewiesen, eine Rolle, für die Rußland Serbien 
durch panslawistische Liebesbeweise und konsequente politische Unterstützung 
stets bereit zu halten verstand. 

Es war bei dem System von Bündnissen und Ententen, das seit Jahr- 
zehnten die Grundlage der europäischen Politik bildete, von vorneherein klar, 
daß Rußland durch seine unberechtigte Einmischung in die Kontroverse 
zwischen der Monarchie und Serbien die schwersten Konsequenzen, ja einen 
allgemeinen Konflikt heraufbeschwören müßte. 

Denn darüber konnte kein Zweifel bestehen, daß das Deutsche Reich, 
das die volle Berechtigung unserer Anklagen gegen Serbien anerkannte, von 
dem Weg, den ihm das gegebene Wort und die eigenen Lebensinteressen vor- 
zeichneten, nicht abweichen und dem langjährigen Bundesgenossen gegen einen 
russischen Angriff mit ganzer Macht Beistand leisten werde. Damit war aber 
auch der Kriegsfall für Frankreich gegeben, das seit Jahrzehnten auf die 
günstige Gelegenheit zur Verwirklichung seiner Revanchepläne gelauert hatte, 
und ebenso war zu erwarten, daß England, wenn es auch das Bestehen fester 
Vereinbarungen mit den beiden anderen Ententemächten noch in letzter Zeit 
geleugnet hatte, sich an dem Kampfe gegen den beneideten und gefürchteten 
Rivalen, das mächtig emporstrebende Deutsche Reich, beteiligen werde. 
Schließlich konnte auch damit gerechnet werden, daß die Türkei, wiewohl 
sie noch an den Nachwirkungen des eben beendeten Balkankrieges zu tragen 
hatte, sich in der Erkenntnis, daß ein Sieg Rußlands das Ende ihrer Unab- 
hängigkeit bedeuten müßte, an die Seite der Zentralmächte stellen würde. 

Welches war nun die Stellung Italiens zu diesem eventuellen europäi- 
schen Kriege? Wohl bestimmte der Bundesvertrag mit den beiden Zentral- 
mächten, dem Italien drei Jahrzehnte der Sicherheit und des Friedens, die 
ungestörte Entwicklung seiner staatlichen und wirtschaftlichen Kjäfte und 
den fast mühelosen Erwerb zweier ausgedehnter Provinzen jenseits des Mittel- 
ländischen Meeres verdankte, daß es seinen beiden Verbündeten in einem 
Kriege gegen zwei oder mehrere Mächte beizustehen habe, wenn jene den 
Krieg nicht selbst provoziert hätten.*) Wohl war es klar, daß das Ein- 



*) Art. III des Dreibundvertrages lautet in deutscher Uebersetzung : 
„Falls einer oder zwei der hohen Vertragschließenden ohne direkte Heraus- 
forderung von ihrer Seite von zwei oder mehreren Großmächten, die den 
gegenwärtigen Vertrag nicht unterzeichnet haben, angegriffen und in einen 
Krieg mit ihnen verwickelt würden, würde sich der casus foederis für alle 
hohen Vertragschließenden gleichzeitig ergeben." 



c) Eintritt Italiens. 211 

schreiten Oesterreich-Ungarns, das nach Jahren beispielloser Friedensliebe and 
Geduld gegenüber den serbischen Herausforderungen endlich erfolgen mußte, 
nicht den Charakter einer Provokation an sich trug, daß der AngriS viel- 
mehr von Rußla-nd ausging, das sich bei der Durchführung seiner weitaus- 
greifenden Pläne Serbiens als* Sturmbock gegen die Monarchie bediente. Den- 
noch waren Anzeichen dafür vorhanden, daß Italien nicht, wie es dem Wort- 
laute und dem Geiste des Bündnisses entsprechen würde, an der Seite seiner 
Alliierten in den Krieg eintreten werde. 

Nach der schillernden Haltung, die Italien zur Zeit von Algeciras und 
während der Annexionskrise eingenommen hatte, nach den Besprechuägen von 
Racconigi und dem fortgesetzten Liebäugeln mit der Tripelentente mußten 
Oesterreich-Ungarn und Deutschland vielmehr den Verdacht hegen, daß Italien 
sich der Erfüllung seiner Bündnispflichten entziehen und dies durch allerlei, 
am Texte des Vertrages geübte Interpretationskünste motivieren werde. 

War also auch auf die volle Erfüllung der aus dem Bundesverhältnisse 
entspringenden Pflichten durch Italien nicht mit Sicherheit zu rechnen, so 
konnten Oesterreich-Ungarn und Deutschland doch zum mindesten erwarten, 
daß Italien durch eine wohlwollend neutrale Haltung seine Alliierten in dem 
ungeheueren Kampfe unterstützen werde.*) 

Die tatsächliche Entwicklung der Ereignisse hat diese Annahmen zu- 
nächst gerechtfertigt ixnd nichts ließ in den Anfangsstadien des Weltkrieges 
vermuten, welch ungeheuerlichen Treubruches und Verrates Italien sich später- 
hin schuldig machen würde. 

In dieser ersten Periode, die mit der Ueberreichung unserer Note in 
Belgrad beginnt und bis in den Winter hinein sich erstreckt, war das Ver- 
halten Italiens von drei leitenden Gesichtspunkten bestimmt: von dem Ent- 
schlüsse, bis auf weiteres nicht aus der Neutralität herauszutreten, jedoch 
sofort mit aller Intensität auf einen hohen Grad militärischer Bereitschaft 
hinzuwirken; von dem Streben, seine neutrale Haltung an der Hand des 
Vertragstextes zu motivieren und die Bundesgenossen durch freundschaftliche 
Erklärungen zu beruhigen; endlich von der Absicht, für alle Fälle von 
Oesterreich-Ungarn mittels einer gewaltsamen Interpretation des Art. VII 
des Dreibundvertrages die Zusicherung zu erlangen, daß im Falle irgend 



*) Verpflichtete doch der Art. IV des Dreibundvertrages sogar für den 
Fall einer aus defensiven Gründen von einem der Verbündeten ergriffenen 
kriegerischen Initiative die anderen zu wohlwollender Neutralität. Art. IV 
lautet in Uebersetzung: , Falls eine Großmacht, die den gegenwärtigen Ver- 
trag nicht unterzeichnet hat, die staatliche Sicherheit eines der hohen Vertrag- 
schließenden bedrohen würde, und der Bedrohte dadurch gezwungen wäre, ihr 
den Krieg zu erklären, so verpflichten sich die beiden anderen, ihrem Ver- 
bündeten gegenüber eine wohlwollende Neutralität zu beobachten. Ein jeder 
behält sich in diesem Falle vor, an dem Kriege teilzunehmen, wenn er es 
für angezeigt erachtet, um mit seinem Verbündeten gemeinsame Sache zu 
machen. 

14* 



212 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

welcher Errungenschaften der Monarchie in Serbien oder Montenegro Italien 
der Anspruch auf gleichwertige Kompensationen zustehe.*; 

Dementsprechend hat denn auch der italienische Ministerrat, nachdem 
schon vorher mündliche Aeußerungen Marquis di San Giulianos darauf 
vorbereitet hatten, am 1. August v. J. den Beschluß gefaßt, daß Italien neutral 
bleiben werde. Als Gründe hierfür wurden angegeben, daß das Vorgehen der 
Monarchie gegen Serbien einen agressiven Akt gegen Rußland darstelle, wes- 
halb der Bündnisfall für Italien im Sinne des Vertrages nicht eingetreten sei 
— eine Behauptung, die durch den bloßen Hinweis auf die bekannten um- 
fassenden Vorbereitungen Rußlands für einen Angriffskrieg gegen die beiden 
Zentralmächte und auf die volle Unabhängigkeit Serbi'ins widerlegt wird; 
ferner, daß Italien den Gefahren eines Weltkrieges bei seiner exponierten 
geographischen Lage besonders ausgesetzt wäre — was zutreffen mag, Italien 
seiner Verpflichtungen aber keinesfalls entbinden kann; schließlich, da£> 
Oesterreich - Ungarn es verabsäumt habe, sich im Sinne des Art. VII des 
Bündnisvertrages vor den entscheidenden Schritten mit Italien ins Ein- 
vernehmen zu setzen und es überhaupt ablehne, die italienische Interpretation 
dieses Artikels anzuerkennen. Welche Bewandtnis es mit diesem letzten 
Punkte hatte, davon wird weiter unten noch eingehender gesprochen werden.**) 

Wiewohl die italienische Argumentation somit sehr anfechtbar war. 
wurde die Neutralitätserklärung von Oesterreich- Ungarn ohne nachdrückliche 
Einwendungen zur Kenntnis genommen, umsomehr, als Italien gleichzeitig 
neuerlich erklärte, an dem Bundesverhältuisse im übrigen festhalten zu wollen, 
ja eine spätere Kooperation als durchaus nicht ausgeschlossen bezeichnete 
und in allen Enunziationen einen aufrichtig klingenden, freundschaftlichen 
Ton anschlug. 

Parallel mit diesen Besprechungen über die Frage der Neutralität lief 
eine Aktion Italiens, die schon am 25. Juli eingesetzt hatte und die, wie 
schon oben bemerkt, das Ziel verfolgte, unter Berufung auf den Art. VII 
des Dreibundvertrages Italien für den Fall der Besetzung serbischen Gebietes 
durch oesterreichisch - ungarische Truppen den Anspruch auf Kompensationen 
zu sichern. ***) 

Sowohl die Entstehungsgeschichte als der Wortlaut dieses Artikels lassen 
klar erkennen, daß seine Bestimmungen einzig und allein auf den Fall der 
Besetzung türkischen Gebietes Anwendung zu finden haben. Er wurde 
im Jahre 1887 auf Wunsch Italiens in den Vertrag aufgenommen, also zu 
einer Zeit, da die Kompaziszenten sicherlich nur das künftige Schicksal der 
Türkei und ihres Gebietes regeln wollten. Es steht außer Zweifel, daß diese 



*) Anm. : Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf den unten 
unter Nr. MLXXI abgedruckten Text verwiesen. — Herausgeber. 

**j Anm.: Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf den unten 
unter Nr. MLXXIV abgediuckten Text verwiesen. — Herausgeber. 

***) Anm.: Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf den unten 
unter Nr. MLVII abgedrückten Text verwiesen. — Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 213 

Abmachungen getroffen wurden, um zu verhindern, daß, falls sich die von 
den Verbündeten in erster Linie angestrebte unveränderte Aufrechterhaltung 
des türkischen Besitzstandes in Europa als unmöglich erweisen sollte, die 
Interessen eines der beiden Teile einseitig und ohne gleichmäßige Berück- 
sichtigung des anderen bevorzugt würden. An andere, nichttürkische Gebiete 
der Balkanhalbinsel war damals nicht gedacht worden. Dies geht auch aus 
dem Texte, der seit 1887 unverändert blieb, klar hervor, da daraus zu ent- 
nehmen ist, daß wohl die türkischen Küstengebiete in der Adria und im 
Aegäischen Meere, nicht aber die griechischen oder montenegrinischen unter 
diese Bestimmungen fallen. *) 

Mit vollem Recht nahm daher die österreichisch - ungarische Regierung 
den Standpunkt ein, daß der Art. VII auf den Fall eines Konfliktes mit 
Serbien und die eventuelle Besetzung serbischen Gebietes nicht anzuwenden 
sei. Deshalb hielt sie sich auch nicht für verpflichtet, vor dem diplomatischen 
Schritte in Belgrad, der noch nicht den Krieg bedeutete, wenn er auch dazu 
führen konnte, gewissermaßen die Genehmigung Italiens einzuholen. 

Die entgegengesetzte Auffassung vertrat Italien, das, wie schon früher 
erwähnt, das Fehlen eines vorangegangenen Einvernehmens sowie die ab- 
weichende Auslegung dieser Vertragsbestimmungen durch Oesterreich- Ungarn 
zum Vorwand nahm, um sich von der Pflicht der militärischen Kooperation 
loszusprechen, andererseits aber eben auf Grund seiner Interpretation in Wien 
seine prinzipiellen Kompensationsansprüche für den Fall der Okkupation 
serbischen Territoriums durch Oesterreich-Ungarn geltend machte. 

üeber diese letztere Frage wurden zwischen beiden Kabinetten im 
freundschaftlichsten Tone längere Verhandlungen geführt, an denen auch die 
deutsche Regierung teilnahm. Auf den Verlauf dieser Pourparlers soll hier 
nicht im Detail eingegangen werden, es genügt, zu konstatieren, daß Oester- 
reich-Ungarn sich schließlich mit Rücksicht auf die zwar neutrale, aber im 
übrigen vollkommen freundschaftliche Haltung Italiens, dem es einen Beweis 
loyalen Entgegenkommens geben wollte, zur Anerkennung der italienischen 
Auffassung des Art. VII verstand und sich bereit erklärte, für den Fall einer 
temporären oder definitiven Besitzergreifung eines am Balkan gelegenen Ge- 
bietes in eine Konversation über die Kompensationsfrage mit Italien ein- 
zugehen. Diese am 25. August in Rom abgegebene Erklärung wurde von 
Marquis cU San Gniliano dankend quittiert, er hielt es bei der damaligen 
Krieglage jedoch für verfrüht, die Frage der etwaigen Kompensationen zu 
besprechen. '•■*) 

Damit waren die Verhandlungen zwischen den Kabinetten von Wien 
und Rom über die prinzipielle Seite ihres gegenseitigen Verhältnisses zu 

*) Anm. : Hier ist als Anmerkung Art. VII des Dreibundvertrages in 
deutscher üebersetzung gegeben. Text siehe oben S. 208, Nr. MXLVII. — 

Herausgeber. 
**) Anm.: Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf die unten 
unter Nr. MXGII und Nr. MXCIII abgedruckten Texte verwiesen. — 

Herausgeber. 



214 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

einem vorläufigen Abschluß gelangt. Die nächsten Monate widmete ItaUpn 
hauptsächlich der Ausgestaltung und Kräftigung seiner militärischen Macht- 
mittel. Gleichzeitig setzte eine Aktion Italiens ein. die auf Erwerbung 
territorialer Stützpunkte jenseits der Adria in Albanien abzielte und die — 
anfangs vorsichtig fortschreitend — sich später in dem Maße akzentuierte, 
als die militärische Bereitschaft Italiens wuchs und als es deutlicher erkenn- 
bar wurde, daß der Weltkrieg nicht zu einem raschen Siege der einen oder 
der anderen Gruppe, sondern zu langem, hartnäckigem Ringen führen würde. 
Wiewohl dieses Vorgehen Italiens weder mit dem Abkommen vom Jahre 
1900/1901 noch mit den noch anfangs August 1914 in Wien abgegebenen 
formellen Erklärungen im Einklang stand, erhob Oesterreich - Ungarn keine 
Einwendungen, umsomehr, als Italien jede einzelne „provisorische" Maßnahme 
in Wien notifizierte und dabei stets sein Festhalten an den Londoner Be- 
schlüssen betonte sowie den Fortbestand des Akkords von 1901 anerkannte. *) 

Bald wurde es aber klar, daß die ehrgeizigen Pläne Italiens sich in der 
Festsetzung an der ,altra sponda" nicht erschöpfen. Eine leidenschaftliche 
Erregung begann das Land zu erfassen, die These der absoluten Neutralität 
mußte der neuen Parole der „wachsamen und bewaffneten" Neutralität und 
später der zynischen Phrase des „sacro egoismo" weichen; von der Regierung 
im geheimen, von den Agenten der Ententemächte offen gefördert und unter- 
stützt, wuchs auf dem Boden der irredentistischen, radikalen und republika- 
nischen Schlagworte eine Bewegung heran, die unbekümmert um Treue und 
das verpfändete Wort die Vereinigung der italienischen Gebietsteile der 
Monarchie mit Italien auf ihre Fahne geschrieben hatte und deren Anhänger 
in der Presse, auf der Straße und in Versammlungen immer stürmischer das 
Verlangen stellten, daß Italien zu diesem Zwecke auf der Seite der Entente- 
mächte in den Krieg eintrete. 

Daß die offizielle Politik Italiens von den gleichen Tendenzen bestimmt 
war, zeigte sich deutlich erst, als die Leitung der auswärtigen Angelegen- 
heiten nach dem Tode Marchese di San GiuUanos Anfang November in die 
Hände Baron Sonninos überging. 

Damit trat die Entwicklung der Ereignisse in Italien in eine zweite 
Phase, in welcher der dominierende Gedanke der Entschluß war, ohne Rück- 
sicht auf die Pflichten des Bündnisses oder sonstige moralische Bedenken den 
günstigen Augenblick, da die beiden Verbündeten in schweren Kämpfen gegen 
mächtige Gegner begriffen waren, auszunützen, um von Oesterreich - Ungarn 
die Abtretung der südlichen, von italienischen Volksgenossen bewohnten Ge- 
biete zu erpressen, sie im Notfalle mit Gewalt zu erzwingen. 

Den ersten Schritt in dieser Richtung unternahm das römische Kabinett, 
als es durch seinen Botschafter in Wien am 11. Dezember unter deutlichem 
Hinweis auf die , nationalen Aspirationen" den Standpunkt vertreten ließ. 



*) Anm.: Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf den unten 
unter Nr. MCCLXX und Nr. MLXXVII abgedruckten Text verwiesen. — 

Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 215 

daß infolge unserer militärischen Operationen auf serbischem Gebiet Italien 
nach Art. VII des Dreibundvertrages ein Anrecht auf Kompensationen besitze. 
Noch unverhüllter verriet Italien seine Absichten einen Monat später durch 
die formelle Anfrage, ob Oesterreich - Ungarn eine Zession von Teilen seines 
Gebietes als Basis von Verhandlungen über die im Sinne des Art. VII zu 
gewährenden Kompensationen anzunehmen gewillt sei. 

Aus der Fülle von Argumenten, die von der österreichisch - ungarischen 
Regierung den italienischen Deduktionen damals und im weiteren Verlauf 
der Verhandlungen entgegengehalten wurden, seien nur einige wenige heraus- 
gegriffen: Militärische Operationen im fremden Gebiet bedeuten noch keine, 
auch nur temporäre Okkupation im Sinne des Art. VII und geben dem 
anderen Teil daher auch keinen Anspruch auf Kompensationen. Da tat- 
sächlich serbisches Territorium von unseren Truppen nicht besetzt ist, fehlt 
es übrigens an jeder Grundlage für die Bestimmung der Kompensation, die 
ja gegen die Vorteile abgewogen werden muß. Schließlich liegt es auf der 
Hand, daß diese Kompensationen nur dort zu suchen sind, wo die Vorteile 
liegen, die sich ausgleichen sollen, nämlich auf der Balkanhalbinsel und 
niemand hat bei dem Abschluß des Vertrages daran gedacht, daß hierfür 
andere Gebiete und vollends eigene in Betracht kommen könnten. 

Oesterreich-Ungarn hat überdies am 9. Februar gerade der italienischen 
Interpretation des Art. VII entsprechende* und ganz gleichberechtigte Gegen- 
ansprüche, die sich aus der Tatsache der italienischen Besetzung der Inseln 
im Aegäischen Meer und Valonas ergaben, angemeldet. Demgegenüber hielt 
Italien starr an seinem Standpunkte fest und erklärte schließlich nach längerem 
fruchtlosen Verhandeln Ende Februar, daß es eine Wiederaufnahme unserer 
Operationen gegen Serbien ohne vorangegangene Vereinbarung über die Frage 
der Kompensationen als einen Bruch des Bündnisvertrages ansehen und daraus 
die schwersten Konsequenzen ableiten müßte, sowie andererseits, daß eine 
solche Vereinbarung nur auf Grund einer Abtretung österreichisch-ungarischen 
Gebietes möglich sei. 

Nun war die Situation geklärt. Diese Haltung des römischen Kabinettes, 
die von einer durch die Regierung selbst und ihre Presse geschürten Erregung 
der öffentlichen Meinung gegen die beiden Zentralmächte und den eifrigsten 
Vorbereitungen für eine Mobilisierung bogleitet war, ließ keinen Zweifel 
darüber bestehen, daß das Verhältnis zu Italien nur mehr durch territoriale 
Zugeständnisse Oesterreich-Üngarns saniert werden konnte, und daß anderen- 
falls Italien sich durch Regungen des Ehrgefühls und Gewissens nicht würde 
abhalten lassen, die ihm günstig erscheinende Gelegenheit zu einem Angriff 
auf die Monarchie auszunützen, um seine nationalen Aspirationen zu ver- 
wirklichen. 

Sah man in Oesterreich-Üngarn dieser Gefahr auch ruhigen Blutes und 
mit kühler Entschlossenheit entgegen, so mußten sich die Faktoren, in deren 
Händen die Geschicke der Monarchie ruhten, im vollen Bewußtsein ihrer 
Verantwortlichkeit doch die Frage vorlegen, ob nicht nach der Erschöpfung 



216 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

aller anderen Mittel, selbst um den hohen Preis einer Gebietsabtretung, noch 
der Versuch unternommen werden müßte, das politische Verhältnis zu ItaLien 
aufrechtzuerhalten, ja vielleicht auf festere Grundlagen zu stellen. 

Oesterreich- Ungarn konnte sich nur schwer mit dem Gedanken befreunden, 
kampflos auf Gebiete zu verzichten, die seit vielen Jahrhunderten unter dem 
Szepter des Hauses Ilabsburg standen, die wie ein natürlicher Schutzwall 
der Monarchie vorgelagert waren und dessen Söhne auch in diesem Kriege 
wieder so vielfache Beweise von Hingabe und Treue erbracht hatten. Auch 
mußte dieser Entschluß umso reiflicher bedacht werden, als es den Traditionen 
der Monarchie nicht entsprach, mit unaufrichtigen Versprechen ein trügerisches 
Spiel zu spielen. Niemals in der Geschichte hat Oesterreich-Ungarn das ge- 
gebene Wort uneingelüst gelassen. 

Die außerordentliche Situation erforderte jedoch außerordentliche Ent- 
schlüsse, und so konnte Baron Buriän am 9. März mit Genehmigung des 
Monarchen und mit Zustimmung beider Regierungen dem italienischen Bot- 
schafter eröffnen, daß Oesterreich-Ungarn im Priuzipe die Abtretung eigenen 
Gebietes als Basis der Verbandlungen über die Kompensationsfrage annehme. 

War damit auch in dem wichtigsten prinzipiellen Punkte eine An- 
näherung erzielt, so ergaben sich doch schon im nächsten Stadium der Ver- 
handlungen, bezüglich einer Vorfrage, große Schwierigkeiten. Ehe nämlich 
noch in die Besprechung der Sache selbst eingegangen wurde, stellte das 
römische Kabinett das Verlangen, es möge im voraus festgesetzt werden, daß 
das Abkommen über die Gebietsabtretung sofort nach seiner Perfektionierung 
auch in Vollzug zu setzen sei — eine Forderung, die allein schon ein be- 
denkliches Licht auf die Aufrichtigkeit der Absicht Italiens, zu einer fried- 
lichen Lösung zu gelangen, warf. 

Denn ganz abgesehen von den praktischen Schwierigkeiten, die mitten 
im Kriege der überstürzten Durchführung einer so einschneidenden Maßnahme 
entgegenstanden, konnte es Oesterreich-Ungarn wohl nicht zugemutet werden, 
in einseitiger Erfüllung des Kontraktes Italien in den tatsächlichen Besitz 
der abzutretenden Gebiete, die strategisch von der allergrößten Bedeutung 
waren, zu setzen, ehe die Gegenleistung — die Neutralität Italiens bis zum 
Friedensschluß — faktisch erfolgt war. Zu einem so übermäßigen Zutrauen 
in die italienische Loyalität und Verläßlichkeit war wahrlich kein Grund 
vorhanden. 

Auf diese Bedingung konnte Oesterreich-Ungarn somit nicht eingehen, 
dagegen war es bereit, seine Zusage mit den ausreichendsten Garantien zu 
versehen, daß die Uebergabe des zedierten Gebietes nach dem Friedensschlüsse 
ohne Aufschub erfolgen würde. 

Da das italienische Kabinett von seiner Forderung aber nicht abließ, 
wäre ein Stocken der Verhandlungen unvermeidlich gewesen, hätte man sich 
nicht geeinigt, diese Frage vorläufig noch offen zu lassen und in die Be- 
sprechung der Sache selbst, des Umfanges der abzutretenden Gebiete und der 
übrigen Konzessionen, einzugehen. 



c) Eintritt Italiens. 217 

Auf Wunsch Italiens, welches damals seinerseits keine konkreten 
Forderungen formulieren zu wollen erklärte, trat zunächst Oesterreich-Ungarn 
mit seinen Propositionen hervor. Dieser Vorschlag, der am 27. März dem 
italienischen Botschafter in Wien mitgeteilt wurde, ging im wesentlichen da- 
hin, daß Oesterreich - Ungarn die Zession fast des ganzen italienischen Teiles 
von Südtirol anbot, während Italien der Monarchie seine wohlwollende Neu- 
tralität bis zum Friedensschluß zusichern und für die Dauer des Krieges die 
volle Aktionsfreiheit am Balkan zugestehen sollte. 

Wer die Rolle kennt, die das Trentino in den Jahrzehnten seit der Er- 
richtung des italienischen Königreiches im nationalen Seelenleben spielte, der 
mußte annehmen, daß die großzügige Art, mit der nun Oesterreich - Ungarn 
ohne kleinliches Schachern die Erfüllung dieses heißen Wunsches der Nation 
anbot, mit einem Schlage alle Schwierigkeiten der Verständigung beseitigen 
würde. Diese Annahme traf jedoch keineswegs zu. t 

Das römische Kabinett beschränkte sich zunächst auf einige allgemeine 
Einwendungen, die sich auf die wohlwollende Neutralität Italiens und 
das Ausmaß unserer territorialen Zugeständnisse bezogen, und schien keine 
Eile zu haben, die Verhandlungen fortzuführen. Erst nach einiger Zeit und 
über wiederholtes Drängen gab es — am 10. April — in Wien seine Gegen- 
vorschläge bekannt. 

Konnte man bis dahin den Versicherungen, Italien strebe auf einer 
neuen Basis die Fortdauer des Bündnisses an, immerhin Glauben schenken, 
so berechtigt die Maßlosigkeit der nun erhobenen Forderungen zu der Auf- 
fassung, daß es dem Kabinett Salandra nicht ernstlich um eine friedliche 
Verständigung mit Oesterreich-Ungarn zu tun sei und daß in diesem neuen 
Stadium der Entwicklung der leitende Gedanke der italienischen Politik nicht 
mehr lautete: nationaler Ausbau unter möglichster Aufrechterhaltung des 
Verhältnisses zu den beiden Zentralmächten, sondern vielmehr Ausgestaltung 
der nationalen Einheit auf Kosten Oesterreich-Ungarns, Erringung der vollen 
Suprematie in der Adria durch Verdrängung der Monarchie von diesem Meere 
und völliger, dauernder Anschluß Italiens an die Ententemächte, eventuell 
durch aktives Eingreifen an ihrer Seite. 

Die Forderungen Italiens waren in der Tat exorbitant. Sie umfaßten 
die Abtretung von ganz Welsch-Tirol, des rein deutschen Gebietes um Bozen, 
des unteren sowie auch des vorwiegend slawischen oberen Isonzotales samt 
Görz und dem Küstengebiet bis Nabresina, eines Streifens von Kärnten, der 
durchaus slawischen Inseln: Lissa, Lesina, Curzola und Lagosta und einiger 
kleinerer Inseln, die Errichtung von Triest und Gebiet als unabhängiger 
Staat, die Anerkennung der italienischen Souveränität über Valona und Ge- 
biet, sowie das völlige D6sint6ressement Oesterreich - Ungarns an Albanien 
und die sofortige Durchführung der territorialen Abtretungen. 

Die Struktur dieses Programmes läßt klar die ihm zugrunde liegenden 
Ideen erkennen: für die verlangte Abgrenzung zu Lande sind nicht nationale 
Momente, sondern strategische Gesichtspunkte, und zwar aggressiver Natur 



C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

maßgebend; die auf Albanien und die dalmatinischen Inseln bezüglichen 
Postulate zeigen, wie sehr das adriatische Problem in den Vordergrund ge- 
treten ist, und die Tatsache allein, daß Italien eine Reihe von Forderungen 
erhob, die den Lebensnerv der Monarchie berührten, läßt vermuten, daß man 
in Rom innerlich entschlossen war, auf jeden Fall — mochte die Lösung nun 
friedlich oder gewaltsam erfolgen — mit den Zentralmächten au brechen und 
zur Entente überzugehen. Denn mit der These von der „Festigung des 
Bundesverhältnisses durch die Ausschaltung der bestehenden Reibungsflächen " 
war — darüber mußte man doch selbst in Rom im Klaren sein — eine 
Politik unvereinbar, die z. B. allen Ernstes darauf ausging, Triest und die 
der Küste Dalmatiens vorgelagerten Inseln aus dem Gefüge der Monarchie 
herauszureißen. 

Obwohl die Maßlosigkeit der Ansprüche Italiens zu einem Stocken der 
Verhandlungen hätte» führen müssen — und es erscheint bei rückblickender 
Betrachtung nicht als ausgeschlossen, daß dies in der Absicht des römischen 
Kabinettes lag — war Oesterreich - Ungarn doch so ziemlich in allen Fragen 
zu einem weiteren Entgegenkommen bereit und es gelang tatsächlich auch, 
bezüglich mancher Punkte eine solche Annäherung herbeizuführen, daß eine 
wesentliche Differenz kaum mehr bestehen blieb. 

Andere italienische Postulate waren aber in ihrem Wesen geradezu eine 
Negation der wichtigsten Lebensinteressen der Monarchie und da konnte von 
einer wirklichen Annäherung umsoweniger die Rede sein, als das römische 
Kabinett mit auffallender Starrheit gerade an diesen Forderungen festhielt. 

Während sonach die Verhandlungen von Oesterreich - Ungarn mit dem 
größten Entgegenkommen weitergeführt wurden, entschloß sich das Kabinett 
Salandra, ohne auf unser ihm vorliegendes Angebot auch nur zu antworten, 
am 4. Mai in Wien zu erklären, daß es den Bündnisvertrag als durch uns 
verletzt und daher als hinfällig betrachte, alle seine Propositionen zurück- 
ziehe und seine volle Aktionsfreiheit hierdurch wiedererlangt habe.*) 

Die österreichisch - ungarische Regierung hielt es nicht für angezeigt, 
auf diesen überraschenden Schritt Italiens sofort zu reagieren, sondern setzte 
unverdrossen ihre Bemühungen fort, eine gütliche Verständigung mit Italien 
herbeizuführen. 

Zu diesem Zwecke erweiterte sie das Maß der Zugeständnisse, die 
Oesterreich - Ungarn Italien zu machen bereit war, so weit, als dies mit der 
elementarsten Rücksicht auf die Lebensinteressen der Monarchie noch ver- 
einbar war. 

Das letzte Angebot, das in Rom schriftlich sowohl von dem k. u. k. 
Botschafter wie auch vom Fürsten Bülow der italienischen Regierung über- 
geben wurde, umfaßte im wesentlichen folgende Punkte: 

die Zession des italienischen Teiles von Südtirol ; 



*) Anm.: Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf den unten 
unter Nr. MCCXVIII abgedruckten Text verwiesen. — Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 219 

die Zession des von italienischer Bevölkerung bewohnten Gebietes west- 
lich des Isonzo ; 

hinsichtlich Triests die Errichtung einer Universität, die Verleihung des 
Titels einer kaiserlichen Freistadt und die Revision des städtischen Statuts, 
das bei Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Autonomie den italienischen 
Charakter der Stadt gewährleisten würde ; den Fortbestand und die eventuelle 
Erweiterung der Freihafenzone ; 

unsere Bereitwilligkeit zur Anerkennung der vollen Souveränität Italiens 
über Valona und das umgebende Gebiet; 

das politische D6sint6ressement Oesterreich-Ungarns an Albanien; 

den Verzicht auf alle Ansprüche, die aus dem Titel der Besetzung des 
Dodekanes durch Italien von der Monarchie erhoben werden könnten. 

Als Gegenleistung beanspruchte Oesterreich - Ungarn lediglich die Er- 
klärung Italiens, daß es während der ganzen Dauer des gegenwärtigen 
Krieges sich gegenüber der Monarchie, dem Deutschen Reiche und der Türkei 
vollkommen neutral verhalten werde und sich hinsichtlich aller Errungen- 
schaften desinteressiere, die Oesterreich - Ungarn im Laufe des Krieges oder 
durch den Friedensschluß zufallen sollten. 

Was die Garantien für die Durchführung dieser Abmachungen anbelangt,^ 
würde Oesterreich - Ungarn sich verpflichten, sofort nach dem Abschluß des 
Akkords eine feierliche Kundgebung hinsichtlich der Zession der abgetretenen 
Gebiete zu erlassen. Ueberdies würden gemischte Kommissionen sofort nach 
Vertragsabschluß zur Regelung der Detailfragen zusammentreten; ihre Be- 
schlüsse würden der Ratifizierung durch die Regierungen unterliegen. Sofort 
nach dieser Ratifizierung hätte die Uebergabe der zedierten Gebiete zu be- 
ginnen, die binnen Monatsfrist zu beendigen wäre. 

Schließlich würden Oesterreich - Ungarn und Italien sich damit ein- 
verstanden erklären, daß das Deutsche Reich die loyale Durchführung der 
Vereinbarung garantiert. 

Als auch diesen Propositionen gegenüber das italienische Kabinett sich 
in Schweigen hüllte, und als die parlamentarischen Vorgänge sowie die Er- 
klärungen des Ministerpräsidenten Salaiidra vom 20. Mai, die in der durch 
monatelanges Schüren aufs höchste erregten Bevölkerung lebhaftesten Wider- 
hall fanden, den festen Entschluß Italiens klar bewiesen, dem langjährigen 
Verbündeten ganz unabhängig von irgendwelchen konkreten Forderungen und 
ohne den leisesten Versuch einer stichhältigen Begründung treulos in den 
Rücken zu fallen, hielt die österreichisch - ungarische Regierung am 21. Mai 
den Moment für gekommen, auf die letzte Mitteilung der italienischen Re- 
gierung vom 4. Mai zu antworten, um die volle Haltlosigkeit der italienischen 
Vorwände und die Unzulässigkeit der von Italien einseitig proklamierten 
Außerkraftsetzung des Bündnisses nachzuweisen und schließlich die Verant- 
wortung für alle Konsequenzen abzulehnen, die Sich aus dieser willkürlichen 
Lossagung Italiens von dem Bündnisse ergeben könnten. *j 



*) Anm.: Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf den unten 
unter Nr. MCCXLVIII abgedruckten Text verwiesen. — Herausgeber. 



220 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Wenige Tage darauf, am 23. Mai, überreichte der königlich italienische 
Botschafter in Wien der k. u. k. Regierung die Kriegserklärung, deren völlig 
haltlose und armselige Begründung wie ein Einbekenntnis der Schwäche des 
eigenen Standpunktes klingt. *) 

^r. MXLiIX. Graf Berclitold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 1. 

(Telegramm.) Wien, am 20. Juli 1914. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, bei Ihrer voraussichtlich morgen statt- 
findenden Zusammenkunft mit Marchese di San GiiiUano ungefähr folgende 
Sprache zu führen. 

Bisher sei Euer Exzellenz über den Abschluß der Untersuchung in Sara- 
jevo und unsere in Belgrad aus diesem Anlasse beabsichtigten Schritte noch 
keine präzise Information zugekommen, doch hätte ich Hochdieselben ver- 
ständigt, daß das bereits vorliegende Material sowie die seit Jahren fortgesetzten 
serbischen Wühlereien uns zu einer ernsten Sprache in Belgrad zwingen 
würden. Euer Exzellenz seien ermächtigt worden, dies Marchese di San Giu- 
liano persönlich mitzuteilen und hinzuzufügen, daß wir bei unseren Schritten 
in Belgrad einen friedlichen Erfolg als durchaus im Bereiche der Möglichkeit 
gelegen erachteten. Wir seien überzeugt, daß wir bei der Klärung unseres 
Verhältnisses zu Serbien auf die bundestreue und loyale Haltung Italiens 
rechnen könnten. In richtiger Beurteilung der internationalen Lage hätte 
Marchese di San Ginliano öfters Euer Exzellenz ebenso wie auch mir in 
Abbazia erklärt, Italien brauche ein starkes Oesterreich-Üngarn. Die Klärung 
unseres so mißlichen Verhältnisses zu Serbien erschiene als eine absolute Not- 
wendigkeit zur Erhaltung der gegenwärtigen Situation der Monarchie und der 
derzeitigen Widerstandskraft des Dreibundes, auf dessen Festigkeit der Friede 
und das Gleichgewicht Europas beruhe. Es sei im gegenwärtigen Augen- 
blicke auch im Interesse Italiens gelegen, daß dasselbe offensichtlich unsere 
Partei ergreife. Es wäre daher auch sehr wichtig, daß der Minister recht- 
zeitig Vorsorge treffe, damit die italienische öffentliche Meinung im bundes- 
freundlichen Sinne inspiriert werde und, sobald unsere Demarche in Serbien 
erfolgt, sich entsprechend manifestiere. 

Im Laufe einer sich hierüber eventuell entspinnenden Diskussion können 
Euer Exzellenz vorläufig ohne Auftrag Ihre begründete Ueberzeugung dahin 
aussprechen, daß, selbst wenn die friedlichen Mittel versagen würden, das 
Kabinett von Wien an keinen Eroberungsfeldzug und an keine Einverleibung 
von serbischen Gebieten denkt. Bei dieser Gelegenheit können Euer Exzellenz 
auch die tendenziöse Erfindung des „Temps", als ob wir einen Ueberfall auf 
den Lovcen beabsichtigten, kategorisch in Abrede stellen. Wir wären der italie- 
nischen Regierung sehr verbunden, falls sie ihren Einfluß in Cetinje geltend 



*) A n m . : Zu diesem Absatz ist in einer Randbemerkung auf den unten 
unter Nr. MCCLII abgedruckten Text der italienischen Kriegserklärung ver- 
wiesen. — Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 221 

machen würde, um Montenegro, dessen Haltung übrigens von jener der Belgrader 
Regierung wesentlich verschieden ist und welches selbst üble Erfahrungen mit 
von Serbien exportierten Bomben gemacht hat, anläßlich unserer Konversation 
mit Belgrad zu vollkommener Ruhe zu bestimmen. 

Im Sinne vorstehender Ausführungen habe ich mich auch dem italienischen 
Botschafter gegenüber geäußert. 

Kr. MLi. Grat Bercbtold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgescli. m. lt. II 2. 

(Erlaß.) Wien, am 20. Juli 1914. 

Es muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die königlich italie- 
nische Regierung für den Fall einer kriegerischen Komplikation zwischen uns 
und Serbien versuchen wird, den Art. VII des Dreibundvertrages*) in einem 
weder dem Geiste noch dem Wortlaute konformen Sinne zu interpretieren und 
einen Anspruch auf Kompensationea zu erheben. 

In der Anlage erhalten Euer Exzellenz schon jetzt eine Notiz, deren 
Inhalt Hochdensslben zur Richtschnur zu dienen hat, um einer allenfalls von 
Marchese di San GiuUano gesprächsweise vorgebrachten italienischen Inter- 
pretation des obgenannten Artikels entgegentreten zu können. 

*) Vide Anhang Nr. 1. 

Beilage. 

Notiz. 

Mit einer eventuell notwendig werdenden Kriegserklärung an Serbien 
verfolgt Oesterreich-Üngarn keineswegs die Absicht, territoriale Erwerbungen 
zu machen. Die Monarchie hat vielmehr lediglich die Erreichung des in ihrer 
Note an die Belgrader Regierung entwickelten Zieles vor Augen, nämlich in 
ihrer normalen friedlichen Entwicklung durch keine vom benachbarten König- 
reiche genährte staatsfeindliche Propaganda gestört zu werden. 

Wenn die Monarchie bei einem Kriege mit Serbien auch nicht auf Land- 
erwerb ausgeht, so bringt doch die Natur des Krieges die Verlegung der 
Operationsbasis auf serbisches Territorium mit sich und muß damit gerechnet 
werden, daß, wenn auch Serbien — sei es im Laufe der Mobilisierung, sei es 
bald nach Beginn der Operationen — sich zur Nachgiebigkeit entschließen 
sollte, eine provisorische Besetzung serbischen Gebietes insolangc aufrecht- 
erhalten bleibt, als nicht die geforderten Garantien geleistet und die durch 
Serbiens ursprüngliches Refus der Monarchie erwachsenen Mobilisierungs- 
respektive Kriegskosten gezahlt sind. 

Es hieße den Geist des Dreibundvertiages gründlich yerkennen, wenn man 
Art. VII dahin interpretieren wollte, daß die temporäre Besetzung von Ge- 
bieten eines mit der Monarchie im Kriegszustande befindlichen benachbarten 
Balkanstaates von einem vorherigen, auf Grund einer Kompensation erzielten 
Einverständnisse mit Italien abhängig wäre. 



222 t). Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Was den Wortlaut des Vertrages anbelangt, so könnte allenfalls der 
Umstand, daß im Art. VII bei Besprechung einer für Oesterreich-Ungarn oder 
Italien sich eventuell ergebenden Notwendigkeit, den Status quo zu modifizieren 
der Ausdruck „dans les rögions des Balcans" gebraucht wird, zu einer 
Interpretation in dem Sinne Anlaß geben, die Bestimmungen des genannten 
Artikels hätten mangels einer ausdrücklichen Unterscheidung zwischen den 
zur Türkei gehörigen Balkangebieten und den Territorien der Balkanstaaten 
auf beide in gleicher Weise in Anwendung zu kommen. 

Wie wenig eine solche Interpretation des Art. VII begründet ist, läßt 
sich aus dem Wortlaute unserer Uebereinkommen selbst ersehen. 

Wenn es im Art. VII nach den Worten „dans les rögions des Balcans" 
weiter heißt: „des cötes et lies ottomanes dans l'Adriatique et dans la mer 
Egöe", so kann die durch ausdrückliche Betonung des türkischen Besitzes 
implicite erfolgende Ausscheidung der einem anderen Staate gehörigen Inseln 
und Küstengebiete von den Betimmungen des Artikels nur als ein Beweis 
dafür angesehen werden, daß die Worte „dans les regions des Balcans" sich 
auch nur auf türkischen Besitzstand beziehen, da sonst eine gewiß nicht 
beabsichtigte Differenzierung entstehen müßte, derzufolge z.B. montenegrinische 
oder griechische Küstengebiete, respektive Inseln, nicht unter die Bestimmungen 
des Art. VII zu fallen hätten, wohl aber Teile des Landesinneren. 

Für die Richtigkeit der Auffassung, daß sich die Bestimmungen des 
Art. VII nur auf unter ottomanischer Herrschaft stehende Gebiete beziehen, 
spricht auch der in demselben Artikel enthaltene Passus über eine allfällige 
Kompensation. Es ist wohl zweifellos, daß bei einer Okkupation irgend- 
welchen türkischen Gebietes seitens einer der beiden Vertragsmächte der 
anderen die Teilnahme an dem Kriege und damit die Möglichkeit freisteht, 
auch ihrerseits ein vorher bestimmtes Kompensationsobjekt temporär oder 
permanent zu besetzen. Diesen Grundsatz auf einen Krieg zwischen der 
Monarchie mit einem Balkanstaate ohne Küstengebiet anzuwenden, erscheint 
aber insolange ausgeschlossen, als sich nicht ein anderer Balkanstaat dem 
Gegner der Monarchie anschließt, der eine eigene Küste besitzt und daher 
Italien die Besetzung eines Kompensationsgebietes auf dem Seewege ermög- 
lichen würde. 

Auch der Wortlaut des „Arrangement special concernant le sandjak de 
Novibazar" vom Jahre 1909*) weist deutlich darauf hin, was im Art. VII 
des Dreibundvertrages unter „les regions des Balcans" zu verstehen ist. In 
diesem Arrangement, welches ausdrücklich den Zweck verfolgt, den mehr- 
genannten Art. des Dreibundvertrages zu präzisieren und zu ergänzen, heißt 
es nämlich, die Bestimmungen des Art. VII werden auf den Sandjak von 
Novibazar ebenso zur Anwendung kommen, wie auf die übrigen Teile der 
Türkei. Wenn in dem darauf folgenden, mit „Si donc" eingeleiteten Satze 
gleich wieder von „maintien du statu quo dans les Balcans" gesprochen wird. 



*) Vide Anhang Nr. 2. 



c) Eintritt Italiens. 223 

so kann dies eben nur dahin aufgefaßt werden, daß unter „les Balcans" an 
dieser Stelle, wie im Vertrage überhaupt, nur von den in türkischem Besitze 
befindlichen Territorien auf dem Balkan die Rede ist. 

Was den Geist des Vertrages anbelangt, so muß wohl ein Hinweis auf 
die in der Vertragseinleitung enthaltenen Worte über die ,bienfaits qua leur 
garantit, au point de vue poliüque, aussi bien qu'au point de vue monar- 
chique et social, le maintien de la Triple Alliance" genügen, um klar zu 
machen, daß die Monarchie keine ihre Aktion gegen Serbien erschwerende 
Vertragsinterpretation von Italien erwarten kann, wo es sich doch in erster 
Linie darum handelt, Garantien gegen die Portsetzung einer die Existenz der 
Monarchie bedrohenden Propaganda zu erhalten. 

Weiters darf auch nicht übersehen werden, daß nach dem Geiste des 
Art. VlI die Aufrechterhaltung des damaligen Status quo zu dem Zwecke 
als anstrebenswert dargestellt wurde, um jede territoriale Verschiebung zu ver- 
hindern, die Oesterreich-Üngarn oder Italien zum Nachteile gereichen könnte. 
Seither ist aber eine solche Verschiebung, und zwar in einer für die Interessen 
der Monarchie durchaus ungünstigen Richtung eingetreten. Die Vergrößerung 
Serbiens auf Kosten der Türkei hat im Königreiche den großserbischen Wahn 
in einer derartigen Weise gefördert, daß die Monarchie sich in der ruhigen 
Entwicklung ihres eigenen Besitzstandes gefährdet sieht und zur Verteidigung 
des letzteren nötigenfalls bis zur Anwendung von Waffengewalt schreiten 
muß. Wenn es auch außer Zweifel steht, daß ein Eingreifen der Monarchie 
zum Zwecke einer Aenderung des Status quo in dem gegenwärtigen Besitz- 
stande der Türkei oder bezüglich der zur Vertragszeit türkisch gewesenen 
Gebietsteile ein vorheriges Einverständnis mit Italien bedingt, so ist es anderer- 
seits auch einleuchtend, daß die Monarchie freie Hand haben muß, einer 
ohne ihr Zutun erfolgten Aenderung des Status quo gegenüber die eigenen 
Interessen zu wahren. 

Nr. IfILI. Herr von Merey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. ni. It. II B 

(Telegramm.) Rom, am 21. Juli 1914. 

Mit Beziehung auf Euer Exzellenz Telegramm vom 20. d. M. 

Unterredung mit Marchese di San Giuliano fand heute nachmittags statt. 

Der Minister zeigte sich über unsere bevorstehende Demarche in Belgrad 
sehr präokkupiert. Ich sprach mich in längeren Ausführungen im Sinne des 
ersten Teiles des obzitierten Telegrammes aus. Bei der sich daran anschließen- 
den ausführlichen Diskussion konnte ich auch Schlußalinea des obigen Tele- 
grammes verwerten. 

Was die Klärung unseres Verhältnisses zu Serbien anlangt, setzte der 
Minister, wie schon öfters vorher, langatmig auseinander, daß wir nicht mit 
Demütigung und Gewalt, sondern nur mit Konzilianz Sanierung herbeiführen 
könnten. Für national gemischten Staat wie Monarchie sei dies die einzige 
Politik und bei Deutschen und Polen sei uns dies gelungen. Ich erklärte dieses 



224 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

schon oft zwischen uns erörterte Raisonncment als rein theoretisch und über- 
dies falsch. Die Wirklichkeit sehe anders aus. Ich wies auf Alles, was wir 
für Serbien seit dem Berliner Vertrage getan, auf unsere Konzilianz während 
des Balkankrieges und auf immer violentere panserbische Offensive hin. 

Italien, fuhr mein Mitredner fort, wünsche ein starkes Oesterreich-Ungarn. 
aber so wie es sei, ohne territoriale Vergrößerung. Meine Ausführungen, daß 
wir keine Gebietseinverleibuug anstreben, nahm der Minister mit Befriedigung, 
jene hinsichtlich des Lovcen mit schlechtverhülltem Jubel auf. 

Marchese di San Giuliano erklärte ferner, es sei seine entschiedene 
Absicht, uns zu unterstützen, falls unser Begehren an Serbien ein solches sei, 
daß seine Erfüllung legitim erscheint. Gegenteiligenfalls hätte er die Stimmung 
seines ganzen Landes gegen sich, das nun einmal liberal, seines revolutionären 
Ursprunges eingedenk sei und für irredentistische Manifestationen, wo immer. 
Sympathie habe. Er betonte, seine Haltung würde erleichtert, wenn unsere 
Demarche in Belgrad sich — wenn nicht ausschließlich, so doch vorwiegend 
— auf die Katastrophe in Sarajevo und weniger auf sonstige Agi- 
tationen stützen würde. 

Ich argumentierte gegen alle diese Einschränkungen, die ich theoretisch 
als verfehlt, praktisch als ungenügende Freundschaft und Solidarität bezeichnete. 

Hinsichtlich der Presse sagte der Minister unter den vorstehenden 
Reserven seine Einflußnahme zu, meinte aber, dieselbe erst nach Kenntnis- 
nahme des Inhaltes unserer Demarche in Belgrad eintreten lassen zu können. 

Nach Montenegro versprach er noch heute Instruktion in von uns ge- 
wünschtem Sinne abgehen zu lassen. Auch in Belgrad habe er bereits Rat- 
schläge zur Konzilianz erteilt. 

Schließlich bemerkte der Minister, sein Vertrauen in unsere Mäßigung 
gegenüber Serbien gründe sich vor allem auf die Weisheit unseres Monarchen, 
was ich mit der Bemerkung quittierte, er könne in der Tat schon hieraus die 
Beruhigung schöpfen, daß unsere Schritte in Belgrad, was immer ihr Inhalt 
sei, sorgfältig erwogen und unbedingt notwendig sein werden. 

Im Ganzen gab mir Unterredung Eindruck vieler freundlicher Phrasen, 
aber ebenso vieler mentaler Reservationen, sowie daß der Minister offenbar 
vorläufig nicht an den Krieg, sondern an ein Einlenken Serbiens glaubt, wobei 
er vermutlich auf ein iatensives diplomatisches Einwirken der Mächte in Wien 
und Belgrad rechnet. 

Nr. IttLII. GraS Bercbtold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 4. 

(Telegramm.) Wien, am 22 Juli 1914. 

Ich ersuche Euer Exzellenz , Marchese di San Giuliano im Verfolge 
der Mitteilungen, die Sie ihm bereits gemacht haben, streng vertraulich zu 
eröffnen, daß unsere Demarche in Belgrad nunmehr für Donnerstag, den 23. 
1. Mts., nachmittags festgesetzt ist. Ueber den Inhalt der JNTote. die Freiherr 
von Giesl beauftragt ist, der serbischen Regierung zu überreichen, wollen 

\ 



c) Eintritt Italiens. 225 

Euer Exzellenz bemerken, daß dieselbe eine Anzahl von Forderungen enthält, 
welche sich auf die Eindämmung der unsere Gebiete bedrohenden Bewegung 
beziehen, Forderungen, die wir auf Grund der bisherigen Ergebnisse der Sara- 
jevoer Untersuchung und der Erkenntnis uns zu stellen gezwungen sehen, daß 
wir der von Belgrad aus schon seit Jahren betriebenen Aufwiegelung unserer 
südlichen Grenzländer ein Ende bereiten müssen. Wir "hätten der serbischen 
Regierung eine achtundvierzigstündige Frist zur Annahme unserer Forderungen 
gegeben, da wir uns den üblichen serbischen Verschleppungen nicht aussetzen 
können. Die Verständigung der Signatarmächte erfolge am Freitag, den 
24. 1. M., und würden Euer Exzellenz an diesem Tage auch in der Lage sein, 
der italienischen Regierung offizielle Kenntnis von unserer Demarche in Belgrad 
zu geben. Ihre heutige Demarche erfolge nur in Rom und Berlin mit spezieller 
Rücksicht auf das Bundesverhältnis. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, die in diesem Telegramme vorgesehene Mit- 
teilung womöglich Marchese cli San Giuliano persönlich (wenn dies un- 
möglich, seinem Vertreter) zu machen. 

'Sr. HILilII. Oraf Berchtold au Herrn Ton Merey. 
Rb. Vorgesch. m. It. II ö. 

(D6peche.) Vienne, le 22 juillet 1914. 

Le Gouvernement I. et R. s'est vu obligä d'adresser jeudi, le 23 de ce 
mois, par l'entremise du Ministre I. et R. ä Beigrade, la note suivante au 
Gouvernement Royal de Serbie. (Siehe Beilage.) 

J'ai l'honneur d'inviter Votre Excellence de vouloir porter le contenu 
de cette note ä la connaissance du Gouvernement auprös duquel vous etes 
accr6dit6, en accompagnant cette communication du commentaire que voici: 

Le 31 mars 1909 le Gouvernement Royal serbe a adressö ä, l'Autriche- 
Hongrie la döclaration dont le texte est reproduit ci-dessous. 

Le lendemain meme de cette däclaration la Serbie s'est engag6e dans 
une politique tendant ä inspirei; des idöes subversives aux ressortissants serbes 
de la Monarchie austro-hongroise et ä pr^parer ainsi la Separation des territoires 
austro-hongrois, limitrophes ä la Serbie. 

La Serbie devint le foyer d'une agitation criminelle. 

Des soci6t6s et affiliations ne tard^rent pas ä se former qui, soit ouverte- 
ment, soit clandestinement, 6taient destinöes ä cröer des d^sordres sur le 
territoire austro - hongrois. Ces soci(5t6s et affiliations comptent parmi leurs 
membres des gänäraux et des diplomates, des fonctionnaires d'Etat et des 
juges, bref les sommitäs du monde officiöl et inofficiel du Royaume. 

Le journalisme serbe est presque entiörement au Service de cette propa- 
gande, dirigöe contre l'Autriche-Hongrie, et pas un jour ne passe sans que les 
organes de la presse serbe n'cxcitent leurs lecteurs ä la haine et au mepris 
de la Monarchie voisine ou ä des attentats dirigcSs plus ou moins ouvertement 
contre sa süret6 et son int6grit6. 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 15 



226 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Un grand nombre d'agents est appel6 k soutenir par tous les moyens 
l'agitation contre l'Autriche-Hongrie et ä corrompre dans les provinces 
limitrophes la jeunesse de ces pays. 

L'esprit conspirateur des politiciens serbes, esprit dont les annales du 
Royaume portent les sanglantes empreintes, a subi une r6crudescence depuis 
la derni^re crise balcanique; des individus ayant fait partie des bandes jusque 
1;\ occup6es en Mac6düine, sont venus se mettre ä la disposition de la propa- 
gande terroriste contre l'Autriche-Hongrie. 

En prösence de ces agissements auxquels l'Autriche-Hongrie est expos6e 
depais des ann6es, le Gouvernement de la Serbie n'a pas cru devoir prendre 
la moindre mesure. C'est ainsi que le Gouvernement serbe a manqu6 au 
devoir que lui imposait la döclaration solennelle du 31 mars 1909, et c'est 
ainsi qu'il s'est mis en contradiction avec la volonte de l'Europe et avec 
l'engagement qu'il avait pris vis-ä-vis de l'Autriche-Hongrie. 

La longanimit6 du Gouvernement I. et R. ä l'ägard de l'attitude provo- 
catrice de la Serbie 6tait inspiröe du d6sint6ressement territorial de la 
Monarchie austro-hongroise et de l'espoir que le Gouvernement serbe finirait 
tout de meme par appr^cier ä sa juste valeur l'amiti^ de l'Autriche-Hongrie. 
En observant une attitude bienveillante pour les intörSts politiques de la 
Serbie, le Gouvernement I. et R. esp6rait que le Royaume se döciderait 
finalement ä suivre de son c6t6 une ligne de conduite analogue. L'Autriche- 
Hongrie s'attendait surtout ä une pareille Evolution dans les idöes politiques 
en Serbie, lorsque, apres les 6v6nements de l'annöe 1912, le Gouvernement 
1. et R. rendit possible par une attitude d6sint6ress^e et sans rancune l'agran- 
dissement si consid6rable de la Serbie. 

Cette bienveillance manifest^e par l'Autriche-Hongrie ä T^gard de l'Etat 
voisin n'a cependant aucunement modiliä les proc6d6s du Royaume qui a 
Continus ä tol6rer sur son territoire une propagande dont les funestes cons6- 
quences se sont manifest^es au monde entier le 2S juin dr., jour, oü l'häritier 
prösomptif de la Monarchie et son illustre 6pouse devinrent les victimes d'un 
complot tramö ä Beigrade. 

En pr6sence de cet 6tat de choses le Gouvernement I. et R. a du se 
d^cider ä entreprendre de nouvelles et pressantes d6marches ä Beigrade afin 
d'amener le Gouvernement serbe ä arreter le mouvement incendiaire menacant 
la süret6 et rint6grit6 de la Monarchie austro-hongroise. 

Le Gouvernement I. et R. est persuadö qu'en entreprenant cette dömarche, 
il se trouve en plein accord avec les sentiments de toutes les nations civilis^es 
qui ne sauraient admettre que le r^gicide devint une arme dont on puisse 
se servir impun6ment dans la lutte politique, et que la paix europ^enne füt 
continuellement troubl6e par les agissements partant de Beigrade. 

C'est ä l'appui de ce qui pr6cöde que le Gouvernement I. et R. tient ä 
la disposition du Gouvernement Royal Italien un dossier 6lucidant les men6es 
serbes et les rapports existant entre ses men^es et le meurtre du 28 juin. 



c) Eintritt Italiens. 227 

Une communication identique est adress^e aux Repr6sentants Imp6riaux 
et Royaux aupres des autres Puissances signataires. 

Vous etes autorisä ä laisser une copie de cette d6peche entre les mains 
de Monsieur le Ministre des Affaires Etrangeres. 

(Folgt als Beilage das österreichische Ultimatum an Serbien, s. 
Jahrbuch des Völkerrechts III 325, No. CXL. — Herausgeber.) 

Sr. MLilV. <jlraf Berchtold an Herrn von M^rey. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 6. 

(Erlaß.) Wien, am 22. Juli 1914. 

Bei Ausführung des Euer Exzellenz gleichzeitig zugehenden Auftrages 
werden nähere mündliche Erläuterungen kaum mehr notwendig sein, da Euer 
Exzellenz Marchese di San Giuliano ohnehin gesehen und ihn auf das 
Kommende vorbereitet haben. Vielleicht wird es aber Euer Exzellenz opportun 
erscheinen, speziell auf den Umstand aufmerksam zu machen, daß dieNarodna 
Odbrana, der auch alle bei dem Komplotte vom 28. Juni 1. J. kompromit- 
tierten serbischen Persönlichkeiten angehören, eine über ganz Serbien 
verbreitete Kampfesorganisation darstellt, deren Tätigkeit ihrem 
uns in authentischer Form vorliegenden Programme zufolge, nach dem Aus- 
scheiden der Türkei als Angriffsobjekt, nun mehr einzig und allein gegen die 
Monarchie gerichtet ist. 

'Sr. MLiV. Herr von Merey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgescli. m. It. II 7. 

(Telegramm.) Rom, am 23. Juli 1914. 

Der mir mit gestrigem Telegramme erteilte Auftrag wurde heute um 
4 Uhr 45 Minuten nachmittags bei Marchese di San Giuliano in Fiuggi 
ausgeführt. Letzterer erwiderte, er könne, ohne die von der k. u, k. Regierung 
an das Belgrader Kabinett gestellten Forderungen zu kennen und darüber 
mit dem Ministerpräsidenten zu sprechen, keine Ansicht äußern. Letzterer 
fährt morgen nach Fiuggi, wo eine Besprechung zwischen ihm, dem Minister 
des Aeußern und dem dort anwesenden deutschen Botschafter stattfinden wird. 

In ausdrücklich als inoffiziell und privat bezeichneten Ausführungen 
äußerte Marchese di San Giuliano seine Besorgnisse in betreff italienischer 
öffentlicher Meinung. Er schrieb jedoch sofort einen Brief an Generalsekretär 
de Martino, in welchem er diesen angeblich beauftragt, sofort mäßigend auf 
die Presse einzuwirken, sobald Nachricht über Uebergabe unseres Ultimatums 
in Rom eintrifft. 

"Sr, MLVI. Herr von Merey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vor^esch. ni. It. II 8. 

(Telegramm.) Rom, am 24. Juli 1914. 

Infolge Abwesenheit des Ministers des Aeußern und des Unterstaats- 
sekretärs von Rom wurde unsere Note an die serbische Regierung dem 
Generalsekretär heute vormittags mitgeteilt. 

1.3* 



228 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Letzterer machte bei Beginn der Lektüre die Bemerkung, es sei sehr 
geschickt, Note mit der Zitierung der serbischen Note aus dem Jahre 1909 
zu beginnen. 

Im weiteren Verlaufe der Lektüre sagte er, persönlichen Charakter dieser 
Bemerkung betonend, es scheine ihm, daß wir Serbien geradezu als Großmacht 
behandeln und daher uns durch die in seinem Territorium betriebene Agitation 
als gefährdet erachten. Dies gab Gelegenheit, die mir mitgeteilten Angaben 
über Verzweigung und Ziele der Narodna Odbrana zu verwerten. 

Ueber die Publikation, die wir von Serbien verlangen, bemerkte er, 
dieses Petitum könne und müsse die Belgrader Regierung annehmen. 

Zu Punkt 4 unserer Forderungen meinte er, dessen Annahme würde 
der serbischen Regierung schwer fallen. 

Als er Notiz über Untersuchungsergebnis in Sarajewo gelesen hatte, 
schien er sehr überrascht. 

Am Schlüsse der Lektüre sagte er, wir scheinen an einem Wendepunkte 
der Geschichte angekommen zu sein. Der Antwort, er (de Martino) müsse 
den rein defensiven Charakter unserer Aktion zugeben, stimmte er mit den 
Worten zu: „Certainement, je n'aurais jamais cru que Ton puisse constater 
et prouver la culpabilit6 d'officiers et de fonctionnaires serbes dans le drame 
de Sara'i^vo." 

Schließlich versicherte er, er werde die Abschrift der Note ehestens an 
Marchese di San GiuUano leiten. 

Xr. miiTII. Crraf Berchtold an Herrn von Ilerey. 
Rb. Vorgesch. m. It. U. 9. 

(Telegramm.) Wien, am 25. Juli 1914. 

Der italienische Botschafter ist heute hier erschienen und hat aus An- 
laß des Konfliktes zwischen der Monarchie und Serbien mitgeteilt, daß die 
königlich italienische Regierung, für den Fall als dieser Konflikt eine kriege- 
rische Wendung nehmen und zu einer, wenn auch nur provisorischen Besetzung 
serbischen Territoriums führen sollte, sich vorbehalte, das ihr auf Grund des 
Art. Vn des Dreibundvertrages zustehende Kompensationsrecht in Anspruch 
zu nehmen. Die königlich italienische Regierung sei überdies auf Grund des 
eben angeführten Vertragsartikels der Ansicht, daß wir uns vor der eventuellen 
Besetzung serbischen Gebietes mit ihr ins Einvernehmen setzen müßten. 

Im übrigen beabsichtige die königlich italienische Regierung in dem 
eventuell bewaSneten Konflikte zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien eine 
freundschaftliche und den Bündnispflichten entsprechende Haltung einzunehmen. 

Nr. miiTIU. Graf Berchtold an Herrn Ton nierey. 
Rb. Yorgesch. m. It. H 10. 

(Telegramm.) Wien, am 26. Juli 1914. 

Wir haben, nachdem Serbien die von uns aufgestellten Forderungen 
abgelehnt hat, die diplomatischen Beziehungen zu diesem Lande abgebrochen. 



c) Eintritt Italiens. 229 

Ich ersuche Euer Exzellenz nunmehr, sich sofort zum Minister des 
Aeußern oder dessen Stellvertreter zu begeben und sich ihm gegenüber bei- 
läufig in folgender Weise auszusprechen : 

Die königlich serbische Regierung hat es abgelehnt, die Forderungen, 
welche wir zur dauernden Sicherung unserer von ihr bedrohten vitalsten In- 
teressen an sie stellen mußten, zu erfüllen, womit sie bekundet hat, daß sie 
ihre subversiven, auf die stete Beunruhigung einiger unserer Grenzgebiete und 
ihre schließliche Lostrennung aus dem Gefüge der Monarchie gerichteten Be- 
strebungen aufzugeben nicht willens sei. 

Zu unserem Bedauern und sehr gegen unseren Willen sind wir dadurch 
in die Notwendigneit versetzt worden, Serbien durch die schärfsten Mittel zu 
einer grundsätzlichen Aenderung seiner bisherigen feindseligen Haltung zu 
zwingen. 

Nr. nililX. Graf Berchtold an Herrn von Illerey. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 11. 

(Telegramm.) Wien, am 26. Juli 1914. 

Bei Ausführung des Euer Exzellenz mit heutigem Telegramme zuge- 
kommenen Auftrages wollen Hochdieselben Marchese dl San Giuliano oder 
dessen Stellvertreter gegenüber weiteres darauf hinweisen, es sei der königlich 
italienischen Regierung wohlbekannt, daß uns agressive Tendenzen ferne liegen 
und daß es ein Akt der Selbstverteidigung sei, wenn wir uns nach jahrelanger 
Duldung endlich dazu entschließen, den großserbischen Wühlereien eventuell 
mit dem Schwerte entgegenzutreten. Ich müsse annehmen, man werde uns 
in Rom das Zeugnis nicht versagen wollen, daß wir trotz der schwersten 
Provokationen Serbien gegenüber seit einer Reihe von Jahren die größte 
Langmut haben walten lassen, obwohl uns die immer kühner auftretende 
großserbische Propaganda die schwersten Besorgnisse einflößen mußte. Da 
nunmehr auf Grund des Ergebnisses der Untersuchung der Beweis deutlich 
vorliege, daß man in Belgrad zur vermeintlichen Förderung seiner Ziele auch 
vor den gewalttätigsten Mitteln nicht zurückschreckt, seien wir zur Erkenntnis 
gelangt, daß es höchste Zeit sei, uns mit allem Nachdrucke Garantien gegen 
den Fortbestand der gegenwärtigen unleidlichen Verhältnisse an unserer süd- 
östlichen Grenze zu verschaffen. 

Da nun die friedlichen Mittel, um Serbien zu einer Aenderung seiner 
Haltung zu bewegen, erschöpft seien, wäre die Entscheidung durch die Waffen 
voraussichtlich. 

Als Italien vor kurzer Zeit genötigt war, zur Befestigung seiner Stellung 
im Mittelmeere und zur Wahrung seiner wirtschaftlichen Interessen Krieg zu 
führen, hätten wir in bundesfreundlicher Gesinnung die Erfolge seiner Waffen 
mit Freude begrüßt und die sich hieraus ergebende Erweiterung der italie- 
nischen Machtsphäre bereitwilligst anerkannt. 

Schließlich hätten Euer Exzellenz zu bemerken, daß wir die dem freund- 
schaftlichen Charakter unseres Bundesverhältnisses entsprechende, von Herzog 



230 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Avarna abgegebene offizielle Erklärung, Italien werde im Falle des Eintretens 
eines kriegerischen Konfliktes zwischen uns und Serbien seiner Bundesver- 
pflichtungen eingedenk sein, mit dankbarer Genugtuung zur Kenntnis ge- 
nommen haben. 

Nr. SlliX. Oraf Berchtold an Herrn von nierey. 
Rb. Vorgesch. m. It. II. 12. 

(Telegramm.) Wien, am 26. Juli 1914. 

Gestriges Telegramm Graf Szögyeny's: 

„Staatssekretär sagte mir heute, mein italienischer Kollege habe sich 
darüber verwundert gezeigt, daß Euer Exzellenz seiner Regierung, als ver- 
bündeter Macht, von unserem Belgrader Schritte nicht früher Mitteilung ge- 
macht hätten. 

Herr von Jagow antwortete, auch Deutschland sei nicht früher von uns 
verständigt worden, was er, Jagow, auch für die richtige Vorgangsweise 
halte, da der jetzige Konflikt als eine Angelegenheit zwischen Oesterreich- 
üngarn und Serbien zu betrachten sei. 

Er werde dies auch dem kaiserlich deutschen Botschafter in Rom zur 
Regelung seiner Sprache mit dem Beifügen telegraphieren, er möge Marchese 
dl San Gtiuliano gegenüber gegebenenfalls noch hinzufügen, daß Italien 
seinerzeit seineu Bundesgenossen auch nicht vorher von seinem vierundzwanzig- 
stündigen Ultimatum an die Türkei Nachricht gegeben hätte." 

Nr. 9IIiXI. Oraf Berchtold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 13. 

(Erlaß.) Wien, am 26. Juli 1914. 

Mit Erlaß vom 20. 1. Mts. sind Euer Exzellenz die Argumente bekannt- 
gegeben worden, deren wir uns zu bedienen hätten, falls von italienischer 
Seite versucht werden sollte, auf Grund einer willkürlichen Interpretation 
des Art. VII des Dreibundvertrages unserer Aktion gegen Serbien Schwierig- 
keiten in den Weg zu legen. 

Euer Exzellenz ist es ferner auch bekannt, daß es mir nicht wünschens- 
wert erscheint, durch eine Diskussion, die wenig Aussicht hat, zu einem be- 
friedigenden Ergebnisse zu führen, eine gereizte Stimmung zwischen Wien 
und Rom eintreten zu lassen. 

Es muß indessen mit der Möglichkeit einer Insistenz seitens der italie- 
nischen Regierung gerechnet werden und scheint es mir angesichts der Sprache 
einiger italienischer Blätter nicht ausgeschlossen, daß Marchese di San 
Giuliano versuchen sollte, unsere Haltung während des libyschen Krieges 
als eine die italienische Aktion behindernde darzustellen und unseren damaligen 
Hinweis auf Art. VII für seine Zwecke zu benützen. 

Die Frage der Auslegung des Art. VII in der Hinsicht, ob die Terri- 
torien der Balkanstaaten unter die Bestimmungen dieses Artikels fallen, hat 



c) Eintritt Italiens. 231 

mit jener nichts gemein, ob die Anwendbarkeit des Artikels auf die von Italien 
besetzten Inseln des Aegäischen Meeres eine gerechtfertigte gewesen wäre 
oder nicht. Um was es mir aber im gegenwärtigen Momente zu tun ist. das 
ist, daß wir einen eventuellen Vorwurf Italiens — wenig bundesfreundlich 
gehandelt zu haben — auf das entschiedenste zurückweisen. 

Zu diesem Zwecke scheint es mir wünschenswert, Euer Exzellenz in 
kurzer Zusammenfassung die von uns während des libyschen Krieges einge- 
nommene Haltung in Erinnerung zu bringen. 

Obwohl Herzog Avarna am 26. September 1911*) im Auftrage seiner Re- 
gierung erklärt hatte, Italien werde es sich angelegen sein lassen, die Aktion auf 
das Mittelmeer zu beschränken und nichts zu unternehmen, was gegen seine 
bisherige Politik, die Erhaltung des Status quo am Balkan, verstoßen würde, 
hat sich Marchese di San Giuliano schon einen Monat später auf den 
Standpunkt gestellt: „Nous nous sommes toujours röserväs la libert6 des 
Operations militaires en dehors des cötes ottomanes de l'Adriatique et de la 
mer Jonienne". **) 

Demgegenüber hat sich Graf Aehrenthal darauf beschränkt, unter Be- 
tonung der von Oesterreich - Ungarn eingenommenen weitgehenden freund- 
schaftlichen Haltung auf die Gefahr einer Rückwirkung auf den Balkan im 
Falle einer militärischen Aktion Italiens an der Küste des Aegäischen Meeres 
hinzuweisen und zu konstatieren, daß eine auch zeitweilige Besetzung der 
Inseln im Aegäischen Meere mit Art. VII im Widerspruche stünde.***) 

Unsere reservierte Haltung gegenüber weitergehenden italienischen 
Aktionsplänen wurde in der Folge f) damit motiviert, daß Oesterreich-Ungarn 
— im Falle der Erteilung seiner Zustimmung — die Verantwortung teilen 
müßte, die Italien zufallen würde, falls es von seinen, zu Beginn des 
Krieges abgegebenen Erklärungen oder von seinen vertragsmäßigen Pflichten 
abginge. 

Unsere bundesfreundliche Haltung und unser Bestreben, in einem Zeit- 
punkte, wo Italien sich im Kriegszustande befand, eine das Verhältnis zwischen 
den Verbündeten eventuell trübende Diskussion zu vermeiden, geht deutlich 
aus der Sprache Graf Aehrenthals zum deutschen Botschafter (Ende November 
1911) hervor, tf) Es wurde damals Herrn von Tschirschky erklärt, daß wii* 
bestrebt sein werden, ein Eingehen auf die Frage der Ausdehnung der italie- 
nischen Operationen auf die asiatische Küste zu vermeiden, ohne die Ab- 
sicht zu haben, der italienischen Regierung hiebei irgend- 
welche Schwierigkeiten zu bereiten oder ihr solche auch nur als 
möglich erscheinen zu lassen. 



*) Vide Anhang Nr. 3. 

**) Vide Anhang Nr. 4. 

***) Vide Anhang Nr. 5. 

t) Vide Anhang Nr. 6. 
tt) Vide Anhang Nr. 7. 



232 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Einen weiteren Beweis unserer bundesfreundlichen Haltung ergaben wir, 
als Ende Februar 1912 England mit dem Vorschlage*) hervortrat, von Italien 
die Versicherung zu erwirken, daß es sich jeder Aktion gegen die Dardanellen 
enthalten werde. Der von uns — über Wunsch Marchese di San Giulianos 
— eingenommenen ablehnenden Haltung war es zu danken, daß dieser eng- 
lische Vorschlag fallen gelassen wurde. Die Monarchie ging aber noch weiter, 
indem sie die Gerüchte, als ob wir im Besitze italienischer Zusagen betreffs 
der Dardanellen seien, in London und Konstantinopel dementieren ließ.**) 

Als Herr von Tschirschky am 6. April 1912 neuerlich auf die Absicht 
Italiens, den Schauplatz seiner Operationen auszudehnen, zurückkam, wurde 
ihm zwar erklärt, wir könnten von unserem Standpunkte nicht abgehen, 
durch unsere Zustimmung einen Teil der Italien treffenden Verantwortung 
auf uns zu nehmen, jedoch zugleich bedeutet, Italien könne sich für den Fall 
einer geplanten vorübergehenden Aktion in Gebieten, die für eine Rückwirkung 
auf den Balkan nicht gefährlich erscheinen, unseres stillschweigenden 
passiven Verhaltens vergewissern. Eine Erörterung spezieller Operationen 
sei jedoch besser zu vermeiden. ***) 

In den mit Herzog Avarna am 13. und 15. April 1912 geführten Konver- 
sationen t) haben wir uns — um der verbündeten Regierung Entgegenkommen 
zu zeigen — bereit erklärt, die am südlichen Ausgange des Aegäischen Meeres 
gelegenen, geographisch eigentlich ins Mittelmeer fallenden Inseln Rhodos 
und Karpathos sowie das den Kykladen vorgelagerte Felsenriff Stampalia 
(Astropalia) auszunehmen und gegen deren Okkupierung keinen Einwand zu 
erheben. Hiebei wurde nur ausbedungen, daß die italienische Regierung uns 
für den bloß temporären Charakter einer eventuellen Besetzung dieser Inseln 
Garantien gebe. 

Wie Graf Ssögyeny unter dem 21. Mai 1912 berichtettt), hat Herr von 
Kiderlen -Waechter unsere konziliante Haltung in der Frage der 
italienischen Aktion im Archipel mit Dank anerkannt. Gelegentlich 
einer am folgenden Tage stattgehabten Unterredung ff) über die inzwischen 
erfolgte Besetzung von Kos und mehrerer kleinerer benachbarter Inseln seitens 
Italiens erhob Herzog Avarna Vorwürfe wegen unseres , Protestes" gegen 
weitere Inselbesetzungen. Diesem Vorwurfe wurde natürlich entgegengetreten 
und bemerkt, von einem , Proteste" sei nie die Rede gewesen, wir hätten 
lediglich unsere legitimen, aus dem Wortlaute des Art. VII abgeleiteten An- 
sprüche präzisiert, wollten aber vorläufig von unserem Rechte 
keinen Gebrauch machen, um Italiens Aktionen nicht zu erschweren. 

Aus alledem geht klar hervor, daß wir zwar unsere vertragsmäßigen 
Rechte in unzweideutiger Weise präzisiert, Italien aber bei Durchführung 

*) Vide Anhang Nr. 8. 

**) Vide Anhang Nr. 9. 

***) Vide Anhang Nr. 10. 

t) Tide Anhang Nr. 11. 

tt) Vide Anhang Nr. 13. 



c) Eintritt Italiens. 283 

seiner Aktion keine Hindernisse in den Weg gelegt haben. Wir haben unsere 
ausdrückliche Zustimmung zu Aktionen verweigert, von denen wir eine ge- 
fährliche Rückwirkung auf den Balkan erwarteten, um nicht einen Anteil an 
der Verantwortung übernehmen zu müssen, haben uns im übrigen aber be- 
gnügt, Italien vor den drohenden Rückwirkungen zu warnen ; eine Warnung, 
deren Richtigkeit die späteren Ereignisse bestätigt haben. Es läßt sich aber 
aus dem Obgesagten ersehen, daß wir, unserer Bundespflichten bewußt, soweit 
als möglich Entgegenkommen gezeigt haben und aussichtslosen Diskussionen 
aus dem Wege gegangen sind, die das intime Verhältnis zwischen Wien und 
Rom hätten beeinträchtigen können. 

Vorstehendes ist vorläufig zu Euer Exzellenz ausschließlich persönlicher 
Information bestimmt und wollen Hochdieselben obiger Zusammenstellung nur 
in dein Falle, als Marchese di San GiuUano den Vorwurf wenig bundes- 
freundlichen Vorgehens der Monarchie während des libyschen Feldzuges er- 
heben sollte, die geeignet erscheinenden Gegenargumente entnehmen. 

]Nr. MLiXII. Herr von Merey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 14. 

(Telegramm.) Rom, am 28. Juli 1914. 

Die mir unterm 26. 1. Mts. telegraphisch erteilten Aufträge wurden bei 
dem mittlerweile nach Rom zurückgekehrten Minister des Aeußern ausgeführt, 
mit dem Beifügen, daß Euer Exzellenz sich vorbehalten, in die Diskussion 
auf die Kompensationsfrage im gegebenen Zeitpunkte einzugehen. 

Marchese di San GiuUano stellte Antwort für morgen in Aussicht. 

Nr. MLiXIII. Graf Berchtold an Herrn von Jllerey. 
Kb. Vorgesch. m. It. II 15. 

(Telegramm.) Wien, am 28. Juli 1914. 

Im Auftrage seiner Regierung hat mich der kaiserlich deutsche Bot- 
schafter ersucht, mich mit Italien über die Interpretation des Art. VII des 
Dreibundvertrages womöglich ins Reine zu setzen. Italienischerseits werde 
unser Vorgehen gegen Serbien als aggressiver Akt auch gegenüber Rußland 
angesehen und daher der Standpunkt vertreten, Italien könne sich bei dem 
defensiven Charakter des Dreibundvertrages nicht als verpflichtet ansehen, in 
einem eventuell daraus entstehenden Kampfe mit Rußland auf unsere Seite 
zu treten. Weiters sei erklärt worden, und zwar sowohl durch Herrn Bollati 
in Berlin, wie durch Marchese di San Gmliano und Herrn Salandra in 
Rom, daß Italien nur dann eine freundschaftliche Haltung einnehmen könnte, 
wenn wir die italienische Interpretation des Art. VII des Dreibandvertrages 
akzeptieren würden. 

Gleichzeitig war Herr von Tschirschkij beauftragt, mir zu erklären, 
daß die deutsche Regierung den Art. VII in der gleichen Weise interpretiere, 
wie die italienische. 



234 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Herzog Avarna, welcher heute bei mir vorsprach, hat mir im Auftrage 
seiner Regierung eine — der in meinem Telegramme vom 2(i. 1. Mts. analoge 
— Erklärung abgegeben, dahingehend, daß die königlich italienische Regierung 
für den Fall, als der drohende Konflikt eine kriegerische Wendung nehmen 
und zu einer, wenn auch nur provisorischen Besetzung serbischen Territoriums 
führen sollte, sich vorbehalte, das ihr auf Grund des Art. VII des Dreibund- 
vertrages zustehende Kompensationsrecht in Anspruch zu nehmen, worüber 
vorhergehend ein Einvernehmen herzustellen wäre; ferner, daß die königlich 
italienische Regierung in dem eventuellen Waffengange zwischen Oesterreich- 
üngarn und Serbien eine freundschaftliche und den Bündnispflichten ent- 
sprechende Haltung einnehmen wolle. 

Ich habe dem italienischen Botschafter erwidert, daß unser Streitfall 
mit Serbien nur uns und Serbien angehe, daß wir übrigens an keine terri- 
toriale Erwerbung dächten, eine Besetzung serbischen Gebietes daher nicht 
in Frage käme. 

Auf die Bemerkung des Herzogs Avarna, daß es den Mächten gegen- 
über von großem Vorteile wäre, wenn wir eine bindende Erklärung hierüber 
abgeben würden, entgegnete ich, daß dies aus dem Grunde nicht möglich sei, 
da man derzeit nicht voraussehen könne, ob wir nicht durch den Verlauf des 
Krieges in die Lage gebracht würden, gegen unseren Willen serbisches Terri- 
torium okkupiert zu halten. Bei normaler Abwicklung sei dies allerdings 
nicht zu erwarten. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, dem Marchese di San Giuliano von der 
hier abgegebenen Erklärung Herzog Avarnas und meiner darauf erteilten 
Antwort Mitteilung zu machen und hinsichtlich der aus dem Art. VII des 
Dreibundvertrages abgeleiteten Kompensationsansprüche nachstehendes zu be- 
merken : 

Wie bereits hier dem italienischen Botschafter gegenüber erklärt, liegen 
territoriale Erwerbungen durchaus nicht in unseren Absichten. Sollten wir 
aber uns dennoch wider Erwarten gezwungen sehen, zu einer nicht als nur 
vorübergehend anzusehenden Okkupation serbischen Gebietes zu schreiten, so 
sind wir bereit, für diesen Fall mit Italien in einen Meinungsaustausch über 
€ine Kompensation zu treten. Auf der anderen Seite erwarten wir von Italien, 
daß das Königreich den Verbündeten in den zur Erreichung seiner Ziele 
nötigen Aktionen nicht hindern, vielmehr uns gegenüber die in Aussicht ge- 
stellte bundesfreundliche Haltung unentwegt beibehalten werde. 

Nr. miiXIV. Herr von M^rey an Grafen Berchtold. 
Rb. Yorgesch. m. It. II 16. 

(Telegramm.) Rom, am 29. Juli 1914. 

Seitens des Kabinettschefs des Ministers des Aeußern ist mir heute die 
am Schlüsse meines Telegrammes vom 28. d. Mts angekündigte Antwort der 
italienischen Regierung in schriftlicher Form, aber mit dem Bemerken, daß 
sie als mündlich erteilt zu gelten habe, zugekommen. 



c) Eintritt Italiens. 235 

Text derselben lautet: 

„Le Gouvernement Italien, animö par les sentiments les plus amicanx 
pour l'Autriche-Hongrie, a fait et continuera de faire tous les efforts possibles 
pour persuader la Serbie ä accepter les demandes contenues dans la note du 
Gouvernement I. et R. du 23 juillet 1914 et lui a toujours conseillö ä plu- 
sieurs reprises de suivre une politique correcte et de bon voisinage envers 
l'Autriche-Hongrie. 

Le Gouvernement Italien a gard6 le meilleur Souvenir de l'attitude ami- 
cale de l'Autriche-Hongrie envers l'Italie dans la derui^re pMode de la guerre 
italo-turque. 

Cette guerre avait pour objet une province situöe bien loin de la sphöre 
des intörets de FAutriche-Hongrie tandis que le conflit actuel entre l'Autriche- 
Hongrie et la Serbie se d^roule dans des territoires voisins de l'Italie et peut 
avotr des cons6quences sörieuses pour nos intörets vitaux. 

En effet une des bases et des raisons d'etre de la Triple AUiance est 
pour nous Tarticle VII qui s'applique ä toute la p6ninsule des Balcans et 
qui est compl6t6 par l'accord de 1909 sur le sandjak de Novibazar, accord 
confirmö lors du renouvellement de la Triple AUiance. 

C'est sur la base de l'article VII et des accords sur le sandjak de Novi- 
bazar et sur l'Albanie que la collaboration cordiale de la diplomatie italienne 
et de la diplomatie austro - hongroise doit etre fond6e, et sans cette base il 
est ä craindre qu'elle ne serait pas possible ; c'est sur cette base que l'amiti^ 
et la contiance röciproques entre les deux Puissances alli^es doivent reposer. 

L'Allemagne partage notro Interpretation de l'article VII. 

Quant ä l'intention du Comte Berchtold de discuter au moment donnä 
le th^me des compensations, il est Evident qu'un accord sur ce point est 
urgent, car tant qu'il ne sera pas fait et qu'un doute peut subsister sur l'inter- 
pr^tation que l'Autriche-Hongrie donne ä l'article VII, l'Italie ne peut pas 
suivre une politique de nature ä faciliter actuellement ou plus tard des 
occupations temporaires ou definitives de la part de l'Autriche-Hongrie, et doit 
au contraire favoriser tout ce qui diminue la probabilit6 de telles occupations 
tout en tächant de concilier autant que possible cette ligne de conduite impos6e 
par la sauvegarde d'int^rets vitaux avec son vif d6sir de resserrer de plus en 
plus les rapports intimes entre les deux Puissances alliöes qui ont fait tant 
de progrös dans ces dernieres annöes et qui doivent en faire encore d'autres 
sur la base de l'harmonie et de la conciliation des int^rets röciproques pour 
le bien des deux pays. 

Nous esp6rons par cons^quent que les conversations aniicales sincäres 
et loyales qui ont lieu en ce moment entre les trois Puissances alliöes ä Vienne 
et ä Berlin aboutissent aussitöt que possible ;\ un r6sultat permettant leur 
collaboration dans une politique commune." 

Diese Antwort bestätigt vollständig meinen Eindruck, daß es der hiesigen 
Regierung vor allem anderen auf die Kompensationsfrage ankommt, daß sie 
dieselbe jetzt forcieren will, daß sie sich hiebei auf Deutschland beruft, sogar 



236 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

(vide das vorletzte Alinea der Antwort) eine erpresserische Note anschlägt 
und daß sie charakteristischerweise die betreffenden Konversationen in Wien 
und Berlin führen will. 

Nr. IllliXV. Herr von Merey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 17. 

(Telegramm.) Rom, am .SO. Juli 1914. 

Minister des Aeußern kam heute spontan auf die Haltung Italiens im 
Falle eines europäischen Krieges zu sprechen. 

Da der Dreibund rein defensiven Charakter habe, wir durch unser Vor- 
gehen gegen Serbien die europäische Konfiagration provoziert und überdies 
uns nicht mit hiesiger Regierung vorher ins Einvernehmen gesetzt hätten, 
habe Italien keine Verpflichtung, an dem Kriege teilzunehmen. Damit 
sei aber nicht gesagt, daß Italien bei Eintritt dieser Eventualität sich nicht 
die Frage stellen werde, ob es seinen Interessen besser entspreche, sich mili- 
tärisch, an unsere Seite zu stellen oder neutral zu bleiben. Er persönlich 
neige mehr der ersteren Alternative zu und halte dieselbe auch für die wahr- 
scheinlichere, vorausgesetzt, daß Italiens Interessen auf dem Balkan dabei 
gewahrt werden und daß wir nicht dort Veränderungen anstreben, welche 
uns eine Vormachtstellung — zum Schaden Italiens — einräumen würden. 

Kr. IHLiXVI. Herr von Merey an Grafen Berchtol«!. 
Rb. Vorgescta. m. It. II 18. 

(Telegramm.) Rom, am 31. Juli 1914. 

Euer Exzellenz sind in der Frage des Rechtes Italiens auf Kompen- 
sationen dem römischen Kabinette durch die in dem Telegramme vom 28. d. Mts. 
enthaltene Erklärung bereits zu drei Vierteln entgegengekommen. Eine zum 
großen Teile gelungene Chantage setzt aber natürlich bezüglich des Restes 
um so stärker ein. Tatsächlich hat auch mir heute der Minister des Aeußern 
bemerkt, er habe in Beantwortung dieser Erklärung nach Wien mitgeteilt, 
daß dieselbe vag und ungenügend sei. 

Meiner Ueberzeugung nach hängt die Frage, ob Italien am Kriege teil- 
nimmt oder neutral bleibt, nicht wirklich von der Kompensation ab, sondern 
hauptsächlich von der hiesigen Beurteilung der ganzen europäischen Situation 
und von militärischen Erwägungen. Wir könnten daher riskieren, in der 
Kompensationsfrage weittragende Engagements einzugehen, ohne vielleicht 
den Zweck, die militärische Kooperation Italiens, zu erreichen. 

Nachdem wir ferner über das Kompensationsobjekt offenbar nicht im 
klaren sind und doch nicht im voraus eine Kompensation fixieren können, 
insolange wir selbst noch nicht wissen, was wir bekommen, können wir 
meines Erachtens äußerstenfalls nur noch einen Schritt weitergehen und er- 
klären, daß wir nach Abschluß des — lokalisierten oder allgemeinen — 
Krieges bereit sind, Italien im Sinne des Art. VII des Dreibundvertrages eine 



c) Eintritt Italiens. 237 

adäquate Kompensation einzuräumen, falls Italien seine Bundespflichten exakt 
erfüllt und falls wir selbst Territorien auf dem Balkan, sei es definitiv, sei 
es in einer die italienische Okkupation des Dodekanesos übersteigenden Dauer, 
okkupieren sollten. 



Nr. MIjXVII. Graf Berchtold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgesch. m. It. n 19. 

(Telegramm.) Wien, am 31. Juli 1914. 

In der Kompensationsfrage hatte ich heute eine lange Unterredung mit 
Herzog Avarna, bei welcher wir ein vollkommenes Einverständnis erzielten. 
Der deutsche und italienische Botschafter haben hierauf auf Basis unserer 
Unterredung eine Herzog Avarna vollständig befriedigende Textierung aus- 
gearbeitet, welche morgen nach Rom telegraphiert wird. 

Ich hoffe, daß die Frage nunmehr im Einvernehmen aller Dreibund- 
mächte gelöst erscheint. 

Euer Exzellenz wollen Marchese dt San GiuUano von Vorstehendem 
sofort in Kenntnis setzen und hinzufügen, wir rechneten nunmehr, woran 
ich übrigens nie gezweifelt hätte, mit Bestimmtheit darauf, daß Italien seine 
Bündnispflicht voll und ganz erfüllen werde. 

Zu Ihrer persönlichen Information bemerke ich, daß vor der schwer- 
wiegenden Verantwortung, welche wir durch starres Verhalten an unserer 
Interpretation des Art. VII des Dreibundvertrages auf uns geladen hätten, 
die naheliegenden Bedenken wegen eventueller späterer, erpresserischer Aus- 
nützung des Kompensationsrechtes seitens Italiens zurücktreten mußten. 



Hr. niliXVIII. Oraf Bercbtold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgescb. m. lt. H 20. 

(Telegramm.) Wien, »m 1. August 1914. 

Euer Exzellenz wollen Marchese di San GiuUano umgehend davon in 
Kenntnis setzen, daß ich Herzog Avarna nachstehende Erklärung ab- 
gegeben habe: 

„Je considfere qu'une divergence de vues sur l'interpr^tation de l'article VII 
forme un 6l6ment d'incertitude pour nos relations du präsent et de l'avenir 
qui pourrait etre pr6judiciable aux rapports intimes entre les deux Puissances. 
J'accepte rinterpr(3tation donnöe ä l'article VII par l'Italie et l'Allemagne ä 
condition que l'Italie observe une attitude amicale par rapport aux Operations 
de guerre engagöes actuellement par l'Autriche-lIongrie et la Serbie et remplisse 
ses devoirs d'alli6 dans le cas oii le contlit actuel pourrait amener une con- 
flagration generale." 



238 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. IVILiXIX. Seine k. und k. ApoNtoIische MajeNtUt an Seine 
Majestät den liünij; von Italien. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 21. 

(T616gramme.) V i e n n e . le 1 aoüt 1914. 

La Russie qui s"arroge le droit de s'immiscer dans notre conflit avec 
la Serbie a raobilisö son armöe et sa flotte et menace la paix de l'Europe. 

D'accord avec l'Allemagne je suis d6cid6 de d6fendre les droits de la 
Triple Alliance et j'ai ordonnö la mobilisation de toutes mes forces militaires 
et navales. Nous devons trente ann6es de. paix et de prosp6rit6 au trait6 
qui nous unit et dont je constate avec satisfaction Tinterprötation identique 
par nos gouvernements. 

Je suis heureux en ce moment solennel de pouvoir compter sur le con- 
cours de mes AUi^s et de leurs vaillantes arm6es et je forme les voeux les 
plus chaleureux pour le succ^s de nos armes et pour un glorieux avenir de 
nos pays. 



Nr. MliXX. Herr von M^rey an Grafen Berchtold.*) 
Rb. Vorgesch. m. It. II 22. 

(Telegramm.) Rom, am I.August 1914. 

Wie mir der Minister des Aeußern sagt, hat sich in einem heute ab- 
gehaltenen Ministerrate die Tendenz gezeigt, daß Italien im Falle des europäi- 
schen Krieges neutral bleibe. Die Erwägung, daß Italien weder die Ver- 
pflichtung noch ein Interesse habe, an dem Kriege teilzunehmen, sei hiefür 
maßgebend gewesen. Dreibund sei rein defensiv, Krieg aber von uns provoziert 
worden, ohne daß wir früher hiesige Regierung von unserer Aktion verständigt 
hätten. Man könne Italien nicht zumuten, daß es Gut und Blut opfere und 
bei seiner Küstenentwicklung die größte Gefahr laufe, nur um ein Kriegsziel 
zu erreichen, welches seinem Interesse direkt zuwiderläuft, nämlich eine Ver- 
änderung des Status quo auf dem Balkan zum — sei es materiellen, sei es 
moralischen — Vorteile Oesterreich-Ungarns. 

Im weiteren Verlaufe der sich daran knüpfenden Diskussion bemerkte 
Marchese di San Ginliano unter anderem, es sei noch immer nicht gesagt 
— da ein formeller Beschluß noch nicht erfolgt — , daß Italien nicht doch, 
eventuell vielleicht erst später, an dem Kriege teilnehme. Dabei fiel wieder 
das Wort Kompensation. 

Mein Eindruck ist nach wie vor, daß es sich um eine zum größten 
Teile bereits gelungene Chantage handelt. Italien will, sowohl für den Fall 
des lokalisierten als des allgemeinen Krieges, sich seine Haltung im voraus 
bezahlen lassen. 



*) Anm. : Vgl. hierzu Erklärung San Giulianus: englisches Blaubuch 
^Great Britain and the European Crisis^ Nr. 152 (Jahrbuch des Völkerrechts 
III, Nr. DCLXXXIII. S. 673). — Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 239 

Nr. MliXXI. Seine Majestät der König von Italien an Seine 
k. n. k. Apostolische Majestät. 

Rb. ¥orgesch. m. It. II 23. 

(T6l6gramme.) Rome, le 2 aoüt 1914. 

J'ai requ le t6l6gramme de Votre Majest6. Je n'ai pas besoin d'assurer 
Votre Majest6 que l'Italie qui a fait tous les efforts possibles pour assurer 
le maintien de la paix et qui fera tout ce qu'elle pourra pour contribuer ä la 
r6tablir aussitot que possible gardera une attitude cordialement amicale envers 
ses AUi^s conformöment au Tratte de la Triple Alliance, ä ses sentiments 
sincöres et aux grands intörets qu'elle doit sauvegarder. 



Nr. MLiXXII. Oraf Berchtold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgescb. m. It. II 24 

(Telegramm.) Wien, am 2. Augast 1914. 

Ich ersehe aus Euer Exzellenz gestrigem Telegramme, daß die italienische 
Regierung gesonnen ist, eventuell zu einem späteren Zeitpunkte im Verlaufe 
des zu gewärtigenden europäischen Krieges aktiv einzugreifen. 

Ich habe mich angesichts dieses ümstandes heute Herzog Avarna gegen- 
über im nachstehenden Sinne geäußert : 

Afin d'6viter tout malentendu je tiens ä constater que les ouvertures 
faites le 1. ct. au Duc Avarna au sujet de l'interpr^tation de l'article VII 
de notre Trait6 d'alliance ont 6t6 faites sur la base de notre ferme conviction 
que l'Italie remplisse dfes le d6but ses devoirs d'alliee conform6ment ä 
l'article III*) du Trait6 d'alliance. 

Ich habe beigefügt, daß die Tatsache der unmotivierten Mobilisierung 
Rußlands gegen uns und gegen Deutschland, wie insbesondere die nunmehr 
gemeldete Grenzüberschreitung russischer Patrouillen an mehreren Punkten 
der deutsch-russischen Grenze eine genügende Begründung für den Eintritt 
des casus foederis darstelle. 

Euer Exzellenz wollen sich im vorstehenden Sinne dem italienischen 
Minister des Aeußern gegenüber vernehmen lassen. 

Zu Euer Exzellenz persönlicher Orientierung füge ich bei, daß mir Herzog 
Avarna in warmen Worten seine Ueberzeugung ausgesprochen, daß Italien, 
selbst wenn nach striktem Wortlaute des Dreibundvertrages der casus foederis 
nicht gegeben wäre, die moralische Verpflichtung hätte, sich auf die Seite 
seiner Verbündeten zu stellen. Er habe eindringlich in diesem Sinne nach 
Hause berichtet, wisse aber nicht, ob seiner Stimme maßgebendes Gewicht 
beigelegt werde. 



*) Vide Anhang Nr. 14. 



240 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. MLiXXIII. Herr von M^rey an Grafen Berchtold. 
Rl). Vorgesch. m. It. II 26. 

(Telegramm.) Rom, am 2. Augnst 1914. 

Ich habe den mir mit gestrigem Telegramme erteilten Auftrag bei 
Marchese cU San Giuliano ausgeführt. 

Bis 5 Uhr nachmittags besaß Minister des Aeußern noch immer kein 
Telegramm des Herzogs Avarna mit dem vereinbarten Texte, sondern im 
Gegenteile eine von gestern abends datierte Meldung, wonach Euer Exzellenz 
die italienische Interpretation nicht akzeptieren. 

Marchese äi San Giuliano wollte daher vor Kenntnis des Textes absolut 
in keine Diskussion darüber eintreten, ob Italien auf Grund dieser Zusagen 
seine Absicht, neutral zu bleiben, revidieren könnte. 

Ich habe selbstverständlich betont, daß die integrale Erfüllung der 
Bündnispflichten seitens Italiens (und zwar so, wie wir diese Pflicht Italiens 
auffaßten) die Voraussetzung unserer Zugeständnisse sei. 

Im Laufe des Abends habe ich Minister des Aeußern, welchem angeblich 
auch soeben Text der Erklärung aus Wien zugekommen war, neuerlich ge- 
sprochen. 

Marchese di San Giuliano war aber trotz meiner Insistenz zu keiner 
Aeußerung zu bewegen. Er müsse diese ernste Angelegenheit erst studieren, 
morgen mit Ministerpräsidenten besprechen und hoffe, mir morgen nachmittags 
Antwort geben zu können. 

Auf mein weiteres Drängen bemerkte er, sein erster Eindruck sei nicht 
günstig, und zwar wegen der Formulierung der Bedingungen. Auch sei 
bestenfalls diese Erklärung nur ein Element in der ganzen Situation und 
hänge Frage, ob Italien am Kriege teilnehme oder neutral bleibe, nicht von 
einer günstigen Erledigung dieser Angelegenheit allein ab. 



Nr. MliXXIV. Herr von Merey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 26. 

(Telegramm.) Rom, am 2. August 1914. 

Marchese di San Giuliano erteilt mir soeben in Briefform Antwort 
hinsichtlich Art. VII des Dreibundes. 

Dieselbe hat folgenden Inhalt: 

„Nous avons examin6 hier au soir, Salandra et moi, la röponse du 
Comte Berchtold au sujet de l'article VII et je m'empresse de vous com- 
muniquer le r6sultat de notre conversation. 

Le Comte Berchtold subordonne l'acceptation de notre Interpretation 
de l'article VII ä l'attitude que l'Italie prendrait dans la crise actuelle. Or, 
on peut subordonner ä cette condition ou ä une autre condition quelconque 
-toute modification d'un traitä, mais on ne peut subordonner ä aucune condition 



c) Eintritt Italiens. 241 

son interprßtation, ^ar 11 ne s'agit pas d'exprimer la volonte actuelle des 
Parties contractantes, mais de constater leur intention au moment oü elles 
ont contractu le pacta. 

En effet, TAllemagne ne subordonne ä aucune condition son interpr^tation 
conforme a la nötre et c'est logique. 

En second lieu, il faut consid^rer que !a crise actuelle est transitoire 
tändis que la Triple Alliance est destinöe ä durer 12 ans et peut ötre 
renouvel6e, et il est dösirable, je puis m^me dire qu'il est n^cessaire que 
pendant cette longue p6riode la politique de l'Italie et celle de l'Autriche- 
Hongrie soit identique dans les questions balcaniques ; il est dösirable et 
m^me n^cessaire- que leur activitö diplomatique puisse se d6velopper dans le 
plus parfait accord et avec la plus "entiere confiance et cordiale r6ciprocit6. 
Pour atteindre ce but, il est indispensable que nous soyons parfaitemeut 
rassurös sur Tinterprötation de Tarticle VII. Cette n^cessite est encore plus 
Evidente dans la crise actuelle, meme si nous ne prenons pas part ä la guerre, 
car c'est surtout dans les moments plus difficiles et dans lesquels les occasions 
d'appliquer l'article VII semblent plus probables, que, pour pouvoir appuyer 
d'une mani^re constante, claire et rösolue par notre attitude diplomatique 
Taction militaire de nos alli6s, nous avons besoin d'etre enti^rement rassur^s 
sujs. 1 'Interpretation par l'Autriche-Hongrie de l'article VII. 

D'autre part son acceptation de notre Interpretation de l'article VII qui 
est d'une grande importance pour notre attitude diplomatique ne peut pas 
suffire ä eile seule pour eliminer toutes les raisons tres graves qui nous 
empSchent au moins en ce moment de prendre part ä la guerre. 

En effet cette formule generale n'6tablit pas un accord clair et pr6cis 
sur la nature et la valeur des compensations eventuelles et sur leur proportion 
avec les dangers et les sacrifices immenses auxquels cette guerre pourrait 
nous exposer, dangers et sacrifices enormes, supörieurs ä ceux auxquels 
s'exposeiit nos allies. Cette difference immense entre les dangers et les 
sacrifices d'une part et les avantages d'autre part est justement la raison 
qui explique pourquoi l'Autriche - Hongrie a voulu une guerre qu'elle aurait 
pu facilement eviter, tandis que nous avons fait tout ce (|ui etait en notre 
pouvoir pour epargner ä l'Europe cette teirible calamiie. Nous esperons 
toutefois que, meine sans prendre part ä la guerre, des occasions se presenteront 
pour prouver ä nos allies nos sentiments sincerement amicaux et nous comptons 
par consequent sur un accord de nature ä concilier nos interßts respectifs. 

Toutes ces considerations si graves qu'elles soient ne nous empecheraient 
pas de reinplir notre devoir si ce devoir existait, mais comme le „casus 
foederis" n'est pas applicable ä la guerre actuelle, le conseil des ministres a, 
hier au soir, decide la neutralite, sauf ä prendre plus tard des decisions plus 
conformes aux desirs de nos allies si tel sera notre devoir ou si nos interöts 
le conseilleront. 

L'eqyilibre de l'Euiope, de la peninsule des Balcans et de la iner qui 
entüure l'Italie est pour notre pays un interöt vital et il ne recule dtvant 

Jahrbuch des Völkerrechts. H. 16 



242 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

aucun des sacrifices, devant aucune des d6cisions que la sauvegarde de son 
int6r6t et de son existence meme pourrait lui imposer. 

D6s le jour oü j'ai pris la direction de la politique ^trangere de mon 
pays un des buts principaux de mon activit6 a 6t6 de resserrer de plus en 
plus les liens d'amiti6 r6ciproque entre l'Italie et lAutriche-Hongrie. C'est 
dans ce but que je continuerai ä diriger tous mes efforts, car je le crois 
essentiel dans l'int^ret de nos deux pays; pour l'atteindre il faut que leurs 
intörets soient mis en harmonie et que ceux de Tun puissent trouver satis- 
faction sans que ceux de l'autre soient I6s6s. 

Je compte sur le Comte Berchtold et sur vous, mon eher AmbassacTeur, 
pour m'aider ä remplir cette täche." 

Nr. IHIiXXV. Herr von Merey an Orafen Berchtold. 
Rb. Torgesch. m. It. II 27. 

(Telegramm.) Rom, am 3. August 1914. 

Heute erschienene italienische Neutralitätserklärung hat folgenden Text:*) 
Da sich einige europäische Mächte im Kriegszustande und Italien sich 
mit allen kriegführenden Teilen im Frieden befindet, haben die königliche 
Regierung und die Staatsangehörigen des Königreiches die Obliegenheit, die 
Pflichten der Neutralität nach den Grundsätzen des Völkerrechtes zu beob- 
achten. Wer diese Pflichten verletzt, wird die Folgen seiner eigenen Hand- 
lungsweise und gegebenen Falles die gesetzlichen Strafen erleiden. 

Nr. MliXXYI. Herr von Merey an Grafen Bercbtold. 
Rb. Vorgescta. m. It. II 28. 

(Telegramm.) Rom, am 3. August 1914. 

In Entsprechung des mir mit gestrigem Telegramme erteilten Auftrages 
habe ich mich dem Minister des Aeußern gegenüber ausgesprochen. 

Mit dem Euer Exzellenz durch meine inzwischen erfolgte Meldung 
bekannten Raisonnement bestritt Marchese di San Gitdiano den Eintritt 
des casus foederis für Italien. 

Nr. IMIiXXVII. Graf Berchtold an Herrn von DIerey. 
Rb. Vorgesch. m. It. H 29. 

(Telegramm.) Wien, am 4. August 1914. 

Analog mit den Erklärungen Marchese di San GiuUanos zu Euer 
Exzellenz hat der italienische Botschafter mir heute auftraggemäß mitgeteilt, 
daß Italien hinsichtlich Albaniens den mit Oesterreich-Ungarn eingegangenen 
Abmachungen wie den Beschlüssen der Londoner Konferenz treu bleiben werde, 
Italien wolle in keiner Weise von der Tatsache Nutzen ziehen, daß Oesterreich- 



*) Italienischer Text s. unten unter „italienische Kundgebungen : II. son- 
stige italienische Kundgebungen." — Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 243 

Ungarn gegenwärtig anderswo in Anspruch genommen sei. Auch wolle es in 
Allem, was noch nachfolgen könne, eine gleiche Haltung einnehmen. 

Der italienische Gesandte in Durazzo habe den Auftrag erhalten, sehr 
strenge Weisungen in dem angedeuteten Sinne an die unterstehenden Konsulate 
ergehen zu lassen. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, Marchese dt San GiuUano zu sagen, daß 
ich mit Befriedigung von dieser Erklärung Akt nehme. Ich sei übrigens a priori 
davon überzeugt gewesen, daß Italien unseren Akkord jetzt ebenso respektieren 
werde, wie dies unsererseits während des libyschen Feldzuges der Fall war. 

Nr. niLiXXVIII. Graf Berchtold an Herrn von nierey. 
Rb. Vorgesch. m. It. D 30. 

(Telegramm.) Wien, am 4. August 1914. 

Auf Grund eines Zirkulartelegrammes hat mir der italienische Botschafter 
gestern auftraggemäß erklärt, die italienische Regierung habe beschlossen, 
in dem gegenwärtigen Konflikte neutral zu bleiben. 

Ich habe dem Herzoge Avarna geantwortet, daß ich darin eine wenig 
freundschaftliche Haltung Italiens erblicke, eine Haltung, die überdies mit dem 
Dreibundvertrage nicht im Einklänge stehe, nachdem Deutschland nun von 
Rußland angegriffen sei und Frankreich sich Rußland angeschlossen habe, 
somit der casus foederis eingetreten sei. 

Ich müsse es aber, von diesen Umständen abgesehen, auch als eine sehr 
unkluge Politik von Seite Italiens bezeichnen, sich in einem solchen welt- 
geschichtlichen Momente von seinen Alliierten zu trennen. 

Seit dem Bestehen des Bundes sei es das erste Mal, daß sich eine große 
Partie engagiere ; verbleibe Italien an der Seite der Verbündeten, biete sich 
ihm die Gelegenheit zur Verwirklichung weitgehender Aspirationen, wie Tunis, 
Savoyen usw., schwenke es aber ab, so werde es leer ausgehen. Es sei ein 
irriger Ideengang, sich in die Furcht vor einer Machtvergrößerung Oesterreich- 
Ungarns auf dem Balkan zu verrennen. Der italienischen Regierung sei es 
bekannt, daß wir eine solche gar nicht anstreben, sondern nur die Erhaltung 
des Bestehenden wünschen. Italien dagegen winke die Aussicht auf Expansion 
und Kräftezuwachs. Nichts läge uns ferner als der Wunsch, das derzeitige 
Gleichgewichtsverhältnis gegenüber Italien verschieben zu wollen. Wenn eine 
solche Auffassung tatsächlich in Italien bestehe, so möge doch er als Bot- 
schafter dafür sorgen, derlei Verdächtigungen mit den Argumenten entgegen- 
zutreten, die ihm unser ganzes Verhalten während des dreißigjährigen Bestandes 
unseres Bundesverhältnisses an die Hand geben. Ich wolle nicht glauben, daß 
Marchese dt San GüiUano uns zu täuschen beabsichtigte, als er in Abbazia 
wiederholt mit allem Nachdrucke versicherte. Italien wolle, Italien brauche 
ein starkes Oesterreich-Ungarn. Wie reime es sich damit, wenn er jetzt eine 
Politik zu machen sich anschicke, die in letzter Linie gegen die Erhaltung der 
Monarchie in ihrem gegenwärtigen Bestände gerichtet ist? Besonders eigen- 

IG* 



244 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

tümlich müsse dies berühren, da hiefür ein Moment gewählt wird, wo sich bei 
uns ein Umschwung zugunsten Italiens, eine Welle warmer Sympathie für das 
verbündete Königreich fühlbar mache. Es werde ihm nicht entgangen sein, 
zu welchen freundschaftlichen Demonstrationen es in der jüngsten Zeit hier 
gekommen sei. Diese gebesserte Stimmung wollte auch die Regierung zugunsten 
des italienischen Elementes nutzbar machen. 

Als ich noch auf die Loyalität verwies, welche Seine Majestät unser 
Allergnädigster Herr in allen Krisen seit dem Bestehen der Allianz Italien 
gegenüber bewiesen, konnte der Botschafter dies seinerseits nur bestätigen. 

Herzog Avarna sagte mir schließlich, er habe den Marchese di San 
Giuliano um eine kurze persönliche Aussprache gebeten, welche, wenn der 
Minister darauf eingeht, ihn auf einige Tage nach Rom führen würde. 



Nr. MLiXXIX. Oraf Berchtold an Herrn von Merey. 
Kb. Vorgescta. m. It. II 31 

(Telegramm.) Wien, am 4. August 1914. 

Die seitens des k u. k. Chefs des Generalstabes an den italienischen 
Generalstabschef Cadorna gerichtete Anfrage wegen Ausführung der für den 
Kriegsfall zwischen den Verbündeten getroffenen Vereinbarungen ist, wie folgt, 
beantwortet worden : 

„Konferenzen gegenstandslos, da Ministerrat Neutralität Italiens be- 
schlossen. 

„„Leichte"" Mobilisierung angeordnet. Wenn Oesterreich-Üngarn Lovcen 
nicht besetzt und Gleichgewicht in der Adria nicht stört, wird Italien „ „niemals* " 
gegen Oesterreich-Ungarn vorgehen." 

Euer Exzellenz werden vorstehender Aeußerung entnehmen, wie die 
Ohantagepolitik weiter fortgesetzt wird. 

Ich habe den heute abreisenden Herzog Avarna ersucht, Marchese 
di San Giuliano zu sagen, aus seinem an Euer Exzellenz gerichteten Schreiben 
vom 2. 1. Mts. gehe hervor, daß unsere Stellungnahme einigermaßen mißver- 
standen worden sei. 



Nr. MLXXX. Graf Berchtold an Herrn von Merey. 
Rb. Vorgesch. ni. It. II 32. 

(Telegramm.) Wien, am 4. August 1914. 

Wie der k. u. k. Militärattache in Rom berichtet, hat er einer Konver- 
sation mit dem italienischen Generalstabschef entnommen, daß die Befürchtungen 
Italiens bezüglich Störung des Gleichgewichtes auf dem Balkan ■ und in der 
Adria hauptsächlich auf die Eventualität einer Besetzung des Lovcen zurück- 
zuführen sind. 

Euer Exzellenz wollen Marchese di San Giuliano eröffnen, daß es 
keineswegs in unserer Absicht gelegen ist, gegen Montenegro vorzugehen. Ein 



c) Eintritt Italiens. 245 

Vordringen unsererseits auf montenegrinisches Gebiet wird insolange nicht 
stattfinden, als das kleine Nachbarreich von einer feindlichen Aktion gegen 
die Monarchie absieht. 

Euer Exzellenz wollen bei dieser Gelegenheit Marchese di Sem CHuUano 
neuerdings zur Erwägung geben, ob er nicht in Cetinje seine Ratschläge zur 
Neutralität wiederholen wolle. 

IVr. ÜILiXXXI. Herr von Itlerey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. ni. It. II 33. 

(Telegramm.) Rom, am 5. August 1914. 

Ich befürchte, daß Italien uns zur Fortsetzung der Diskussion über die 
Kompensationsfrage zu zwingen trachten und hiebei, unter Ausschluß anderer 
Kompensationen, schließlich sogar Forderung auf Abtretung des Trentino 
stellen wird. 

Früher oder später dürfte Italien Neutralität verlassen. Wenn unsere 
Gruppe raschen und entscheidenden Erfolg hat, so wird wohl Italien sich 
dann derselben zuwenden und vielleicht in seinen Entschädigungsansprüchen 
schüchterner sein, gegenteiligenfalls dürfte es aber versucht sein, die moralische 
Erpressung durch militärische Drohungen oder Maßnahmen gegen uns zu 
verstärken. 

Konkrete Anzeichen dafür habe ich noch keine. Von verschiedenen Seiten 
kommen mir aber Gerüchte über derartige Absichten Italiens zu. 

Hiemit würde eventuell der unverhüllte Hinweis der offiziösen Presse auf 
das Trentino als Kompensation, die von den Konsulaten gemeldete militärische 
Degarnierung von Genua und Neapel, die Verweigerung der Ausfuhr des von 
uns angekauften Getreides und Mehles sowie die Nachricht Mailänder Blätter 
über Vorgänge in Trient stimmen. 

IVr. niLiXXXlI. Herr von Merey an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 34. 

(Telegramm.) Rom, am ö. August 1914. 

Minister des Aeußern erschien über meine im Sinne Euer Exzellenz 
gestrigen Telegrammes gemachte Mitteilung befriedigt und erklärte sich gerne 
bereit, in Cetinje neuerlich zur Neutralität zu mahnen. 

Nr. AILiXXXIII. Graf Berchtold au Herrn von Merey. 
Rb. Vorgesch. ni. It. II 3ö. 

(Telegramm.) Wien, am 9. August 1914. 

Mit Telegramm vom 2. 1. Mts. haben Euer Exzellenz mir Text eines 
Briefes Marchese di San GiuUanos einberichtet. Nachdem die darin ent- 
haltenen Ausführungen zahlreiche Unrichtigkeiten aufweisen, halte ich es für 
zweckmäßig, darauf zurückzukommen, und bitte Euer Exzellenz, nachstehende 



246 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Ausführungen dem Marchese di San Giuliano in geeignet orscheinenfler 
Form zur Kenntnis zu bringen, wobei ich es Hochderselljen Ermessen über- 
lasse, nach eigenem Gutdünken eventuell zunächst Ergänzungen beizufügen, 
beziehungsweise die eine oder andere Stelle der momentanen dortigen Situation 
entsprechend zu modifizieren. 

Die italienische Auffassung, als ob wir den Art. VII des Dreibund- 
vertrages nach unserem gegen wärt igen Gutdünken - „volonte actuelle" — 
auslegen wollten, entspricht nicht den Tatsachen. Unsere Anschauung ging 
stets dahin, daß nach den Intentionen, die hei Vertragsabschhiß maß- 
gebend sein mußten, ein Konfüktsfall, wie der unsrige mit Serbien, nicht 
unter die Bestimmung des Art. VII falle. Dessenungeachtet haben wir unsere 
Bereitwilligkeit ausgesprochen, den Art. VII unseres Allianzvertrages auch 
auf diesen Fall zur Anwendung zu bringen, dafür aber geglaubt, annehmen 
zu können. Italien werde sich der Auffassung seiner beiden Verbündeten an- 
schließen und dem Art. III desselben Vertrages im Falle des Ausbruches 
des europäischen Konfliktes Rechnung tragen. 

Darin stimmen wir mit dem Kabinette von Rom völlig überein, daß es 
in hohem Grade wünschenswert ist, daß während der langen Periode von 
zwölf Jahren, die der gegenwärtige Vertrag noch zu dauern hat, wie auch 
angesichts der Möglichkeit der Erneuerung desselben nach Ablauf dieser 
Periode die Politik Oesterreich-Üngarns und Italiens bezüglich der Balkanfragen 
auf einen und denselben Grundton gestimmt sei, ebenso, daß die beiderseitige 
Diplomatie sich in vollkommenem Einvernehmen und gegenseitigem Vertrauen 
zu betätigen hätte. Eben deswegen haben wir, als wir uns entschlossen haben, 
die italienische Interpretation des Art. VII uns zu eigen zu machen, dies . 
nicht auf den gegenwärtigen Konflikt mit Serbien und Montenegro beschränkt, 
sondern in einer Form getan — (,pour nos relations du präsent et de 
l'avenir") — die keinen Zweifel darüber lassen sollte, daß die Zusage für die 
ganze Vertragsdauer gemeint war. 

Wir müssen mit allem Nachdrucke betonen, daß der gegenwärtige große 
Krieg uns and Deutschland von Rußland aufgezwungen wurde, welches uns 
daran zu hindern suchte, das die ganze Kulturwelt empörende und unsere 
Existenz bedrohende Verhalten eines von Rußland unabhängigen Staates zu 
strafen. 

In der unbestreitbaren Tatsache, daß wir seit Jahren unter den denkbar 
schwierigsten Verhältnissen und unter Preisgabe hoher Interessen unsere 
Bemühungen darauf gerichtet hatten, einen Konflikt zu vermeiden, kann der 
sicherste Beweis erblickt werden, daß nicht wir den Krieg herbeiführen 
wollten. Als die Austragung des Gegensatzes mit Serbien unvermeidlich 
geworden war, hatten wir gehofft, daß der Konflikt lokalisiert bleiben könne. 
Deutschland hat uns in diesem Bestreben unterstützt. 

Wir verschließen uns nicht der unleugbaren Tatsache, daß die Teilnahme 
an dem Kampfe auch Italien vor Opfer und Gefahren stellen würde, jedoch 
können wir nicht der Auffassung beipflichten, daß diese Opfer und Gefahren. 



c) Eintritt Italiens. 247 

größere wären als jene, mit welchen wir zu rechnen haben. Italien mag 
zwar sehr bedrohlichen Angriffen der englischen und französischen Flotte aus- 
gesetzt sein, doch könnte selbst der unglücklichste Ausgang eines solchen 
Waffenganges seine Integrität und Existenz nicht gefährden. Auf der anderen 
Seite würden bei einem glücklichen Ausgange Italien unberechenbare Vorteile, 
die Prädominanz im westlichen Mittelmeere und die erste Stelle unter den 
lateinischen Völkern, erwachsen. 

Von der seitens der italienischen Regierung ausgesprochenen Reserve, 
eventuell im späteren Verlaufe Entschlüsse fassen zu wollen, die den Wünschen 
der Alliierten konform wären, nehmen wir mit Befriedigung Kenntnis und 
sind gewiß gerne bereit, tunlichst dazu beizutragen, eine solche Wendung 
zu ermöglichen. 

Was den Hinweis auf den Umstand betrifft, daß die allgemeine Formel 
des Art. VII nicht genüge und keine Klarheit über Natur und Größe der 
eventuellen Kompensationen verschaffe, muß bemerkt werden, daß wir selbst 
erklärt haben, keine Akquisitionen auf dem Balkan machen zu wollen. Unter 
diesen Umständen war für uns bisher kein Anlaß gegeben, Italien zu einem 
Gedankenaustausche über konkrete Kompensationen aufzufordern. 

Die Schlußworte des Schreibens des Marchese di San GiuUano finden 
bei uns verständnisvollen Widerhall. Er ist sich wohl selbst am besten be- 
wußt, daß die Ziele, die er sich bei Uebernahme seines Amtes vorgesteckt 
und auf welche er bisher seine Politik eingerichtet hatte, mit jenen in vollem 
Einklänge stehen, die ich auch für unsere Politik als die richtige erkannte, 
als ich das Erbe des Grafen Aehrenthal antrat. Auch will ich hoffen, daß 
bei beiderseitigem guten Willen und freundschaftlichem Entgegenkommen 
durch die neu eingeleitete gegenseitige Aufklärung die verschiedenartigen 
Auffassungen, welche der Ausbruch der gegenwärtigen Krise in Wien und 
Rom zur Folge hatte, leicht werden ausgeglichen werden können und daß es 
nicht schwer fallen werde, die gewünschte Verständigung nicht bloß hinsicht- 
lich der gegenwärtigen Krise, sondern auch bezüglich der ganzen Dauer des 
Vertrages herzustellen. 

Nr. ]»IL<XX\1V. Cwraf Ambrözy an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II H6. 

^Telegramm.) Rom, am 11. August 1914. 

Im Auftrage des Botschafters von Merey habe ich heute ein im Sinne 
Euer Exzellenz Telegrammes vom !). d. Mts gefaßtes Aide -Memoire dem 
Generalsekretär überreicht. 

Derselbe bemerkte nach sorgfältigem Lesen desselben, daß jedenfalls 
auch darüber Meinungsunterschied obwalte, ob wir beim Konflikte mit Serbien 
uns an den Art. I*) des Dreibundvertrages gehalten hätten, dessen zweites 



*) Vide Anhang Nr. 15. 



248 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Alinea die vertragschließenden Teile zu gegenseitigem Gedankenaustausche 
und Unterstützung beim Schutze ihrer eigenen Interessen verpflichtet. 

Herr de Martina argumentierte weiter, selbst zugegeben, daß wir in 
Serbien keinen dauernden Landerwerb beabsichtigen, könnten wir beispiels- 
weise doch den Wunsch haben, die Hand auf die Orienthahnen zu legen. Für 
den Fall einer solchen Absicht, deren Legitimität er nicht in Abrede stellen 
wolle, wäre es für Italien von großem Werte gewesen, vorher Gedanken- 
austausch zu pflegen, um sich Geltendmachung seiner Interessen am Zustande- 
kommen einer Bahn von Serbien zur Adria zu sichern. Er bat mich schließ- 
lich, seine Bemerkungen als rein persönlich gemacht zu betrachten, da es 
Marchese di San GiuUanos Aufgabe sei, dazu Stellung zu nehmen. 

»fr. MLiXXäV. Graf Berchtold an Grafen Ambrözy. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 37. 

(Telegramm.) Wien, am 12. August 1914. 

Der italienische Botschafter hat mir heute seinen Antrittsbesuch nach 
seiner Rückkehr von Rom erstattet. 

Herzog Avarna sagte, er habe Seiner Majestät dem Könige Viktor 
Emanuel, ferner dem Marchese di San Giiiliatto und dem Kabinettschef 
Herrn Salandra eingehend über die durch die Neutralitätserklärung Italiens 
geschaffene Situation referiert. Er habe betont, daß diese Stellungnahme des 
verbündeten Königreiches einen sehr üblen Eindruck bei uns hervorgerufen 
habe und daß dadurch die Loyalität Italiens wie die Vollgültigkeit seines 
Wortes in Zweifel gesetzt worden sei. Die Auskünfte, die dem Botschafter 
hierüber zuteil wurden — ünvorbereitung Italiens sowohl politisch wie mili- 
tärisch, Rücksichtnahme auf England usw. — decken sich mit den bereits 
von Rom uns zugegangenen einschlägigen Meldungen. Speziell die Publikation 
des Weißbuches über den zwischen uns und Berlin gepflogenen Gedanken- 
austausch hinsichtlich der Eventualität eines Eingreifens Rußlands habe in 
Rom Mißstimmung hervorgerufen, da eine gleiche Fühlungnahme zwischen 
ans und der italienischen Regierung nicht erfolgt war. 

In meiner Erwiderung betonte ich, daß die Neutralitätserklärung Italiens 
allerdings bei ihrem Bekanntwerden hier verstimmt hatte. Seither seien die 
Ursachen, die Italien zu dieser Stellungnahme gezwungen, zu unserer Kenntnis 
gelangt und diese Umstände ließen das Vorgehen in einem anderen Lichte 
erscheinen. Wir hätten uns bei dieser Sachlage mit der Neutralität Italiens 
abgefunden und seien überzeugt, daß dieselbe italienischerseits loyal werde 
eingehalten werden. 

Was die Publikation des Weißbuches anbelange, so sei zu bemerken, 
daß, wie der Botschafter wisse, ich ihm niemals ein Hehl daraus gemacht 
hatte, daß die in Sarajevo eingeleitete Enquete eventuell zu Auseinander- 
setzungen mit Serbien und zur Forderung der Schaffung von Garantien führen 
werde, was Herzog Avarna vollkommen zugab. Unsere Absicht sei immer 
gewesen, die Differenz mit Serbien allein auszutragen und den eventuellen 



c) Eintritt Italiens. 249 

Konflikt lokalisieren zu können. Alle anderen Mächte, bis auf Rußland, 
hätten uns in diesem Bestrehen unterstützt. Von deutscher Seite sei uns 
allerdings die Versicherung gegeben worden, daß. falls Rußland eingreifen 
sollte, Deutschland uns zur Seite stehen werde. Unsere Aktion gegen Serbien 
sei aber nicht darauf angelegt gewesen, Rußland zu provozieren. 

Herzog Avarna konstatierte mit Befriedigung, daß sich hier eine freund- 
schaftlichere Auffassung gegenüber der Stellungnahme Italiens manifestiere, 
als es zur Zeit seiner Abreise nach Rom der Fall gewesen. 

Indem ich dies unter nochmaligem Hinweise auf die Ueberzeugung, 
Italien habe nur unter dem Drucke besonders schwieriger Verhältnisse seiner 
Bundespflicht nicht voll entsprochen, bestätigte, brachte ich dem Botschafter 
den Inhalt unserer Rückäußerung auf den Brief Marchese di San GiuUanos 
an Herrn von Merey vom 2. August 1. Js. zur Kenntnis, wobei ich insbesondere 
darauf verwies, daß es nicht in unserer Absicht gelegen sei, das gegenwärtige 
Gleichgewicht auf dem Balkan oder in der Adria irgendwie zu stören, daß 
aber, wenn irgendeiue Aktion unsererseits in dieser Richtung ins Auge ge- 
faßt werden sollte, wir sicher zuerst das Benehmen mit dem italienischen 
Bundesgenossen diesfalls pflegen würden. 

'St. üIIjXXXVI. Oraf Berchtold au Freitaerrn vou ülacchio. 
Rb. Vorgesch. m. lt. II 38. 

(Telegramm.) Wien, am 16. August 1914. 

Der italienische Botschafter hat gestern hier auftraggemäß mitgeteilt, 
daß das italienische Kriegsministerium im Tale von Lagna und von Cornazzo 
in der Nähe von Tarcento, Provinz üdine, Truppen zusammenziehe, um 
dortselbst schon seit langer Zeit im voraus bestimmte üebungen vornehmen 
zu lassen. 

Nr. niLiXXXVII. Graf Berchtold an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 39. 

(Telegramm.) Wien, am 20. August 1914. 

Herzog Avarna hat mir heute ein langes Telegramm seiner Regierung 
verlesen. 

Marchese dt San Griulianu stellt darin zunächst fest, daß der deutsche 
Militärattach6 in Rom die militärischen Vorbereitungen, die Italien au allen 
Grenzen getroffen hat, sehr stark übertrieben habe. Drei Gründe hätten die 
Regierung zu diesen Maßnahmen gezwungen : die Sorge, die öffentliche Meinung 
zu beruhigen, die Notwendigkeit, die innere Ordnung aufrechtzuhalten, endlich 
die Unmöglichkeit, auf andere Weise die infolge des Kriegszustandes nacli 
Tausenden aus dem Auslande zurückgeströmten italienischen Arbeiter im 
Zaume zu halten. 

Hinsichtlich der Haltung der italienischen Presse verweist Marchese di 
San GiuUano auf sein fortgesetztes Bestreben, dieselbe zu einem unpartei- 



250 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

ischen Tone zu bewegen. Sein Einfluß sei aber ein geringer, da der größte 
Teil der Presse nicht subventioniert sei. 

Indem der italienische Minister des Aeußern betont, daß es wünschens- 
wert wäre, wenn das beiderseits bestehende Mißtrauen behoben werden könnte, 
gibt er dem Gedanken Ausdruck, „que tant qu'on ne s'entend pas sur des 
moyens concrets ä. concilier les intörfits des deux Parties la möfiance 
r^ciproque persistera, bien qu'elle ne soit pas justifi6e ni par les intentions 
du Gouvernement italien ni par Celles — bien connues — de Sa Majest^ 
l'Empereur et Roi Frangois Joseph et du Comte Berchtold'^ . 

Bei diesem Passus frug mich der Botschafter, was ich hiezu sage und 
als ich versicherte, daß diese Auffassung bei uns Verständnis finde, meinte er, 
ob nicht Freiherr von Macchio diesbezüglich Instruktionen erhalten könne. 

Anschließend daran bemerkte Herzog Avarna, daß im Telegramme 
seines Ministers aufmerksam gemacht werde, in Italien seien neuerlich Nach- 
richten über „große österreichisch-ungarische Truppenkonzentrierungen an der 
italienischen Grenze" verbreitet, ferner über angebliche Vorbereitungen zur 
Abreise seitens militärischer und ziviler Funktionäre in Riva und deren 
Familien. 

Ich ermächtigte den Botschafter, diese Informationen als jeder Grund- 
lage entbehrend hinzustellen. 

Zum Schlüsse des Telegrammes des italienischen Ministers des Aeußern 
versichert derselbe, auch weiterhin in dem Bestreben zu „ beharren •", daß die 
Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien, wenn möglich, gebessert 
aus der gegenwärtigen Krise hervorgehen, jedenfalls aber vor weiterer Schädi- 
gung bewahrt bleiben. In diesem Zusammenhange macht Marchese di San 
Giuliano darauf aufmerksam, daß es höchst gefährlich wäre, wenn bei uns 
scharfe Repressionsmaßnahmen gegen österreichische oder ungarische Staats- 
angehörige italienischer Nationalität ergriffen würden. Was die italienische 
Regierung anbelange, sei in den letzten Tagen eine Instruktion der Regierung 
an die Präfekten herausgegeben worden, darauf zu achten, daß innerhalb des 
Rahmens der Gesetzgebung antiösterreichi scheu Demonstrationen vorgebeugt' 
werde, beziehungsweise daß solche — falls sie doch stattfinden sollten — 
unterdrückt werden. 

Kp. niliXXXVIII. Freihepp von Macchio an Gpafen Bepchtold. 
Rb. Yopgescb. m. It. II 40. 

(Telegramm.) Rom, am 21. August 1914. 

Minister des Aeußern sprach sich gestern mir gegenüber dahin aus, es 
sei für Italien eine Notwendigkeit, in der Neutralität zu verharren. Die 
Verlockungen und Anbote der Ententemächte, die er offen zugab, würden 
nichts fruchten. 

Es seien allerdings gewisse militärische Vorbereitungen im Zuge — denn 
in so ungewissen Zeiten müsse man doch irgendwelche Vorsorge treffen — 
doch seien weitere Einberufungen in größerem Umfange nicht geplant. Er 



c) Eintritt Italiens. 251 

habe sich übrigens mit General Cadorna ins Einvernehmen gesetzt, um von 
ihm eine Zusammenstellung jener Maßregeln zu erhalten, die er mir zur Ver- 
fügung stellen werde; ich stimmte einem solchen Vorgehen angesichts der 
fortgesetzten, hier und dort lancierten, unsere gegenseitige Verhetzung be- 
zweckenden Nachrichten mit Befriedigung zu, erwähnte der lächerlichen Ge- 
rüchte über unsere angeblichen aggressiven Vorkehrungen im Trentino und 
anderwärts und bat ihn als sicherstes Gegenmittel um jeweilige offene Aus- 
sprache über derlei heikle Fragen. 

Der Minister erwähnte dann auch der großen Schwierigkeiten, welche 
Italien hunderttausende beschäftigungslose Arbeiter bereiten. Die sonst im 
September beginnende Auswanderung nach Argentinien sei heuer unmöglich, 
aus anderen Ländern strömen massenhaft italienische Arbeiter zurück und 
viele Fabriken im Inlande mußten wenigstens teilweise ihren Betrieb einstellen. 
Diese Leute, unter denen viele unruhige Elemente, in Ordnung zu halten, sei 
eine große Sorge und, soweit ich ihn verstand, entspringe derselben wenigstens 
zum Teile, was an militärischen Maßregeln geschehen, wobei es sich aber 
nicht etwa um Einberufung aller dieser Leute handle. 

Nr. MLjXXXIX. Oraf Berchtold an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 41. 

(Telegramm.") Wien, am 21. August 1914. 

Euer Exzellenz wollen sich bei passender Gelegenheit Marchese di San 
Giuliano gegenüber als mit dem Inhalte der Hochdenselben gestern tele- 
graphisch mitgeteilten Aussprache Herzog Avarnas vertraut zeigen. 

Sollte der Minister die Frage stellen, ob Sie mit einschlägigen konkreten 
Instruktionen versehen seien, hätten Euer Exzellenz sich dahin zu äußern, 
daß die Hochdenselben erteilte Mission und die damit verbundene allgemeine 
Instruktion es mit sich bringen, daß Euer Exzellenz in jede Konversation, 
welche zu einer Klärung eventuell auftauchender Mißverständnisse und zu 
einer Vertiefung des bestehenden Bundesverhältnisses beitragen kann, bereit- 
willigst eingehen. Dementsprechend und auf Grund einer im Zusammenhange 
rait meiner jüngsten Konversation mit dem italienischen Botschafter erhaltenen 
Weisung seien Euer Exzellenz bereit, in vorläutig unverbindlicher Weise mit 
dem italienischen Minister des Aeußern jene konkreten Mittel zu suchen, die 
zu dem von Italien wie auch von uns angestrebten Ziele führen könnten. 

Ich füge zu Euer Exzellenz persönlicher Kenntnisnahme bei, daß ich 
einerseits Wert darauf lege den Faden der Konversation mit Italien nicht 
abgerissen, andererseits aber vermieden zu sehen, daß Italien mit Forderungen, 
wie Abtretung eines Gebietsteiles der Monarchie, hervortrete. Falls Marchese 
di San Giuliano das Gespräch mit konkreten Vorschlägen eröffnet, hätten 
sich Euer Exzellenz im allgemeinen rezeptiv zu verhalten, jedoch, im Falle 
der Minister eine Anspielung auf Abtretung des Trentino oder sonst eines 
Bestandteiles der Monarchie machen sollte, auf die Unmöglichkeit, daß eine 
solche Proposition zum gewünschten Ziele führen könnte, hinzuweisen. 



252 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Hingegen könnten Euer Exzellenz, an ein früheres Gespräch des Grafen 
Ambrözy mit dem Generalsekretär anknüpfend, von den Interessen Italiens 
am Zustandekommen einer Bahn von Serbien zur Adria sowie von den großen 
Mittelmeerinteressen des Königreiches sprechen. 

Nr. IflXC Prinz Gottfried zu Ilohenlohe an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. lt. II 42. 

(Telegramm.) Berlin, am 22. August 1914. 

Der Unterstaatssekretär ersuchte mich heute dringendst, wir möchten 
durch Erklärungen in Rom, wonach wir die neutrale Haltung des König- 
reiches gern anerkennen, das schlechte Gewissen Italiens beruhigen und es 
in seiner jetzigen Haltung bestärken. 

Man würde es hier mit Freude begrüßen, falls Euer Exzellenz den 
Art. VII ohne Vorbehalt anerkennen würden. 

Nach Auffassung der deutschen Regierung sollten Oesterreich - Ungarn 
und Deutschland daher möglichst bald übereinstimmend erklären, daß sie die 
italienische Auslegung des genannten Artikels anerkennen, wonach ein Gebiets- 
zuwachs für Oesterreich-Ungarn auf dem Balkan, selbst bei neutraler Haltung 
Italiens, nur nach vorgängigem Einvernehmen mit ihm und unter Bewilligung 
einer entsprechenden Kompensation erfolgen könne. 

Nr. mxCI. Graf Berchtold an Prinzen Gottfried zu Hohenlohe. 
Rb. Vorgescb. m. It. II 43. 

(Telegramm.) Wien, am 23. August 1914. 

Meiner Sprache zu Herzog Avarna (zuletzt Konversation vom 20. 1. Mts.) 
werden Euer Durchlaucht entnommen haben, daß ich fortgesetzt bemüht bin, 
das schlechte Gewissen Italiens zu beruhigen, und ersuche ich Euer Durchlaucht, 
dies dem Unterstaatssekretär in Erinnerung zu bringen, wobei namentlich 
darauf hinzuweisen wäre, daß ich Herzog Avarna am 12. I. Mts. gesagt 
habe, „wir hätten uns bei dieser Sachlage mit der Neutralität Italiens ab- 
gefunden und seien überzeugt, daß dieselbe italienischerseits loyal werde ein- 
gehalten werden". 

Was den Art. VII des Dreibundvertrages anbelangt, so habe ieh meine 
erste Erklärung, welche gewissermaßen einen bedingten Charakter trug, dahin 
erläutert, daß ich dafür annehmen zu können geglaubt hätte, Italien werde 
sich der Auffassung seiner beiden Verbündeten bezüglich Eintrittes des casus 
foederis anschließen. Um jedem Mißverständnisse vorzubeugen, habe ich in 
einer späteren Konversation mit Herzog Avarna dem Botschafter ausdrück- 
lich erklärt, daß ich die Annahme der italienischen Interpretation des Art. VII 
an keine Bedingung geknüpft, sondern nur die Erwartung ausgesprochen 
habe, Italien würde den casus foederis als gegeben ansehen. 

Euer Durchlaucht wollen Herrn Zimmermann sagen, daß er sich als 
von uns ermächtigt ansehen kann, dem römischen Kabinette ausdrücklich zu 



c) Eintritt Italiens. 253 

wiederholen, daß das Wiener und das Berliner Kabinett die italienische 
Interpretation bezüglich des Ausdruckes „dans les r6gions des Balcans" im 
Art. VII vorbehaltlos anerkennen, und zwar nicht allein für die gegenwärtige 
Krise, sondern für die ganze Dauer des Vertrages. Für den Fall, als eine 
solche Erklärung durch Herrn von Flotow und Freiherrn von Macchio über- 
einstimmend in Rom erfolgen sollte, erteile ich dem k. u. k. Botschafter in 
Rom eine bezügliche Weisung. 

Diese Erklärung bringt es mit sich, daß wir bereit sind, für den Fall 
einer temporären oder definitiven Besitzergreifung eines auf dem Balkan 
gelegenen Gebietes mit Italien in eine Konversation über die Kompensations- 
frage einzugehen. 

Weiters wollen Euer Durchlaucht dem Unterstaatssekretär sagen, daß 
ich keine Bedenken dagegen hätte, Italien für den Fall seines neutralen Ver- 
haltens oder eines späteren Eingreifens an der Seite seiner Verbündeten 
konkrete Anrechte, beziehungsweise Besitzerwerbungen auffremde Kosten 
zu gewährleisten. 

Sr. mXCII. Graf Berchtold an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. lt. II 44. 

(Telegramm.) Wien, am 23. Augast 1914. 

Euer Exzellenz ermächtige ich, gleichzeitig mit Ihrem deutschen Kollegen 
dem römischen Kabinette zu erklären, daß wir die italienische Interpretation 
bezüglich des Ausdruckes „dans les rögions des Balcans" im Art. VII vor- 
behaltlos anerkennen, und zwar nicht allein für die gegenwärtige Krise, 
sondern für die ganze Dauer des V^ertrages. 

Diese Erklärung bringt es mit sich, daß wir bereit sind, für den Fall 
einer temporären oder definitiven Besitzergreifung eines auf dem Balkan ge- 
legenen Gebietes mit Italien in eine Konversation über die Kompensations- 
frage einzugehen. 

\r. ÜIXCIII. Freiherr von Macchio an Grafen Berchtold. 
Kb Vorj;esch. m. It. II 45. 

(Telegramm.) Rom, am 25. August 1914. 

Da mein deutscher Kollege heute Instruktionen erhielt, welche ihn zur 
Abgabe der die Zustimmung zur italienischen Interpretation des Art. VIT 
b(!inhaltenden Erklärung ermächtigten, so haben wir heute beide einzeln eine 
solche übereinstimmende Erklärung dem Marchese di Sun Giulianu mündlich 
abgegeben. 

Er schien hievon sichtlich angenehm berührt, meinte aber, dali bei der 
jetzigen Kriegslage wohl noch nicht die Grundlage zur Einleitung einer 
Konversatiuu gegeben sei. 

Ich erklärte mich stets bereit, in eine solche einzutreten, begriffe aber 
ganz gut, wenn er damit noch zuwarten wolle. 



254 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

IVr. MXCIV. Graf Itcrchtold an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vor{;escIi. m. It. II 46. 

(Telegramm.) Wien, am 2r>. August 1914. 

Der deutsche Botschafter hat mir heute ein Telegramm Herrn von Flotows 
verlesen, der über ein Gespräch mit Ministerpräsidenten Salandra referierte. 

Der italienische Ministerpräsident habi^ sich dahin ausgesprochen, der 
überwiegende Teil der Kammer und beinahe das ganze Land seien für die 
Beibehaltung der Neutralität und wäre die Regierung entschlossen, an diesem 
Standpunkte festzuhalten. 

Die getroffenen militärischen Maßnahmen gingen nicht über das Maß 
hinaus, welches andere neutrale Staaten, z. B. die Schweiz, beobachteten. 

Den Sozialisten habe er formell erklärt, Italien werde neutral bleiben. 
Ebenso habe er zu den Republikanern, die in der Kammer durch acht 
Deputierte vertreten seien und die angeblich den Krieg wollen, gesprochen. 

Schließlich habe Herr Salandra mit Nachdruck betont, daß, inso lange 
in den von Staatsangehörigen italienischer Nationalität bewohnten Teilen 
Oesterreich-Üngarns nichts passiere, Neutralität gewahrt werden 
würde. 

In gleichem Sinne habe sich Herr Bollati in Berlin vernehmen lassen. 

Nr. mxCV. Freiherr von Macchio an Orafen Bercbtold. 
Rb. Vorgescb. ni. It. II 47. 

(Telegramm.) Rom, am 27. August 1914. 

In vollständiger Uebereinstimmung mit Aeußerungen Marchese di San 
Giulianos betonte Herr Salandra im heutigen Gespräche mir gegenüber 
die entschiedene Absicht italienischer Regierung, sich aus der Neutralität 
nicht herausdrängen zu lassen. 

Der Ministerpräsident besprach die hiesigen inneren Schwierigkeiten 
und die von ihm zur moralischen Beeinflussung der Presse und der politischen 
Welt getroffenen Verfügungen. Er betonte, daß er hoffe, unsere Beziehungen 
würden aus jetziger internationaler Krise nicht nur intakt hervorgehen, 
sondern sich nach derselben noch intimer gestalten. 

Kr. MXCYI. Oraf Bercbtold an Freiberrn von ]N[accbio. 
Rb. Torgescb. m. It. O 48. 

(Telegramm.) Wien, am 28. August 1914. 

Der italienische Botschafter hat mir heute auftraggemäß von den Er- 
klärungen Mitteilung gemacht, die sowohl Euer Exzellenz wie Herr von Flotow 
in Betreff der Interpretation des Art. VH dem Marchese di San GiuUano 
abgegeben hätten. Letzterer habe die Erklärung, daß wir die deutsche und 
italienische Interpretation uns zu eigen gemacht hätten und daß diese Zu- 
stimmung für den ganzen Rest der Geltungsdauer des Dreibundvertrages 
verbindlich sein solle, mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, hiebei aber 



c) Eintritt Italiens. 255 

mit Hochdenselben gemeinschaftlich konstatiert, daß die gegenwärtige, noch 
ungeklärte Kriegslage nicht darnach angetan ist, derzeit schon in eine konkrete 
Konversation zwischen Wien und Rom auf Grund des genannten Artikels 
einzugehen. 

\r. MXCVII. Graf Berchtold an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 49. 

^Telegramm.) Wien, am 28. August 1914. 

Anläßlich seines heutigen Besuches hat mir Herzog Avarna mitgeteilt, 
daß er von seiner Regierung eine telegraphische Verständigung — zur 
eventuellen Verwertung mir gegenüber — erhalten habe, wonach die englische 
und französische Regierung in Rom erklärt hätten, Valona nicht okkupieren 
zu wollen. Die beiden genannten Mächte hätten bei dieser Gelegenheit mit 
mehr oder minder verschleierten Phrasen sondiert, ob Italien gesonnen wäre, 
gegebenen Falles aus seiner Neutralität herauszutreten. Marchese di San 
GiuUano hätte kategorisch erklärt, daß Italien seinen Standpunkt strikter 
Neutralität nicht verlassen werde. 

Ich dankte dem Botschafter für diese Mitteilung und ersuchte ihn, 
seinem Minister zu sagen, daß ich hierin eine Bestätigung für die von mir 
vorausgesetzte loyale Einhaltung der italienischen Neutralität erblicke. 

Nr. niXCVIII. Prinz Oottlried zu Hobenlohe an Grafen 
Berchtold. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 50. 

(Telegramm.) Berlin, am 5. September 1914. 

Wie mir der Unterstaatssekretär mitteilt, habe Herr Bollati, heute an- 
läßlich eines langen Besuches von der Lage im allgemeinen, dann von Albanien 
gesprochen und sei schließlich damit herausgerückt, Italien würde sehr gerne, 
natürlich nur in vollster üebereinstimmung mit Oesterreich - Ungarn und 
Deutschland und nur um die Abmachungen in Albanien aufrechtzuerhalten, 
die Insel Saseno in der Bucht von Valona besetzen. 

Herr Bollati sagte, er sei außerordentlich für diese Idee eingenommen, 
da hiemit eine Betätigung Italiens verbunden wäre und hiedurch die üSentliche 
Meinung von dreibundfeindlichen Ideen abgebracht werde. Außerdem sei es 
sehr ersprießlich, wenn diese Besetzung als vom Dreibunde beschlossen ver- 
öffentlicht würde, da die Ententemächte hiedurch — wahrscheinlich zu ihrem 
Mißvergnügen — ersehen würden, daß der Dreibund noch gemeinsam arbeite. 

Schließlich bat der Botschafter Herrn Zimmermann, sich in diesem 
Sinne in Wien zu verwenden. 

Nach einigen Stunden erhielt der Unter Staatssekretär von Herrn Bollati 
folgenden Brief: 

„Au sujet de l'occupation de File de Saseno il est bien entendu que cette 
mesure conservatoire ä effectuer par un petit dötachement Italien et qui 



256 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

devrait 6tre faite en plein accord avec l'Autriche-Hongrie, n'aurait qa'un 
caractöre purement temporaire pendant la daröe de la guerre et sans aucun 
but territorial. Plus j'y pense plus je crois que cette id6e prösente de s6rieux 
avantages. Vous feriez, j'en suis convaincu, oeuvre tr^s utile en y obtenant 
aussitüt que possible Tadhösion du Gabinet de Vienne, adh6sion qui serait 
naturellement rendue publique ce qui produirait ces raeilleurs resultats en 
Italie et ailleurs." 

Herr Zimmermann hat Herrn von Tschirschky angewiesen, die Sache 
mit Euer Exzellenz zu besprechen. 

;\r. MXCIX. Graf Berclitold an Prinzen Gottfried zu llolienlohe. 
Rb. Vorgesch. m. It. II öl. 

(Telegramm.) Wien, am 6. September 1914. 

Herr von Tschirschky hat mich gestern aufgesucht und die Angelegen- 
heit der Insel Saseno mit der Anfrage zur Sprache gebracht, ob Herzog 
Avarna sich nicht etwa ein Refus holen, wenn er mich bezüglich dieses 
italienischen Wunsches sondieren würde. 

Ich habe dem deutschen Botschafter geantwortet, daß Herzog Avarna, 
keine abschlägige Antwort meinerseits zu besorgen habe. 

Herzog Avarna gegenüber gedenke ich mich im folgenden Sinne aus- 
zusprechen : 

Im Vertrauen auf die an Herrn Zimmermann gerichtete Mitteilung 
Herrn Bollatis und im Hinblicke auf die zwischen Wien und Rom wiederholt 
ausgetauschten Erklärungen, daß unser Akkord mit Italien und die Londoner 
Reunionsbeschlüsse betreffs Albaniens aufrecht bleiben, sei ich mit der provi- 
sorischen Besetzung der Insel Saseno durch italienische Truppen auf Kriegs- 
dauer einverstanden. 

Es wäre uns natürlich sehr erwünscht, wenn die Besetzung Sasenos 
durch Italien als Beschluß des Dreibundes dargestellt und durch gleichzeitige 
offizielle Communiquös in Wien, Berlin und Rom publiziert würde. Auch 
werde ich Herzog Avarna die Erwartung aussprechen, daß die italienische 
Regierung unser Entgegenkommen um so höher zu veranschlagen wissen 
werde, als die öffentliche Meinung in der Monarchie in allen Albanien be- 
treffenden Fragen sehr empfindlich ist. 

Nr. MC. Prinz Gottfried zu Hohenlohe an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 52. 

(Telegramm.) Berlin, am 8. September 1914. 

Unterstaatssekretär sagte mir, Herr Bollati habe ihm heute mitgeteilt, 
die Angelegenheit bezüglich Sasenos solle in Berlin weiter verhandelt werden 
und würde Herzog Avarna eine diesbezügliche Anfrage an Euer Exzellenz 
unterlassen. Herr Zimmermann hat Herrn Bollati geantwortet, er finde 
dies nicht verständlich. Er habe Herrn Bollatis Wunsch, in Wien diesbe- 



c) Eintritt Italiens. 257 

züglich zu sondieren, gerne übernommen, sei aber der Ansicht, daß nach der 
entgegenkommenden Antwort, die Euer Exzellenz ihm hierauf erteilt hätten, 
Herzog Avarna die Sache direkt mit Euer Exzellenz zu verhandeln habe. 

Nr. MCI. Oraf Berchtold an Prinzen Gottfried zn Hohenlohe. 
Rb. Vorgesch. m. It. H 53. 

(Telegramm.) Wien, am 9. September 1914. 

Die Gründe, weshalb Verhandlungen über Saseno von Wien nach Berlin 
verlegt werden sollen, sind mir nicht erfindlich. Wir halten zwar unsere 
einmal erteilte Zustimmung zur provisorischen Besetzung von Saseno auf- 
recht, sind- auch zu einer Konversation über Berlin bereit, jedoch der An- 
sicht, daß jene Okkupation einem italienischen Desideratum entspricht und 
daher ein besonderes Empressement unsererseits den Wert des von uns be- 
zeigten Entgegenkommens in den Augen der italienischen Regierung herab- 
mindern könnte. 



Nr. DICH. Freiherr von 3Iacchio au Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. ni. It. II 54. 

(Telegramm.) Rom, am 11. September 1914. 

In Beantwortung einer Depesche des Fürsten Wied, in welcher derselbe 
des Königs Wohlwollen anrief, hat König Viktor Emanuel folgendes Tele- 
gramm an ihn gerichtet: 

„Je remercie Votre Altesse des sentiments qu'Elle veut bien m'exprimer 
aussi au nom de la Princesse et je tieiife ä L'assurer que je forme les voeux 
les plus sinceres pour le succ^s de Sa haute mission et que mon Gouverne- 
ment continuera de faire tout ce qui sera possible pour la prosperit6 de 
l'Albanie." 

In der Presse wird offiziös jede italienische Absicht auf Valona ge- 
leugnet, trotzdem in den letzten Tagen die hiesigen Zeitungen die Aufmerk- 
samkeit auf diese Eventualität lenken und obwohl, nach Meldung aus Neapel, 
dortige Truppen für Expedition nach Valona bereitstehen. 

Nr. MCIII. Prinz Gottfried zu Hohenlohe an Grafen BerchtoI<l. 
Rb. Vorgesch. ni. It. II 55. 

(Telegramm.) Berlin, am 12. September 1914. 

Der ünterstaatssekretär hat mir heute erzählt, er höre aus Rom, Mar- 
chese di San Giuliano erkläre, die hier von Herrn Bollati aufgeworfene 
Frage der Besetzung Sasenos durch Italien sei auf ein Mißverständnis zurück- 
zuführen und garnicht ernstlich beabsicht gewesen. Dagegen habe Herr 
Bollati ihm — Herrn Zinitne) mann — gestern mitgeteilt, man nehme jetzt 
in Rom von der Besetzung Sasenos Abstand, da man zur Ueberzeuguug ge- 
Jahrbuch des Völkerrechts. II. l? 



258 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

kommen sei, erstens, daß Griechenland die Neutralität Albaniens unbedingt 
respektieren werde und weiters, daß das Verhältnis zu Oesterreich-Üngarn in 
befriedigendem Sinne geklärt, wodurch das beabsichtigte Abziehen der öffent- 
lichen Meinung in eine andere Richtung unnötig geworden sei. 

Nr. ]IICIV. Freiherr von Ulacchio an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 56. 

(Telegramm.) Rom, am 29. September 1914. 

In einer Konversation, die ich gestern mit Generalsekretär anläßlich 
neuer Gerüchte über eine demnäcbstige italienische Expedition nach Valona 
hatte, wurde die auch von Marchese di San GiuUano schon vor Wochen 
mir gegebene Erklärung wiederholt, ein solches Unternehmen sei ganz aus- 
geschlossen, außer in dem Falle, als die epirotischen Streitkräfte sich Valonas 
bemächtigen sollten. Dann würde es der italienischen Regierung unmöglich 
sein, die in diesem Punkte sehr empfindliche öffentliche Stimmung zu ignorieren. 

Auf meine Bemerkung, daß man das wohl auch in Athen wissen dürfte, 
meinte Herr de Martina, Veniselos habe trotz allen Ableugnungen doch 
immer die Unterstützung der Epiroten betrieben. Schon der seinerzeitige 
Vorbehalt Zografos\ sie würden nur dann weiter vorgehen, wenn sie durch 
Vorstöße der Mohammedaner provoziert wären, beweise, daß eine solche 
Eventualität nicht ausgeschlossen sei, soferne sich ja solche Vorstöße immer 
hervorrufen ließen. 

Ich benützte dies, um unsere gemeinsamen Interessen am Fortbestande 
Albaniens im Sinne unseres Abkommens zu betonen, und wies darauf hin, 
wie wenig wir andererseits in der Adria Expansionsbestrebungen hätten, was 
ja auch unsere defensive Kriegführung gegen Montenegro beweise. 

Nr. MCV. Herr von Möricz an Grafen Berchtold. 
Rb. ¥orgesch. m. lt. II 57. 

(Bericht.) Anco na, am 3. Oktober 1914. 

In dem Leitartikel der heutigen Nummer des hiesigen Organes der Re- 
gierungspartei. „L'Ordine", wird für die sofortige Okkupation Valonas durch 
Italien Stimmung gemacht. 

Dieselbe soll sich auf die Besetzung Valonas und der Insel Saseno durch 
Marinedetachements beschränken. 

Die Notwendigkeit dieser Maßregel wird damit begründet, daß man 
Griechenland und Serbien, die ihre Ansprüche auf Albanien geltend machen 
wollen und diesbezüglich bereits eine versteckte militärische, respektive diplo- 
matische Aktion eingeleitet hätten, zuvorkommen müsse. 

Oesterreich-Üngarn gegenüber, welches zu dem gedachten Schritte Italiens 
Bemerkungen machen könnte, wird darauf hingewiesen, daß es angesichts der 
Unmöglichkeit für die Monarchie , sich im gegenwärtigen Augenblicke an 
irgendeiner Aktion in Albanien zu beteiligen, anerkennen müsse, daß Italien 
ein Recht darauf habe, allein vorzugehen. 



c) Eintritt Italiens. 259 

Nr. MCVI. Craf Bei'chtold au Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 58. 

(^ Telegramm.) Wien, am 5. Oktober 1914. 

Nach vertraulichen Informationen hätte Frankreich nun auch Tunis den 
Italienern, versprochen, falls Italien sich auf die Seite der Triple Entente 
stelle. Das Spiel des Dreiverbandes geht offenbar darauf hinaus, die italie- 
nische Flotte in Gegensatz zur österreichisch-ungarischen Flotte zu bringen, 
um die französischen und englischen Seestreitkräfte aus dem Mittelmeere frei 
zu bekommen und in der Nordsee zur Verfügung zu haben. 

Euer Exzellenz könnten gelegentlich im Laufe der Konversation maß- 
gebenden Ortes ein Wort in dem Sinne fallen lassen, daß es dem Drei- 
verbände wohl darum zu tun ist, die italienische und Österreich - ungarische 
Flotte im gegenseitigen Kampfe zugrunde zu richten, um zuerst mit Ein- 
setzung aller verfügbaren Mittel die deutsche Flotte zu vernichten und dann 
die unbeschränkte Herrschaft im Mittelmeere auszuüben. 



Sir. MCVII. Freiherr von Macctaio an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 59. 

(Telegramm) Rom, am 6. Oktober 1914. 

Nach den mir aus der Umgebung Herrn Salandras zukommenden 
Nachrichten wäre die Besetzung Yalonas. und zwar in einer reduzierten Form 
mit Marinedetachemeut, wieder nähergerückt. Es wäre gelungen, den Minister- 
präsidenten darin ein gutes Mittel erblicken zu lassen, um die Blicke der 
Nationalisten und ihrer Gefolgschaft von dem nördlichen Nachbarn abzulenken 
und zugleich einen Fuß auf den Balkan zu setzen, um unter Italiens Führung 
bei der großen Liquidation die Interessen der neutralen Balkanvölker wahr- 
zunehmen. 

Wiederholt indirekt in dieser Frage sondiert, präzisierte ich meine per- 
sönliche Ansicht dahin, daß ja Italien nach seinen wiederholten Erklärungen 
ebenso wie wir auf dem Boden unseres Akkords und der Londoner Beschlüsse 
stehe, daher auch eine temporäre einseitige Aktion hieran nichts ändern könne 
und nur als Bekräftigung des europäischen Interesses an einem unabhängigen 
Albanien aufzufassen sei. 



Kr. 9ICVIII. Graf Berchtoltl an Freiherrii von iHacchio. 
Rb. Vorgescb. m. It. II 6U. 

(Telegramm.) Wien, am 7. Oktober 1914. 

Ich stelle es Euer Exzellenz anheim, falls Ihre Konversation mit Marchese 
di San GiuUano über die Minengefahr in der Adria einen geeigneten An- 
laß dazu bietet, folgenden Gedanken zu verwerten: Es sei dies ein Be\y^eis 
dafür, wie sehr die französisch-englische Aktion in der Adria auch den italie- 

17* 



260 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

nischen Interessen abträglich sei. Diese Aktion wäre wohl unterblieben, wenn 
die beiden genannten Mächte hätten besorgen müssen, daß Italien in einem 
solchen Falle aus seiner Neutralität heraustreten würde. 

TVr. MCIX. Freiherr von IVIacchio an C^irafen Berclitold. 
Rb. Vorgescli. ni. It. II 61. 

(Telegramm.) Rom, am 8. Oktober 1914. 

Bei verschiedenen ganz allgemein gehaltenen Besprechungen des Themas 
Albanien, zuletzt mit Herrn Salandra, habe ich bisher nirgends eine Neigung 
wahrnehmen können, die Möglichkeit der Besetzung Valonas mit mir zu er- 
örtern. 

Wenn nun die Sache wirklich in kleinen Proportionen, also ohne andere 
Vorkehrungen als jene, von denen man schon letztlich gehört hat, geplant 
wird, so könnte es wohl möglich sein, daß man in der Ueberzeugung, die 
Zentralmächte könnten die Sache ja jetzt nicht stören, ein fait accompli 
schaffe, das alte Klagelied variierend, daß ja auch Italien von unseren Ab- 
sichten gegen Serbien nicht zeitgerecht verständigt worden sei. 

Nr; MCX. Graf Berchtold an Freiherrn von 9Iacchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 62. 

(Telegramm.) Wien, am 9. Oktober 1914. 

Mit Bezug auf Euer Exzellenz Telegramm von gestern : 
Ein von Italien einseitig getroffenes fait accompli wäre ein offenkundiger 
Bruch unseres albanischen Akkords, was uns nötigen würde, gewisse Reserven 
zu formulieren. Jedenfalls würde uns ein solches Vorgehen Italiens die Mög- 
lichkeit bieten, bei günstigem Verlaufe des Krieges späterhin, sei es die Her- 
stellung der Parität in Albanien zu verlangen, sei es den Standpunkt ein- 
zunehmen, daß die Okkupation Valonas das von Italien selbstgewählte Kom- 
pensationsobjekt für allfällige Gebietserweiterungen unsererseits auf dem 
Balkan darstellt. 

Da ich bekanntlich Herzog Avarna über die Möglichkeit, daß aus der 
seinerzeit eingeleiteten Enquete in Sarajevo Komplikationen mit Serbien 
resultieren können, nicht im unklaren gelassen habe, wäre ein Vergleich des 
italienischen Vorgehens in Albanien mit unserem in Serbien nicht stichhältig. 

Nr. 9ICXI. Freiherr von Macchio an Grafen Berclitold. 
Bb. Vorgescli. m. It. II 63. 

(Telegramm.) Rom, am 10. Oktober 1914. 

Anläßlich einer Konversation über die mir in Euer Exzellenz Tele- 
grammen vom 5. und 7. 1. Mts. an die Hand gegebenen Gedanken war es 
interessant, von Marchese di San GiuUano zu hören, daß er die im ersteren 
Telegramme wiedergegebene Ansicht über die Absichten des Dreiverbandes 
mit Bezug auf die Flottenpolitik vollkommen teilt. 



c) Eintritt Italiens. 261 

Nur so — meinte er — lasse sich die bisherige passive iind tastende 
Kriegführung der anglo-französischen Flotte in der Adria erklären. 

Nach seiner Ucberzeugung würde die Entente diesen Zweck nicht er- 
reichen nnd Alles, was in seiner Macht stehe, werde er hiezu beitragen. Dies 
sei auch der Hauptgrund, warum er sich trotz seiner schweren Leiden ent- 
schlossen habe, auf seinem Posten auszuharren. 

Auf meine Bemerkung, daß auch Euer Exzellenz, dem ja seine Ansichten 
bekannt, dieser Entschluß nur mit lebhafter Befriedigung erfüllen könne urd 
flaß er damit gev/issermaßen logisch und konsequent seine eigene, seit seinem 
Einzüge in die Consulta befolgte Politik verteidige, bemerkte er, daß dies 
auch immer seine Politik bleibe und daß dies die einzige sei, die Italien rer- 
nünftigerwei'se machen könne. 

Marchese dt San GiuUano führte weiter aus, die Gegner begännen 
nun einzusehen, daß sie die Partie nicht gewinnen würden. Der Aerger über 
diese Erkenntnis bringe es aber mit sich, daß ihre Anstrengungen verdoppelt 
würden, so daß sie jeden kleinen Vorfall zu ihren Vorstößen ausnützen; man 
dürfe dies nicht zu ernst nehmen, das würde sich aber noch oft wiederholen 
und die hit'sige Regierung tue das Möglichste, dem entgegenzuwirken, soweit 
die hiesigen freiheitlichen Institution-en es gestatten. Sie müsse dabei aber 
vorsichtig sein, um nicht den Gegnern ihrerseits neue Waffen in die Hände 
zu geben. Die eben in Rom stattgehabte Verhaftung von Verbreitern irre- 
dentistischer Plugblätter beweise, daß es ihr damit ernst ist und daß sie der 
Sache ihre Aufmerksamkeit zuwendet. 

Xr. 9ICXII. Oraf Berchtold an Freiherrn von Ulacchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 64. 

(Telegramm.) Wien, am 12. Oktober 1914. 

Ich erfahre aus Berlin, daß sich Marchese di San Giuliaiio dem 
Botschafter in Rom gegenüber dahin hätte vernehmen lassen, „daß, wenn es 
zur Expedition nach Albanien käme, man hie und da Detachemeuts landen 
lassen würde, die dann je nach der Entwicklung der Dinge verwendet würden. 
Eine Besetzung Sasenos, wie dies ursprünglich ins Auge gefaßt worden sei. 
hätte keinen Zweck". 

Nr. ItICXIII. Freiherr von ITIaochio an Cürafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 65. 

(TeL^gramra."! Rom, am 18. Oktober 1914. 

Auftraggemäß ha.be ich anläßlich des Ablebens des Marchese di San 
GiuUano heute italienischem Ministerpräsidenten Beileid der k. u. k. Regierung 
übermittelt und die Gefühle der persönlichen Anteilnahme Euer Exzellenz 
verdolmetscht. 

Herr Salandra bit mich zunächst, für diese wohltuende Kundgebung 
sowohl der k. u. k. Regierung als speziell Kucr Exzellenz den wärmsten Dank 
des italienischen Kabinettes zu übermitteln. 



262 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Der Ministerpräsident bemerkte in der folgenden Konversation, er habe 
zunächst das Interim des Ministeriums des Aeußern übernommen, um in der 
Oeffentlichkeit alle Erörterungen abzuschneiden und um keinen Moment die 
Vermutung aufkommen zu lassen, als ob der Wechsel in der Person des 
Ministers des Aeußern etwa einen Wechsel der äußeren Politik Italiens mit 
sich bringen könnte. Solange er Kabinettschef sein werde, werde der von 
Marchese di San Giuliano befolgte Kurs beibehalten werden. 

Nr. mCXIV. Freiherr von ]fIacctaio an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 66. 

(Telegramm.) Rom, am 19. Oktober 1914. 

Der Generalsekretär sagte mir, italienische Regierung habe aus 
französischer Quelle Nachricht vom Vormarsche griechischer Truppen gegen 
Argyrokastro erhalten. 

Da zugleich auch Informationen vorliegen, daß 1000 Bewaffnete mit 
Mitrailleusen auf Segelschiffen eine Landung in Albanien planen, weiters die 
Absichten Essads, der jetzt allerdings versucht habe, eine Streitmacht aus 
Valona an sich zu ziehen, zweifelhaft seien und somit die Neutralität Albaniens 
gefährdet erscheine, beabsichtigte Consulta, an italienische Botschafter bei 
Signatarmächten Londoner ProtokoUes ein Zirkulare zu richten ; in demselben 
wolle sie als einzige neutrale Macht unter den Unterzeichneten ihr unverrücktes 
Festhalten an demselben beto'nen und ihre Absicht aussprechen, etwaige 
Landungsversuche zu verhindern, wozu eine Verstärkung ihrer dort vor- 
handenen Schiffsbestände vorgenommen werden würde. 

Ich habe mich darauf beschränkt, zu bemerken, daß wir ja auch auf 
Basis Londoner ProtokoUes stünden und daher unser Zusammenwirken mit 
Italien dort fortdauere, wenn es auch jetzt nur ein ideelles sein könnte. 



Nr. MCXV. Oraf Berchtold an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 67. 

(Telegramm.) Wien, am 22. Oktober 1914. 

Laut Meldung aus Berlin hat dortiger italienischer Botschafter dem 
ünterstaatssekretär gestern mitgeteilt, Italien habe sich entschlossen, Schiffe 
an der albanischen Küste kreuzen zu lassen, um die Einfuhr fremder Waffen 
und Munition zu verhindern. Da die übrigen Mächte, welche die albanische 
Selbständigkeit garantiert hätten, im Kriege seien, fühle sich Italien ver- 
pflichtet, diese Rolle zu übernehmen. 

Herr Bollati fügte bei, er könne Herrn Zimmermann vertraulich mit- 
teilen, man verbinde in Rom mit dieser Maßnahme keinerlei andere Absicht, 
sehe vielmehr darin eine willkommene Gelegenheit zur Ablenkung der öffent- 
lichen Meinung von dreibundfeindlichen Demonstrationen. 



c) Eintritt Italiens. 263 

Xr. 9ICXVI. Freiherr von Slacchio an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 68. 

(Telegramm.) Rom, am 22. Oktober 1914. 

Herr de Martino sagte mir, Sir E. Grey habe italienische Regierung 
auf großes Elend und Hungersnot unter den Mohammedanern im Epirus auf- 
merksam gemacht und unter Betonung der Gefahr, daß sich diese Uebelstände 
in einem Massaker der Christen Luft machen könnten, der italienischen Re- 
gierung nahegelegt, sich mit dem Gedanken der Sanierung zu befassen. 

Es werde daher gegenwärtig in der Consulta die Idee irgendeiner Art 
von kleinen sanitären Aktionen „avec des gardes" in Erwägung gezogen. 
Eine militärische Expedition, wie sie in der hiesigen Presse besprochen werde, 
sei ausgeschlossen. 

Italien werde dabei jedenfalls die zwei Kardinalpunkte der Londoner 
Beschlüsse, das ist Neutralität und Grenzen Albaniens, beachten. 



Nr. jHCXTII. Graf Berchtold an Freiherrn von 9Iacchio. 
Rb. Vorgeseh. m. It. II 69. 

(Erlaß.) Wien, am 24. Oktober 1914. 

In der Anlage erhalten Euer Exzellenz Abschrift einer Aufzeichnung 
über eine Unterredung, die ich gestern mit Herzog Avarna in Angelegen- 
heit einer italienischen Aktion in Albanien hatte. 

Beilage. 

L'Ambassadeur d'Italie m'a fait lecture le 23 octobre d'un td^gramme 
de son Gouvernement dont la teneur se peut rösumer ainsi que suit: 

L'Ambassadeur d'Angleterre, Sir J. Bennell Rodd, a appel6 l'attention 
du Gouvernement Italien sur la Situation miserable de l'Epire et sur le danger 
de massacres. Le Gouvernement autonome ne serait pas ä m§me de pourvoir 
ä ce sujet. 

Monsieur Veuizelos ne peut faire moins que d'envoyer un r^giment ä 
Argyrocastro pour eviter des massacres et s'engager ä retirer ces troupes 
plus tard si les Puissances le d6sirent. Le Gouvernement grec ne soul^verait 
pas d'objection contre une occupation italienne de Valona. 

Sir J. Renneil Rodd espöre que le Gouvernement Italien et le Gouverne- 
ment grec trouveront le moyen de s'entendre. 

En prösence de cette demande de l'Ambassadeur d'Angleterre le President 
du Conseil Italien aurait fait valoir les consid<5rations suivantes: 

Monsieur Salandra ne pouvait pas accueillir l'idöe d'une entente directe 
avec la Gr^ce au sujet d'une occupation m6me provisoire de l'Epire avec des 
troupes helleniques. II appröciait toutefois les consid^rations humanitaires 
que le Gouvernement hell^nique avait all^gu6es et ne fcrait pas d'oppositi«n 
ä l'envoi d'un rögiment de troupes helleniques il Argyrocastro comme mesuro 
de police tout en pronant acte de l'engagement de Monsieur Veniselos de les 



264 C, Eintritt weiterer Stauten in den Krieg. 

retirer en son temps. II sc rescrvait enfin d'accomplir a Valona les op^riitions 
de police et les mesures humanitaires n6cessaires en faveur des r^fugies. Les 
d6lib6rations de Londres au sujet de rA.lbanie devraient rester validcs. 

Le Duc Avarna, charg6 de me commuaiquer ce qui p'.^c^de ä titre stric- 
teinent confidentiel. a ajout(5 qu'en prösence de la Situation anormale de 
Valona et dans le bat de puurvoir ponr des raisons humanitaires aux r6fagi6s 
inusulmans le Gouvernement Italien se propose d'y cffectuer les Operations 
htrictement nöcessaires sans donner ä ces derniercs un caractöre d'expedition 
militaire avec vraie et propre occupation territoriale de laville; Les d^libi'ratioi.s 
de Londres concernant l'Albanie devraient rester intactes. 

En prenant connaissance de Ja communication falte par le jync Acni yiu 
j'ai appuyö sur les röserves mises en avant par le Gouvernement Italien au 
Kujct du caractf.'re des Operations polici^res et humanitaires envisag6es par le 
Cabinet de Rome, notammeiit aussi sur le maintien des d^libörations de 
Londres conime base de Texpöditioa en question. J'ai ajoul^ express6ment 
que je considörals l'action italienne ^galement du point de vue de notre accord 
albanais avec l'Italie et qu'il nie parciissait bien entendu que cet accord devrait 
rester iutact. 

Le Duc Avarna m'a promis de telegraphier dans ce sens ä son Gouver- 
nement. 

Nr. MCXVIII. Herr von Mayrhausei' an Grafen Berclitold. 
lib. Vorgesch. mj It. II 70. 

(Telegramm.) Valona, am 26. Oktober 1914. 

Italienisches Kriegsschiff „Dandolo" heute nachmittags eingelaufen, an- 
geblich mit Sauitätsexpedition an Bord. 

Spezialkorrespjndenten maßgebender italienischer Blätter in Valona ein- 
getroffen. 

Xr. fICXiX. Herr von Iflayrhauser an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 71. 

.Telegramm.) _ Valona, am 30. Oktober 1914. 

Italienische Eskader hat auf Saseno schwaches Marinedetachement gelandet. 
Mein italienischer Kollege machte mir hievon Mitteilung, ohne auf die 

l'>age des Charakters dieser Maßnahme (Beobachtungsposten oder militärische 

Besetzung) einzugehen. 

Auf höchstem -Punkte der Insel weht italienische Flagge. 

Xr. MCXX. Graf Berehtold an Freiherrn von 9Iacchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. li 72. 

(Telegramm.) Wien, am 31. Oktober 1914. 

Anschließend an eine Mitteilung über die bereits bekannte Errichtung 
einer italienischen Sanitätsstation in Valona Avurde seitens der italienischen 



c) Eintritt Italiens. 265 

Botschaft heute weiters auftraggemäß bekanntgegeben, daß die italienische 
Regierung behufs effektiver Wahrung der Neutralität Albaniens zur provi- 
sorischen Okkupation der Insel Saseno geschritten sei. 

Nr. mCX-XI. Herr von 9Iayrhauser an Crrafen Berchtold. 
Rb. Vorgescb. m. It. II 73. 

Telegramm.) Valona, am 1. November 1914. 

Hiesiger italienischer Vertreter hat Lokalbehörde mündlich von Besetzung 
Sasenos. die er als eine Maßregel zum Schutze albanischer Neutralität und 
zur Aufrechterhaltung Londoner Beschlüsse bezeichnete, verstäudiigt und hin- 
zugefügn. daß' bezüglich Valonas nichts Aehnliches geplant sei. 

Ich bemerke, daß der provisorische Charakter der Maßnahme nicht 
snpzipli mm Ausdrucke ^p'^T'^te. 



\'r. MCXXII. Graf Berchtold an Freiherrn von Macchio. *) 
Rb. Vorgescb. m. It. II 74. 

Telegramm.) Wien, am 12. Dezember 1914. 

Ich habe gestern den Besuch des italienischen Botschafters gehabt, der 
mir auftraggemäß mündlich eine Mitteilung machte, deren Inhalt ich in 
k;irzem, wie folgt, resümiere: 

Durch den militärischen Einmarsch Oesterreich- Ungarns in Serbien sei 
•jine neue Lage geschaffen worden, die im Siune des Art. VII des Dreibund- 
vertrages Gegenstand einer Konversation zwischen uns und Italien bilden 
raü.sse. Auf »Grund dieses Artikels bestehe selbst für eine nur temporäre 
Okkupation serbischen Gebietes für uns die Verpflichtung eines vorgängigeu 
Akkords mit Italien. Wir hätten somit das römische Kabinett, noch bevor 
unsere Armee die serbische Grenze passiert, verständigen und ein Einver- 
nehmen herbeiführen müssen. Baron Sonnino wolle auf diese Verspätung 
nicht insistieren und unsere militärischen Maßnahmen nicht behindern, was 
als ein Beweis der konzilianten Dispositionen des Königreiches anzusehen 
sei. Es folgte ein Hinweis auf unsere Einsprache gegen verschiedene italie- 
nischerseits geplante Operationen während des italo - türkischen Krieges und 
speziell auf die von uns gegen eine Aktion vor dun Dardanellen formulierten 
Reserven. Italien habe, so hieß es weiter, ein primordiales Interesse an der 
Erhaltung der vollen Integrität und der politischen und wirtschaftlichen Un- 
abhängigkeit Serbiens. Unsere wiederholten Erklärungen, keine territorialen 
Erwerbungen auf Kosten Serbiens machen zu wollen, bedeuten keine formelle 
dauernde Verbindlichkeit. Uebrigens sei die Invasion serbischen Gebietes — 
wenn sie auch nur temporären Charakter besitzt — schon hinreichend, um 



*) Anm. : Vgl. dazu den italienischen Wortlaut, Nr. 1 des italiiuischen 
Grünbuchs, unten unter „italienische Kundgebungen". — Herausgeber. 



266 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

das Gleichgewicht auf dem Ballian zu stören und Italien ein Recht auf Kom- 
pensationen zu geben. Auch im Falle der Erlangung von Vorteilen nicht 
territorialer Natur durch Oesterreich-Ungarn stehe Italien dieses Recht laut 
Art. VII zu. Nach Ansicht der italienischen Regierung sei es notwendig, 
ohne Zeitverlust in konkrete Verhandlungen einzutreten, da eine Situation 
geschaffen worden sei, welche vitalste politische und wirtschaftliche Inter- 
essen nahe berühre. Herzog Avarna verwies sodann auf die im italienischen 
Parlamente zutage getretene Beunruhigung und auf die öffentliche Meinung 
Italiens, welche deutlich die Tendenz der italienischen nationalen Aspirationen 
manifestiere und mit welcher die italienische Regierung ernstlich rechnen 
müsse. Wenn ein Einverständnis zwischen den beiden Regierungen auf der 
Baron Sonnino vorschwebenden Basis erzielt werden könnte, würden die 
bisherigen Reibungen und so bedauerlichen häufigen rnzidonzfälle verschwinden 
und ein Verhältnis kordialer und dauernder Freundschaft möglich werden, 
ohne welches jeder offizielle Akkord leer und steril bleibe. 

Zum Schlüsse der Mitteilung hob der Botschafter den freundschaftlichen 
Geist hervor, welcher seinem Schritte zugrunde liege. 

Nr. MCXXIII. Graf Berchtold an Freiherrn von Ulacchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 75. 

(Telegramm.) Wien, am 12. Dezember 1914. 

In Beantwortung der Euer Exzellenz heute mitgeteilten Eröffnung Herzog 
Avarnas habe ich dem Botschafter vor allem mein Erstaunen über diese 
Eröffnung ausgedrückt, indem der Ausgangspunkt derselben, nämlich der 
Hinweis darauf, daß wir vor Ueberschreiten der serbischen Grenze das Ein- 
vernehmen mit der italienischen Regierung hätten pflegen sollen, durch die 
tatsächliche Lage nicht begründet erscheine. Er müsse sich doch erinnern, 
daß ich ihm seinerzeit von unserer Absicht Mitteilung gemacht hatte, die 
letzten Konsequenzen aus der Haltung Serbiens zu ziehen, und daß uns da- 
mals Marchese di San Giuliano die formelle Zusicherung gegeben hätte, 
Italien werde die militärischen Operationen nicht stören, nnd wünsche von 
uns nur die Anerkennung der Anwendbarkeit des Art. VII auf den gegen- 
wärtigen Fall. Von ersterer Zusage hätten wir damals Kenntnis genommen, 
bezüglich letzteren Verlangens sei nach einigem Verhandeln unsererseits der 
italienische Standpunkt akzeptiert worden. Auch haben wir, als Marchese 
di San Giuliano anfangs August in einem Briefe an Herrn von Merey die 
Umstände zur Sprache brachte, die einer Klarstellung bedürften, um das 
Verhältnis zu den Verbündeten auf solide Grundlage zu stellen, in entgegen- 
kommender Weise geantwortet, ohne daß jedoch von italienischer Seite weiter 
darauf zurückgekommen worden wäre. 

Hinsichtlich unserer Reserven während des libyschen Feldzuges müsse 
ich bemerken, daß der Einwand des Grafen Aehrenthal gegen die Operation 
an der albanischen Küste in erster Linie auf Grund unseres albanischen 
Akkords erfolgte, daß die Besetzung der Aegäischen Inseln sich tatsächlich 



c) Eintritt Italiens. 267 

als eine Okkupation darstellte, nachdem dies keine militärische Operation 
auf dem Kriegsschauplatze war und es sich Italien nur um die Gewinnung 
eines Faustpfandes handelte , endlich die Aktion in den Dardanellen den 
Status quo des türkischen Reiches bedrohte, daher mit dem Geiste des Drei- 
buudvertrages, welcher zur Erhaltung des türkischen Besitzstandes auf dem 
Balkan geschlossen war, im Widerspruche stand. Wir hätten uns übrigens 
bezüglich letzterer Aktion darauf beschränkt, Italien auf die bedenklichen 
Folgen aufmerksam zu machen und eine Mitverantwortung für die eventu- 
-ellen Folgen abzulehnen. Da der Botschafter auch von der seinerzeit er- 
folgten Einsprache gegen eine Ausdehnung des libyschen Feldzuges auf das 
kleinasiatische Festland Erwähnung tat, verwies ich meinen Mitredner auf 
die grundlegenden Unterschiede zwischen der damaligen Situation, wo Italien 
an die Schaffung eines neuen Kriegsschauplatzes dachte, und der jetzigen, 
wo wir auf dem einzig möglichen Kriegsschauplatze kämpfen. 

Ich habe weiters dem Herzog Avarna auseinandergesetzt, daß im gegen- 
wärtigen Falle von einer temporären Okkupation nicht die Rede sein könne. 
Der Ausdruck „temporäre Okkupation" sei auf Grund der Okkupation Bos- 
niens und der Herzegowina in den Dreibundvertrag aufgenommen worden. 
Daß unsere gegenwärtigen militärischen Operationen als Okkupation irgend- 
eines bestimmten Gebietes angesehen werden könnten, wird wohl schwer zu 
behaupten sein. Auch wäre ich garnicht in der Lage, in diesem Augenblicke 
mit Sicherheit anzugeben, ob wir diesen oder jenen Punkt eben jetzt besetzt 
hielten, da dies ja fortwährend wechsle. 

Was die Integrität Serbiens anbelange, so hätten wir, wie er wisse, 
dieselbe nie anzutasten beabsichtigt, sondern im Gegenteile bilde die Konvoi- 
tierung unseres Besitzstandes durch Serbien den Ausgang des Krieges. Vor- 
läufig stünden wir auch noch immer auf der Basis, nichts anzustreben als 
die Erhaltung und Sicherung unseres Besitzstandes. Sollten wir an die Okku- 
pation irgendeines bestimmten Gebietes ernstlich denken , würden wir in 
loyaler Weise die italienische Regierung hievon verständigen und uns wegen 
der Kompensationsfrage mit ihr ins Einvernehmen setzen. 

Da man heute absolut nicht voraussehen könne, wie sich die Dinge 
weiter gestalten werden, könne ich die Auffassung, daß durch die Tatsache 
unseres Einmarsches in Serbien schon das Gleichgewicht auf dem Balkan ge- 
stört sei, nicht akzeptieren. Ein Akkord müsse doch eine bestimmte Grund- 
lage haben und könne unmöglich alle Eventualitäten vorhersehen oder von 
Tag zu Tag Modifikationen erleiden. So gerne ich dazu beitragen möchte, 
diese Sachlage klarzustellen, so könne ich doch mit bestem Willen heute noch 
kein Substrat für einschlägige Verhandlungen yor uns sehen, dies um so 
weniger, als es ja in unserem Vertrage ausdrücklich heiße, daß die Kompen- 
sationen den von der anderen Vertragsseite erlangten Vorteilen angepaßt zu 
sein hätten. 

Zum Schlüsse der Konversation habe ich den Botschafter ersucht, seiner 
Regierung das Ungereimte einer Auffassung vor Augen zu führen, die, wie 



268 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

08 scheint, dahingehe, den serbisch, n Standpunkt sich zu eigen zu machen, 
somit den Standpunkt eines Staatswesens, dessen außenpolitische Orientierung 
auf die Erwerbung unseres bosnisch -herzegowinisch- dalmatinischen Besitz- 
standes hinziele. Jeder unvoreingenommene Beurteiler der Sachlage müsse 
erkennen, welch großen Gefahren Italien bei Einschlagung einer solchen 
Politik entgegengehen würde. 

Xr. iMC\XIT. Graf Berclitolcl an Freilierrn von .Maccliio. 
Rb. V'orge.sch. lu. It. II 76. 

(Telegramm.) Wien, am 13. Dezember 1914. 

Im Verfolge meiner gestrigen Telegramme teile ich Euer Exzellenz; zur 
eventuellen Regelung Ihrer Sprache noch folgende Kuusiderationen mit. 

Der Dreibundvertrag sieht den Fall temporärer uad dauernder Okkupation 
vor. ÜDsereaa Einmärsche in Serbien kann der Charakter auch einer temporären 
Okkupation nicht zugesprochen werden. Im Verlaufe der letzten Monate war 
der Kriegsschauplatz wiederholt serbisches, ebenso aber auch bosnisch herzego- 
Avinisches und ungarisches Gebiet. Es liegt in der Natur der Sache, daß wir 
bemüht seio müssen, die Kriegsoperationen so viel als möglich außerhalb 
unserer Grenzen zu verlegen. Insoweit letzteres aber auch zutrifft, kann von 
einer Okkupation nicht die Eede sein und würde man von einer temporären 
Okkupation wohl nur in dem Falle sprechen können, als nach Beendigung der 
kriegerischen Operationen feindliches Gebiet als Faustpfand oder aus sonstigen 
Gründen über den Kriegszweck besetzt gehalten würde. 

Wenn die italienische Regierung im Zusammenhange mit .den Be- 
stimmutigeu des Dreibundvertrages von der Gefahr einer Störung des Gleich- ' 
gewichtes auf dem Balkan spricht, so wäre darauf hinzuweisen, daß Graf 
Aehrenthal sie zu Beginn des libyschen Feldzugts auf die Gefahr von Rück- 
wirkungen auf die Balkanhalbinsel aufmerksam gemacht hat, für deren 
eventuelle Polgen die italienische Regierung die Verantwortung "zu tragen 
hätte. In ähnlicher Weise habe auch ich die Regierung auf die Gefahren 
aufmerksam gemacht, die die Ausdehnung des Kriegsschauplatzes nach sich 
ziehen könnte. Die seither unmittelbar aufeiuauderfolgenden Ereignisse haben 
aber in letzter Linie zu einer Störung des Gleichgewichtes auf dem Balkan 
und speziell zu einer Stärkung Serbiens geführt, welches nunmehr die Zeit 
für gekommen erachtete, seine Aspirationen auch auf die . der österreichisch- 
ungarischen Monarchie gehörenden Gebiete ausdehnen zu dürfen. 

Wenn die italienische Regierung betreffs eventueller Kompensationen 
schon heute mit uns in eine Konversation eintreten will, so hätte ich hiegegeu 
k.ine prinzipiellen Bedenken, sehe jedoch eiue wesentliche praktische Schwierig- 
keit darin, daß wir derzeit keinen konkreten Ausgangspunkt für eine solche 
Konversation haben. Auch müßte es natürlich ausgeschlossen bleiben, daß 
sich eine gegenständliche Erörterung, wie aus Andeutungen Herzog Avarnas 
über nationale Aspirationen angenommen werden muß, auf irgendwelches Ge- 
biet der Monarchie erstrecke, und wäre vielmehr die Frage der noch von 



C) Eintritt Italiens. 269 

Italien besetzten Inseln im Aegäischen Meere, deren Räumung uns ausdrücklich 
zugesagt wurde, sowie die Besitzergreifung der Insel Saseno aufzunehmen. 

Nr. MCXXV. Graf Berchtold an Freiherrn von 9Iacctaio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 77. 

Telegramm.) Wien, am 13. Dezember 1914. 

Im Auftrage seiner Regierung hat Herr von TscMrschky heute hier 
^Folgendes mitgeteilt: 

Das Auswärtige Amt sei benachrichtigt worden, daß Herzog Avarna 
den Auftrag erhalten habe, Besprechungen über die Kompensationsfrage im 
öinne des Axt. VII des Dreibundvertrages einzuleiten. Das römische Kabinett 
habe an diese Mitteilung das Ersuchen geknüpft, die deutsche Regierung möge 
diesen Wunsch in Wien unterstützen. 

Auf die Einwendung Herrn von Jagows, es sei noch nicht Zeit, das 
Fell des Bären zu teilen, habe Herr Bollati erwidert, daß es sich nur um einen 
Ideenaustausch handle. Darin, daß seine Regierung jetzt in Wien reden wolle, 
zeige sich eben deren Absicht, auch weiterhin auf dem Boden des Vertrages 
zu verbleiben und in der Neutralität zu verharren. 

Gegen des Staatssekretärs Andeutung, diese Sprache Italiens könne als 
Drohung aufgefaßt werden, verwahrte sich der italienische Botschafter auf 
das entschiedenste. 

Im Laufe des weiteren Gespräches zwischen Herrn von Jagow und Herrn 
Bollati wurde auch die Unklarheit berührt, welche über Italiens eigentliche 
Wünsche herrsche, und sprach der Staatssekretär dem königlich italienischen 
Botschafter gegenüber vertraulich seine persönliche Ansicht dahin aus, daß 
das Wort „Trentino" nicht ausgesprochen werden solle. 

Die Herrn von Tschirschky zugekommene Weisung resümiert die An- 
schauung der Regierung dahin, daß, so mißlich auch die Kompensationsfrage 
sei, es nach der Lage der Dinge doch dringend anzuraten sei, in den italienischer- 
seits gewünschten Gedankenaustausch einzutreten. 

Der Staatssekretär nehme zwar an, daß Italien an das „Trentino^ 
denke, glaube aber kaum, daß das römische Kabinet es wagen werde, das 
Wort auszusprechen. Sollte dies wider Erwarten doch geschehen, so würde 
es sich seiner Auffassung nach empfehlen, eine schroffe Ablehnung zu ver- 
meiden, vielmehr die Gründe auseinanderzusetzen, welche Oesterreich-Ungaru 
diese Abtretung unmöglich machen. 

Nr. iHCXXVI. Graf Kerchtold au Freilierrn von IVIaccliio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 78. 

(Erlaß.) Wien, am 21. Dezember 1914. 

Um auf die einzelnen von mir kürzlich in der Kompensationsfrage 
vorgebrachten Argumente zu replizieren, hat Herzog Avarna von seiner 
Regierung Gegenargumente zur Veiwertung bei mir erhalten. 



270 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Der Botschafter hat sich nun am 19. 1. Mts. in nachstehendem Sinne 
vernehmen lassen. 

Baron Soiinino verwahrt sich gegen die Unterscheidung zwischen 
„occupation temporaire" und „occupation momentan6e diirivant d'op6rations 
de guerre". Eine solche sei gegen den Geist und den Buchstaben des Art. VII. 

Bevor wir die ser1)ische Grenze überschreiten, hätten wir uns mit Italien 
ins Einvernehmen setzen sollen. Italien habe uns diesfalls keine Schwierig- 
keit gemacht und damit einen schlagenden Beweis seiner freundschaftlichen 
Absicht gegeben, die militärischen Notwendigkeiten Oesterreich - Ungarns in 
Rechnung zu nehmen. Für Oesterreich-Üngarn bleibe aber die Verpflichtung 
bestehen, mit Italien einen Akkord über die Kompensationsfrage herzustellen. 

Unserer Argumentation hinsichtlich unseres Verhaltens während des 
libyschen Feldzuges wird entgegengehalten , daß wir damals nicht nur 
temporäre oder momentane Okkupationen gehindert hätten, sondern selbst 
bloße Küstenbombardements usw. Die besorgte Störung des Status quo 
könne nicht angerufen werden, da ja eben Oesterreich - Ungarn durch sein 
Vorgehen gegen Serbien das durch den Art. VII vorgesehene Gleichgewicht 
gestört habe. 

Unsere Versicherung, Serbien nicht vernichten zu wollen, könne Italien, 
welches erklärt hatte, nicht zulassen zu können, daß die Integrität und Un- 
abhängigkeit Serbiens tangiert werden, was gegen die italienischen Interessen 
Avie gegen die Vertragsbestimmungen verstoßen würde, nicht als genügend 
betrachten. Zwischen der Aufrechterhaltung der politischen und wirtschaft- 
lichen Integrität und Unabhängigkeit einer- und der Vernichtung andererseits 
liege ein großes Spatium und dies müsse eben den Gegenstand und die Grund- 
lage der Verhandlungen und Akkords bilden. Die territoriale Besetzung, 
selbst partielle — permanente oder temporäre — wie auch Vorteile nicht 
territorialer Natur, ja selbst die bloße politische Einflußnahme oder wirt- 
schaftliche Privilegien müßten den Gegenstand eines accord pröalable auf der 
Grundlage von Kompensationen bilden. 

Unsere Erklärung, eine Vereinbarung anbahnen zu wollen, wenn wir 
im Begriffe sind, zu einer tatsächlichen Besetzung zu schreiten, genüge nicht 
und müßte die italienische Regierung bedauern, wenn wir uns nicht jetzt 
schon bestimmt finden wollten, in einen Gedaukenaustausch hierüber einzugehen. 

Zum Schlüsse wird darauf hingewiesen, daß eine verlängerte Kon- 
versation über die prinzipielle Interpretation des Art. VII, indes die Ereig- 
nisse ihren Weg gehen und Italien vor faits accomplis stellen können, als 
sehr schädlich für die italienischen Interessen betrachtet werden müßte und 
daß es von höchster Wichtigkeit wäre, die gegenseitigen Beziehungen auf die 
solide Grundlage dauernden gegenseitigen Vertrauens zu stellen. 

Ich habe den Botschafter zu Ende reden lassen, ohne ihn zu unter- 
brechen, und mich dann im wesentlichen in nachstehendem Sinne geäußert: 

Vorausschicken müsse ich, daß ich es bedauerlich und ungerechtfertigt 
finde, wenn seitens der italienischen Regierung unserem Verhalten sowohl 



ci Eintritt Italiens. 271 

während des libyschen Feldzuges wie zu Beginn unseres Krieges gegen Serbien 
ein unfreundlicher Charakter gegen Italien beigelegt werde. Mchts sei un- 
richtiger als diese Darstellung. Man vergesse offenbar in Rom, daß wir, als 
Italien im Jahre 1911 den Feldzug, ohne uns zu verständigen, entriert hatte, 
Italien keine Schwierigkeit in den Weg legten, den Kampf in Afrika aus- 
zufechten. daß wir während der Friedensverhandlungen auf die Pforte wieder- 
holt Einfluß genommen haben, um sie zu bestimmen, sich den italienischen 
Forderungen anzupassen, und daß wir die Ersten waren, die diesen neuen 
Besitzstand anerkannten. Wenn Graf Aelirenthal und auch ich auf die Ge- 
fahren aufmerksam machten, die eine Verlegung des Kriegsschauplatzes in 
die europäische Türkei im Gefolge haben könnte, so geschah dies, Aveil durch 
ein solches Vorgehen der Status quo der europäischen Türkei, dessen Erhaltung 
der Dreibundvertrag in erster Linie bezweckte, gefährdet erschien. Bei der 
Besetzung der Inseln des Dodekanesos, die doch gewiß mehr als bloße Kriegs- 
operationen war, da sie ja heute noch fortbestehe, haben wir, soweit es uns 
irgend möglich schien, dem italienischen Standpunkte Entgegenkommen be- 
wiesen. Er möge auch nicht vergessen, daß es nach Abschluß jenes Feldzuges 
nicht an offiziellen und offiziösen Kundgebungen in Italien gefehlt habe, die 
unser bundesfreundliches Verhalten voll würdigten und anerkannten. 

Im Anschlüsse hieran brachte ich Herzog Avarna in Erinnerung, daß 
beiderseits — hier wie in Rom — noch vor nicht langer Zeit konstatiert 
worden war, das Bundesverhältnis sei nie so fest gewesen seit dreißigjährigem 
Bestände wie nach dem libyschen Feldzuge, und das albanische Problem, 
welches während der Balkankriege in den Vordergrund getreten ist, habe die 
beiden Regierungen hinsichtlich der großen Grundprinzipien geeint gefunden 
und in gemeinsamer täglicher Kleinarbeit einander noch näher gebracht. Man 
dürfe auch weiterhin nicht die großen Richtlinien aus dem Auge verlieren. 
Italien, so wie wir. habe große Kulturinteressen gegen gemeinsame Gefahren 
zu schützen und können wir diesen letzteren auf die Dauer nur durch ein- 
trächtiges Zusammengehen die Stirne bieten. Meiner Politik Italien gegen- 
über habe dieser Grundgedanke zur Richtschnur gedient und müßte ich es 
tief beklagen, wenn dies in Italien nun verkannt werden sollte. 

Wenn daraufhin verwiesen wird, daß wir uns, bevor wir die serbische 
Grenze überschritten, mit Italien ins Einvernehmen hätten setzen sollen, so 
möchte ich bemerken, daß für uns kein Anlaß hiefür vorlag, nachdem wir 
den Krieg gegen Serbien bloß begonnen haben, um uns gegen die serbischen 
Uebergriffe zu wehren. Italien gegenüber haben wir damals die von dem- 
selben geltend gemachte Interpretation des Art. VII anerkannt und hätten 
uns gewiß nicht geweigert, eine Konversation auf Grund desselben auf- 
zunehmen, wenn sie italienischerseits gewünscht worden wäre. 

Auch jetzt halten wir an denselben Gesichtspunkten fest, nämlich 
1. daß wir die Ansprüche, die Italien auf Grund des Art. VII gegebenen- 
falls stellen könnte, nicht in Zweifel setzen und 



272 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

2. daß wir Iteroit sind, uns in einen Gedankenaustausch mit Italien über 
die Kompensationsfrage einzulassen, wobei wir uns allerdings nicht verhehlen, 
daß es bei der gegenwärtigen Kriegslage, speziell auf dem Balkan, nicht leicht 
fallen dürfte, eine stabile Basis für eine solche Konversation zu schaffen. 

Was die Distinktion zwischen temporärer Okkupation, und Kriegs- 
operation anbelangt, so müsse ich die Aufmerksamkeit der italienischen Re- 
gierung darauf lenken, daß diese Unterscheidung auf die Okkupation Bosniens 
und der Herzegowina zurückzuführen sei, welche keinen permanenten Charakter 
hatte und bei Abfassung des Dreibundvertrages als Präzedens in Anschlag 
genommen wurde. An einfache Kriegsoperationen mit vorübergehenden Ge- 
bietsbesetzungen konnte damals unmöglich gedacht werden. Auch würde 
diese Interpretation, falls diese Kriegsoperationen den Kompensationsanspruch 
bedingen sollten, uns wie Italien in die Unmöglichkeit setzen, einen Akkord 
zu schließen, da alle Peripetien dai- militärischen Aktionen sich unmöglich 
voraussehen ließen. 

Wenn italienischerseits eine Parallele gezogen wird zwischen unserer 
Behinderung der Gefährdung des Status quo in der europäischen Türkei 
während des libyschen Feldzuges und der Bedrohung des Status quo auf der 
Balkanhalbinsel durch unsern Waffengang in Serbien, so scheint übersehen 
zu werden, daß es sich damals in der Tat um den Status quo, wie er im 
Dreibundvertrage vorgesehen war, handelte, während derselbe seither zu- 
gunsten Serbiens durch den Bukarebter Vertrag umgestoßen worden ist. 

Hinsichtlich des italienischerseits gemachten Einwandes, daß es nicht 
genügen könne, wenn wir bloß die Versicherung abgeben, nicht die Absicht 
zu haben, Serbien zu vernichten, gebe ich vollkommen zu, daß sich der 
italienische Kompensationsanspruch nicht nur auf diesen Fall beschränke. 
Auch sei eine gegenteilige Behauptung von uns nie aufgestellt worden. 

Nr. MCXXVII. Freiherr von Macchio an Orafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. lt. II 79 

(Telegramm.) Rom, am 21. Dezember 1914. 

Schon vor zwei Tagen hatte Baron Sonnino mir gegenüber das Gespräch 
auf die von Herzog Avarna in seinem Auftrage eingeleitete Konversation 
mit Euer Exzellenz gebracht und bemerkt, daß jetzt allerdings der Ausgangs- 
punkt, nämlich die Okkupation gewisser Teile Serbiens durch die k. u. k. 
Truppen, in Wegfall gekommen sei. 

Ich konnte hiebei konstatieren, daß ihm die Antwort Euer Exzellenz 
bereits zugekommen sei und daß er hierauf eine Gegenargumentation dem 
italienischen Botschafter in Wien habe zukommen lassen. Da über .deren 
Aufnahme ihm damals noch nichts bekannt war, ebensowenig wie mir, ich 
also nicht vorgreifen wollte, andererseits Baron Sonnino erwähnte, daß ihm 
daran liege, schon jetzt mit der k. u. k. Regierung diese Frage freundschaft- 
lich zu erörtern, so beschränkte ich mich meinerseits darauf, hervorzuheben, 



c) Eintritt Italiens. 273 

daß, wie ich wüßte, auch die k. u. k. Regierung gerne bereit sei. eine solche 
prinzipielle Erörterung fortzusetzen. 

Ich glaube nicht, daß hier der Eindruck bestehen kann, als ob wir eine 
weitere Konversation ablehnten. 

Nr. MCXXVIII. Herr von mayrhanser an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 80. 

(Telegramm.) Valona, am 25. Dezember 1914. 

An verschiedenen Stellen der Stadt wurden heute früh einzelne Schüsse 
abgefeuert; italienische Kolonie flüchtete ins Konsulat. 

Hierauf landeten italienische Stationäre 300 Mann mit Landungs- 
geschützen, welche öffentliche Gebäude besetzten. 

Nr. MCXXIX. Herr von Iflayrhauser an Orafen Berchtold. 
•Rb. ¥orgesch. m. It. II 81. 

(Telegramm.) Valona, am 25. Dezember 1914. 

Nach Vollziehung Besetzung der Stadt suchte mich italienischer Konsul 
auf und erklärte : 

Infolge revolutionärer Stimmung in der Umgebung Valonas sowie 
heutigen Zwischenfalles (Gewehrschüsse) habe er an Admiral Patris Ersuchen 
gestellt, die Stadt zwecks wirksamen Schutzes italienischer und fremder 
Kolonien militärisch zu besetzen ; Durchführung dieser Maßregel habe auch 
Okkupation von Kanina und Svernez zur Folge. 

Admiral Patris vom Stationär in italienisches Konsulat übersiedelt. 

Stadt ruhig. 

Nr. ÜICXXX. Graf Berchtold an Grafen Ambrözy. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 82. 

(Telegramm.) Wien, am 26. Dezember 1914. 

Herzog Avarna hat mich heute aufgesucht und sich auftraggemäü in 
nachfolgendem Sinne geäußert: 

In Albanien herrsche eine völlige Anarchie. Unter dem Eindrucke der 
bestehenden Verhältnisse habe die Regierung in Durazzo am 20. 1. Mts. ein- 
stimmig den Beschluß gefaßt, den Schutz Italiens anzurufen, damit dieses 
raschestens interveniere und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe 
sicherstelle. 

Die italienische Regierung habe weiters in den letzten Tagen aus Valona 
Nachrichten erhalten, denen zufolge dort sich gefährliche Ereignisse mit un- 
bekannten Zielen vorbereiten. Die Stimmung in Valona sei eine sehr erregte 
gewesen, Gewehrschüsse seien gefallen, in der Bevölkerung habe Unruhe ge- 
herrscht und die auf das italienische Konsulat geflüchteten Nationalen hätten 
den Admiral Patris gebeten, Marincsoldaten landen zu lassen. Diesem Ver- 
langen wurde Folge gegeben. 

Jahrbuch des Völkerrechts. II. 18 



274 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Die italienische Regierung bringe der k. u. k. Regierung zur Kenntnis, 
daß sie die durch die Lage gebotenen Maßnahmen ergreifen werde, um 
normale Zustände in der Stadt wiederherzustellen. Italien habe keineswegs 
die Absicht, zu weiteren Besetzungen außerhalb Valonas zn schreiten ; auch 
bezüglich dieser Stadt handle es sich nur um provisorische Maßnahmen. Der 
provisorische Charakter derselben erhelle schon aus dem Umstände, daß sie 
von einer Signatarmacht der Londoner Konferenz ergriffen werden und Italien 
das größte Interesse daran habe, daß die Albanien betreffenden Beschlüsse 
dieser Konferenz aufrecht erhalten bleiben. 

Ich habe mich darauf beschränkt, dem Botschafter zu sagen, daß ich 
von seiner Eröffnung unter Hervorhebung der abgegebenen Erklärung Akt 
nehme, Italien gehe von den Beschlüssen der Londoner Konferenz aus und 
sei bemüht, denselben Geltung zu schaffen. 



Kr. MCXXXI. Herr von Jflayrhauser an Grafen Berchtold. 
Rb. Yorgescli. m. It. II 83. 

(Bericht.) Valona, am 26. Dezember 1914. 

Fünf in ärmlichen Verhältnissen lebende Individuen gaben am 25. De- 
zember um 7 Uhr früh in verschiedenen Gassen Valonas Schüsse ab, ohne 
jemand zu verletzen. 

Die Bevölkerung blisb ruhig; die Polizei machte auf die Ruhestörer 
Jagd, von denen einige ins italienische (!) Konsulat flüchteten. 

Der albanische Notable Tschako erschien am Fenster seiner Wohnung 
und erklärte, daß man auf ihn geschossen habe, ein Diener desselben lief auf 
die Gasse und rief, daß die Griechen kämen. 

Mehrere Italiener begaben sich mit gepackten Taschen in ihr Konsulat, 
wo der Konsul — nach Angabe von Nachbarn — trotz der frühen Stunde 
bereits seit längerem der Ereignisse harrte. 

Um 8 Uhr erfolgte die Landung des Matrosendetachements, das die 
Straßenkreuzungen, die albanischen Amtsgebäude und die Filiale des Bank- 
syndikats besetzte. 

Einige Mitglieder der Lokalverwaltung — deren Chef Osman Nuri 
seit mehreren Tagen in Durazzo ist — sprachen im italienischen Konsulate, 
wo sich inzwischen Admiral Patris eingefunden hatte, vor, baten wegen der 
morgendlichen Ruhestörung um Entschuldigung und erklärten, daß die öffent- 
liche Sicherheit nicht gefährdet sei und sie alle außergewöhnlichen Maßnahmen 
als unbegründet ansähen. 

Es wurde ihnen erwidert, daß die herrschende Anarchie den fremden 
Interessen schade und daß derselben ein Ende gemacht werden müsse. 

Hierauf erfolgte der Besuch und die telegraphisch gemeldete Erklärung 
meines italienischen Kollegen im k. u. k. Konsulate. 



c) Eintritt Italiens. 275 

Nr. MCXXXII. Herr von ^layrbauser an Orafen Berctatold. 
Rb. Vorgesch. m. It. fl 84. 

(Telegramm.j Yalona, am 28. Dezember 1914. 

Bisher haben italienische Landungstruppen Posten (15 bis 20 Mann) 
detachiert nach: Kanina, Djuverina und Höhe östlich Arta. 

Svernez nicht besetzt. 

Nr. IVICXXXIII. Herr von Mayrhanser an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgescb. m. It. II 85. 

(Telegramm.) Valona, am 28. Dezember 1914. 

Weitgehende italienische Ingerenz auf Zivilverwaltung wird allgemein 
als bevorstehend angenommen. Anzeichen hiefür besonders Informierung über 
Finanzverwaltung des Distriktes und Verbot Abführung Gelder an Zentral- 
regierung in Durazzo. 

Nr. MCXXXIV. Herr von Mayrhauser an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 86. 

(Telegramm.) Valona, am 29. Dezember 1914. 

Heute nachmittags wurden zirka 6üü Mann vom Bersaglieriregimente 
Nr. 10 ausgeschifft und sind in die Stadt eingezogen. Ausschiffung noch 
nicht beendigt, auch Pioniere und Artillerie werden erwartet. 

Lokalbehörde und Bevölkerung (letztere über Aufforderung durch öffent- 
liche Ausrufe), Frequentanten italienischer Schule zogen mit albanischen und 
italienischen Fahnen entgegen und bereiteten Truppen Ovationen. 

Auf Präfektur wurde schon heute früh statt der bis gestern gehißt ge- 
wesenen türkischen Fahne italienische und albanische Fahne ohne besondere 
Feierlichkeit aufgezogen. 

Nr. MCXXXV. Herr von Mayrhauser an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorge$«cli. m. It. II 87. 

(Bericht.) Valona, am I.Jänner 1915. 

Die in Valona gelandeten italienischen Truppen bestehen aus : 

3 Bataillonen des lU. Bersaglieriregiments; 

4 Gebirgsbatterien; 
zirka 50 Pionieren. 

Das Detachement — dessen Gesamtstärke annähernd 2000 Mann beträgt 
— steht unter dem Kommando des Obersten Mosca. 

Die drei Bataillonskommanden befinden sich in Valona, Kanina und auf 
Höhe Asna (Kote 241 nördlich Valona). 

Abteilungen der zwei detachierten Bataillone stehen in : Djuverina, 
Kishbardha und in der Nähe von Risili. 

18* 



276 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Außerdem halten Marinesoldaten Krio nero (zirka 60 Mann), den Hafen 
(zirka 20 Mann) und Porto nuovo (1 Landungskompagniej besetzt. 

Die Anwesenheit zweier Karabinierioffiziere sowie eines Polizeüunktionärs, 
welch letzterer bereits mit der Lokalpolizei zasammenwirkt, läßt darauf schließen, 
daß eine Reorganisation der einheimischen Gendarmerie und Polizei geplant ist. 

\r. 91CXXXVI. Graf Iterchtold an Freiherrn von Alacchio. 
Rb. Vorge»«cli. m. It. II 88. 

(Erlaß.) Wien, am 4. Jänner 1915. 

Der deutsche Botschafter hat mir heute — 4. Jänner — auftraggemäß 
zwei lange Berichte des Fürsten Bülow aus Rom über Unterredungen mit 
Baron Sonnino und Herrn Giolitti, betreffend die Haltung Italiens gegenüber 
der Monarchie, verlesen. 

Der Inhalt dieser Berichte läßt sich im nachstehenden zusammenfassen. 

Beide italienischen Staatsmänner beteuern ihre dreibundfreundlichen 
Gesinnungen und bedauern, daß es Italien nicht möglich war, an der Seite 
der Alliierten in den Kampf einzutreten. Man dürfe nicht vergessen, daß 
der Krieg Italien unvorbereitet getroBen habe, daß sich Oesterreich-Ungarn 
nicht mit der italienischen Regierung ins Einvernehmen gesetzt habe, bevor 
es die Note an Serbien gerichtet hatte, daß die letztere in einem aggressiven 
Tone abgefaßt war, der in Italien den übelsten Eindruck machte, und daß in 
Italien allgemein die Ansicht verbreitet sei, Oesterreich-Ungarn könne bei 
seinen inneren Zuständen keinen Krieg führen und sei dem Untergange geweiht. 

Dazu müsse man sich die Situation Italiens vor Augen halten, die Er- 
regung der öffentlichen Meinung, die Unmöglichkeit für die Dynastie, sich zu 
erhalten, wenn Italien keinen territorialen Gewinn aus dem Weltkriege ziehe, 
und die Notwendigkeit, aus diesem Grunde zu rüsten. 

Als territoriale Kompensation wurde das Trentino genannt mit dem 
Hinweise darauf, daß dies von vielen als ungenügend bezeichnet werde, da 
die Aspirationen sich vielfach selbst auf Triest erstrecken. 

Viele Kreise in Italien wünschten allerdings die Erhaltung des Friedens 
und perhorreszierten ein Abgehen von der Neutralität, dafür schlagen aber 
die in der Minderzahl belindlichea Kriegshetzer um so mehr Lärm und sei es 
bekannt, daß in Italien die Schreier meistens die Oberhand behalten. 

An diese Mitteilung anknüpfend, war der Botschafter beauftragt, die 
Wichtigkeit zu betonen, den Faden der aufgenommenen Konversation mit 
Italien nicht fallen zu lassen und beizeiten zu einem gütlichen Ausgleiche 
zu kommen. 

Ich bemerkte Herrn Tschirschky, daß bekanntlich eine Konversation 
über die Kompensationsfrage entriert worden und daß es gegenwärtig an 
Italien sei, eine Meinungsäußerung abzugeben. 

Was speziell die Fr,ige der Abtretung des Trentino anbelangt, glaubte 
ich Herrn von Tschirschky darauf aufmerksam machen zu sollen, daß es 
mir als sehr fraglich erscheine, ob selbst auf diesem Wege Sicherheit geboten 



c) Eintritt Italiens. 277 

werden könnte, daß Italien sich doch bis zum Ende ruhig verhalten werde. 
Meine Frage, ob denn in den Unterredungen des Fürsten Bülow gar 
nicht die italienische Aktion in Albanien besprochen worden sei, beantwortete 
der Botschafter dahin, daß sich hierüber in den ihm zur Verfügung gestellten 
Berichten nichts finde. Es könnte dies aber ein Thema bilden für die Kon- 
versation zwischen Wien und Rom. 

Nr. mCXXXVIl. Herr von Tlayrhauser an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. lt. II 89. 

(Telegramm.) Valona, am 5. Jänner 1915. 

Die italienische Kontrolle der Zivilverwaltung unter Belassung albanischer 
Funktionäre wurde folgendermaßen geordnet : 

Hauptmann Castoldi üeberwachung der Präfektur und oberste Leitung 
Karabinieroffizieren unterstellter Polizei und Gendarmerie ; Schiffsleutnant 
Pericone Berater — de facto Leiter — der Munizipalität. 

Nr. mrXXXVlII. Freiherr von Maccliio an Grafen Berchtold. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 90. 

(Telegramm.) Rom, am 6. Jänner 1915. 

Anläßlich Erörterung der allgemeinen Lage brachte Baron Sonnino bei 
meinem heutigen Besuche Gespräch auch auf Kompensationsfrage. Er meinte, 
daß wir ja doch in Bälde Vormarsch in Serbien wiederaufnehmen würden, su 
daß also die formelle Basis für Entrierung bald wieder gegeben sein würde. 
Deshalb schiene es ihm nützlich, jetzige Pause des politischen Lebens bis zum 
Wiederzusammentritte der italienischen Kammer zu benützen, um vertrauensvoll 
und offen zu reden und allmählich beiderseitige Anschauungen zu klären, 
vielleicht auch die einzelnen Punkte für einen Akkord abzustecken, soweit 
dies, bevor man die genaueren Resultate des Weltkrieges kenne, in großen 
Linien schon heute möglich wäre. 

Er skizzierte sodann die bekannten Schwierigkeiten der inneren Lage 
Italiens, das Interesse, das auch wir hätten, das Königtum zu stützen und 
uns nicht den Wechselfällen eines republikanischen Landes an unseren Grenzen 
auszusetzen, die enormen Bemühungen des Ententelagers, Italien mit allen 
möglichen Versprechungen an sich zu ziehen, die Gefahren, welche entstünden, 
wenn welch immer italienische Regierung bei Abschluß der großen Krise dem 
Lande mit leeren Händen gegenübertreten müßte. 

Wäre sie in der Lage, nicht bloß von einer inhaltslosen prinzipiellen 
Bereitwilligkeit zu einer Kompensation zu sprechen, sondern auf schon be- 
stehende annehmbare Basen eines abzuschließenden Akkords hinweisen zu 
können, so würden die franko - englischen Bestrebungen in sich zusammen- 
fallen, ja es würde auch der Fortbestand des Dreibundes auf Grundlagen, die 
der veränderten Situation angepaßt wären, dem Lande plausibel erscheinen. 



278 t!. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nur im Interesse der Rettung des alten Bundesverhältnisses, das er für 
das einzig Richtige für Italiens Interessen halte, entschließe er sich zu diesen 
peniblen Gesprächen ; er habe das Portefeuille mit der Maßgabe übernommen, 
einen solchen Einigungsversuch zu unternehmen , um die alten Reibungs- 
flächen zu beseitigen, eine gesündere Grundlage für unser Verhältnis zu 
suchen. Gelänge dies nicht, so würde er eben zurücktreten. 

Wir kamen sodann auf die verschiedenen Kompensationen und die 
Schwierigkeit zu sprechen, für deren Mannigfaltigkeit schon früher eine Formel 
zu finden, unter die später die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten zu 
subsumieren wären. 

Als ich den Wunsch nach einer Konkretisierung der italienischen Hoff- 
nungen auf territoriale Kompensationen äußerte und auf Albanien anspielte, 
fand ich Baron Sonnino, der überhaupt kein Anhänger des albanischen Aben- 
teuers ist, ganz ablehnend. Er meinte, für Italien bestehe das ganze Inter- 
esse in Albanien nur, zu verhindern, daß andere sich dort festsetzen, aber 
keines, sich selbst darin zu etablieren. 

Ohne das Wort „Trentino" auszusprechen, deutete er dann an, daß nur 
in einer Richtung den territorialen Aspirationen Italiens Genüge geschehen 
könnte. 

Ich habe hierauf Gespräch auf mehr theoretische Erörterungen über das 
Do-ut-des-Prinzip und dergleichen gelenkt und den Minister in der Idee über 
den Nutzen dieser Konversationen bestärkt, worauf er die Absicht äußerte, 
Herzog Avarna einzuladen, seinerseits mit Euer Exzellenz weiterzusprechen, 
da man ja zugleich in Wien und hier reden könne. Vor allem sollte man 
nicht durch Vermittlung Dritter, sondern direkt sprechen, um Mißverständ- 
nisse und Mißdeutungen zu vermeiden. 

Aus Baron Sonninos Aeußerungen entnahm ich ferner, daß er die Lage 
in Italien, insoferne sie sich in der Presse und vor allem in den politischen 
Kreisen spiegelt, nicht für schlechter hält als vor zwei Monaten. 

Nr. MCXXXIX. Oraf Bercbtold an Freilierrn von IVIaccliio.. 
Rb. Yorgesch. m. lt. II 91. 

(Telegramm.) Wien, am 7. Jänner 1915. 

Die bagatellisierende Aeußerung Baron Sonninos über Albanien ist 
meiner Auffassung nach einerseits auf den Umstand zurückzuführen, daß mit 
der Besetzung von Valona der für Italien wertvollste Punkt sich bereits in 
italienischen Händen befindet, andererseits daß die italienische Regierung ein 
naheliegendes Interesse daran hat, sich gegenwärtig uns gegenüber den An- 
schein zu geben, als legte sie Albanien überhaupt wenig Wert bei. 

Aus diesem Grunde halte ich es für wünschenswert, daß Euer Exzellenz 
sich durch diese Pose nicht davon abhalten lassen, in den weiteren Unter- 
redungen über die Kompensationsfrage auch das albanische Moment stets von 
neuem ins Treffen zu führen, dessen Wert für Italien Hochdieselben nicht bloß 



c) Eintritt Italiens. 279 

mit der bisherigen Stellungnahme Italiens zu dem albanischen Probleme, 
sondern auch mit dem beunruhigenden Eindrucke begründen könnten, den 
bekanntlich die Entsendung eines griechischen Kriegsschiffes in die albanischen 
Gewässer in Italien gemacht hat. 

Nr. MCXIi. Oraf Berchtold an Freiherrn von Maccliio. 
Bb. Torgesch. m. It. II 92. 

(Telegramm.) Wien, am 8. Jänner 1915. 

Ich konstatiere mit Befriedigung, daß es Euer Exzellenz gelungen ist, 
in der Kompensationsfrage mit Baron Sonnino eine längere und unbeschadet 
der heiklen Natur des Themas freundschaftliche Konversation zu führen. Ich 
kann der Auffassung des Ministers auch nur beipflichten, daß durch eine direkte 
Aussprache Mißverständnisse und Mißdeutungen leichter vermieden werden 
können Die Vermittlung eines Drittten wäre meiner Ansicht nach nur dann 
anzusprechen, wenn die Konversation auf einen toten Punkt za gelangen droht. 

Bei einer Fortführung des Gespräches schiene es mir wünschenswert, 
daß die italienischen Kompensationsansprüche nicht als das Hauptthema an- 
gesehen werden, sondern als eine Nebenfrage des Komplexes aller das Bundes- 
verhältnis berührenden Gegenstände. Ich lege großen Wert darauf, daß den 
italienischen Staatsmännern der Umstand klar vor Augen gebracht werde, daß 
sich die von ihnen erhobenen Ansprüche aus den Bestimmungen eines Artikels 
des Dreibundvertrages ableiten, an dessen Fortbestande sie erfreulicherweise 
festhalten, dessen Geist und Wortlaut aber im gegenwärtigen Augenblicke 
eine fortgesetzte Fühlungnahme und Verhandlungen auf dem Prinzipe des 
Do-ut-des erfordern. 

Wenn wir das Recht Italiens auf allfällige Kompensationeu im Prinzipe 
anerkennen und eine freundschaftliche Konversation hierüber zu führen bereit 
sind, so muß Italien sich andererseits auch seiner BanJespflichten erinnern. 
Wir haben die italienische Interpretation über den casus foederis gewürdigt, 
können aber auf Grund des Vertrages eine wohlwollende Neutralität ver- 
langen. Wir haben, obwohl dieselbe (z. B. auf wirtschaftlichem' Gebiete) nicht 
immer eine wohlwollende war, doch, den Italien erwachsenden Schwierigkeiten 
Rechnung tragend, keine Klagen erhoben, können andererseits aber nicht umhin, 
zu konstatieren, daß die italienischen Staatsmänner in ihren Enunziationen 
vor den Kammern das bestehende Bundesverhälcnis mit Stillschweigen über- 
gangen und auch bisher von den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wenig 
Gebrauch gemacht haben, um durch die Presse eine bundesfreundlichere 
Stimmung im Lande hervorzurufen. 

Im Zusammenhange hiemit wäre auch auf die Mobilisierungsmaßnahmen 
und die immerhin auffälligen Truppenkonzentrationen gerade an unserer 
Grenze hinzuweisen, welche unsererseits eben mit Rücksicht auf das Bundes- 
verhältnis ohne jede Aufregung und Reklamation hingenommen wurden, welche 
aber nicht ohne Rückwirkung auf die Stimmung in Italien selbst geblieben 
sind und im Auslande als gegen uns gerichtet angesehen wurden. 



280 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Ebenso wie bezüglich Italiens militärischer Vorbereitungen ist unser 
Verhalten auch bezüglich der italienischen Landung in Valona ein völlig unserem 
Eundesverhältnisse entsprechendes gewesen. 

Es schiene mir angezeigt, bei Besprechung der Kompensationsfrage auch 
diese Momente, ohne irgendwelche Rekriminationen im obigen Sinne zu erheben, 
zu relevieren und den italienischen Staatsmännern nahezulegen, daß wir von 
Italien erwarten, es würde bei einer Konversation über aus dem Vertrage 
hervorgehende Ansprüche sich bemühen, uns greifbare Beweise zu geben, daß 
es ihm um die Erhaltung und Vertiefung des bundesfreundlichen Verhältnisses 
ernstlich zu tun sei. 

Was die Konkretisierung der italienischen territorialen Wünsche an- 
belangt, so ist dies ein italienisches Interesse und muß daher die Initiative 
dem römischen Kabinette überlassen werden. 

Nr. IVICXLiI. Herr von Mayrhausar an Orafen Berclitold. 
Rb. Vorgesch. m. lt. 11 93. 

(Telegramm.) Valona, am 11. Jänner 1915. 

Gesprächsweise teilte mir italienischer Konsul mit, daß demnächst 
italienische Zollbeamte zwecks Organisierung Zolldienstes eintreffen. 

Nr. niCXLill. Freiherr von IVIacchio an Orafen Berctatold. 
Rb. Yorgescta. m. lt. 11 94. 

(Telegramm.) Rom, am 12. Jänner 1915. 

Mein heutiger Besuch bei Baron Sonnino bot mir die Gelegenheit, um 
an der Hand der griechischen Schiffsentsendung nach Durazzo meine Ver- 
wunderung auszusprechen, daß der Minister entgegen allen früheren Eindrücken 
und entgegen der seinerzeitigen Veranlagung der öffentlichen Meinung in 
Italien nun so wenig Interesse für Albanien bekunde. Angesichts des uns 
seit langem bekannten Wertes Valonas für Italien und angesichts des Um- 
standes, daß es auch bei uns als ein Axiom galt, keine Großmacht dort Fuß 
fassen zu lassen, hätten wir ein sehr großes Zugeständnis darin gesehen, wenn 
wir jetzt eine solche Möglichkeit zu erwägen bereit wären. Auch stünde mit 
dem jetzt italienischerseits bekundeten Desinteressement das Unbehagen über 
das griechische Schiff im Widerspruche. 

Baron Sonnino meinte hierauf, der Wert Albaniens sei von uns beiden 
überschätzt worden. Er sähe die Gefahr, von dort aus in alle Balkanhändel 
hineingezogen zu werden, halte noch immer an den Londoner Beschlüssen fest, 
fasse daher die jetzige Besetzung als eine provisorische auf und insbesondere 
die Oeffentlichkeit wolle jetzt von Albanien nichts wissen und halte die 
Regierung geradezu ab, sich zu weit einzulassen. Es sei also nicht möglich, 
Errungenschaften in Albanien ihr mundgerecht zu machen. 

Auf meine Bemerkung, daß die öffentliche Meinung von der Regierung 
geleitet werden sollte und daß ich mit Bedauern gesehen, wie sie seit Monaten 



c) Eintritt Italiens. 281 

ganz sich selbst überlassen sei, gab er dies ohneweiters zu und bezeichnete 
es als eine traurige Folge der hiesigen Zustände und der Desorientiertheit 
nach Ausbruch des Krieges. 

Bei Betonung des Entgegenkommens, das wir auch in diesen Fragen 
bisher gezeigt, indem wir uns mit der Besetzung des Dodekanesos vorläufig 
abgefunden und also eigentlich eine Avance an Kompensationen von Italien 
gut hätten, verwertete ich die mir in Euer Exzellenz Telegramme vom 8. 1. 
Mts. an die Hand gegebenen Argumente, um hervorzuheben, daß, ebenso wie 
. wir in allen Fragen des Bundesvertrages die largeste Auffassung bekunden, 
auch Italien den immer in Worten betonten Willen der Vertiefung desselben 
durch entsprechende Akte beweisen sollte. 

Der Minister fand auf diese Ausführung nur wenig zu erwidern. 

Auf meine Bemerkung bezüglich der Ansammlung von Truppen an den 
Grenzen der Monarchie wollte er dieselbe in bekannter Art mit unseren Maß- 
regeln rechtfertigen, worauf ich mühelos das Ungereimte einer solchen Be- 
hauptung mit der allgemeinen Mobilisierung, von der man ja die an Italien 
grenzenden Landesteile nicht ausnehmen könne, und mit der darauffolgenden 
Abschiebung unserer Truppen nach den Kriegsschauplätzen erklären konnte. 

JKi*. MCXLiIII. Graf Berchtold an Freiherru von Ulacchio. 
Rb. Yorgesch. ni. It. II 95. 

(Erlaß.) . Wien, am 12. Jänner 1915. 

Euer Exzellenz erhalten im Anbuge eine Aufzeichnung über eine Unter- 
redung, welche ich gestern mit dem königlich italienischen Botschafter in der 
Kompensationsfrage hatte. 

Beilage. 

L' Ambassadeur d'Italie m'a donn6 lecture le 11 janvier d'un t6l<5gramme 
de son Gouvernement portant ce qui suit: 

Au cours d'un entretien qui a eu lieu le 19 d^cembre dr. le Baron 
Sonnino a dit au Baron Macchio que bien que la Situation dans les Balcans. 
„oü l'Autriche-Hongrie avait entrepris une guerre tendant ä modifier l'iiqui- 
libre*, justifiait une conversation au sujet de l'application de l'article VII, le 
retrait des troupes austro-hongroises de la Serbie enlevait ä cette conversation 
l'actualitö et l'urgence. 

Le Baron Sonnino est toutefois d'avis que les raisons logiques et poli- 
tiques restaient les memes et avaient toujours la mßme force. 

Les raisons logiques qui rendaient nöcessaire la discussion consistaient 
en ce que la guerre avait 6t6 initi6e d^s le premier jour avec un but tout 
contraire aux int^rets de la politique italienne dans les Balcans. 

Les raisons politiques qui militaient en faveur d'une pareille discussion 
^taient de cr6er une bonne foi enti^re entre les deux Puissances d'^liminer 
des frictions continuelles entre elles et de rendre possible une coopt'ratiou 
cntre elles vers dos buts communs de politique g6n6rale. Toute alliance qui 



232 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

n'est pas bas6e sur l'amitiö et ne contribue pas ä augmenter l'amiti^ m6me, 
ne peut r6ussir et reste condaran6e ä deraeurer st6rile et inutile. 

Pour arriver ä une Situation de cette natura il faut avoir le courage 
et le calme d'aborder k l'occasion la discussioa au sujet des compensations 
vis6es par l'article VII, question d61icate concernant la cesaion Eventuelle d'un 
territoire appartenant actuellement ä, la Monarchie austro-hongroise. 

Le Baron Sunni.no deraande si le Gouvernement austro-hongrois est 
dispos6 d'accepter 1» discussion sur cette base, en ajoutant que, comme Puis- 
sance neutre, Tltalie ne pourrait pas accepter aujourd'hui une discussion sur 
la base Eventuelle concernant des territoires possEdEs par d'autres belligE- 
rants attendu que cela correspondait ä participer d^s k pr6sent au conflit. 

Quand l'Ambassadeur avait fini sa lecture je lui ai affirmE notre dEsir 
de consolider et de dEvelopper les rapports amicaux entre l'Autriche-Hongrie 
et ritalie et de prendre l'article VII pour point de d6part ä des conversations 
ä poursuivre au sujet du probl^me de compensation vis6 par cet article. 
Tout en me rEservant de lui donner ultErieurement une rEponse dEfinitire, 
j'ai exprimE ä l'Ambassadeur mon Etonnement et mes regrets que le Gouverne- 
ment Italien se plagait sur uu terrain qui nous rendrait gu^re possible d'en- 
tamer la conversation. Le point de vue Italien se trouvait d'ailleurs en 
contradiction avec les stipulations fondamentales du TraitE de la Triple AUi- 
ance aux termes desquelles il Etait dit que l'alliance devait assurer le 
maintien intact de l'ordre politique des Parties contractantes et les prEmunir 
contre des dangers qui pourraient menacer leur s6curit6 • „II est clair'' — 
ai-je ajoutE — „que la proposition faite par le Gouvernement Italien impli- 
querait une infraction ä l'idöe fondamentale de notre alliance." Cette pro- 
position ne rEpondait pas non plus ä l'esprit de l'article VII de ce TraitE, 
vu que les compensations pr6vues par cet article ne pouvaieht se rattacher 
qu'ä la peninsule des Balcans. En effet, l'Equilibre dans les Balcans et le 
maintien du statu quo dans le proche Orient ayant forme le point de dEpart 
de l'article VII, Toccupation d'un territoire dans la pEninsuie par une des 
Parties contractantes devrait nEcessairement donner ä l'autre Partie le droit 
ä une compensation dans les mömes pays. üne compensation en dehcrs de 
ces limites ne pouvait pas ätre envisagEe sErieusement ä l'Epoque oü l'alliance 
avait 6t6 conclue. 

En ce qui concerne la remarque faite par le Gouvernement Italien que 
la guerre contre la Serbie avait 6te initiEe d^s le premier jour dans un but 
tout contraire aux intErets de la politique italienne dans les Balcans, j'ai 
vivement protestE contre cette maniäre de voir vu que la guerre avait 6t6 
entreprise uniquement dans le but de maintenir notre statu quo, but qui ne 
se trouvait non seulement pas en contradiction avec la politique italienne 
dans les Balcans. mais rEpondait essentiellement ä cette politique teile qu'elle 
avait 6t6 sanctionn6e par le TraitE de la Triple Alliance. 

Avant de clore notre conversation j'ai appelö l'attention de l'Ambassadeur 
sur le fait que l'occupation de Valona par les Italiens nous dounait droit ä 



c) Eintritt Italiens. 283 

demander une compensation de la part de l'Italie gräce aux pr^cisions de 
larticle VII de notre Trait6 d'alliance, ce que le Duc Avarna n'a nuJle- 
ment niö. 

Finalement j'ai exprimä ä 1' Ambassadeur Fopinion quil me paraissait 
trös dösirable de döblayer en g6n6ral le terrain pour nos relations de I'avenir. 
Dans cet ordre d'id^es il me paraissait n^cessaire de signaler au Gouvernement 
italien le fait que. bien que l'Italie ait 6t6 oblig^e aux termes de rarticlelY*) 
du Trait6 de la Triple AUiance de maintenir une neutralitö bienveillante 
vis- ä -vis de nous, on nous avertissait presque journellement des embarras 
qu'on causait en Italie au transit et ä l'importation en Autriche-Hongrie des 
marchandises commandöes par nous. En dehors de ce qui pröcede il fallait 
aussi observer que le fait que des troupes italiennes se trouvent massöes 
depuis des mois tout pr^s de notre fronti^re ne pouvait etre conciliä avec 
une neutralit6 bienveillante. 

Le Duc Avarna se rendit ä ces dernieres consid6rations tout en remar- 
quant que pour l'^change de marchandises le principe du do-ut-des devait 
ecre appliquö, tandis qu'au sujet des concentrations de troupes ä notre f ren- 
tiere il lui paraitrait opportun si une röclamation 6tait faite par nous ä cet 
ögard ä Rome. 

*) Vide Anhang Nr. 16. 

Wr. MCXIilV. Baron Burian an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgcscli. m. lt. II 96. 

(Telegramm.) Wien, am 14. Jänner 1915. 

Vorbehaltlich späterer eiiigehender Instruktionen ersuche ich Euer 
Exzellenz, sich bis auf weiteres in Ihren eventuellen Konversationen mit den 
italienischea Staatsmännern über das Thema der Kompensationsfrage lediglich 
rezeptiv zu verhalten. 



Nr. MCXliV. Baron Buriän an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. O 97. 

(Telegramm.) Wien, am 19. Jänner 1915. 

Laut einer Depesche des Fürsten Bülow an das Auswärtige Amt vom 
18. d. Mts., welche mir Herr von Tschirscl/ky vorlas, hat ersterer dem 
italienischen Minister des Aeußern dringend empfohlen, die Besprochungen 
mit uns zum Zwecke der Klärung unserer Beziehungen und Lösung der 
pendenten Fragen mit voller Rücksichtnahme auf unsere Stellung und unsere 
Integrität als Großmacht zu führen und bei diesem Anlasse Baron Sovnino 
keinen Zweifel darüber gelassen, daß Italien Deutschland mit ganzer Kraft 
an unserer Seite finden würde, wenn es ihm nicht gelänge, den Frieden mit 
Oesterreich-Ungarn zu erhalten. 



284 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. MCXLiVI. Baron Itiiriuii an Frcilierrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. ni. It. II 98 

(Erlaß.) Wien, am 20. Jänner 1915. 

In der Anlage übersende ich Euer Exzellenz zu Ihrer Information die 
Aufzeichnung über eine Unterredung, welche ich am 17. 1. Mts. mit dem 
königlich italienischen Botschafter über die Kompensationsfrage hatte. 

Beilage. 

Wien, am 17. Jänner 1915. 

Der italienische Botschafter hat mich heute besucht, um die Kon- 
versation über die Kompensationsfrage, welche seit seiner Unterredung mit 
Grafen Berchtold am 11. Jänner geruht hatte, wieder aufzunehmen. 

Nachdem wir übereingekommen \varen, einen ganz freundschaftlichen, 
also um so offeneren Ideenaustausch einzuleiten, begann Herzog Avarna 
damit, die mir aus Graf Berchtolds Aufzeichnungen bereits bekannte In- 
struktion Baron Sonninos vorzutragen, welche schon mit größter Deutlich- 
keit die auf Erwerb österreichisch-ungarischen Gebietes gerichteten Ziele der 
italienischen Politik bezeichnet. 

Nachdem der Botschafter seinen Auftrag vollzogen hatte, entspann sich 
eine Konversation, in deren Verlaufe wir uns in Erläuterungen aller einzelnen 
Punkte einließen. 

Der Botschafter konstatierte zunächst, daß nicht allein die italienische 
Regierung, sondern auch die überwiegende Mehrheit des italienischen Volkes 
eine konservative Politik wünschen mit der Erhaltung des Bündnisverhältnisses 
zu uns, „mais avec la superposition de quelque satisfaction des aspirations 
nationales". Ohne einen solchen Erfolg wären nicht nur ihre Bestrebungen 
machtlos, sondern es käme auch die Dynastie und die bestehende Ordnung 
überhaupt in Gefahr. 

Ich erwiderte mit der warmen Versicherung unseres aufrichtigen Wunsches, 
alle annehmbaren Bedingungen zur Aufrechterhaltung und Befestigung unserer 
nahen Beziehungen zu Italien zu schaffen, allein ich habe Zweifel darüber, ob 
Italien gegenwärtig den richtigen Weg zu diesem von uns beiden gewünschten 
Ziele ins Auge fasse. Wenn in Italien starke Volksströmungen zu gefähr- 
lichen und nicht einwandfreien Aspirationen treiben und noch extremere 
politische Gruppen für den Fall einer Enttäuschung der jetzt rege gewordenen 
Begehrlichkeiten mit dem allgemeinen Umstürze drohen, so nehme ich das 
mit lebhaftem Bedauern zur Kenntnis, allein es müsse einigermaßen über- 
raschen, wenn nun Italien uns, seinem Verbündeten, zumutet, daß wir unser 
Territorium dafür opfern sollen, um Italiens kritische Gärungen bewältigen 
zu helfen. 

Herzog Avarna erwiderte, daß er die großen Schwierigkeiten erkenne, 
welchen die Behandlung des italienischen Wunsches hier begegnen würde, 
und dies auch seiner Regierung nicht verhehlen würde, daß er aber doch 
annehmen zu dürfen glaube, die Italiener in der Monarchie seien nicht so zu 



c) Eintritt Italiens. 285 

betrachten, wie die anderen Nationalitäten, da sie wenig zahlreich, daher 
einerseits für die Monarchie nicht von großem Belange, andererseits gegen 
Angriffe auf ihre Nationalität widerstandsunfähig seien und keine Anlehnung 
haben. Ich bekämpfte diese Distinktion mit den naheliegenden Argumenten 
und wir gingen hierauf die einzelnen Punkte der Instruktion durch. 

Zunächst verwahrte ich mich gegen die Einstellung, ,que l'Autriche- 
Hongrie avait entrepris une guerre tendant ä modifier l'equilibre des Balcans". 
womit Baron Sonnino die Berechtigung einer Konversation über die Kom- 
pensationen auch in einem Augenblicke begründet, wo sie unser Rückzug 
aus Serbien als nicht aktuell erscheinen lassen könnte. 

Ich wiederholte unsere Bereitwilligkeit, über die Kompensationsfrage 
auf Grund des Art. VII mit Italien stets, auch akademisch, zu sprechen, 
allein wir können obige Motivierung, wie auch die noch weiter gehende Be- 
hauptung der Instruktion: ,que la guerre avait 6t6 initi6e d^s le premier 
jour avec un but tout contraire aux int6rSts de la politique italienne dans 
les Balcans" durchaus nicht gelten lassen, da es Italien wohl bekannt sein 
müsse, daß der Krieg bloß zum Zwecke einer Abwehr der unsere Integrität 
gefährdenden serbischen Machenschaften unternommen worden sei. 

Die zitierten zwei Anwürfe erklärte der Botschafter schließlich dahin, 
es solle damit ja nur gesagt werden, daß der Krieg in seinen natürlichen 
Folgen in das italienische Interessengebiet werde eingreifen müssen, woraus 
dann Kompensationsansprüche entstehen würden. 

lieber jenen Teil der Instruktion, welcher dem Wunsche der italienischen 
Regierung nach einer Festigung und Vertiefung des Bündaisverhältnisses 
durch Ausschaltung aller Anlässe zu Friktionen Ausdruck gibt, bestand eine 
Meinungsverschiedenheit zwischen uns natürlich nicht und wir kamen zu dem 
heiklen Punkte, wo, ausgehend von dem Ansprüche, den Italien aus dem 
Art. VII ableitet, der Wunsch nach einer Zession österreichisch - ungarischen 
Gebietes mit der Phrase in den Vordergrund gestellt wird, „qu'il faut avoir 
le courage et le calme d'aborder ä l'occasion la discussion au sujet de cette 
question dölicate". 

Ich habe dem Botschafter meine Verblüffung über einen so kühnen 
Schluß aus den Prämissen der Lage nicht verhehlt. 

Wir haben seinerzeit die Gründe zur Kenntnis genommen, die Italiens 
unsere öffentliche Meinung überraschende Neutralität bestimmt haben. Wir 
haben auch die Interpretation, welche Italien dem Art. VII bisher gab, uns 
zu eigen gemacht. 

Wir wurden dann vor die Wahrnehmung gestellt, daß Italien schon 
das Betreten serbischen Gebietes im Gange der militärischen Operationen als 
, provisorische Okkupation* im Sinne dis Art. Vll angesehen haben wollte. 
Das waren Zumutungen, die uns reichliche Gelegenheit gaben, Italien weit- 
gehende Beweise unseres Entgegenkommens und unserer bundesfreundlichen 
Gesinnung zu geben. Ganz unerwartet sei aber gleich die erste konkrete 
Formulierung der Kompensationswünsche Italiens gewesen. Ich müsse mir 



286 C- Eintritt weiterer Staaten in den Kriej^. 

zunächst vorbehalten, zu prüfen, ob der Art. VII überhaupt KompensatioQen 
anderswo als auf der Balkanhalbinsel ins Auge fasse. 

Vollends Stellung nehmen müsse ich aber schon jetzt gegen die Moti- 
vierung der Instruktion, warum ein Kompensationsanspruch nicht auf Territorien 
der anderen Kriegführenden gestellt werden könne: ,Gomme Puissance neutre, 
ritalie ne pourrait pas accepter aujourd'hui une discussion sur la base Even- 
tuelle concernant des territoires Doss6d6s par d'autres bellig6rants, attendu que 
cela correspondait k participer d^s ä präsent au conflit." Das heiße mit 
anderen Worten, daß Oesterreich- Ungarn, obgleich es auch eine kriegführende 
Macht sei, von Italien schlechter behandelt werden dürfe, obgleich oder weil 
es dessen Verbündeter ist ! Die Sorge um die Pflichten der Neutralität nehme 
hier eine ganz eigentümliche Gedankenwendung vor, die zu einer Betrachtung 
veranlasse, wie sich denn das von Italien ersonnene Mittel, sich vor inneren 
Krisen anf unsere Kosten zu schützen, überhaupt, auch mit der italienischen 
Auffassung seines Bündnisverhältnisses zu uns, dem ja neue Garantien für 
die Zukunft geschaffen werden sollen, vereinigen lasse. Ich wiederholte 
Herzog Avarna die ihm schon von Grafen Berchtold gemachte Vorhaltung, 
daß der italienische Wunsch dem Grundprinzipe des Dreibundes widerspreche, 
welcher doch in erster Linie berufen war, die Integrität der Verbündeten 
nach jeder Richtung sicherzustellen. 

Der Botschafter war von meiner Ausführung sichtlich impressioniert; 
da wir uns aber beide in dem Wunsche begegneten, den Faden der Konversation 
nicht fallen zu lassen, sahen wir für diesmal von einer weiteren Polemik ab 
und resümierte ich die Konversation dahin, daß unsere Regierungen einig 
seien in dem Wunsche, dem Bündnisse zwischen ihnen neue und tiefere Grundr 
lagen zu geben, daß wir die freundschaftliche Fortführung der Konversation 
über die Kompensationsfrage für nützlich und notwendig halten und dazu 
beiderseits bereit sind. Unsere Differenz bestehe augenblicklich darin, daß 
Italien der Erwerbung eines Gebietsteiles der Monarchie den Vorzug gebe, 
während wir das Kompensationsobjekt auf anderen Gebieten zu wählen vor- 
schlagen. 

Nr. MCXIiVII. Baron Buriän an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 99. 

(Erlaß.) Wien, am 29. Jänner 1915. 

Auf Grund neuer Instruktionen ist der italienische Botschafter gestern 
bei mir auf die Kompensationsfrage zurückgekommen. 

Nachdem es auch nach unserer Auffassung an Italien sei, die Kompen- 
sationen zu bezeichnen, die es auf Grund des Art. VII anstrebe, um für die 
Vorteile entschädigt zu werden, die wir bei einem neuerlichen Einmärsche 
in Serbien erreichen würden, sei er beauftragt worden, mir zu erklären, für 
das Königreich käme derzeit alles andere nicht in Betracht, und bringe seine 
Regierung eine Territorialkonzession aus dem Besitze der Monarchie einzig in 
Vorschlag. Baron Sonnino habe ihm aufgetragen, mich dringend einzuladen, 



* c) Eintritt Italiens. 287 

^d'accepter la discussion sur la base d"urie cession de territoire". Auf Gebiete 
eines anderen kriegführenden Staates könne Italien nicht verwiesen werden, 
weil darin ein Bruch seiner Neutralität enthalten wäre. Uns stehe es frei, 
aus eigenem freiwillig etwas herzugeben. Mit dieser merkwürdigen Erklärung 
will Baron Sonnino über den Einwand hinwegkommen, den ich ihm letzthin 
machen ließ: daß wir ja auch Kriegführende seien und daher kein Grund sei, 
uns schlechter zu behandeln als die anderen. 

Baron Sonnino verweist in seiner mir von Herzog Avarna vorgelesenen 
Instruktion darauf, daß die Zeit dränge und er Wert darauf legen müsse, 
noch vor der Kammereröffnung eine prinzipielle Zusage von uns zu besitzen. 

Diesem Ansinnen gegenüber machte ich Herzog Avarna zunächst darauf 
aufmerksam, daß ich dem italienischen Gedankengange, welcher aus dem Ver- 
tragsanspruche, im Falle einer Österreich-ungarischen Erwerbung auf dem 
Balkan durch einen adäquaten Vorteil dort oder anderswo entschädigt zu 
werden, das Recht ableitet, für die bloße Möglichkeit eines zukünftigen Er- 
Averbes unsererseits schon im vorhinein eine sichere Kompensation, noch dazu 
aus unserem Leibe, zu erhalten, schwer folgen könne, doch wolle ich in die 
Konversation auch über dieses Thema eingehen, um den Beweis für unseren 
ernsten guten Willen nach einer auskömmlichen Verständigung mit Italien 
zu liefern. 

Allerdings wolle sich Baron Sonnino heute mit einer Erklärung be- 
gnügen, daß wir der Erörterung der Frage auf der Grundlage einer Gebiets- 
abtretung zustimmen, aber dies würde schon ein prinzipielles Eingehen be- 
deuten und eine Konzession in der Hauptfrage, nach welcher bloß das Wie 
und Wann zu erörtern bliebe. Der italienischen Regierung stehe es frei, uns 
einen beliebigen Vorschlag für eine Kompensation, und sei er auch noch so 
weitgehend, zu machen, uns aber müsse es unbenommen bleiben, ihn sorgfältig 
zu prüfen und zu erörtern. Im gegebenen Falle sei dies — der Botschafter 
müsse es anerkennen — ganz besonders schwierig und im Interesse der Auf- 
rechtcrhaltung unseres Ideenaustausches sollte italienischerseits nicht zu einer 
Antwort gedrängt werden. 



\r. MCXIjYIII. Herr von Alaj'rhauser an Baron Buriau. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 100. 

(Bericht.) Valona, am 29. Jänner 1915. 

Der in der Finanzverwaltung Skutaris tätig gewesene italienische 
Intendanzhauptmann (Commissario dell'esercito) Devoto hat heute die Kontrolle 
der Finanzverwaltung des Kaza Valona übernommen. 

Einem heute publizierten, vom Kommandanten der italienischen Okku- 
pationstruppen, Obersten Mosca, gezeichneten Dekrete zufolge wird die Straf- 
gerichtsbarkeit von nun an von einem Militärgerichte, welches seinen Sitz auf 
der Präfektur hat, auf Grund der Bestimmungen des italienischen Militär- 
strafgesetzes ausgeübt werden. 



288 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. SICXLiIX. Herr von Ma.vrhaiiNcr an Baron Buriän. 
Kb. Vorgesch. m. It. II 101. 

(Telegramm.) Valona, am 1. Februar 1915. 

Italienische Zollorgane (2 Offiziere und 8 Mann) angekommen. 

Nr. TXlCli. Freiherr von Macchio an Baron Burian. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 102. 
(Telegramm.) Rom, am 2. Februar 1915. 

Der Ministerpräsident gab im Verlaufe heutigen Gespräches der Ueber- 
zeugung Ausdruck, das Verhältnis zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn 
werde durch die jetzige Krise keine Störung erleiden, er habe mit Interesse 
von den begonnenen Pourparlers Kenntnis genommen und hoffe, es würde 
sich ein Modus finden lassen, um auch den Aspirationen Italiens in nationaler 
Beziehung entgegenzukommen. 

Ich erwiderte mit dem Hinweise auf die zwischen Euer Exzellenz und 
Herzog Avarna im Zuge befindlichen Konversationen und gab dem Wunsche 
Ausdruck, es werde sich ein Mittel finden lassen, um mit der Zeit zu einem 
beide Teile befriedigenden Ergebnisse zu gelangen. 

Nr. MCIil. Freiherr von Macchio an Baron Buriiin. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 103. 
(Telegramm.) Rom, am 4. Februar 1915. 

Baron Sonnino erwähnte mir heute spontan, Fürst Bülow habe ihm 
geraten, offenbar um die Konversation zwischen Wien und Rom zu alimentieren, 
seine Wünsche genauer zu konkretisieren, worauf er erwidert habe, es sei 
ihm dies nicht möglich, solange er nicht wisse, ob Euer Exzellenz überhaupt 
seine ersten, die Zession österreichisch-ungarischen Territoriums betreffenden 
Anwürfe als Basis weiterer Verhandlungen für möglich hielten. 

Auf des Ministers Bemerken, er hätte gehofft, bei Zusammentritt der 
Kammer schon die Basis für einen Akkord vorlegen zu können, erwiderte 
ich, daß doch das Faktum des Fortganges dieser freundschaftlichen Kon- 
versation schon den beiderseitigen guten Willen, zu einer Verständigung zu 
gelangen, dartue und sich vielleicht auch verwerten lasse. 

Schließlich meinte Baron Sonnino, die Kammer werde genug zu reden 
haben, denn die Spezialgesetzgebuog anläßlich der Erdbebenkatastrophe, 
gesetzliche Eingriffe zur Sicherstellung der Getreideversorgung und endlich 
das Budget werden genügend Stoff zu Debatten liefern. 

Nr. niCIill. Baron Burian an Freiherrn von Macchio. 

Rb. Yorgesch. m. It. II 104. 
(Erlaß.) Wien, am 11. Februar 1915. 

Der italienische Botschafter hat mich vorgestern aufgesucht, um im 
Auftrage seiner Regierung die Kompensationsfrage zur Sprache zu bringen. 



c) Eintritt Italiens. . 289 

Die mir vorgelesene Instruktion des italienischen Ministers des Aeußern 
an Herzog Avarna enthielt keine wesentlichen neuen Momente, sie war nur 
um eine merkliche Nuance ungeduldiger und wies auf die Notwendigkeit hin, 
angesichts der baldigen Eröffnung der Kammersession zu einem greifbaren 
Fortschritte in unseren Besprechungen zu gelangen. 

Ich erAviderte dem Botschafter, seine Regierung möge, wenn gedrängt, 
in der Kammer einfach erklären, sie stehe mit uns in allen pendenten 
Fragen in freundschaftlich geführten Verhandlungen. Für ein Hehreres seien 
wir nicht in der Lage, derzeit das Substrat zu liefern. 

In der Sache selbst erinnere sich wohl Herzog Avarna, daß ich ihn auf- 
merksam gemacht habe, ich sei von einem so lebhaften Wunsche durchdrungen, 
mit Italien zu einem beiderseitig befriedigenden Einvernehmen zu gelangen, 
daß ich auch die Anregung auf Gebietsabtretung, so voll von Schwierigkeiten 
sie auch sei, zur Kenntnis der anderen verantwortlichen Faktoren der 
Monarchie bringen würde, da ich weder für Annahme noch für Ablehnung 
die Kompetenz allein besäße. 

Diese Fühlungnahme sei noch im Zuge, doch möchten wir nicht, daß die 
Zwischenzeit verloren gehe. Den Ausgangspunkt der italienischen Kom- 
pensationsforderung hat der ausdrücklich betonte Wunsch gebildet, daß das 
Bündnisverhältnis zwischen uns und Italien vertieft, von allen Friktions- 
momenten gesäubert und zur wirklichen Freundschaft ausgestaltet werde. Das 
bedinge die Lösung aller bestehenden Fragen und Schwierigkeiten. Da wir 
von denselben Gefühlen aufrichtig beseelt seien, so erachte ich es für das 
zweckmäßigste, gleichzeitig mit den italienischen Kompensationsansprüchen 
auch die unsrigen zu erörtern, die uns aus dem klaren Wortlaute des Art. VII 
unzweifelhaft zustehen. Auf diese Weise würden wir es vermeiden, nach 
Vereinigung der einen jetzt schon anhängig gemachten Angelegenheit mit der 
anderen einsetzen zu müssen. 

Die temporäre Besetzung des Dodekanesos sowie Valonas geben uns 
nach Art. VII ein volles Recht auf Kompensation und jedenfalls ein aktuelleres 
als das von Italien angemeldete, da letzteres in tatsächlichem Besitze jener 
Objekte sich befinde, während unsere nach italienischer Auffassung zu 
kompensierende Position in Serbien nur eine zukünftige Möglichkeit darstelle. 

Ich melde daher ganz in derselben warmen und freundschaftlichen Ge- 
sinnung, wie dies Italien für sich betont hat, unseren Kompensationsanspruch 
für die temporäre italienische Okkupation der acht Inseln des Dodekanesos, 
die im Aegäischen Meere liegen, sowie für Valona hiemit an. 

Herzog Avarna war über das aufgeworfene neue Thema einigermaßen 
betroffen. Bezüglich des Dodekanesos fand er auch nichts zu erwidern, da 
ich ihm ins Gedächtnis rief, daß wir diesbezüglich unseren Anspruch aus 
dem Art. VII schon seinerzeit konstatiert und hinzugefügt hatten, daß wir 
ihn geltend machen würden „ä un moment donnö". 

Bezüglich Valonas versuchte er den Nachweis, daß das keine Okkupation 
im eigentlichen Sinne des Wortes sei. Es mußte dort Ordnung gemacht und 

Jahrbuch des Völkerrechts. IV. 1!> 



290 ^- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

die Integrität Albaniens geschützt werden. Italien sei vermöge seiner Neu- 
tralität die einzige Macht gewesen, die das für ganz Europa besorgen konnte. 
Italien* habe dort nichts für sich selbst getan. 

Ich machte den Botschafter darauf aufmerksam, daß der Art. VII sich 
mit Ursache, Zweck, Umfang oder Dauer der Okkupation nicht befasse und 
daß die Aktion Italiens in Yalona, gegen die wir ja nichts eingewendet 
haben, ohne jeden Zweifel unter die dort gegebene Deünition einer „occupation 
temporaire" falle. Als Italien Kompensationsansprüche erhob wegen unseres 
Einmarsches in Serbien, noch dazu in einem Augenblicke, wo wir das Land 
wieder geräumt hatten, da ließ es weder letzteren Umstand noch die Tatsache 
geltea, daß wir das Land bloß im Verfolge der militärischen Operationen, 
also notgedrungen, betreten hatten, und berief sich darauf, daß der Art. VII 
keine Einschränkung kenne. Wir wenden nun dieselbe Interpretation an. 

Als ich Herzog Avarna aufmerksam gemacht hatte, daß schon die bis- 
herigen italienischen Maßnahmen in jenem Hafen weit über daß Maß hinaus- 
gehen, das Italien sich dort zu stecken seinerzeit uns erklärt hatte, polemisierte 
er nicht weiter und sprach nur die Befürchtung aus, man werde in Italien aus 
dieser Ankündigung einen üblen Willen herauslesen wollen. 

Ich versicherte ihm, daß dies natürlich nicht der Fall sei. Die beiden 
Besprechungen können, in gleich freundschaftlichem Tone geführt, unbehindert 
nebeneinander einhergehen. Wenn ich diesen Augenblick für die Anbringung 
unseres berechtigten Anspruches gewählt habe, so sei ich eben von dem auf- 
richtigen Wunsche ausgegangen, alles dazu beizutragen, daß unsere gegen- 
seitigen Beziehungen je eher von allen Reibungsmomenten und ungelösten 
Fragen gesäubert werden, ganz in dem Sinne, wie dies der italienischen 
Regierung bei ihrem Eintritte in diese Besprechung vorgeschwebt hat. 

Herzog Avarna versprach, diese meine Erklärung zur Kenntnis seiner 
Regierung zu bringen, und bat mich um eine Aufzeichnung meiner Aus- 
führungen. Ich habe ihm heute ein Aide-memoire „ä titre personneP zu- 
kommen lassen, dessen Abschrift hier mitfolgt. 

Beilage. » 

Vienne, le 11 fövrier 1915. 

Aide-memoire. 

Au debut des conversations qui depuis quelque temps sont en cours entre 
l'Autriche-HoDgrie et ITtalie au sujet des compensations que pourrait r^clamer 
ITtalie sur la base de l'article VII du Traite de la Triple AUiance dans l'^ven- 
tualite oü des avantages territoriaux ou aiitres rösulteraient pour l'Autriche- 
Hongrie de son action contre la Serbie et le Montenegro, le Gouvernement 
Royal a developpe l'idee que les raisons politiques que militaieut en faveur 
d'une pardille discussion etaient de creer une bonne foi entiere entre les deux 
Puissances, d'eliminer des frictions continueUes entre elles et de rendre possible 
une Cooperation entre elles vers des buts communs de politique generale. 

Sincerement anime des mämes dispositions le Gouvernement I. et R. re- 
connait egalement l'utilite de deblayer des ä present le terrain de tout eiement 



c) Eintritt Italiens. 291 

qui pourrait entraver le d^veloppement ä l'avenir de rapports enti^rement 
p6n6tr6s de cordiaiit6 entre les deux Puissances. Dans cet ordre d'idees il 
croit avant tout nöcessaire d'amener un accord sur toutes les questions qui 
concernent nos droits röciproques döcoulant de l'article Yll de notre Trait6 
d'alliance, et nommöment sur deux questions dont l'une remonte ä plusieurs 
ann^es tandis que l'autre a surgi plus röcemment et qui touchent dans le vif 
nos intörets bleu fond6s. II s'agit de la question des iles de la mer Eg^e. 
üccup6es par Tltalie et de celle de l'action de l'Italie en Albanie. 

Quant ä la premiöre de ces questions il serait superflu de röcapituler 
ici les diff^rentes phases trfes - präsentes ä nos esprits des pourparlers qui, en 
1911 et 1912, ont eu lieu ä ce sujet entre Vienne et Rome et qui doivent 
se trouver consignös dans les archives de la Consulta. II suffira de constater 
les points suivants : 

1. Malgr6 le danger Evident que la modification du statu quo, introduite 
par l'occupation, de la part de l'Italie, des lies du Dodecanese aurait tot ou 
tard une r^percussion sur la presqu'ile des Balcans, l'Autriche - Hongrie, d6- 
sireuse de n'entraver en aucune t'agon les Operations militaires de son alli6, 
ne s'y est pas formellement oppos^e. 

2. Nöanmoins le Gouvernement I. et R. s'en est r6f6r6, lors de Töv^ne- 
ment, ä l'article VII du Traitä de la Triple Alliance et a d6clar6 au Gou- 
vernement Roj'al ä plusieurs reprises (le 6, 7 et 14 novembre 1911, le 13, 
15 et 20 avril 1912, le 20, 21 et 31 mai 1912 et le 5 juin 1912) que du fait 
de ces occupations d6clar6es temporaires le droit de l'Autriche- Hongrie ä un 
accord prealable basö sur le principe d'une compensation formule dans ledit 
article entrait en actualitö et que nous nous röservions de faire valoir ce 
droit au moment donn6. 

3. Pour ce qui concerne la dur6e irrelevante d'ailleurs pour constituer 
le titre valable ä compensation de ces occupations l'Italie a assur6 le Gou- 
vernement I. et R. maintes fois et de la fa^on la plus catögorique que ces 
occupations ne seraient que passageres et qu'elles prendraient fin aprös la 
cessation des hostilit^s entre l'Italie et la Turquie. On a meme discutö une 
döclaration 6crite que le Gouvernement Royal d^livrerait ä ce propos au 
Gouvernement I. et R. sans cependant tomber d'accord sur la r^daction de 
cette piöce. Tontefois le Gouvernement I. et R. tient ä reproduire ici le 
texte suivant de cette d^claraticm tel qu'il a 6t6 propos6 par le 
Gouvernement Royal: 

„II est entendu que dans la pens6e du Gouvernement Royal italieu 
l'occupation effectu6e jusqu'ä ce jour ou qui pourrait s'effectuer dans la suite 
des iles de la mer Eg6e (Archipel) a un caract6re provisoire et que lesdifes 
iles seront restituees ä la Turquie apres la cessation des hostilites entre 
l'Italie- et la Turquie et, par cons6quent, aprt^s l'övacuation de la Tripolitaine 
et de la Cyr6naique de la part des troupes et des officiers Ottomans et aussi- 
tOt que la röalisation des conditions indiqut5es dans la note italitnne du 
15 mars 1912 aux Grandes Puissances aura Ote obtenuc. II est ^galement 

19"^ 



292 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

entendu que la präsente döclaration qui d6coule des dispositions de l'article VII 
du Trait(5 de la Triple Alliance sera consid6r6e par le Gouvernement austro- 
hongrois ainsi que par le Gouvernement Italien comme strictement secr^te et 
confidentielle, car si eile 6tait connue par la Turquie eile n'atteindrait pas 
le but commun aux deux Puissances qui est de häter et de faciliter la paii." 

II r^sulte de ce texte d'un cotö que les conditions auxquelles le Gou- 
vernement Royal avait subordonn6 l'övacuation du Dodecan^se ne subsistent 
plus actuellement et que tout de möme et bien que presque trois ans se 
soient 6coul6s depuis, l'Italie n'a pas restitu6 ces iles k la Turquie. D'un 
autre cot(5 le texte en question prouve que l'Italie a reconnu la corr^lation 
qui existe entre ces occupations et l'article VII du Trait6 de la Triple 
Alliance. 

II semble donc etre Evident que si le Gouvernement Royal tient ä dis- 
cuter des ä präsent les compensations auxquelles l'article en question lui 
donnerait droit dans le cas d'une occupation austro - hongroise future et au 
moins incertaine, le Gouvernement I. et R. peut demander de son c6t6 ä plus 
forte raison la discussion des compensations qui lui sont dues d(5jä par le 
fait de l'occupation prolong6e du Dodecan^se de la part de l'Italie. 

Passant ä la question de la r^cente action de l'Italie en Albanie, le 
Gouvernement I. et R. tient ä constater qu'il n'a regu ä ce sujet que deux 
Communications du Gouvernement Royal. — Le 23 octobre dr. le Duc Avarna 
a informö le Comte Berchtold que vu la p6nurie qui s'6tait manifestöe parmi 
les r6fugi6s ä Valona et l'anarchie qui y r^gnait, l'Italie se voyait amen^e 
ä pourvoir par l'envoi d'une petite mission sanitaire et policiöre ä ,des 
Operations de police et mesures humanitaires n^cessaires en faveur des röfugi^s 
Sans donner ä ces Operations un caract^re d'expedition militaire constituant 
une occupation, dans le sens propre du mot, de la ville de Valona." Le Duc 
Avarna etait chargä d'ajouter que l'Italie, conformöment aux d^clarations 
qu'elle avait faites au commencement de la guerre actuelle, continuerait ä 
rester fidäle ä l'accord italo- austro -hongrois en vigueur concernant 1' Albanie 
et ä respecter et maintenir les döcisions de la R^union de Londres*) notamment 
en ce qui concernait la neutralitö et les fronti^res de l'Albanie. Le Gouverne- 
ment I. et R. a pris acte de cette communication. — Le 26 döcembre dr. le 
Duc Avarna a port6 ä la connaissance du Comte Berchtold que pour mettre 
fin ä l'anarchie locale le Gouvernement Royal se voyait dans la n6cessit6 de 
debarquer ä Valona un d^tachement de matelots. II s'agirait d'une mesure 
purement provisoire qui ne serait pas 6tendue au-delä de la ville de Valona. 
Les d6clarations ci-dessus allegu6es furent renouvel^es ä cette occasion. Le 
Comte Berchtold s'est born6 ä prendre acte de cette communication. 

Or, depuis lors l'action de l'Italie en Albanie s'et peu ä peu modifi^e et 
surtout intensifiee. Le debarquement d'un detachement de matelots Italiens 
ä Valona a et6 suivi de l'envoi de troupes italiennes (Infanterie et artillerie) 



*jAnm. : Vgl. ,Die Londoner Botschaftervereinigung' 
Jahrbuch d. Völkerrechts Bd. II, Abt. II S. 487 ff. — Herausgeber. 



c) Eintritt Italiens. 295 

et d'une quantit6 assez consid6rable de mat6riel de guerre. La ville de Valona 
ainsi que Kanina et Svernez ont 6t6 occup6s militairement. Le nombre des 
navires de guerre italiens se trouvant dans les eaux albanaises a constamment 
augmentö. Lorsqu'on craignait ä Durazzo l'invasion des ennemis i'Essad 
Pacha, un de ces navires a tir6 des coups de canon contre les assi^geants 
ce que l'annöe derni^re et dans une Situation bien plus grave le Gouvernement 
Royal avait cru devoir refuser de faire conjointement avec le Gouvernement 
I. et R. En dehors de cette action militaire l'Italie s'est aussi emparöe 
jusqu'ä un certain point de l'administration civile de Valona oü la pröfecture 
l'administration financiere, la police, la gendarmerie et la municipalit^ se 
trouvent actuellement sous le contröle des organes du Gouvernement Royal 
dont quelques -uns sont investis du titre de „Commissaires Royaux", üne 
mesure analogue vient d'etre appliqu6e ä la douane de Valona. Une autre 
disposition du Gouvernement Royal exige que toutes les personnes se rendant 
ä Valona soient pourvues de passeports portant le visa Italien. 

Bien que l'ensemble de ces mesures ne soit d'apres notre maniöre de 
voir guerre en harmonie avec les termes et le sens des d6clarations r6it6r6es 
du Gouvernement Royal, le Gouvernement I. et R. s'abstient pour le moment 
de toute röclamation, mais il se voit dans la n6cessit6 de constater que l'action 
italienne tombe indubitablement sous la döfinition d'une occupation temporaire, 
d'apres notre interprötation concordante de l'article VII, et nous donne, de 
meme que l'occupation du Dodecan^se, des ä präsent le droit ä une compen- 
sation. Le cas oü l'occupation italienne de Valona cesserait d'etre tout-a-fait 
passagfere n'est point actuel, mais il va sans dire que cette derni^re alternative 
6tant incompatible avec l'accord italo-austro-hongrois concernant l'Albanie et 
döterminant une altöration*) de l'^quilibre adriatique si souvent invoqu6 par 
le Gouvernement Royal donnerait aussi ä l'Autriche-Hongrie un droit additionnel 
ä des compensations adäquates. 

R6sumant ce qui pr6c6de le Gouvernement I. et R. est d'avis que les 
conversations actuelles si heureusement engag^es entre l'Autriche-Hongrie et 
l'Italie sur le theme des compensations se poursuivraient encore plus utilemen, 
si elles portaient aussi sur la question des compensations ä donner ä l'Autriche- 
Hongrie pour l'occupation italienne du Dodecanese et pour l'occupation italienne 
— füt-elle m§me seulement temporaire — de Valona. 

IVr. MCLiIII. Freiherr von Macchio au Barou Buriäu. 
Rb. Vorgesch. m. lt. II 105. 

(Telegramm.) Rom, am 15. Februar 1915. 

Baron Sonnino erwähnte bei heutigem Diplomatenempfange das jüngste 
Gespräch Euer Exzellenz mit Herzog Avarna mit keiner Silbe. 



*) Anmerkung: Im italienischen Grünbuch, das in Nr. 21 den Text 
dieses Aideni6moire gibt, heißt es anstatt „altöration" „mod i f i ca tio n". — 

H e r a u s t{ e b e r. 



294 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Dagegen bemerkte er spontan, er glaube, daß die jetzige Kammersessiun 
sich wenig mit außerpolitischen Fragen beschäftigen werde. Er habe aus 
Rücksprache mit verschiedenen Gruppenführern Eindruck, daß sich dieselben 
überzeugt hätten, es sei verfrüht, angesichts jetziger Krieglage sich damit 
zu befassen. 



\r. MCLilV. Baron Buri&n an Freiherrn von Maccbio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 1U6. 
(Erlaß.) Wien, am 1.5. Februar 1915. 

Der italienische Botschafter ist heute bei mir erschienen, versehen mit 
einer langen Instruktion seiner Regierung, in welcher Baron Sonnino zu- 
nächst den von mir geltend gemachten Gegenanspruch auf Kompensationen 
für die italienische Okkupation des Dodekanesos und Valonas zu ent- 
kräften sucht. 

Seine Argumentation wegen des Dodekanesos geht unter Rekapitulierung 
des ganzen diplomatischen Vorganges im Jahre 1912 dahin, daß wir wohl 
auf unseren Kompensationsanspruch aus dem Art. VII damals hingewiesen 
hatten, allein davon abgestanden seien und uns nur gegen jede weitere Aus- 
dehnung der Besetzung verwahrt haben, infolge welchen Einspruches Italien 
dann auf die Besetzung von Chios und Mitylene verzichtet habe. 

Ich erwiderte Herzog Avarna, daß in unseren Akten nichts dergleichen 
vorkomme und nur unsere Anmeldung des Kompensationsanspruches vorfind- 
lich sei, der ,ä un moment donn6" zur Verwirklichung gebracht werden würde. 

Bezüglich Valonas weist Baron Sonnino, ebenso wie dies Herzog 
Avarna bereits getan hatte, darauf hin, daß Italien dorthin nicht zu seinem 
eigenen Nutzen, sondern in Vertretung der europäischen Interessen und zum 
Schutze des Status quo, nicht zu dessen Abänderung, gegangen sei. 

Ich wiederholte, was ich dem Botschafter schon neulich ausgeführt hatte, 
daß der Art. VII ausschließlich die Tatsache der Okkupation ins Auge fasse, 
ohne jeden Bezug auf deren Zweck, Ausdehnung oder Dauer. Diese Inter- 
pretation mache ja auch Italien uns gegenüber geltend. Der Art. VII be- 
zwecke gewiß nicht, die zwei Mächte an der Ausführung der ihnen notwendig 
erscheinenden Maßnahmen zu hindern. Er anerkennt ihr Aktionsrecht in dem 
Falle, als sie sich zur Abänderung des Status quo genötigt sehen würden, 
aber er stipuliert das Kompensationsrecht zur Erhaltung des gegenseitigen 
Gleichgewichtes. 

Ich könne also die Schlußfolgerung des Baron Sonnino aus seinen tat- 
sächlichen Darlegungen mir nicht zu eigen machen und müsse auf der vollen 
Berechtigung unseres Kompensationsanspruches bestehen. 

Der italienische Botschafter kam nun zum zweiten, recht überraschen- 
den Teile seiner Instruktion und führte Folgendes aus: 

Es seien zwei Monate verflossen, seit die italienische Regierung die 
Frage des Art. VII aufgeworfen und uns zu einer freundschaftlichen Aus- 



c) Eintritt Italiens. 295 

spräche über eine an Italien zu gewährende Kompensation für die von uns 
verursachte Störung des Balkangleichgewichtes eingeladen habe. 

Obwohl wir uns nie geweigert hätten, hierüber zu verhandeln, vergehen 
doch Wochen und Monate und es sei noch nicht gelungen, von uns auch nur 
die Antwort auf die prinzipielle Frage zu erlangen, ob wir die Diskussion 
auf der Gründlage einer Abtretung von Gebietsteilen der Monarchie zu führen 
bereit wären. Es wurden unsererseits neue Fragen und Argumente hervor- 
gezogen mit dem einzigen Zwecke, jeder Erörterung der Sache auszuweichen 
und sie in die Länge zu ziehen. Auf der anderen Seite werden Vorbereitungen 
zu einer neuen Expedition auf dem Balkan getroffen. Angesichts dieses Italien 
gegenüber beobachteten Vorganges könne sich die italienische Regierung 
keinen Illusionen mehr hingeben über das praktische Ergebnis dieser Ver- 
handlungen. 

Die königliche Regierung finde sich daher zum Schutze ihrer Würde 
bemüßigt, alle ihre Vorschläge und Anregungen zurückzuziehen und sich 
hinter die klare Bestimmung des Art. VII zu verschanzen mit der Erklärung, 
daß sie jede österreichisch-ungarische militärische Aktion, sei es gegen Serbien, 
sei es gegen Montenegro oder einen anderen Balkanstaat, als im offenen 
Widerspruche zu dem gedachten Artikel stehend betrachte, wenn diesbezüg- 
lich nicht ein vorhergehendes Uebereinkommen im Sinne des Art. VII zu- 
standegekommen ist. 

Sollte sich Oesterreich-Üngarn dieser Verpflichtung entziehen, so könnte 
das zu ernsten Konsequenzen führen, für welche die königliche Regierung 
schon jetzt jede Verantwortung ablehne. 

Ich drückte dem Botschafter mein Bedauern darüber aus, daß Baron 
Sonnino die Geduld über unsere Besprechungen verloren zu haben scheine, 
die unmöglich schneller hätten geführt werden können. Es hätte dem Herrn 
Minister gegenwärtig sein können, wie schwierig das Terrain sei, auf welches 
er die Kompensationsfrage gestellt habe. Diese hätte gewiß eine raschere 
Erledigung finden können, wenn Baron Sonnino meiner Anregung gefolgt 
wäre und das Kompensationsobjekt auf einem anderen Gebiete gesucht hätte. 
Auch so habe ich mir alle Mühe gegeben, das Thema mit dem starken Vor- 
satze, zu einem freundschaftlichen Einvernehmen mit Italien zu gelangen, 
gründlich zu behandeln und im Vereine mit den anderen kompetenten Fak- 
toren zu prüfen. Es sei Baron Sonnino bekannt gewesen, daß ich mitten 
in einem Ideenaustausche mit unseren beiden Regierungen mich befand. Er 
habe aber nun aus eigenen Erwägungen eine Antwort nicht abgewartet und 
unserem Ideenaustausche seinerseits ein Ende gemacht. 

Es erübrige mir nur, davon Kenntnis zu nehmen und den Standpunkt 
näher zu betrachten, auf den sich die italienische Regierung nunmehr stelle. 

Es sei der des Art. VII und es obwalte für mich keinerlei Schwierig- 
keit, der italienischen Regierung dahin zu folgen, da auch wir an der von 
den beiden Mächten angenommenen Interpretation jener Vertragsbestimmung 
festhalten. 



296 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Der für jede Okkupation erforderliche „accord pr^alable" könne jedoch 
sinngemäß nur mit seinem Einleitungsstadium für eine militärischa Aktion 
in Betracht kommen, deren Resultate sich nicht im vorhinein abmessen und 
daher auch nicht dem Vertrage gemäß „adäquat" kompensieren lassen. 

Das gab mir Herzog Avarna als seine Meinung ohneweiters zu. 

Als ich ihm dann ausführte, daß, auf den Fall unseres Krieges mit 
Serbien angewandt, es doch ein Ding der Unmöglichkeit sei, vor dem Ein- 
märsche den Abschluß von Verhandlungen mit Italien abzuwarten, die dann 
end- und erfolglos hinausgezogen werden könnten zum größten Schaden 
unserer Kriegführung, erklärte Herzog Avarna das auch für ausgeschlossen 
und meinte, unsere Verpflichtung bestehe wohl nur darin, Italien von der 
beabsichtigten Wiederaufnahme unserer Aktion gegen Serbien vorher Mit- 
teilung zu machen und sogleich in Kompensationsverhandlungen einzutreten. 

Ich gab hierauf Herzog Avarna nur die Zusicherung, mit der er zu- 
frieden zu sein schien: qu'ä la veille de l'^ventuelle reprise de notre action 
militaire contre la Serbie nous nous tiendrons pr6sente la Situation de droits 
et d'obligations que nous cr6e l'article VII de notre Trait(5 d'alliance. 

Nr. MCIiV. Freiherr von Macchio an Baron Burian. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 107. 
(Telegramm.) Rom, am 17. Februar 1915. 

Die jüngsten entschiedenen Erklärungen führender Wiener Blätter, welche 
jede territoriale Konzession abweisen, sollen in hiesigen journalistischen Kreisen 
hauptsächlich deshalb Eindruck gemacht haben, weil sie von der Zensur nicht 
beanständet wurden. 

Nr. MCIiVI. Freiherr von Macchio an Baron Buriän. 

Kb. Vorgesch. m. It. II 108. 
Telegramm.) Rom, am 19. Februar 1915. 

Gestrige erste Kammersitzung verlief in vollkommener Ruhe : Com- 
memoration der Erdbebenkatastrophe, formelle Fragen, Verlesung von Ge- 
setzesvorlagen und Interpellationen. 

Herrn Salandras Rede enthielt Anspielung auf äußere Lage in der 
vagen Phrase, daß das Vaterland von seinen Söhnen die Ueberzeugung er- 
warte, daß sein Geschick nicht in den gegenwärtigen Interessen sich bescheide, 
sondern auch die Glorie der Vergangenheit und die Hoffnungen und Ideale 
der Zukunft in sich begreife. 

üeber die Stimmung in den parlamentarischen Milieux höre ich, sie sei 
auffallend ruhig und ernst, was darauf hindeute, daß das Verantwortlichkeits- 
gefühl gesteigert sei. Versuch, in der Kammer sentimentale Kundgebungen 
auszulösen, scheiterte; demgemäß fand auch interventionistische Straßen- 
kundgebung halbwüchsiger gezahlter Jungen vor Eröffnung der Sitzung, gegen 
die großes Truppenaufgebot bereit war, äußerst geringen Widerhall. 



cj Eintritt Italiens. 297 

In auffallendem Kontraste zu dieser Wahrnehmung steht die mir zu- 
gehende angeblich authentische Nachricht, Kabinett Salandra-Sonnino habe 
sich seit fünf Tagen in dem Entschlüsse geeinigt, falls es territoriale Kon- 
zessionen nicht erreichen könne, es auf Krieg ankommen zu lassen. 

Nr. MCIiTII. Barou Burian an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 109. 

(Erlaß.) Wien, am 23. Februar 1915. 

Euer Exzellenz erhalten in der Anlage eine Aufzeichnung über meine 
gestrige Konversation mit Herzog Acarna über die Kompensationsfrage. 

Beilage. 

Vienne, le 22 f^vrier 1915. 

L'Ambassadeur d'Italie s'est acquittö aujourd'hui aupr^s de moi d'un 
message du Baron Sonnino qui marque un pas notable en avant dans la 
voie que poursuit le Gouvernement Italien pour nous amener ä une cessiou 
de territoire austro-hongrois. 

Le Duc Avarna avait Tinstruction de me döclarer que, contrairement 
ä l'avis qu'il m'avait exprimö personnellement lors de notre dernier entretien 
en conformit^ avec ma maniere de voir, le Baron Sonnino interprötait l'accord 
präalable pr6vu dans l'article VII du Trait^ d'alliance de la maniere suivante : 
L'accord doit non seulement etre initiö, mais il doit etre termin6 et parfait 
avant l'action militaire quil doit pr6c6der, non accompagner ou suivre, et 
qu'il est destinö ä autoriser selon le sens naturel de l'article VII, sauf le 
consentement de l'autre Partie ä une maniere de proc^der difförente. 

Ce consentement 6tant exclu dans les circonstances präsentes, la com- 
munication faite au Gouvernement I. et R. a la signification pröcise d'un v6to 
oppos6 par le Gouvernement Italien ä toute action militaire de l'Autriche- 
Hongrie dans les Balcans jusqu'ä ce que l'accord pr^vu par le Trait6 con- 
cernant la compensation soit survenu. 

Toute maniere de proc6der du Gouvernement I. et R. difförente de celleci 
serait consid6r6e comme une violation flagrante du Trait6 d'alliance et comme 
signe manifeste de son Intention de reprendre sa libertö d'action. Dans ce 
cas le Gouvernement Italien se considererait ^galement autorisö ä reprendre 
son entiöre libertö d'action pour la sauvegardc de ses intöri-ts. 

Le Minisire Italien ajoute ä cet 6nonc6 de son point de vue l'observation 
que le Gouvernement italien entendait suivre l'exemple que nous avons donnti 
lors de la guerre de Libye en 1912 au sujet des lies döjä, occup^es provisoire- 
raent, et de mome que nous avons renoncö alors ä faire valoir nos droits ä 
une compensation rösultant de l'occupation du Dodecau^se il renom^ait ä toute 
discussion concernant nos Operations de guerre en Serbie aut^rieures au 
moment präsent. Mais dor^navant un v6to absolu serait opposä k chaque 
nouveau mouvenient semblable A. moins de l'existence d'un accord pröalable 
sign6 et paraphe. 



298 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

A ce point de ses d^veloppements j'ai interrompu TAmbassadeiir, en lui 
d^clarant cat6goriquement que son Ministre se trouvait dans une erreur 
complfete s'il pensait que nous avons renonc6 ä, nos droits ä, une compensation 
du fait de l'occupation du Dodecan^se. La circonstance ä laquelle le Baron 
Sonnino fait allusion ne peut se r6f(5rer qu'ä notre maintien amical lors de 
l'occupation du Dodecanöse par lequel nous avons renonc6, pour ne point 
«ntraver raction militaire de l'Italie, ä faire valoir surle champ notre 
droit ä une compensation, droit que nous avons toujours express6ment affirm6 
sauf ä le faiie valoir ä un moment donn6. Ce n'est que pour le cas oü Tltalie 
aurait 6tendu, comme eile en avait marqu6 l'intention, son occupation au-delä 
du Dodecanöse, et nommöment sur les iles de Ohio et de Mityl^ne que nous 
avons r6serT6 notre intention de demander imm6diatement la compensation 
qui nous <5tait due de toutes les mani^res. Nous n'avons jamais ni sign6 un 
document ni donn6 une döclaration äquivalente ä une renonciation de cette 
nature, renonciation qui n'aurait 6t6 justifiöe par rien. 

Tout au contraire le 9 fövrier dr. j'ai annonc6 formellement au Duc 
Avarna notre demande de la compensation qui nous revenait indubitablement 
en vertu de l'article VII pour l'occupation du Dodecan^se et de Valona et 
aujourd'hui j'ai d6clar6 ä l'Ambassadeur que je maintenais cette demande 
dans toute sa force et toute son ätendue. 

Quant ä l'interpr^tation donnöe par le Baron Sonnino ä l'accord pr6alable 
requis par l'article VII j'ai d'abord observ6 au Duc Avarna que l'interpr^tation 
du Ministre Italien ne faisait point loi pour nous, que la mienne 6tait 6gale- 
ment autoris^e et qu'il me paraissait inadmissible en pr^sence d'une difförence 
d'opinion ä ce sujet de recourir tout de suite au terme extreme de violation 
du Traitö, d'un Trait6 que nous avons, toujours mis tout notre soin ä re- 
specter minutieusement. 

Selon moi il 6tait Evident que l'interpr^tation du Baron Sonnino allait 
beaucoup trop loin et que dans la pratique eile pourrait nous placer dans 
une Situation impossible puisque des pourparlers ouverts en vue d'obtenir un 
accord avec l'Italie ä la veille de la röouverture des bostilit^s avec la Serbie 
nous mettaient sans defense ä la merci de notre ennemi si pour des raisons 
indöpendantes de notre volonte les n^gociations trainaient en longueur, si 
l'Italie par exemple les plagait sur un terrain oü il nous serait difficile de la 
suivre. Dans ces n^gociations nous nous trouverions entre deux pressions in- 
tolörables. Mais il y a autre chose. Les compensations prävues par l'article VII 
doivent selon le sens du terme meme ßtre proportionnelles et äquivalentes. 
Or, il sera impossible de parfaire un arrangement de compensation ä un 
moment oü l'avantage ä compenser serait non existant et tout dans l'avenir. 
II serait inimaginable de döfinir et de dölimiter une compensation quand le 
terme de comparaison fait encore complfetement döfaut. 

Nous reconnaissons pleinement et loyalement l'obligation que nous impose 
l'article VII et nous n'entendons point nous y soustraire. Mais si nous ne 
voulons pas arriver ä une Situation absurde le sens ne peut en etre que 



c) Eintritt Italiens. 299 

celui-ci: Les Parties contractantes sont obligöes dans le cas de l'article VII 
ä, pr^venir l'autre Partie ä temps et ä entamer sans d^lai des pourparlers 
touchant l'objet d'une compensation. Les bases g6n6rales de l'accord pourront 
toujours etre fix6es dans un court espace de temps, les d^tails et les stipu- 
lations concr^tes de comparaison de valeur sont naturellement subordonnös 
ä la possibilit^ d'appröcier les avantages qui doivent gtre compens^s, ce qui 
comporte que l'action dont il s'agit doit prendre son cours sans attendre la 
fixation de contre - propositions qui ä ce moment - lä ne pourraient etre que 
tout-ä-fait fantaisistes. 

Nous avons tirä la logique de cet 6tat de choses, lorsque nous n'avons 
pas entravö l'action militaire de l'Italie dans les iles de la mer Eg6e et que 
nous nous sommes bornös ä rappeler nos droits ä une compensation, tout en 
renon^ant pour le moment ä les faire valoir. 

Le Duc Avarna a pris note de mes observations et a pass6 ä me com- 
muniquer une indication dont il avait 6t6 ^galement charg6 par son Ministre. 

Le Baron Sonnino ne cache point que pour les raisons döjä d6velopp6es 
dans le cours des pourparlers interrompus par lui le 14 f^vrier il serait inutile 
d'ouvrir une discussion au sujet de compensations Eventuelles, si eile ne portait 
pas sur la cession de territoires actuellement poss6d6s par rAutriche-Hongrie, 
attendu que tout entretijen sur une autre base devrait n6cessairement rester 
Sans aucun räsultat pratique pour les chances d'arriver ä un accord. 

A ce langage clair j'ai röpondu au Duc Avarna que j'avais droit d'etre 
surpris de la r6apparition de ce th^me apr^s le retrait formel des propositions 
pr6c6dentes du Baron Sonnino, mais que je me bornais aujourd'hui ä l'assurer 
que, le cas 6ch6ant, nous annoncerions au Gouvernement italien conform6ment 
ä l'article VII et en temps utile notre intention d'entamer avec lui des pour- 
parlers au sujet d'un accord pr^alable sans que nous puissions cependant 
nous Her dös ä präsent quant ä la base de compensation ä laquelle a fait 
aliusion le Baron Sonnino, vu que je ne reconnaissais ä la question aucun 
caractöre d'actualitö. 

Nr. AlCIiVIII. Freiherr von Macchio an Baron Bnriiln. 

Rb. Vor^esch. m. It. II 110. 
(Telegramm.) Rom, am 27. Februar 191.5. 

Angesichts der Wahrnehmung, daß hier auch in parlamentarischen 
Kreisen noch immer die unrichtige Annahme vorherrscht, es hätten bisher 
noch keine direkten Besprechungen zwischen Wien und Rom stattgefunden, 
bitte ich zu meiner Richtschnur, und da bis jetzt alle diesbezüglichen In- 
formationen Euer Exzellenz nur zu meiner persönlichen Kenntnisnahme be- 
stimmt waren, um telegraphische Weisung, ob ich meine demzufolge beobachtete 
Reserve weiter aufrechterhalten oder andeuten könnte, daß Pourparlers im 
Gange waren und ohne unsere Schuld zum Stillstande gekommen sind. 

Ich habe mich seit Monaten nicht befugt gehalten, in meinen Aou Gorungen 
zu außerhalb der Regierung stehenden Italienern über die Bemerkung hinaus- 



,'JOO C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

zugehen, daß wir unsere Bereitwilliglfeit zu Pourparlers stets bekundeten, vor- 
ausgesetzt, daß dieselben nicht von inakzeptablen Voraussetzungen ausgingen. 
Wie die Dinge jetzt liegen, besorge ich, daß in Kürze, da ja offenbar 
hiesige Regierung sich geüissentlich in Schweigen hüllt, ganzes Odium auf 
uns überwälzt werden wird. Dies könnte in den einem Ausgleiche mit der 
Regierung zuneigenden politischen Gruppen einen uns abträglichen Stimmungs- 
wechsel zur Folge haben. 

Nr. MCLilX. Baron Btiriän an Freiherrn von ülacchio. 
Kb. Vorgescta. m. It. If 111. 

(Erlaß.) Wien, am 1. März 1915. 

In der Anlage übersende ich Euer Exzellenz die Aufzeichnung über eine 
Unterredung, welche ich am 26. v. Mts. in der Kompensationsfrage mit dem 
hiesigen königlich italienischen Botschafter hatte. 

Beilage. 

Vienne, le 26 fövrier 1915. 

Le Baron Sonnino a cherchö ä infirmer mes objections contre son inter- 
prötation de l'article VII et contre les considörations plutöt vives dans le ton 
qu'il y rattachait par une courte röplique dont l'Ambassadeur d'Italie s'est fait 
rinterpr6te aujourd'hui aupr^s de moi. 

Le Ministre r6p6te son assertion que l'accord pr^alable concernant une 
compensation doit etre avant le commencement de toute action militaire de 
notre part non seulement initi^ mais terminö et il persiste dans son double 
point de vue qu'il doit y avoir un „accord pröalable" complet avant notre 
enträe en action et que toute discussion y relative ne promettait un räsultat 
pratique que si eile 6tait conduite sur la base de concession en principe de 
territoire austro-hongrois. 

Le Baron Sonnino täche de motiver ä nouveau son point de vue quant 
ä la premiere question par la röflexion que si l'Italie consentait ä notre reprise 
d'hostilit^s contre la Serbie avant la conclusion parfaite de notre accord, eile se 
verrait expos6e au danger d'atermoiements dans nos nägociations jusqu' ä ce 
que nous eussions assur6 tous nos avantages en Serbie et de se voir frustr^e 
de toute compensation. 

J'ai observ6 au Duo Avarna que s'il y avait un danger de cette nature, 
il serait bien plus grand pour nous qui nous verrions expos6s, par Tinter- 
pr6tation italienne de l'article VII, ä 6tre retenus indöfiniment par des lou- 
gueurs introdaites dans les pourparlers, l'arme au pied et expos^s sans defense 
possible ä toutes les attaques et entreprises de nos ennemis du sud, Situation 
inacceptable pour une Puissance belligörante. 

L'Ambassadeur m'a observ6 lä-dessus que ses dernieres Instructions 
contenaient un passage concernant une modification possible de l'ordre de 
procöder dans nos discussions futures et qui lui semblait tenir compte jusqu' 
ä un certain point de mes scrupules. Le Baron Sonnino lui mandait qu'en 



c) Eintritt Italiens. 301 

dehors du sens strict de l'article VII les deux Parties pourraient tomber d'accord, 
si des circonstances speciales le conseiilaient, que l'arrangement pr^alable 
concernant les compensations füt 6tabli d'une mani^re conditionelle ä echelle 
mobile et permettant d'etre mise en proportion avec les rösultats possibles et 
futurs de l'action militaire ä entreprendre. 

J'ai fait trös bon accueil ä cette Suggestion du Ministre Italien et j'ai 
reconnu qu'elle me semblait en effet propre ä faciliter une marche favorable 
et exp6ditive de notre behänge d'id^es future. 

D'apr^s ma mani^re de voir on se serait dans nos futures n^gociations 
presse surtout d'en ätablirles bases de principe et on aurait täch6 de les 
mettre en bonne voie sans qu'il y eüt n^cessitö d'ajourner notre action 
militaire jusqu'ä la conclusion de l'accord dans ses dötails, conclusion qui serait 
toujours impossible tant qu'il n'existerait point de base d'6valuation des 
avantages ä compenser. 

Rien ne nous empScherait par contre de traiter conditionnellement des 
dötails concrets de l'accord lorsqu'il est entendu que teile concession n'obtient 
sa validit6 que si tel avantage nous est acquis ou assurö dans le cours des 
6vänements. 

Comme la supposition du Baron Sonnino: ^si des circonstances speciales 
le conseiilent", me semble se präsenter dans toute sa force du terme par le 
fait que nous sommes d6jä en guerre avec la Serbie et que par consöquent 
toute action militaire devenue nöcessaire contre eile aura toujours un caractöre 
d'urgence, je n'hösite polnt d'adopter avec Sympathie l'idöe qui a dictä au 
Baron Sonnino son Observation afferente ä des arrangements conditionnels. 

L' Ambassadeur est encore revenu ä l'indication donnäe par lui dans notre 
entretien du 22 c. que la future discussion ne pourrait porter utilement 
que sur le tb^me d'une cession d'une partie de notre territoire. J'ai räpondu 
que je ne pouvais que maintenir mon point de vue que, les pourparlers se 
trouvant interrompus maintenant par la volonte de son Ministre, je ne saurais 
me lier ä l'heure qu'il est concernant la base de nos entretiens futurs et que 
par cons6quent cette question 6tait sans actualitö. 

Le Duc Avarna cherchait ä m'entretenir d'une actualitß intrinsiique qui 
nous permettait bien d'en causer. Je lui ai rappelö que je me suis rangö et 
que je m'en tenais au programme trac6 par le Baron Sofim'no lui-mCme 
qui a d(5clar6 d'attendre l'ouverture des pourparlers pour le moment oü nous 
;uirions d(5cid6 notre rentr6e en campagne contre la Serbie. 

IMr. ÜICIjX. Baron Itiiriön au rrciherrn von ülacchio. 
Kb. Vorgcsch. ni. It. II 112. 

(Telegramm.) Wien, am 2. März 15)15. 

Aus eigener Initiative wollen Euer Exzellenz im allgemeinen auch fortab 
aus ihrer bisherigen Reserve nicht heraustreten. Nur in dem Falle, als direkte 
\nfragen an Sie gestellt würden oder Kuer Exzellenz in die Lage kämen, in 
uiner Konversation eine derartige Aeußerung einfließen zu lassen, konnten Sic 



302 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

sich dahin aussprechen, daß nach wie vor die beiden Regierungen in allen, 
ihre wechselseitigen Beziehungea und Interessen betreffenden Fragen in einem 
direkten Ideenaustausche freundschaftlicher und vertrauensvoller Natur stehen. 



Nr. MCLiXI. Baron Buriun an Freiherrn von Jllacchio. 

Kb. Vorgesch. m. It. II li:'.. 
(Erlaß.) Wien, am 4. März 1915. 

In der Anlage erhalten Euer Exzellenz die Aufzeichnung über eine die 
Kompensationsfrage betreffende Unterredung, welche ich am 2. 1. Mts. mit 
dem hiesigen königlich italienischen Botschafter hatte. 

Beilage. 

Wien, am 2. März 1915. 

Der heutige Besuch des italienischen Botschafters hatte keinen anderen 
Zweck als über Auftrag seiner Regierung anzufragen, ob ich noch zu keinem 
Entschlüsse gekommen sei hinsichtlich der Verhandlungsbasis, welche die 
italienische Regierung als die einzig ersprießliche erklärt hat. 

Ich verwies auf die von Baron Sonnino selbst geschaffene Verhandlungs- 
lage, nach welcher die Besprechungen derzeit unterbrochen und erst in dem 
Augenblicke wieder aufzunehmen seien, in welchem wir im Hinblicke auf 
einen bevorstehenden Wiederbeginn unserer militärischen Aktion in Serbien 
im Sinne des Art. VII das Einvernehmen mit Italien betreffs eines „accord 
pröalable" würden suchen müssen. Die Sache sei also gegenwärtig nicht 
aktuell, doch würden wir gewiß keinen unnötigen Aufschub in unseren 
Entschließungen eintreten lassen. 

Herzog Avarna meinte, die Sache wäre doch aktuell, weil sie nach der 
in Italien herrschenden Stimmung eben nicht mehr von der Tagesordnung 
abgesetzt und ihre Regelung immer schwieriger werden könnte. 

Es kam nun eine Wiederholung der bereits sattsam bekannten Erklärungen 
Baron Sonninos, ergänzt durch das einzige neue Moment, daß er meint, die 
von ihm letzthin angedeutete Voraussetzung der ,, circonstances speciales", 
welche eine konditionelle Behandlung der Kompensationspunkte ermöglichen 
würde, sei durch den von mir angeführten Gruad in diesem Falle doch nicht 
gegeben, weil unser Krieg mit Serbien ohne Wissen Italiens gegen dessen 
Rat und gegen seine Interessen begonnen worden sei. Uebrigens wäre doch 
die Basis der Verhandlungen die Hauptsache und ein gewisses Minimum an 
Kompensation gebühre Italien schon aus der bloßen Tatsache der militärischen 
Aktion. Das müsse jedenfalls gleich bestimmt werden, wenn auch dann 
vielleicht weitere Abmachungen mit den tatsächlichen Ergebnissen des Feld- 
zuges in Einklang gebracht werden könnten. 

Ich hielt demgegenüber an meinem Standpunkte fest, daß natürlich mit 
der Basis der Verhandlungen begonnen werden müsse, daß es aber immer 
unmöglich sein werde, über das Ausmaß der Kompensation ins Reine zu 



c) Eintritt Italiens. 303 

kommen, solange sich unsere Erwerbungen oder Vorteile nicht überblicken 
lassen. 

Baron Sonnino dränge sehr mit Hinweis auf die Schwierigkeiten der 
politischen Lage in Italien. Er müsse aber doch auch Rücksicht nehmen auf 
die Schwierigkeiten, die er uns bereite. 

Ich erinnerte den Botschafter schließlich daran, daß wir unsere Kompen- 
sationsansprüche hinsichtlich des Dodekanesos und Valonas voll aufrechterhalten. 

Nr. mCIjXII. Freiherr von Macchio an Baron Buriän. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 114. 
(Telegramm.) Rom, am 6. März 1915. 

Resunlö meiner Berichte der letzten Woche ergibt meines Erachtens 
zwei wichtige Konstatierungen auf dem Wege des Ausreifens der italienischen 
Situation : 

I. Wegfall innerpolitischer Schwierigkeiten. Aktion Kabinettes Salandra- 
Sonnino wird für weitere Entwicklung allein Ausschlag geben. Dies um so 
mehr, als Parlament im Gefühle schwerer Verantwortung bei jeder Gelegen- 
heit mit möglichster Einstimmigkeit Vertrauen zur Regierung betont und damit 
Disposition zeigt, es dieser zu überlassen, den Ausweg, der den Interessen 
des Landes entspricht, zu finden. 

II. Wachsende Beunruhigung wegen der durch Dardanellenangriff näher- 
gerückten Möglichkeit der Aufrollung des türkischen Problemes und dadurch 
zu erwartender allgemeiner Balkankonflagration. 

Bei der allgemeinen Aversion vor einem großen Kriege dürfte Mehrheit 
des Landes noch immer für seine Zukunft Sieg der Zentralmächte vorziehen, 
vorausgesetzt, daß eine Verständigung mit uns erzielt werden kann, welche 
das Minimum dessen darstellt, was die Regierung vor dem Parlamente als 
vorteilhaft zu vertreten in der Lage wäre. In dieser Richtung werden also, 
scheint mir, noch Versuche — angesichts der Gesamtlage wohl die letzten — 
unternommen werden. 

Die vorstehende Zusammenfassung der jetzigen Lage präsentiert für 
mich mehr und mehr ein sehr ernstes Bild. 

Nr. 9ICL<XIII. Ituron Iturian an Freiherrn von Macchio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 115. 
(Telegramm.) Wien, am U. März 1915. 

Ich habe dem heute bei mir erschienenen italienischen Botschafter die 
Mitteilung gemacht, daß wir uns entschlossen hätten, die von seiner Regierung 
für die Verhandlungen in der Ivonipcnsationsfrage verlaugte Diskussionsbasis 
der Abtretung eigenen Gebietes prinzipiell anzunehmen. Eine konkrete 
Verpflichtung von unserer Seite involviere dieser Entschluß nicht und behielten 
wir uns vor, die Bedingungen bekanntzugeben, unter welchen eine Gebiets- 
abtretung erfolgen könnte. Die Diskussion könnte somit jetzt wieder auf- 
genommen werden. 



304 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Ich teilte dem Herzog Avarna mit, daß ich unseren Entschluß, bereits 
zur Kenntnis der deutschen Regierung und durch dieselbe zu jener der 
Consulta gebracht habe, und wies zur Motivierung dieses Vorganges darauf 
hin, daß mir bei den bevorstehenden Verhandlungen der auch italienischerseits 
seinerzeit geäußerte und von mir durchaus geteilte Wunsch vorschwebe, das 
von uns jetzt zu bringende Opfer auch im Interesse unserer künftigen Be- 
ziehungen zu Italien und der Fortsetzung der Dreibundpolitik zu verwerten. 

Im Laufe des Gespräches ließ der italienische Botschafter die Bemerkung 
fallen, daß die Verhandlung über die Kompensation zwischen uns und Italien 
separat geführt werden müßte, was ich bejaht habe. 

Schließlich erwähnte ich dem Herzoge Avarna, daß ich seiner Regierung, 
falls sie den Wunsch oder die Notwendigkeit fühlen sollte, schon jetzt im 
Parlamente eine Erklärung über die mit uns schwebenden Verhandlungen 
abzugeben, für eine vorherige Vereinbarung mit uns über die Fassung einer 
solchen Erklärung verbunden wäre. 

Nr. MCIiXlV. Prinz Gottfried zu Hohenlohe au Barou Buriäu. 

, Rb. Torgesch. m. It. U 116. 

(Telegramm.) Berlin, am 10. März 1915. 

Laut einer Meldung Fürst Bülows hat Baron Sonnino die Erklärung 
über unser Entgegenkommen dankend zur Kenntnis genommen und hiezu 
bemerkt, er werde die Kammer hievon erst verständigen, bis die diesbezüg- 
lichen Verhandlungen abgeschlossen sein werden. Er hielte es für zweck- 
mäßiger, mit einem fait accompli hervorzutreten, um so jede Einmischung 
italienischer Politiker hintanzuhalten. 

\'r. IflCIiXY. Baron Burian an Freiherrn von Iflacchio. 

, Kb. Vorgesch. m. It. II 117. 
(Erlaß.) Wien, am 13. März 1915. 

In der Anlage erhalten Euer Exzellenz Abschrift einer Aufzeichnung 
über die Unterredung, die ich gestern mit Herzog Avarna in der Kompen- 
sationsfrage hatte. 

Beilage. 

Vienne, le 12 mars 1915. 

En r^ponse a l'ouverture que je lui avais faite le 9 c. l'Ambassadeur 
d'Italie est venu aujourd'hui me communiquer, d'ordre de son Gouvernement, 
ce qui suit: 

Le Gouvernement I. et R. ayant admis la base de principe proposöe par 
le Gouvernement Italien, celui-ci consent ä ouvrir la discussion sur la question 
de la compensation. II n'a en ce moment l'intention ni de faire une d^clara- 
tion au Parlement ni de rien publier concernant les n(5gociations qui vont 
souvrir. Quand l'accord serait conclu, les deux Gouvernements se concerterai- 
ent facilement sur la forme de la publication. 



c) Eintritt Italiens. 305 

Le Baron Sonnino esp^re qu'on se mettra ä l'oeuvre sans d6lai et que 
les pourparlers seront conduits rapidement pour arriver aussitöt que possible 
ä l'accord dont la conclusion doit pr6c6der toute action militaire aostro-hongroise 
dans les Balcans. 

Ces n^gociations seraient ä mener directement entre nous, sans interven- 
tion de tiers. 

Le Baron Sonnino d6sire mettre au clair les points de d^part suivants : 

1. Secret absolu du fait et de la marche des nögociations. Toute indiscrö- 
'tion obligerait le Gouvernement Italien ä rompre aussitöt les pourparlers. 

2. Lorsque l'accord sera conclu, il devra etre mis ä ex^cution immödia- 
tement. Autrement le Gouvernement Royal n'aurait pas la force politique 
näcessaire pour obtenir de la nation la ratiücation morale indispensable pour 
la mise en vigueur de l'accord. 

3. Pour pr6venir toute nouvelle question ou contestation et tout retour 
d'incidents fächeux entre les deux Parties, de meme que pour procurer au 
Gouvernement I. et R. la libertö de mouvement n^cessaire ä la continuation 
de la guerre, l'accord devrait s'ötendre ä toute la dur^e de la guerre et ä 
toutes les invocations possibles de l'article VII. 

Quand l'Autriche-Hongrie aura accepti^ ces points formeis, le Baron 
Sonnino se döclare pr^t ä pröciser ses demandes en les limitant au minimum 
de compensations, indispensable selon lui pour atteindre le but de l'accord qui 
est d'öliminer entre les deux Puissances toute cause de friction et de cröer entre 
elles une atmosph^re de confiance, rendant possible leur Cooperation vers des 
buts communs de politique internationale. 

Les deux Parties sont ägalement int^ressäes ä arriver rapidement ä une 
entente äcartant tout soupgon d'une tendance d'atermoiement. C'est pourquoi 
le Baron Sonnino propose de fixer la duräe des n^gociations ä quinze jours 
HU bout desquels les deux Parties retireraient leurs propositions comme nulles 
et non avenues et reprendraient leur libertö d'avant les pourparlers si leur 
accord n'6tait pas surveau jusqu'ä ce terme. 

J'ai d6clar6 au Duc Avarna que je prenais connaissance de ce qu'il m'a 
dit ä l'exorde de sa coramunication, en observant cependant que je maintenais 
mon Interpretation du terme d'^ accord pr^alable" contre celle du Baron 
Sonnino qui revient dans son message et qui nous mettrait, comme je Tai 
abondamment expliquö, dans Tiinpossibilite meme de nous döfendre contre une 
attaque. 

J'ai ajoute que je ne soulevais pas d'objection contre la propositinn du 
Ministre italien de n^gocier l'accord directement entre nos deux Gouvernements, 
sans intervention de tiers, qu'il 6tait entendu cependant que nous tiendrions 
d'un commun accord l'Allemagne au courant de toutes les phases de nos n6go- 
ciations, ainsi que cela röpoud ä, l'esprit de nos rapports dalli(5s. 

Quant aux trois points mis en avantpar le Baron Sonnino, j'ai observ6 
ä l'Ambassadeur au No. 1. que reconnaissant le bien-fond6 des consid^rations 
all6gu(5es ä ce sujet par le Duc Avarna je nie reudais au d6sir de son Ministre 

Jahrbuch des Völkerrechts. IV. 20 



306 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

de tenir les n(5gociations strictement secr^tes, avec l'exception de TAllemagne, 
dont l'initiation 6tait indispensable pour les consid6rations ci-dessus expos^es. 

Quant au 2. point, 11 est pour nous absolument inacceptable. Si le 
Baron Sonnino, d'aprös ce que me dit l'Ambassadeur, raisonne ainsi: que 
l'accord devant pr6c6der l'avantage ä compenser selon l'article VII, doit par 
cons6quent 6tre effectu6 sur le champ, je dois en revanche d^clarer que ce 
serait faire trop de violence au texte. C'est l'accord qui doit 6tre pröalable, 
mais non pas la mise ä ex6cution. II nous serait nettement impossible de 
transf6rer aucun territoire avant la conclusion de la paix, pour des consid6rations 
diverses qui sont imp6rieuses par la nature des choses et dont 11 nous serait 
impossible de nous däpartir. 

J'esp6rais que le Gouvernement Italien ne refuserait pas de reconsid^rer 
cette demande. 

Je me suis assocl6 sans reserves aux consid^ratlons (smises dans le point .3. 

J'al termlnö ma r6ponse par Tobservation que j'6tais anlm6 du m6me 
d6slr que le Baron Sonnino d'arrlver aussi vite que possible ä un bon rösultat 
de nos futurs pourparlers et que sl le terme de quinze jours contempl6 par 
lui 6talt l'expression de ce d6sir je me rangeais volontiers ä son avis, mais 
qu'il me paraissait difficile de fixer pour des nögoclations de cette gravite un 
nombre d6termin6 de jours. 



Nr. MCIiX¥I. Baron Biiriän an Freiberrn von maccbio. 

Rb. Vorgescb. m. It. O 118. 
(Erlaß.) Wien, am 15. März 1915. 

In der Anlage übermittle Ich Euer Exzellenz die Aufzeichnung über 
meine heutige, die Kompensationsfrage betreffende Unterredung mit Herzog 
Avarna. 

Beilage. 

Vienne, le 15 mars 1915. 

L'Ambassadeur d'Italie m'a inform^ aujourd'hui qu'il a regu la r^ponse 
du Baron Sonnino ä sa relation de notre dernler entretien sans ordre de me 
la communiquer. II ne voulait pas cependant me cacher que le Ministre 
n'6tait pas content de l'accueil que j'avais falt ä ses dernl^res propositions. 

Le Baron Sonnino ne voulait pas attacher une trop grande importance 
ä mon aversion contre son Interpretation du terme d' ^accord pröalable''. Sl 
nous nous entendions sur le fond, cette question deviendrait de pure forme. 

C'est notre Opposition contre le principe du transfert imm^diat du terri- 
toire ä cäder qul formerait un obstacle insurmontable ä toute entente. L'ex6- 
cution de l'accord aussitot aprfes sa conclusion serait la conditio sine qua non 
sans laquelle 11 seralt inutile d'entrer dans toute discussion. Autrement le 
Gouvernement Italien ne pourrait assumer aucune garantle de faire accepter 
par l'opinion publique l'accord futur. 



c) Eintritt Italiens. 307 

Ma persistance ä maintenir notre Prätention ä une compensation pour 
le Dodecan^se et Valona d6montrait d'ailleurs aussi mon peu d'empresseraent 
de mener les pourparlers ä bon terme. 

J'ai pri6 le Duc Avarna de rassurer d'abord son Ministre sur les appr^- 
hensions qu'il semblait nourrir concernant nos intentions d'action militaire 
pendant le cours de nos futurs pourparlers. Lorsque ces derniers seraient en 
bonne voie, uous nous abstiendrions certainement de tout acte qui pourrait 
en compromettre le progr^s et l'heureux aboutissement. 

C'est dans la persistance du Baron Sonnino dans sa demande d'„ex6cution 
immödiate'' que je voyais en ce moment le seul et, j'ose esp6rer, 6ph6m6re 
empechement pour une heureuse Solution du problöme qui nous occupe. 

Je m'abstenais de röp^ter l'observation que j'avais faite la derni^re fois, 
que si Taccord devait etre ^prealable", 11 6tait par contre impossible de 
d^river du texte de Farticle VIT que l'exöcution de l'accord düt l'etre ögalement 
C'est bien le moins que l'avantage qu'il s'agissait de compenser füt simultan^ 
avec le transfert de la compensation. 

Mais la question formelle ä part, le Gouvernement Italien devrait se 
p6n6trer des difficultös qu'il y aurait pour la Monarchie de d6f6rer ä cette 
Prätention. 

Les sentiments de la population devraient aussi §tre m6nag6s et l'abandon 
ne pourrait etre ex6cut6 que dans l'ensemble du r^glement de tous les rösultats, 
plus satisfaisants probablement ä d'autres 6gards, de la grande crise que nous 
traversons. II y aurait impossibilitö enfin de changer le sort d'une province 
pendant que ses fils se battent vaillamment avec tous les autres soldats de 
la Monarchie austro-hongroise pour son int6grit6. Aussi le Gouvernement 
I. et R. qui a cru pouvoir prendre la responsabilit^ d'un sacrifice territorial 
6ventuel est-il ferme dans sa conviction de devoir en remettre l'ex^cution ä 
la fin de la guerre. 

Nous avons acceptö la base de principe propos6e par le Baron Sonnino 
dans les meilleures dispositions pour entamer incessamment les pourparlers 
dans le but d'arriver h. une entente amicale et complöte avec l'Italie, mais 
il ne faudrait pas par de nouvelles exigences nous rendre trop difficile Taccom- 
plissement du grand sacrifice que nous sommes prets ü faire. 

Le Baron Sonnino croyait reconnaitre dans mon assertion repöt^e de 
notre droit ä une compensation pour l'occupation italienne du Dodecan^se et 
de Valona une preuve de mon z6le insufüsant pour arriver a une entente. 
II 6tait dans l'erreur. En prösence des d(5negations r6itt5r6es du Ministre 
Italien je devais affirmer notre droit incontestable, aussi clair que celui que 
l'Ttalie dörivait pour eile de l'article VII, mais n'ayant pas encure formul(5 de 
demandes pr^cises de compensation je ne saurais admettre qu'un m'imputät 
Tintention d'entraver nos nögociations. J'ötais, au contraire, anim6 du seul 
d(5sir de les voir continuer et aboutir. 



20* 



308 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. JMCLiXVII. Baron Uiirian an Freiherrn von Macchio. 
lib. VorgeNch. m. It. II 11!). 

Telegramm.) Wien, am 17. März 191.^. 

Aus den Euer Exzellenz zugekommenen Aufzeichnungen über meine 
beiden letzten Unterredungen mit dem italienischen Botschafter werden Hoch- 
dieselben ersehen haben, daß italienischerseits das Verlangen nach einer Ge- 
bietsabtretung noch nicht konkretisiert, wohl aber das prinzipielle Postulat 
aufgestellt wurde, daß das eventuell abzutretende Gebiet sofort nach Perfekt- 
werden der einschlägigen Verständigung auch tatsächlich Italien übergeben 
werde. 

Falls Euer Exzellenz in Ihren Unterredungen den Eindruck gewinnen, 
daß das fragliche italienische Petit auch durch die Befürchtung motiviert ist, 
wir könnten im Falle eines für uns günstigen Ausganges des jetzigen Feld- 
zuges uns dann eines anderen besinnen und die Herausgabe des an Italien 
zedierten Gebietes verweigern, so wollen Sie dieser wohl schon durch unsere 
gegebenen Falles bindende Zusage ausgeschlossenen Annahme auch durch die 
Darlegung begegnen, daß für die Einhaltung der von uns eingegangenen 
Verpflichtung eventuell auch gewisse Garantien erörtert werden könnten. 

Da die Ententemächte dermalen mit immer weitergehenden Anboten an 
Italien heranzutreten scheinen, ersuchte ich Euer Exzellenz ferner, der dortigen 
Regierung, ohne auf diesen Umstand Bezug zu nehmen, auseinanderzusetzen, 
daß wir, falls wir und Deutschland siegreich aus dem Kriege hervorgehen, 
eine ausreichende Beteiligung Italiens an den im Friedensschlüsse zu er- 
langenden Vorteile schon jetzt bereitwilligst in unser Kalkül aufnehmen. 

Nr. MCLiXVIIl. Baron Buriän an Freiherru von DIacchio. 
Rb. Vorgesch, m. It. II 120. 

(Telegramm.) Wien, am 19. März 1915. 

Aus den Berichten Euer Exzellenz entnehme ich, daß Baron Sonnino 
einen lebhaften Kontakt mit Ihnen in den unsere Beziehungen zu Italien be- 
treffenden Fragen gerne sohen würde. 

Dieser Wunsch wird auch von mir durchaus geteilt. Wenn es auch 
notwendig erscheint, die Fortsetzung der in Wien eingeleiteten meritorischen 
Verhandlungen mit Italien hier zu konzentrieren, so wird es sich doch emp- 
fehlen, durch eine direkte und fortlaufende Aussprache zwischen Euer Exzellenz 
und dem italienischen Minister des Aeußern sowohl Ihnen die Möglichkeit zu 
geben, auch Ihrerseits unsere Ihnen bekannten Gesichtspunkte zu vertreten, 
als auch dem Baron Sonnino die Gelegenheit zu bieten, seine Auffassungen 
hauptsächlich auf diesem Wege an mich gelangen zu lassen. 

Ich ersuche Euer Exzellenz daher, sich bei dem nächsten Anlasse dem 
italienischen Minister des Aeußern, eventuell auch dem Ministerpräsidenten^ 
für einen solchen Ideenaustausch zur Verfügung zu stellen. 



c) Eintritt Italiens. 309 

Nr. iIICLjXIX. Freiherr von Macchio an Baron Buriän. 

Rb Vorgesch. m. It. II 121. 
(Telegramm.) Rom, am 19. März 1915. 

Ich habe heute Gelegenheit gefunden, • Kompensationsfrage mit Baron 
Sonnüio zu besprechen. 

Der Minister rekapitulierte seine Petita ganz im Sinne Euer Exzellenz 
Aufzeichnungen, erwähnte die aus der Frage der sofortigen Uebergabe des 
abzutretenden Gebietes sich ergebende Divergenz ohne jede Schroffheit und 
fügte bei, daß Fürst Bülow vorgeschlagen habe, dieselbe in suspenso zu lassen 
und einstweilen die Verhandlungen über die konkreten Punkte zu beginnen. 
Er, Baron Sont/ivo, erwarte sich zwar wenig von einem solchen Vorgange, 
welcher nur die Schwierigkeiten vermehre und die weiteren Pourparlers ge- 
wissermaßen in der Luft lasse, aber er sei bereit, wenn Euer Exzellenz diesen 
modus procedendi gutheißen, darauf einzugehen, damit man nicht glaube, daß 
er willkürlich Schwierigkeiten schaffe. 

Im Laufe der weiteren Konversation ergab sich, daß hauptsächlich zwei 
Erwägungen Baron Soiiniuo zu seiner ForderuDg veranlaßt hätten : 

1. Die Gefühlsmomente, welche, wie schon öfter während des Krieges, 
gefährliche Formen annehmen könnten, wenn die durch den Akkord italienische 
Untertanen gewordenen Leute für eine fremde Sache ihr Blut vergießen; trotz- 
dem schien er unseren militärischen Einwendungen sich nicht zu verschließen 
und eher geneigt, über dieses Bedenken hinwegzusehen. 

2. Die parlamentarische Ratifizieruug der Gebietsabtretung. Er rechne 
mit der Notwendigkeit, einen eventuell abgeschlossenen Akkord dem italie- 
nischen Parlamente schon jetzt zur Approbation vorzulegen, wodurch Italien 
definitiv gebunden wäre, während bei uns, wenn die Vereinbarung erst nach 
dem Friedensschlüsse vor die Parlamente käme, die Möglichkeit offen bliebe, 
daß die Vertretungskörper ihre Einwilligung verweigern. Die Zusage einer 
Regierung könne nur diese selbst binden, im Falle parlamentarischer Ab- 
lehnung müßte sie zurücktreten und es entstünde der Fall, daß Italien auf 
Grund des Akkords seine Zusagen eingehalten habe, während die Zession 
hinfällig werde. Er sehe jetzt nicht, was für Garantien es gebe : ich bemerkte, 
daß Euer Exzellenz gewiß bereit wären, über diese Garantiefrage zu reden. 

Im übrigen spielte sich Unterredung in freundschaftlichsten Formen ab. 
Minister erwähnte auch des Wunsches der Beschleunigung, den er in die Be- 
zeichnung „un paio di settimane" faßte ; er sehe ihn nicht als Termin an, 
sondern habe damit nur vermeiden wollen, daß man von irgendeiner Seite 
an eine Verschleppungstaktik glauben könnte. 

Nr. niCliXX. Baron Buriun au Freilierrn von Macoliio. 

Kb. Vorge!i«eh. ni. It. II 122. 
(Telegramm.) Wien, am 19. März li)15. 

Wie ich zu konstatieren in der Lage bin, hat ein unterlaufenes Miß- 
verständnis einen ungünstigen Eindruck bei dem italienischen Minister des 
Aeußern hervorgerufen. 



310 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

In meiner letzten Unterredung mit dem italienischen Botschafter ))abe 
ich nämlich hei der Ablehnung des italienischen Verlangens nach sofortiger 
üebergabe des eventuell zedierten Gebietes unter anderem darauf hingewiesen, 
daß ebenso , wie unsere eventuellen künftigen Errungenschaften auf dem 
Balkan uns erst bei dem Friedensschlüsse definitiv zufallen werden, auch die 
materielle Besitznahme des von uns an Italien abzutretenden Territoriums 
simultan erst in jenem Momente werde eintreten können. Baron Sonnino 
scheint diese Aeußerung nun dahin zu interpretieren, als oh ich zwischen der 
üebergabe des abzutretenden Gebietes an Italien und der Frage, ob und 
welche Errungenschaften auf dem Balkan sich für uns am Ende des Krieges 
herausstellen werden, ein Junktim konstruieren wollte. Dies ist aber keines- 
wegs meine Absicht. Ich stehe vielmehr auf dem Standpunkte, daß unsere 
Gebietsabtretung an Italien in keiner Weise davon abhängig sein soll, ob 
und welche territorialen oder sonstigen Vorteile wir durch die Ausnutzung 
der von Italien uns für die ganze Dauer des Krieges einzuräumenden Aktions- 
freiheit auf dem Balkan erzielen werden. Meine irrtümlich ausgelegte Aeuße- 
rung gegenüber dem Herzoge Avarna wollte lediglich besagen, daß die defini- 
tive Liquidierung der Gebietsabtretung an Italien, ebenso wie jene unserer 
eventuellen Errungenschaften auf dem Balkan, erst beim Friedensschlüsse 
werde erfolgen können. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, auf Grund der vorstehenden Ausführungen 
das fragliche Mißverständnis ungesäumt bei Baron Sonnino aufzuklären und 
demselben gleichzeitig meine Bereitwilligkeit bekanntzugeben, nunmehr in die 
eigentlichen Verhandlungen einzutreten. 

Xr. MCLiXXI. Freiherr von Maccliio an Baron Buriän. 

Kb. Vorgesch. m. lt. II 123. 
(Telegramm.) Rom, am 20. März 1915. 

Im Besitze Euer Exzellenz gestrigen Telegrammes habe ich Minister 
des Aeußern aufgesucht und ihm Mißverständnis aufgeklärt. Baron Sonnino 
nahm Mitteilung mit sichtlicher Befriedigung zur Kenntnis. Zur größeren 
Klarheit faßte ich Sache dahin zusammen, daß Euer Exzellenz eventuelle 
Gebietsabtretungen an Italien und unsere aus eventueller Aktionsfreiheit auf 
dem Balkan sich ergebenden Vorteile, welcher Art immer, als zwei getrennte 
Dinge betrachten, die aber beide erst nach dem Friedensschlüsse eintreten 
könnten. 

TUT. MCLiXXII. Baron Buriän an Freiherrn von Macchio. 

Bb. Vorgesch. m. It. II 124. 
(Telegramm.) Wien, am 21. März 1915. 

Gestern habe ich auch Herzog Avarna das jüngste Mißverständnis 
dahin aufgeklärt, daß wir selbstverständlich die seinerzeitige Erfüllung des 
von uns zu schließenden accord pröalable nicht davon abhängig machen, ob 



c) Eintritt Italiens. 311 

und welche Vorteile wir in Serbien erwerben werden. Als Ausgangspunkt 
unserer Verhandlungen habe uns Baron Sonnino für ein territoriales Zuge- 
ständnis unsererseits die volle Aktionsfreiheit Serbien und Montenegro gegen- 
über während der Dauer des ganzen Krieges angeboten. Hievon habe ich 
Akt genommen; ohne mich jedoch in irgend welcher Richtung zu binden, da 
bisher weder uns die italienischen Wünsche bekanntgegeben worden seien, 
noch wir Gelegenheit hatten, unsere Bedingungen aufzustellen. 

Jedenfalls werde es dann unsere Sache sein, welchen Nutzen wir von 
unserer Aktionsfreiheit ziehen können und die Erfüllung bestimmter Vertrags- 
verpflichtungen nicht von dem Mehr oder Weniger unserer Errungenschaft 
abhängig gemacht werden, 

Herzog Avarna hat noch versucht, einige weitere ihm aufgetragene 
Argumente vorzubringen, um darzutun, daß es für uns keinen wesentlichen 
Unterschied machen könne, eine Abtretung sogleich oder erst bei Friedens- 
schluß zu vollziehen. Nach Abschluß des Uebereinkommens werde eine Mit- 
teilung darüber an die OeSentlichkeit gelangen müssen. Damit erfahren aber 
sowohl alle Betroffenen die Veränderung in ihrem Schicksale, wie auch jede 
politische und moralische Wirkung, die das Ereignis in der Monarchie hervor- 
zubringen geeignet wäre, sofort eintreten müßte, also nicht erst auf den Zeit- 
punkt der Durchführung aufgeschoben werden könnte. 

Ich setzte dem Botschafter eingehend auseinander, daß diese Bemerkungen 
keines der Argumente entkräften, die es uns unmöglich machen, die eventuelle 
Abtretung vor Ende des Krieges zu vollziehen. 

Der Botschafter teilte mir weiters mit, daß Baron Sonnino keine 
Initiative mehr ergreifen wolle und es uns überlasse, annehmbare Vorschläge 
zu machen. Ich erwiderte, daß der Minister diesen Standpunkt unter dem 
Eindrucke des nun aufgeklärten Mißverständnisses eingenommen habe und 
ihn also wohl fallen lassen werde. Ich mache meinerseits den Vorschlag, 
nunmehr in die Verhandlungen unverzüglich einzutreten und gewärtige die 
von Baron Sonnino zunächst in Aussicht gestellt gewesene Mitteilung der 
italienischen Wünsche, worauf wir uns ehestens äußern und unsere Bedingungen 
namhaft machen würden. 

Da Herzog Avarna auch die Skrupel Baron Sonninos über die even- 
tuelle legale Anfechtbarkeit eines Vertrages erwähnt hatte, welcher nicht so- 
gleich durchgeführt würde und über das hieraus für Italien etwa entstehende 
Risiko, so beruhigte ich ihn darüber mit dem Hinweise auf das nie uuein- 
gelöst gebliebene Wort tind Siegel der österreichisch-ungarischen Monarchie. 

Np. MCIiXXIII. Baron Buriün an Freiherrn von Macchio. 

Rb. Vorgesch. m. It. 11 125. 
(Telegramm.) Wien, am 21. März 1915. 

Gleichwie Baron Sonnino hege auch ich Zweifel über die Opportunität 
des in Euer Exzellenz Telegramme vom 19. 1. I\Its. erwähnten Vorschlages, 
die Entscheidung über das italienische Verlangen nach sofortiger tatsächlicher 



312 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Uebergabe des an Italien abzutretenden Gebietes bis zur Finalisierung der 
Pourparlers mit der italienischen Regierung in suspenso zu lassen, ein Vor- 
gang, bei welchem unsere Verständigung über alle meritorischen Punkte der 
Transaktion von der für den Schluß dieser Verhandlungen vorbehaltenen Ent- 
scheidung über eine' wichtige prinzipielle Vorfrage abhängig bliebe. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, sich in diesem Sinne zu dem italienischen 
Minister des Aeußern auszusprechen. 

Was ferner die Frage des Baron Sonnino nach den etwa für die Ein- 
haltung unserer Zusage hinschtlich der Gebietsabtretung zu schaffenden 
Garantien anlangt, so wollen Euer Exzellenz dem italienischen Minister des 
Aeußern erwähnen, daß im Laufe der Verhandlungen auch diese Frage er- 
örtert werden könnte und daß mir vor allem die Garantie Deutschlands für 
die Erfüllung unserer Verpflichtungen vorschwebe, wozu dasselbe auch bereit sei. 

IVr. MCLiXXIV. Herr von Mayrhauser an Baron Bnrian. 

Rb. Vorgesch. m. It. n 126. 
(Telegramm.) Valona, am 22. März 1915. 

Am 19. 1. Mts. wurde im Hafen von Valona ein unter italienischer 
Leitung stehendes Hafenkapitanat errichtet. 

Als Chef dieser Behörde fungiert der italienische Schiffsleutnant A. 
Puliti, dem ein Fregattenleutnant zugeteilt ist. 

'St. ifICLiXXV. Baron Burian an Freiherrn von Macehio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 127. 

(T6l6gramme.) Vienne, le 23 mars 1915. 

L'Ambassadeur d'Italie est venu aujourd'hui me dire que le Baron 
Sonnino lui a exprimö sa satisfaction des ^claircissements par lesquels j'ai 
dissip6 le malentendu qui s'6tait produit concernant la question si le carac- 
t^re obligatoire d'un accord futur entre nous serait ou non ind^pendant du 
r^sultat 6ventuel de notre action dans les Balcans. 

Le Ministre Italien a de meme, selon la communication du Duc Avarna, 
pris connaissance avec plaisir de ma bonne disposition d'entamer nos nögo- 
ciations sans d6lai et a autorisö l'Ambassadeur ä y preter sa collaboration. 
Le Baron Sonnino attendait maintehant que je fisse des propositions con- 
crfetes et pröcises propres ä produire l'entente ä laquelle nous aspirions tous 
les deux ä parvenir. 

II maintenait toujours son point de vue que l'exöcution de l'accord 
devait imm^diatement suivre sa conclusion, vu qu'il serait impossible pour 
n'importe quel Gouvernement Italien d'assumer de son c6t6 devant le pays et 
le parlement un engagement s^rieux, liant sa libertö d 'action pour un temps 
ind^flni contre une simple promesse de la part de l'Autriche-Hongrie. 

J'ai r^pondu au Duc Avarna que je ne me refusais pas ä prendre en 
consid^ration la nouvelle proposition du Baron Sonnino de prendre l'initia- 



c) Eintritt Italiens. 313 

tive de pr^ciser l'objet de nos pourparlers et que je l'informerais de ma 
rösolution aussitot que j'aurais pu la prendre. 

Quant ä la question de l'execution imm^diate ou post^rieure de l'accord. 
je regrettais de ne pouvoir partager la mani^re de voir du Baron Sonnino 
vu qu'ä mes yeux on ne saurait qualifier de „simple promesse" un accord 
düment conclu et sign6 par les deux Gouvernements avec toutes les formalit6s 
requises pour donner ä cet acte le caract^re d'une Convention internationale. 
Je ne saurais non plus me rallier ä l'avis que ce füt le Gouvernement italien 
seulement qui aurait pris un engagement s^rieux, liant sa libert6 d'action. 
L'Autriche-Hongrie prendrait par la signature de l'accord en question des 
engagements bien au moins aussi graves qui par le seul fait de leur notori6t6 
l'engageraient tout aussi efficacement, indöpendamment de telles mesures qui 
pourraient etre reconnues utiles ä cet effet et praticables au cours des pourparlers. 

Kr. MCLiXXYI. Freiherr von IVIacchio an Baron Burian. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 128. 
(Telegramm.) Rom, am 23. März 1915. 

In einer heute stattgehabten Unterredung vertrat Baron Sonnino aber- 
mals den bekannten Standpunkt betreffs sofortiger tatsächlicher üebergabe 
des zu zedierenden Gebietes, wobei ich die praktische Unmöglichkeit seines 
Vorschlages detailliert auseinandersetzte. 

Baron Sonnino ließ meine Einwendungen als sehr triftig gelten, meinte 
aber, daß es für ihn keine Formfrage sei, ihn vielmehr die Besorgnis leite, 
daß die Regierung nicht stark genug sein würde, dem Parlamente die volle 
Sicherheit einer späteren Zession begreiflich zu machen. 

Ich berührte hierauf Bereitwilligkeit Euer Exzellenz zu Besprechung 
Garantiefrage und hob von Deutschland seinerseits bereits zugesagte Garantie 
hervor. 

Was die Anregung betrifft, Zessionstermin in suspenso zu lassen, teilte 
ich auftraggemäß im Sinne Euer Exzellenz Telegrammes vom 21. 1. Mts. 
Hochderen Zweifel an Opportunität dieses Vorganges mit. 

Baron Sonnino wiederholte seine gleichen Zweifel, erklärte sich aber 
bereit, zum Zeichen seines guten Willens und um Zeitverlust bei Besprechung 
zu vermeiden, doch konkrete Fragen zu erörtern, jedoch sei er, solange diese 
Vorfrage ungelöst, nicht in der Lage, selbst Wünsche zu formulieren, sondern 
nur, Euer Exzellenz Vorschläge zu hören, wobei ihn der Gedanke leite, daß 
dadurch die Konversation überhaupt weitergeführt werde. 

Er betrachte dies aber als ganz unverbindlich und unpräjudizierlich. 
so daß kein Teil sich später würde auf Anregungen berufen können, die auf 
der anderen Seite keinen Anklang fänden. 

Ob Euer Exzellenz oder Baron Sonnino mit konkreten Vorschlägon 
hervortreten sollten, wird italienische Regierung in beiden Fällen — daran 
zweifle ich nicht — bedacht sein, Odium eventuellen Scheiterns auf uns zu 
wälzen. 



314 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

So sehr immer hier von Beschleunigung gesprochen wird, vermag ich 
Verdacht nicht abzuweisen, daß man noch Zeit gewinnen will, bevor man 
sich irgendwo und -wie engagiert. 

Nr. MCIiXXVlI. Freiherr von JUacchio an Baron Burian. 

Rb. Vorgesch. m. lt. II 129. 
(Bericht.) Rom, am 24. März 1915. 

Wenn ich die Eindrücke zusammenfasse, die ich aus den verschieden- 
sten Milieux seit dem Momente gewonnen habe, wo ein Einlenken der k. u. k. 
Regierung in der hiesigen Oeffentlichkeit durchgesickert ist, so muß ich zu 
dem Schlüsse kommen, daß man diese Nachricht mit einem Aufatmen beant- 
wortet hat. Ich möchte damit die Ansicht aussprechen, daß die sogenannten 
ernsten politischen und intellektuellen Kreise in ihrer erdrückenden Majorität 
— natürlich die professionellen Hetzer abgerechnet — eine Verständigung 
mit der Monarchie als das Wünschenswerteste für Italien betrachten, daß 
sie dies aber — eingeschüchtert und verwirrt durch die monatelange inten- 
sive innere und äußere Hetzkampagne — auf keine andere Art erreichen zu 
können hofften, als dadurch, daß ein Entgegenkommen von Wien ihnen gie- 
wissermaßen, jenen Gegenströmungen gegenüber inneren Halt und ausreichende 
Begründung böte, um an den Zentralmächten festhalten zu können. 

Trotz der Fortdauer der militärischen Vorkehrungen zeigt sich ein Ab- 
flauen der Nervosität der letzten Wochen, sowie das Gefühl, daß unter solchen 
Umständen eine Aktion ein Unding wäre, und die Erleichterung, derselben 
überhoben zu sein. Das Alles, ohne daß man eigentlich weiß, worin dieses 
Einlenken besteht, noch wie weit es geht. Das würde wohl zeigen, wie weit 
es hierlands mit der kriegerischen Begeisterung her ist und daß das Publikum, 
auch selbst das politische, sich schon mit einer recht geringen Dosis von Ent- 
gegenkommen zufrieden geben würde, nur um aus dem schier unerträglich 
gewordenen Hangen und Bangen herauszukommen. 

Daß diese Wirkung auch auf der anderen Seite sofort empfunden wurde, 
zeigt sich daraus, daß die Ententepresse sofort mit einem neuen Feldzuge 
einsetzte, um dieses auf der Bildfläche erscheinende Gespenst einer Verständi- 
gung mit allen Mitteln zu verscheuchen. Diese Kampagne macht natürlich 
flache de tout bois; sie bringt mehr denn je die ungünstigsten Schilderungen 
unserer militärischen und wirtschaftlichen Lage, um die Italiener zu einem 
Hinaufschrauben ihrer Forderungen zu bestimmen und dadurch einen Ab- 
schluß zu vereiteln ; sie bringt die allerdings schon dementierte Meldung von 
einem Systemwechsel in Sofia und bulgarische Absichten auf Konstantinopel, 
um hier glauben zu machen, daß die italienischen Orient- Interessen nur durch 
ein Eingreifen an Seite der Entente zu schützen seien ; sie trachtet endlich, 
durch ein großes Meeting der Associazione Trento-Trieste mit den üblichen 
Redekünsten Bissolatis, Barzilals, Federzonis, Chiesas. etc. eine impo- 
sante Kundgebung zustande zu bringen. 



c) Eintritt Italiens. 3I5. 

So werden also alle altbewährten Mittel angesetzt, um eine bessere 
Stimmung nicht aufkommen zu lassen und der immer schwankenden und 
zweifelnden Regierung Gefahren vorzutäuschen, die gar nicht existieren. Er- 
leichtert wird diese Absicht durch die unzweifelhafte Tatsache, daß im Schöße 
der Regierung selbst Persönlichkeiten sitzen, die diesem Bemühen ihre Dienste 
leihen. 

Es liegt also jetzt nach den oben wiedergegebenen Beobachtungen, 
vollends seit der Kammervertagung, das ganze Gewicht der Situation in den 
Händen der Regierung; bei ihr ist auch wohl alle Gefahr in der weiteren 
Entwicklung. 

So manches in ihrer jetzigen Haltung führt zu dem Schlüsse, daß es 
diesen Herren überhaupt nicht ernst ist, zu einer Verständigung mit uns zu 
gelangen. Dem gegenüber steht das erwähnte befreiende Gefühl, welches in 
der Allgemeinheit die Hoffnung auf friedliche Schlichtung auslöst. 

Es mag sich also bei den Herren Salandra und Sonnino wohl eher 
um ein Kokettieren mit den aus den verschiedensten Lagern kommenden 
Einflüssen handeln, welches zugleich die Möglichkeit gibt, noch eine Zeitlang 
die Kriegslage zu verfolgen und dann eventuell zu fruktifizieren, beziehungs- 
weise das größtmögliche Maß von Vorteilen einzuheimsen. Daß man in diesem 
Bestreben, unter irgend einer halbAvegs plausibel klingenden Begründung, auch 
noch zu einer Mobilisierung schreitet, hielte ich nicht für ausgeschlossen. 

Nr. ]IICL<XXVIII. Baron Burian an Freiberru von Maccliio. 

Rb. Vorgesch. ni. lt. II 130. 
(Telegramm.) Wien, am 25. März 1915. 

Ich habe dem italienischen Botschafter gestern meine Bereitwilligkeit 
erklärt, auf die jüngste Anregung Baron Sonninos einzugehen und ihm dem- 
nächst einen konkreten Vorschlag zugehen zu lassen, welcher den Ausgangs- 
punkt zu unseren Besprechungen zwecks Herstellung des accord pröalable 
auf Grundlage der von uns bereits erteilten prinzipiellen Zusage zu bilden 
haben würde. 

Xr. MCLiXXIX. Baron Buriiln an Freilierru von Maccliio. '0 

Rb. Vorgescb. ni. It. II 131. 
(D6peche.) Vienne, le 28 mars 1915. 

J'ai fait hier ä l'Ambassadeur d'Italie notrc proposition concernant la base 
d'un accord ä conclure entre nos deux Gouvernements dans les termes suivants : 

„L'Italie s'engagerait ä observer jusqu'ä la fin de la guerre actuelle 
envers l'Autriche-Hongrie et ses all.iös une ueutralit^ bienveillante au point 
de vue politique, militaire et ^conomique. 

Dans cet ordre d'idöes eile s'obligerait cn outre pour toute la duröe 
de la guerre actuelle de laisser ä l'Autriche-Hongrie pleine et entiöre liberttS 



*) Anm.: Vgl. Nr. 56 des italienischen Griinhiichs, unten unter .italieni- 
sche Kundgebungen, I. Das italienische Grünbuch". - Herausgeber. 



316 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

d'action dans les Balcans et de renoncer ä l'avance ä toute nouvelle compen- 
sation pour les avantages territoriaux ou autres qui r^sulteraient 6ventuelle- 
ment pour l'Autriche-Hongrie de cette libert6 d'action. Cette stipulation 
cependant ne s'^tendrait pas k l'Albanie au sujet de laquelle l'accord existant 
entre rAutriche-Hongric et l'Italie ainsi que les döcisions de la R6union des 
Ambassadeurs k Londres resteraient en Yigueur. 

L'Autriche-Hongrie de son cöt6 serait prete k une cession de territoires 
dans le Tyrol m^ridional y compris la ville de Trente. La d6limitation en 
detail serait fix6e de maniere ä tenir compte des exigences stratögiques que 
cr6erait pour nous une nouvelle frontifere et des besoins 6conomiques de la 
Population. 

Cette cession territoriale de la part de rAutriche-Hongrie impliquerait 
pour l'Italie l'engagement d'assumer la quote-part afferente au territoire en 
question de la dette publique autrichienne et des dettes provinciales, munici- 
pales et autres, en tant que ces derniöres jouissent d'une garantie de l'Etat. 
L'Italie se chargerait 6galement du payement, k l'Autriche - Eongrie, d'une 
somme globale k titre d'indemnitö pour toutes les investitions faites par 
l'Etat dans le territoire k cöder, indöpendamment de l'achat des lignes de 
chemin de fer se trouvant sur ce territoire et des indemnisations collectives 
et individuelles (propri6t6 eccl6siastique, majorats, retraites des anciens fonc- 
tionnaires publics, etc.). 

Aussitot l'accord 6tabli en principe sur la base susindiqu6e, rAutriche- 
Hongrie et l'Italie entreraient dans la discussion des dötails. L'entente de- 
finitive rösultant de cette discussion serait consign6e dans une Convention 
secr^te ä conclure entre l'Autriche-Hongrie et l'Italie. 

La transaction en question rendra 6galement n^cessaire la r6vision de 
certains trait^s existant entre les deux Puissances, tel que ceux concernant 
les nouveaux raccordements de chemins de fer, les dispositions relatives au 
trafic de fronti^re, la navigation sur le lac de Garde, etc." 

Le Duc Avarna a observ6 que le Baron Sonnino trouverait peut-etre 
un peu vague la dösignation de l'objet de notre cession. J'y ai r6pliqu6 que 
l'indication du Tyrol m^ridional y compris la ville de Trente montrait assez 
clairement l'ötendue du sacrifice que nous offrions. 

La ligne-fronti^re que nous proposerions ne pouvait ßtre trac^e dans 
cette premi^re communication verbale que je lui ai faite aujourd'hui, mais 
j'6tais pret k la fournir ä notre prochain entretien. 

L'Ambassadeur a remarqu6 encore que le Baron Sonnino n'accepterait 
probablement pas que l'accord ä conclure füt secret, attendu qu'il avait bien 
demande le secret pour la dur6e des pourparlers, mais qu'il avait au contraire 
l'intention de publier l'accord aussitot aprös sa conclusion. 

J'ai pri6 le Duc Avarna de transmettre quand meme ma formule k 
son Ministre qui m'avait promis de concerter avec moi la d^elaration qu'il 
donnerait k la Chambre concernant notre arrangement futur. 

Nous pourrions d'ailleurs reparier de ce point au cours des n6gociations. 



c) Eintritt Italiens. 317 

Nr. MCLiXXX. Freiherr von Maccliio an Baron Bnriän. 

Kb. Vorgesch. m. It. II 132. 
(Telegramm.) Rom, am 31. März 1915. 

Ich konnte erst heute mit Baron Sonnino über Euer Exzellenz Vor- 
schläge sprechen. 

Er erklärte dieselben als sehr unzulänglich und insbesondere zu vage, 
worauf ich ihn auftraggemäß darüber aufklärte, daß Euer Exzellenz damit 
nur das Gerippe für eine Vereinbarung hätten aufstellen wollen und sich 
vorbehielten, demnächst detailliertere Vorschläge zu machen. 

Baron Sonnino bemerkte, daß er gestern abends darüber mit Herrn 
Salandra, aber noch nicht mit dem Könige gesprochen habe und daß er 
hoffe, heute abends oder morgen seine Antwort absenden zu können. 

Er enthielt sich einer Besprechung der einzelnen Punkte der Vorschläge 
mit Ausnahme desjenigen, wonach Italien in Hinkunft auch in ökonomischer 
Beziehung zu wohlwollender Neutralität sich verpflichten sollte. 

Sein Wunsch, Mißverständnisse zu vermeiden, nötigten ihn, schon jetzt 
aufmerksam zu machen, daß man sich in dieser Richtung zu nicht mehr als 
einer strikten, unparteilichen Neutralität verpflichten könne, denn die Zwangs- 
lage gegenüber England sei eine so drückende, daß jeder Verdacht einer Be- 
vorzugung der Zentralmächte sofort Repressalien, ja die Sperrung von Gi- 
braltar für die italienische Zufuhr, zur Folge haben würde. Viele italienische 
Industrien seien mit ihrem Bezüge an Rohstoffen ganz von England abhängig 
und riskieren die Schließung, respektive die Entlassung von Tausenden von 
Arbeitern, was mit Aufrollung der bedenklichsten Probleme verbunden wäre. 

Ich benutzte die Gelegenheit, um, die schwierige geographische Lage 
Italiens zugebend, die bisherige Stellungnahme Italiens als wohlwollende 
Neutralität für die Ententemächte zu bezeichnen und Fälle anzuführen, welche 
ein merkwürdiges Verschleppen prinzipiell schon zu unseren Gunsten gelöster 
Ausfuhrangelegenheiten darstellen . 

Baron Sonnino wollte eine Absicht hiebei nicht gelten lassen und führte 
Alles auf den schrecklichen Druck Englands zurück. 

Nr. MCLjXXXI. Freiherr von Macchio an Uaron Burian. 
Rb. Vorgesch. ni. lt. II 133. 

(Telegramm.) Rom, am I.April 1915. 

Letzte Nachrichten konvergieren dahin, daß dieser Tage größere Truppen- 
sendungen aus verschiedener Richtung gegen üdine und unmittelbar an die 
Grenze stattfanden ; dies kommt einem versteckten Aufmarsche gleich und 
wird dadurch eventueller Mobilisierung weitgehend vorgearbeitet. 
Die heutige Situation läßt sich folgendermaßen resümieren : 
Das angebliche Anbot Englands, die Kriegskosten zu decken, nicht 
näher zu ergründender territorialer Köder, die fortdauernde Angst, im Oriente 
doch zu spät zu kommen, die mit der Entente parallele Maulwurfsarbeit der 



318 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Republikaner und Freimaurer, worunter Minister Martini mehr denn je her- 
vortritt, insbesondere aber die täglich fühlbarere englische Faust, der gegen- 
über Energie nicht in italienischer Natur gelegen, würden es erklären, wenn 
schließlich schwache italienische Regierung nicht mehr widerstehen könnte. 
Das weitere Benehmen Baron Sonninos bei den gegenwärtigen Ver- 
handlungen wird am ehesten Aufklärung bringen, ob die italienische Re- 
gierung hinziehen oder durch exorbitante Gegenvorschläge den Bogen über- 
spannen und das Odium eines etwaigen Abbruches auf die durch die Geheim- 
haltung gebundene k. u. k. Regierung wälzen oder ob sie die militärischen 
Vorkehrungen als Pression bei den Pourparlers zu benützen beabsichtigt. 

\r. DlCIiXXXII. Baron Bnriän an Freiherrn von Macchio. 

Rb. Torgesch. m. It. TL 134. 
(Erlaß.) Wien, am 2. April 1915. 

In der Anlage erhalten Euer Exzellenz eine Aufzeichnung über meine 
gestrige Unterredung mit dem italienischen Botschafter. 

Beilage. 

Vienne, le 1. avril 1915. 

L'Ambassadeur d'Italie m'a apport6 aujourd'hui la r^ponse du Baron 
Sonnino ä la proposition que je lui avais faite le 27 mars, concernant la 
base de l'arrangement ä nögocier entre nous. 

Relativement ä la neutralit^ bienveillante que nous demandons ä l'Italie, 
le Ministre me fait observer que si l'Autriche - Hongrie entend par lä une 
neutralit6 parfaite et sinc^re, comme celle que l'Italie a observöe jusqu'ä 
präsent envers les deux groupes des belligörants, il n'aurait aucune objection 
ä s'y obliger pour toute la dur^e de la guerre, mais que la Situation g^o- 
graphique de l'Italie dans la Möditerran^e l'empechait de pratiquer une neu- 
tralitö partiale pour nous qui pourrait provoquer des reprösaüles de la part 
de l'autre groupe. 

J'ai röpondu que nous demandions une neutralit^ bienveillante dans le 
sens de l'article IV de notre Trait6 d'alliance. II en r^sultait clairement que 
nous ne pensions ä rien demander qui put exposer l'Italie au danger de 
reprösailles justifiables venant de quelque c6t6 que ce soit. Mais un pays 
neutre avait mille moyens legitimes d'§tre serviable ä un pays bellig^rant 
voisin et alliö. 

Quant ä la libert6 que nous devions röclamer pour notre action en 
Serbie, libert6 dont nous entendions excepter l'Albanie par rapport ä laquelle 
le regime de notre accord special aurait ä continuer, le Baron Sonnino a 
trouv6 pour sa r6plique un tour surprenant. II m'a fait savoir qu'il n'6tait 
pas possible pour l'Italie de consentir ä „la libert6 d'action illimit^e" de 
TAutriche-Hongrie dans les Balcans, sans mSme obtenir que l'Autriche-Hongrie 
se d6sint6ressät complötement de l'Albanie. 



c) Eintritt Italiens. 319 

J'ai fait remarquer au Duc Avarna que c'6tait une pröteution absolu- 
ment nouvelle, jetöe dans notre discussion, prötention ä laquelle je devais 
m'opposer d^cidöment comme contraire ä nos intörets reconnus toujours par 
ritalie. C'est parce que nous avions des int6rets inali^nables en Albanie que 
nous avons formö avec l'Italie des engagements bilatöraux que nous dösirons 
maintenir. II nous serait impossible de nous d6sint6resser de l'Aibanie. Notre 
demande de compensation pour l'occupation de Valona en 6tait une cons6- 
quence. 

Je n'ai pas eu de peine ä me ranger ä Tayis du Baron Sonnino que 
les questioDS de röglement matöriel d'une cession territoriale sont subordonn^es 
ä la question principale. On en causerait en detail au moment donnä et elles 
ne nous empficheraient certes pas de nous entendre. 

Quant ä cette question principale, le Ministre Italien trouve que notre 
proposition est insuifisante et Tague. II opine que ^si Ton voulait cr6er une 
Situation de cordialit6 entre les deux Puissances qui leur permettrait d'6liminer 
toute cause de friction ä l'avenir et de collaborer ä des buts de politique 
commune il fallait constituer dans leurs fronti^res et dans la mer Adriatique 
des conditions de parit6 et de süret6 commune plus grandes dans lesquelles 
de nouveaux et fr^quents mouvements d'irrödentisme ne puissent plus se re- 
produire. Pour cette fin il ne suffirait certainement pas de faire la concession 
d'une bände de terrain en Tyrol". 

A ce langage si 6nigmatique et pourtant si clair j'ai r^pondu que le 
but politique auquel le Baron Sonnino a fait allusion antörieurement et 
cette fois encore concordait enti^rement avec ma maniöre de voir exprim^e 
ä plusieurs reprises, mais que j'avais de la peine ä le suivre lä oü il parlait 
de retours de mouvements d'irr^dentisme possibles et de conditions de parit6 
et de süretä entre les deux Puissances, etc. Quoi qu'il en füt, on ne saurait 
certainement point parier de „concession d'une bände de terrain en Tyrol" 
lä oü nous offrions tous les districts qui forment ce qui s'appelle commun6- 
ment le Trentino. 

Le Ministre Italien avait qualifiö de vague ma premiöre proposition. 
Aujourd'hui, apr^s exaraen de la Situation, j'6tais ä meme de la sp^cifier. 
Les territoires que l'Autriche-Hongrie serait dispos^e ä c^der ä l'Italie aux 
conditions indiqu^es comprendraient les districts (^politische Bezirke) de Trento, 
Rovereto, Riva, Tione (b. l'exception de Madonna di Campiglio et environs^ 
ainsi que le district de Borgo. Dans la vallue de l'Adige la fronti^re re- 
monterait jusqu'ä Lavis, localit6 qui reviendrait ä l'Italie. 

J'ai exprim6 au Duc Avarna l'espoir que le baron Somiino, apr^s 
avoir pris connaissance de l'ötendue du territoire offert, cbangerait d'avis sur 
l'importance de la cession. 

Le Ministre n'avait pas manqu6 au debut de sa derni^re Instruction de 
rappeler ä, l'Ambassadeur la difförcnce serieuse qui existait toujours relative- 
raent au terme de l'ex^cution de Taccord, mais en lui recommandant de ne 
pas y insister cette fois pour ne pas trop charger l'entretien. 



320 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. mCIiXXXIII. Freiherr von ülacchio an Baron Buriun. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 185. 

(Telegramm.) Rom, am 2. April 1915. 

Von verläßlicher Seite kommt mir eine von einem Beamten der Consulta 
herrührende, den Tatsachen genau entsprechende Darstellung des momentanen 
Standes unserer "Verhandlungen mit Italien, allerdings ohne Angabe des Meri- 
tums der Vorschläge Euer Exzellenz, zu. Dies illustriert Faktum, wie hier 
Geheimhaltung aussieht. 

Betreffender Beamter habe beigefügt, man werde sich hier mit der Ant- 
wort nicht beeilen, denn man müsse erst sehen, ob und wann die Russen in 
Ungarn eindringen und die Alliierten die Dardanellen nehmen. 

Es ist kein Zweifel, daß man intensiv bemüht ist, die Wahrheit über die 
Widerstandskraft und die Verhältnisse der Monarchie zu erfahren, wofür auch 
die Berufung des italienischen Generalkonsuls aus Budapest ein Symptom ist; 
andererseits ist auffällig, daß die Blätter, deren Hauptrichtlinien Winken der 
Regierung nie unzugänglich sind, dieser Tage besonders viele Artikel über 
wirtschaftliche Notlage, Entmutigung, Unzufriedenheit, Friedenssehnsucht 
u. dgl. in verschiedenen Teilen der Monarchie bringen, welche im Zusammen- 
hange mit geringschätzenden Aeußerungen besonders militärischer Kreise über 
die Chancen eines Angriffes auf uns offenbar dazu dienen, sich selbst Mut zu 
geben und rechtzeitige Sicherung des Beuteanteils als legitime Unternehmung 
zu rechtfertigen. 

Nr. MCIiXXXIV. Baron Buriän an Freiherrn von' illacchio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 136. 
(Telegramm.) Wien, am 2. April 1915. 

Aus der Euer Exzellenz mit gestrigem Erlasse zugehenden Aufzeichnung 
werden Hochdieselben die wenig befriedigende Aufnahme ersehen, welche 
Baron Sonnino meinen Propositionen bereitet hat. 

Angesichts dieser Haltung der italienischen Regierung sowie im Hinblicke 
auf verschiedene ungünstigere Nachrichten aus der letzten Zeit wäre es für 
meine .weitere Stellungnahme in den Pourparlers mit Italien für mich von 
Wert, möglichste Klarheit darüber zu gewinnen, welches Ziel der italienischen 
Regierung eigentlich in dieser ganzen Frage vorschwebt, beziehungsweise ob 
sie es mit der angeblichen Anbahnung eines Einvernehmens mit uns ernst 
meint oder nicht. 

Nr. MCIiXXXV. Freiherr von 9Iacchio an Baron Buriän. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 137. 
(Telegramm.) Rom, am 3. April 1915. 

Seit Monaten hat sich in Italien die Ueberzeugung festgelegt, daß das 
Königreich nicht ohne territoriale Erweiterung aus der Weltkrise hervorgehen 
könne, da sonst das Fortbestehen der immer eifersüchtig beobachteten Groß- 



c) Eintritt Italiens. 321 

machtst eilung gefährdet wäre. Durch wiederholte parlamentarische Aeußerungen 
hat die Regierung diese Sehnsucht eskomptiert und sich vorbehalten, zu ent- 
scheiden, wie, wann und in welchem Ausmaße sie derselben gerecht werden 
könnte. 

Durch den Eintritt Englands in den Krieg neigte von Anfang an italie- 
nische Sympathie nach jener Seite und erachtete man Uebergewicht der 
Entente als wahrscheinlich. 

Eine auf-Jahre zurückreichende geschickte journalistische Vorbereitung 
und die mit Intensität eingesetzte freimaurerische Aktion haben es bewirkt, 
daß die Blicke gegen Nordosten gelenkt und der ohnehin vorhandene Irre- 
dentismus zu heller Lohe entfacht wurde. 

Die Regierung mag zunächst aus Schwäche, dann, im innerpolitischen 
Parteigetriebe befangen, in diesen Treibereien ein Mittel gesehen haben, die 
Bevölkerung von den unerquicklichen inneren Fragen abzuwenden und, ge- 
demütigt durch die völlige militärische Impotenz bei Ausbruch des Krieges, 
war sie zunächst bedacht, dieser durch ausgedehnte Rüstungen abzuhelfen. 

Daneben dürfte sich bei Herrn Salandra mehr und mehr die Idee ge- 
festigt haben, durch Ausnutzung eines nie zurückkehrenden Momentes, wo 
alle großen Nachbarn nach anderen Richtungen engagiert, die Lorbeeren 
eines nationalen Staatsmannes zu ernten. 

Der schleppende Gang des Krieges, die zunehmende Erschöpfung auf 
allen Seiten, die wirtschaftliche Frage, die allmähliche militärische Vorbereitung 
ließen immer mehr die Bedeutung Italiens als einzige intakte Großmacht her- 
vortreten ; dies wies darauf hin, das Ziel möglichst hoch zu stecken, es aber 
mit möglichst geringem Einsätze zu erreichen. 

Für Italien war das Ziel zunächst Gebietserwerbungen auf Kosten der 
Monarchie, was versteckt oder offen in allen Kreisen zum Vorschein kam. 

Für die Entente war es aber der Krieg an sich, um die Reihe der 
Gegner der Zentralmächte zu verstärken. 

Die Entente soll aber anfangs März, von der Ueberzeugung der In- 
transigenz der k. u. k. Regierung ausgehend, bestimmt mit dem Losschlagen 
Italiens gerechnet haben. Die Annahme der italienischen Verhandlungsbasis 
von unserer Seite war ein schwerer Schlag für die Entente; jetzt trachtet 
sie, der italienischen Regierung die Situation der Monarchie als täglich ver- 
zweifelter hinzustellen ; Herrn Martini soll es gelungen sein, dieser Tage 
einen Empfang Barzilais durch Baron Sonnino durchzusetzen, um dem 
Minister klarzumachen, daß dessen Anhänger nur dann ein Arrangement mit 
uns, ohne Unruhen zu provozieren, hinnehmen würden, wenn es gelänge, auch 
den adriatischen Aspirationen eine Genugtuung zu verschaffen. Allen diesen 
Einwirkungen ausgesetzt, versucht die Regierung, immer anspruchsvoller zu 
werden, umsomehr als sie infolge täglicher russischer Siegesbulletins unsere 
Kraft für gebrochen hält. 

Eben jetzt melden die Zeitungen ganz ernsthaft den Einbruch der Russen 
in die ungarische Ebene unter Angabe der unglaublichsten Details. 

Jahrbuch des Völkerrechte. IV. 21 



322 C- Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Da es aber andererseits der Regierung doch zu denken gibt, im Falle, 
als der ihr vorgespiegelte Zusammenbruch der Zentralmächte nicht eintrete, 
dieselben und besonders Deutschland durch den Krieg dauernd zu Feinden 
zu haben und der Entente ausgeliefert zu sein, da sie weiß, daß der große 
Teil des Landes gegen einen Krieg ist und ihn nur begreifen würde, wenn 
das Ziel seiner Sehnsucht nicht anders zu haben wäre, da sie ferner die 
zweifelhaften Chancen und die materiellen Opfer fürchtet, so dürfte sie 
trachten, die schwere Entscheidung, die sie definitiv au eine der beiden 
Gruppen binden würde, noch zu verzögern. 

Im Vorstehenden habe ich das ethische Moment der Loyalität, Bündnis- 
treue u. dgl., als in den Fall nicht passend, ganz beiseite gelassen; man kann 
die Sache nur auf Grund italienischer, durch den Weltkrieg potenzierter 
Mentalität betrachten. Daß es sich unter solchen Umständen nicht um einen 
Kampf mit Argumenten handeln kann , sondern nur nm das Besprechen 
andersartiger Einwendungen, ist begreiflich. 

Ich fürchte aber, daß eine etwaige Ablehnung des Weitersprechens ge- 
fährliche Folgen haben könnte. 

Np. MCIiXXXVI. Baron Burian an Freiherrn von JHacchio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 138. 
(T6l6gramme.) Vienne, le 6 avril 1915. 

L' Ambassadeur d'Italie est venu me voir aujourd'hui et je lui ai de- 
mand6 s'il avait d6jä regu une röponse de son Gouvernement ä ma dernifere 
proposition. 

A la suite de sa r6ponse negative j'ai pri6 le Duc Avarna de tele- 
graphier ä Rome que le Baron Sonnino ayant trouvä ma premiöre proposition 
insufiisante et vague et n'ayant pas encore r^pondu ä ma proposition pr6cis6e, 
je l'engageais ä vouloir bien ä son tour me faire connaitre la sienne afin de 
pouvoir chercher, chacun de son c6t6, un accord possible sur la question 
relative ä une cession territoriale. J'ai ajoutö qu'en faisant cette demande, 
j'etais anim6 du dösir de voir nos pourparlers s'acheminer plus rapidement 
vers une heureuse conclusion dans le sens de l'interet mutuel et urgent qu'ont 
nos pays d'asseoir dösormais leurs relations sur une base plus claire et plus 
cordiale. 

Nr. MCIiXXXVII. Freiherr von Macchio an Baron Buriän. 
Rb. Vorgesch. m. lt. II 139. 

^Telegramm.) Rom, am 7. April 1915. 

Baron Sonnino erwähnte mir heute, von Herzog Avarna über die in 
Euer Exzellenz gestrigem Telegramme eiilhaltene Aufforderung informiert 
worden zu sein. 

Ohne in Euer Exzellenz letzte Proposition einzugehen, bemerkte Minister 
des Aeußern, er werde hierüber noch heute abends mit Herrn Salandra 



c) Eintritt Italiens. 323 

sprechen und hoffe, morgen oder übermorgen seine konkreten Gegenvorschläge 
formulieren zu können. 

Ich hob hervor, daß er aus dem von Euer Exzellenz ausgesprochenen 
Wunsche neuerlich den in Wien bestehenden guten Willen ersehen könne, 
möglichst bald zu einer das zukünftige gute Verhältnis der beiden Nachbar- 
mächte sichernden Verständigung zu gelangen. Ich bemühte mich mit größtem 
Nachdrucke, auf Euer Exzellenz gute Dispositionen hinzuweisen, um dem 
enormen, dem Minister des Aeußern angeborenen und von der Entente täglich 
genährten Mißtrauen entgegenzuwirken. 

Nr. MCIjXXXYIII. Freiherr von Macchio an Baron Bnriän. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 140. 

(Bericht.) Rom, am 7. April 1915. 

Neben den Euer Exzellenz bekannten parallel wirkenden Kräften und 
Paktoren, welche hierzulande die Aktionslust schüren und wach halten, muß 
auch das psychologische Moment in Betracht gezogen werden. Die persön- 
liche und nationale Eitelkeit war — ohne Rücksicht darauf, daß der Haupt- 
grund hiefür in den eigenen Verhältnissen lag — aufs tiefste durch das Ge- 
fühl verletzt, in dem Titanenkampfe der Großmächte abseits stehen zu müssen. 
Es ist ihnen ein unerträglicher Gedanke, nicht dabei auch eine Rolle spielen 
zu können, die sie als Großmacht charakterisiert und ihnen die Beruhigung 
gibt, für voll genommen zu werden. Dieses Gefühl ist so rege, daß es jetzt 
noch, dessen bin ich überzeugt, viele gibt, die nur wünschen, daß man sich 
zu einer Tat aufraffe; für oder gegen wen, bleibt ihnen einerlei. Solche Ge- 
fühle leben im einfachen Manne vielleicht unbewußt, im denkfähigen natürlich 
kompliziert mit anderen Motiven. 

Auf einer solchen Grundlage ist es viel leichter weiterzubauen und das 
hat die Entente reichlich und mit unleugbarem Erfolge getan. Dazu hat sie 
von Anfang an durch Englands Vermittlung und die mit den verwerflichsten 
Mitteln betriebene Ausschrotung der angeblichen Neutralitätsverletzung und 
Vergewaltigung des kleinen Belgiens die Sympathien Italiens an ihrer Seite 
festgehalten und durch den rücksichtslosen ökonomischen Druck Englands 
täglich ihre Macht dem an sich wenig heroisch veranlagten Italien fühlen 
lassen. 

So hatten unsere Gegner es leicht, das Königreich immer mehr in ihre 
systematischen Lügengewebe zu verstricken und selbst ernste Zweifel an der 
früher hier stets bewunderten dt-utschen ünuberwindlichkeit aufkommen zu 
lassen. 

Dieses Axiom hätte vor wenigen Jahren es als eine Ungeheuerlichkeit 
erscheinen lassen, die Feindschaft Deutschlands zu riskieren, — jetzt ver- 
tiüchtigt sich auch diese Gefahr vor der falschen Darstellung der wahren 
Lage, der mau sich willig überläßt, weil man eben in blindem Ilasse gegen 
Oesterreich- Ungarn gerne glaubt, was man wünscht. 

21 * 



324 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Man sollte annehmen, daß eine ernste Regierung sich in erster Linie 
an ihre eigenen kompetentesten Informationsquellen, an ihre Vertreter hielte. 
Da ist es nun bezeichnend, daß die meisten italienischen Botschafter — ich 
glaube es fast mit Sicherheit von denen in Wien. Berlin, St. Petersburg und 
Konstantinopel behaupten zu können — zur Neutralität rateii, und doch 
werden ihre Ansichten in den Wind geschlagen. 

Denn es wäre sonst kaum möglich, daß die Regierung alle Blätter, au 
die sie Einfluß hat — und deren gibt es trotz aller gegenteiligen Versiche- 
rungen genug — ungestört gewähren läßt. Meines Erachtens ist dies ein 
bedenkliches Symptom oder zum mindesten ein gefährliches Spiel mit 
dem Feuer. 

Solange die Regierung mit den Rücksichten auf die inneren Parteien 
zu rechnen hatte, war vielleicht eine größere Zurückhaltung der Presse gegen- 
über erklärlich. Jetzt aber, wo einerseits, abgesehen von den Interventionisten, 
das Gros des Parlaments eine vorsichtige Reserve angenommen, wo der ganze 
Süden des Landes unverkennbar für die Neutralität sich entschied, jetzt, wo 
strenge Verordnungen es leicht machen, die politische Diskussion zu lenken, 
ist es gerade die Regierung, welche in der Publizistik die Unruhe wach er- 
hält und damit die Duplizität ihrer Politik manifestiert. 

Ich habe den Eindruck, daß ihre Preßpolitik darauf hinausläuft, sich 
uns gegenüber auf die Feindlichkeit der öfltentlichen Meinung berufen zu 
können und im Inlande unsere Zustände herabzusetzen, um den Mut zu 
wecken und im Bedarfsfalle AngriSsstimmungen hervorzurufen. 

Das Spiel der Regierung mit der Presse scheint mir aber — und das 
ist der große Unterschied zwischen dem vorigen Herbste und jetzt — doppelt 
gefährlich in einem Momente, wo die Bereitstellung der Armee ihrer Voll- 
endung entgegengeht. 

Jedenfalls spielt die Regierung ein äußerst riskantes Spiel; ob dessen 
Urheberschaft mehr Herrn Salandra oder Baron Sonnino zuzuschreiben ist, 
lasse ich unentschieden. 

Der selige Macchiavelli kann auf seine gelehrigen Schüler stolz sein. 
Die Frage aber, wer nach dieser Episode Italiens Freundschaft suchen wird, 
scheinen die Herren sich nie vorgelegt zu haben. 

Nr. mCIiXXXIX. Baron Biirian an Freiherrn von Macchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. n 141. 

(T6l6gramme.) Vienne, le 11 avril 1915. 

Le Duc Avarna est venu me voir hier. Apr^s une introduction dans 
laquclle il 6tait beaucoup question de points de vue historiques, ethnographiqnes 
et militaires, de meme que d'une prötendue inf6riorit6 de l'Italie dans l'Adria- 
tique, l'Ambassadeur m'a donn6 lecture d'un aide-m6moire en onze articles, 
6num6rant, pour satisfaire le d^sir que j'en avais exprim^, les conditions et 
stipulations que le Gouvernement Italien consid6rait comme indispensables 
pour ätablir entre les deux Puissances un accord et une bonne entente durable. 



c) Eintritt Italiens. 325 

L'aide - memoire que le Duc Avarna m'a remis ensuite est conQU dans 
les termes suivants : *) 

,Art. 1. L'Autriche - Hongrie c6de ä Tltalie le Trentino avec les 
fronti^res attribu^es au Regno Italico en 1811, c'est-ä-dire aprös le Trait6 
de Paris du 28 f6vrier 1810. 

La nouvelle fronti^re se d^tache de la frontiöre actuelle ä Monte Ceve- 
dale, suit pour un trait le contrefort entre la Valle Venosta et la Valle del 
Noce, descend ensuite ä l'Adige, k Gargazone, entre Meran et Bolzano. remonte 
sur le haut plateau de la rive gauche, coupe la Val Sorentina ä moiti6, celle 
de l'Eisack ä Klausen et par le territoire dolomitique de la rive droite de 
la rivi^re Avisio, en excluant les vall^es Garden et Badia et en incluant la 
r^gioü d'Ampezzo (Ampezzano), rejoint la frontiere actuelle. 

Art. 2. üne correction de la frontiere Orientale de l'Italie sera faite 
en sa faveur par l'Autriche-Hongrie, en comprenant dans cette correction les 
vUles de Gradisca et Gorizia. 

En partant de Trogkofel la nouvelle frontiere se dötache de l'actuelle 
en allant ä Test jusqu'ä Osternig es de lä eile descend des alpes Carniche 
jusqu'ä Saifniz. Elle monte au Wischberg par le contrefort entre Seisera et 
Schliza et suit de nouveau ensuite la frontiere actuelle jusqu'ä Sella di Nevea, 
pour descendre des cotes du Rombone jusqu'ä l'Isonzo, en passant ä Test de 
Plezzo. Elle suit ensuite la ligne de l'Isonzo jusqu'ä Tolmino, oü, en aban- 
donnant l'Isonzo pour une ligne plus Orientale qui en passant ä Test du haut 
plateau Pregona-Planina et en suivant l'enfoncement (solco) du Chiappovano, 
descend ä l'orient de Gorizia et ä travers le Carso di Comen arrive ä la 
mer entre Monfalcone et Trieste dans les environs de Nabresina. 

Art. .3. La ville de Trieste avec son territoire qui sera 6tendu au 
nord jusqu'ä comprendre Nabresina en la rendant ainsi limitrophe de la 
nouvelle frontiere italienne (art. 2) et en comprenant au sud les districts 
judiciaires actuels de Capodistria et Pirano, sera constituöe en un Etat 
autonome et ind6pendant. du point de vue politique, international, militaire, 
l^gislatif, financier et administratif. L'Autriche-Hongrie renoncera ä toute 
souverainet6 sur l'Etat mfime, qui devra rester port franc. Les troupes 
anstro-hongroises et les troupes italienues ne pourront pas y entrer. Le 
nouvel Etat assumera une quote-part de la dette publique actuelle autrichienne, 
proportionnöe ä sa population. 

Art. 4. Les groupes des iles Curzolari, comprenant Lissa (avec les 
ilots voisins de Sant'Andrea et Busi), Lesina (avec les iles Spalmadori et 
Torcola), Curzola, Lagosta (avec les ilots et 6cueils voisins), Cazza et Meleda, 
outre que Pelagosa seront c6d6s par l'Autriche-Hongrie ä l'Italie. 

Art. 5. Les territoires c6d6s par l'Autriche-Hongrie seront occup^s 
imm^diatement par l'Italie (art. 1, 2 et 4). De leur cöt6 les autoritös et les 



*) Anmerkung: Vgl. dazu den italienischen Wortlaut, Nr. 64 des 
italienischen Grünbucbs. unten unter „italienische Kundgebungen". 

Herausgeber. 



326 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

troupes austro - hongroises 6vacueront Trieste et son territoire (art. 3) et les 
militaires de terre et de mer qui proviennent de ces territoires seront con- 
g6di6s imm^diatement. • 

Art. 6. L'Autriche - Hongrie reconnalt la pleine souverainet6 italienne 
sur Valona et sa baie, y compris Saseno, avec autant de territoire dans le 
hinterland que leur defense röclame. 

Art. 7. L'Autriche-Hongrie se d6sint6resse compl^tement de l'Albanie 
comprise entre les fronti^res tracöes par la Röunion de Londres. 

Art. 8. üne amnistie compl^te et la remise imm6diate en libert6 sera 
conc6d6e par l'Autriche-Hongrie ä, toutes les personnes appartenant aux terri- 
toires c6d6s (art. 1, 2 et 4) et (5vacu6s (art. 3) ötant condamn^es ou soumises 
ä un proc^s pour des raisons militaires et politiques. 

Art. 9. En vue d'obtenir que les territoires c6d6s (art. 1, 2 et 4) suient 
d^livrös de leur quote-part d'obligations dans la dette publique autrichienne 
et austro-hongroise ainsi que de la dette pour les retraites aux anciens fonc- 
tionnaires II. RR., en behänge du passage immödiat et integral au Royaume 
d'Italie de toute propri6t6 de l'Etat immobile et mobile, moins les armes se 
trouvant dans les territoires memes, et pour compenser les droits nöcessaires 
de l'Etat concernant les territoires en question en tant qu'ils s'y r6förent, 
aussi bien pour le präsent que pour l'avenir, sans aucune exception, la somme 
capitale en or de deux cents millions de livres italiennes sera payäe par 
ritalie ä l'Autriche-Hongrie. 

Art. 10. L'Italie assume l'engagement de maintenir une parfaite neu- 
tralitö pendant toute la guerre präsente dans les ägards de l'Autriche-Hongrie 
et de l'Allemagne. 

Art. 11. L'Italie renonce pour toute la duräe de la guerre actuelle ä 
toute facultä d'invoquer ultärieurement en sa faveur les dispositions de 
l'article VII du Traitä de la Triple Alliance et l'Autriche-Hongrie fera la 
meme renonciation pour ce qui concerne l'occupation italienne effectuäe des 
lies du Dodecanäse." 

Je n'ai pas cach6 au Duc Avarna la penible Impression que m'a causäe, 
ä la lecture des propositions du Baron Sonnino, l'excäs de ses prätentions. 
J'ai ajoutä que tous les points de sa communication seraient examinäs par 
moi avec le soin requis et que je lui ferais parvenir ma räponse dans le plus 
bref dälai possible. 

Nr. MCXC Prinz Gottfried zu Hohenlohe an Baron Buriän. 

Rb. Yorgesch. m. It. II 142. 
(Telegramm.) Berlin, am 12. April 1915. 

Gleich Euer Exzellenz bezeichnet auch der Staatssekretär die Forderungen 
Italiens als unannehmbare, glaubt aber, daß sie nur gestellt wurden, um dar- 
über zu verhandeln und sich so einen Teil derselben zu sichern. 

General Pau, der jüngst in Rom geweilt hat, soll sehr viel zu den 
Forderungen Italiens beigetragen haben, indem er unsere militärische Wider- 



c) Eintritt Italiens. 327 

Standskraft als gebrochen erklärte und Wunder von den russischen noch zu 
erwartenden Nachschüben erzählte. 



IVr. MCXCI. Freiherr von 3Iacchio an Baron Buriän. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 143. 

{Telegramm.) Rom, am 14. April 1915. 

Fürst Billoic hat mir heute über eine gestern mit Baron Sonnino statt- 
gehabte Unterredung Folgendes mitgeteilt: 

Die beiden Herren gingen die letzten italienischen Forderungen punkt- 
weise durch. Bezüglich des Trentino gab Baron Sonnino zu, daß man auf 
ganz deutsche Gegenden gegriffen habe, und suchte dies damit zu erklären, 
daß auch Euer Exzellenz in Ihrem Anerbieten ganz italienische Gegenden 
bei der Monarchie gelassen hätten. 

Fürst Bülow hatte den Eindruck, daß die Italiener da über Ausmaß 
mit sich reden lassen würden, ebenso wie bezüglich Isonzo-Grenze. 

Was Triest betrifft, fand er die Angaben ganz unklar über das, was 
Baron Sonnino eigentlich anstrebe. 

Auf eine Bemerkung, daß ihm eine der Stellung Hamburgs ähnliche 
vorschwebe, replizierte Fürst Bülow, daß Deutschland ein Staatenbund und 
daher eine Analogie nicht recht herzustellen sei. Im übrigen habe er mit 
aller Energie die Gründe rekapituliert, warum die Monarchie auf Triest nicht 
verzichten könne. 

Die schärfste Diskussion habe sich über die dalmatinische Inselgruppe 
ergeben. Baron Sonnino habe ihm gestanden, daß man darin die sogenannte 
adriatische Frage verkörpert; die italienische Küste biete in der Adria von 
Venedig bis Tarent keinen einzigen brauchbaren Hafen (soll heißen: Kriegs- 
hafen [!J). Die italienische Marine sei dadurch in der Adria in einem Zu- 
stande der Inferiorität. Der Marineminister und dessen ganzes Ressort hätten 
ihn bestürmt und das ganze Land erwarte von ihm, daß er eine Verbesserung 
dieser Situation durchsetze ; mit dem größten Zynismus habe der Minister 
beigefügt, man müsse den jetzigen Moment, der so nie wieder kommen werde, 
ausnützen. 

Auf eine Frage, wie sich diese exorbitanten Forderungen mit Sonninos 
wiederholten Auslassungen über seinen Wunsch, eine bessere Grundlage für 
die Erneuerung des Dreibundes zu schaffen, in Einklang bringen ließen, habe 
der Minister geantwortet, er hätte eben durch möglichst vollständige Aus- 
rottung des Irredentismus diesem Zwecke dienen wollen! 

Bezüglich Albaniens verwies der deutsche Botschafter auf die wieder- 
holten italienischen Erklärungen über Aufrechterhaltung der Londoner Be- 
schlüsse und des Provisoriums der Besetzung von Valona. worauf Baron 
Sonnino ziemlich verlegen geantwortet hätte, es habe sich ihm nur um einen 
Vorschlag gehandelt, über den sich reden ließe. 



328 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Zum Schlüsse sei Baron Sonnino traitabler geworden und als sie sich 
trennten, habe er gesagt; „Je vous promets, je vais discuter et je serai tr^s 
raisonnable". 

Die Hauptelemente, welche die italienische Regierung dominieren, bleiben 
dieselben : Angst vor England, Angst vor der Revolution (besonders bei Hofe 
scheint man diese jetzt mehr zu fürchten als den Kriegj, andererseits Un- 
gewißheit über Kräfteverhältnis der zwei Gruppen. 

jVr. 9ICXCII. Baron Buriän an Freilierru von jflacchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 144. 

(T6l6gramme.) Vienne, le 16 avril 1915. 

Je me propose de donner aujourd'hui meme ä 1' Ambassadeur d'Italie 
la röponse suivante aux derniöres propositions du Baron Sonnino : 

,Le Gouvernement I. et R. a examin6 avec soin les propositions qu'au 
nom du Gouvernement Royal le Duc Avarna lui a faites au sujet de l'accord 
ä conclure entre l'Autriche-Hongrie et l'Italie. 

A son vif regret le Gouvernement I. et R. a du constater que pour 
des raisons politiques, ethnographiques, strat6giques et 6conomiques qu'il serait 
superflu de döveiopper, une graude partie de ces propositions, notamment 
Celles formul6es dans les articles 2. 3 et 4, sont inacceptables. L'ensemble 
de ces propositions lui cr6erait une Situation inconciliable avec ses int6rets 
vitaux et serait peu apte ä r6aliser le but auquel le Gouvernement Royal 
a toujours d6clar6 viser, ä savoir de consolider les rapports mutuels entre 
l'Autriche-Hongrie et l'Italie, de les baser sur une bonne foi entiere, d'61iminer 
toute cause de frictions entre elles et de rendre possible leur collaboration 
dans des questions de politique g6n6rale. 

S'inspirant de son c6t6 sincärement de ces considörations et youlant 
tömoigner ä l'Italie jusqu'ä l'extreme limite de la possibilitä son d6sir d'ar- 
river ä une entente definitive et durable, le Gouvernement I. et R. est dis- 
pos6 ä ötendre la cession territoriale dans le Tyrol m^ridional qu'il avait 
consentie dans la communication faite au Duc Avarna le 1. avril. D'apres 
cette nouvelle proposition de notre part la future ligne-fronti^re se dötache- 
rait de la frontiäre actuell pr^s de la Zufallspitze et suivrait pour un trait 
la frontiere entre le district de Cles d'une part et les districts de Schlanders 
et de Heran de l'autre. c'est-ä-dire la ligne du partage des eaux entre le 
Noce et l'Adige jusqu'ä rillmenspitze. Elle passerait ä l'ouest de Proveis 
de Sorte que cette commune continuerait ä faire partie du Tyrol, rejoindrait 
le Torrente Pescara et suivrait le talweg de ce dernier jusqu'ä son embou- 
chure dans le Noce. Elle suivrait le talweg du Noce dont eile se dötacherait 
au sud de Tajo, monterait sur le Corno di Tres, suivrait la frontiere septen- 
trionale du district de Mezzolombardo et rejoindrait l'Adige au sud de Salurn. 
Elle monterait sur le Geiersberg, suivrait la ligne du partage des eaux entre 
la vall6e de l'Avisio et la vall^e de l'Adige en passant par le Castion et se 
dirigerait vers la Hornspitze et le Monte Comp. Elle tournerait ensuite au 



c) Eintritt Italiens. 32^^ 

sudj d^crirait un demi-cercle qui laisserait la commune d'Altrei au Tyrol et 
remonterait jusqu'au col de San Lugano. Elle suivrait la frontifere entre les 
districts de Bozen et de Cavalese, c'est-ä-dire la ligne du partage des eaux 
entre la vall^e de rÄ.visio et la vall6e de l'Adige. et passerait par la Cima 
di Rocca et le Grimm- Joch jusqu'au Latemar. Du col Carnon eile descendrait 
vers l'Avisio, couperait cette ri viere entre les communes de Moena et Forno 
et remonterait vers la ligne du partage des eaux entre la vall^e de San 
Pellegrino au nord et la valI6e de Travignolo au sud. Elle rejoindrait la 
fronti^re actuelle ä l'est de la Cima di bocche. 

Le Gouvernement L et R. ne serait point ä meme, par cons^quent, 
d'accepter la ligne-frontiere indiqu^e dans l'article 1 des propositions italiennes 
qui impliquerait le passage ä l'Italie de districts de langue allemande. 

Quant ä la proposition contenue dans l'article 5 et selon laquelle les 
territoires c6d6s par l'Autriche - Hongrie seraient transf6r6s immödiatement ä 
l'Italie. les mesures abruptes qu'elle entrainerait ä sa suite, d6jä technique- 
ment impraticables en temps de paix pour maintes raisons d'administration 
g6n6rale et autres, le seraient encore davantage en temps de guerre. Sans 
vouloir citer d'autres exemples historiques il suffira de rappeler le proc6d6 
appliqu6 lors de la cession de Nice et de la Savoie ä la France en 1860 oü, 
meme apr^s la conclusion de la paix, un certain nombre de mois se sont 
6coul6s entre la conclusion de la Convention y relative et la rcmise effective 
des territoires c6d6s. 

Rien ne s'oppose de la part du Gouvernement I. et R. ä l'acceptation 
de la proposition contenue dans l'article 8 et concernant l'amnistie ä accorder 
aux personnes appartcnant au territoire c^d6 ä l'Italie et condamn^es ou 
soumises ä un proces pour des raisons militaires et politiques. 

En ce qui concerne la question de l'Albanie en g6n6ral et celle de 
Valona en particulier, le Gouvernement I. et R. ne peut ne pas constater 
que les propositions pr6sent6es par le Gouvernement Royal dans les articles 6 
et 7 pourraient difficilement etre mises en harmonie avec les engagements 
pris ä quatre reprises, ä savoir : par l'accord austro - hongrois - Italien de 
1900 1. par les döcisions de la R6union de Londres, par sa d^claration du 
4 aoüt de l'ann^e derni^re de rester fidele aux engagements pris envers 
l'Autriche-Hongrie ainsi qu'aux döcisions de la R^uninn de Londres et de ne 
vouloir tirer aucun profit en Albanie du fait que l'Autriche-Hongrie se trouve 
engagöe dans une guerre, et par ses döclarations claires et formelles lors de 
l'occupation italicnne de Valona. Le Gouverqement I. et R.. de son cöt^, 
p6n6tr(5 de la n^cessit^ de maintenir les droits et obligations r^ciproques 
rösultant des arrangemcnts en vigueur et de pers6v6rer dans l'attitude qu'il 
a toujours observ^e dans la question albanaise, ne saurait se d^sinteresser de 
l'Albanie, pays si proche de la spht^re de ses int6r6ts les plus sensibles, k la 
cr^ation de laquelle eile a, conjointement avec l'Italie, contribu^ non seulement 
politiquement, mais aussi par des sacrifices assez considerables d'ordre militaire 
(mobilisation partielle de 1913), öconomique et financior. A la suite des dc'- 



330 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

cisions de la Röunion de Londres la question albanaise est devenue, du reste, 
une question europöenne de sorte que ni une ni plusieurs des Grandes 
Puissances ne sauraient disposer isol6ment ou par un accord de l'Albanie 
dont l'existence et la neutralit(5 ont 6t6 plac^es sous la garantie de l'Europe. 
Ce n'est que par la volonte concordante des Puissances — 6ventualit6 irr^ali- 
sable pendant la guerre actuelle — que la Situation politique de l'Albanie 
pourrait 6tre modifiöe. 

Näanmoins le Gouvernement I. et R., fid^le ä l'esprit de l'accord austro- 
hongrois-italien concernant l'Albanie et voyant pr6cis6ment dans la question 
albanaise un des probl^mes de politique g6n6rale au sujet duquel la collabo- 
ration de l'Autriche - Hongrie et de l'Italie pourrait utilemeut continuer ä 
l'avenir se döclare toujours pret k discuter avec le Gouvernement Royal nos 
intörets röciproques en Albanie sur la base de la Situation pr6sente ou en 
tant que des changements politiques futurs feraient paraitre n^cessaire pour 
l'une ou l'autre des deux Parties de soumettre ä rövision nos arrangements. 

Passant ä l'examen des engagements k prendre par l'Italie, le Gouverne- 
ment I. et R. tient ä faire remarquer que la Turquie s'ötant unie ä l'Autriche- 
Hongrie et ä l'Allemagne par le fait de sa participation ä la guerre, la neutra- 
lit6 au maintien de laquelle l'Italie s'obligerait jusqu'ä la fin de la guerre 
devrait inclure 6galement l'Empire Ottoman. 

Nous accepterions l'article 11 des propositions avec l'insertion, apr^s les 
mots: „guerre actuelle", de la phrase: „et relativement aussi aux avantages 
territoriaux ou autres qui rösulteraient pour TAutriclie - Hongrie du trait6 de 
paix terminant cette guerre". 

Notre renonciation ä une compensation pour l'occupation des iles du 
Dodecan^se aussi serait subordonnöe ä cette condition. 

Sans etre encore ä meme de pr6ciser la quote-part des dettes publiques 
afferente au territoire k c^der ä l'Italie ni la somme globale que l'Autriche- 
Hongrie devra r^clamer ä titre d'indemnitö pour toutes les investitions faites 
par l'Etat dans le territoire en question, le Gouvernement I. et R. doit tout 
de meme d^clarer d^s k präsent que le chiffre propos6 par le Gouvernement 
Royal serait tout ä fait insuffisant et ne repr^senterait, ä beaucoup pr^s, ime 
indemnisation 6quitable. Pour ne citer qu'un point, il sera utile de constater 
que seule la valeur des bätisses militaires se trouvant dans le territoire ä 
cöder k l'Italie däpasse consid6rablement la somme totale proposöe par le 
Gouvernement Royal. Ne voulant pas entraver cependant la conclusion de 
l'accord par des difförends d'ordre purement financier le Gouvernement I. et 
R. se döclare pret ä soumettre la question de l'indemnitö pöcuniaire, en cas 
de dösaccord avec le Gouvernement Royal, au tribunal d'arbitrage de La Haye " 

Nr. mCXCIII. Baron Burian an Freiherrn von Iflacchio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 145. 
(Telegramm.) Wien, am 16. April 1915. 

Da nach unseren Informationen die von den Ententemächten, speziell 
vo n Frankreich, lancierten Nachrichten über die angebliche Möglichkeit eines 



c) Eintritt Italiens. 331 

raschen Abschlusses eines Separatfriedens der Monarchie mit Rußland in 
Italien und auch anderwärts ungünstig wirken, habe ich das Erscheinen eines 
Dementis im morgigen „Fremdenblatt* veranlaßt. 

Nr. mCXCIV. Baron Biiriän an Freilierrn von lUaccIiio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 146. 
(T6l6gramme.) Vienne, le 17 avril 1915. 

En donnant hier ä l'Ambassadeur d'Italie la röponse dont je vous ai 
communiqu6 le texte, j'ai fait observer au Duc Avarna que si nous etions 
pour des causes imp6rieuses dans l'impossibilit^ de prendre en considöration 
des demandes qui impliqueraient l'abandon de quelques-uns de nos plus im- 
portants intörets, d'un autre c6t6 ce que nous offrions 6tait si pr^cieux et 
allait tellement au devant de ce que l'Italie avait coutume de d6signer comme 
le plus important de ses voeux nationaux que le Gouvernement Royal devait 
y reconnaitre une preuve ^clatante de notre bonne volonte active d'en arriver 
aTec l'Italie ä une Situation de cordiale amitiö, libre d^sormais de toute 
mati^re ä frictions, Situation teile que le Baron Sonnino l'avait appeläe de 
ses voeux, concordants avec les notres, d^s le döbut de nos pourparlers. 

L'Ambassadeur s'est abstenu de tout commentaire et s'est bornö ä ex- 
primer son appr6hension de ne pas voir bien accueillie ma r^ponse qu'on 
trouverait probablement ä Rome trop au-dessous de ce que la clameur publi- 
que exigeait. 

Nr. 9ICXCV. Freiherr von Macchio an Baron Burian. 

Bb. Vorgesch. m. It. II 147. 
(Telegramm.) Rom, am 18. April 1915. 

Bei heutigem Besuche in der Consulta bat ich Baron Sonnino zunächst, 
aus Euer Exzellenz Antwort und den bedeutenden Zugeständnissen, zu denen 
sich die k. u. k. Regierung in Südtirol entschlossen habe, zu ersehen, wie 
unsererseits alles geschehen ist, um den ernsten Willen zur Erreichung einer 
Verständigung zu zeigen, welche geeignet wäre, auch für die Zukunft das 
Verhältnis der beiden Mächte auf eine gesunde Basis zu stellen, was ja auch 
nach wiederholten Versicherungen der Absicht italienischer Regierung entspräche. 

Nachdem mein Mitredner dem neuerlich zugestimmt hatte, fuhr ich fort, 
zu diesem Ende müsse jeder Stachel beseitigt werden, der sich später fühl- 
bar machen könnte ; eben darum entspräche es auch nicht dem Geiste dieser 
Absicht, Verlangen an uns zu stellen, welche — wie die Grenzverschiebung 
am Isonzo, der Freistaat Triest und die Abtretung dalmatinischer Inselpruppe 
— mit Rücksicht auf unsere vitalsten Interessen unannehmbar seien. 

Ich erläuterte sodann, wie ein Binnenland politisch und wirtschaftliih 
auf ein freies Döbouchä an das Meer angewiesen und daß Oesterreich-Ungarn 
in diesem Punkte ohnehin auf einen Teil der Adria beschränkt sei; es hieße 
ihm die Luft zum Atmen nehmen, wenn die italienischa Grenze bis an die 
Tore Triests vorgeschoben, wenn ein Freistaat entstünde, der uns von der 



332 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

See abschnitte, überdies ein noch viel ärgerer Herd des Irredentismus werden 
und nach kurzer Zeit unter dem Drucke der nationalen Hetze sich Italien 
anschließen würde. Aehnlich wäre es mit Dalmatien, wo die bedeutendste 
Inselgruppe in fremden Händen die Verteidigung des Landes gegen wen immer 
unmöglich machen und den wichtigen Hafen von Spalato vom freien Verkehre 
mit dem Meere absperren würde. 

Ich erinnerte endlich, daß Italien, welches sich selbst über die Absper- 
rung des Mittelmeeres durch England beklage, einem Fünfzigmillionenlande 
wie Oeßterreich-Üngarn in der Adria, die dann ein italienischer See würde, 
gewissermaßen den Hals zuschnüren wolle. 

Baron Sonnino bemerkte, daß am Isonzo die jetzige Grenze eine für 
Italien strategisch ganz unmögliche sei, die eine Remedur dringend erheische. 
Bezüglich Triests meinte er nur. er habe einen Freihafen im Auge gehabt: 
was Dalmatien anbelangt, sprach er von der offenen italienischen Adriaküste. 
welche gar keinen Stützpunkt böte; auf meinen Hinweis auf Ancona und 
Brindisi blieb er dabei, daß ersteres jetzt zur offenen Stadt erklärt worden. 
da sein Hafen ganz unbrauchbar sei; dagegen gab er zu, daß letzterer sich 
ausbauen ließe. Aus der ganz matten, offenbar auf keinerlei ernstlichem 
Studium der betreffenden Fragen beruhenden Verteidigung seiner Forderungen 
schließe ich jetzt erst recht, daß, wie man ja behauptet, die Isonzogrenze 
ihm vom Generalstabe, die Inseln vom Marineminister, Triest von Barzüui 
oktroyiert worden sind. 

Auf Albanien übergehend, meinte der Minister, man dürfte ihn miß- 
verstanden haben, denn es sei ihm nicht beigefallen, unseren Akkord etwa 
verleugnen zu wollen ; er habe nur daran gedacht, denselben durch einen 
anderen zu ersetzen, was seiner Ansicht nach, unbeschadet einer späteren 
Entscheidung aller Großmächte über das endgültige Schicksal Albaniens, ge- 
schehen könnte. 

Die Annahme des Amnestieartikels bezeichnete er als natürliche Konse- 
quenz der Zession. Ebenso den gegenseitigen Verzicht auf Anrufung des 
Art. VII mit dem von Euer Exzellenz gewünschten Zusätze bezüglich der 
etwaigen Vorteile aus dem Friedensschlüsse. Wenn auch der Minister an- 
fangs einmal bemerkte, daß ihm die Antwort nicht befriedigend erscheine 
und daß er sie übrigens noch nicht genau gelesen, war seine Stimmung nichts 
weniger als erregt, seine Einwendungen auf meine Argumente wenig tempera- 
mentvoll und überzeugt. Er sprach gleich selbst von notwendiger Rück- 
sprache mit Herrn Salandra und Seiner Majestät, bevor er Antwort gebe, so 
daß man aus keiner Silbe schließen könnte, er wolle Konversation nicht fortsetzen. 

Xr. MCXCVI. Baron Buriän an Freiherrn von Ulacchio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 148. 

(Telegramm.) Wien, am 18. April 1915. 

Falls Baron Sonnino nach wie vor auf der sofortigen Besetzung des 
Italien abgetretenen Gebietes bestehen sollte, könnea Euer Exzellenz dar- 



c) Eintritt Italiens. 333 

legen, daß wir in der Lage und bereit wären, gewisse Maßnahmen, wie zum 
Beispiel den Zusammentritt gemischter Kommissionen zur Regelung der aus 
der Zession resultierenden Fragen, zu treffen. Hiedurch würde es außer 
Zweifel gestellt sein, wie ernst es uns mit der Einhaltung unserer Verpflich- 
tung ist. Dies erhelle übrigens schon aus dem Umstände, daß wir zur eventu- 
ellen Entscheidung über die Höhe der italienischen Ablösungssumme eine inter- 
nationale Instanz, nämlich das Haager Schiedsgericht, in Vorschlag bringen. 

^r. 9ICXCYII. Baron Buriän an Freiherrn von Macchio. 

Bb. Vorgesch. m. It. n 149. 
(T6l6gramme.) Vienne, le 19 avril 1915. 

L'Ambassadeur d'Italie est venu aujourd'hui me dire trfes contidentielle- 
ment qu'il avait appris de bonne source que j'avais manifeste l'intention de 
me placer dans le cours de nos pourparlers ult6rieurs sur un point de vue 
tout contraire ä celui d6velopp6 dans l'aide-mömoire du 16 c. et de faire des 
concessions allant au devant de toutes les demandes qui y sont d6clar6es in- 
acceptables. J'aurais ouvert la perspective de ne pas etre intraitable sur 
risoDzo, d'admettre une extension d'autonomie et des institutions italiennes 
de Trieste, de c6der ä l'Italie quelque port ou ile de la Dalmatie et d'accepter 
ses propositions concernant l'Albanie. 

Le Duc Avarna a ajout6 qu'il ne pouvait m'indiquer l'origine de cette 
information, mais qu'elle 6tait parvenue jusqu'ä son Gouvernement. II me 
l'apportait pour ne point laisser naitre de fausses impressions ä Rome qui 
auraient meme pu influer sur la röponse que nous attendions du Baron 
Sonnino. II me serait reconnaissant d'apprendre de ma bouche si le renseigne- 
ment qu'on lui avait donnö 6tait vrai ou faux. 

Je ne trouvais pas opportun de fouiller en commun avec le Duc Avarna 
le sens de cette singuliere manoeuvre, mais Jen ai pris texte pour d<5velopper 
devant l'Ambassadeur le s^rieux des considörations qui empechaient lAutriche- 
Hongrie d'entrer dans la discussion de demandes qui cötoyaient de si pr^s 
nos probl^mes d'existence, et pour l'assurer encore que l'Italie nous trouverait 
toujours prgts ä examiner attentivement toute proposition qu'elle nous ferait, 
ä appuyer dans la mesure du possible ses intörßts dans les questions qui la 
touchaient sp6cialement et ä nous entendre amicalement avec eile lä oü nos 
int^rets 6taient paralleles et conciliables. Ainsi en Albanie nous tiendrions 
volontiers compte des circonstances chang^es et si le d^sint^ressement nous 
6tait impossible pour des raisons dont le Gouvernement Royal ne refuserait 
pas de reconnaitre le bien-fond6, d'un autre cotö l'Italie nous trouverait dis- 
pos6s ä prendre en consid6ration la Situation qu'elle a occup6e de fait en 
Albanie et de mettre, par une rävision de notre accord, cette Situation en 
harmonie avec nos propres intörßts dans ledit pays. 

Le Duc Avarna a pris bonne note de cette ezplic&tion qui confirmait 
les esp6rances d('^jä. assez clairement donnees dans raide-m<5moire concernant 
la possession de Valona. II 6tait surpris d'apprendre par mes demoustrations 



334 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

sur la carte quel röle infime jouait en r6alit6 le mot d'ordre d'^aspiration 
nationale" dans le r^glement propos6 de la frontifere sur l'Isonzo et ä quel 
point la recherche d'une frontiöre strat6giquement avantageuse pour Fltalie, 
mais impossible pour l'Autriche - Hongrie, avait pnuss^ loin la ligne de ce 
projet dans des territoires purement slaves et allemands. 

Np. MCX.CVIII. Freiherr von ülacchio an Baron Buriän. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 15Ü. 
(Telegramm.) Rom, am 20. April 1915. 

Ich hatte heute längeres Gespräch mit Herrn Salandra. 

Der Ministerpräsident ging besonders auf Triester Frage ein und führte 
aus, das Entgegenkommen Italiens, welches einsehe, daß die Monarchie Triest 
nicht zedieren könne, habe zum Vorschlage eines Freistaates geführt ; für 
Italien handle es sich darum, die nationale Existenz der italienischen Majorität 
Triests sicherzustellen, was eben das jetzt aufgepeitschte hiesige nationale 
Gefühl unter österreichischer Herrschaft nicht für möglich halte. Demgegen- 
über suchte ich nachzuweisen, daß auch die gezwungene Konstruktion des 
Freistaates zur Angliederung an Italien, deren Unmöglichkeit er selbst eben 
zugegeben, führen müßte, daß aber auch .sonst Vorlagerung eines solchen 
Neugebildes für unseren freien Zugang zum Meere ein unerträgliches Hindernis 
bilden würde. 

Ich stellte dann historische, materielle, technische, kommerzielle Be- 
deutung Triests für uns dar und suchte seinen Einwendungen gegenüber zu 
bestreiten, daß italienische Aspirationen nicht von wirtschaftlichem Wohl- 
ergehen der größeren Bevölkerungskreise diktiert, sondern durch ganz ego- 
istische Bestrebungen Einzelner wacherhalten seien, in einem Freistaate erst 
recht zügellos gedeihen und zur Annexion und zum materiellen Ruine der 
Stadt führen müßten. 

Herr Salandra stellte dann die These auf, daß eben diese Frage so 
sehr im nationalen Gefühle stecke, daß er sich, obwohl er unser weitgehendes 
Entgegenkommen in Tirol anerkenne, nicht trauen würde, dem Parlamente 
ein Arrangement vorzulegen, in welchem diesem Gefühle in keiner Weise 
Rechnung getragen wird. Er meinte, er müßte eben dann zurücktreten, aber 
das sei das kleinere Uebel, die Gefahr wäre, daß es dann überhaupt zu Un- 
ruhen käme, so daß er ein solches Abkommen Seiner Majestät nicht anraten 
könnte. Die Dynastie sei in Italien nicht so fest fundiert. Seine Majestät 
riskiere ünpopularität, wenn nicht Aergeres. Auf meinen Zweifel an all 
dieser Schwarzmalerei gab er aber doch selbst zu, daß auch seiner Ansicht 
nach Majorität der Italiener Verständigung ä l'amiable wünschte. Wir kamen 
dann abermals auf das abgeleierte Thema der Präparation der öffentlichen 
Meinung durch die Regierung zurück. 

Bezüglich der Inseln sprach sich Herr Salandra analog wie gestern 
Baron Sonnino aus, worauf ich noch besonders hervorhob, Italien scheine 
dadurch auch maritim in der Adria am besten geschützt, wenn das von beiden 



c) Eintritt Italiens. 335 

Seiten beabsichtigte, solider fundierte Abkommen zustande käme, wodurch 
Italien und Oesterreich - Ungarn gemeinsam die Herren der Adria wären und 
sie auch gemeinsam verteidigen könnten. 

Was Albanien betrifft, ist die wiederholte Bemerkung des Minister- 
präsidenten von Wichtigkeit, daß er dem sekundäre Bedeutung beimesse; 
Albanien könne nicht Grund eines Konfliktes zwischen uns werden. Er gebe 
zu, daß in dieser Frage auch die anderen Mächte mitzureden hätten. Es 
wäre ihm lieber gewesen, Valona behalten zu können, aber es würde sich 
gewiß irgendeine Verständigung über die Zukunft Albaniens finden lassen, 
vielleicht auf Grundlage von Interessensphären, aber er betone, dies sei von 
sekundärer Wichtigkeit. 

Nicht uninteressant ist auch seine Aeußerung, als von Tirol die Rede 
war, Italien wolle gar keine deutschen Untertanen, nur sollte nach Möglich- 
keit die Sprachgrenze eingehalten werden. Ich wies schließlich darauf hin, 
daß Euer Exzellenz überzeugt seien, die italienische Antwort werde allen 
jenen Gründen, welche den Schutz unserer vitalen Interessen nötig machen, 
Rechnung tragen, und ließ einfließen, schließlich scheine mir etwas Sicheres 
doch immer unsicheren Chancen vorzuziehen, was Herr Salandra sehr wohl 
verstand und mit der Bemerkung beantwortete, man werde gewiß auch das 
erwägen müssen. 

Zum Schlüsse meinte er, es müsse erst alles genau geprüft und mit dem 
Generalstabschef und mit den anderen Ressortstellen besprochen werden. 

Der Ton der Unterredung war der freundschaftlichste. 

Nr. 9ICXCIX. Baron Buriän an Freiherrn von ülacchio. 
Rb. Vorgescli. m. lt. II 151. 

(Telegramm.) - Wien, am 21. April 1915. 

Ich teile Euer Exzellenz Eindruck, daß italienischerseits Fortsetzung 
der Konversation keineswegs ausgeschlossen erscheint. 

Hinsichtlich Triests könnte unter Aufrechterhaltung der Ablehnung einer 
territorialen oder verfassungsrechtlichen Konzession gegenüber dem von Herrn 
Salandra angerufeneu nationalen Gefühle speziell darauf hingewiesen werden, 
daß diese reichsunmittelbare Stadt ohnedies eine weitgehende Autonomie be- 
sitze, ihr Gemeinderat zugleich als Landtag fungiere und daß die nationale 
Existenz sowie die kulturelle und wirtschaftliche Betätigung des italienischen 
Elementes dortselbst schon durch dessen Zahl und ökonomische Bedeutung 
gewährleistet sei. 

Nr. MCC. Freiherr von IVIacchIo an Itaron Bnrliin. 
Rb. Vorgesch. m. It. II lö2. 

(Telegramm.) Rom, am 22. April UUö. 

Ich habe Baron Sunnino heute aufgesucht und befragt, ob er Euer 
Exzellenz Antwort erhallen habe. Er bestätigte, daß er alles studiert habe, 



336 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

ohne sich aber irgendwie auf das Meritum einzulassen, und fügte hinzu, Euer 
Exzellenz hätten ihm heute durch Herzog Avarna sagen lassen, daß Hoch- 
dieselben demnächst antworten würden. 

Auf meine Bitte, mich über diese mir nicht recht verständliche Aeußerung 
aufzuklären, erfuhr ich zu meiner üeberraschung, daß der italienische Bot- 
bchafter gestern, wie Baron Sonnino sich ausdrückte, seine „Observationen" 
zu Euer Exzellenz Antwort vom 16. 1. Mts. zu übermitteln beauftragt war 
und daß nach einem eben eingelangten Telegramme Euer Exzellenz ver- 
sprochen hätten, in Bälde zu antworten. 

Er erwähnte noch, daß diese Observationen im Sinne unserer neulichen 
Konversation gehalten waren; sonst war von ihm über diesen Gegenstand 
nichts mehr zu erfahren, er lehnte das Gespräch ostentativ ab. 

Nr. 9ICC1* Baron Bui*jan an Freiherrn von Ufaccbio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 153. 
(T6l6gramme.) Vienne, le 22 avril 1915. 

Le Baron Sonnio a fait connaitre au Duc Avarna ses observations 
sur ma r(5ponse du 16 c. Sans en avoir l'instruction expresse, l'Ambassadeur 
est venu hier les porter ä ma connaissance. 

D'apr^s le Ministre Italien ma r^ponse ne präsente pas une base propre 
ä assurer la bonne entente et l'harmonie durable que nous avions en vue. 

II reconnait bien que nous faisions 'quelques concessions nouvelles en 
Tyrol, mais elles ne suffisaient pas, selon lui, ä bien rösoudre la question 
militaire et ethnographique dans ces parages-lä, laissant en dehors quelques 
contröes de langue italienne, comme une partie du val di Noce, les vals de 
Fassa et d'Ampezzo. 

J'avais invoqu6 contre ses demandes concernant I'Albanie nos arrange- 
ments antörieurs. Sa proposition consistait justement en ce que ces arran- 
gements fussent modifi6s d'un commun accord et remplac^s par notre d6s- 
int6ressement complet de tout arrangement nouveau que le Gouvernement 
Royal ferait avec les autres Puissances concernant I'Albanie, de meme que 
ritalie se dösint^resserait de ce que l'Autriche-Hongrie serait ä mßme d'ar- 
ranger ä la fin de la guerre au sujet des Balcans. 

Quant ä l'article 9, le Baron Sonnino admet qu'on pourra discuter 
encore le montant de la quote-part de la dette publique de l'Etat ä assu- 
mer par l'Italie avec le territoire c6d6. Quant ä l'^valuation des investitions 
faites par l'Etat, le ministre s'en r^före ä son Observation r^pondant ä notre 
premifere proposition afferente ä cet objet. 

II se rallie volontiers ä l'amendement propos6 par moi ä l'article 11 re- 
latif ä notre libertö d'action dans les Balcans qui correspondait tout ä fait 
avec sa pens6e. 

Le Baron Sonnino insiste de nouveau sur la n6cessit6 de l'ex^cution 
imm6diate de la cession et il se r^före ä ce sujet ä ses motifs exposäs an- 



c) Eintritt Italiens. 337 

t^rieurement. ä l'impossibilit^ sortout pour tout Gouvernement italien de 
präsenter un accord sans cette clause. 

Le Ministre termine ses observations par la constatation qu'ä toutes 
ses autres demandes j'avais r^pondu avec un simple refus, en ne tenant 
aucun compte des motifs qu'il avait all^gu^s ä leur appui. 

J'ai pris connaissance de la communication de l'Ambassadeur, en ajou- 
tant que je me r6servais de lui faire connaitre ma r6ponse dans le plus bref 
d61ai pojsible. 



]Vr. .HCCII. Baron Bariän an Freiherrn von 9Iacctaio. 
Hb. Vorgescli. m. It. II lö4. 

(Telegramm.) Wien, am 22. April 1915. 

Das steife Beharren der italienischen Regierung auf ihren sämtlichen 
Forderungen sowie, die sich stets beinahe in denselben Phrasen bewegende 
trockene und dürftige Motivierung der einzelnen Postulate rücken die Frage 
immer näher, ob italienischerseits ernstlich auf die Herstellung eines Ein- 
vernehmens mit uns, eventuell um den Preis w^tgehender Opfer der Monarchie, 
abgezielt oder die Verhandlungen nur äußerlich mit dem Hintergedanken 
fortgesetzt werden, sei es Zeit für spätere entscheidende Entschlüsse zu ge- 
winnen, sei es nach erhaltener Orientierung über unser äußerstes Angebot 
schon demnächst in das Lager der Triple Entente abzuschwenken. 

Auf jeden Fall wollen Euer Exzellenz aber Ihrerseits die Konversation 
mit Baron Sonnino im Gange erhalten, indem Sie im freundschaftlichsten 
Tone auf die gegen die verschiedenen italienischen Postulate sprechenden 
Argumente zurückkommen und auf unzutreffende Gesichtspunkte der italieni- 
schen Regierung aufklärend und berichtigend einzuwirken trachten. 



IVr. MCCIII. Freiherr von Macchio an Baron Buriäu. 
Kb. Vorgesch. in. It. II 155. 

(Telegramm.) Rom, am 26. April 1915. 

Ich höre aus verläßlicher Quelle, daß vor einiger Zeit in der Consulta 
Projekt ausgearbeitet wurde, welches für Italien das Gebiet zwischen dem 
Flusse Skumbi im Norden und der Vojussa im Süden, welche die Grenze 
gegen den griechischen Epirus bilden soll, als Hinterland von Valona in Aus- 
sicht nimmt. Dieser Landstrich, der beiläulig den von den Tosken bewohn- 
ten Teil Albaniens umfasst, soll sich bis an den Ochridasee erstrecken. 

Der nördliche, von den Ghcgen bewohnte Teil wäre nach diesem Projekte, 
vorbehaltlich der dort den Serben zu gewährenden Zugangslinie zur Adria, 
als selbständiges Albanien gedacht. 

Jahrbuch des Völkerrechts. IV. 22 



338 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. MCCIIT. Freiherr von Slacchio an Baron Biirian. 

Bb. Vorgescb. m. It. II 156. 
(Telegramm.) Rom, am 26. April 1915. 

Pepino Garibaldi, der Führer der jüngst aufgelösten garihaldinischen 
Legion in Frankreich, wurde kürzlich insgeheim vom Könige empfangen. 
Diese Tatsache war aber so sensationell, daß sie natürlich hierlands 
dennoch nicht geheim bleiben konnte. 

Es ist nicht zu bezweifeln, daß dieser Empfang nicht ohne Einraten der 
Regierung durchgesetzt wurde. 

Nr. 9ICCV. Baron Buriün an Freiherrn von Macchio. 

Bb. Torgesch. m. It. II 157. 
(Telegramm.) Wien, am 27. April 1915. 

Es könnte dem Zustandekommen unseres Akkords mit Italien förder- 
lich sein und würde, nach mir zugekommenen Nachrichten, auch von Baron 
Sonnino nicht ungern gesehen werden, wenn eine angesehene politische Per- 
sönlichkeit der Monarchie Gelegenheit hätte, in Rom mit den italienischen 
Ministern eine eingehende Aussprache über den ganzen Komplex unserer 
gegenseitigen Interessen zu pflegen und auch bezüglich der Punkte, in welchen 
wir auf Italiens Prätensionen nicht eingehen können, unsere Auffassung und 
unsere Gründe ausführlich darzulegen. 

Der vormalige Minister des Aeußern, Herrenhausmitglied GiaiGoUicJiowski, 
welcher über meine Auffassungen völlig orientiert ist, wäre bereit, sich zu 
einem kurzen Aufenthalte nach Rom zu begeben und mit Baron Sonnino 
und Herrn Salandra eine derartige Aussprache über die politische Lage 
und speziell über die Gestaltung unserer Beziehungen zu Italien zu pflegen. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, dies vertraulich dem italienischen Minister 
des Aeußern mitzuteilen und sich hiebei darüber zu informieren, ob ihm eine 
solche Aussprache erwünscht erscheinen würde, in welchem Falle ich den 
Grafen Gohichowski über den Stand unserer Pourparlers mit der italienischen 
Regierung in genaue Kenntnis setzen würde. 

Nr. aiCCVI. Baron Bnriän an Freiherrn von Iflacchio. 
Bb. Yorgesch. m. It. D 158. 

(Erlaß.) Wien, 28. April 1915. 

Ich beabsichtige, dem italienischen Botschafter morgen die aus der Bei- 
lage ersichtliche Antwort auf die mir am 21. 1. Mts. durch Herzog Avarna 
mitgeteilten Bemerkungen Baron Sonninos zu erteilen. 

Beilage. 

D'apres les derni^res Communications du Duc Avarna les observations 
que le Baron Sonnino a faites sur la röponse du Baron Buriän du 16 de 
ce mois portent avant tout sur l'ensemble de cette r^ponse que le Ministre 



c) Eintritt Italiens. 339 

des Affaires Etrang^res dltalie ne consid^re pas comme ,une basc propre ä 
assurer la bonne entente et Tharmonie durable qua nous avions en vue." 

Le Baron Buridn tient ä constater de son cotä que son sinc^re däsir, 
si souvent manifeste, d'arriver ä une entente definitive avec l'Italie a ren- 
contr6 de s^rieuses difficult6s dans le fait que quelques-unes des propositions 
italiennes toucbaient dans le vif des int6rets vitaux austro-hongrois. Or. 
l'abandon de ces int^rSts cr(5erait pour l'Autriche-Hongrie une Situation teile 
non seulement envers l'Italie mais aussi envers d'autres Puissances que meme 
son apport dans la collaborätion politique ä laquelle vise le Baron Sonnino 
pour l'avenir serait consid6rablement amoindri. 

Le Baron Sonnino remarque en outre que, concernant plusieurs de ses 
propositions, le Baron Buridn n'avait pas tenu compte des motifs all6gu6s ä 
leur appui. Bien que l'Ambassadeur d'Autriche-Hongrie ä Rome ait d^jä eu 
l'occasion d'expliqer au Baron Sonnino et ä Monsieur Salandra notre point 
de vue, le Baron Buridn se prete volontiers ä I'^claircissement de ces questions. 

Quant ä Trieste il faut remarquer avant tout qu'en vertu de la Consti- 
tution autrichienne cette ville jouit d'une large autonomie. Elle forme un 
territoire ä part et son conseil municipal est en meme temps investi des attri- 
butions d'une diöte provinciale. L'^l^ment italien est largement repr^sentä 
dans Tadministration autonome de la ville. Son nombre, le niveau de sa 
culture et sa Situation öconomique lui assurent, en dehors des garanties con- 
stitutionnelles, une existence satisfaisante sous tous les rapports. En d6ta- 
(■hant Trieste et ses environs de la Monarchie austro-hongroise et en en faisant 
un Etat s6par6 on porterait un coup mortel ä la prosp^rit^ 6conomique de 
cette ville qui, priv^e de son hinterland, perdrait toute son importance, per- 
spective ä laquelle meme son annexion ä l'Ialie, dont eile ne serait qu'un port 
superflu ä la phöriphärie, ne pourrait rien changer. 

Trieste a toujours forma Tobjet de la sollicitude particuliöre du Gouver- 
nement autrichien qui, dans l'int^ret bien compris de l'Etat meme, continuera 
ä. l'avenir aussi de favoriser son progrös mat6riel et intellectuel en conformit6 
avec les voeux de la population, dont la prosp6rit6 dopend entiörement du 
lien qui l'unit ä l'Autriche qui, tout en exigeant la fid6lit6 de ses citoyens, 
n'a Jamals rien fait pour entamer leur caractöre national. Le Baron Buridn 
s'entretiendra donc volontiers avec le Baron Sonnino de toute question que lui 
sugg6rerait encore son däsir de se renseigner sur les v^ritables int6r6ts de Trieste. 

La proposition concernant la cession des iles Curzolari a l'Italie se 
heurte ^galement contre des difficult^s insurmontables. Abstraction faite de 
la nationalite purement slave de la population de ces iles, ces derniOres repr^- 
senterait entre les raains de l'Italie une position strat^gique qui dominerait 
d'un cöt6 la partie sup(5rieure de la mer Adriatique oü il ne serait plus 
question d'öquilibre pour l'Austriche-Hongrie, de l'autre cot^ menacerait la 
possession meme des cOtes adjacentes. 

La cession territoriale propos6e dans le Frioul autrichien y priverait 
l'Autriche-Hongrie d'une frontiisre indispensable pour la defense non seulement 

22* 



340 C!. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

d'une partie de son littoral mais aussi de plusieurs de ses provioces centrales 
et rapprocherait encore la frontiere italionne de son port principal. L"6l6ment 
Italien d'ailleurs n'est que faiblement repr6sent6 au moins dans une grande 
partie du territoire en question. peupl6 de Slaves. 

Si, d'apres la future d^limitation en Tyrol, teile que la derniöre propo- 
sition austro-hongroise l'a pr6cis(5e, une parti de la vall^e du jMoce ainsi que 
les vall6es de Fassa et d'Ampezzo ont 6t6 exclues de la cession territoriale, 
la cause qui a pr^valu ä ce propos n'6tait certainement pas celle de vouloir 
garder quelques contröes de langue italienne. Tel n'est pas le cas d'abord 
pour les vall^es de Fassa et d'Ampezzo dont la population est ladine (grisonne), 
tient avec toutes les fibres de son äme ä rester unie ä l'Autriche-Hongrie et 
gravite au point de vue de tous ses intörets exclusivement vers le nord. De 
mgme que personne en Italic n'a jamai^ consid6r6 comme Italiens les habi- 
tants ladins du canton des grisons en Suisse. l'Italie n'aurait point de titre 
mieux fondö pour revendiquer la population ladine des deux vall6es en question 
dont toute l'existence se fond avec celle de l'avoisinant Pustertal. 

Des raisons stratögiques impörieuses cröent pour l'Autriche-Hongrie la 
n6cessit6 de garder la partie Orientale de la vallöe du Noce sans laquelle les 
hauteurs qui prot^gent la r^gion de Bozen resteraient mal assuröes. 

Dans la supposition oü pour l'une ou l'autre des localitös ci-dessus men- 
tionn^es on opposerait du cotö Italien ä nos points de vue döfensifs des argu- 
ments plus ou moins analogues, il ne faut pourtant pas perdre de vue qu'il 
s'agit pour l'Autriche-Hongrie de la cession amicale d'une partie de sa possts- 
sion territoriale söculaire et que les arguments de celui qui donne et qui 
dans le cas qui nous occupe abandonne des fronti^res süres, doivent, seien la 
nature des choses, avoir la pr^ct^dence sur ceux de l'acquörant. 

Quant au maintien de la demande de l'ex^cution immödiate de la cession 
territoriale, le Baron Buridn n'abandonne pas l'espoir que le Baron Sonnino, 
en soumettaut cette question ä un nouvel examen approfondi, voudra bien 
reconnaitre lui-m6me l'impossibilitö materielle d'une pareille mesure. Le secret 
absolu qui, sur la proposition du Baron Sonnino, est observ6 de part et 
d'autre sur le fait et les differentes phases des pourparlers empeche Jusqu'ä 
la conclusion de l'accord tous les pr6paralifs militaires, administratifs ou 
autres qui devraient preceder la remise du territoire c6d6. Toutes ces mesures 
pr6paratoires demandent un certain temps et ne pourront gufere etre impro- 
vis6es au dernjer moment, sans parier de la Situation plus qu'anorraale que 
cr6erait pour l'Autriche-Hongrie la prise de possession du territoire en question 
de la part de l'Italie ä un moment oü la Monarchie austro hongroise et engag6e 
dans une vaste guerre et oü par cons6quent la plus grande partie de pon 
territoire est d^garnie des raoyens de defense, son armöe se trouvant con- 
centr6e sur les diö6rents th^ätres de la guerre. Voulant, toutefois, faciliter 
autant que possible au Gouvernement Italien au moment donn6 sa Situation 
vis-ä-vis du Parlement et de l'opinion publique, on pourrait prendre en con- 
sid^ration des mesures qui döraontreraient aux yeux de tout le monde la 



c) Eintritt Italiens. 341 

loyale et sörieuse volonte d'exöcuter fidölement les engagements pris. A cet 
effet on pourrait procöder, aussitöt l'accord conclu, ä la r^union de commissions 
miites auxquelles incomberait le r^glement de la multitude de questions de 
detail rösultant de la cessiou territoriale. L'institution et le fonctionnement 
de ces commissions ne pourraient plus laisser l'ombre d'un doute sur l'ex^- 
cution integrale et definitive de la cession. Si le Baron Sonnino de son c6t6 
voulait proposer d'autres mesures tendant au meme effet, le Baron Buriän 
ne manquerait pas de les eiaminer dans la meilleure disposition de s'y prßter 
dans la mesure du possible. 

Quoiqu'il soit tr^s ais6 de d^montrer d'une fagon probante que la somme 
Offerte par le Gouvernement Italien ä titre de quote-part de la dette publique 
et d'indemnisations est de beaucoup inf^rieure aux valeurs publiques qui 
seraient c6d6es ä l'Italie, le Baron Buriän partage l'avis 6nonc6 par le Baron 
Sonnino que cette question ne devrait pas entraver l'entente quand eile serait 
stabile sur tous les autres points de l'accord projet6. C'est pr6cis6ment; dans 
cet ordre d'idäes et comme une preuve de plus de son d6sir d'entourer la 
tession territoriale de garanties extörieures rassurantes que le Baron Buriän 
propose de soumettre, le cas 6ch6ant, la controverse financi^re ä un for inter- 
national, ä savoir au tribunal d'arbitrage de La Haye. 

En ce qui concerne la question albanaise, le Baron Buriän r6it6re l'ex- 
pression de sa bonne volonte de discuter avec le Baron Sonnino les intörets 
r^ciproques en Albanie, en tenant compte des circonstances chang6es pendant 
la guerre actuelle, et d'en arriver avec le Gouvernement Italien ä une nouvelle 
entente ä ce sujet qui pourrait, en replagant les choses sur le terrain europeen, 
meme inpliquer le dösintön'sscment de l'Autriche-Hongrie pourvu que TltaUe 
se dösint^ressät ägalement de l'Albanie, ä l'exception de Valona et de ia 
sphere d'int6rets qui y aurait son centre, et ä condition que des garanties 
süffisantes fussent stabiles contre des entreprises et des Etablissements d'autres 
Puissances en Albanie, 6ventualit6 tout aussi menagante pour les int6rets 
politiques et maritimes de l-Autriche-Hongrie que de l'Italie. 
w Ce serait une base de transaction, ä-peu-pr^s indiqu^e qui pourrait cc- 

pendant 6tre d^velopp^e encore dans nos pourparlers dans le sens de modifi- 
cations ä proposer qui pourraient 6tre rendues tr^s acceptables pcut-ßtre pour 
les deux Parties. 

IVr. MCCVII. Freiherr vou ülacchio an Baron Buriän. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 159. 

(Telegramm.) •' Rom, am "28. April 1915. 

Minister des Aeußern, welch^jm ich die mir bezüglich der eventuellen 
Reise des Grafen Goluchowski nach Rom aufgetragene vertrauliche Mitteilung 
sofort machte, wird selbstverständlich den Grafen Goluchowski mit Vergnügen 
empfangen. 

Ich konnte aber unschwer entnehmen, daß Raron Sonnino in diesem 
Vorschlage zunächst eine neuerliche Verzügeiuag argwöhnt. 



342 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Ich war daher bemüht, dem Minister, welcher sich im Prinzipe gt^en 
den Wert von Spezialmissionen aussprach, klar zu machen, daß die Hieheneise 
des Grafen Goluchowski ohne jeden Aufschub erfolgen würde; zugleich hob 
ich den großen Vorteil hervor, welcher darin liegt, mit einer Persönlichkeit 
zu sprechen, welche nicht, wie ich, auf Grund schriftlicher Instruktionen in- 
formiert ist, sondern selbst so lange unsere auswärtige Politik geleitet hat 
und über Euer Exzellenz Ideen und Absichten auf Grund rezenter eingehendster 
Aussprache in einer viel lückenloseren Weise orientiert ist. 

Baron Sonnino schien dies allmählich einzusehen. 

\r. iVICCVIII. Freiherr von IVIacchio au Baron Burian. 

Rb. Vorgesch. m. lt. II 160. 
(Telegramm.) Rom, am 28. April 1915. 

Gestern hier angekommener Herr Tittoni hatte lange Unterredung mit 
Baron Sonnino und wurde vom Könige empfangen. 

Wie ich höre, hat Herr Tittoni französischerseits eine Menge, aber 
nicht konkretisierter Versprechungen, dafür aber das Verlangen nach einer 
italienischen Armee zur Unterstützung in Frankreich mitgebracht. Als an- 
gebliche Gegenleistungen heißt es, daß Frankreich, außer mancherlei Anboten 
auf Kosten Anderer, von eigenen Territorien Djibuti, einen Teil von Tunis 
und eine Grenzberichtigung im Departement des Alpes maritimes in Aussicht 
gestellt habe. Dabei wäre auch nur letzteres neu ; die afrikanischen Zessionen 
sollen schon vor längerer Zeit in Aussicht gestellt worden sein. 

Tür. MCCIX. Baron Buriän an Freiherrn von Iflacchio. 
Rb. Torgesch. m. It. II 161. 

(Telegramm.) Wien, am 29. April 1915. 

Euer Exzellenz haben mit Telegramm vom 28. 1. Mts. gemeldet, daß 
Baron Sonnino selbstverständlich den Grafen Goluchowski mit Vergnügen 
empfangen werde und daß sich der italienische Minister des Aeußern bei diesem 
Anlasse allerdings im Prinzipe gegen den Wert von Spezialmissionen aus- 
gesprochen habe. 

Heute teilte mir Herzog Avarna auf Grund eines Telegrammes des 
Baron Sonnino mit, daß derselbe zwar keinen Grund habe, den Grafen 
Goluchowski nicht zu empfangen, daß er aber nicht einsehe, welchen Nutzen 
es hätte, eine dritte Mittelsperson in Anspruch zu nehmen angesichts der 
zwischen mir und dem hiesigen italienischen Botschafter sowie ihm selbst 
und Euer Exzellenz bestehenden guten persönlichen Beziehungen. 

Mit Rücksicht auf diese, im Tone von Ihrer Meldung einigermaßen ab- 
weichende Mitteilung des Herzogs Avarna ersuche ich Euer Exzellenz, an 
Baron Sonnino vertraulich die Anfrage zu stellen, ob — worüber er sich 
ganz aufrichtig äußern möge — ihm das Erscheinen des Grafen Goluchowski 
in Rom angenehm oder unerwünscht wäre. 



c) Eintritt Italiens. 345 

Bei diesem Anlasse wollen Euer Exzellenz neuerlich darlegen, daß mir 
bei der Entsendung des Grafen Goluchotvski vornehmlich der Wunsch vor- 
schwebte, der italienischen Regierung einen weiteren Beweis meines freund- 
schaftlichen Entgegenkommens und meiner ernsten Absicht, mit Italien zu 
einem Einvernehmen zu gelangen, zu geben. 

Nr. 91CCX. Freiherr von Maccbio an Baron Buriän. 
Rb. Yorgesch. m. It. II 162. 

(Telegramm.) Rom, am 30. April 1915. 

Alle meine Wahrnehmungen und Informationen stimmen darin überein, 
daß die Verhandlungen mit den Ententemächten jetzt ein fieberhaftes Tempo 
angenommen haben. Die Initiative hiezu dürfte aber nicht von dem stets 
unschlüssigen Baron Sonnino ausgehen. Herr Barrere kommt täglich zu 
ihm, wobei mir immer dieselben französischen Anbote genannt werden, nebst 
Aussicht auf größere Abtretungen in Tunis, wenn Elsaß-Lothringen zu Frank- 
reich käme. Die französischerseits offerierte Grenzberichtigung bei Ventimiglia 
soll ein Gebiet von wenigen Quadrat-Kilometern umfassen. 

Der englische Botschafter soll billige Anleihe von zwei Milliarden, weiters 
Erfüllung italienischer Wünsche in Kleinasien, Dodekanesos und Verhinderung 
jeder Förderung der Senussi-Bewegung bieten. 

Ich glaube, daß der italienischen Regierung die Verhandlungen nach 
zwei Seiten zunächst zu gegenseitiger Pression dienen, um die beiderseitigen 
Anbote möglichst hinaufzutreiben und sich die Wahl offen zu halten. 

Lange dürfte sich aber die von der Regierung durch die verschleierte 
Mobilisierung in der ganzen Oeffentlichkeit geschaffene Spannung nicht auf- 
rechterhalten lassen, ohne so oder so zur Explosion zu führen. 

In der Umgebung Cadornas wird verbreitet, daß der Krieg gegen die 
Monarchie jetzt gemacht werden müsse, weil er ja doch unvermeidlich sei; 
eine freiwillige Abtretung würde in absehbarer Zeit einen Revanchekrieg zur 
Folge haben, in dem Italien dann allein stünde, während es jetzt auf die 
Unterstützung der Entente zählen könne. Auch höre ich von sonst gut in- 
formierter Seite, daß der jetzige italienische Militärattache in Wien die Situa- 
tion so darstelle, daß es sich nur um einen militärischen Spaziergang handle, 
was natürlich Wasser auf die Mühle Cadornas ist. 

Bei dem durch die allseitigen Umwerbungen maßlos gesteigerten italie- 
nischen Größenwahne fallen solche militärische Selbsttäuschungen auf den 
fruchtbarsten Boden und der Einfluß des Generalstabcs wirkt verhängnisvoll. 

Nr. 9ICCXI. Freiherr von Nacchio an Baron Burian. 

Rb. Vorgesch. ni. lt. II 16o. 
(Telegramm.) Rom, am I.Mai 1910. 

Minister des Aeußern erklärte auf meine bezüglich der Reise des Grafen 
Goluchvwski an ihn im Sinne Euer Exzellenz Telegrammes vom 29. v. Mts. 



344 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

gestellte alternative Frage, daß ihm Mission des Grafen Goluchowski gegen- 
wärtig nicht opportun und daher kaum nützlich erschiene. 

Nebst der von Herzog Avarna vorgebrachten Begründung führte Baron 
Sonnino auch an, daß er von der hiesigen Anwesenheit des Grafen Goluchowski, 
da sie ja nicht verborgen bleiben könne, ein unerwünschtes Aufsehen in der 
Oeffentlichkeit sowie alle möglichen Kommentare besorge. 

Euer Exzellenz Message im Schlußalinea obigen Telegrammes nahm der 
Minister mit Befriedigung zur Kenntnis. 

Endlich bat er, ihn über die definitive Entscheidung Euer Exzellenz in 
dieser Angelegenheit zu informieren. 



'St, MCCXII. Freiherr von ülacchio an Baron Bnriän. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 164. 
(Telegramm.) Rom, am 1. Mai 1915. 

Bei meiner heutigen Unterredung mit Baron Sonnino kam das Gespräch 
auch auf die ihm gestern abends zugekommene Antwort Euer Exzellenz. 

Auf die Bemerkung des Ministers, daß dieselbe zwar ausführlicher sei, 
aber kaum etwas Neues enthalte, wies ich auf den letzten Satz des zweiten 
und fünften Alineas hin sowie auf die große Annäherung, welche der auf 
Albanien bezügliche Passus an den italienischen Standpunkt enthalte und 
wie überhaupt aus jedem Satze der aufrichtig gute Wille hervorleuchte, zu 
einem dauernden Einvernehmen auf gesunder Basis zu gelangen. Daneben 
werde er aus der eingehenden Begründung des Standpunktes der k. u. k. Re- 
gierung in den vitalen Fragen hoffentlich sich über die Triftigkeit desselben 
Rechenschaft geben. 

Ich nehme an, daß er darin eine ausreichende Grundlage für weitere 
Pourparlers finden werde. 

Baron Sonnino erwiderte, daß die Sache mit Herrn Salandra und dem 
Ministerium (soll wohl heißen : Generalstabe) eingehend geprüft werden müßte. 

Er klagte sodann über die Zwangslage, in welche die hiesige Regierung 
durch die Weltkrise und die inneren Schwierigkeiten und Stimmungen ge- 
raten sei und bemerkte, daß wir noch weit auseinander seien. 

Auf meinen Einwand, es läge in der Natur von Negoziationen, durch 
Nachgeben von beiden Seiten sich zu nähern und daß ich nicht bemerkt 
hätte, daß von italienischer Seite diesfalls bisher irgend ein Schritt geschehen 
sei, meinte mein Mitredner, daß ja die italienischen Forderungen ohnehin 
minimale seien, von denen herunterzugehen sehr schwer sei. 

Ich konnte meine Ueberraschung über diese Auffassung nicht unter- 
drücken und bemerkte, daß es sich in diesem Falle überhaupt nicht um Ver- 
handlungen, sondern um ein Diktat von italienischer Seite handle, was doch 
der Situation nicht entspreche. 

Mein Mitredner erklärte das als unzutreffend, ohne sich aber weiter zu 
ereifern und verfiel dann in seine gewohnte Wortkargheit. 



c) Eintritt Italiens. 345 

Kr. mCCXlII. Baron Buriän an Freiherrn von ]IIacchio. 
Rb. Vorgesch. ni. lt. D 165. 

(Telegramm.) Wien, am 2. Mai 1915. 

Euer Exzellenz wollen dem Baron Sonnino sagen, daß ich angesichts 
seiner Bedenken vorläufig von der Entsendung des Grafen Goluchowsky nach 
Rom Abstand nehme, mir aber vorbehalte, im geeigneten Momente auf die 
Sache zurückzukommen. Hiebei können Euer Exzellenz einfließen lassen, daß 
ich ein Eingehen des Baron Sonnino auf meinen Vorschlag umsomehr an- 
-nehmen zu können glaubte, als er kürzlich mit dem ehemaligen französischen 
Minister des Aeußern, Herrn Hanotaux, in Rom in Verkehr getreten ist. 

Nr. jlICCXI¥. Baron Buriän an Freiherrn von Jllacchio. 
Rb. Yorgesch. m. It. H 166. 

I Telegramm.) Wien, am 2. Mai 1915. 

Ich lege großen Wert darauf, daß Euer Exzellenz die Konversation mit 
der italienischen Regierung lebhaft im Gange erhalten und zu diesem Behufe 
nicht nur auf die einzelnen italienischen Postulate möglichst gründlich ein- 
gehen, sondern auch die sich daran knüpfenden politischen Ausblicke in die 
Zukunft erörtern. Wenn Baron Sonnino bestrebt ist, sich wieder nur auf 
knappe Aeußerungen zu beschränken, könnten dem Euer Exzellenz vielleicht 
dadurch entgegenwirken, daß Hochdieselben auf unsere wiederholten und aus- 
führlichen Auseinandersetzungen und Argumentationen hinweisen und aus 
Billigkeitsrücksichten darauf drängen, daß man auch italienischerseits sich 
die Mühe nehme, die dortigen Standpunkte und Postulate näher zu entwickeln 
und zu motivieren. 

Zu den Gegenständen, welche sich speziell zu einer eingehenderen Be- 
sprechung eignen dürften, gehört vor allem die albanische Frage. Diese be- 
treffend, könnten Euer Exzellenz darauf hinweisen, daß wir nicht nur gegen 
den italienischen Besitz von Valona keine Einsprache erheben, gondern sogar 
darüber hinaus Italien eine Interessenspähre, deren Zentrum Valona wäre, zu 
konzedieren bereit seien. Hierin allein liege schon ein weitgehendes Zuge- 
ständnis. Bei unserem Einwände gegen ein völliges Desinteressement der 
Monarchie an Albanien sei die Erwägung maßgebend, daß uns das Schicksal 
dieser unserem adriatischen Besitzstande so nahe gelegenen Gebiete nicht 
gleichgültig lassen könne. Gerade in dieser Frage sowie eventuell auch über 
die Bildung von Interessensphären in Albanien könnte aber eine Aussprache 
mit der italienischen Regierung, zu welcher ich jederzeit bereit sei, statt- 
finden und für beide Teile sich nützlich erweisen. 

Bei Ihren Besprechungen mit den italienischen Staatsmännern wollen 
Euer Exzellenz ein besonderes Augenmerk der Frage zuwenden, welche Rolle 
unter den verschiedenen italienischen Forderungen jene einer Gebietsabtretung 
am Isonzo spielt. Es wäre für mich von Wichtigkeit, Klarheit darüber zu 
gewinnen, ob man in Rom jener Forderung eine besondere Bedeutung in dem 



346 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Sinne beimißt, daß durch deren Konzedierung die übrigen Schwierigkeiten 
leichter beseitigt und somit die Erzielung eines Akkords mit Italien sicher- 
gestellt werden könnte. Gelangen Euer Exzellenz zu dieser üeberzeugung, 
so wollen Sie von sich aus dem italienischen Minister des Aeußern sagen, 
daß Sie durch eine Anfrage in Wien sich darüber vergewissern möchten, ob 
wir nicht durch ein Zugeständnis in diesem Punkte das Einvernehmen mit 
Italien herbeizuführen geneigt wären. 

\r. MCCXV. Freiherr von Alaccliio an Baron Burian. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 187 

(Telegramm.) Rom, am 2. Mai 1915. 

Die Kammer soll am 12. Mai zusammentreten, aber nur zu dem Zwecke, 
um neuerlich der Regierung Vertrauen zu votieren. 

Man glaubt, daß Herr Giolitti nicht gewillt sein werde, angesichts 
dieser Auffassung hervorzutreten und der Regierung in der Kammer Schwierig- 
keiten zu bereiten. 

Dm die tatsächlich zu drei Vierteln gegen den Krieg gestimmte Oeffent- 
lichkeit zu kapazitieren, müsse, gedeckt durch das Versprechen der Geheim- 
haltung der Verhandlungen, der Glaube wach erhalten und genährt werden, 
daß wir nichts oder so wenig bieten, daß eben italienischer Regierung Krieg 
als einziges Mittel aufgezwungen sei, um „berechtigte Aspirationen" zu er- 
reichen. 

Verhandlungen hätten somit nur mehr den Zweck, so lange hinzuziehen , 
bis der Italien am geeignetsten erscheinende Zeitpunkt zur Aufdeckung seiner 
Karten gekommen wäre. 

In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß einzig und allein eine 
authentische Veröffentlichung dessen, was wir Italien abzutreten bereit wären, 
hier jenen Eindruck hervorrufen könnte, der geeignet wäre, das Spiel der 
Regierung zu vereiteln. Allerdings würde es schwer sein, zu entscheiden, 
wann man sich des Versprechens der Geheimhaltung entbunden erachten 
könne, und wäre andererseits zu berücksichtigen, daß ein Moment eintreten 
könnte, wo eine solche Veröffentlichung zwar in Wien erfolgen, aber nicht 
mehr den Weg in die italienische Oeffentlichkeit finden würde. 



Nr. MCCXVI. Freiherr von Macchio an Baron Bnriän. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 168. 

(Telegramm.) Rom, am 3. Mai 1915. 

Aus meinem gestrigen Telegramme haben Hochdieselben entnommen, 
daß ich jetzt Lage als sehr ernst und den Beginn des Entscheidungsstadiums 
als unmittelbar bevorstehend ansehe. 

Seither wird mir von beachtenswertester Seite bestätigt, daß Verhand- 
lungen mit Entente beiläufig zu Ende geführt und abschlußreif sind. 



c) Eintritt Italiens. 347 

Falls wirklich schon alle maßgebenden Faktoren ganz für Ä.nSassung 
Cadornas (Präventivkrieg) gewonnen sind, ist an ein Zustandekommen eines 
Akkords nicht mehr zu denken. Da es aber möglich ist, daß Regierung 
noch nicht zu Entschluß gelangt ist, müßte wohl unsererseits Alles daran gesetzt 
werden, um noch im letzten Momente einen Abschluß mit Italien zu versuchen. 

Dabei ist der von mir so oft analysierte Charakter Baron Sonninos 
besonders zu berücksichtigen. Bei seiner tief mißtrauischen Natur ist die 
Annahme, daß wir ihn und Italien düpieren wollen, wie schon wiederholt be- 
merkt, immer erster Gedanke, der ihn auch der Revanche-Idee sehr zugäng- 
lich macht. Dies gewinnt nun noch mehr an Bedeutung, da ihm Entente 
Arme weit öffnet. Sobald er also Glauben an unsere ernsten Absichten 
definitiv verloren hat, wird er, wenn es wirklich noch nicht geschehen, Ab- 
kommen mit anderer Gruppe unterschreiben. 

Ich halte es also in jetzigem Stadium für vollkommen aussichtslos, 
schrittweise kleine Zugeständnisse in Aussicht zu stellen. Es müßte versucht 
werden, so schnell als möglich wenigstens die Grundlagen eines fait accompli 
:^u schaffen. 

Zu diesem Zwecke wird auch in den sogenannten vitalen Fragen etwas 
geboten werden müssen ; ich meine am Isonzo, wozu ja nach Euer Exzellenz 
gestrigem Telegramme schon eine gewisse Geneigtheit zu bestehen scheint, 
ferner bezüglich Triests, wo vielleicht irgendwelche Zusicherungen puncto 
Ausbau Gemeindeautonomie, Annäherung der Selbstverwaltung an Hamburger 
Muster und Errichtung einer Rechtsfakultät oder dergleichen zu machen wären. 

Bezüglich Albaniens wird Einigung kaum schwer sein, die dalmatini- 
schen Inseln scheinen mir schwierigster Punkt zu sein. 

Was die mise en effet betrifft, müßte außer der doppelten Regierongs- 
garantie und der gemischten Kommission noch irgendeine in die Augen 
springende Garantie geboten werden. 

Nachdem mein heutiges Rendez-vous mit Baron Sonnino durch dessen 
unerwartete Berufung zum Könige vereitelt worden ist, sehe ich ihn morgen 
früh und werde alles aufbieten, um an der Hand der einzelnen Punkte ihn 
zu positiven Angaben über das, womit man sich hier etwa zufrieden geben 
würde, zu veranlassen, das heißt die italienische Forderungslistc dem Wiener 
Anbote etwas zu nähern. 

Was ich proponiere, ist ein Versuch, aber, wie gesagt, nach meiner Be- 
urteilung der Situation und der in Frage kommenden Personen der einzige 
eventuell noch zum Ziele führende, 

Nr. MCCXVII. Baron Unriiin an Freiherrn von Maechio. 
Rb. VorgeNCh. ni. It. II l(i9. 

(Telegramm.) Wien, am 4. Mai 1!)15. 

Mit Bezug auf Euer E.xzellenz gestriges Telegramm : 
Bezüglich der Abtretung am Isonzo können Hochdieselbeu eino Grenze 

konzedieren, welche am Meere bei der EHnmünduug des Isonzo (Sdobba) be- 



348 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

ginnen, dem Talwege dieses Flusses stromaufwärts bis nördlich von Gradisca, 
diese Stadt Italien überlassend, folgen und von da in nordwestlicher Richtung 
gegen Medea an den Judrio gehen würde, der von hier an die Grenze zu 
bilden hätte. 

Hinsichtlich Triests wollen Sie ausführen, daß wir bereit sind, soferne 
dies den Wünschen der Bevölkerung entspreche, die Errichtung einer Uni- 
versität prinzipiell einzuräumen und eine Revision des Munizipalstatutes vor- 
zunehmen, durch welche das italienische Element in seinem nationalen und 
kulturellen Bestände sichergestellt würde. 

Was Albanien anlangt, könnte äußersten Falles auch unser Desinter- 
essement ausgesprochen werden, mit der Reserve, daß Garantien gegen die 
Festsetzung einer dritten Macht geschaffen werden müßten. 

Betreffs des italienischen Postulates der sofortigen Okkupation der ze- 
dierten Gebiete können Euer Exzellenz außer der Garantie Deutschlands und 
den gemischten Kommissionen auch noch die Möglichkeit einer jeden Zweifel 
über die Durchführung der Gebietszessionen ausschließenden Kundgebung er- 
wähnen. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, sobald als möglich vorstehende Maximal- 
konzessionen spontan zu verwerten. 

Nr. MCCXYIII. Baron Bnriän an Freiherrn von maccbio. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 170. 
(Telegramm.) Wien, am 4. Mai 1915. 

Im Auftrage seiner Regierung hat mir italienischer Botschafter folgende 
Mitteilung, von welcher er mir Kopie hinterließ, gemacht: 

,L'Ambassadeur de Sa Majestö le Roi d'Italie a 6t6 charg6 par son 
Gouvernement de faire h Son Excellence le Ministre des Affaires Etrangeres 
d' Autriche-Hongrie la communication suivante et de lui en laisser copie: 

L'alliance entre l'Italie et l'Autriche - Hongrie s'affirma dfes son örigine 
comme un 616ment et une garantie de paix et visa d'abord au but principal 
de la defense commune. 

En prösence des 6v6nements ult6rieurs et de la Situation nouvelle qni 
en r^sultait, les Gouvernements des deux Puissances dürent se proposer un 
autre but non moins essentiel et, au cours des renouvellements successifs du 
traitö, s'appliqu^rent ä sauvegarder la continuit6 de leur alliance en stipulant 
le principe des accords pröalables relativement aux Balcans, en vue de con- 
cilier les intörets et les tendances divergeantes des deux Puissances. 

II est de toute 6vidence que ces stipulations, loyalement observäes, 
auraient suffi ä fournir une base pour une action commune et föconde. 

Par contre 1' Autriche-Hongrie, au cours de l'ötö 1914, sans prendre 
aucun accord avec ITtalie, sans mSme lui faire parvenir le moindre avertisse- 
ment et ne faisant aucun cas des conseils de modöration qui lui 6taient 
adressös par le Gouvernement Royal , notifia ä la Serbie l'ultimatum du 



c) Eintritt Italiens. 349 

23 juillet qui fut la cause et le point de d^part de la präsente conflagration 
europäenne. 

L'Autriche-Hongrie, en n^gligeant les obligations döcoulantes du trait6. 
troublait profond6ment le statu quo balcanique et cr^ait une Situation dont 
eile seule 6tait appelöe ä profiter au dötriment des intörets de la plus grande 
importance que son alliö avait tant de fois affirmö et proclam^. 

üne violation aussi flagrante de la lettre et de l'esprit du trait6 non 
seulement justifia le refus de l'Italie de se ranger du cut6 des alli6s dans une 
guerre provoqu6e sans son avis, mais enleva du meme coup ä l'alliance son 
contenu essentiel et sa raison d'etre. 

Le pacte meme de la neutralite bienveillante prövue par le traitö se 
trouvait comptomis par cette violation. La raison et le sentiment s'accordent 
en effet ä exclure que la neutralite bienveillante puisse etre maintenue lors- 
qu'un des alli^s prend les armes pour la r^alisation d'un programme diam6- 
tralement oppos6 aux int^rets vitaux de l'autre alli6, int^rets dont la sauve- 
garde constitue la raison principale de l'alliance meme. 

Ce nonobstant l'Italie s'est efforcöe, pendant piusieurs mois. de cr6er 
une Situation favorable au r6tab"iissement entre les deux Puissances de ces 
rapports amicaux qui constituent le fondement essentiel de toute Cooperation 
dans le domaine de la politique generale. Dans ce but et dans cet espoir le 
Gouvernement Royal se d6clara dispos^ ä se preter ä un arrangement ayant 
pour base la satisfaction, dans une mesure equitable, des legitimes aspirations 
nationales de l'Italie et qui aurait servi en meme temps ä reduire la disparit6 
dans la Situation röciproque des deux Puissances dans l'Adriatique. 

Ces n^gociations n'aboutirent toutefois ä aacun r6sultat appröciable. 
Tous les efforts du Gouvernement Royal se heurtörent ä la r^sistance du 
Gouvernement I. et R., lequel, apres piusieurs mois, s'est seulement d6cid6 
ä, admettre des int^rets spöciaux de l'Italie k Valona et ä promettre une 
concession non süffisante de territoires dans le Trentino; concession qui ne 
comporte aucunenient le reglement normal de la Situation ni au point de vue 
ethnique, ni au point de vue politique ou militaire. Cette concession en outre 
ne devait avoir son ei^cution qu'ä une 6poque indetermin6e, c'est ä dire seu- 
lement ä la fin de la guerre. 

En cet eiat de choses, le Gouvernement Italien doit renoncer ä l'espoir 
de parvenir k un accord et se voit contraint de retirer toutes tes propositious 
d'arrangement. 

II est egalement inutile de maintenir ä l'alliance une apparence formelle 
qui ne serait destin6e qu'ä dissimuler la r^alite d'une m6fiance continuelle et 
des contrastes quotidioiis. 

C'est pourqcii rilalie, confiante dans son bon droit, affirme et proclame 
qu'elle reprend dds ce moment son entiire liberte d'action et d^clare annul(i 
et d(5sormais sans effets son traite d'alliance avec rAutriche-Hongrie." 

Ich habe dem Botschafter meine Betroffenheit über diese Kundgebung 
ausgedrückt, welche mir nicht gerechtfertigt erscheint, zumal in einem Augen- 



350 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

blicke, wo wir uns inmitten von unsererseits in durchaus freundschaftlichstem 
und versöhnlichstem Geiste geführten Besprechungen befinden. Ich erklärte 
Herzog Avarna, daß ich jede Verantwortung für die Wendung ablehnen 
müsse, welche die Lage durch den Schritt Baron Sonninos erfahren habe. 
Eine eingehende Beantwortung der italienischen Mitteilung habe ich mir noch 
vorbehalten. 

Nr. 9ICCXIX. Freiherr von 9Iacchio an Baron Buriän. 

Rb. Vorgesch. m. It. II 171. 
(Telegramm.) Rom, am 4. Mai 1915. 

Ich habe heute eine anderthalbstündige Unterredung mit Baron Sonnino 
gehabt. Auf meine einleitenden Bemerkungen, daß ich überzeugt wäre, es 
müßte möglich sein, zu einer Verständigung zwischen den beiden so sehr auf 
einander angewiesenen Ländern zu gelangen, nachdem italienische Regierung 
selbst uns dies so oft und noch in allerletzter Zeit als ihren Wunsch mit- 
geteilt und ich überdies nicht nur vermute, sondern bestimmt wüßte, daß 
auch meine Regierung diese aufrichtige Absicht habe, überraschte mich Minister 
des Aeußern mit der Mitteilung, daß er zwar auch diesen Wunsch gehabt, 
aber nunmehr wegen der augenscheinlichen Verschleppungstaktik der k. u. k. 
Regierung kaum mehr Hoffnung und daher gestern Herzog Avarna in diesem 
Sinne telegraphiert habe, mit dem Beifügen, daß er angesichts der stets vagen 
Formulierung der Wiener Antworten keine Vorschläge mehr machen könne 
und seine bisherigen Propositionen zurückziehe. 

Ich versuchte nun, Baron Sonnino die enorme Verantwortng auszu- 
malen, welche ein Bruch involvierte, und berührte auch die hier verbreitete 
Revancheidee als ein Unding; eine solche Idee könnte gerade infolge eines 
Krieges entstehen, sei aber bei einem Abkommen logischerweise ausgeschlossen, 
da ja die k. u. k. Regierung nur deshalb die italienische Verhandlungsbasis 
angenommen habe, um eben in Zukunft ein entsprechend fundiertes Freund- 
schaftsverhältnis zu Stande zu bringen. 

Der Minister führte aus, er wolle anerkennen, daß die Propositionen 
Euer Exzellenz einen gewissen Fortschritt aufweisen, aber auch diese seien 
meist in allgemeinen Phrasen gehalten, welche sie immer nur als prekäre 
Aussicht auf die Zukunft, aber nicht als verwendbare Basis für ein Abkommen 
erscheinen lassen. Man sei nach fünfmonatigen Besprechungen kaum viel 
weiter gekommen und könne er sich des Eindruckes nicht entschlagen, daß 
die Sache auch jetzt wieder verschleppt werden solle. Ich spezifizierte die 
Gründe, welche de part et d'autre die Verhandlungen bisher verzögert hätten, 
ich gab ihm zu verstehen, daß es an der Zeit sei, mehr als bisher zu kon- 
kretisieren, und bat ihn durch Rekapitulation aller in Rede stehenden Punkte 
sich zu überzeugen, daß eine weit größere Annäherung stattgefunden habe, 
als wie er es darstelle. 

Zunächst erläuterte ich die von Euer Exzellenz vorgeschlagene Trentino- 
grenze an der Hand von Karten und von Argumenten. Der Minister bemerkte 



c) Eintritt Italiens. 351 

hiezu, daß da eine Einigung wohl möglich wäre. Punkto Isonzo erklärte ich. 
es auf mich nehmen zu können, trotz der bisherigen großen Bedenken auch 
da noch ein gewisses Entgegenkommen meiner Regierung zu erreichen. Längere 
Diskussion entspann sich über Triest, da Minister seine Idee, Irredentism«s 
lahmzulegen, eben nur in seinem Projekte eines Freistaates sehen will, welcher 
sich kommerziell mit dem österreichischen Hinterlande vertragen müßte, um 
weiter existieren zu können, und politisch keinen Grund mehr hätte, nach 
Italien zu schielen. Ich benutzte alle denkbaren Gründe, um sowohl die Un- 
entbehrlichkeit Triests für Monarchie als auch die Lebensucfähigkeit seiner 
Schöpfung zu demonstrieren. Er gab zu. daß es sich nur darum handle, eine 
einwandfreie Sicherstellung für die nationale Selbständigkeit der Triestiner 
za erlangen, was jetzt hier unerläßlich; ich wies auf die diesbezügliche 
Phrase Euer Exzellenz letzter Antwort hin, welche diesfalls die Bereitwillig- 
keit zu weiteren Diskussionen eröffnete. Baron Sonnino meinte, er sehe 
nicht, was in bezug auf Administration, Schulwesen und dergleichen gegen 
spätere Eingriffe Schützendes vereinbart werden könnte. Er wüßte keinen 
Vorschlag, wenn man aber in Wien einen ernst zu nehmenden machen könnte, 
sei er gerne bereit, denselben zu studieren. 

Ich hatte diesfalls doch den Eindruck, daß punkto Triests dieser letztere 
Weg gangbar wäre und dann hier nicht auf dem Freistaate bestanden würde. 

Wir kamen dann auf Albanien, wobei jMinister Entgegenkommen zwar 
anerkennt, aber bemerkt, daß er in dem einseitigen Desinteressement der 
Monarchie eben ein Gegengewicht gegen die von Italien zu gewährende freie 
Hand auf dem übrigen Balkan erblickt habe. Immerhin schien ihm auch da 
eine konkrete Formulierung der von Euer Exzellenz angedeuteten Möglich- 
keit des Entgegenkommens notwendig, um das Wesentliche der italienischen 
Wünsche zusammenzufassen, wobei natürlich viele Details einer Separat- 
abmachung vorbehalten werden können. 

Die Inselfrage zeigt sich auch jetzt als eine ausschießlich strategische. 
Nachdem wir beiderseits die bekannten Standpunkte vertreten hatten, frag 
ich den Minister, ob es zu verantworten wäre, falls über alle anderen Punkte 
ein Einverständnis zu erzielen wäre, wegen dieses einen den Akkord scheitern 
zu lassen. Minister schwieg auf diese Frage. 

Mit um so größerer Lebhaftigkeit kämpfte er darauf für sein Stecken- 
pferd, die mise en effet. Er will in den vorgeschlagenen gemischten Kom- 
missionen nur beratende Organe sehen, die nichts entscheiden könnten, daher 
keinen Wert hätten. Besonders fabelte er darüber, daß jeder Effekt des Ab- 
kommens durch die bis zum Kriegsende, das heißt vielleicht durch Monate, 
fortgesetzte Aufpeitschung der feindlichen Gefühle bei den gegen uns hetzenden 
italienischen Gruppen zunichte gemacht werde. Das Verbleiben von durch 
das Abkommen italienische Untertanen gewordenen Soldaten an unserer Front, 
jede Maßregelung eines solchen, jedes Auftauchen eines Deserteurs und was 
andere denkbare Fälle mehr wären, würde den vorhandenen Haß nie zur 
Ruhe kommen lassen und damit von vornherein den Zweck des neuen Akkords 



352 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

in Frage stellen. Er gebe die Schwierigkeiten der Sache vollkommen zu, es 
müßte aber doch auch da gewisse Mittel geben, denn wenn ein Territorium 
in Kriegszeiten vom Feinde besetzt und nicht mehr geräumt werde, so fänden 
sich auch Mittel, um die Abtretung durchzuführen. Ich brauche nicht zu 
erwähnen, daß ich auch in diesem Punkte alle zu Gebote stehenden Gründe 
für unseren Standpunkt ins Treffen führte. 

Immerhin erklärte Baron Sonnino, unter Betonung, daß er keine Vor- 
schläge mehr machen könne, seine Bereitwilligkeit, wenn Euer Exzellenz mit 
neuen aber konkretisierten Anträgen hervortreten wollten, welche nicht erst 
zeitraubende Interpretationen nach sich ziehen würden, dieselben in Erwägung 
zu ziehen, respektive dem Ministerrate vorzulegen. 

Die Situation sei jetzt eine solche, daß schon der Ministerrat in diese 
Verhandlungen eingeweiht werden müsse und es nicht möglich sei, angesichts 
hochgradiger Spannung der Oeffentlichkeit dieselben noch lange hinauszuziehen. 

Ich gebe mich keinerlei Illusionen hin, daß durch die Zurückziehung 
der bisherigen italienischen Vorschläge die Sache in ein neues, noch un- 
günstigeres Stadium getreten ist, da es der italienischen Regierung voll- 
kommen freie Hand gegenüber neuen Vorschlägen Euer Exzellenz gibt. Da- 
gegen gewann ich den Eindruck, daß Abschluß mit Entente zwar nicht voll- 
zogen, aber der italienischen Regierung Möglichkeit gegeben ist, dies jederzeit 
zu Stande zu bringen. 

Wenn uns an einem letzten Versuche gelegen ist, Akkord zu erreichen, 
so kann nur Schnelligkeit bei Formulierung von eventuellen ausreichenden 
Vorschlägen zum Ziele führen, da bei Baron Sonninos Charakter und 
Stimmung neue Nahrung seines Mißtrauens zum sofortigen Abbruche der 
Verhandlungen führen müßte. 

Nr. 9ICCXX. Baron Buriän an Freiherrn von Macchio. 

Rb. Yorgesch. m. It. II 172. 
(Telegramm.) Wien, am 5. Mai 1915. 

Indem ich die in Ihrem gestrigen Telegramme reproduzierten Konside- 
rationen und Bemerkungen allgemeiner Natur, welche Euer Exzellenz bei 
Baron Sonnino vorbrachten, billige, gebe ich Ihnen im Folgenden das äußerste 
Ausmaß unserer Konzessionen bekannt. 

1. Trentino. Die Aeaßerung Baron Sonninos, daß in diesem Punkte 
eine Einigung wohl möglich wäre, darf füglich als ein Anzeichen dafür er- 
blickt werden, daß italienit-cherseits aus einer Erweiterung unseres bisherigen 
Zugeständnisses keine conditio sine qua non des Akkords gemacht wird. 

2. Isonzoregion. In dieser Hinsicht sind Euer Exzellenz bereits 
durch mein gestriges Telegramm zu einer unsererseits ein gewichtiges Opfer 
repräsentierenden Konzession ermächtigt worden. 

3. Triest. Unter nochmaliger Betonung des ümstandes, daß dies eine 
reichsunmittelbare Stadt mit einer weitgehenden munizipalen und — da der 
Gemeinderat gleichzeitig als Landtag funktioniert — gleichsam auch provin- 



c) Eintritt Italiens. • 353 

ziellen Autonomie sei, kann die Errichtung einer Universität und eine Re- 
vision des Munizipalstatutes im Sinne einer Sicherung des italienischen 
Charakters der Stadt zugesichert werden. 

4. Albanien. Alle Reserven und Einschränkungen fallen lassend, sind 
wir bereit, unser völliges Desinteressement an Albanien auszusprechen. 

5. Sofortige Okkupation der zedierten Gebiete. Dies- 
bezüglich wäre mit den bekannten Argumenten die materielle Unmöglichkeit 
dieser Forderung neuerlich zu demonstrieren. Gegen den Einwand Baron 
Sonninos, daß vom Feinde im Kriege besetzte und nicht mehr geräumte 
Territorien doch abgetreten werden können, wäre zu bemerken, daß dies eben 
eine einseitige, gewaltsame und katastrophale, jedenfalls aber nicht die von 
ihm und mir bei unseren Verhandlungen ins Auge gefaßte friedliche und 
freundschaftliche Form der Lösung dieser Frage sei. Der Tendenz des italie- 
nischen Ministers des Aeußern, die Bedeutung der gemischten Kommissionen 
zu bagatellisieren, wäre durch den Hinweis darauf entgegenzuwirken, daß 
diesen Kommissionen nicht bloß eine beratende Tätigkeit zukomme, sondern 
daß die Arbeit dieser Kommissionen bereits den Beginn der Durchführung 
bedeuten würde und dieselben auch Beschlüsse zu fassen hätten, hinsichtlich 
welcher nur die dann kaum mehr zweifelhafte Sanktion den Regierungen vor- 
behalten bliebe. Außer der feierlichen Zusage der k. u. k. Regierung, der 
Garantie der deutschen Regierung und der Wirksamkeit jener Kommissionen 
könnte als weiterer Beweis unserer ehrlichen und ernsten Absicht, unsere Ver- 
pflichtungen nach dem Friedensschlüsse zu erfüllen, auch noch unsererseits 
zugesagt werden, daß, sobald der Akkord mit Italien perfekt wäre, die aus 
den zedierten Gebieten stammenden Militärpersonen nicht mehr an der Front 
verwendet würden. 

Ich ersuche Euer Exzellenz, die vorstehenden Zugeständnisse ehestens 
zur Kenntnis Baron Sonninos zu bringen. Dieselben sind selbstverständlich 
an die Voraussetzung geknüpft, daß die italienischen Gegenleistungen (Neu- 
tralität bis zum Ende des Krieges, Zugeständnis der freien Hand für uns auf 
dem Balkan mit Ausnahme Albaniens nach der früher vereinbart gewesenen 
Fassung und Leistung der finanziellen Ablösungen und Entschädigungen) er- 
folgen. Euer Exzellenz wollen trachten, sowohl hinsichtlich jedes einzelnm 
Punktes unserer Konzessionen wie auch bezüglich deren Gesamtheit dem 
italienischen Minister des Aeußern den der Wahrheit entsprechenden Eindruck 
zu geben, daß wir hiemit dem Komplexe seiner Postulate sehr nahe gekommen 
sind. Falls Euer Exzellenz bei Barem Sonnlno die Geneigtheit, auf Grund 
der obigen Punkte den Akkord abzuschließen, festzustellen in der Lage sind, 
so können Sie sich für ermächtigt hiltin, mit dem italienischen ^linister des 
Aeußern und eventuell im Einvernehmen mit Fürsten Büluw auch die Redi- 
gierung des Textes des Abkommens in Angriff zu nehmen. 

Sollte sich bei Ihrer Unterredung mit Baron Sonnlno entweder ein be- 
sonderes Betonen einer speziellen Forderung bei sonstiger sichtlicher iJeneigtheit 
zu einer Verständigung zeigen oder etwaige neue oder irgendwie raoditiziertu 

Jahrliuch des Völkerrechts. IV. 23 



354 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Wünsche vorgebracht werden, so wollen Euer Exzellenz dieselben ad referendum 
nehmen und mir telegraphisch einberichten. 

Nr. 9ICCXXI. Freiherr von Macchio an Baron Burian. 
Rb. Yorgesch. m. It. II 173. 
^Telegramm.) Rom, am 5. Mai 1915. 

Durch Zerreißung des Dreibundvertrages, die mir Baron Sonnino nicht er- 
wähnt hatte, erscheint kritischer Moment gekommen. Nachdem das Ministerium 
den König zur Teilnahme an der Quartofeier bewogen hatte, hat die plötzliche 
Absage und die Ankündigung, der jetzige Moment sei so ernst, daß weder 
König noch Regierung sich auch nur auf zwei Tage von Rom entfernen 
können, des Land in die größte, fieberhafteste Aufregung gestürzt. Durch 
dieses sein ungeschicktes Vorgehen fühlt das Ministerium seine Stellung ge- 
schwächt, will anscheinend Entscheidung überstürzen und eventuell den 
kommenden Mann (Giolitti) vor ein fait accompli stellen. Herr Salandra 
und Baron Sonnino wollen einen großen Erfolg erringen oder sich einen 
glänzenden Fall bereiten. 

In den allernächsten Tagen muß also die Entscheidung fallen. 
Durch weitestgehendes sofortiges Entgegenkommen und insbesondere präzise 
Formulierung unserer Anbote, die gleich für Akkordabschluß verwendbar, ist 
die Situation noch zu retten. 

Nr. MCCXXII. Freiherr von Macchio an Baron Burian. 

Rh. Vorgesch. m. It. II 174. 
(Telegramm.) Rom, am 6. Mai 1915. 

Euer Exzellenz gestriges Telegramm habe ich heute bei Baron Sonnino 
verwertet. 

Ich trug dem Minister unsere Konzessionen genau vor und suchte ins- 
besondere die neu hinzugekommenen Punkte an der Hand Euer Exzellenz 
Bemerkungen in entsprechendes Licht zu stellen. Ich rekapitulierte auch die 
von Italien erwartete Gegenleistung, hob hervor, daß die k. u. k. Regierung 
glaube, mit ihren jetzigen Vorschlägen vielen seiner früheren Einwendungen 
Rechnung getragen und dem Komplexe seiner Postulate nach Möglichkeit 
sich genähert zu haben. 

Baron Sonnino notierte alle meine Vorschläge und Bemerkungen auf 
das genaueste und bemerkte seinerseits Folgendes: 

Durch Zurückziehung der früheren italienischen Forderungen und 
Kündigung Dreibundvertrages durch Italien in Wien sei letzte Phase der 
Verhandlungen abgeschlossen .Italien habe vollständig freie Hand gewonnen. 
Im einzelnen hob er hervor, daß von der Sprachengrenze im Trentino noch 
immer die bekannten drei Täler ausgeschlossen seien, daß vorgeschlagene 
Isonzogrenze unzureichend sei und daß die Revision des Triester Gemeinde- 
statutes durch eine Auflösung des Gemeinderates und Einsetzung eines Re- 



c) Eintritt Italiens. 355 

gierungskommissärs, wie dies ja öfter vorkomme, jederzeit unwirksam 
gemacht werden könne. Bezüglich der mise en effet bestehen bei ihm noch 
immer die alten Bedenken. Die Inselfrage wurde vom Minister nicht 
berührt, natürlich auch nicht von mir. 

Baron Sonnino versprach, die ihm von mir vorgelegten Vorschläge 
dem Ministerrate unterbreiten und dessen Ansicht einholen zu wollen. Auf 
meine Frage, ob er nicht seinerseits irgend welche spezielle oder modifizierte 
Wünsche hätte, äußerte er sich verneinend, was ich dahin interpretiere, daß 
er sich nunmehr ganz auf die Entschließungen des Ministerrates zurückzieht. 
Ich hielt es für angebracht, um dem bekannten Mißtrauen immer wieder 
entgegenzuarbeiten, und unter neuerlicher Betonung, daß dies ein noch- 
maliger Beweis für den festen Wunsch der k. u. k. Regierung nach einer 
baldigen Verständigung sei, hervorzuheben, daß Euer Exzellenz mich autori- 
siert hätten, falls die jetzigen Konzessionen als Basis für einen Akkord hier 
angenommen würden, gleich die Formulierung des Textes vorzubereiten. 
Baron Sonnino notierte sich auch diese Bemerkung für den Ministerrat. 

Ich teilte Inhalt vorstehender Unterredung dem Fürsten Bülow sofort 
Diit. Hauptsache ist, daß Faden nicht abgerissen und durch Verweisung der 
Sache an den Ministerrat etwas Zeit gewonnen wurde. Andererseits würde 
ablehnende Entscheidung des letzteren toten Punkt herbeiführen. Mein 
deutscher Kollege, welcher Ermächtigung erhalten hat, im Falle direkte 
Verhandlungen nicht fortgesetzt werden könnten, deutsche Vermittlung anzu- 
tragen, will dies noch heute nachmittags Baron Sonnino ankündigen und 
hofft damit über jetzige kritische Tage vielleicht hinüberzukommen. 

Nr. ÜICCXXIII. Freiherr von 3Iaccliio an Baron ISuridn. 

Rb. Yorgesch. m. It. II 175. 
(Telegramm.) Rom, am 6. Mai 1915. 

Es ist fast mit Sicherheit zu erwarten, daß der Ministerrat die Baron 
Sonnino heute durch mich mitgeteilten Vorschläge als unzureichend für die 
Einleitung neuer Verhandlungen mit Oesterreich - Ungarn ablehnen wird. 

Wenn daher der bevorstehende Abschluß mit der Triple-Entente, das heißt 
der Krieg, in letzter Stunde noch vermieden werden soll, so scheint mir der 
einzige Weg das prinzipielle Eingehen auf die ursprünglichen Forderungen 
Baron Sonninos als Verhandlungsbasis. Dadurch gewinnen wir nocB Zeit. 

Falls Euer Exzellenz diesen Versuch gemacht zu sehen wünschen, bitte 
ich um Ermächtigung, im äußersten Falle Baron Sonnino diese Mitteilung 
machen zu dürfen. 

Nr. MCCXXIV. Itarou BuriSiu nn Freitierrn von Hlucchio. 

Kb. Vorj^eHch. ni. If. II 17G. 
(Telegramm.) W i e n , am 9. Mai 1915. 

In unseren Pourparlers mit Italien spielt auf italienischer Seite die 
Besorgnis eine nicht unwesentliche Rolle, wir würden uns zu weitgehenden 

2H* 



356 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Zugeständnissen nur momentan unter dem Zwange der Lage, aber mit dem 
innerlichen Vorbehalte entschließen, dieselben bei gegebener Gelegenheit 
wieder ungeschehen zu machen. Als ein Mittel, welches vielleicht geeignet 
wäre, dieses Mißtrauen zu zerstreuen, erschiene der Gedanke, der italienischen 
Regierung unsere und Deutschlands jederzeitige Bereitwilligkeit zu erkennen 
zu geben, unabhängig von dem Gegenstande der jetzigen Verhandlungen 
neuerlich ein engeres politisches Verhältnis zu Italien anzubahnen. Die 
deutsche Regierung hat sich anheischig gemacht, in diesem Sinne an die 
italienische Regierung heranzutreten. 



Nr. mCCXXV. Baron Buriän an Freiherrn von Macchio. 
Bb. Vorgesch. m. It. II 177. 

(Telegramm.) Wien, am 10. Mai 1915. 

Bei Ihrer nächsten Unterredung mit Baron Sonnino wollen Euer 
Exzellenz sich als leitenden Gesichtspunkt vor Augen halten, daß Alles 
daran gesetzt werden muß, um jetzt ein Abreißen der Verhandlungen mit 
Italien zu verhindern. 

Falls Baron Sonnino in keiner Weise auf unser letztes Anbot ein- 
geht, von sich aus weder auf frühere noch auf neue Forderungen zu sprechen 
kommt und sich nur auf die Ablehnung unserer Anträge beschränkt, können 
Euer Exzellenz im Sinne Ihres Telegrammes vom 6. 1. M. mit dem Vorschlage 
hervortreten, die früheren italienischen Propositionen nun als prinzipielle 
Verhandlungsbasis anzunehmen mit dem Bemerken , daß sich hiebei noch 
ein gewisses Entgegenkommen in dem einen oder anderen Punkte erzielen 
ließe. 

In letzterer Hinsicht gebe ich Euer Exzellenz im Folgenden die 
äußersten Punkte bekannt, welche wir noch zu erwägen in der Lage wären 
und können sich Euer Exzellenz für ermächtigt halten, eventuell auf dieser 
Basis auch eine Präliminarverständigung zu redigieren. 

1. Südtirol. In diesem Punkte scheint sich die italienische Regierung 
mit unserem Anbote mehr oder minder abzufinden. 

% Isonzo. Eine Erweiterung des bisherigen Zugeständnisses und zwar 
am westlichen Ufer des Isonzo bis zur reinen Sprachgrenze und somit ein- 
schließlich der Abtretung von Gormons 

3. Triest. Die Verleihung eines Namens, wie „Freie Stadt", könnte 
ins Auge gefaßt werden 

4. Inseln. Pelagosa" könnte mit dem Hinweise auf dessen Nähe zur 
italienischen Küste konzediert werden. 

5. Inkraftsetzung. Der Anregung der Teilung der Punkte könnte 
sinngemäß stattgegeben und die sofortige mise en effet bezüglich Albaniens, 
Triests und Pelagosas zugesagt werden. 



c) Eintritt Italiens. 357 

Nr. MCCXXVI. Freiherr von Jlacchio an Baron Buriän. 
Rb. Vorgescb. m. It. II 178. 

(Telegramm.) Rom. am 10. Mai 1915, 

Es hat sich herausgestellt, daß der König ebenso wie die meisten 
Kabinettsmitglieder sowohl über unsere Zugeständnisse als über die Stim- 
mung des Landes systematisch von Baron Sonnino falsch informiert worden 
sind. Speziell ergibt sich, daß der Minister des Aeußern auch meine genauen 
Mitteilungen (vide mein Telegramm vom 6. 1. M.), die er sich notierte, mir 
vorlas und ausdrücklich erklärte, dem Ministerrate unterbreiten zu wollen, 
nur ganz mangelhaft, zum Beispiel mit Auslassung der die mise en effet be- 
treffenden Zugeständnisse, dort vorgebracht hat. 

Zur Aufklärung der maßgebenden und zum Teile wenigstens dreibund- 
freundlichen, aber von dem allgemeinen Mißtrauen ergriffenen Stellen erschien 
es nunmehr notwendig, denselben raschestens eine vom Fürsten Büloto und 
mir authentizierte Liste der österreichisch-ungarischen Konzessionen zukommen 
zu lassen. Auf diese Weise könnte das Spiel der Herren Salandra, 
Sonnino und Martini konterkarriert werden. In diese Liste mußten, um 
im Sinne ursprünglicher italienischer Forderungen noch Aussichten auf 
weitere Zugeständnisse offen zu lassen, gewisse Einschaltungen gemacht 
werden. 

Ich habe angesichts der Dringlichkeit der Situation es auf mich ge- 
nommen, das nachfolgende mit meinem deutschen Kollegen gemeinsam ver- 
faßte Schriftstück mit dem Fürsten Bülow gleichzeitig zu unterschreiben 
und sowohl den Herren Salandra und Baron Sonnino wie anderen politi- 
schen Persönlichkeiten zuzumitteln. 

„Les concessions que l'Autriche-Hongrie est prßte ä faire ä l'Italie sont 
les suivantes : 

1. Tout le Tyrol qui est de nationalitö italienne. 

2. Toute la rive occidentale de TTsonzo qui est de nationalit6 italienne 
avec Gradisca. 

3. Pleine autonomie municipale, universit^ italienne et port franc 
pour Trieste qui sera une ville libre. 

4. Valona. 

5. D6sint6ressement complet de l'Autriche-Hongrie en Albanie. 

6. Sauvegarde pour les int(5r6ts nationaux des sujets italiens en 
Autriche-Hongrie. 

7. Examen bienveillant dps voeux que l'Italie 6mettrait encore sur tout 
l'ensemble des questions qui forment l'objet des n^gociations (notamment 
Qorice et les iles). 

8. L'Empire d'Allemagne assume toute garantie pour l'extJcntion tidele 
€t loyale de l'arrangement ä, conclure entre l'Italie et rAutriche-Hongrie. 

Ambassadeur d'Autriche- Hongrie et Ambassadeur d'Allemagne garan- 
tissent l'autheuticite des propositions susmeutiouuöes." 



358 '-'• Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Aus der Textierung des Punktes 3 werden Euer Exzellenz entnehmen, 
daß darin der Idee einer entsprechenden Titel Verleihung an die Stadt Tiiest 
Rechnung getragen ist. Ferner sind die Punkte 6 und 7 so gefaßt, daß sie 
die Bereitwilligkeit zu weiteren Erwägungen der betreffenden italienischen 
Wünsche offen halten. 



Np. MCCXXVII. Baron Burisln an Freiherrn von iVacchio. 
Rb. Yorgesch. m. lt. II 179. 

(Telegramm.) Wien, am 10. Mai 1915. 

Ich erhalte soeben das Telegramm Euer Exzellenz von heute. 

Wie die Dinge nunmehr liegen, mögen Euer Exzellenz bei jeder weiteren 
Besprechung dieser Konzessionsliste folgende Bemerkungen zur Richtschnur 
dienen : 

1. Südtirol. Abgesehen davon, daß die italienische Regierung im 
Trentino nicht auf einer Erweiterung unserer bisherigen Zugeständnisse unbe- 
dingt zu bestehen scheint, wäre in dieser .Fassung nicht nur das Ampezzo- 
und das Fassatal, welche beide ladinisch sind, sondern auch jener Teil des 
Tfocetales inbegriffen, auf dessen Besitz wir aus den allerge wichtigsten 
strategischen Gründen nicht verzichten können. 

2. Isonzo. Könnte in der in meinem vorhergehenden heutigen Tele- 
gramme enthaltenen Fassung zugestanden werden. 

3. Triest. Hier ist zu bemerken, daß wir keineswegs ins Auge ge- 
faßt haben, aus Triest einen Freihafen zu machen und daß es sich nur um 
die Verleihung des Namens einer , freien Stadt", nicht aber um das Wesen 
einer solchen handeln könnte 

6. Stellung der Staatsbürger italienischer Nationalität. 
Diese Zusage, welche je nach der Stylisierung bei einem definitiven Akkord 
sehr bedenklich werden könnte, müßte unter allen Umständen einen stark 
modifizierten Charakter erhalten. 



]Vr. MCCX XVIII. Freiherr von Maccliio an Baron Buriän. 
Rb. Yorgesch. m. It. II 180. 

(Telegramm.) Rom, am 12. Mai 1915. 

Ich beabsichtige vorläufig Baron Sonnino nicht aufzusuchen. Da ihm 
Unstimmigkeiten unter Ministern und allmählich schwindendes Vertrauen 
gewisser parlamentarischer Kreise zu seiner äußeren Politik nicht verborgen 
bleiben können, er daher Boden wanken fühlt und entsprechend verstimmt, 
noch darauf bedacht sein mag, bei seiner Verbohrtheit irgendeinen coup de 
tete zu wagen, wäre es nicht unbedenklich, ihm hiezu durch meinen Besuch 
Anlaß zu geben. Außerdem sind ihm, ebenso wie Herrn Salandra, die vom 
Fürsten Bülow und mir unterschriebenen Propositionen zugekommen, es 
steht also immer wieder bei ihm, ob er darauf antworten will oder nicht. 



[ 



c) Eintritt Italiens. 359 

Sollte er sie ablehnen, hier oder in Wien, bliebe noch immer der von 
Euer Exzellenz mit Telegramm vom 10. 1. M. schon gebilligte Ausweg, die 
ursprünglichen italienischen Forderungen als Verhandlungsbasis vorzu- 
schlagen. 

Ich darf nochmals auf meine letzten Meldungen hinweisen, denen 
zufolge an der Illoyalität der Absicht Baron Sonninos, jedenfalls Krieg 
herbeizuführen, nicht mehr gezweifelt werden kann. 



Nr. MCCXXIX. Baron Buriän an Freiherrn von Ulacchio. 
Rb. Vorgescli. m. It. II 181. 

(Telegramm.) Wien, am 13. Mai 1915. 

Ich stimme Ihrem Entschlüsse zu, vorläufig den italienischen Minister 
des Aeußern nicht aufzusuchen. 

Sollte derselbe aber im weiteren Verlaufe der Dinge auch die erwähnte 
Konzessionsliste als ungenügend ablehnen, so wollen Euer Exzellenz dies nur 
zur Kenntnis nehmen und vor Erhalt eines neuen Auftrages mit keinerlei 
weiteren Vorschlägen hervortreten. 

Ich muß Euer Exzellenz Aufmerksamkeit auch darauf lenken, daß selbst- 
verständlich alle unsere Konzessionen von der vollen Aufrechthaltung der uns 
zugesagten italienischen Gegenleistungen bedingt sind. 



Xr. 9ICCXXX. Freiherr von ülacchio an Baron Buriän. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 182. 

(Telegramm.) Rom, am 13. Mai 1915. 

Gestern war Ministerrat den ganzen Tag versammelt und scheint große 
Meinungsverschiedenheiten enthüllt zu haben. Sobald ich über dessen Verlauf 
verläßliche Informationen erhalten haben werde, melde ich sie sofort. 

Da Baron Sunnino unbedingt zum Kriege drängt und auf die einmütige 
Unterstützung seiner Kollegen heute nicht rechnen kann, muß man auf die 
Möglichkeit verschiedenartiger Inzidenzfälle gefaßt sein. 

Es muß aber auch damit gerechnet werden, daß Baron Sunnino auf 
publizistischem oder parlamentarischem Wege seinen Standpunkt vor die 
Oeffentlichkeit zu bringen noch Gelegenheit haben wird. Von verschiedenen 
Seiten wurde ich aufmerksam gemacht, daß er beispielsweise in irgendeiner 
Weise die angeblich hinhaltende Taktik der k. u. k. Regierung als mit der 
Würde Italiens unvereinbar nachzuweisen suchen könnte, oder etwa den 
Standpunkt vertreten werde, Italien habe sich nur auf unseren Wunsch in 
Verhandlungen eingelassen und sie auch schon zu wiederholtenmalen mit 
Rücksicht auf die ungenügenden Anbote der k u. k. Regierung fallen ge- 
lassen. 



360 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Nr. niCCXlkXI. Baron Buridn an Freiherrn von Illaccliio. 

Rb. Yorgesch. m. It. II 188. 
(Telegramm.) Wien, am 14. Mai 1915. 

Mit Bezug auf Euer Exzellenz gestriges Telegramm. 

Gegenüber der Behauptung, daß sich Italien nur auf unseren Wunsch 
in Verhandlungen eingelassen hat, könnte darauf hingewiesen werden, daß es 
vielmehr die italienische Regierung war, welche, von dem auf Art. VII des 
Dreibundvertrages basierten Kompensationsverlangen ausgehend, die Initiative 
zu Pourparlers bereits mit meinem Amtsvorgänger und später auch mit mir 
ergriffen hat. Wenn Baron Sonnino ferner versuchen sollte, eine mit der 
Würde Italiens unvereinbare hinhaltende Taktik der k. u. k. Regierung nach- 
zuweisen, so wäre dem mit der Konstatierung entgegenzutreten, daß die 
italienische Regierung ihrerseits sich lange weigerte, ihre Forderungen zu 
präzisieren, indem sie von uns bloß die Annahme der vagen und daher doppelt 
bedenklichen Diskussionsbasis der Abtretung eigenen Gebietes verlangte, daß 
sie ferner dann von Etappe zu Etappe unsere Anbote als ungenügend be- 
zeichnete und selbst erst in einem späten Stadium der Verhandlungen und 
nur auf unseren direkten Wunsch mit Forderungen, allerdings sehr weit- 
gehender Natur, hervortrat. Nach alledem steht es Baron Sonnino, welcher 
die ungleich leichtere Rolle des Fordernden hatte, wohl nicht zu, uns, welchen 
schwer zu bringende Opfer zugemutet wurden, ein gewisses Zögern zum Vor- 
wurfe zu machen. Baron Sonnino gerät übrigens mit sich selbst in Wider- 
spruch, wenn er bei uns eine hinhaltende Taktik relevieren zu sollen glaubt, 
während er in einem Atem konstatiert, daß er selbst die Verhandlungen 
wiederholt fallen gelassen hat, was jedenfalls nicht zu einem glatten und 
raschen Verlaufe derselben beitragen konnte. 

Im übrigen dürfte es Euer Exzellenz, da Sie mit allen Phasen und 
Details unserer Verhandlungen genau vertraut sind, wohl nicht schwer fallen, 
den etwaigen Auslassungen Baron Sonninos auf geeignetem Wege mit zu- 
treffenden Argumenten entgegenzutreten. 

Nr. MCCXXXII. Freiherr von Macchio an Baron Bnriän. 

Bb. Vorgeseh. m. lt. II 184. 
(Telegramm.) Rom, am 14. Mai 1915. 

Agenzia Stefani verlautbart: 

„Mangels einmütiger Zustimmung der konstitutionellen Parteien bezüg- 
lich der Direktive der Regierung in Betreff der internationalen Politik, einer 
Zustimmung, welche durch den Ernst der Situation geboten wäre, hat der 
Ministerrat beschlossen, Seiner Majestät seine Demission zu überreichen." 

Schon im vorgestrigen Ministerrate soll die Opposition sieben Minister 
umfaßt haben und sagte man mir, daß Entscheidung kaum der Kammer vor- 
behalten werden würde, sondern unmittelbar bevorstehe; dies schien um so 



c) Eintritt Italiens. 361 

Avünschenswerter. als seit Ankunft d' Annunzios die Ordnungsstörungen 
immer größere Dimensionen annahmen. 

Schon jetzt melden alle größeren Provinzstädte Demonstrationen des be- 
zahlten Pöbels, und Rom ist seit zwei Tagen geradezu im Belagerungszustande. 
Die halbe' Garnison ist auf den Beinen, das Straßenleben durch die weitgreifenden 
Absperrungsmaßregeln ebenso unterbrochen, wie die Bewegungsfreiheit gehemmt 
und Zwischenfälle, wie Insultierungen von dreibundfreundlichen Politikern und 
dergleichen, an der Tagesordnung. 

König hat Entscheidung über Demission noch nicht getroffen. Nach 
allen Aspekten ist Rekonstruktion unter Präsidentschaft Herrn Salandras 
das Wahrscheinlichste. 

\r. niCCXXXIII. Freiherr von Maccbio an Baron Buriän. 
Rb. Yorgescb. m. It. II 185. 

(Telegramm.) Rom, am 15. Mai 1915. 

Um gegebenenfalls gleich mit einem fertigen Projekte an ein neues 
Ministerium herantreten zu können, schiene es mir geboten, den Text für 
einen eventuellen Akkord mit Italien so rasch als möglich festzustellen. Wenn 
man es auf längere Verhandlungen, respektive Abwarten italienischer Vor- 
schläge ankommen ließe, würde das so mühsam zurückgedrängte Mißtrauen 
elementar hervorbrechen und im letzten Augenblicke alles vereiteln. 

Ich habe daher nachfolgenden Entwurf ausgearbeitet und mit Fürsten 
Bülow durchgesprochen, der sich einverstanden erklärt hat: 

„Inspire du d6sir sinc^re de consolider les rapports mutuels entre 
l'Autriche - Hongrie et l'Italie, de les baser sur une bonne foi entiere, d"61i- 
miner toute cause de friction entre elles et d' arriver ä une entente definitive 
et durable, le Gouvernement Imperial et Royal et le Gouvernement Royal 
d'Italie sont tombös d'accord sur ce qui suit: 

Art. I. L'Autriche-Hongrie, se conformant au dösir exprimö par l'Italie 
d'entrer en possession des parties du Tyrol dont les habitants sont de natio- 
nalit6 italienne, accepte une nouvelle ligne - fronti^re qui se dötachera de la 
frontiüre actuelle prcs de la Zufallspitze et suivra pour un trait la fronti^re 
entre les districts de Cles d'une part et les districts de Schlanders et de 
Meran de l'autre, c'est-ä-dire la ligne du partage des eaux entre le Noce et 
l'Adige jusqu'ä rillmen - Spitze. Elle passera ä l'ouest de Proveis de sorte 
que cette commune continuera ä faire partie du Tyrol autrichien, rejoindra 
le Torrente Pescara et suivra le talweg de ce dernier jusqu'^ son embouchure 
dans le Noce. Elle suivra le talweg du Noce dont eile se dötachera au sud 
de Tajo, montera sur le Corno di Tres, suivra la fronti^rc septentrionale du 
district de Mezzolombardo et rejoindra l'Adige au sud de Salurn. Elle montora 
sur le Geiersberg, suivra la ligne du partage des eaux entre la vall6e de 
l'Avisio et la vall6e de l'Adige en passant par le Castion et se dirigera vors 
la Hornspitze et le mont Comp. Elle tournera ensuite au sud, d(5crira un 
demi-cercle qui laissera la commune d'Altrei au Tyrol autrichien et remontera 



362 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

jusqu'au col de San Lugano. Elle suivra la fronti^re entre les districts de 
Bozen et de Cavalese, c'est-ä-dire la ligne du partage des eaux entre la vall6e 
de TAviso et la vallöe de l'Adige, et passera par la Cima di Rocca et le 
Grimm -Joch jusqu'au Latemar. Du col Carnon eile descendra vers l'Avisio, 
coupera cette riviere entre les communes de Moena et Forno et remontera 
vers la ligne du partage des eaux entre la vall6e de San Pellegrino au nord 
et la vallöe de Travignolo au sud. Elle rejoindra la frontifere actuelle ä 
Test de la Cima di Bocche. 

Art. IL L'Autriche-Hongrie consent en plus ä c(5der ä l'Italie les terri- 
toires situös sur la rive occidentale de l'Isonzo en tant que leurs habitants 
sont de nationalitö italienne. 

En partant de l'embouchure de l'Isonzo (Sdobba) la nouvelle fronti^re 
suivra le talweg de ce fleuve en amont jusqu'au-delä de la ville de Gradisca, 
qui sera comprise dans le terrain c6d6 ä l'Italie. Elle se dötachera en amont 
de cette ville du cours de l'Isonzo et suivra en direction nord - ouest vers 
Medea jusqu'au Judrio une ligne qui sera trac6e de fagon ä prendre en con- 
sid6ration la nationalit6 des habitants. La nouvelle fronti^re suivra ensuite 
le talweg du Judrio. 

Art. III. Le titre „Kaiserliche Freistadt " sera conf6r6 ä la ville de 
Trieste. Elle sera munie d'une universit6 et obtiendra un nouveau Statut 
municipal qui, tout en maintenant les droits de pleine autonomie dont eile 
jouit actuellement, lui fournira en plus la pleine s6curit6, afin que la prödo- 
mination de l'ölöment italien dans cette ville ne puisse etre alt^röe. 

La Zone actuelle de port franc sera maintenue et, au cas de besoin, 
6largie. 

Art. IV. L'Autriche-Hongrie reconnait la pleine souverainetä italienne 
sur Valona et sa baie ainsi que la sph^re d'intöret qui y aurait son centre. 

Art. V. L'Autriche-Hongrie se d^sintöresse complfetement du sort futur 
de l'Albanie comprise entre les fronti^res trac6es par la Röunion de Londres. 

Art. VI. Les sujets de nationalitö italienne se trouvent ä la suite de 
cet accord dans une trfes sensible minoritö en Antriebe, il va de soi que le 
Gouvernement Imperial Royal veillera tout particuliörement ä la sauvegarde 
de leurs int^rets nationaux. 

Art. VII. Une amnistie complöte et la remise imm^diate en libert^ sera 
conc6d6e par l'Autriche-Hongrie ä toutes les personnes originaires des terri- 
toires c6d6s ä l'Italie et condamnöes ou soumises ä un proces pour des raisons 
militaires ou politiques. 

Art. VIII. L'Ialie assume l'engagement de maintenir une parfaite neu- 
tralitö pendant toute la guerre präsente ä l'ögard d'AUemagne, de l'Autriche- 
Hongrie et de la Turquie. 

Art. IX. L'Italie renonce, pour toute la dur6e de la guerre actuelle et 
aussi concernant les avantages territoriaux ou autres qui r6sulteraient pour 
l'Autriche-Hongrie du traitä de paix terminant cette guerre, ä toute facult6 



c) Eintritt Italiens. 36S 

d'invoquer ultörieurement en sa faveur des stipulations röglant ant^rieurement 
cette matifere par rapport aux Balcans ä l'exception de l'Albanie. 

Art. X. L'Autriche-HoDgrie renonce de son c6t6 relativement ä l'occu- 
pation italienne eöectu6e des lies du Dodecan^se ä la facultö d'invoquer en 
sa faveur les stipulations röglant ant6rieurement cette matiöre par rapport 
aux Balcans. 

Art. XL L'Italie se döclare prete ä payer une somme globale comme 
indemnitö de tout genre rösultant du fait de la cession des territoires susmen- 
tionn6s ä l'Italie; une commission mixte sera charg^e d'en fixer les modalitös 
et le tnontant et soumettra la question en cas de desaecord ä la döcision da 
tribunal international d'arbitrage ä la Haye. 

Art. XII. Des commissions mixtes seront Institutes sur les lieux et 
autorisöes ä prendre des döcisions qui seront suivies de la mise en effet au für 
et ä mesure que les travaux progressent. 

Les attributions d6taill6es de ces commissions seront fix^es par un proto- 
cole additionnel. 

Art. XIIL Les militaires originaires des territoires c6d6s ä l'Ialie ne 
prßteront plus Service sur le front de l'armöe austro-hongroise dös que l'accord 
aura 6t6 conclu. 

Art. XIV. L'Empire allemand assume toute garantie pour rex^cution 
fid^le et loyale de cet arrangement. 

Art. XV. Manifestation solennelle du Gouvernement Imperial et Royal 
d'Autriche-Hongrie qui suivra imm^diatement la signature de l'accord.' 

Dieser Entwurf enthält nur die uns und Italien betreffenden Punkte, da 
ich nicht weiß, ob man in Wien und Berlin einen accord ä trois vorziehen 
würde. 

In letzterem Falle müßten die deutscherseits zu formulierenden Konzes- 
sionen noch aufgenommen werden. 

Zunächst möchte ich bemerken, daß mir die Aufnahme der die mise en 
effet betreffenden Vorschläge Euer Exzellenz in den accord selbst, bei der 
kapitalen Wichtigkeit, die man diesem Punkte hier beimißt, absolut nötig 
scheint, umsomehr als die Garantie Deutschlands schon einen der Punkte jenes 
seinerzeit hier unterzeichneten Schriftstückes bildet. 

Ich hielt es für wichtig, in dem Entwürfe keinen der Punkte vermissen 
zu lassen, die in Jenem allgemein gefaßten, aber die Basis bildenden Schrift- 
stücke vorkommen, mit Ausnahme natürlich des dortigen Punktes VII. welcher 
nur eine Bereitwilligkeit zur Prüfung enthält und daher nur auf Grund einer 
speziellen Aussprache formuliert werden kann. Was nun diese anbelangt, 
beabsichtige ich. da ich Cormons noch nie genannt habe, zu versuchen, durch 
Anbot von Cormons statt Görz sowie — wenn die Inseln von italienischer 
Seite nicht ganz fallen gelassen werden — durch Anbot von Polagosa, von 
dem auch noch nie gesprochen wurde, die Schwierigkeiten vielleicht zu beseitigen. 

Zu den einzelnen Artikeln des Entwurfes bemerke ich : 



364 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Art. I. Die Grenzbestiramun<f entspricht vollkommen der von Euer 
Exzellenz seinerzeit vorgeschlagenen ; sollte italienischerseits auf das mittlere 
Noce-, das Fassa- oder Ampezzotal zurückgekommen werden, würde ich in 
der schon angedeuteten Weise dagegen ankämpfen und darüber berichten. 

Art. II. Darin ist vorläufig weder Cormons noch Görz berührt. 

Art. III. Der Titel „kaiserliche Freistadt" ist als Analogie zu Fiume 
gedacht und stellt die Fassung des letzten Alineas den Versuch dar, die Frei- 
hafenfrage auf ein zulässiges Maß zurückzuführen. 

Art. V. Mit der Bezeichnung ,sort futur" soll der rein politische Cha- 
rakter unseres Desinteressements betont werden. 

Art. VI. Nachdem mindestens eine Phrase über diesen Gegenstand hier 
verlangt wird, so dürfte diese Formulierung noch die ungefährlichste sein, zu 
der wir uns werden entschließen müssen. 

Art. IX. Angesichts der Ungewißheit, ob neues Kabinett sich wieder 
auf Dreibundstandpunkt oder auf den einer neuen Regelung stellen würde, 
ist eine Anspielung auf Art. VII vermieden worden Dasselbe gilt für den Art. X. 
Art. XII. Bezüglich der mise en effet glaubte ich, man sollte das Haupt- 
gewicht auf eine möglichste Ausgestaltung der W^irksamkeit und des Agenden- 
kreises der commissions mixtes legen, weil ich diese am meisten geeignet halte, 
den Willen zur baldigsten üebergabe möglichst vor Äugen zu führen" Der 
sofortige Zusammentritt dieser Kommissionen müßte auf Grund des Akkords 
festgelegt sein und es dann denselben überlassen werden, ihren Wirkungskreis 
und ihr Arbeitsprogramm in einem Protokolle festzustellen. 

Zu demselben würde meines Erachtens in erster Linie — um Konflikte 
zu vermeiden — die Absteckung einer neutralen Zone gehören. 



Nr. IVICCXXXIV. Freiherr von Iflacchio an Baron Bnriän. 
Kto. Vorgesch. m. It. II 186. 

(Telegramm.) Rom, am 15. Mai 1915. 

üeber das zwischen der Regierung und den Ententevertretern abgekartete 
Spiel werden allmählich immer mehr Einzelheiten bekannt. Ich hatte seiner- 
zeit gemeldet, daß man anscheinend nicht recht wisse, wie man den Kriegs- 
fall konstruieren solle. Jetzt höre ich von verläßlicher Seite, daß der treibende 
Geist, der Kolonienminister Martini, welcher sich jeden Morgen beim englischen 
Botschafter seine Instruktionen holte, zunächst proponierte, sei es durch Gari- 
baldiner, sei es durch reguläre Truppen, einen Einfall zu organisieren, während 
Baron Sonnino den Plan erwog, mit einem neuen verblüffenden Schriftstücke 
wie seinerzeit mit jenem über die Bündniskündigung, in Wien hervorzutreten, 
eventuell die beiden Mittel vereint anzuwenden. 

Da der Generalstab noch einen Aufschub von einigen Tagen verlangte, 
trat Herr Martini im Ministerrate mit Hinweis auf die Nachricht von der 
angeblichen Anwesenheit türkischer Offiziere bei den libyschen Rebellen mit 
der Idee hervor, zunächst den Vertrag von Lausanne zu kündigen; dadurch 



c) Eintritt Italiens. 365 

hoffte er die Zentralmächte in zweiter Linie in den Krieg zu verwickeln und 
hätte die vom Generalstabe verlangten Tage gewonnen. 

Der heutige Tag, der 15. Mai, war mit den Ententemächten zum Los- 
schlagen vereinbart. Indessen war, als diese Anträge gestellt wurden, die 
Einheit im Ministerrate schon gesprengt und wurde der definitive Abschluß 
des Planes noch vereitelt. 

Wenn also auch schließlich der Bruch doch nicht zu vermeiden wäre, so 
ist immerhin ein Aufschub eingetreten. 

Einstweilen scheint die Bildung eines neuen Kabinetts nicht leicht zu sein. 

^r. MCCXXXV. Freiherr von Macchio an Baron Biiriän. 
Rb. Yorgescb. m. It. II 187. 

(Telegramm.) Rom, am 15. Mai 1915. 

Heute abends kommen mir von verschiedenen verläßlichen Seiten Nach- 
richten zu. wonach Nichtannahme Demission des Kabinetts bevorstände. Die 
von der Regierung im Einvernehmen mit der Entente teils inszenierten, teils 
geförderten Straßendemonstrationen sollen hauptsächlich dazu dienen, den 
König zu impressionieren und über die wahre, überwiegend neutralitätsfreund- 
liche Stimmung des Landes zu täuschen. Dies scheint zu gelingen und der 
König tatsächlich sich überzeugen zu lassen, daß Straßenkundgebungen als 
Beginn revolutionärer Bewegung zu betrachten seien und Rettung des Thrones 
nur in Fortsetzung bisheriger Politik gefunden werden könne. 

Wenn sich diese Nachrichten bestätigen, könnte schon morgen oder in 
den allernächsten Tagen Entscheidung gegen uns fallen; allerdings wäre es 
auch nicht ausgeschlossen, daß die Kabinettskrise noch ausgenützt würde, um 
Chantage gegenüber Entente zu intensifizieren und vor definitivem Abschlüsse 
von jener Seite ein Maximum von Zugeständnissen zu erpressen. 

\r, JflCCXXXVI. Baron Buriun an Freilierrn von ^Vlacchio. 
Rb. Vorgeüicb. ni. It. II 188. 

(Telegramm.) Wien, am 16. Mai 1915. 

Die rasche Formulierung eines eventuellen Akkords mit Italien erscheint 
auch mir wünschenswert und zwar wäre ein solcher nur zwischen uns und 
Italien, nicht aber k trois ins Auge zu fassen. 

Im großen und ganzen bin ich mit der von Euer Exzellenz vorgeschla- 
genen Fassung des Akkords einverstanden und stimme auch dem Versuche 
zu, falls italienischerseits auf die in Klammern zum Punkte 7 des von Ihnen 
und Ihrem deutschen Kollegen am 10. 1. Mts. ausgestellten Schriftstückes bei- 
gefügten Exemplifikationen insistiert würde, statt Görz Cormons und bLZü).r- 
lich der Inseln Pelagosa anzubieten. 

Im einzelnen gebe ich Euer Exzellenz nachfolgend meine Bemerkungen 
ZU dem Entwürfe des Akkords und die an demselben durchzuführenden Modi- 
fikationen bekannt. 



566 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Gegen die Einleitungsphrase und Art. I besteht kein Einwand. 

Art. II. Im ersten Satze wäre nach dem Worte ^Isonzo" zu sagen: 
^en tant que la population est purenient de nationalit6 italienne." 

Die im zweiten Alinea enthaltene Grenzbeschreibung hätte im zweiten 
Satze nach dem Worte „Isonzo" zu lauten: ^Ensuite eile se tournera au nord- 
ouest vers Medea et rejoindra le Judrio dont le talweg continuera ä former 
la frontiöre." 

Art. III. Im ersten Satze wäre statt ^Le titre „Kaiserliche Freistadt" " 
zu setzen: „Le titre de „ville libre Imperiale" ". Der zweite Satz hätte nach 
dem Worte ^actuellement" zu lauten: ^assurera en plus le caract^re Italien 
de cette ville." 

Der die Freihafeuzone betreffende Satz ist einwandfrei. 

Art. IV. Nachdem Italien seine Souveränität über Valona bisher nicht 
proklamiert hat, wäre zu sagen: „L'Autriche-Hongrie est prete, en ce qui la 
concerne, ä reconnaitre etc." 

Art. V hätte zu lauten: „L'Autriche-Hongrie d^clare son d6sint6resse- 
ment politique concernant l'Albanie comprise entre les fronti^res tracöes par 
la R^union de Londres." Durch diese Fassung wäre vermieden, daß von uns 
der europäische Charakter der albanischen Frage ganz ignoriert würde, sowie 
daß wir auch wirtschaftlich aus Albanien ausgeschaltet werden können. 

Art. VI. Dieser Artikel hätte folgende Fassung zu erhalten : ün certain 
nombre de sujets de nationalit6 italienne se trouvant encore en Autriche- 
Hongrie apr^s la conclusion de cet accord. les Gouvernements autrichien et 
hongrois veilleront tout particuli^rement ä la sauvegarde de leurs int^rßts 
nationaux." 

Artt. VII und VIII geben zu keiner Bemerkung Anlaß. 

Art. IX. Da der Dreibund italienischerseits uns gegenüber außer 
Geltung gesetzt wurde und daher nicht bloß ein ausdrücklicher, sondern auch 
ein ideeller Bezug auf eine Bestimmung desselben vermieden werden und da 
ferner auch etwaigen künftigen Schikanen Italiens gegen anderweitige Gebiets- 
erwerbungen der Monarchie, zum Beispiel in Russisch-Polen, vorgebeugt werden 
muß, hätte dieser Artikel folgendermaßen zu lauten: „L'Italie döclare son 
d6sint6ressement au sujet de tout avantage territorial ou autre r^sultant 
pour l'Autriche-Hongrie soit du cours de la guerre actuelle soit des traitfe 
de paix qui la termineront." 

Art. X. Die vorgeschlagene Textierung dieses Artikels wäre durch die 
folgende zu ersetzen: „L'Autriche-Hongrie renonce pour sa part ä toute Prä- 
tention se basant sur le fait de l'occupation italienne des iles du Dodecan^se." 

Art. XI bleibt unverändert. 

Da die feierliche Kundgebung der k. u. k. Regierung sich nur auf die 
Durchführung der Gebietsabtretungen zu beschränken hätte, der Art. XV in 
seiner vorgeschlagenen Fassung und in seiner Stellung am Schlüsse des Ueber- 
einkommens sich aber auf den ganzen Inhalt des Akkords beziehen würde, 
wäre diese Bestimmung als Art. XII einzureihen mit folgendem Texte : ,Le 



c) Eintritt Italiens. 367 

<}ouvernement I. et R. proc^dera aussitot apr^s la conclusion de cet accord 
ä une manifestation solennelle relative aux cessions territoriales." 

Art. XII des Entwurfes, nunmehr Art. XIII. Statt des ersten 
Alineas wäre zu sagen: ,Des commissions mixtes seront Institutes sur les 
lieux pour regier les d^tails relatifs ä la cession des territoires en question. 
Ces commissions seront autoris6es ä prendre des d6cisions qui seront soumises 
ä la ratification des Gouvernements." 

Der zweite Satz bliebe unverändert. 

Art. XIII des Entwurfes, nunmehr Art. XIV. Zur Vermeidung 
von Mißverständnissen wird dieser Artikel zu lauten haben : ,D^s que cet 
accord aura 6t6 conclu, les militaires originaires des territoires c6d6s ä l'Italie 
seront retirös des lignes de combat de l'armöe austro-hongroise." 

Art. XIV des Entwurfes, nunmehr Art. XV. Für diesen Artikel 
Aväre folgende Textierung zu wählen : „L'Autriche-Hongrie et l'Italie acceptent 
la garantie assum6e par l'Allemagne pour Fex^cution fidele et loyale de cet 
accord." 



^r. iVICCXXXYll. Freiherr von 9Iaccbio an Baron Burian. 

Rb. Vorgesch. m. It. O 189. 
(Telegramm.) Rom, am 16. Mai 1915. 

Heute erschienenes königliches Dekret besagt, daß Seine Majestät die 
Demission des Kabinettes nicht angenommen hat. 

Es muß angenommen werden, daß die auswärtige Politik Baron Sonninos 
und Herrn Martinis fortgesetzt wird. 

Die Bewegungen der Straße gegen Herrn Giolitti und für den Krieg 
Laben hier und in der Provinz in den letzten Tagen ernstere Dimensionen 
angenommen. Es sind Anzeichen vorhanden, daß dies zu den Aktiousmitteln 
des demissionierten Kabinettes gehörte, um einerseits den König und anderer- 
seits die parlamentarischen Anhänger Herrn Giolittis zu impressionieren. 
Beide Zwecke wurden erreicht und Herr Salandra ist über Nacht populär 
geworden. 

Es wird mir hinterbracht, daß Schwanken des Königs in seinen Ent- 
schlüssen noch andauere und er sich nicht entschließen könne, Entscheidung 
über Krieg oder Frieden auf sich zu nehmen. Speziell soll er noch Zweifel 
über die militärischen Chancen des Krieges haben, die dadurch gefördert 
worden wären, daß General Cadorna, durch die den Alliierten zu leistende 
Beihilfe verstimmt, seine Demission angetragen hätte. Dies würde der viel- 
fach ausgesprochenen Annahme Berechtigung geben, daß der König die Ent- 
scheidung dem Parlamente überlassen will und Herrn Salandra mündlich 
verpflichtet haben soll, früher kein fait accompli zu schaffen. 

Wenn diese Nachrichten auf Wahrheit beruhen, würde dies einen kurzen 
Aufschub der Entscheidung bedeuten. Ich muß aber bemerken, daß in der 
bisherigen neutralistischen Majorität ein Umschwung im Zuge, der großenteils 



368 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

auf die Mache Herrn Salandras zurückzuführen ist. Damit dürfte für Herrn 
Salandra in der Kammer ein neuerliches Vertrauensvotum gesichert sein. 

Nachdem das Ministerium wieder konstituiert ist, beabsichtige ich morgen 
Baron Sonnino um eine Unterredung zu ersuchen, da ich Alles vermeiden 
möchte, was die Handhabe zu der Behauptung bieten könnte, ich hätte ihn 
gemieden. 

9fr. IfICCXXXVIII. Baron Bnrian an Freiherrn von IVIacchio. 

Rb. Vorgescb. m. It. II. 190. 
(Telegramm.) Wien, am 17. Mai 191.5. 

Da die Demission des Kabinettes Salandra nicht angenommen wurde, 
ersuche ich Euer Exzellenz, den mit meinem gestrigen Telegramme fest- 
gestellten Entwui-f eines Akkords mit Italien nunmehr im Einvernehmen mit 
Fürsten Bülow unverweilt Baron Sonnino mitzuteilen. 

Wenn die im Akkordentwurfe enthaltenen Zugeständnisse von Baron 
Sonnino als ungenügend bezeichnet oder abgelehnt werden sollten, treten die 
Euer Exzellenz mit meinem Telegramme vom 10. 1. Mts. erteilten Instruktionen 
wieder in Kraft. 

Euer Exzellenz wollen daher in diesem Falle etwaige modifizierte oder 
weitere, . sei es spontan, sei es über Ihre Anregung vorgebrachte Wünsche 
der italienischen Regierung bereitwillig entgegennehmen und, ohne sich zu 
engagieren, sofort zu meiner Kenntnis bringen. 

3fr. MCCXXXIX. Freiherr von ^lacchio an Baron Bariä.n. 

Rb. Yorgesch. m. It. II 191. 
(Telegramm.) Rom, am 17. Mai 1915. 

Auf meine Anfrage ersuchte mich Minister des Aeußern, erst morgen 
früh zu ihm zu kommen. Es zeigt sich also, daß derselbe Baron Sonnino, 
welcher uns den Vorwurf des Temporisierens macht, seinerseits Unterredungen 
stets hinausschiebt. Hiebei werde ich ihm auftraggemäß den Entwurf des 
Akkords in der von Euer Exzellenz angeordneten Fassung überieichen und 
trachten, aus seinem Verhalten vielleicht einen Anhaltspunkt dafür zu ge- 
winnen, ob der Kriegeausbruch ganz imminent ist. 

Der schon heute früh zusammengetretene Ministerrat dürfte diesfällige 
Entscheidungen getroffen haben. 

Die öffentlichen Manifestationen nehmen immer mehr den allerdings 
künstlichen Charakter nationaler und patriotischer Kundgebungen an und 
dauern in den verschiedensten Formen hier und in ganz Italien fort. 

ÜVr. mCCXIi. Freiherr von Maccbio an Baron Buriän. 
Rb. Vorgesch.. m. It. II 192. 

(Telegramm.) Wien, am 18. Mai 1915. 

Da die italienische Regierung stets an dem Mangel eines eventuell näher 
gelegenen Termines der tatsächlichen üebergabe der zedierten Gebiete An- 



c) Eintritt Italiens. 369 

stoß genommen hat, jede Art von militärischer Besetzung aber ausgeschlossen 
bleiben muß, wäre ich bereit, wenn die Situation hiedurch noch günstig be- 
einflußt werden könnte, die nachstehend formulierte Konzession zu machen, 
welche in den Akkordentwurf als neuer Artikel nach dem von den Kommis- 
sionen handelnden Art. XIII aufzunehmen wäre. 

„Les commissions mixtes dont il est question dans Tarticle pr6c6dent 
commenceront leurs travaux imm^diatement aprfes la conclasiou de cet 
.accord. 

La remise des territoires c6d6s aura Heu aussitöt apies la ratification 
des döcisions desdites commissions et devra etre termin^e dans le d^lai 
d'un mois." 

Euer Exzellenz sind ermächtigt, einverständlich mit Fürsten Bülow, 
den in diesem Sinne erweiterten Akkordentwurf Baron Sonnino und Herrn 
Salandra sogleich mitzuteilen. 

"Sr. jVICCXLI. Freiberr Ton ]VIaccIiio an Baron Buriän. 

Rb. Vorgesch. in. It. II 193. 
(Telegramm.) Rom, am 18. Mai 1915. 

Senat und Kammer sind für den 20. 1. M. einberufen. Tagesordnung 
die Entgegennahme von Regierungserklärungen. 

\r. ^VICCXLiII. Freiberr von .llaccbio an Baron Buriän. 

Rb. Vorgescb. m. It. II 194. 
(Telegramm.) Rom, am 18. Mai 1915. 

Soeben war ich bei Baron Sonninu. Ich begann das Gespräch damit. 
Euer Exzellenz hätten mich beauftragt, ihm den Entwurf eines Akkords zu 
übergeben, welchen die k. u. k. Regierung auf Grund unserer letzten Vor- 
schläge ausgearbeitet habe. Daraus könne er ersehen, daß Euer Exzellenz 
nach wie vor bereit sind, mit Italien abzuschließen und der Umstand, daß 
man schon eine Formulierung der einzelnen Punkte, wie sie in der Ab- 
machung Platz finden sollten, vorschlägt, beweise neuerlich, daß man bei uns 
auch jetzt Alles tue, um jede unnötige Verzögerung zu vermeiden. Baron 
Sonnino frug, ob er das Schriftstück behalten könne, was ich bejahte. Auf 
meinen Vorschlag, es ihm vorzulesen, ging er bereilwilMg ein. Ich wollte 
ihn dadurch zum Sprechen bringen und ihn bei Lektüre der einzelnen Ar- 
tikel an unsere früheren Konversationen erinnern. 

Aber die Unterredung blieb ein Monolog. 

Als ich geendet, versicherte er sich nur. ob die Grenzlinie im Trentino 
dieselbe sei als die früher von Wien vorgeschlagene. 

Ich bejahte dies und erwähnte dann, daß meine Regierung n;ich wie 
vor bereit sei, was immer für neue Vorschläge. Bemerkungen, Wünsche, 
Amendements, welche von italienischer Seite vorgebracht würden, mit größtem 
Wohlwollen zu prüfen. 

Janrbuch des Völkerrechts. IV. 24 



370 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

Baron Sonnino notierte sich, wie ich feststellte, auch diese Bemerkur 
und auf meine Frage, ob ich also nach Wien melden könne, daß er diese 
Entwurf entgegengenommen habe und ihn dem Ministerräte vorlegen werd 
bejahte er dies mit dem Beifügen, daß das vielleicht noch heute aberds g( 
schehen werde, daß übrigens die Kammer am 20. d. M. bestimmt zusan 
mentreten werde und beschlossen worden sei, die ganze Frage derselben zi 
Entscheidung vorzulegen. 

Zu irgend einer Aeußerung über den Vertragsentwurf war Baro 
Sonnino absolut nicht zu bringen. Die weitere Behandlung desselben mu 
nach den bisherigen Erfahrungen nur mit äußerster Skepsis beurteilt werdei 
Momentan hat er noch alles vermieden, was einem Abbruche hätte äbnlic 
sehen können. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird aber übermorgen in d« 
Kammer die Entscheidung gegen uns fallen und alles Weitere sich sehr rase 
abwickeln. Schon der Umstand, daß zwei Stunden nach Kammereröffnun 
der Senat mit derselben Tagesordnung einberufen ist, läßt vermuten, da 
man nur mit der Abstimmung über eine vorbereitete Regierangskundgebun 
rechne, worauf wohl, wenn dieselbe, wofür alles spricht, ein Vertrauens 
Votum sein wird, die Vertagung und zugleich der Abbruch mit uns folge 
würde. 

9fr. 1ICCXL.III. Freilierr von Alacctaio an Baron Buriän. 

Rb. Vorgesell, m. It. II 195. 
(Telegramm.) Rom, am 19. Mai 1915. 

Die mir mit gestrigem Telegramme mitgeteilte Formulierung der in de 
Akkordentwurf als neuer Artikel aufzunehmenden Konzessionen habe ic 
sofort brieflich Baron Sonnino und Herrn Salandra zur Kenntnis gebracht 

Uebereinstimmenden Zeitungsnachrichten zufolge wird die Kammer i: 
ihrer morgigen Sitzung die Regierungserklärung ohne darauffolgende Debatt 
zustimmend zur Kenntnis nehmen. 

Den für heute von den Sozialisten geplanten Kundgebungen für die Neu 
tralität stehe ich skeptisch gegenüber; nach den bisherigen Erfahrungen wa 
die Regierung noch immer bestrebt, solche Demonstrationen in ganz andere 
Weise zu unterdrücken, als die sich ihrer Protektion erfreuenden interventioni 
stischen Krawalle. 

Die Nachricht von der Abreise Giolittis bestätigt sich. 

Nr. 9ICCXL1IY. Freiherr Ton Ilaccliio an Baron Buriän. 
Bb. ¥orgesch. in. It. II 196. 

(Telegramm.) R m , am 19. Mai 1915. 

König hat heute Revue der Garnison abgenommen, dann (V Annunsii 
in Privataudienz empfangen. Patriotische Kundgebungen, angebliche massen- 
hafte Meldungen von Freiwilligen werden von der Presse verkündet, weicht 
Alles tut, um Stimmung zu steigern. 



c) Eintritt Italiens. 371 

Unsere Konzession bezüglich der mise en effet wurde von der Agenzia 
Stefani gebracht, in den Blättern aber mit meist gehässigen Kommentaren 
reproduziert. Allgemein ist jetzt üeberzeugung verbreitet, daß Bindung gegen- 
über Entente soweit geht, daß dagegen nichts mehr zu machen sei. 

Der erste Rausch, der Alles bei den Straßenkundgebungen des 14., 15. 
und 16. ergriffen hatte, beginnt immerhin zu verfliegen und es herrscht eine 
ernstere, ruhigere Stimmung, da doch bei Manchem die Zweifel an der Zukunft 
und die Schrecken des Krieges in greifbarer Nähe erscheinen. Es werden 
Stimmen hörbar, welche die Abreise Herrn Giolittis bedauern, doch werden 
diese sich kaum lauter hervorwagen. 

Ar. MCCXLiV. Freiherr von lUaccbio an Baron Buriän. 
Kb. Torgesch. m. It. II 197. 

I Telegramm.) Rom, am 20. Mai 1915. 

Bis zur Stunde habe ich auf meine briefliche Mitteilung der ,mise en 
effet" -Konzession von keinem der beiden Minister eine Antwort erhalten. 

Ueber die Aufnahme, welche die fragliche Konzession bei der italienischen 
Regierung gefunden hat, bin ich somit auf indirekte Schlüsse angewiesen. Als 
solche nenne ich einerseits das Faktum der bisherigen Nichtbeantwortung meiner 
Briefe und überhaupt den Mangel irgendwelcher Reagierung darauf seitens der 
Regierung und andererseits die einberichtete ungünstige Beurteilung der 
hiesigen Presse. 

Nur der heute morgens erschienene „Popolow Romano" findet noch 
dreibundfreuudliche Worte, aber auch seine Sprache ist resigniert. 

Kr. IVICCXIjYI. Freiherr Ton IVIacchio an Baron Buridn. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 198. 

(Telegramm.) Rom, am 20. Mai 1915. 

Von einem Augenzeugen wird mir über tden Verlauf der heutigen 
Sitzung der Kammer Folgendes berichtet. 

Herr Salcmdra hat einen Gesetzentwurf verlesen, in dem die Regierung 
für den Kriegsfall außerordentliche Vollmachten verlangt. Nachdem der 
Berichterstatter einige Worte gesprochen hatte, erfolgte Abstimmung über 
Dringlichkeit. Ohne irgend eine Debatte wurde Dringlichkeit mit 377 
Stimmen gegen 54 ausgesprochen. Dagegen stimmten 48 Sozialisten und 
6 Siiditaliener. Einer Anzahl von Deputierten soll es angeblich nicht ge- 
lungen sein, in die Kammer zu gelangen. Auch will mein Gewährsmann 
gehört haben, daß sich einige Stimmen zum Worte zu melden versuchten, 
aber dnrch den Ruf der Majorität nach sofortiger Abstimmung übertönt 
wurden. Vor Eröffnung der Sitzung soll bei Erscheinen des Dichters 
d- Annunzio eine Demonstration gegen diesen versucht, von dem Beifalle der 
Mehrheit und dem Jubel der Galerie aber unterdrückt worden sein. 

24* 



372 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

In dem einleitenden Satze des verlesenen Gesetzentwurfes wird von dem 
Dreibunde gesprochen, der dem europäischen Gleichgewichte und dem Frieden 
gedient habe. Zu diesem Zwecke habe Italien die Unsicherheit seiner Grenz- 
gegenden, die nationalen Aspirationen beiseite gesetzt und niit verhaltenem 
Schmerze den mit Methode geführten Versuchen zusehen müssen, den italie- 
nischen Charakter in gewissen Gegenden zu unterdrücken. 

Es heißt dann weiter, daß durch das österreichisch-ungarische Ultimatum 
an Serbien der Dreibund zerrissen wurde. Der Form nach, da Oesterreich- 
Ungarn es versäumte, Italien vorher zu verständigen, dem Inhalte nach durch 
die Absicht, den Besitzstand und die Interessenphären auf dem Balkan zu 
stören. Hauptsächlich sei aber der Geist des Vertrages gebrochen worden, 
da die Auslösung des europäischen Krieges mit den italieniscöcn Gefühlen 
und Interessen im Widerspruche stand und das europäische Gleichgewicht 
störte, dessen Erhaltung der Dreibundvertrag dienen sollte. Unwiderstehlich 
sei das Problem der nationalen Einheit Italiens aufgerollt worden. Dessen- 
ungeachtet habe die italienische Regierung durch Monate sich geduldet und 
zu einem Akkord zu gelangen getrachtet. Die Verhandlungen hatten aber 
ihre Grenzen, sowohl was die Zeit als die Würde Italiens anbelangt. Aus 
diesem Grunde sei am 4. Mai die Notifizierung in Wien erfolgt, womit die 
gemachten Vorschläge zurückgezogen wurden, der Vertrag gekündigt wurde 
und Italien seine Aktionsfreiheit erklärte. Andererseits sei es nicht möglich 
gewesen, Italien in einem historisch entscheidenden Augenblicke länger isoliert 
zu lassen, ohne Sicherheit und ohne Prestige. 

Bei dieser Sachlage und angesichts des Ernstes der internationalen Lage 
müsse die Regierung auch Politik vorbereiten, um es auf die äußerste Kraft- 
probe ankommen zu lassen. 

Die Regierung glaubt dafür Vorsorge getroffen zu haben, was die 

edelsten Aspirationen und die vitalsten Interessen des Landes verlangen 

Es folgt ein warmer Appell an die Einmütigkeit aller Klassen und Parteien 

um das Ideal zu erreichen: La fortuna e la graodezza d'Italia. 

Der Schlußsatz enthält einen Hinweis auf Heer und Armee sowie au] 
fr 
den König, der sie zu dem Schicksale der neuen Geschichte führt. 

Aus Vorstehendem erhellt, daß der König nicht in den Vordergrund 
gestellt wurde, daß von einem Kriege gegen die Monarchie nur andeutungs- 
weise die Rede war, ebenso wie vom Abschlüsse eines Vertrages mit der 
Enteutemächten. 

Nachdem das Kabinett den Gesetzentwurf dem Senate vorgelegt hatte 
erschienen die Minister aberma's in der Deputierteckammer. Der Bericht- 
erstatter Boselli empfahl die Annahme der Vorlage in einer schwungvoller 
Rede, während welcher sich der Enthusiasmus fort steigerte, wobei kriege- 
rische Rufe: „Hoch das italienische Triest!"'. „Hoch die Rächer von Lissa!" 
etc. allgemeinen Beifall, sogar auf der Re'jcierungsbank, fanden. Nach ihrr 
sprach Barzüai und sodann der Sozialist Turati, dessen Rede gegen der 
Krieg aber sichtliche Unruhe hervorrief. Nach Colajanni sprach noch dei 



c) Eintritt Italiens. 373 

Reformsozialist Ciccoti, welcher seinen sozialistischen Prinzipien zum Trotze 
sich für diesen Krieg deshalb erklärte, weil es „ein Krieg zur Verteidigung 
der Kultur gegen die Barbarei sei." 

Die Abstimmung ergab, nachdem fast alle Abgeordneten Zutritt erlangt 
hatten, 407 Stimmen für und 74 gegen die Regierung. 

Die Kammer wurde auf unbestimmte Zeit vertagt; der Senat hält 
morgen noch Sitzung. 

Die sozialistischen Organisationen, welche verschiedene Pläne gehegt 
haben sollen, um sich bemerkbar zu machen, konnten schon wegen der unge- 
wöhnlichen Schärfe der Regierungsmaßnahmen und zahlreicher Verhaftungen 
nichts unternehmen. 

Die Stimmung in der Straße war heute eine ruhigere; die vom Ab- 
schäume der Bevölkerung, offenbar bestellten Massen, inszenierte Demon- 
stration in der Kammer war ausschließlich gegen Herrn Giolitti gerichtet. 

Man muß damit rechnen , daß die Regierung schon morgen von der 
ihr anvertrauten Gewalt Gebrauch machen wird, um zunächst die militärischen 
Vorkehrungen durch neue Einberufungen noch zu vervollständigen. Man 
muß auch stündlich auf den Abbruch der Beziehungen gefaßt sein. 

3i'r. MCCXLiVII. Baron Burian an Freiherrn von Maccbio. 
Rb. Vorgesch. m. It. II 199. 

(Telegramm.) Wien, am 21. Mai 1915. 

Es erscheint mir wünschenswert, daß Euer Exzellenz Baron Sunninu 
aufsuchen und ihm in ganz freundschaftlicher Weise auseinandersetzen, Sie 
hätten zwar von dem Verlaufe der gestrigen stürmischen Sitzung Kenntnis, 
müßten aber doch darauf aufmerksam machen, daß die italienische Regierung 
Ihnen auf Ihre letzten Mitteilungen die Antwort noch schulde. 

IVr. MCCXLVIII. Baron Buriün an Freiherrn von .llacchio. -) 
Rb. Vorgesch. ni. It. II 200. 

(Telegramm.) Wien, am 21. Mai 19ir3. 

Ich habe heute nachmittags dem italienischen Botschafter die Antwort 
auf seine Mitteilung vom 4. 1. M., bezüglich der italieniseherseits erfolgten 
Außerkraftsetzung des Dreibundvertrages erteilt und sie ihm abschriftlich 
überlassen. 

Der Text dieser Antwort lautet: 

„Le Ministre des Affaires Etrangöres d'Autriche-Hongrie a eu Thonneur 
de recevoir la communication concernant la resiliation du Trait^ de la Triple 
Alliance que Monsieur l'Ambassadeur d'Italie lui a fäite d'ordre de son 
Gouvernement le 4 mai. 



*) Die italienische Erwiderung s. unten unter ,8. Italienische Kund- 
gebungen, II. Sonstige italienische Kundgebungen.* 

Herausgeber. 



374 C. Eintritt weiterer Staaten in den Krieg. 

C'est avec